# Geschichte der Kartoffel in Deutschland: Wie die Knolle aus den Anden zu uns kam

> Wie kam die Kartoffel nach Deutschland? Aus Südamerika über Sevilla nach Europa, zuerst auch als Zierpflanze, dann mit Friedrich II. aufs Feld. Und was das heute für dein Beet heißt.

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- **Bereich:** Gemüse › Kartoffeln
- **Zuletzt geprüft:** 23. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Du willst wissen, wie die Kartoffel nach Deutschland kam? Die kurze Antwort: Sie kam aus Südamerika über Spanien nach Europa, stand dort zuerst auch als Zierpflanze und wurde im deutschen Raum zum Grundnahrungsmittel.

Ich lege jedes Frühjahr selbst Pflanzknollen in die Furche, und genau dieser Handgriff spielt in der Geschichte eine Rolle. Welche, und was die Herkunft dir heute im Beet erklärt, zeige ich dir Station für Station.

## Wie kam die Kartoffel nach Deutschland?

Die Heimat der Kartoffel liegt in Südamerika, vor allem im Gebiet des heutigen Peru und Bolivien. Nach Europa gelangte sie über den spanischen Hafen Sevilla. Von dort bis zum Grundnahrungsmittel im deutschen Raum führen diese Stationen:

| Station | Was dort geschah |
|---|---|
| Südamerika | Herkunft, vor allem das Gebiet des heutigen Peru und Bolivien |
| Sevilla | spanischer Hafen, über den die Kartoffel nach Europa kam |
| Europa | zunächst auch als Zierpflanze gehalten; Einführungen erst aus den Anden, später aus Chile |
| Friedrich II. | förderte den Anbau mit verteilten Pflanzknollen und Anbaubefehlen samt Gebrauchsanweisungen |
| Deutscher Raum | Grundnahrungsmittel, Teil von Fruchtwechselkonzepten mit Getreide |

## Warum bildeten die ersten Kartoffeln in Europa so spät Knollen?

Die zuerst eingeführten Kartoffeln kamen aus den Anden und waren an kurze Tage angepasst. Unter europäischen Bedingungen setzten sie deshalb erst im Spätherbst Knollen an.

> **Kurz erklärt:** Kurztagsanpassung heißt: Die Pflanze legt ihre Knollen erst an, wenn die Tage kurz genug sind.

Auf diese Andenpflanzen folgten später Einführungen aus Chile, und auf beide gehen die europäischen Kartoffeln zurück.

## Welche Rolle spielte Friedrich II.?

Friedrich II. förderte den Kartoffelanbau mit zwei Maßnahmen: Er ließ Knollen zum Pflanzen verteilen, und seine Anbaubefehle enthielten praktische Gebrauchsanweisungen.

Da Kartoffeln über Pflanzknollen und nicht über botanische Samen vermehrt werden, braucht jeder neue Anbau zuerst Knollen, und genau die ließ er verteilen.

Im Garten ist das bis heute so. Ich lege zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln und lasse sie vorher an einem hellen, frostfreien Platz vorkeimen, damit sie früher loswachsen. Vorkeimen ist dabei kein Muss. Wie du [gutes Pflanzgut auswählst und richtig vorkeimst](/gemuese/kartoffeln/), erkläre ich ausführlich im Kartoffel-Ratgeber. Den Pflanztermin behalte ich mit dem [Aussaatkalender für Kartoffeln zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/kartoffeln/) im Blick.

## Wie wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel?

Im deutschen Raum entwickelte sich die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel. Auf den Äckern wechselte sie sich in Fruchtwechselkonzepten mit Getreide ab.

Den Wechsel der Kulturen hältst du auch im Garten ein. Kartoffeln gelten als Starkzehrer, und auf ein Beet, das sie schon getragen hat, kommen sie erst nach 4 bis 6 Jahren Pause zurück. Damit ich die Pause nicht aus den Augen verliere, trage ich jedes Kartoffelbeet in den [Beetplaner für die Fruchtfolge](/tools/beetplaner/) ein.

## Nachtschattengewächs: Was die Verwandtschaft für dein Beet bedeutet

Botanisch heißt die Kartoffel Solanum tuberosum und gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Die neuen Knollen wachsen an den Spitzen unterirdischer Seitentriebe, der sogenannten Stolonen. Ich häufle jede Reihe an, weil der Erddamm die wachsenden Knollen vor Licht schützt, das sie ergrünen lässt.

Mit Tomaten, Paprika, Auberginen, Physalis und Birnenmelonen ist die Kartoffel verwandt, und sie teilt mit ihnen Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule. Deshalb pflanze ich keine dieser Arten neben meine Kartoffeln. Welche Nachbarn besser passen, zeigt dir [die Übersicht guter und schlechter Nachbarn im Mischkultur-Werkzeug](/tools/mischkultur/).

In der Küche gilt ein Sicherheitshinweis. Glykoalkaloide wie Solanin und Chaconin sitzen vor allem in den Keimen und Augen der Knolle. Färbt sich die Knolle grünlich, deutet das auf einen erhöhten Gehalt hin. Knollen, die grün sind, stark keimen oder bitter schmecken, isst du nicht. Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig heraus. Meine Vorräte liegen deshalb in einem dunklen, kühlen Raum, denn unter Licht werden die Knollen grün.

## Alte Sorten: Kartoffelgeschichte im eigenen Beet

Alte Sorten und Landsorten kannst du auch im eigenen Garten anbauen. Drei Beispiele:

| Sorte | Einordnung |
|---|---|
| Vitelotte | alte, mittelfrühe Sorte mit blauviolettem Fleisch; mehligkochend, dennoch schnittfest; auch für den Kartoffeleimer genannt |
| Bamberger Hörnchen | längliche, festkochende Landsorte; wird mal als mittelfrüh, mal als spät eingeordnet |
| Blauer Schwede | mittelfrüh, mit blauem bis violettem Fleisch; der Kochtyp wird von festkochend bis mehligkochend angegeben |

In der Genbank bleiben solche Sorten erhalten, indem man sie über Knollen vegetativ weitervermehrt und im Feld auf Sortenreinheit prüft. Gerade bei alten Sorten achte ich auf zertifiziert virusfreies Pflanzgut, weil sie für neue Virusstämme anfällig sein können.

> **Marias Erfahrung:** Die Vitelotte ziehe ich im Kartoffeleimer auf der Terrasse. Ich pflanze sie wegen ihres blauvioletten Fleischs und rechne dabei nicht mit großen Mengen, denn ihre Erträge sind eher gering.

Wie sich Reifegruppen und Kochtypen allgemein unterscheiden, steht im Kartoffel-Ratgeber im Abschnitt zu den Sorten.

## Häufige Fragen

### Wie kam die Kartoffel ursprünglich nach Deutschland und Europa?

Ihre Heimat ist Südamerika, vor allem das Gebiet des heutigen Peru und Bolivien. Über den spanischen Hafen Sevilla gelangte sie nach Europa, wo man sie zunächst auch als Zierpflanze hielt. Auf erste Einführungen aus den Anden folgten später solche aus Chile. Im deutschen Raum förderte Friedrich II. den Anbau, und hier entwickelte sich die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel.

### Welche Rolle spielte Friedrich II. bei der Verbreitung der Kartoffel in Deutschland?

Friedrich II. setzte auf zwei Mittel: Er ließ Pflanzknollen verteilen, und seine Anbaubefehle enthielten praktische Gebrauchsanweisungen. Die Knollen waren dabei der Ausgangspunkt, weil Kartoffeln über Pflanzknollen und nicht über botanische Samen vermehrt werden.

### Worin unterscheidet sich die Kartoffel von anderen Nachtschattengewächsen?

Die Kartoffel, botanisch Solanum tuberosum, bildet ihre neuen Knollen unter der Erde an den Spitzen von Seitentrieben, den Stolonen. Mit Tomaten, Paprika, Auberginen und Physalis teilt sie Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule, deshalb setzt du diese Arten nicht neben sie. Solanin und verwandte Glykoalkaloide stecken vor allem in Keimen und Augen, und grüne Stellen deuten auf einen höheren Gehalt hin. Knollen, die grün sind, stark keimen oder bitter schmecken, isst du nicht.

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