# Mehlige Kartoffeln ernten und lagern: vom Beet in den Keller

> Wann du mehlige Kartoffeln für den Vorrat erntest, welche Sorten gut lagern und wie du die Knollen kühl und dunkel durch den Winter bringst.

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- **Bereich:** Gemüse › Kartoffeln
- **Zuletzt geprüft:** 23. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Mehlige Kartoffeln für den Winter anzubauen lohnt sich nur, wenn sie im Keller gut bleiben. Wer zu früh gräbt oder zu warm lagert, holt später keimende oder grüne Knollen aus der Kiste. Ich plane deshalb schon bei der Sortenwahl, welche Knollen in den Vorrat gehen und welche gleich in den Topf. Hier zeige ich dir den Weg vom Beet bis zur Kiste im Keller.

## Was mehlige Kartoffeln ausmacht

Kartoffeln werden nach ihrem Stärkegehalt in festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend eingeteilt. Mehligkochende Sorten tragen am meisten Stärke und zerfallen beim Kochen leichter. Genau das macht sie gut für Püree, Suppen und Klöße.

> **Zahl im Blick:** Vorwiegend festkochende Kartoffeln liegen als grobe Orientierung bei etwa 13 bis 15 % Stärke, mehligkochende darüber, festkochende darunter. Für mehligkochende Speisekartoffeln wird ein sortenabhängiger Zielstärkegehalt von 14 bis 17 % genannt. Beides sind Richtwerte, denn die Kartoffel ist ein Naturprodukt mit Schwankungen.

Die Koch- und Speiseeigenschaften einer Sorte bleiben nicht jedes Jahr gleich. Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung verschieben sie von Jahr zu Jahr. Als mehligkochende Sorten werden unter anderem Adretta, Afra, Melina, Karlena und Likaria genannt. Auch Freya, Gunda und Melody gehören dazu. Linda gilt dagegen als festkochend.

## Welche mehligen Sorten gut lagern

Für den Vorrat schaue ich auf zwei Dinge: die Reifegruppe und wie keimfreudig eine Sorte ist. Die Reifegruppe sagt dir, wie lange eine Sorte im Beet steht und wie lange sie sich danach hält.

| Reifegruppe | Kulturdauer bis zur Ernte | Ernte und Lagerfähigkeit |
|---|---|---|
| sehr früh | rund 100 bis 110 Tage | Ernte im Juli, nicht lagerfähig |
| früh | 110 bis 130 Tage | lagerfähig bis in den Herbst |
| mittelfrüh | 130 bis 150 Tage | lagerfähig bis ins Frühjahr |
| spät | 150 bis 170 Tage | Ernte im September oder Oktober |

Sorten mit geringer Keimfreudigkeit eignen sich als Lagerkartoffeln. Adretta ist mittelfrüh und hat eine niedrige Keimfreudigkeit. Ihr Züchter beschreibt eine sehr lange Keimruhe und gute Lagerfähigkeit. Freya ist ebenfalls mittelfrüh und gilt als gut lagerfähig. Mittelfrühe Sorten halten sich bis ins Frühjahr, und Adretta wie Freya gehören zu dieser Gruppe: Für einen Wintervorrat aus mehligen Knollen kommen sie deshalb zuerst in Frage.

Melody hat eine hohe Keimruhe. Dafür braucht sie beim Pflanzen mindestens eine Keimstimulierung, damit sie zügig startet. Gunda gehört zur frühen Reifegruppe und keimt mittel bis wenig freudig. Wie du mehlige Sorten im Beet großziehst, liest du in meinem Ratgeber, [wie du mehligkochende Kartoffeln für Püree und Knödel anbaust](/gemuese/kartoffeln/erfolgreicher-anbau-mehligkochender-kartoffeln-perfektes-pueree-und-knoedel/).

## Was im Beet die Lagerqualität mitbestimmt

Ein Überangebot an Stickstoff kann den Trockenmassegehalt der Knollen senken. Es kann außerdem die Abreife und die Schalenfestigkeit verzögern. Lagerkartoffeln brauchen zur Ernte eine feste Schale, und zu viel Stickstoff hält genau diese Festigung auf: Wer für den Keller anbaut, stimmt die Düngung deshalb auf den gemessenen Bodenvorrat ab.

Mit steigender Kaliumdüngung kann der Stärkegehalt der Knollen abnehmen. Chlorid im Dünger kann die Verlagerung von Stärke aus den Blättern in die Knollen behindern. Auch ausgeprägte Trockenschäden können Knollenertrag und Stärkegehalt verringern. Ich gieße meine Kartoffeln deshalb in Trockenphasen und prüfe mit dem Finger, ob der Boden durchfeuchtet ist.

Beim Anhäufeln entstehen Erddämme, die die heranwachsenden Knollen vor Licht und Ergrünen schützen. Wie du dabei vorgehst, steht im Kartoffel-Grundlagenartikel im Abschnitt über das Anhäufeln.

## Wann du mehlige Kartoffeln für den Vorrat erntest

Solange das Kraut grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Lagerkartoffeln erntest du als Faustregel etwa 2 bis 3 Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts. Die Schale ist dann fest. Die Stärke kommt bis zuletzt aus dem grünen Laub, und eine weiche Schale taugt nicht für die längere Lagerung: Wer zu früh gräbt, verliert also Stärke und lagert Knollen ein, die den Winter schlecht überstehen.

Ich grabe bei trockenem Wetter und hebe die Knollen schonend aus dem Boden. Frühkartoffeln mit dünner, weicher Schale kannst du schon bei grünem Laub für die Küche holen. Für den Keller eignen sie sich nicht. Mehr dazu, [woran du die Reife mehliger Kartoffeln erkennst und wie du sie aus dem Boden holst](/gemuese/kartoffeln/wie-man-die-perfekte-reife-mehligkochender-kartoffeln-erkennt-und-erntet/).

## Nach dem Ausgraben: sortieren vor dem Einlagern

Ich nehme bei der Ernte alle Knollen auf, auch die kleinen. Das beugt der Kraut- und Knollenfäule vor. Durchwuchskartoffeln in der Folgekultur entferne ich, weil sie Krankheiten und Schädlingen das Überdauern ermöglichen. Danach lasse ich die Knollen an einem schattigen, luftigen Platz abtrocknen und bürste nur grobe Erde ab.

> **Mini-Checkliste:** Diese Knollen kommen nicht in die Lagerkiste: grüne Knollen, Knollen mit Faulstellen, angeschnittene oder verletzte Knollen, Knollen mit weicher, loser Schale. Die verletzten Knollen verbrauche ich zuerst in der Küche.

Graugrüne bis bräunliche Flecken an Blättern und Stängeln können bei feuchter Witterung auf Krautfäule hinweisen. Befallene Pflanzenreste gehören nicht auf den Hausgartenkompost. Wie du deine Kartoffeln von Anfang an gesund hältst, steht in meinem Ratgeber [zur Vorbeugung bei mehligen Kartoffeln](/gemuese/kartoffeln/gesundheit-fuer-mehlige-kartoffeln-praevention-statt-kur/).

Die Schritte zwischen Beet und Keller beschreibe ich ausführlicher in der Anleitung, [was du direkt nach der Ernte mit den Knollen machst, bevor sie ins Lager gehen](/gemuese/kartoffeln/ernte-und-nachbehandlung-von-kartoffeln-anleitung-fuer-optimale-qualitaet-und-haltbarkeit/).

## So lagerst du mehlige Kartoffeln über den Winter

> **Zahl im Blick:** Kartoffeln lagern dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Oberhalb von 8 Grad beginnen sie zu keimen. Für die Dauerlagerung wird eine konstante relative Luftfeuchte von 85 bis 92 % in einem dunklen Raum empfohlen.

Licht lässt die Knollen ergrünen. Ich decke meine Lagerkisten deshalb ab und stelle sie in den dunkelsten Winkel des Kellers. Oberhalb von 8 Grad keimen die Knollen, und Sorten mit geringer Keimfreudigkeit eignen sich als Lagerkartoffeln: Wer keinen kühlen Keller hat, fährt mit keimträgen Sorten wie Adretta sicherer.

Die Grundregeln stehen im Grundlagenartikel, [wie du Kartoffeln kühl, dunkel und luftfeucht lagerst](/gemuese/kartoffeln/). Lagerorte, Behälter und Probleme im Lager findest du in meinem Überblick [zur Kartoffellagerung für lange Haltbarkeit](/gemuese/kartoffeln/kartoffellagerung-fuer-optimale-haltbarkeit/). Speziell für mehlige Sorten habe ich aufgeschrieben, [wie du mehligkochende Kartoffeln gut über den Winter bringst](/gemuese/kartoffeln/optimale-lagerung-mehligkochender-kartoffeln-fuer-den-winter-eine-umfassende-anleitung/).

## Kontrolle im Winter: Keime und grüne Stellen

Ich sehe meine Kisten durch und achte auf Keime, weiche Stellen und grüne Schale. Glykoalkaloide wie Solanin und Chaconin sitzen vor allem in den Keimen und Augen der Knolle. Grünlich gefärbte Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt hin. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht. Keime und grüne Stellen schneide ich großzügig heraus.

> **Achtung:** Das BfR hat vorsorglich einen Richtwert abgeleitet, wonach Speisekartoffeln höchstens 100 Milligramm Glykoalkaloide je Kilogramm enthalten sollten. Zu Hause kannst du das nicht messen. Sortiere entsprechend verdächtige Knollen aus oder schäle sie großzügig.

## Häufige Fragen

### Was macht mehlige Kartoffeln aus?

Mehligkochende Kartoffeln haben unter den Kochtypen den höchsten Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen leichter. Für sie wird ein sortenabhängiger Zielstärkegehalt von 14 bis 17 % genannt. Deshalb eignen sie sich besonders für Püree, Suppen und Klöße.

### Wann erntest du mehlige Kartoffeln für den Vorrat?

Als Faustregel etwa 2 bis 3 Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts. Die Schale sollte dann fest sein. Ich grabe bei trockenem Wetter und gehe schonend mit den Knollen um.

### Bei welcher Temperatur lagerst du mehlige Kartoffeln?

Dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Oberhalb von 8 Grad beginnen die Knollen zu keimen. Für die Dauerlagerung wird zusätzlich eine konstante relative Luftfeuchte von 85 bis 92 % empfohlen.

### Welche mehligen Sorten eignen sich für Knödel und Klöße?

Als mehligkochende Sorten werden unter anderem Adretta, Afra, Melina, Karlena und Likaria genannt. Mehligkochende Kartoffeln eignen sich besonders für Püree, Suppen und Klöße. Für den Wintervorrat achte ich zusätzlich auf eine geringe Keimfreudigkeit, wie sie Adretta mitbringt.

### Lagern mehlige Kartoffeln schlechter als festkochende?

Für die Lagerfähigkeit schaue ich auf Reifegruppe, Schalenfestigkeit und Keimruhe der Sorte. Mittelfrühe Sorten gelten als lagerfähig bis ins Frühjahr, frühe bis in den Herbst. Mehligkochende Sorten wie Adretta und Freya werden als gut lagerfähig beschrieben.

### Warum werden Kartoffeln im Lager grün?

Licht lässt die Knollen ergrünen. Grünliche Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt an Glykoalkaloiden wie Solanin hin. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht, Keime und grüne Stellen entfernst du großzügig. Deshalb gehören Kartoffeln an einen dunklen Lagerplatz.

### Kann ich Frühkartoffeln einlagern?

Losschalige Frühkartoffeln eignen sich nicht für eine längere Lagerung. Du kannst sie bei noch grünem Laub portionsweise für den sofortigen Verzehr ernten. Sehr frühe Sorten gelten als nicht lagerfähig, frühe halten bis in den Herbst.

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