# Wildblumenwiese: heimische Arten im Porträt und wie du sie kombinierst

> Margerite, Wiesen-Salbei, Wegwarte und mehr: welche heimischen Wildblumen in deine Wiese passen, was jede leistet und wie du sie nach Blühzeit, Höhe und Konkurrenzkraft zusammenstellst.

- **URL:** https://samen.live/blumen/wildblumen/die-besten-wildblumen-fuer-eine-artenreiche-wiese-tipps-fuer-mehr-biodiversitaet/
- **Bereich:** Blumen › Wildblumen
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Steht auf einer Saattüte „Wildblumen“, belegt das weder heimische Arten noch, dass daraus eine dauerhafte Wiese wird. Mischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen eignen sich nicht als dauerhafte Blumenwiese. Ich lese deshalb bei jeder Mischung zuerst die Artenliste mit den botanischen Namen und schaue mir erst danach die Bilder auf der Packung an.

Hier findest du heimische Arten für die Wildblumenwiese im Porträt: was jede leistet, wann sie blüht, wie hoch sie wird und wie sie sich neben ihren Nachbarn behauptet. Davor stehen die Kriterien, nach denen du aus diesen Arten deine Auswahl zusammenstellst. Geht es dir um Wildblumen im Beet, zeigt dir ein eigener Ratgeber, [wie du Wildblumen gestalterisch im Beet einsetzt](/blumen/wildblumen/die-schoensten-wildblumen-fuer-ihren-garten/).

## Nach welchen Kriterien du Wiesenblumen auswählst

Eine Art passt in deine Wiese, wenn Herkunft, Lebensdauer, Blühzeit, Wuchshöhe und Konkurrenzkraft zu deinem Plan passen. Dazu kommt die Frage, welche Insekten sie versorgt.

### Heimisch und mehrjährig: das Etikett prüfen

Eine dauerhafte Blumenwiese besteht aus Gräsern und Wildkräutern. Sie ist etwas anderes als eine überwiegend einjährige Sommerblumenansaat. Einjährige Mischungen erneuern sich über Samen, während ausdauernde Stauden im Frühjahr aus ihren überwinternden Organen neu austreiben. Auf Dauer angelegte mehrjährige Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen. Für Insekten sind solche langlebigen Wiesen wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen.

Prüfe deshalb, ob eine Mischung ausdrücklich als heimisch und mehrjährig ausgewiesen ist. Auch die Herkunft zählt: Regionale Herkünfte derselben Art können sich im Blühzeitpunkt und in ihrer Widerstandskraft gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Dass gebietsfremde Pflanzen aus wärmeren oder trockeneren Regionen mit dem veränderten Klima generell besser zurechtkommen, ist wissenschaftlich nicht belegt.

> **Mini-Checkliste:** Darauf schaue ich auf jeder Packung:
> - einsehbare Artenliste mit botanischen Namen
> - ausdrückliche Angaben zu „heimisch“ und „mehrjährig“
> - Angaben zu Lebensdauer und Standort
> - Herkunftsnachweis wie VWW-Regiosaaten oder RegioZert
> - Ursprungsgebiet, das zu deiner Region passt
> - kein hoher Anteil einjähriger Kulturblumen
> - kein Weidelgras und keine Wiesenrispe

### Blühzeit: die Lücke nach der Hauptblüte schließen

Eine heimische Blumenwiese hat ihre Hauptblüte häufig im Mai und Juni. Honigbienen brauchen aber auch danach Nahrung, den ganzen Sommer über und besonders im Spätsommer. Wer nur auf die Frühsommerblüte setzt, lässt also genau dann eine Lücke, wenn der Bedarf weiterläuft. Plane deshalb Arten ein, die bis in den Herbst blühen, etwa Wegwarte, Rundblättrige Glockenblume und Tauben-Skabiose. Ihre Blühmonate stehen in der Übersicht bei den Porträts.

Blühtermine sind keine festen Daten. Witterung und Klima beeinflussen die Entwicklung der Pflanzen und damit ihre Blüte. Hitze und Trockenheit können Blüten außerdem schneller verblühen lassen.

Für die Zeit vor und nach der Wiesenblüte kannst du außerhalb der Wiese ergänzen. Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen und Lungenkraut erweitern das Angebot im Frühjahr. Ungefüllte Astern, Wasserdost, Besenheide und Efeu übernehmen im Spätsommer und Herbst. Solche früh oder spät blühenden Arten anderer Herkunft können heimische Stauden für spezialisierte Wildbienen im Garten ergänzen.

Auch nach der Blüte bleibt die Wiese ein Lebensraum: Stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Ihr Bild wechselt dabei vom kurzen Frühjahrsbewuchs über die Sommerblüte und die gemähte Fläche bis zum Herbstaufwuchs. Wie die Mahd dieses Jahresbild steuert, erklärt der Wildblumen-Ratgeber.

> **Marias Erfahrung:** Ich trage jede Art aus der Artenliste in eine Tabelle mit einer Spalte je Monat ein und markiere die Blühmonate. So sehe ich vor dem Kauf, ob nach Juni noch genug Spalten gefüllt sind.

### Wuchshöhe und Struktur

In artenreichen Wiesen bieten Gräser und Kräuter Tieren Nahrung und Deckung. Kombiniere niedrige und mittelhohe Arten, damit die Wiese in mehreren Etagen blüht. Die Rundblättrige Glockenblume bleibt mit 15 bis 50 cm im unteren Bereich. Der Wiesen-Salbei wird 20 bis 60 cm hoch. Darüber stehen Acker-Witwenblume und Margerite, die Margerite erreicht 60 bis 80 cm.

Arten mit kräftigen Stängeln liefern Struktur über die Blüte hinaus. Abgestorbene Königskerzen- und Distelstängel sollen mehrjährig stehen bleiben. Markstängelnistende Wildbienen ziehen frühestens im Folgejahr ein, ihre Brut schlüpft erst im übernächsten Jahr. Ich lasse solche Stängel am Wiesenrand stehen, wo der Mäher nicht hinkommt.

Wird die Wiese hoch, fängt entlang von Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen umfallende Halme auf. Wo die Fläche betreten wird, ist ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen die blütenreiche Alternative zum kurzen Zierrasen.

### Konkurrenzkraft: wer wen verdrängt

Gräser gehören in eine Wiesenmischung. Die konkurrenzstarken Arten Weidelgras und Wiesenrispe solltest du darin aber meiden. Zu hohe Gaben schnell verfügbaren Stickstoffs fördern Gräser und hochwüchsige Kräuter, sodass niedrigwüchsige Wiesenkräuter verdrängt werden. Auch die Wiesen-Margerite kann durch Düngung aus dem Bestand verschwinden. Für niedrige Arten wie die Rundblättrige Glockenblume heißt das: Auf gedüngtem Boden trifft sie genau auf die Konkurrenz, die der Stickstoff stärkt.

Manche Arten halten Bedrängnis schlecht aus. Die Wegwarte verträgt es auf Dauer schlecht, von Gräsern oder Gebüschen überwachsen zu werden. Viele Ackerwildblumen, darunter der Klatschmohn, werden ohne regelmäßige Bodenstörung von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Andere breiten sich selbst aus: Das Gewöhnliche Leinkraut wandert mit Ausläufern. Gegen starke Gräser kann der Klappertopf helfen, mehr dazu in seinem Porträt.

### Pflanzenfamilien und Spezialisten

Eine auf Wildbienen ausgerichtete Blühfläche sollte Arten aus sechs Pflanzenfamilien enthalten. Gemeint sind Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse. In den Porträts findest du Korbblütler wie Margerite und Wiesen-Flockenblume, den Wiesen-Salbei als Lippenblütler, die Wilde Möhre als Doldenblütler und die Glockenblumen. Für Kreuzblütler und Schmetterlingsblütler wirf einen Blick in die Artenliste deiner Mischung.

Einige Wildbienen sind Spezialisten. Sie sind auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler, gelbe Schmetterlingsblütler oder Knautien und Skabiosen angewiesen. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen sogar ausschließlich an Glockenblumen. Mit Acker-Witwenblume, Tauben-Skabiose und einer Glockenblume deckst du also gleich zwei dieser Spezialistengruppen ab.

Bei Ergänzungen aus dem Gartenhandel gilt: Ungefüllte Blüten bevorzugen. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.

Artenreiche Wiesen bieten Insekten nicht nur Nahrung, sondern auch Plätze zur Fortpflanzung, zum Rückzug und zur Überwinterung. Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie offene Bodenstellen ergänzen das Blütenangebot um Nistplätze, sofern vielfältige Blüten in unmittelbarer Nähe stehen. Mehr dazu liest du im Beitrag darüber, [was Wildblumenwiesen für Insekten leisten und wodurch sie bedroht sind](/blumen/wildblumen/die-bedeutung-von-wildblumenwiesen-fuer-insekten-und-biodiversitaet/).

## Heimische Wildblumen für die Wiese im Porträt

Die folgenden Arten tragen eine dauerhafte Wiese. Die Übersicht fasst Lebensdauer, Blüte und Wuchshöhe zusammen.

| Art | Lebensdauer | Blüte | Wuchshöhe |
|---|---|---|---|
| Margerite | mehrjährig | Mai–Oktober | 60–80 cm |
| Wiesen-Salbei | mehrjährig | Mai–Juli | 20–60 cm |
| Gewöhnliches Leinkraut | mehrjährig, mit Ausläufern | etwa Mai/Juni–Oktober | – |
| Rundblättrige Glockenblume | – | Juni–Oktober | 15–50 cm |
| Wegwarte (Wildform) | ausdauernd | Juli–Oktober | 20–80 cm |
| Acker-Witwenblume | mehrjährig | Juli–August (Saatgutkultur) | 30–80 cm |
| Tauben-Skabiose | mehrjährig | Juli–November (Wildart) | – |
| Wilde Möhre | zweijährig | im zweiten Jahr | – |

### Margerite (Leucanthemum vulgare)

Die Wiesenmargerite ist in Deutschland heimisch und gehört zu einer Artengruppe eng verwandter Wiesenmargeriten. Ihr Blütenkörbchen hat eine weiße Randzone und eine goldgelbe Mitte aus zahlreichen Röhrenblüten. Masken-, Furchen- und Schmalbienen finden dort Nahrung, ebenso Käfer und Schwebfliegen.

Sie wächst sonnig bis halbschattig und kommt auch auf lehmigem Wiesenboden infrage. Für sie ist ein Boden-pH von 6 bis 8 beschrieben. Die Margerite ist ein Lichtkeimer, säe sie deshalb oberflächennah und höchstens etwa 0,5 cm tief. Rechne damit, dass sie erst im Jahr nach der Aussaat zum ersten Mal blüht.

In stärker wachsenden Wiesen kann ihr beginnendes Verblühen als Signal für den ersten Schnitt dienen.

### Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

Der Wiesen-Salbei wächst auf Magerrasen und Magerwiesen. Er blüht von Mai bis Juli und damit mitten in der Hauptblüte der Wiese. Mit der weißen Margerite bildet der blau blühende Salbei ein Kontrastpaar, das zur gleichen Zeit blüht. Acker-Witwenblume, Wiesen-Margerite und Wiesen-Salbei werden gemeinsam in heimischen Wiesen- und Saumblumenmischungen eingesetzt.

### Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)

Die mehrjährige Acker-Witwenblume erreicht 30 bis 80 cm Höhe. Sie eignet sich für trockene, sonnige Standorte, zusammen mit Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut und Wilder Möhre. Für Wildbienen hat sie besonderes Gewicht, weil es spezialisierte Arten gibt, die auf Knautien und Skabiosen angewiesen sind.

Säen kannst du sie von März bis Mai direkt ins Freiland oder in Töpfe im Freien, auch eine Herbstaussaat ist möglich. Die Samen kommen 1 cm tief in die Erde. Sie keimen unregelmäßig über mehrere Wochen, beobachte die Aussaat deshalb länger. In der Saatgutkultur blüht sie im Juli und August.

Achte beim Kauf auf den botanischen Namen: Knautia dipsacifolia wächst in Wäldern, Fettwiesen und Hochstaudenfluren und gehört nicht pauschal an trockene Standorte.

### Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

Die heimische Tauben-Skabiose wächst in kalkreichen Trocken- und Halbtrockenrasen und in mäßig trockenen bis wechseltrockenen Wiesen. Bei der Wildart reicht das Blühfenster von Juli bis November. Damit füllt sie die Zeit nach der Hauptblüte. Zusammen mit Wiesen-Salbei und Wiesen-Margerite gehört sie zu den mehrjährigen Arten der Veitshöchheimer Mischung Blaulicht. Wie die Knautien versorgt sie Wildbienen, die auf Skabiosen spezialisiert sind.

### Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)

Die Wiesen-Flockenblume braucht gut drainierten Boden ohne Staunässe und kommt auch mit nährstoffarmem Grund zurecht. Auf lehmigem Wiesenboden zählt sie mit Wiesen-Margerite, Roter Lichtnelke und Wiesen-Glockenblume zu den Arten, die infrage kommen. Gesät wird sie von April bis Juni und nur ganz flach, mit höchstens 0,5 cm Erde. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage.

### Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) und Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)

Die Rundblättrige Glockenblume blüht von Juni bis Oktober. Je nach Standort wird sie 15 bis 50 cm hoch. Die Wiesen-Glockenblume kommt auf lehmigem Wiesenboden infrage. Beide versorgen Pollenspezialisten: Neben Scherenbienen ist auch die Glockenblumen-Sägehornbiene beim Pollensammeln auf Glockenblumen spezialisiert.

### Wegwarte (Cichorium intybus)

Die wilde Wegwarte ist eine ausdauernde, winterharte Staude. Sie eignet sich für nährstoffarme, durchlässige Böden und gehört in die volle Sonne. Von Juli bis Oktober öffnet sie ihre Blütenköpfchen, jedes einzelne allerdings nur an einem Tag. Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen besuchen die Blüten und finden dort Pollen. Zur Samenreife fressen Stieglitze an ihren Samenständen.

Von Natur aus besiedelt sie Straßenränder, Bahnanlagen und übernutzte Weiderasen, von Gräsern dauerhaft überwachsen zu werden verträgt sie dagegen schlecht. Gib ihr deshalb lückige, magere Stellen, etwa am Rand der Wiese. Lass in Flächen mit Wegwarte Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht, damit Pflanzen und überwinternde Insekten ihren Fortpflanzungszyklus abschließen können. Ihre Pfahlwurzeln können im Boden Poren schaffen, die nachfolgenden Pflanzen den Zugang zu Wasser und Nährstoffen erleichtern.

### Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Wilde Möhre ist zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten blüht sie. Sie passt an trockene, sonnige Standorte. Blätter und Stängel dienen den Raupen des Schwalbenschwanzes als Nahrung. Zweijahresblumen sterben nach der Samenbildung meist ab. Die Wilde Möhre hält sich in deiner Wiese also nur, wenn ihre Samen vor dem Schnitt reifen dürfen.

### Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris)

Das Gewöhnliche Leinkraut ist in Deutschland heimisch und blüht je nach Standort etwa von Mai oder Juni bis Oktober. Es eignet sich für sonnige Plätze mit lockerem, steinig-sandigem, trockenem bis frischem und mäßig nährstoffreichem Boden. Seine geschlossenen Blüten werden von kräftigen Hummeln und anderen großen Wildbienen geöffnet und bestäubt. An der Pflanze fressen die Raupen von Möndcheneule, Goldbrauner Hauhecheleule und Rotem Scheckenfalter.

Weil es sich über Ausläufer ausbreitet, planst du ihm Raum ein. Gesät wird im Freiland vom Spätherbst bis zum Vorfrühling. Die Samen keimen ungleichmäßig, Temperaturen unter 5 °C sind dafür günstig.

### Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

Kardenblüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung. Ihre abgestorbenen Stängel können in Randbereichen der Wiese für bestimmte Wildbienen zwei Jahre stehen bleiben. Die Karde säst du von April bis Mai, ganz flach mit höchstens 0,5 cm Erde. Im Garten braucht sie keine zusätzliche Düngung. Getrocknet eignet sie sich auch für floristische Arrangements.

### Klappertopf gegen starke Gräser

> **Kurz erklärt:** Ein Halbschmarotzer lebt teilweise auf Kosten anderer Pflanzen. Klappertopf-Arten entziehen ihren Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe.

Klappertopf-Arten kommen besonders in wenig gedüngten Wiesen mit später erster Mahd vor. Dort können sie Gräser schwächen. Eine gezielte Frühmahd und eine geringe Samenproduktion können einen Klappertopfbestand dagegen bereits innerhalb eines Jahres wirksam schwächen. Soll der Klappertopf die Gräser dauerhaft schwächen, legst du den ersten Schnitt deshalb erst nach seiner Samenbildung.

### Gräser für die Wiese

Eine dauerhafte Wiese braucht Gräser. Sie bieten Tieren Nahrung und Deckung, und ihre fein verteilten Wurzeln können die Stabilität der Bodenkrümel fördern. Die Raupen des Großen Ochsenauges nutzen Gräser als Nahrungspflanzen. Eine Blumenwiesenmischung für das Ursprungsgebiet 9 enthält zum Beispiel Ruchgras, Zittergras, Weide-Kammgras und Horst-Rotschwingel. Die regionale Mischung Blumenwiese Schwäbische Alb besteht je zur Hälfte aus Blumen und Gräsern.

Weidelgras und Wiesenrispe lässt du wegen ihrer Konkurrenzkraft weg. Für blütenreiche Gartenflächen kommen auch standortgerechte mehrjährige Blühmischungen ohne zugesetzte Gräser infrage.

## Kornblume, Klatschmohn und Kulturblumen: Blüte für den Start

Bei mehrjährigen Wildpflanzenmischungen blühen einzelne Arten erst im zweiten Lebensjahr. Kornblume und Klatschmohn kannst du einer dauerhaften Mischung dagegen für einen schnellen ersten Blüheffekt beimischen. Zusammen heißt das: Die beiden überbrücken das erste Jahr, in dem manche Stauden noch nicht blühen.

| Art | Lebensdauer | Blüte | Wuchshöhe |
|---|---|---|---|
| Kornblume | einjährig | etwa Juni–September | 20–200 cm |
| Klatschmohn | ein- oder überjährig | Frühsommer nach Spätsommeraussaat | 40–80 cm |
| Feld-Sonnenblume | einjährig | – | 150–200 cm |

### Kornblume (Centaurea cyanus)

Die Kornblume hat sich als Kulturfolger mit dem Getreideanbau verbreitet. Starke Düngung, chemische Pflanzenschutzmittel und gründliche Saatgutreinigung tragen zu ihrem Rückgang in Äckern bei. Ihre Blüten liefern Nektar für Honigbienen, Erd- und Steinhummeln sowie Schlupfwespen. Wilde Kornblumen säst du von März bis Juni direkt aus, ein weiterer Termin ist der September. Je nach Aussaat und Sorte trägt sie etwa von Juni bis September zur Sommerblüte bei.

### Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Klatschmohn liefert bestäubenden Insekten viel Pollen, aber keinen Nektar. Er wächst ein- oder überjährig und vermehrt sich über Samen, die der Wind aus den reifen Kapseln streut. Säst du ihn im Spätsommer, kann er überwintern und im folgenden Frühsommer blühen. Er braucht einen sonnigen Platz. In mehrjährigen Brachen ohne regelmäßige Bodenbearbeitung verdrängen ihn konkurrenzstärkere Arten.

> **Häufiger Fehler:** Kornblume und Klatschmohn als Dauerbesetzung der Wiese einplanen. Ohne regelmäßige Bodenstörung werden viele Ackerwildblumen von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Rechne damit, dass sich die Blühaspekte im Laufe der Jahre verändern und die mehrjährigen Arten das Bild bestimmen.

### Ringelblume, Sonnenblume und Schmuckkörbchen

Diese einjährig kultivierten Blumen stehen in Sommerblumen- und Bienenweidemischungen. Für eine dauerhafte Blumenwiese eignen sich Mischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen nicht. Kornblumen und Ringelblumen tragen je nach Aussaat und Sorte etwa von Juni bis September zur Sommerblüte bei. Entfernst du bei Ringelblume und Schmuckkörbchen Verblühtes, fördert das die Bildung weiterer Blütenknospen.

Die Feld-Sonnenblume liefert Insekten Pollen und Nektar. Ihre ausgereiften Samen dienen Wildvögeln als Winterfutter. Solche einjährigen Sommerblumenflächen werden im Spätherbst gemäht und im Frühjahr neu angelegt.

### Nachtkerze für Nachtfalter

Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) kann ein- bis zweijährig wachsen und öffnet ihre Blüten am Abend. Sie bietet Nachtfaltern Nektar, und langrüsselige Schwärmer erreichen ihn am Ende der langen Blütenröhren. Sie braucht einen sonnigen Platz, verträgt keine stauende Nässe und gilt als sehr trockenheitstolerant. In einer Saatmischung für Nachtfalter steht sie mit Gewöhnlicher Nachtviole und Weißer Lichtnelke zusammen. Die Pflanzen sollen dort nach der Blüte Fruchtstände ausbilden dürfen. Beachte für dein Herkunftskriterium: Die Gewöhnliche Nachtviole wird in Deutschland als etablierter Neophyt geführt.

> **Achtung:** Klatschmohn ist eine Giftpflanze mit giftigem Milchsaft, die Mohnsamen für Brötchen und Kuchen stammen vom Schlafmohn. Zu den heimischen Wildpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden, gehören Jakobskreuzkraut, Gemeines Greiskraut und Natternkopf, und bestimmte dieser Stoffe können die Leber schädigen. Die Schafgarbe zählt zu den Korbblütlern, deren Sesquiterpenlaktone Kontaktallergien auslösen können. Blüten aus der Wiese verwendest du nur für Speisen, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Als Zierpflanzen verkaufte Blumen eignen sich wegen möglicher Pflanzenschutzmittelbehandlungen nicht als essbare Blüten.

## Welche Mischung zu welchem Standort passt

Ob eine Art in deiner Wiese bleibt, entscheidet der Standort: Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung müssen zur Mischung passen. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene Wiesengesellschaften, stark beschattete Flächen eignen sich dagegen statt für die übliche Blumenwiese für Saummischungen oder schattenverträgliche Stauden. Welche Wiesentypen es gibt und was dort wächst, zeigt der Ratgeber zu [Mischungen für trockene, feuchte und schattige Flächen](/blumen/wildblumen/bunte-naturparadiese-wildblumenwiesen-fuer-artenvielfalt-und-schoenheit/).

## Aussaat, Pflege und Recht in Kürze

**Boden:** Vor der Aussaat einer dauerhaften Wiese reicherst du den Boden nicht mit Kompost an. Auch später wird die Wiese nicht routinemäßig gedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden.

**Aussaat:** Gebietseigene Wildblumenmischungen säst du im März oder April. Ein zweites Fenster liegt zwischen Mitte August und Mitte September, am besten vor angekündigtem Regen. Das feine Saatgut verteilst du auf der Bodenoberfläche und walzt es an.

**Gießen:** Danach hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Ist die Wiese etabliert, braucht sie im Sommer normalerweise keine zusätzliche Bewässerung.

**Mahd:** Je nach Wüchsigkeit und Standort mähst du 1- bis 3-mal im Jahr und räumst das Mähgut ab. Auf größeren Wiesen erhält eine zeitlich versetzte Mahd von Teilflächen Rückzugsräume für Insekten. Wie du Schritt für Schritt vorbereitest, säst und mähst, steht im Wildblumen-Ratgeber unter [Aussaat und Pflanzung sowie Mähen und Pflege](/blumen/wildblumen/).

**Recht und Förderung:** Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG, entscheidend bleibt die tatsächliche Zuordnung der Fläche. In Offenburg etwa werden private Begrünungsmaßnahmen unterstützt, darunter das Anlegen einer Blumenwiese. Frag bei deiner Gemeinde nach, ob sie Ähnliches anbietet.

## Häufige Fragen

### Welche heimischen Wildblumen eignen sich für eine artenreiche Wiese?

Für eine dauerhafte Wiese kommen mehrjährige heimische Arten wie Wiesen-Margerite, Wiesen-Salbei, Acker-Witwenblume und Tauben-Skabiose infrage. Auf lehmigem Boden passen etwa Wiesen-Flockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesen-Glockenblume, auf trockenen, sonnigen Flächen Wilde Möhre, Arznei-Thymian und Taubenkropf-Leimkraut. Kornblume und Klatschmohn kannst du für einen schnellen ersten Blüheffekt beimischen, ohne regelmäßige Bodenstörung werden sie wie viele Ackerwildblumen aber verdrängt.

### Wie unterscheidet sich eine Wildblumenwiese von einer Rasenfläche?

Eine dauerhafte Wildblumenwiese besteht aus Gräsern und Wildkräutern und wird je nach Standort und Wüchsigkeit ein- bis dreimal im Jahr gemäht. Sie eignet sich vor allem für selten betretene Flächen, während ein Blumenrasen eine stärkere Nutzung verträgt. Brauchst du eine betretbare Fläche mit Blüten, ist ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen eine Alternative zum kurzen Zierrasen.

### Was macht einheimische Arten wertvoll für heimische Insekten?

Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen, andere Wildbienen sind auf Knautien und Skabiosen angewiesen. Die Insekten, die von heimischen Wildpflanzen leben, sind wiederum Nahrung für Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien.

### Welche Blühaspekte bietet eine Wildblumenwiese im Jahreslauf?

Die Hauptblüte einer heimischen Blumenwiese liegt häufig im Mai und Juni. Wegwarte, Rundblättrige Glockenblume und Tauben-Skabiose blühen bis in den Herbst und verlängern so das Angebot. Nach der Blüte fressen Stieglitze an den reifen Samenständen der Wegwarte, und stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier dienen.

### Was ist der Unterschied zwischen einer Bienenweide und einer Wildblumenwiese?

Eine Bienenweide kann eine einjährige Mischung sein, etwa aus Phacelia, Kornblume, Ringelblume, Buchweizen, Borretsch und Dill. Solche einjährigen Blühflächen legst du jedes Jahr neu an. Eine dauerhafte Wildblumenwiese besteht dagegen aus Gräsern und heimischen Wildkräutern und kann über Jahre bestehen. Langlebige artenreiche Wiesen sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen.

### Welche Rolle spielen mehrjährige Pflanzen in der Wildblumenwiese?

Mehrjährige Arten tragen die dauerhafte Wiese, denn sie treiben im Frühjahr aus ihren überwinternden Organen wieder aus, während einjährige sich über Samen erneuern. Manche von ihnen blühen erst im zweiten Lebensjahr. Eine mehrjährige Kräuterwiese kann bis zu 3 Jahre brauchen, um sich zu entwickeln. Auf Dauer angelegte mehrjährige Blühmischungen können dafür 10 Jahre und länger bestehen.

### Spielt die regionale Herkunft des Saatguts eine Rolle?

Ja, denn regionale Herkünfte derselben Wildpflanzenart können sich im Blühzeitpunkt und in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt, die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach. Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur nach § 40 BNatSchG, maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche.

### Wann sät man eine Wildblumenwiese aus?

Gebietseigene Wildblumenmischungen säst du im März oder April. Ein zweites Zeitfenster reicht von Mitte August bis Mitte September, am besten vor angekündigtem Regen. Danach hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht, damit die Samen quellen und keimen können.

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