# Weißkohl schützen: Krankheiten und Schädlinge am Schadbild erkennen

> Kohlhernie, Mehltau, Kohlfliege, Erdflöhe und Kohlweißling am Weißkohl: So deutest du Schadbilder, schützt Jungpflanzen und wählst eine resistente Sorte.

- **URL:** https://samen.live/gemuese/kohl/weisskohl-schuetzen-gegen-schaedlinge-und-krankheiten/
- **Bereich:** Gemüse › Kohl
- **Zuletzt geprüft:** 26. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Wenn Weißkohl kümmert, kann die Ursache dort sitzen, wo du beim Vorbeigehen nicht hinschaust: an den Wurzeln, auf der Blattunterseite oder im Herz der Pflanze. Löcher, Welke und Flecken sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, verlangen aber verschiedene Antworten. Ich schaue deshalb erst genau hin und greife dann ein.

Hier bekommst du zu jeder Krankheit und jedem Schädling am Weißkohl das Erkennungsmerkmal, die passende Gegenmaßnahme und ihre Grenze. Im Mittelpunkt stehen Kohlhernie, Mehltau, Erdflöhe, Kohlfliege und Kohlweißling. Außerdem erfährst du, welche Weißkohlsorte eine Resistenz gegen Kohlhernie mitbringt.

## Welche Krankheiten und Schädlinge treffen Weißkohl?

Die Tabelle ordnet typische Schadbilder ihren möglichen Ursachen zu.

| Was du siehst | Kann hinweisen auf | Wo du nachsiehst |
|---|---|---|
| Viele kleine Löcher in jungen Blättern | Erdflöhe | Keimlinge und frisch gesetzte Pflanzen |
| Pflanze welkt, weißliche Maden an Strunk und Wurzeln | Kohlfliege | Pflanze vorsichtig herausziehen |
| Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln | Raupen von Kohlweißling, Kohlmotte oder Kohleule | Blätter umdrehen, nach Raupen und Eigelegen suchen |
| Pflanze kümmert oder welkt, Wurzeln mit knötchen- bis fingerförmigen Wucherungen | Kohlhernie | Wurzeln ausgraben, Verdickung aufschneiden |
| Gelbliche Flecken, weißgrauer Pilzrasen auf der Unterseite | Falscher Mehltau | Blattunterseite |
| Weißer, mehliger Belag | Echter Mehltau | Blätter |
| Graubraune, rundliche Blattflecken | Alternaria | Blätter, vor dem Einlagern auch die Köpfe |

Ein Schadbild ist ein Hinweis und noch keine sichere Diagnose. Wo sich zwei Ursachen ähneln, findest du im jeweiligen Kapitel das Merkmal, an dem du sie unterscheidest.

> **Marias Erfahrung:** Welkt ein Weißkohl, gieße ich nicht einfach nach. Ich hebe die Pflanze mit der Grabegabel heraus, schüttle die Erde ab und schaue mir Wurzeln und Strunk an. Wucherungen an den Wurzeln lenken meinen Verdacht auf Kohlhernie, weiße Maden auf die Kohlfliege.

## Kohlhernie: Wenn die Wurzeln wuchern

Kohlhernie greift die Wurzeln an, oberirdisch siehst du nur die Folgen. Befallene Pflanzen kümmern oder welken. An den Wurzeln bilden sich knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen. Besonders begünstigt werden Infektionen durch 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Böden. Der Erreger bleibt lange im Beet, denn seine Dauersporen können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern.

> **Kurz erklärt:** Nicht jede Verdickung an der Wurzel ist Kohlhernie. Schneide sie mit einem Messer auf: Kohlhernie ist innen weißfleischig und nicht hohl. Gallen des Kohlgallenrüsslers können dagegen Hohlräume mit Larven enthalten.

### Was tun bei Kohlhernie?

Eine erkrankte Pflanze lässt sich nicht direkt heilen. Ich hole sie deshalb samt Wurzeln aus dem Beet und entsorge sie über den Restmüll. Spaten und Grabegabel, mit denen ich dort gearbeitet habe, reinige ich danach gründlich.

> **Häufiger Fehler:** Kranke Kohlpflanzen samt Hernie-Wurzeln auf den eigenen Kompost geben. Sie gehören in den Restmüll, sonst könntest du die langlebigen Dauersporen mit dem Kompost in andere Beete tragen.

### Kohlhernie vorbeugen: Boden, pH-Wert, Anbaupause

Beim Vorbeugen zählen drei Dinge: Staunässe vermeiden, den Boden prüfen und die Anbaupause einhalten. Hast du den Boden untersucht, peilst du gegen Kohlhernie einen pH-Wert von 7 bis 7,5 an. Ob du dafür kalkst, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Liegt der Boden schon über dem Zielbereich, wird nicht gekalkt.

Ist die Kohlhernie einmal aufgetreten, sollten Kreuzblütler mindestens 7 Jahre nicht mehr auf dieser Fläche stehen. Auch nach einer mehrjährigen Pause kann sie wiederkommen, weil die Dauersporen so lange überleben. Zu den Kreuzblütlern gehören neben allen Kohlarten auch Rettich, Radieschen, Raps, Senf und Kresse. Senf und Kresse passen deshalb weder als Gründüngung noch als direkte Nachbarn ins Kohlbeet. Befallen werden können außerdem die Wildkräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel, also jäte ich sie auf einer Hernie-Fläche, bevor sie sich ausbreiten.

## Mehltau am Weißkohl: echt oder falsch?

Am Kopfkohl gibt es zwei Mehltau-Krankheiten, die du am Blatt auseinanderhältst. Echter Mehltau bildet einen weißen, mehligen Belag. Falscher Mehltau verursacht gelbliche Flecken und auf der Blattunterseite einen weißgrauen Pilzrasen. Ich drehe fleckige Blätter deshalb um, bevor ich sie einordne.

### Falscher Mehltau: Blätter schnell abtrocknen lassen

Falschen Mehltau begrenzt du, indem die Blätter nur kurz nass bleiben.

> **Zahl im Blick:** Beim Falschen Mehltau an Kohl fördern 8 bis 12 °C die Keimung der Konidien. Bei 15 bis 17 °C kann der Erreger besonders schnell in die Blätter eindringen.

Ich gieße deshalb früh am Tag und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen. So können die Pflanzen tagsüber abtrocknen. Bei Jungpflanzen beugen gute Lüftung und trockene, taufreie Blätter vor. In der Anzucht vermeidest du Blattnässe ebenfalls.

### Echter Mehltau

Der weiße, mehlige Belag des Echten Mehltaus kommt auch an anderen Kohlarten vor. Am Blumenkohl gilt er bisher nicht als besonders ernste Krankheit, eine vorbeugende Bekämpfung ist dort gewöhnlich nicht nötig. Am Weißkohl beobachte ich, ob sich der Belag ausbreitet. Was Blumenkohl sonst an Krankheiten trifft, zeigt der Ratgeber [zu Krankheiten und Schädlingen beim Blumenkohl](/gemuese/kohl/haeufige-krankheiten-und-schaedlinge-beim-blumenkohl-erkennen-und-bekaempfen/).

## Weitere Krankheiten am Weißkohl

Neben Kohlhernie und Mehltau können am Weißkohl weitere Krankheiten auftreten.

| Krankheit | Schadbild | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Alternaria | graubraune, rundliche Blattflecken | begünstigt durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit; befallene Blätter entfernen; fürs Lager nur gesunde Köpfe auslesen |
| Weißer Rost | weißliche bis cremefarbene Pusteln von etwa 0,5 bis 3 mm auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien | entwickelt sich besonders bei 10 bis 15 °C; Kilastor F1 besitzt eine Resistenz |
| Bakterielle Adernschwärze | V-förmige, gelbe bis braune Stellen am Blattrand, dunkel verfärbte Adern | keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln möglich |
| Turnip mosaic virus | grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter | lässt sich nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen |
| Verticillium und Fusarium | am Schadbild kaum sicher zu unterscheiden | zur Abgrenzung braucht es eine Laboruntersuchung |

Einen sichtbar verschimmelten Kopf isst du nicht mehr, sondern entsorgst ihn.

## Wenn kein Erreger dahintersteckt: geplatzte Köpfe und Nässe

Nicht jeder Schaden am Weißkohl hat einen Erreger als Ursache. Empfindliche Sorten können zur Erntereife aufplatzen; rechtzeitig ernten und platzfeste Sorten wählen beugt dem vor. Starkregen kann bei Kopfkohl durch Übernässung, Verschlämmung und Sauerstoffmangel das Wachstum stocken lassen, bis hin zu Ausfällen. Vor angekündigtem Starkregen gieße ich deshalb nicht zusätzlich.

## Erdflöhe: Jungpflanzen in den ersten Wochen schützen

Erdflöhe fressen zahlreiche kleine Löcher in die Blätter. Am Weißkohl gefährden sie besonders Keimlinge und die ersten Wochen nach dem Auspflanzen. Es sind springende Käfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Überwinterte Tiere erscheinen meist ab April, die neue Generation ab Juli. Warme und trockene Frühjahre begünstigen ihre Ausbreitung.

### Das Netz gegen Erdflöhe

Gegen Erdflöhe setze ich auf ein feinmaschiges Kulturschutznetz. Es kommt unmittelbar nach Saat oder Pflanzung auf das Beet und lässt den Pflanzen Raum zum Wachsen. Die Ränder schließt du rundum mit Erde oder Steinen, und bis zur Ernte bleibt das Netz zu. Bei mir liegt es schon neben dem Beet, wenn ich die Jungpflanzen setze.

| Wogegen | Maschenweite |
|---|---|
| Kohlgemüse, feinmaschiger Schutz mit rundum dichter Abdeckung | 0,8 mm |
| Erdflöhe | 0,6 bis 0,8 mm, höchstens 0,9 mm |
| Blattläuse und Weiße Fliegen | 0,8 mm |
| Kohlfliegen | etwa 1,3 × 1,3 mm |
| Gemüsefliegen und Raupen | 1,35 mm |

Was beim Auflegen schon unter dem Netz sitzt, bleibt dort, und natürliche Gegenspieler kommen nicht mehr heran. Deshalb kontrollierst du auch unter dem Netz regelmäßig.

Vlies kann den Befall von Kopfkohl mit Schadinsekten ebenfalls verhindern oder vermindern. Es hält aber Wärme: Steigen die Temperaturen stark, muss es herunter, damit sich darunter keine Hitze staut.

> **Mythos-Check:** Feuchter Boden hält Erdflöhe fern? Feuchthalten allein ist keine verlässliche Bekämpfung von Erdflöhen an Kohlgewächsen. Das Netz bleibt deshalb auch dann liegen, wenn du regelmäßig gießt oder mulchst.

> **Mini-Checkliste:** Netz vor dem Pflanzen bereitlegen · direkt nach dem Setzen auflegen · Raum zum Wachsen lassen · Ränder mit Erde oder Steinen dicht schließen · beim Kontrollgang auf neue Löcher in den Blättern achten.

## Kohlfliege: Maden an Strunk und Wurzeln

Bei Weißkohl fressen die Maden der Kohlfliege vor allem im Strunk und im Wurzelbereich. Die weißlichen Maden werden bis etwa 1 cm lang. Junge Pflanzen können durch ihren Fraß welken und absterben. Welkt eine Pflanze und sitzen beim Herausziehen weiße Maden an den Wurzeln, spricht das für Kohlfliegenbefall.

### Wann die Kohlfliege Eier legt

Die erste Generation der Kleinen Kohlfliege erscheint je nach Witterung im April oder Anfang Mai. Ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt die Eiablage. Pflanzt du in diesen Wochen, kann die Eiablage also schon laufen, und Kragen und Netz gehören gleich beim Pflanzen an die Pflanze. Wann du Weißkohl säst und pflanzt, hast du mit dem [druckbaren Aussaatkalender für Kohl](/tools/druck/aussaatkalender/kohl/) auf einem Blatt.

### Kragen und Netz gegen die Kohlfliege

Ein Kragen aus Pappe, eng um den Wurzelhals junger Pflanzen gelegt, fängt die Eier der Kohlfliege auf. Ich lege die Kärtchen beim Pflanzen an. Finde ich Eier darauf, entferne ich das Kärtchen samt Eiern. Ein dicht aufliegendes Kulturschutznetz kann den Befall ebenfalls verhindern oder vermindern. Gegen Fliegen, die schon als Puppe im Beet überwintert haben, hilft es allerdings nicht.

## Kohlweißling und andere Raupen

Raupen verraten sich durch Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln. Dann drehst du die Blätter um und suchst nach Raupen und Eigelegen. Kohlweißlingsraupen fressen Löcher bis auf die freigelegten Blattrippen. Welche Raupe gerade frisst, zeigt dir die Tabelle.

| Raupe | Aussehen | Länge | Fraßbild |
|---|---|---|---|
| Großer Kohlweißling | gelb mit schwarzen Flecken | bis 4 cm | Löcher bis auf die freigelegten Blattrippen |
| Kleiner Kohlweißling | grün, samtartig behaart | bis 3 cm | Löcher bis auf die freigelegten Blattrippen |
| Kohlmotte | grünlich-grau | bis 1 cm | zuerst Minen, später Loch- oder Fensterfraß, oft feines weißes Gespinst an den Herzblättern |
| Kohleule | grün bis braun | bis 4 cm | Fraßlöcher mit Kotkrümeln |

### Absammeln und Netz gegen Raupen

Bei beginnendem oder geringem Befall kann Absammeln schon ausreichen. An meinen wenigen Weißkohlpflanzen suche ich Eigelege und Raupen gezielt ab und entferne sie von Hand. Ein geschlossenes Kulturschutznetz kann auch Raupenbefall verhindern oder vermindern; gegen Raupen ist eine Masche von 1,35 mm vorgesehen. Gelbe Kokonhaufen neben abgestorbenen Raupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen. Diese Kokons lasse ich liegen.

## Weitere Schädlinge am Weißkohl

Auch Blattläuse, Kohlmottenschildläuse und Schnecken können sich am Weißkohl einfinden.

| Schädling | Woran du ihn erkennst | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Mehlige Kohlblattlaus | blaugraue bis weißlich-graue, wachsbepuderte Kolonien, meist unter den Blättern; eingerollte Blätter | Kolonien zu Befallsbeginn entfernen, Läuse mit kräftigem kaltem Wasserstrahl abspülen |
| Kohlmottenschildlaus | Tiere und Larven unter den Blättern, fliegen bei Berührung auf; klebriger Honigtau mit schwarzem Rußtau | Netz mit 0,8 mm Maschenweite; befallene Pflanzen nicht bis zum Frühjahr im Beet stehen lassen |
| Schnecken | Fraßstellen mit silbrigen Schleimspuren | früh morgens, spät abends oder bei Regen absammeln; Schneckenzaun lückenlos und ohne überhängende Pflanzen aufbauen, Schnecken im Inneren absammeln |

Larven von Schwebfliegen und Marienkäfern fressen Blattläuse und lassen sich als Gegenspieler fördern. Bei Schneckengefahr gießt du morgens gezielt an den Pflanzen und lässt die Zuwanderungswege trocken. Blattläuse sind auch am Rotkohl ein Thema; [wie du Rotkohl vor Blattläusen und Alternaria schützt](/gemuese/kohl/rotkohl-schuetzen-schaedlinge-und-krankheiten-clever-abwehren/), steht in einem eigenen Ratgeber.

## Resistente Weißkohlsorten

Die Weißkohlsorte Kilastor F1 besitzt eine Resistenz gegen Kohlhernie und gegen Weißen Rost. Ich wähle sie, wenn in meinem Garten schon Kohlhernie aufgetreten ist, und setze sie auf ein Beet außerhalb der befallenen Fläche. Die Resistenz ersetzt für mich weder die lange Anbaupause noch die Hygiene beim Umgang mit kranken Pflanzen. Kilastor F1 ist eine F1-Hybride, deshalb bringt selbst gewonnenes Saatgut die Sorte nicht sortenecht zurück. Baust du auch Rotkohl an, lohnt ein Blick auf Lodero F1, eine Rotkohlsorte, die als kohlherniefest gilt.

## Vorbeugen rund ums Beet: die Grundlagen in Kürze

Standort, Fruchtfolge und die allgemeinen Schutzmethoden gelten für alle Kohlarten. Hier bekommst du sie deshalb nur kurz, jeweils mit dem Hinweis, wo du weiterliest.

**Standort und Boden.** Weißkohl wächst im Garten sonnig bis halbschattig auf lockerem, nährstoffreichem Boden, der kein Wasser staut. Wie du Beet und Boden für Kohl vorbereitest, steht im [Abschnitt Standort und Boden des Kohl-Ratgebers](/gemuese/kohl/).

**Fruchtfolge.** Vorbeugend kommen Kreuzblütler je nach Empfehlung erst nach 3 bis 6 Jahren wieder auf dasselbe Beet; einen schon befallenen Boden saniert das nicht. Den Wechsel hältst du [mit dem Beetplaner über mehrere Gartenjahre](/tools/beetplaner/) fest, die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

**Mischkultur.** Tomaten und Sellerie werden neben Kopfkohl empfohlen, um den Befall mit Kohlweißlingen zu mindern. Solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen und hängen von Standort und Pflege ab; passende Nachbarn suchst du dir [mit dem Mischkultur-Planer für dein Kohlbeet](/tools/mischkultur/) heraus.

**Nützlinge, Netz und Absammeln.** Im Freiland förderst du vor allem die Nützlinge, die schon im Garten leben; blühender Dill, Fenchel und ungefüllte Ringelblumen geben Schwebfliegen und parasitoiden Wespen Pollen und Nektar. Wie du Netz, Absammeln und Nützlinge zusammenbringst, zeigt der Ratgeber [zum Methodenmix gegen Kohlschädlinge im Hausgarten](/gemuese/kohl/kohlschaedlinge-effektiv-bekaempfen-gartentipps-fuer-hobbygaertner/).

**Kontrollgänge.** Die Flugzeiten von Erdfloh und Kohlfliege geben dir den Kontrollkalender vor. Ab April siehst du regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen.

**Pflanzenschutzmittel.** Ein Pflanzenschutzmittel kommt am Weißkohl nur zuletzt infrage und nur, wenn es für Kohl im Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Das prüfst du mit Gebrauchsanleitung und BVL-Datenbank; Schutzkleidung, Wartezeit und Entsorgung hältst du wie vorgegeben ein. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen; Kontrolle und Mitteleinsatz vertieft der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

## Häufige Fragen

### Welche Schädlinge befallen Weißkohl?

An den Blättern fressen die Raupen von Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule, an Strunk und Wurzeln die Maden der Kohlfliege, an jungen Pflanzen die Erdflöhe. Dazu können die Mehlige Kohlblattlaus, die Kohlmottenschildlaus und Schnecken kommen. Einen ersten Hinweis gibt das Fraßbild: Kotkrümel deuten auf Raupen, viele kleine Löcher an Jungpflanzen auf Erdflöhe, welke Pflanzen mit Maden an den Wurzeln auf die Kohlfliege.

### Wie erkenne ich Krankheiten bei Weißkohl frühzeitig?

Schau ab April regelmäßig nach deinen Pflanzen und dreh dabei auch die Blätter um, denn Falscher Mehltau zeigt seinen weißgrauen Pilzrasen auf der Unterseite. Gelbliche oder graubraune Flecken, weiße Beläge und Pusteln sind Hinweise, aber noch keine sichere Diagnose. Kümmert oder welkt eine Pflanze, lohnt der Blick an die Wurzeln: Knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen deuten auf Kohlhernie.

### Worin unterscheiden sich Echter und Falscher Mehltau am Weißkohl?

Echter Mehltau bildet am Kopfkohl einen weißen, mehligen Belag. Falscher Mehltau verursacht gelbliche Blattflecken und auf der Unterseite einen weißgrauen Pilzrasen. Dem Falschen Mehltau beugst du vor, indem du lange Blattnässe vermeidest und früh am Tag bodennah gießt.

### Welche Rolle spielt der pH-Wert des Bodens bei der Kohlhernie?

Zur Vorbeugung peilst du nach einer Bodenuntersuchung einen pH-Wert von 7 bis 7,5 an. Ob du dafür kalkst, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab; über dem Zielbereich wird nicht gekalkt. Dazu gehören außerdem ein Boden ohne Staunässe und eine Anbaupause, denn die Dauersporen können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern.

### Wann ist der beste Zeitpunkt für das Anlegen von Kohlkragen?

Leg die Kragen gleich beim Auspflanzen eng um den Wurzelhals der jungen Weißkohlpflanzen. Die erste Generation der Kleinen Kohlfliege erscheint je nach Witterung im April oder Anfang Mai, und ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt die Eiablage. Die Pappkragen fangen die Eier auf, und du entfernst sie dann samt Eiern.

### Welche klimatischen Bedingungen fördern bestimmte Kohlkrankheiten?

Beim Falschen Mehltau fördern 8 bis 12 °C die Keimung der Konidien. Bei 15 bis 17 °C kann der Erreger besonders schnell in die Blätter eindringen. Kohlhernie wird besonders durch 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Böden begünstigt. Alternaria profitiert von 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit.

### Wie unterscheidet sich der Befall von Kohlweißling und Kohlmotte?

Kohlmottenraupen sind grünlich-grau und bis 1 cm lang. Sie minieren zuerst im Blatt und verursachen später Loch- oder Fensterfraß, oft mit feinem weißem Gespinst an den Herzblättern. Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind dagegen gelb mit schwarzen Flecken und werden bis 4 cm lang. Wie die grünen, samtartig behaarten Raupen des Kleinen Kohlweißlings fressen sie Löcher bis auf die freigelegten Blattrippen.

### Stimmt es, dass chemische Mittel bei Weißkohl immer notwendig sind?

Nein. Bei beginnendem oder geringem Raupenbefall kann schon das Absammeln ausreichen, und ein Kulturschutznetz kann den Befall mit Schadinsekten verhindern oder vermindern. Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich ohnehin nicht direkt heilen, und gegen die bakterielle Adernschwärze ist keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln möglich. Kommt ein Mittel doch infrage, muss es für Kohl im Haus- und Kleingarten zugelassen sein und genau nach Gebrauchsanleitung eingesetzt werden.

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