# Kamillenöl selbst herstellen: Ölauszug aus deinen eigenen Blüten

> So setzt du Kamillenöl aus deinen eigenen Blütenköpfen an: ernten, trocknen, in Trägeröl ausziehen, abseihen – und warum das Pflegeöl nicht in die Küche gehört.

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- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 06. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Wenn deine Kamille im Sommer mehr Blütenköpfe liefert, als in die Teedose passen, ist ein Ölauszug ein einfacher Weg, den Duft in ein Pflegeöl für Haut und Haar zu übertragen. Ich setze mein Kamillenöl aus durchgetrockneten Blütenköpfen an und schreibe das Datum auf das Glas. Die Herstellung braucht kein Gerät, aber zwei Dinge musst du von Anfang an trennen: das Pflegeöl für außen und alles, was in die Küche geht.

## Was ein selbst gemachtes Kamillenöl ist – und was nicht

Selbst gemachtes Kamillenöl ist ein Ölauszug, auch Mazerat genannt: Getrocknete Blütenköpfe der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) liegen in einem Trägeröl, bis Duft, Farbe und die fettlöslichen Pflanzenstoffe ins Öl übergegangen sind. Ätherisches Kamillenöl ist etwas anderes – es entsteht durch Destillation, ist hochkonzentriert und lässt sich zu Hause nicht herstellen.

Der Ölauszug ist ein Pflegeöl für die äußere Anwendung. Kamille hat eine lange Tradition in der Haut- und Haarpflege; eine Wirkung verspricht dir dieses Öl nicht, und bei Beschwerden ersetzt es keinen ärztlichen Rat.

Für die Küche gilt ein eigener Rahmen. In selbst angesetzten Ölen mit Pflanzenmaterial kann sich unter Luftabschluss das Bakterium Clostridium botulinum vermehren und Nervengifte bilden. Willst du Kamille in Öl zum Essen ansetzen, dann nicht auf Vorrat: Das Öl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht. Wie [Kräuteröle im Abschnitt Ernten und Konservieren des Kräuter-Ratgebers eingeordnet sind](/kraeuter/), liest du dort nach – dieser Artikel bleibt beim Pflegeöl.

## Welche Blüten in das Öl gehören

Nimm nur Blütenköpfe, die du sicher als Echte Kamille kennst – am einfachsten aus dem eigenen Beet oder aus kontrolliertem Anbau. Mit den ersten Blüten ist etwa ab Mitte Mai zu rechnen, und die Pflanze blüht bis zum Frost nach; du hast also den ganzen Sommer Gelegenheit zum Sammeln.

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Ich pflücke die Köpfchen einzeln ohne Stiel und lege sie einlagig auf ein Tuch, damit sie beim Trocknen nicht aufeinanderliegen.

> **Zahl im Blick:** Kamillen-Blütenköpfe werden im Sommer zwischen dem 3. und 5. Tag nach dem Aufblühen geerntet. Wer die Zählung nicht im Kopf behält, notiert sich den Tag, an dem sich die ersten Köpfchen öffnen.

Ins Öl kommen die Blüten erst, wenn sie durch und durch trocken sind. Frische Köpfchen bringen Wasser mit, und Wasser im Öl kann den Verderb begünstigen. Kamille trocknet an einer luftigen, schattigen Stelle; trocknest du mit Wärme, bleibst du schonend bei bis etwa 45 °C. Getrocknete Blüten lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie am besten innerhalb von 12 Monaten – die Handgriffe dazu stehen in der Anleitung, [wie du Kamillenblüten schonend trocknest und lagerst](/kraeuter/kamille/kamille-trocknen-lagern/).

## Kamillenöl ansetzen: der kalte Auszug Schritt für Schritt

Als Trägeröl eignet sich ein mildes Pflanzenöl, das du auch sonst auf die Haut lässt: Sonnenblumen- oder Mandelöl sind geruchsarm und lassen den Kamillenduft durch, Olivenöl bringt einen kräftigen Eigengeruch mit. Wähle ein frisches Öl – ranziges Öl wird durch die Blüten nicht besser.

So gehst du vor:

1. Ein Schraubglas heiß auswaschen und vollständig trocknen lassen. Auch Löffel, Sieb und Tuch müssen trocken sein.
2. Die getrockneten Blütenköpfe locker ins Glas geben, nicht stopfen.
3. Mit Trägeröl aufgießen, bis alle Blüten bedeckt sind und noch eine Ölschicht darüber steht. Blüten, die aus dem Öl ragen, können verderben.
4. Glas verschließen und an einen warmen, dunklen Platz stellen.
5. Ziehen lassen, bis das Öl den Kamillenduft angenommen hat und sich gelblich färbt.
6. Durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch abseihen, in eine dunkle Flasche füllen, Datum und Inhalt draufschreiben.

> **Marias Erfahrung:** Ich stelle das Glas in den Küchenschrank neben dem Herd und drücke aufgeschwommene Blüten mit einem sauberen, trockenen Löffel wieder unter das Öl. Beim Abseihen drücke ich den Blütenrest im Tuch nur leicht aus, damit keine Krümel in die Flasche wandern.

Neben dem kalten Auszug gibt es den warmen Weg: Blüten und Öl werden im Wasserbad sanft erwärmt, das verkürzt das Ziehen, gilt aber als weniger schonend und verlangt ein Thermometer. Beide Wege im Vergleich und die Details zum Wasserbad findest du in der Anleitung, [wie du Lavendelöl mit kaltem Ansatz oder im Wasserbad herstellst](/kraeuter/lavendel/lavendeloel-herstellen/) – für Kamille läuft es genauso.

## Pflege mit dem Kamillenöl – und ein Test vorab

Das fertige Öl nutzt du wie jedes andere Pflegeöl: auf der Haut, als Massageöl oder für Haar und Kopfhaut. Die weiteren Formen – Kamillenwasser, Masken, Spülungen – und was dabei zu beachten ist, führt der Artikel aus, [welche Kamillen-Kosmetik du neben dem Öl selbst anrühren kannst](/kraeuter/kamille/kamille-kosmetik-herstellen/). Hier bleibt es bei der Ölform.

> **Achtung:** Kamille gehört zu den Korbblütlern, bei denen Kreuzreaktionen bekannt sind. Wer auf Chrysanthemen, Arnika oder Schafgarbe allergisch reagiert, kann auch auf Kamille reagieren – dann lässt du das Öl besser weg oder klärst es vorher ärztlich ab.

Ich teste jedes neue Öl zuerst an einer kleinen Hautstelle am Unterarm und schaue, wie die Haut darauf reagiert, bevor ich es großflächig nehme. Hast du Beschwerden auf der Haut, ist das Öl kein Ersatz für ärztlichen Rat.

## Lagerung: dunkel, kühl und mit Blick aufs Datum

Das abgeseihte Öl steht in einer dunklen, dicht verschlossenen Flasche kühl und lichtgeschützt; riecht es ranzig, wird es trüb oder zeigt sich Schimmel, kommt es weg. Eine verlässliche Haltbarkeit in Monaten gibt es für das Pflegeöl nicht, weil sie von Öl, Trocknung und Sauberkeit abhängt. Für alles, was du essen willst, gilt weiter der Öl-Sicherheitsrahmen aus dem Abschnitt Ernten und Konservieren des Kräuter-Ratgebers: Kühlschrank, kein Vorrat, Verbrauch am Folgetag.

## Häufige Fragen

### Was ist Kamillenöl und wie unterscheidet es sich von ätherischem Kamillenöl?

Selbst gemachtes Kamillenöl ist ein Ölauszug: Getrocknete Blütenköpfe der Echten Kamille ziehen in einem Trägeröl aus, bis Duft, Farbe und fettlösliche Pflanzenstoffe ins Öl übergegangen sind. Ätherisches Kamillenöl wird dagegen destilliert und ist ein hochkonzentriertes Produkt, das du zu Hause nicht herstellst. Dein Ölauszug ist ein mildes Pflegeöl für die äußere Anwendung – kein Arzneimittel.

### Welche Trägeröle eignen sich am besten zur Herstellung von Kamillenöl?

Nimm ein mildes, frisches Pflanzenöl, das du auch sonst auf die Haut lässt. Sonnenblumen- und Mandelöl sind geruchsarm und lassen den Kamillenduft durch, Olivenöl bringt einen kräftigen Eigengeruch mit. Für Haar und Kopfhaut eignen sich dieselben Öle; entscheidend ist, dass das Trägeröl nicht ranzig riecht.

### Wie funktioniert die Mazeration bei der Kamillenöl-Herstellung?

Bei der Mazeration liegen die trockenen Blütenköpfe vollständig von Öl bedeckt in einem verschlossenen Glas an einem warmen, dunklen Platz. Das Öl nimmt nach und nach Farbe und Duft der Kamille an; aufgeschwommene Blüten drückst du wieder unter die Oberfläche. Ist das Öl deutlich gefärbt und duftet nach Kamille, seihst du es durch ein Mulltuch ab und füllst es in eine dunkle Flasche.

### Welche Hygieneaspekte sind bei der Kamillenöl-Herstellung zu beachten?

Alle Gläser, Flaschen, Siebe und Tücher müssen sauber und vor allem vollständig trocken sein, denn Wasser im Öl kann Verderb und Schimmel begünstigen. Verwende nur durchgetrocknete Blütenköpfe und achte darauf, dass keine Blüten aus dem Öl herausragen. Riecht das fertige Öl ranzig, wird es trüb oder zeigt sich Schimmel, entsorgst du es.

### Wie grenzt sich ein Ölmazerat von einem Kräuteröl oder Pflanzenöl ab?

Pflanzenöl ist das reine Trägeröl, etwa Sonnenblumen- oder Olivenöl. Kräuteröl ist jedes Öl, dem Kräuter zugesetzt wurden – egal ob kalt angesetzt, erwärmt oder nur als Würze in der Küche. Das Ölmazerat ist die Form, bei der Pflanzenteile im Öl ausziehen und anschließend abgeseiht werden; dein Kamillenöl ist genau so ein Mazerat. Kräuteröl zum Essen fällt zusätzlich unter den Öl-Sicherheitsrahmen: Kühlschrank, kein Vorrat, Verbrauch am Folgetag.

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