# Krankheiten und Schädlinge bei Melonen: Schadbilder erkennen und gezielt bekämpfen

> Vertrocknen die Blätter deiner Wassermelone? So deutest du Flecken, Beläge und Gespinste, beugst Mehltau und Spinnmilben vor und greifst erst von Hand und mit Nützlingen ein, chemisch nur als letztes Mittel.

- **URL:** https://samen.live/gemuese/melonen/krankheiten-und-schaedlinge-bei-melonen-erkennen-und-bekaempfen/
- **Bereich:** Gemüse › Melonen
- **Zuletzt geprüft:** 03. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Braune Flecken, eingerollte Blätter, feine Gespinste unter dem Laub: An Melonen sehen viele Schäden auf den ersten Blick ähnlich aus. Wer sie falsch deutet, gießt, schneidet oder spritzt an der Ursache vorbei. Ich gieße meine Melonen am Fuß der Pflanze und kontrolliere dabei die Blätter auf Flecken, Beläge und Gespinste. Dabei drehe ich auch einzelne Blätter um, weil sich erste Anzeichen oft auf der Unterseite verstecken.

Hier zeige ich dir, welche Krankheiten und Schädlinge Zucker- und Wassermelonen treffen können und woran du sie erkennst. Danach geht es ums Vorbeugen und ums Eingreifen in Stufen: erst von Hand und mit Nützlingen, chemisch nur als letztes Mittel.

## Wenn die Blätter der Wassermelone vertrocknen

Vertrocknende Blätter haben an Melonen mehrere mögliche Ursachen, von Pilzen und Bakterien über Schädlinge bis zu geschädigten Wurzeln. Ein einzelnes Symptom ist deshalb ein Hinweis und noch keine Diagnose. Ich schaue zuerst auf die Form der Flecken, dann auf die Blattunterseite und zuletzt auf den Boden am Stängelfuß.

| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was ich dann prüfe |
|---|---|---|
| Unregelmäßige Blattflecken, die rasch kräftig braun vertrocknen; die Blätter rollen sich nach oben ein | Falscher Mehltau | Waren die Nächte kühl und das Laub morgens nass vom Tau? |
| Glasig-wässrige Flecken, die später verbräunen und ausbrechen können | bakterielle Eckige Blattfleckenkrankheit | Zeigen weitere Blätter dasselbe Bild? |
| Gelb gesprenkelte Blätter, dazu feine Gespinste | Spinnmilben | Blattunterseite mit der Lupe; war es warm und trocken? |
| Kleine weißliche Saugflecken und schwarze Kottröpfchen | Thripse | Fänge auf der blauen Leimtafel im Gewächshaus |
| Mehlartiger, weißlicher Belag auf der Blattoberseite, später leicht grau | Echter Mehltau | War das Wetter zuvor warm und sonnig? |
| Die Pflanze welkt, im aufgeschnittenen Stängel sind die Leitbahnen braun | Fusarium-Welke | Standen hier schon Melonen oder andere Kürbisgewächse? |
| Die Pflanze welkt, obwohl der Boden nass ist | Wurzelschäden nach zu viel Wasser | Bodenfeuchte am Stängelfuß |
| Mosaikartig gescheckte, verformte Blätter | Gurkenmosaikvirus | Lässt sich ein anderes Schadbild ausschließen? |
| Verkümmernde Triebspitzen, eingerollte Blätter, gut sichtbare Läuse | Blattläuse | Triebspitzen und Blattunterseite |

Bevor du bei schlaffen, trockenen Blättern mehr gießt, fühl in den Boden am Stängelfuß. Welke kann auch von Wurzeln kommen, die durch zu viel Wasser geschädigt wurden, und beweist allein keinen Wassermangel. Gleichzeitig begünstigt nasses Laub Falschen Mehltau und Stängelbrand. Wer bei vertrocknenden Blättern reflexartig über die Pflanze gießt, kann das eigentliche Problem also verstärken.

> **Jetzt dran:** Dreh ein befallenes Blatt um und schau dir die Unterseite an. Fühl dann in den Boden am Stängelfuß und denk an das Wetter der letzten Nächte. Mit diesen drei Beobachtungen ordnest du das Schadbild in der Tabelle ein.

## So erkennst du Probleme früh

### Der Kontrollgang

Viele Schadbilder beginnen unscheinbar auf der Blattunterseite oder am Stängelansatz. Ich mache meinen Kontrollgang morgens, wenn der Tau abgetrocknet ist, und habe dabei eine Lupe in der Tasche. Unter Glas hängt bei mir zusätzlich eine blaue Leimtafel zwischen den Pflanzen. Bei Gewächshausmelonen lässt sich Thripsbefall durch regelmäßige Kontrollen und solche Tafeln frühzeitig erkennen.

Frisch gepflanzte Melonen sind besonders schneckengefährdet. Bei feuchtem Wetter gehe ich deshalb nach dem Auspflanzen spätabends mit der Taschenlampe durchs Beet.

> **Mini-Checkliste:** Blattoberseite auf Flecken und Beläge · Blattunterseite auf Läuse, Gespinste und Saugflecken · Triebspitzen auf Verkümmerung · Stängelfuß auf Welke und Verfärbung · Früchte auf eingesunkene Flecken · Leimtafel im Gewächshaus · bei feuchtem Wetter spätabends auf Schnecken.

### Das Wetter mitlesen

Mehrere Krankheiten und Schädlinge an Melonen hängen eng an Temperatur und Feuchte.

| Erreger oder Schädling | Was ihn begünstigt |
|---|---|
| Falscher Mehltau | 15 bis 20 °C und nächtliche Taubildung |
| Stängelbrand | lange Blattnässe, trübes Wetter, Luftfeuchtigkeit über 95 % |
| Spinnmilben | Temperaturen über 20 °C und trockene Luft |
| Weiße Fliege an Gewächshausmelonen | 20 bis 30 °C |
| Schnecken an frisch gepflanzten Melonen | feuchtes Wetter |

Daraus ergibt sich, worauf du je nach Wetterlage zuerst schaust. Nach kühlen Nächten mit Tau achtest du vor allem auf Falschen Mehltau, weil genau diese Bedingungen seine Ausbreitung begünstigen. In warmen, trockenen Phasen, besonders unter Glas, kontrollierst du gezielter auf Spinnmilben.

### Abiotisch oder biotisch?

> **Kurz erklärt:** Biotische Schäden gehen auf Lebewesen zurück, also auf Pilze, Bakterien, Viren oder Schädlinge. Abiotische Schäden entstehen durch Umweltbedingungen wie Kälte, Nässe oder ein Ungleichgewicht bei den Nährstoffen.

Nicht hinter jedem Schaden steckt ein Erreger. Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Bei Wassermelonen hilft eine gleichmäßige Wasserversorgung auch kurz vor der Ernte, das Aufplatzen der Früchte zu vermeiden. Auch Nährstoffe spielen hinein: Magnesium ist Bestandteil des Blattgrüns, und hohe Kaliumgehalte im Boden können seine Aufnahme hemmen. Ob dein Boden viel Kalium enthält, zeigt eine Standard-Bodenuntersuchung, die auch Phosphor und pH-Wert erfasst. Als Anhaltspunkt gilt: Abiotische Schäden betreffen oft die ganze Pflanze gleichmäßig, während sich Erreger und Schädlinge häufig von einer Stelle aus ausbreiten.

## Vorbeugen ist besser als heilen

Vorbeugen heißt bei Melonen vor allem: ein warmer Platz, trockenes Laub, Abstand zu anderen Kürbisgewächsen und Sauberkeit. Keine dieser Maßnahmen garantiert gesunde Pflanzen, aber jede senkt das Risiko.

### Ein warmer, geschützter Platz

Melonen brauchen einen sonnigen Standort und Wärme in der Luft. Zuckermelonen gedeihen in warmen, luftfeuchten Bedingungen, am besten im Gewächshaus, in einem großen Frühbeetkasten oder im Folientunnel. Im Freiland können kühle Sommer und hohe Niederschläge zu Ertragsausfällen führen. Im Hausgarten wählst du deshalb die wärmste, windgeschützte Ecke oder einen Platz unter Glas.

Im Kleingewächshaus sollte sich mindestens ein Viertel der Fläche zum Lüften öffnen lassen. Temperaturgesteuerte Fensteröffner lüften auch dort, wo kein Strom liegt.

### Gießen, ohne das Laub zu nässen

Die Blätter sollen möglichst trocken bleiben, denn Blattnässe begünstigt Falschen Mehltau und Stängelbrand. Gieß deshalb morgens von unten, damit benetzte Blätter rasch abtrocknen. Am frühen Morgen ist der Boden außerdem abgekühlt, sodass weniger Wasser sofort verdunstet. Tropfschläuche führen das Wasser gezielt an die Pflanze und lassen das Laub trocken. Bei Zuckermelonen unterstützen sie zudem die gleichmäßige Wasserzufuhr, die diese Pflanzen brauchen.

Ich lege die Tropfschläuche gleich beim Pflanzen aus, damit ich später nicht über die Blätter gießen muss.

> **Häufiger Fehler:** Abends über die Blätter gießen. Das Laub bleibt dann bis in die Nacht nass, und zusammen mit nächtlichem Tau entstehen Bedingungen, die Falschen Mehltau begünstigen. Gieß lieber morgens am Fuß der Pflanze.

### Fruchtfolge und Nachbarn

Melonen gehören zu den Kürbisgewächsen, genau wie Gurken, Kürbisse und Zucchini. Diese Kulturen sollten im Fruchtwechsel nicht unmittelbar aufeinander folgen. Für Melonen selbst plane ich eine Anbaupause von 4 Jahren auf derselben Fläche ein. Nach Melonen passen Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien, etwa Spinat, Bohnen oder Zwiebeln.

Auch im selben Beet halten Melonen Abstand zu ihren Verwandten. Wassermelonen, Kürbis, Hörnchenkürbis, Ziergurken und Kalebasse gelten als unverträgliche Nachbarn, Zucker- und Wassermelone gehören also nicht nebeneinander. Gute Partner sind zum Beispiel Zwiebeln, Dill, Stangensellerie oder Basilikum. Ein Pflanzenschutz ist keiner davon: Mischkultur kann unterstützen, garantiert aber nichts. Im Mischkultur-Planer kannst du [prüfen, welche Nachbarn zu deinen Melonen passen](/tools/mischkultur/). Im Beetplaner [rechnest du Anbaupause und Pflanzabstände für dein Beet durch](/tools/beetplaner/).

### Widerstandsfähige Sorten und gesundes Saatgut

Bei Wassermelonen begünstigt warmes, sonniges Wetter den Echten Mehltau, deshalb sind widerstandsfähige Sorten dort eine wichtige Vorbeugung. Unter den Zuckermelonen ist die Charentais-Melone Stellio F1 gegen Echten Mehltau und die Grüne Gurkenblattlaus resistent. Die Zuckermelone Masada F1 wird als fusariumresistent beschrieben. Gegen bodenbürtiges Fusarium kann außerdem eine geeignete Kürbisunterlage Zuckermelonen vor Ernteausfällen schützen. Eine als tolerant bezeichnete Sorte ist allerdings nicht vollständig immun, die Kontrolle bleibt also nötig.

Anthraknose kann über infiziertes Saatgut übertragen werden. Wer selbst Samen gewinnt, nimmt sie deshalb nur aus gesunden, fleckenfreien Früchten.

### Sauberkeit im Beet und im Gewächshaus

Ich schneide kranke Blätter mit einer sauberen Schere heraus und reinige die Klinge, bevor ich an die nächste Pflanze gehe. Befallenes Laub kommt bei mir in den Restmüll und nicht auf den Kompost. Pflanzen mit Eckiger Blattfleckenkrankheit gehören vollständig aus dem Beet, ebenfalls ohne Umweg über den Kompost. Melonen mit Fusarium-Welke entfernst du hygienisch sauber. Im Gewächshaus minimierst du schon vor der Neupflanzung mögliche Zuflugwege für Weiße Fliegen.

> **Passt dazu:** Rankhilfen, Ausdünnen, Düngen und Mulchen über die ganze Saison findest du im Ratgeber dazu, [wie du Melonen vom Auspflanzen bis zur Ernte pflegst](/gemuese/melonen/pflege-von-melonenpflanzen-von-der-aussaat-bis-zur-ernte/).

## Falscher Mehltau: Flecken, die rasch braun vertrocknen

### So erkennst du ihn

Falscher Mehltau kann an Melonen unregelmäßige Flecken auf den Blättern verursachen. Diese Flecken vertrocknen rasch und werden kräftig braun, während sich die Blätter nach oben einrollen. Auf den ersten Blick sieht das aus wie ein Trockenschaden, deshalb prüfe ich bei vertrocknenden Blättern immer auch den Boden. Vom Echten Mehltau unterscheidet er sich deutlich, denn der bildet einen mehlartigen, weißlichen Belag, zunächst häufig auf der Blattoberseite.

### Wann er sich ausbreitet

Die Ausbreitung des Falschen Mehltaus wird durch 15 bis 20 °C und nächtliche Taubildung begünstigt. Kühle Nächte mit feuchtem Laub sind deshalb die Phasen, in denen ich besonders genau hinschaue. Weil auch Stängelbrand von langer Blattnässe profitiert, zielt die Vorbeugung gegen beide auf dasselbe: trockene Blätter.

### Vorbeugen

Gieß bevorzugt über Tropfschläuche oder morgens von unten, damit benetzte Blätter schnell abtrocknen. Halte das Laub auch bei der Pflege trocken und arbeite nicht im nassen Bestand. Unter Glas sorgst du für Lüftung, besonders in kühlen, feuchten Phasen.

### Was ich tue, wenn er da ist

Befallene Blätter schneide ich heraus, sobald ich die typischen Flecken sehe, und entsorge sie über den Restmüll. Danach gieße ich noch konsequenter nur am Stängelfuß. Bleibt das Wetter kühl und taureich, kann sich der Befall trotzdem weiter ausbreiten. Ob dann ein chemisches Mittel infrage kommt, entscheidest du nach der Stufenfolge, die ich weiter unten beschreibe.

> **Marias Erfahrung:** Nach kühlen, taureichen Nächten drehe ich beim Kontrollgang gezielt Blätter um und schaue mir jeden neuen Fleck genau an. Verdächtige Blätter markiere ich mit einer Wäscheklammer, damit ich beim nächsten Gang sehe, ob die Flecken größer geworden sind.

## Weitere Krankheiten an Melonen

### Echter Mehltau und Fusarium-Welke

Echter Mehltau zeigt sich als mehlartiger, weißlicher Belag, der später leicht grau wird. Bei Fusarium-Welke welken die Pflanzen, und die Leitbahnen im Stängel können sich braun verfärben. Ausführlich geht es darum im Ratgeber, [wie du Pilz-, Bakterien- und Viruskrankheiten an Zuckermelonen erkennst und behandelst](/gemuese/melonen/erkennnen-und-behandeln-haeufiger-krankheiten-bei-zuckermelonen/).

### Anthraknose

Anthraknose kann an Melonen eingesunkene, rundliche Flecken auf den Früchten verursachen. Der Erreger kann mit infiziertem Saatgut in deinen Garten kommen. Früchte mit solchen Flecken nehme ich ab und verwende sie nie für die Samengewinnung.

### Bakterielle Eckige Blattfleckenkrankheit

Diese Bakterienkrankheit beginnt an Melonen mit glasig-wässrigen Flecken auf den Blättern. Später verbräunen die Flecken und können ausbrechen. Bestätigt sich der Verdacht, kommt die erkrankte Pflanze vollständig aus dem Beet und nicht auf den Kompost.

### Stängelbrand

Stängelbrand wird durch lange Blattnässe und trübes Wetter begünstigt. Auch eine Luftfeuchtigkeit über 95 % fördert ihn. Die Vorbeugung deckt sich mit der gegen Falschen Mehltau: trockenes Laub und unter Glas eine gute Lüftung.

### Gurkenmosaikvirus

Das Gurkenmosaikvirus kann an Melonen mosaikartige Scheckungen und verformte Blätter verursachen. Direkt bekämpfen lässt es sich mit Pflanzenschutzmitteln nicht.

## Schädlinge an Melonen: Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und Co.

Viele Schädlinge an Melonen sind klein und sitzen gern auf der Blattunterseite oder an jungen Trieben. Deshalb gehört die Lupe bei mir zum Kontrollgang dazu.

### Blattläuse

Gut sichtbare Läuse, verkümmernde Triebspitzen und eingerollte Blätter weisen auf Blattläuse hin. Die grünen oder schwarzen Tiere sitzen oft an jungen Trieben und auf der Blattunterseite. Beim Saugen hinterlassen die Läuse klebrigen Honigtau, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fressen Blattläuse, deshalb lohnt es sich, diese Nützlinge zu fördern.

Einzelne Kolonien streife ich mit den Fingern ab, eine stark befallene Triebspitze kneife ich aus. Gegen Blattläuse wird häufig Schmierseifenlösung genannt. Ihr wird nachgesagt, dass sie die weichhäutigen Tiere benetzt und so schwächt, eine sichere Wirkung darfst du davon aber nicht erwarten.

Kapuzinerkresse oder Tagetes neben den Melonen sollen Nützlinge anlocken und Läuse abhalten. Günstige Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind aber schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Blühende Pflanzen am Beetrand sehe ich deshalb als Lebensraum für Nützlinge und nicht als Abwehr gegen Läuse.

### Spinnmilben

Spinnmilben sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Bei Fruchtgemüse im Kleingewächshaus sind gelb gesprenkelte Blätter zusammen mit feinen Gespinsten typische Hinweise. Später können die befallenen Blätter vertrocknen und abfallen. Temperaturen über 20 °C und trockene Luft begünstigen die Milben.

Gegen Spinnmilben wird oft empfohlen, die Pflanzen mit Wasser abzubrausen, weil die Tiere trockene Luft mögen. Nasses Laub begünstigt aber Falschen Mehltau und Stängelbrand. Unter Glas setze ich deshalb auf frühe Kontrolle und Nützlinge, statt die Blätter immer wieder nass zu machen. Welche Raubmilben dafür infrage kommen, steht im Abschnitt zu den Nützlingen.

### Thripse

Thripse können an Melonen kleine weißliche Saugflecken und schwarze Kottröpfchen hinterlassen. Bei starkem Befall können die Pflanzen im Wachstum zurückbleiben. Bei Gewächshausmelonen erkennst du einen Befall früh, wenn du regelmäßig kontrollierst und blaue Leimtafeln aufhängst. Die Tafeln nutze ich vor allem zur Kontrolle: Kleben dort Thripse, schaue ich die Blätter in der Nähe gezielt ab. Zu ihren natürlichen Gegenspielern gehören Raubwanzen und bestimmte Raubmilben.

### Weiße Fliege und Schnecken

An Gewächshausmelonen fördern Temperaturen von 20 bis 30 °C die Weiße Fliege. Deshalb minimierst du mögliche Zuflugwege schon vor der Neupflanzung. Im Freiland sind frisch gepflanzte Melonen besonders schneckengefährdet. Bei feuchtem Wetter kontrollierst du sie spätabends und sammelst die Schnecken ab.

## Pflanzenschutz in Stufen

Integrierter Pflanzenschutz heißt: Du kombinierst mehrere Methoden und gehst erst zur nächsten Stufe, wenn die vorige nicht reicht. Im Hausgarten beginnt das mit Vorbeugen über Standort, Klima und Sauberkeit im Gewächshaus. Dann folgen Kontrolle und mechanisches Eingreifen, danach biologische Wege. Chemie ist das letzte Mittel.

| Stufe | Was du tust | Beispiele an Melonen |
|---|---|---|
| Vorbeugen | Standort, Klima und Sauberkeit gestalten | warmer, windgeschützter Platz; trockenes Laub; Anbaupause; widerstandsfähige Sorten |
| Kontrollieren | Schadbilder früh erkennen | Blattunterseiten mit der Lupe, blaue Leimtafel unter Glas, Schnecken spätabends |
| Mechanisch eingreifen | entfernen und absammeln | befallene Blätter ausschneiden, Läuse abstreifen, Schnecken absammeln |
| Biologisch handeln | Nützlinge fördern oder gezielt einsetzen | Blühinseln und Hecken; Raubmilben gegen beginnende Spinnmilben unter Glas |
| Chemisch eingreifen | nur als letztes Mittel im Sicherheitsrahmen | zugelassen für Haus- und Kleingarten, Gebrauchsanweisung, Wartezeit |

Nicht jeder Fund verlangt sofort eine Gegenmaßnahme. Einzelne Läuse an einer kräftigen Pflanze beobachte ich zunächst und schaue beim nächsten Kontrollgang wieder nach. Erst wenn ein Befall zunimmt, gehe ich zur nächsten Stufe.

### Mechanisch eingreifen: die Handgriffe

Mechanische Maßnahmen kommen ohne Mittel aus und setzen direkt am Befall an:

- Befallene Blätter herausschneiden und die Schere danach reinigen.
- Blattlauskolonien abstreifen, stark befallene Triebspitzen auskneifen.
- Schnecken bei feuchtem Wetter spätabends absammeln, vor allem an frisch gepflanzten Melonen.
- Blaue Leimtafeln im Gewächshaus aufhängen, um Thripse früh zu entdecken.
- Zuflugwege für Weiße Fliegen vor der Neupflanzung minimieren.
- Pflanzen mit Eckiger Blattfleckenkrankheit oder Fusarium-Welke vollständig und sauber entfernen.

## Biologisch bekämpfen: Nützlinge und Hausmittel

### Nützlinge fördern

Blühinseln und Hecken können im Garten Lebensräume für Nützlinge schaffen. Ringelblumen oder Kornblumen in der Nähe der Melonen locken Blütenbesucher an, ein kleiner Totholzhaufen bietet Unterschlupf. Wildbienen profitieren von solchen Blütenangeboten und von nahen Nistplätzen wie offenen Bodenstellen. Für Melonen ist das ein zusätzlicher Gewinn, denn eine gute Bestäubung fördert Fruchtqualität, Fruchtgröße und Ertrag.

### Nützlinge gezielt einsetzen

Im Gewächshaus können die Raubmilben Phytoseiulus persimilis und Amblyseius californicus frühzeitig gegen beginnenden Spinnmilbenbefall eingesetzt werden. Für zugekaufte Nützlinge brauchst du zwei Dinge: einen sicher bestimmten Schädling und ein Gewächshausklima, das zum jeweiligen Nützling passt. Deshalb steht bei mir die Bestimmung mit der Lupe immer am Anfang.

### Hausmittel: was ihnen nachgesagt wird

Viele Gärtner setzen auf selbst angesetzte Brühen und Jauchen. Ackerschachtelhalm-Brühe wird wegen ihrer Kieselsäure nachgesagt, die Zellwände zu festigen und Erregern das Eindringen zu erschweren. Knoblauchauszug soll Pflanzen für Schädlinge unattraktiv machen, kann aber auch Nützlinge vertreiben. Verlass dich bei der Schädlingskontrolle nicht auf diese Mittel.

> **Mythos-Check:** „Brennnesseljauche vertreibt Schädlinge und stärkt die Melonen.“ Ihr wird nachgesagt, dass ihr Geruch Schädlinge fernhält und ihre Nährstoffe die Pflanzen kräftigen. Eine verlässliche Wirkung gegen Läuse oder Milben lässt sich daraus nicht ableiten. Zudem können auch organische Gaben bei übermäßiger Anwendung zu einer Überdüngung führen.

## Chemische Mittel: nur als letzte Stufe

Reichen Vorbeugung, Kontrolle, Handarbeit und Nützlinge nicht aus, kann ein chemisches Pflanzenschutzmittel die letzte Stufe sein. Dafür gilt ein fester Rahmen:

- Nur Mittel verwenden, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, und nur für die zugelassene Kultur und Anwendung.
- Die Gebrauchsanweisung genau befolgen.
- Schutzkleidung tragen und nicht bei Wind oder Regen ausbringen.
- Die Wartezeit bis zur Ernte einhalten.
- Reste und Verpackungen nach Anweisung entsorgen, Mittel kindersicher und getrennt von Lebensmitteln lagern.

Chemische Mittel können Nützlinge treffen und bei unsachgemäßer Anwendung die Umwelt belasten. Wer im Gewächshaus Raubmilben gegen Spinnmilben einsetzt, riskiert mit einem Spritzmittel also, die eigenen Helfer gleich mit zu treffen.

## Hygiene bei der Ernte

Auch bei der Ernte kannst du Erreger von Pflanze zu Pflanze tragen. Ich schneide Melonen mit einer sauberen, scharfen Rosenschere ab und reinige sie, bevor ich an die nächste Pflanze gehe. Beschädigte oder kranke Früchte nehme ich ab und entsorge sie nicht auf dem Kompost. Schimmelige oder faulig beziehungsweise vergoren riechende Melonen isst du nicht mehr.

Geerntet wird von August bis Oktober, den genauen Zeitpunkt zeigen je nach Melonentyp unterschiedliche Reifezeichen. Auch wie lange eine ganze Frucht lagert, hängt vom Typ ab, und solche Werte gelten nie für angeschnittene Stücke. Im Melonen-Ratgeber erfährst du, [wie du Erntezeit, Reifezeichen und Lagerung deiner Melonen einschätzt](/gemuese/melonen/).

## Häufige Fragen

### Welche Probleme treten beim Melonenanbau auf und wie lassen sie sich vermeiden?

Im Freiland können kühle Sommer und hohe Niederschläge zu Ertragsausfällen führen, dazu kommen Krankheiten wie Falscher Mehltau und Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Thripse. Vorbeugen kannst du mit einem sonnigen, windgeschützten Platz oder einem Platz unter Glas. Gieß morgens von unten oder über Tropfschläuche und halte bei Melonen eine Anbaupause von 4 Jahren ein. Eine Garantie gegen Befall ist das nicht, aber du senkst das Risiko.

### Welche Krankheiten treten bei Melonen auf und wie erkennt man sie?

Falscher Mehltau kann unregelmäßige Blattflecken verursachen, die rasch kräftig braun vertrocknen, während sich die Blätter nach oben einrollen. Echter Mehltau bildet dagegen einen mehlartigen, weißlichen Belag, zunächst häufig auf der Blattoberseite. Bei Fusarium-Welke können sich die Leitbahnen im Stängel braun verfärben, die bakterielle Eckige Blattfleckenkrankheit beginnt mit glasig-wässrigen Flecken. Solche Schadbilder sind Hinweise, deshalb schaust du dir Blattober- und Blattunterseite, Stängel und Wetter immer zusammen an.

### Warum ist die Gartenhygiene beim Melonenanbau so wichtig?

Erreger können mit befallenen Pflanzenteilen, Werkzeug oder Saatgut weitergetragen werden, Anthraknose zum Beispiel über infiziertes Saatgut. Pflanzen mit Eckiger Blattfleckenkrankheit gehören vollständig aus dem Beet und nicht auf den Kompost, Pflanzen mit Fusarium-Welke entfernst du hygienisch sauber. Reinige deine Schere, bevor du von kranken zu gesunden Pflanzen wechselst. Im Gewächshaus gehört dazu auch, mögliche Zuflugwege für Weiße Fliegen schon vor der Neupflanzung zu minimieren.

### Welche Rolle spielt die Fruchtfolge beim erfolgreichen Melonenanbau?

Melonen sollten nicht jedes Jahr auf dieselbe Fläche, für sie gilt eine Anbaupause von 4 Jahren. Melonen, Gurken, Kürbisse und Zucchini gehören alle zu den Kürbisgewächsen und sollten im Fruchtwechsel nicht unmittelbar aufeinander folgen. Nach Melonen passen Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien, etwa Spinat, Bohnen oder Zwiebeln. Als Gründüngung vor oder nach Melonen eignen sich Lupine, Phacelia oder Gelbsenf, wobei Gelbsenf als Kreuzblütler in der Fruchtfolge mit Kohl mitzählt.

### Wie wirken sich verschiedene Bewässerungsmethoden auf die Melonenpflanzengesundheit aus?

Gießen über die Blätter hält das Laub nass, und Blattnässe begünstigt Falschen Mehltau und Stängelbrand. Besser sind Tropfschläuche oder die Gießkanne direkt am Fuß der Pflanze, am besten am Morgen, damit benetzte Blätter rasch abtrocknen. Welke Blätter beweisen dabei allein keinen Wassermangel, denn auch Wurzeln, die durch zu viel Wasser geschädigt wurden, lassen Pflanzen welken. Fühl deshalb vor dem Gießen in den Boden am Stängelfuß.

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