# Kräutergarten für Einsteiger: 10 Küchenkräuter für den Start – und was du dafür brauchst

> Zehn Küchenkräuter, mit denen du deinen ersten Kräutergarten anlegst: Standort, erster Handgriff, Abstände und Ernte pro Kraut – plus die Ausstattung, die du wirklich brauchst.

- **URL:** https://samen.live/kraeuter/die-10-beliebtesten-kraeuter-fuer-den-anfaenger-kraeutergarten/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 22. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Zehn Tütchen im Regal, ein leerer Balkonkasten – und die Frage, welches Korn zuerst in die Erde soll. Genau dort fange ich mit dir an: Ich zeige dir die zehn Küchenkräuter, mit denen ich Einsteigern den Start empfehle, nenne dir pro Kraut den ersten Handgriff und stelle dir die Ausstattung zusammen, die du wirklich brauchst. Die Grundlagen zu Standort, Boden, Gießen und Düngen lebt gebündelt im [Kräuter-Hub mit den zwei Kräuter-Welten](/kraeuter/) – hier geht es um die Auswahl und darum, wie du loslegst.

## Welche zehn Kräuter sind für den Einstieg geeignet?

Meine Zehn decken beide Kräuter-Welten ab: die trockene, mediterrane mit Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei und die frisch-feuchte mit Petersilie, Schnittlauch, Minze, Dill und Koriander. Basilikum steht dazwischen – es will volle Sonne, aber leicht feuchte Erde. So lernst du von Anfang an, dass eine Gießkanne nicht für alle passt.

| Kraut | Standort | Lebenslauf hierzulande | So startest du | Abstand in der Reihe × Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|
| Basilikum | sonnig | einjährig kultiviert, nicht winterhart | Vorkultur, Lichtkeimer; raus ab Mitte Mai | 10 × 20 cm als Büschel gesetzt |
| Petersilie | sonnig bis halbschattig | zweijährig, für Blatt einjährig | Direktsaat in Reihen, Samen bedecken | 15 × 25 cm |
| Schnittlauch | sonnig bis halbschattig | mehrjährig, winterhart | Saat, Teilung oder Jungpflanze | 20 × 30 cm |
| Thymian | sonnig | mehrjährig | Vorkultur (Lichtkeimer) oder Jungpflanze | 20 × 25 cm |
| Minze | sonnig bis halbschattig | mehrjährig, frosthart | Teilung oder Jungpflanze, eigener Kübel | 30 × 30 cm |
| Oregano | sonnig | mehrjährig, winterhart | Saat (Lichtkeimer) oder Jungpflanze | 20 × 30 cm |
| Rosmarin | sonnig | mehrjährig, Kübel zum Überwintern | Jungpflanze | 30 × 40 cm |
| Salbei | sonnig bis halbschattig | mehrjähriger Halbstrauch | Vorkultur oder Jungpflanze | 35 × 40 cm |
| Dill | sonnig bis halbschattig | einjährig | Direktsaat, gestaffelt | 15 × 25 cm |
| Koriander | sonnig bis halbschattig | einjährig | Direktsaat | 10 × 25 cm |

> **Kurz erklärt:** Ein Abstand ist immer ein System aus Abstand in der Reihe, Reihenabstand und Pflanzweise. Bei Basilikum etwa reicht die Spanne von 10 bis 25 cm (pflanzweise- und sortenabhängig): als Büschel gesetzt enger, als Einzelpflanze weiter. Nimm die Tabellenwerte also als Startraster, nicht als Gesetz.

## Was brauchst du zum Start?

Weniger, als die Gartenabteilung dir einreden will. Zur Kräuteranzucht gehören Saatgut, Töpfe, eine geeignete Anzucht- oder Kräutererde und Pflanzenetiketten – der Rest ist Komfort.

> **Mini-Checkliste:**
> - **Saatgut** – kühl und trocken lagern; bei älteren Tütchen prüfst du die Keimfähigkeit mit einer Probeaussaat.
> - **Gefäße mit Abzugslöchern** – Kräutertöpfe brauchen freie Ablauflöcher, damit keine Staunässe entsteht. Als Drainagebeispiel reicht eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht.
> - **Passende Erdtiefe** – Flachwurzler wie Schnittlauch, Basilikum oder Petersilie kommen mit 15 bis 20 cm aus, Tiefwurzler wie Rosmarin, Salbei oder Liebstöckel brauchen mindestens 25 bis 30 cm.
> - **Frische Anzuchterde** für die Vorkultur; für länger im Gefäß wachsende Kräuter Kübelpflanzen- oder Universalerde. Für mediterrane Topfkräuter mischst du torffreie Erde 1:1 mit grobem Sand.
> - **Etiketten** – ich beschrifte jeden Topf beim Säen, weil ich Petersilie- und Korianderkeimlinge nicht zuverlässig auseinanderhalte.
> - **Sauberes, scharfes Schneidwerkzeug** für Ernte und Rückschnitt.
> - **Gießkanne**, mit der du an den Fuß der Pflanze kommst statt über das Blatt.

Ein Tipp zur Größe: Wähl das Gefäß nach der späteren Pflanzengröße, größere Gefäße verringern den Gießaufwand. Auf Balkon und Terrasse stellst du Kübel so standsicher auf, dass kräftiger Wind sie nicht umwirft. Und bei mehrjährigen Stauden und Halbsträuchern – Rosmarin, Salbei, Thymian – ist der Kauf einer Jungpflanze der einfachere Einstieg als die Anzucht aus Samen.

## Standort, Gießen und Düngen – die Kurzfassung

**Standort:** Für die meisten Kräuter ist ein sonniger bis halbschattiger Platz hinterlegt, die mediterranen Arten verlangen die volle Sonne. Welche deiner Zehn welchen Boden konkret mag, liest du in unserem Beitrag zu den [Bodenansprüchen der Anfänger-Kräuter](/kraeuter/kraeuter-bodenansprueche-vergleichen/).

**Gießen:** Mediterrane Kräuter gießt du selten und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist; frisch-feuchte Blattkräuter gleichmäßig, bevor sie schlappen, morgens und an den Fuß der Pflanze. Ich taste vor dem Gießen mit dem Finger unter die Oberfläche, weil tiefere Substratbereiche noch nass sein können, wenn oben alles trocken aussieht.

**Düngen:** Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend; genügsame Kräuter im Beet kommen mit einer einmaligen Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m² aus, mediterrane Stauden stehen auf kargem Boden und bekommen keine pauschale Kompostgabe. Basilikum ist unter meinen Zehn die Ausnahme und gilt als starkzehrend. Die Details dazu stehen im Hub-Abschnitt „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß".

## Die zehn Kräuter im Einzelnen

### Basilikum – wärmebedürftig, aber dankbar

Basilikum ist ein Lichtkeimer: 0–0,5 cm tief säen, höchstens leicht mit Erde bedecken, bei 15–22 °C keimt es in 7–25 Tagen. Ich ziehe es im Haus vor und stelle die Töpfe erst ab Mitte Mai nach draußen, wenn ich keine Nachtfröste mehr erwarte – unter 10 °C kommt das Wachstum zum Stillstand, und schon leichter Frost kann Schäden verursachen. Ins Beet kommt es als Büschel mit 10 cm in der Reihe und 20 cm Reihenabstand; vor der Pflanzung reichen 3 l Kompost je m². Die Erde hältst du leicht feucht, vermeidest Staunässe und gießt möglichst ohne die Blätter zu benetzen.

Geerntet wird von Juni bis Oktober: obere Triebe bis zu den nächsten Blattachseln, einige Blätter bleiben stehen, damit die Pflanze buschig nachwächst. Kurz vor der Blüte ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten; Blüten auskneifen fördert die Blattentwicklung. Frisch geschnittenes Basilikum stellst du bei Zimmertemperatur in Wasser, nicht in den Kühlschrank. Trocknen lohnt wegen der Schleimstoffe nicht – klein geschnitten in Eiswürfeln einfrieren ist der bessere Weg. Und weil Basilikum hierzulande einjährig kultiviert wird und am Winterfenster unter Lichtmangel leidet, säe ich jedes Jahr neu.

> **Achtung:** In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden. Frisches Pesto und selbst angesetztes Kräuteröl gehören in den Kühlschrank, Kräuteröl verbrauchst du spätestens am Tag nach der Herstellung – und auf Vorrat setzt du davon nichts an.

### Petersilie – braucht Geduld beim Keimen

Petersilie gedeiht sonnig bis halbschattig und wird in Reihen gesät: Samen 0,5–1 cm tief legen und mit Erde bedecken, 14–20 °C Keimtemperatur, 14–30 Tage Keimdauer. Diese Wartezeit ist normal, nicht dein Fehler. Freilandsaat ist von April bis Juli möglich; das Raster liegt bei 15 cm in der Reihe und 25 cm Reihenabstand. Botanisch ist Petersilie zweijährig – sie blüht im Juni/Juli des zweiten Jahres, danach ist die Ernte beendet. Beim sehr frühen Anbau ist das Risiko am größten, dass niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C schon im ersten Jahr die Blüte auslösen.

Geerntet wird nach Bedarf und frisch, von Juni bis November: äußere Stängel nehmen, die Herzblätter unverletzt lassen. Beim Trocknen verliert Petersilie Geschmack, portionsweise eingefroren hält sie besser. Krause Petersilie schmeckt milder und weniger aromatisch als die glatte. Bei der Neuanlage kommt sie an einen anderen Platz als im Vorjahr.

### Schnittlauch – der zuverlässigste Dauerläufer

Schnittlauch ist mehrjährig, als etablierter Horst freiland-winterhart und mit sonnigem bis halbschattigem Platz zufrieden. Du kannst ihn von März bis Juli direkt säen – 0,5–2 cm tief bei 10–20 °C, Keimdauer 7–25 Tage, 20 cm in der Reihe und 30 cm Reihenabstand – oder einen bestehenden Horst im Frühjahr teilen. Aus Samen gezogene Pflanzen brauchen häufig ein Jahr Vorkultur bis zur ersten Blüte; wer schneller schneiden will, kauft eine Jungpflanze.

Ich schneide meinen Schnittlauch etwa 2 cm über dem Boden ab und schaue beim Gießen, ob die Röhrchen nachschieben – sobald sie nachgewachsen sind, kann er etwa alle 3–4 Wochen wieder beerntet werden, von April bis November. Nach dem Abblühen räume ich altes Laub und Blüten weg. Alle 2 bis 3 Jahre wird der Horst geteilt und verjüngt. Zum Vorrat: Schnittlauch gehört eingefroren, nicht getrocknet.

### Thymian – der Trockenkünstler

Echter Thymian braucht einen sonnigen Standort und ist ein Lichtkeimer: 0–0,5 cm, 15–25 °C, 10–21 Tage. Die Voranzucht läuft März bis Mai; nach der Keimung setze ich jeweils 4–5 Keimlinge gemeinsam in einen Topf und ziehe sie etwas kühler weiter. Gepflanzt wird März bis Mai im Raster 20 × 25 cm. Eingewachsen verträgt Thymian sommerliche Trockenphasen häufig ohne Gießen – nur in der Anwachsphase darf er nicht austrocknen. Im Topf will er einen gut durchlüfteten Wurzelraum und wird zurückhaltend gegossen.

Triebspitzen erntest du von Mai bis September, frisch oder zum Trocknen – dabei behält Thymian seine Würzkraft gut. Der kräftige Schnitt fällt in den April und bleibt oberhalb des vollständig verholzten Bereichs; als Faustregel werden verholzende Kräuter bis auf ein Drittel der Pflanzenhöhe zurückgeschnitten. Thymian kann im Freiland überwintern, in rauen Lagen ist eine Abdeckung sinnvoll.

### Minze – robust, aber grenzenlos

Minze wächst sonnig bis halbschattig auf normalem Gartenboden und braucht mehr Feuchtigkeit als die mediterranen Kräuter. Ihr Problem sind die Ausläufer: Auf schweren Böden begrenzt du sie leichter in einem großen Kübel als durch Jäten im Beet. Wer sie doch ins Beet setzen will, gräbt ein Gefäß ein, dessen Rand 3–5 cm über dem Boden bleibt. Der Start gelingt am einfachsten durch Teilung im Frühjahr oder eine Jungpflanze; Saat keimt leicht bedeckt bei rund 18 °C innerhalb von 2 Wochen und wird auf 30 × 30 cm vereinzelt.

Für den Vorrat wird Minze etwa im Juni und Juli kurz vor der Blüte geschnitten, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist; Pfefferminze blüht von Juli bis September. Sie verträgt einen kräftigen Rückschnitt und treibt wieder aus. Getrocknet eignet sie sich als Teekraut – Kräutertee gießt du mit sprudelnd kochendem Wasser auf, lässt ihn mindestens fünf Minuten ziehen und nicht über Stunden stehen. Pfefferminze schmeckt ausgeprägt kühlend, Grüne Minze milder und süßlicher. Im Herbst zieht Pfefferminze ein und kommt im Frühjahr aus den Rhizomen zurück.

### Oregano – der Trocknungs-Sonderfall

Oregano bildet an warmen, trockenen, sonnigen Standorten das meiste Aroma und ist staunässeempfindlich. Als Lichtkeimer wird er 0–0,5 cm tief gesät und nur dünn bedeckt, keimt bei 16–20 °C nach 10–15 Tagen; Freilandsaat März bis Juni, Raster 20 cm in der Reihe × 30 cm Reihenabstand. Gegossen wird regelmäßig, aber mit Maß. Oregano ist winterhart und mehrjährig; bei starken Winterfrösten hilft eine Reisigabdeckung, im Frühjahr wird er zur Wuchsbegrenzung zurückgeschnitten, nach 3 Jahren geteilt und umgepflanzt. Weil er selbstunverträglich ist, wird ein Fruchtwechsel von 4 bis 5 Jahren zu Lippenblütlern empfohlen.

Die Ernte läuft Mai bis Oktober, morgens mit sauberem, scharfem Werkzeug. Anders als bei den meisten Kräutern erntest du Oregano fürs Trocknen erst zur Blüte (Juli bis September) – dann ist sein Aroma am intensivsten.

### Rosmarin – der Kübelkandidat

Rosmarin gehört zu den Kräutern mit geringem Nährstoffbedarf und will einen sonnigen Platz. Weil er zu den frostempfindlichen mediterranen Kräutern zählt, hältst du ihn am besten als Kübelpflanze, damit du ihn zur Überwinterung leicht ins Haus holen kannst: hell, kühl bei rund 5 bis 10 °C, frostfrei und mäßig feucht. Als Tiefwurzler braucht er mindestens 25 bis 30 cm Erdtiefe; im Beet steht er mit 30 cm in der Reihe und 40 cm Reihenabstand. Den Start machst du mit einer Jungpflanze.

Rosmarin blüht als Kalenderorientierung im Mai und Juni. Der Rückschnitt fällt ins Frühjahr vor dem Neuaustrieb und bleibt im grünen Triebbereich – tief ins alte, kahle Holz treibt er nur zögerlich wieder aus. In der Küche darf er länger mitgaren, und er lässt sich trocknen.

### Salbei – der Halbstrauch mit Schnittregel

Echter Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch von 50–60 cm Höhe, gedeiht sonnig, warm und windgeschützt auch auf mageren Böden. Die Voranzucht läuft März bis April: Samen etwa 0,5 cm tief legen und mit Erde bedecken, 18–22 °C, 7–21 Tage Keimdauer. Danach setze ich jeweils 2–3 Sämlinge in einen Topf und ziehe sie etwas kühler weiter; ausgepflanzt wird ab Mitte Mai im Raster 35 × 40 cm. Einfacher: eine Jungpflanze kaufen.

Beim Frühjahrsschnitt werden die neuen belaubten Triebe um zwei Drittel bis kurz vor die verholzte Basis gekürzt. Wer die Blüte im Juni/Juli sehen will, lässt zunächst die Hälfte der Pflanze stehen und schneidet sie erst danach – so mache ich es. Geerntet wird Mai bis Oktober, Salbei behält seine Würzkraft beim Trocknen gut. Kurze Blattnässezeiten können Blattkrankheiten vorbeugen. Salbei hat wie Thymian eine lange Tradition als Teekraut. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

### Dill – säen, nachsäen, blühen lassen

Dill ist einjährig und läuft in einer Saison von der Aussaat bis zur Samenreife. Direktsaat beginnt zwischen April und Mitte Mai und ist bis August möglich, 40 Korn je laufenden Meter bei 15 cm in der Reihe und 25 cm Reihenabstand. Wer bis August alle 3 Wochen nachsät, erntet von Mai bis Oktober. Wegen seiner tief reichenden Pfahlwurzel braucht Dill im Topf ein hohes Gefäß, und mit 80–120 cm Höhe steht er im Beet hinten. Nicht neben Petersilie, Koriander oder Möhren setzen – die Doldenblütler gelten untereinander als schwierige Nachbarn.

Dillblätter werden jung geerntet und sofort verarbeitet; getrocknet verlieren sie ihr Aroma, eingefroren oder in Essig eingelegt halten sie. Die Samen erntest du, sobald sie braun sind. Ein paar Dolden lasse ich stehen: Sie sorgen für Selbstaussaat, und blühender Dill bietet erwachsenen Blattlausfeinden Pollen und Nektar.

### Koriander – zwei Ernten aus einer Pflanze

Koriander wird in der Frühjahrskultur einjährig gezogen, sonnig bis halbschattig, und keimt anders als viele Kräuter tiefer: 1–2 cm Saattiefe, 10–22 °C, 12–21 Tage. Freilandsaat April bis Juni, 10 cm in der Reihe und 25 cm Reihenabstand. Trockenheit beschleunigt die Blütenbildung und verringert die Blattbildung – wer Blätter will, gießt gleichmäßig. Wie Dill hält er Abstand zu Petersilie und Kerbel.

Blätter erntest du im Freiland von Mai bis November, verwendest sie frisch oder frierst sie portionsweise ein. Für Samen lässt du die Pflanze im Juni/Juli blühen; eine trockene Kulturführung im Spätsommer fördert die Samenbildung, geerntet wird kurz vor der vollen Reife. Die Samen schmecken herb-süß nach Orangenschalen. Wenn dir das Kraut seifig vorkommt, liegt das an Aldehyden im Grün, deren Wahrnehmung individuell unterschiedlich ist – ein Geruchsrezeptor-Gen und persönliche Erfahrung spielen dabei mit.

## Welche Kräuter stellst du nebeneinander?

Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts – günstige Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Klarer sind die Unverträglichkeiten: Die mediterranen Aromatiker Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano und auch Basilikum und Minze stehen untereinander als schwierige Nachbarn in der Matrix, unter den Doldenblütlern gilt dasselbe für Dill, Koriander und Petersilie. Gute Partner findest du eher außerhalb des Kräuterbeets: Basilikum passt zu Tomaten, Gurken und Kürbis, Dill zu Gurken, Bohnen und Roter Bete, Petersilie zu Tomaten. Plane den Platz nach der Endgröße jeder Kultur, damit sich nichts gegenseitig Licht und Luft nimmt. Für deine konkrete Kombination gibt es unseren [Mischkultur-Rechner](/tools/mischkultur/), das ganze Beet legst du im [Beetplaner](/tools/beetplaner/) an.

> **Häufiger Fehler:** Alle zehn in einen Balkonkasten. Minze überwuchert, Basilikum will Wasser, Thymian will keins. Sortier nach Gießwelt und gib Minze und Basilikum je ein eigenes Gefäß.

## Beet, Topf, Schatten oder Spirale – wohin damit?

Im Beet, Hochbeet oder Topf funktionieren alle Zehn; wie Aussaat und Pflanzung speziell draußen gelingen, steht im Beitrag zu [Kräutern im Freiland](/kraeuter/kraeuter-freiland-anbauen/). Hat dein Garten eher Schattenecken, passen Petersilie, Minze und Schnittlauch – Schnittlauch wächst auch an eher schattigen Plätzen; weitere Arten findest du bei den [Kräutern für schattige Gartenecken](/kraeuter/kraeuter-schatten-auswaehlen/). Eine Kräuterspirale löst das Zwei-Welten-Problem auf kleiner Fläche: Salbei, Thymian und Rosmarin gehören in den trockenen, nährstoffarmen Bereich oben, Petersilie nach unten. Wie du sie baust und dabei Bienen und Schmetterlinge mitversorgst, zeigt der Beitrag zum [insektenfreundlichen Kräutergarten mit Kräuterspirale](/kraeuter/insektenfreundlicher-kraeutergarten-die-besten-pflanzen-fuer-bienen-und-schmetterlinge/).

> **Jetzt dran:** Saatgut für Petersilie, Dill, Koriander und Schnittlauch besorgen, Jungpflanzen für Rosmarin, Salbei, Thymian und Minze vormerken, Basilikum im Haus vorziehen. Gefäße auf Abzugslöcher prüfen, Etiketten schreiben, Schneidwerkzeug schärfen. Den Rest erledigt die Saison.

Wenn du lieber mit weniger anfängst, zeigt dir der Beitrag zu den [einfachsten Kräutern für den Einstieg](/kraeuter/kraeuter-fuer-anfaenger-die-einfachsten-arten-zum-starten/), welche drei oder vier zuerst dran sind. Den Jahreskalender für alle Zehn und die typischen Stolperstellen findest du in der [Anbau-Anleitung für dieselben zehn Einsteiger-Kräuter](/kraeuter/kuechenkraeuter-anbauen/) sowie in unserer Sammlung der [häufigsten Anfängerfehler im Kräuteranbau](/kraeuter/kraeuter-anbaufehler-vermeiden/). Wann welches Korn in die Erde darf, hast du mit dem [Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/kraeuter/) am Kühlschrank.

## Häufige Fragen

### Was sind die wichtigsten Kräuter für einen Anfänger-Kräutergarten?

Für den Einstieg reichen zehn Küchenkräuter, die du ohne Vorwissen ziehen kannst: Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Dill und Koriander. Sie decken beide Kräuter-Welten ab – die trockene mediterrane und die frisch-feuchte – und alle lassen sich auch im Topf halten. Wer noch kleiner anfangen will, nimmt sich nur Schnittlauch, Petersilie und Thymian vor.

### Welche Standortbedingungen benötigt ein Kräutergarten?

Für die meisten Kräuter ist ein sonniger bis halbschattiger Platz passend; die mediterranen Arten wie Thymian, Oregano, Rosmarin und Basilikum verlangen die volle Sonne. Gefäße brauchen freie Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht. Petersilie, Schnittlauch, Minze und Salbei kommen auch mit Halbschatten zurecht.

### Wie pflegt man Kräuter richtig – Bewässerung, Düngung und Rückschnitt?

Gegossen wird nach Welten: mediterrane Kräuter selten und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, Blattkräuter gleichmäßig, morgens und an den Fuß der Pflanze. Gedüngt wird mit Maß, weil zu starke Düngung mastiges Wachstum und schwächeres Aroma verursachen kann; vielen genügsamen Kräutern reicht Kompost zum Start. Krautige Kräuter wie Minze oder Schnittlauch schneidest du bis auf wenige Zentimeter über der Erde, verholzende wie Thymian, Salbei und Rosmarin nur im belaubten Bereich, nicht ins kahle Holz.

### Welche Kräuter eignen sich besonders gut für die Topfkultur auf dem Balkon?

Basilikum, Dill, Koriander, Petersilie und Schnittlauch eignen sich für die Gefäßkultur auf dem Balkon, ebenso Thymian, Oregano, Salbei und Rosmarin an sonniger Stelle. Flach wurzelnde Kräuter wie Schnittlauch, Basilikum oder Petersilie kommen mit 15 bis 20 cm Erdtiefe aus, Tiefwurzler wie Rosmarin und Salbei brauchen mindestens 25 bis 30 cm. Minze bekommt wegen ihrer Ausläufer einen eigenen Kübel.

### Wie funktioniert eine Kräuterspirale und welche Vorteile bietet sie?

Eine Kräuterspirale schafft auf kleiner Fläche drei bis vier Klimazonen: oben trocken und vollsonnig für Thymian, Salbei und Rosmarin, in der Mitte nährstoffreicher, unten optional feucht mit kleinem Teich. Als Richtwert haben sich zwei bis drei Meter Durchmesser und rund 80 cm Höhe bewährt. So stehen Kräuter mit gegensätzlichen Ansprüchen nebeneinander, ohne dass du zwei Beete anlegen musst.

### Worin unterscheiden sich mediterrane Kräuter von heimischen Kräutern in der Pflege?

Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei haben einen geringen Nährstoffbedarf, wollen volle Sonne, durchlässigen Boden und werden erst gegossen, wenn die Erde abgetrocknet ist. Petersilie, Minze, Zitronenmelisse und Schnittlauch brauchen mehr Feuchtigkeit und vertragen auch Halbschatten. Beim Schnitt gilt für die verholzenden Mediterranen die Grenze zum alten Holz, krautige Arten darfst du kräftig zurücknehmen.

### Welche Unterschiede gibt es zwischen einjährigen und mehrjährigen Kräutern?

Einjährige wie Dill und Koriander laufen in einer Saison von der Aussaat bis zur Samenreife und werden jedes Jahr neu gesät; Basilikum wird hierzulande ebenfalls einjährig kultiviert. Petersilie ist botanisch zweijährig, wird für die Blattnutzung aber meist einjährig gezogen. Mehrjährige wie Schnittlauch, Thymian, Oregano, Minze oder der Halbstrauch Salbei bleiben jahrelang am Platz und brauchen dafür eine Überwinterungsstrategie.

### Welches Gartenwerkzeug und Zubehör benötigt man für einen Kräutergarten?

Zur Kräuteranzucht gehören Saatgut, Töpfe mit Abzugslöchern, frische Anzuchterde für die Vorkultur, Kübelpflanzen- oder Universalerde für die Weiterkultur und Pflanzenetiketten. Dazu kommen ein sauberes, scharfes Schneidwerkzeug für die Ernte und eine Gießkanne, mit der du an den Fuß der Pflanze gießen kannst. Für mediterrane Topfkräuter mischst du torffreie Erde 1:1 mit grobem Sand.

### Wie beeinflusst die Tageszeit der Ernte den Gehalt an Wirkstoffen in Kräutern?

Geerntet wird am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern stecken. Das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte, danach verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Oregano ist die Ausnahme: Fürs Trocknen wird er erst zur Blüte geschnitten.

### Wie konserviert man Kräuter richtig – trocknen, einfrieren oder einlegen?

Trocknen eignet sich für die robusten Aromatiker Thymian, Oregano, Salbei, Rosmarin und Minze; getrocknete Kräuter lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie innerhalb von 12 Monaten. Dill, Schnittlauch, Petersilie, Koriander und Basilikum büßen beim Trocknen viel Aroma ein und kommen gehackt in Eiswürfeln in den Froster, wo sie bis zu einem Jahr halten. Selbst angesetztes Kräuteröl und frisches Pesto gehören in den Kühlschrank, Kräuteröl verbrauchst du spätestens am Folgetag – auf Vorrat setzt du davon nichts an.

### Welche Kräuter lassen sich am besten gemeinsam in einem Topf kultivieren?

Stell zusammen, was gleich gegossen wird: Petersilie und Schnittlauch teilen sich den Wasserbedarf, ebenso Petersilie und Koriander im Halbschatten – Dill, Koriander und Petersilie gelten untereinander allerdings als schwierige Nachbarn. Auch die mediterranen Aromatiker Thymian, Salbei, Rosmarin und Oregano stehen untereinander als unverträglich in der Mischkultur-Matrix, deshalb bekommt jeder sein eigenes Gefäß. Basilikum und Minze setzt du grundsätzlich einzeln.

### Stimmt es, dass zu viel Dünger das Aroma von Kräutern verschlechtert?

Ja: Zu starke Düngung kann bei Kräutern mastiges Wachstum und schwächeres Aroma verursachen. Bei Basilikum ist belegt, dass erhöhte Stickstoffgaben das Wachstum steigern und gleichzeitig den Gehalt an ätherischem Öl verringern können. Genügsame Kräuter im Beet kommen mit einer einmaligen Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m² aus, mediterrane Stauden stehen auf kargem Boden und bekommen keine pauschale Kompostgabe.

### Welche Kräuter sind in Mitteleuropa winterhart und überstehen Frost?

Schnittlauch ist als etablierter Horst freiland-winterhart und zieht komplett ein; Pfefferminze ist frosthart und treibt im Frühjahr aus ihren Rhizomen; Oregano ist winterhart und kann bei starken Frösten eine Reisigabdeckung bekommen. Thymian kann im Freiland überwintern, in rauen Lagen ist eine Abdeckung sinnvoll; Salbei kommt in milden Lagen durch und braucht bei rauen Bedingungen Schutz. Petersilie kann im Freiland überwintern und im zweiten Jahr austreiben, Rosmarin überwinterst du als Kübelpflanze hell, kühl bei rund 5 bis 10 °C und frostfrei; Basilikum, Dill und Koriander überstehen keinen Winter.

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