# Ziergräser: Welches Gras passt an welchen Platz in deinem Garten?

> Reitgras, Rutenhirse, Pfeifengras oder Blauschwingel? Ich zeige dir, welche Ziergräser zu Sonne, Schatten, Trockenheit, Nässe und rauen Lagen passen.

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- **Bereich:** Blumen › Stauden & Ziergräser
- **Zuletzt geprüft:** 20. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Ein Blauschwingel in nasser Lehmerde steht am falschen Platz, denn er reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchte. Für ein Pfeifengras im heißen Kies gilt das genauso, weil es frischen bis feuchten Boden will. Ich frage deshalb bei jedem Gras zuerst nach dem Platz und erst danach nach Farbe und Höhe.

Hier findest du die gängigen Ziergräser nach Gartenplatz sortiert. Du siehst, welche Arten in Sonne, Schatten, Trockenheit, Nässe und rauen Lagen passen. Außerdem erfährst du, welche als Bodendecker oder Solitär taugen und wie sie sich durch das Jahr verändern.

## Ziergras oder Blütengras: Was meinen die Begriffe?

Ziergras ist der Sammelname für alle Gräser, die du wegen Laub, Halmen und Blütenständen pflanzt. Dazu zählen echte Süßgräser wie Reitgras und Rutenhirse, aber auch grasähnliche Pflanzen wie Seggen und Hainsimsen. Blütengräser sind eine Untergruppe davon: Ziergräser, deren Blütenstände besonders ins Auge fallen, etwa Federgras, Lampenputzergras oder Chinaschilf.

Die Süßgräser unter den Ziergräsern sind Windbestäuber und bilden keinen Nektar. Ein auffälliges Blütengras ist deshalb Schmuck für das Auge, aber keine Nektarquelle für Bienen.

> **Kurz erklärt:** Federgras und Federborstengras klingen ähnlich, gehören aber zu verschiedenen Gattungen. Stipa pennata ist ein Federgras. Das Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides zählt dagegen zu den Federborstengräsern. Achte beim Kauf deshalb auf den botanischen Namen.

Wie sich Gräser in die Lebensläufe von Stauden, Zweijährigen und Sommerblumen einordnen, beschreibt der Abschnitt [Stauden, Zweijährige und Gräser im Kurzporträt](/blumen/stauden-ziergraeser/).

## Welches Ziergras passt an welchen Gartenplatz?

Zwei Fragen führen dich am schnellsten zum passenden Gras: Wie viel Licht bekommt der Platz, und wie feucht ist der Boden über das Jahr? Als dritte Frage kommen die Nährstoffe dazu, denn manche Gräser wollen mageren, andere nährstoffreichen Boden. Die Tabelle ordnet die gängigen Arten nach diesen Ansprüchen.

| Gartenplatz | Passende Gräser |
|---|---|
| warm, eher trocken, durchlässiger Sand- bis Steinboden | Blauschwingel, Schafschwingel |
| sonnig, trocken, kalkhaltig | Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima), Moskitogras, Wimper-Perlgras |
| sonnig, mager, mäßig trocken | Mittleres Zittergras (Briza media) |
| warm, wintertrocken, durchlässig | Liebesgras (Eragrostis curvula) |
| trocken, gut drainiert, sandig-humos | Orientalisches Lampenputzergras (Pennisetum orientale) |
| lehmiger Boden, der zeitweise austrocknet | Rutenhirse (Panicum virgatum) |
| frisch, nährstoffreich | Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) mit Sorten wie 'Hameln' und 'Little Bunny' |
| frisch bis feucht, nährstoffreich | Chinaschilf (Miscanthus-Sinensis-Gruppe), Plattährengras |
| sonnig bis halbschattig, frisch bis feucht, nährstoffreich | Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) |
| frisch bis nass, nährstoffarm | Pfeifengras (Molinia caerulea) |
| trocken, auch im Halbschatten | Berg-Segge (Carex montana) |
| Halbschatten bis Schatten, frisch und humos | weißrandige Japan-Segge |
| halbschattig bis schattig, humos, durchlässig, leicht feucht | Schnee-Hainsimse (Luzula nivea) |
| Plätze mit viel Falllaub | Mandschurische Breitblatt-Segge |
| Schattenpflanzung, frisch bis zeitweise trocken, wenig Wurzeldruck | Hakonechloa macra |

### Sonnige Plätze

In voller Sonne stehen vor allem die Arten aus den oberen Zeilen der Tabelle, vom Blauschwingel bis zum Pracht-Federgras. Welche Boden- und Wasseransprüche sie dort im Einzelnen haben, liest du im Ratgeber dazu, [welche Ziergräser in der Sonne gedeihen](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-fuer-sonnige-standorte-vielfalt-im-garten/).

### Halbschatten und Schatten

Im Halbschatten und Schatten passen Seggen, die Schnee-Hainsimse und Hakonechloa macra. Die weißrandige Japan-Segge verträgt Sonne nur, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt. Weitere Arten findest du bei den [Gräsern für schattige, feuchte Gartenecken](/blumen/stauden-ziergraeser/schattentolerante-ziergraeser-eine-gruene-oase-fuer-ihren-garten/).

### Trockene Plätze

Für Trockenheit kommen Blau- und Schafschwingel, das Pracht-Federgras, Pennisetum orientale und auf Lehm die Rutenhirse infrage. Wie du solche Arten an trockenen Standorten etablierst, zeigt der Ratgeber [zu robusten Gräsern für Trockenheit](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-fuer-trockene-standorte-robust-und-schoen/).

## Ziergräser im Porträt: von hoch bis mittelhoch

Die Endhöhe entscheidet, ob ein Gras vorn im Beet, im Hintergrund oder frei als Solitär steht. Die Werte gelten für die genannten Sorten und Gruppen.

| Gras | Höhe |
|---|---|
| Blauschwingel, blaulaubige Sorten | Laubpolster etwa 10 bis 15 cm, Blütenstände 20 bis 30 cm |
| Mittleres Zittergras (Briza media) | etwa 20 bis 60 cm |
| Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) | Blatthorste etwa 30 bis 50 cm, Blütenstände ungefähr 1 m |
| Reitgras 'Karl Foerster' | Laub etwa 100 cm, Blüte etwa 180 cm, Breite etwa 50 cm |
| Rutenhirse 'Nordwind' | 150 bis 180 cm, Angabe aus einem Freilandversuch |
| Chinaschilf 'Rotsilber' | 160 bis 180 cm, Angabe aus einem Freilandversuch |
| Riesen-Federgras | Blütenhalme bis zu 2 m |

### Reitgras 'Karl Foerster'

Das Reitgras Calamagrostis × acutiflora 'Karl Foerster' wächst aufrecht und bleibt dabei schlank. Die Sorte ist steril, Sämlinge im Beet musst du bei ihr also nicht erwarten. Als Gräserpartner für Indianernesseln (Monarda) wird das Reitgras ebenso empfohlen wie die Rutenhirse.

### Chinaschilf

Chinaschilf aus der Miscanthus-Sinensis-Gruppe bevorzugt frische bis feuchte, nährstoffreiche Böden. Für trockene, magere Plätze ist es deshalb die falsche Wahl, dort passen Schwingel oder Pracht-Federgras. Wegen seiner Höhe setzt du Chinaschilf als Solitär oder als Gräserwand ein.

### Rutenhirse

Die Rutenhirse Panicum virgatum ist auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich. Damit passt sie an Lehmböden, die im Sommer zeitweise austrocknen. Mit ihrer Höhe eignet sich die Sorte 'Nordwind' für den Beethintergrund und für Gräserhecken.

### Federgräser: Stipa pennata und seine Verwandten

Federgräser tragen federartige Grannen, die sich bei jedem Luftzug bewegen. Stipa pennata gehört zu den Federgräsern und nicht zu den Federborstengräsern der Gattung Pennisetum. Das Pracht-Federgras Stipa pulcherrima eignet sich für sonnige, trockene und kalkhaltige Standorte. Das Riesen-Federgras bildet sehr hohe Blütenhalme, deren Zierwirkung bis in den Winter anhält.

In einer fachlichen Pflanzempfehlung steht Federgras zusammen mit Tauben-Skabiose, Echtem Lavendel, Steppen-Salbei und Katzenminze. Stipa calamagrostis 'Algäu' bildet mit der Wolfsmilch Euphorbia seguieriana var. niciciana und Sedum telephium eine dokumentierte Kombination mit langer gestalterischer Wirkung.

### Lampenputzergras

Seinen Namen verdankt das Lampenputzergras den flauschigen, walzenförmigen Blütenständen. Pennisetum alopecuroides wird frischen Standorten zugeordnet, die Sorten 'Hameln' und 'Little Bunny' brauchen eher frische, nährstoffreiche Böden. Pennisetum orientale kommt dagegen mit trockenen, gut drainierten, sandig-humosen Böden besser zurecht. Unter einem deutschen Namen stecken also zwei gegensätzliche Platzwünsche, und erst der botanische Name zeigt dir, welches Gras du vor dir hast.

### Rasen-Schmiele

Die Rasen-Schmiele Deschampsia cespitosa bildet niedrige Blatthorste, über die sich ihre Blütenstände deutlich erheben. Das Gras eignet sich für sonnige bis halbschattige Plätze mit nährstoffreichen, frischen bis feuchten Böden. Unter anderem die Raupen des Großen Ochsenauges nutzen die Rasen-Schmiele als Nahrung.

### Pampasgras

Beim Pampasgras (Cortaderia selloana) kommt es vor allem auf die Pflanzzeit an: Es gehört zu den Gräsern, die du nur im Frühjahr setzt. Warum das so ist, erkläre ich weiter unten bei den rauen Lagen. Für den Winter kannst du den Horst zusammenbinden.

## Niedrige und bodendeckende Ziergräser

### Blauschwingel

Blaulaubige Blauschwingel-Sorten bilden flache Laubpolster, über denen im Sommer die Blütenstände stehen. Die Polster wollen warme, eher trockene und durchlässige Plätze auf Sand- bis Steinböden. Festuca cinerea reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchtigkeit, in schweren, nassen Böden ist der Blauschwingel deshalb fehl am Platz.

Für eine Gruppe aus mehreren Horsten setzt du die Pflanzen mit 35 bis 45 cm Abstand von Horst zu Horst. Im Steingarten passt Blauschwingel zu Blaukissen und Polsterphlox. Verwandte wie der Regenbogen-Schwingel eignen sich zusammen mit Blaugras sogar für extensive Dachbegrünung.

### Seggen

Seggen sind grasähnliche Pflanzen, und ihre Ansprüche gehen weit auseinander. Die weißrandige Japan-Segge braucht einen frischen, humosen Platz im Halbschatten oder Schatten. Die Berg-Segge Carex montana ist trockenheitsverträglich und eignet sich auch für halbschattige Standorte.

Die Mandschurische Breitblatt-Segge breitet sich über flach verlaufende Rhizome kräftig aus. Als Bodendecker für Plätze mit viel Falllaub ist das erwünscht, zwischen Horstgräsern im Beet musst du die Ausbreitung einplanen. Bis eine Bodendeckerfläche geschlossen ist, vergehen als allgemeine Orientierung je nach Pflanzdichte etwa zwei bis vier Jahre.

### Schnee-Hainsimse und Hakonechloa

Die Schnee-Hainsimse Luzula nivea ist wintergrün und wächst halbschattig bis schattig auf humosem, durchlässigem und leicht feuchtem Boden. Hakonechloa macra, oft Japanisches Waldgras genannt, ist Teil der Schattenmischung 'Veitshöchheimer Schattensilber'. Dort steht das Gras mit Hosta 'El Niño' und dem Farn Polystichum setiferum 'Proliferum', als Alternative ist das Duftveilchen 'Wismar' vorgesehen. Die Mischung ist für frische bis zeitweise trockene Böden mit keinem oder mäßigem Wurzeldruck ausgelegt.

### Mittleres Zittergras

Das Mittlere Zittergras Briza media passt an sonnige, magere, mäßig trockene Plätze. Für kalkhaltige Splitt- und Schotter-Sickermulden steht es zusammen mit Wimper-Perlgras, Tauben-Skabiose, Blutrotem Storchschnabel und Wiesen-Salbei auf einer standortgerechten Artenliste.

## Ziergräser für feuchte Standorte

Für frische bis feuchte Böden stehen mehrere Gräser zur Wahl, und der Nährstoffgehalt entscheidet mit. Das Pfeifengras Molinia caerulea bevorzugt frische bis nasse, nährstoffarme Böden. Das zweite Pfeifengras, Molinia arundinacea, will ebenfalls frischen bis feuchten Boden. Chinaschilf, Plattährengras und Rasen-Schmiele wollen es frisch bis feucht, aber nährstoffreich. Für eine nasse, magere Senke liegt also Molinia caerulea nahe, für feuchten, gut versorgten Gartenboden eher Chinaschilf oder Rasen-Schmiele.

Im Halbschatten kommen die weißrandige Japan-Segge und die Schnee-Hainsimse dazu, beide auf frischem bis leicht feuchtem, humosem Boden.

Feucht ist allerdings nicht dasselbe wie Staunässe. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Bevor ich an eine feuchte Stelle pflanze, steche ich deshalb eine Scholle aus und prüfe mit Fingern und Augen, wie nass der Wurzelraum wirklich ist.

> **Mythos-Check:** „Ziergräser sind alle Trockenkünstler.“ Das stimmt so nicht. Pfeifengräser, Chinaschilf und Rasen-Schmiele wollen frischen bis feuchten Boden, Blauschwingel reagiert dagegen empfindlich auf zu viel Nässe. Wer ein Gras ohne Blick auf die Bodenfeuchte aussucht, setzt es leicht an den falschen Platz.

## Ziergräser für raue Lagen

In kalten, rauen Lagen hängt viel an der Pflanzzeit. Ziergräser der Freifläche pflanzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden bereits erwärmt ist, denn Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen. Im Herbst pflanzen lässt sich nur in Weinbaugebieten auf durchlässigem Boden, und selbst dort sind Pampasgras und Orientalisches Lampenputzergras ausgenommen. Wer außerhalb solcher milden Lagen gärtnert, setzt neue Gräser deshalb im Frühjahr.

Bei der Auswahl für raue Lagen achte ich auf drei Dinge, die ich selbst steuern kann. Das erste ist eben diese Pflanzzeit. Das zweite ist ein durchlässiger Boden ohne Staunässe. Das dritte ist Dünger nur nach Bedarf, denn bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern.

Die abgestorbenen Halme bleiben über Winter stehen, weil Stängel und Blätter den Stauden einen natürlichen Winterschutz bilden. Pampasgras kannst du zusätzlich zusammenbinden. Im Kübel ist die Lage heikler: Auch im Garten winterharte Pflanzen können im Gefäß erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert.

## Ziergräser als Solitär

Ein Solitär steht frei und wird von mehreren Seiten gesehen. Dafür eignen sich Gräser mit klarer Gestalt und langer Wirkung im Jahr. Das Riesen-Federgras bringt bis zu 2 m hohe Blütenhalme, die bis in den Winter schmücken. Das Reitgras 'Karl Foerster' wirkt durch seine aufrechte Gestalt bis in Herbst und Winter und braucht dabei wenig Breite. Chinaschilf passt als Solitär an frische bis feuchte, nährstoffreiche Plätze.

Im Beet gilt sonst eine einfache Ordnung: In einseitig betrachteten Staudenbeeten stehen höhere Pflanzen hinten und niedrige Bodendecker vorn. Ein Solitär darf davon abweichen, wenn er frei steht und von mehreren Seiten zu sehen ist.

> **Marias Erfahrung:** Bevor ich ein hohes Gras als Solitär setze, stecke ich einen Stab in seiner Endhöhe an den geplanten Platz. Dann schaue ich mir den Stab vom Fenster und vom Sitzplatz aus an, morgens wie abends.

## Naturgarten und Präriebepflanzung

In einem Präriebeet verbinden Gräser die Blütenstauden. Das Vorbild ist die nordamerikanische Prärie: Der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) stammt aus den zentralen und östlichen USA und wächst dort in Prärien und lichten Wäldern. Rutenhirse und Indianernesseln passen zu ihm als Begleiter. Für die Indianernesseln selbst werden Rutenhirse und Reitgras (Calamagrostis × acutiflora) als Gräserpartner empfohlen.

Ich setze in einem Präriebeet zuerst die Gräser und verteile die Blütenstauden danach dazwischen. In Staudenmischpflanzungen können einzelne Arten bewusst gruppiert und höhere Arten in Bändern angeordnet werden.

Fertig geplante Staudenmischungen zeigen, wie das aussehen kann. In der Mischung 'Farbenspiel' steht Rutenhirse 'Rehbraun' mit Witwenblume (Knautia macedonica), Katzenminze Nepeta racemosa 'Superba' und Anaphalis triplinervis 'Sommerschnee'. Die Mischung ist für sonnige Standorte gedacht, die nicht dauerhaft trocken sind. Die Pflanzung 'Leicht und duftig' verbindet das Reitgras 'Overdam' mit Duftnessel 'Black Adder', Kugeldistel 'Veitchs Blue', Prachtscharten und Blauraute an mäßig trockenen Plätzen.

Auf trockenen bis frischen Freiflächen lässt sich das Liebesgras (Eragrostis curvula) mit Mädchenauge (Coreopsis verticillata) und Steppensalbei kombinieren. Das Liebesgras braucht dafür einen warmen, wintertrockenen und durchlässigen Platz.

### Was Gräser für Tiere leisten

Nektar bieten die Süßgräser nicht, für Tiere zählen bei ihnen Blatt und Halm. So können abgestorbene Pflanzenteile Schmetterlingen als Winterplatz für Eier oder Puppen dienen, deshalb lässt du sie im Herbst teilweise stehen. Mehr dazu, [wie Ziergräser im naturnahen Garten ökologisch wirken und sich nicht unkontrolliert ausbreiten](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-im-naturnahen-garten-vielfalt-auswahl-und-pflege/), steht im passenden Ratgeber.

### Gräserbeete planen

Für jedes Gräserbeet gilt: Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Pflanzdichte und Gruppengrößen behandelt der Abschnitt Gestalten und kombinieren im Überblick zu Stauden und Ziergräsern. Deine Fläche kannst du vorab [im Beetplaner skizzieren](/tools/beetplaner/).

## Ziergräser im Jahreslauf

### Frühjahr

Im Frühjahr sind sommergrüne Gräser niedrig, denn sie treiben gerade erst neu aus. In einem Freilandversuch boten Gräserhecken von März bis Mai keinen ausgewachsenen Sichtschutz. Frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen überbrücken in Staudenmischpflanzungen die Zeit zwischen Winterrückschnitt und neuem Austrieb. Setzt du Zwiebeln zwischen die Horste, blüht es also genau in den Wochen, in denen die Gräser noch klein sind.

### Sommer

Ab Mitte Juni blüht das Reitgras 'Karl Foerster'. Im Juli und August folgt das Riesen-Federgras mit seinen hohen Blütenhalmen. Die Federgräser bringen jetzt Bewegung ins Beet, weil ihre Grannen jedem Luftzug folgen.

### Herbst und Winter

Im Herbst und Winter zeigt sich, welche Gräser Struktur behalten. Das Reitgras 'Karl Foerster' bleibt durch seine aufrechte Gestalt bis in den Winter wirksam, und beim Riesen-Federgras hält die Zierwirkung der Halme ebenso lange an. Die Schnee-Hainsimse bleibt wintergrün. Wann du die trockenen Halme schneidest, beschreibt der Abschnitt Pflege im Jahreslauf im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

## So wählst du dein Ziergras aus

Ich gehe bei der Auswahl immer in derselben Reihenfolge vor: erst der Platz, dann die Endgröße, dann die Art der Ausbreitung und zuletzt die Wirkung im Jahreslauf. Den Platz klärst du mit der Tabelle zu den Gartenplätzen, die Endgröße mit der Höhentabelle bei den Porträts.

Bei der Ausbreitung unterscheiden sich die Gräser deutlich. Viele wachsen als Horst, der mit den Jahren innen verkahlen kann. Die Mandschurische Breitblatt-Segge breitet sich dagegen über Rhizome kräftig aus. Meide das Afrikanische Lampenputzergras Pennisetum setaceum, denn es kann Dominanzbestände bilden und andere Vegetation verdrängen. Wer keine Sämlinge im Beet möchte, greift zu sterilen Sorten wie dem Reitgras 'Karl Foerster'.

Auch die Lebensdauer zählt. Die Ziergräsermischung 'Ikebana' ist einjährig und füllt eine Saison lang Lücken, ausdauernde Gräser bleiben über Jahre am Platz. Zuletzt geht es um die Wirkung: Soll ein Gras im Winter Struktur geben, wählst du Arten wie Reitgras oder Riesen-Federgras, deren Gestalt bis in den Winter wirkt.

> **Jetzt dran:** Prüf deinen Platz, bevor du ein Gras aussuchst. Nimm feuchte, nicht nasse Erde zwischen die Finger: Sand lässt sich nicht formen, Lehm ist körnig formbar, Ton schmiert und klebt. Stich eine Scholle aus und sieh an Farbe und Gefühl, ob der Wurzelraum feucht ist. Beobachte außerdem, wann der Platz über den Tag Sonne bekommt.

## Pflanzen, pflegen, teilen: das Wichtigste kurz

Vor der Pflanzung entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht. Die pH-Zielbereiche und das Sandbeet für trockenheitsverträgliche Arten erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

Nach dem Pflanzen brauchen auch trockenheitsverträgliche Gräser eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind. Wie du in der Anwachszeit durchdringend gießt, steht im Abschnitt Gießen desselben Überblicks.

Sommergrüne Gräser schneidest du im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb bodennah zurück. Bei immergrünen Gräsern entfernst du nur braune Halme und Blätter. Den Ablauf vom Einwachsen bis zum Winterschutz zeigt der Ratgeber, [wie du Ziergräser pflanzt und pflegst](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-pflegetipps-fuer-ueppiges-wachstum/).

Gedüngt wird nach dem Bedarf, den eine Bodenuntersuchung zeigt, denn mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Einzelheiten stehen im Abschnitt Düngen des Überblicks.

Verkahlen Horste innen, gräbst du sie im Frühjahr aus und teilst sie. Das Vorgehen beim Teilen beschreibt der Abschnitt Teilen, Stecklinge und Selbstaussaat im selben Überblick.

Die einjährige Ziergräsermischung 'Ikebana' säst du von März bis Mai direkt an den vorgesehenen Platz. Blauschwingel-Samen drückst du auf feuchtes Anzuchtsubstrat und ziehst sie im Haus bei 20 bis 25 °C an. Wie du [Ziergräser aussäst und die Sämlinge durchbringst](/blumen/stauden-ziergraeser/anleitung-zur-aussaat-von-ziergraesern-schritt-fuer-schritt-zum-erfolgreichen-ziergarten/), erklärt eine eigene Anleitung, passende Termine zeigt der [Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/stauden-ziergraeser/).

## Ziergräser im Kübel und als Sichtschutz

Für dauerhaft bepflanzte Kübel eignen sich schwach und niedrig wachsende Arten mit kompaktem Wurzelwerk. Bei winterharten Gräsern im Freilandgefäß schützt eine isolierende Topfumhüllung den Wurzelballen, wobei Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben müssen. Mehr dazu, [wie Gräser im Kübel auf Balkon und Terrasse gedeihen](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-im-kuebel-tipps-fuer-ueppiges-wachstum/), liest du im eigenen Ratgeber.

Als Sichtschutz brauchen sommergrüne Gräser Zeit. Im Freilandversuch wurden Hecken aus Rutenhirse 'Nordwind' und Chinaschilf 'Rotsilber' erst ab August blickdicht. Wie du [eine dichte Gräserwand planst und pflanzt](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-als-sichtschutz-natuerliche-gartengestaltung/), zeigt der Ratgeber zum Sichtschutz.

## Häufige Fragen

### Was sind Ziergräser und welche Merkmale zeichnen sie aus?

Ziergräser sind Gräser und grasähnliche Pflanzen wie Seggen oder Hainsimsen, die du wegen Laub, Halmen und Blütenständen pflanzt. Die echten Süßgräser darunter werden vom Wind bestäubt und bilden keinen Nektar. Viele wachsen als Horst, manche Arten wie die Mandschurische Breitblatt-Segge breiten sich dagegen über Rhizome kräftig aus.

### Warum sind Ziergräser das ganze Jahr über attraktiv?

Viele Gräser wirken weit über ihre Blüte hinaus. Das Reitgras 'Karl Foerster' blüht ab Mitte Juni und bleibt durch seine aufrechte Gestalt bis in Herbst und Winter wirksam, auch beim Riesen-Federgras hält die Zierwirkung bis in den Winter. Wintergrüne Arten wie die Schnee-Hainsimse behalten ihr Laub. Im Frühjahr, wenn sommergrüne Gräser noch niedrig sind, überbrücken Frühjahrszwiebeln die Zeit bis zum neuen Austrieb.

### Was ist der Unterschied zwischen Ziergräsern und Bodendeckern?

Viele Ziergräser wachsen als Horst und bleiben an ihrem Platz, Bodendecker sollen dagegen eine geschlossene Fläche bilden. Einige Gräser können beides: Die Mandschurische Breitblatt-Segge breitet sich über flache Rhizome kräftig aus und eignet sich als Bodendecker für Plätze mit viel Falllaub. Als allgemeine Orientierung schließen Bodendecker je nach Pflanzdichte nach etwa zwei bis vier Jahren zu einer Fläche.

### Stimmt es, dass alle Ziergräser viel Wasser benötigen?

Nein, der Wasserbedarf hängt von der Art ab. Blau- und Schafschwingel passen an warme, eher trockene, durchlässige Plätze, und die Rutenhirse ist auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich. Pfeifengräser, Chinaschilf und Rasen-Schmiele wollen dagegen frischen bis feuchten Boden. Nach der Pflanzung brauchen aber auch trockenheitsverträgliche Gräser verlässlich Wasser, bis sie fest eingewurzelt sind.

### Welche ökologische Bedeutung haben Ziergräser für Tiere?

Süßgräser werden vom Wind bestäubt und bilden keinen Nektar. Für Tiere zählen vor allem Blatt und Halm: Die Rasen-Schmiele dient unter anderem den Raupen des Großen Ochsenauges als Nahrung. Abgestorbene Pflanzenteile können Schmetterlingen als Winterplatz für Eier oder Puppen dienen, deshalb lässt du sie im Herbst teilweise stehen.

### Wie teilt man etablierte Ziergräser richtig?

Geteilt wird, wenn ein Horst innen verkahlt, und zwar im Frühjahr. Du gräbst den Horst aus, trennst ihn in Teilstücke und pflanzt diese wieder ein. Danach brauchen die Teilstücke eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind.

### Wie wirken sich verschiedene Standortbedingungen auf das Wachstum von Ziergräsern aus?

Der Standort entscheidet über die Wahl der Art, weil Gräser sehr unterschiedliche Ansprüche haben. Blauschwingel reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchte, das Pfeifengras Molinia caerulea wächst dagegen auf frischen bis nassen, nährstoffarmen Böden. Die weißrandige Japan-Segge braucht einen frischen, humosen Platz im Halbschatten oder Schatten und verträgt Sonne nur bei ausreichender Bodenfeuchte.

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