# Schalerbsen als Bodenverbesserer: So wirken Knöllchen, Wurzeln und Gründüngung

> Wie Schalerbsen mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden, warum du die Wurzeln nach der Ernte im Beet lässt und was Gründüngung für die Folgekultur leisten kann.

- **URL:** https://samen.live/gemuese/huelsenfruechte/schalerbsen-natuerlicher-bodenverbesserer-im-garten/
- **Bereich:** Gemüse › Bohnen, Erbsen & Hülsenfrüchte
- **Zuletzt geprüft:** 26. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Sind meine Schalerbsen abgeerntet, ziehe ich sie nicht mit der Wurzel aus dem Beet. Ich schneide das Kraut knapp über dem Boden ab und lasse die Wurzeln stecken. An ihnen sitzen die Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden. Bleiben die Wurzeln im Boden, kann dieser Stickstoff der nächsten Kultur zugutekommen.

Schalerbsen, auch Palerbsen genannt, erntest du jung für frische Kerne oder lässt sie als Trockensamen ausreifen. Für den Boden zählt bei beiden Nutzungen dasselbe: was an den Wurzeln passiert und was nach der Ernte im Beet bleibt.

## Wie Knöllchenbakterien bei Schalerbsen Stickstoff binden

Erbsen gehören zu den Hülsenfrüchtlern, auch Leguminosen genannt. Die meisten Hülsenfrüchtler können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Die Bakterien sitzen an den Wurzeln, binden den Stickstoff in organischer Form und machen ihn für ihre Wirtspflanze nutzbar. Deshalb brauchen Erbsen in der Regel keine Stickstoffgabe. Im Gemüsegarten zählen sie zu den Kulturen mit geringem Stickstoffbedarf.

> **Kurz erklärt:** Knöllchenbakterien leben an den Wurzeln von Leguminosen und binden dort Luftstickstoff. Ganz ohne Nährstoffe aus dem Boden kommen sie dabei nicht aus. Phosphor unterstützt bei Erbsen die Stickstoffbindung, und Molybdän ist für die Stickstofffixierung erforderlich. Ein Molybdänmangel tritt im Ackerbau allerdings sehr selten auf.

Beim Abräumen hebe ich eine einzelne Pflanze mit der Grabgabel aus und schaue mir die Wurzeln an. So sehe ich, ob sich Knöllchen gebildet haben, bevor ich die übrigen Wurzeln im Boden lasse.

### Was die Stickstoffbindung bremst

Gute Bodenbelüftung unterstützt bei Erbsen die Stickstoffbindung. Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können zudem die Phosphataufnahme hemmen, auch wenn genug Phosphat im Boden steckt. Eine zusätzliche Phosphordüngung behebt diese Ursache nicht. Ein verdichtetes, nasses Beet bremst die Knöllchen also gleich zweifach: Es fehlt Luft, und der vorhandene Phosphor kommt schlechter in die Pflanze. Deshalb lockerst du zuerst den Boden, statt pauschal Phosphor nachzudüngen.

Im Frühjahr lockerst du das Beet mit der Grabgabel, sobald es ausreichend abgetrocknet ist, statt es umzugraben. Wie du Bohnen und Erbsen insgesamt düngst, steht im Überblick zum [Düngen von Hülsenfrüchten als Schwachzehrer mit eigener Stickstoffquelle](/gemuese/huelsenfruechte/).

## Was die Wurzeln nach der Ernte im Boden lassen

Nach der Erbsenernte können die Wurzeln im Boden bleiben, damit der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen kann. Im Beet verbliebene Wurzeln und eingearbeitete Pflanzenreste von Hülsenfrüchten erhalten Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche.

Dazu kommt die Bodenstruktur. Wenn Wurzeln absterben und verrotten, bleiben Bodenkanäle zurück. Durch diese Kanäle dringen Luft und Wasser leichter in den Boden ein. Eine gute Bodenstruktur und mehr Humus verbessern außerdem die Wasserspeicherung des Gartenbodens.

Wie viel Humus ein Beet durch Erbsenwurzeln gewinnt, lässt sich allerdings nicht genau sagen. Selbst die Humusbilanz, mit der die Landwirtschaft Fruchtfolgen vergleicht, liefert keine exakte Prognose für den Humusgehalt.

> **Häufiger Fehler:** Die abgeernteten Erbsen samt Wurzel ausreißen und alles vom Beet tragen. Werden Pflanzen vollständig von der Fläche entfernt, entfällt dort die Stickstoffnachlieferung aus den Ernteresten.

## Schalerbsen als Gründüngung: Kraut und Wurzeln richtig einarbeiten

Gründüngung bedeckt freie Beete, liefert organische Masse und unterstützt Bodenstruktur und Bodenleben. Die Pflanzen werden dafür nicht abgeerntet, sondern bleiben als Mulch oder eingearbeitete Masse auf der Fläche. Bei Schalerbsen erntest du die Kerne, deshalb bleiben hier Wurzeln und Kraut im Beet. Lässt du Erbsen dagegen gezielt als Gründüngung stehen, schneidest du sie vor der Samenbildung. So säen sie sich nicht unerwünscht aus.

Ich hacke das abgeschnittene Kraut mit dem Spaten auf dem Beet klein und lasse es als Mulch liegen. Als Mulchschicht hält es den Boden feucht und schützt seine Oberfläche vor Abtrag durch Wind und Wasser. Eine organische Mulchauflage verringert zudem die Verdunstung und die Aufheizung des Bodens.

> **Mini-Checkliste:**
> - Kraut knapp über dem Boden abschneiden, Wurzeln im Beet lassen.
> - Kraut zerkleinern und als Mulch liegen lassen.
> - Wer einarbeitet, arbeitet nur flach ein, weil tief eingegrabene frische Grünmasse unter Luftabschluss faulen kann.
> - Vor der nächsten Aussaat oder Pflanzung meist etwa 2 bis 3 Wochen warten.

Die Nährstoffe aus einer Gründüngung werden bei der Zersetzung nach und nach für Folgekulturen verfügbar. Wie viel nachgeliefert wird, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.

> **Mythos-Check:** „Nach Schalerbsen braucht die Folgekultur keinen Dünger mehr.“ So pauschal stimmt das nicht. Eine Gründüngung ersetzt die Düngung der Nachkultur nicht automatisch vollständig. Ob und was dein Beet braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung, die im Hausgarten etwa alle 4 bis 5 Jahre empfohlen wird.

### Welche Gründüngung nach den Erbsen passt

Klee, Wicke und Lupine gehören zur selben Pflanzenfamilie wie Erbsen und Bohnen. Als Gründüngung zählen sie in der Fruchtfolge mit und sollten nicht unmittelbar vor oder nach Erbsen stehen. Phacelia ist dagegen mit keiner gängigen Gemüseart verwandt. Willst du das Beet nach den Schalerbsen grün halten, säst du also Phacelia statt Wicken oder Klee. Soll die Gründüngung über den Winter stehen, eignet sich Winterroggen, den du auf abgeernteten Gemüsebeeten noch im Oktober säen kannst.

## Schalerbsen in der Fruchtfolge: Nutzen und Pausen

Schalerbsen werden von Juni bis Juli geerntet. Danach ist das Beet frei, und ihre Wurzeln können Stickstoff für die Folgekultur hinterlassen. Eine Nachkultur auf demselben Beet nutzt also, was die Erbsen im Boden gelassen haben. Nach früh geräumten Erbsen kann zum Beispiel Mitte Juni Rosenkohl gepflanzt werden. Welche Kulturen vor und nach Schalerbsen gut passen, erklärt der Beitrag [zu Vorfrüchten und Nachkulturen für Schalerbsen](/gemuese/huelsenfruechte/schalerbsen-im-fruchtwechsel-optimale-vor-und-nachkulturen-fuer-gesunde-ertraege/).

Erbsen und Bohnen gehören derselben Pflanzenfamilie an und sollen nicht unmittelbar aufeinander folgen. Wird dieselbe Familie wiederholt angebaut, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren. Für Erbsen beträgt die Fruchtwechselpause 5 Jahre. Säst du zusätzlich Leguminosen als Gründüngung, wird für Erbsen eher ein Abstand von 6 Jahren empfohlen.

Ich trage deshalb jedes Jahr ein, auf welchem Beet die Erbsen standen. Du kannst dafür [deine Beete über mehrere Jahre im Beetplaner festhalten](/tools/beetplaner/).

## Anbau in Kürze: Boden, Aussaat, Düngung, Pflege, Ernte

### Boden vorbereiten

Schalerbsen brauchen einen tiefgründigen, humosen Boden mit gutem Wasserabzug, schwere und nasse Böden mit Staunässe meidest du. Für Schalerbsen im Freiland wird je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Wie du Struktur, pH-Wert und Nährstoffe prüfst, steht bei [den Bodenansprüchen von Schalerbsen](/gemuese/huelsenfruechte/optimale-bodenbedingungen-fuer-schalerbsen/).

### Aussäen

Schalerbsen säst du von März bis Mai direkt ins Beet, denn Palerbsen vertragen leichten Frost. Die Angaben zur Saattiefe reichen bei Erbsen von 3 bis 5 cm. Mehr zu Zeitpunkt, Direktsaat und Nachsaat liest du unter [wann und wie du Schalerbsen aussäst](/gemuese/huelsenfruechte/schalerbsen-richtig-aussaeen-zeitpunkt-und-methode-fuer-optimale-ergebnisse/), alle Termine zeigt der [Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/huelsenfruechte/).

### Düngen

Auf ausreichend versorgtem Boden brauchen Bohnen und Erbsen als Schwachzehrer keine zusätzliche Düngung. Braucht der Boden doch etwas, gelten für Kompost 1 bis 3 l/m² im Jahr als Richtwert. Wann eine Gabe sinnvoll ist und wie du Überdüngung vermeidest, erklärt der Beitrag, [wann und womit du Schalerbsen düngst](/gemuese/huelsenfruechte/duengung-von-schalerbsen-zeitpunkt-und-methoden/).

### Pflegen und schützen

Nach dem Auflaufen beginnt das Hacken zwischen den Reihen; wie du Schalerbsen stützt, pflegst und mit Nachbarn kombinierst, steht in der [Anbauanleitung für Schalerbsen](/gemuese/huelsenfruechte/anbau-von-schalerbsen/). Frühe Aussaat, windoffene Lage, regelmäßiges Hacken und Fruchtwechsel dienen der Vorbeugung gegen den Erbsenwickler. Eine Bekämpfung ist bei Gemüseerbsen im Hausgarten normalerweise nicht erforderlich, mehr dazu unter [wie du Erbsen ohne Chemie vor Schädlingen schützt](/gemuese/huelsenfruechte/erbsen-schuetzen-natuerliche-abwehr-fuer-gesunde-ernte/).

### Ernten

Palerbsen erntest du jung für frische Kerne oder lässt sie an der Pflanze ausreifen und nutzt sie als Trockensamen. Wie du Schalerbsen erntest und lagerst, erklärt [der Beitrag zum Ernten, Trocknen und Einlagern](/gemuese/huelsenfruechte/ernte-und-lagerung-von-schalerbsen-fuer-beste-qualitaet/).

## Häufige Fragen

### Wie verbessern Schalerbsen die Bodenqualität durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien?

An den Wurzeln der Schalerbsen sitzen Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden und für die Pflanze nutzbar machen. Deshalb brauchen Erbsen in der Regel keine Stickstoffgabe. Lässt du die Wurzeln nach der Ernte im Boden, bleiben Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche. Eine feste Düngewirkung für die Folgekultur lässt sich daraus aber nicht ableiten.

### Wie nutzt man Schalerbsen effektiv für die Gründüngung im Garten?

Nach der Ernte schneidest du das Kraut knapp über dem Boden ab und lässt die Wurzeln im Beet. Das zerkleinerte Kraut bleibt als Mulch liegen oder wird nur flach eingearbeitet, denn tief eingegrabene frische Grünmasse kann faulen. Stehen Erbsen als reine Gründüngung, schneidest du sie vor der Samenbildung. Vor der nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen.

### Wie unterscheiden sich Schalerbsen von Wicken und Lupinen in ihrer Bodenverbesserung?

Wicken, Lupinen und Klee gehören zur selben Pflanzenfamilie wie Erbsen und Bohnen. Als Gründüngung zählen sie deshalb in der Fruchtfolge mit und gehören nicht unmittelbar vor oder nach Erbsen aufs Beet. Gelbe Lupinen eignen sich für sandige, leicht saure Böden, Winterzottelwicken als winterharte Gründüngung für mittlere Böden. Welche Art den Boden stärker verbessert, lässt sich nicht pauschal sagen.

### Welche Auswirkungen haben Schalerbsen auf nachfolgende Kulturen in der Fruchtfolge?

Bleiben die Erbsenwurzeln nach der Ernte im Boden, kann der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen. Nach früh geräumten Erbsen kann zum Beispiel Mitte Juni Rosenkohl ins Beet. Eine sichere Ertragssteigerung ist das nicht: Ob die Folgekultur zusätzlich Nährstoffe braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung. Andere Hülsenfrüchte gehören nicht direkt nach den Erbsen auf dasselbe Beet.

### Stimmt es, dass Schalerbsen immer zusätzlichen Stickstoffdünger benötigen?

Nein. Dank der Knöllchenbakterien brauchen Erbsen in der Regel keine Stickstoffgabe und zählen zu den Kulturen mit geringem Stickstoffbedarf. Die übrige Nährstoffversorgung richtest du am Bodenbefund aus, dabei kann Kompost Mineraldüngung ersetzen. Phosphor unterstützt zwar die Stickstoffbindung, eine zusätzliche Gabe richtest du aber ebenfalls nach dem Befund.

### Was unterscheidet Markerbsen von Palerbsen in der Gartenpraxis?

Beide sind Gartenerbsen, gehören aber zu verschiedenen Nutzungsgruppen. Markerbsen erntest du für die frischen Kerne, Palerbsen, also Schalerbsen, kannst du auch ausreifen lassen und als Trockensamen nutzen. Palerbsen säst du vorzugsweise ab März, Markerbsen ab April. Für beide wird im Freiland je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen.

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