# Koreanische Minze vermehren: Aussaat, Stecklinge und Teilung Schritt für Schritt

> So vermehrst du Koreanische Minze (Agastache rugosa) über Lichtkeimer-Aussaat, Sommerstecklinge und Teilung des Horsts – mit den Werten, auf die du dich verlassen kannst.

- **URL:** https://samen.live/kraeuter/koreanische-minze/koreanische-minze-vermehren/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 22. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Eine einzelne Koreanische Minze im Beet ist schnell abgeerntet, und der Nachschub aus dem Handel ist jedes Jahr wieder ein Posten. Dabei gibt die Pflanze dir selbst alles, was du für Nachwuchs brauchst: Samen, weiche Sommertriebe und einen Horst, der sich teilen lässt. Ich halte in meinem Kräuterbeet immer eine Mutterpflanze zurück, die ich nicht beernte, sondern nur beobachte – an ihr schneide ich Stecklinge, an ihr lasse ich Samen ausreifen. Welche der drei Methoden für dich passt, hängt davon ab, wie viele Pflanzen du willst und ob sie der Mutterpflanze gleichen sollen.

## Kurz eingeordnet: was du da vermehrst

Koreanische Minze ist Agastache rugosa – eine mehrjährige, robuste und winterharte Staude aus der Gattung Agastache, die horstig oder schaftförmig wächst und etwa 60–120 cm hoch wird, häufig um 90–100 cm. Sie steht als Schwachzehrer an sonnigen bis halbschattigen Plätzen auf frischem bis mäßig trockenem, durchlässigem Boden; die Blüte reicht von Juni bis Oktober, geerntet wird von Juli bis Oktober. Wie die Kräuter-Welten mediterran-trocken und frisch-feucht auseinanderzuhalten sind und was Einjährige von Mehrjährigen unterscheidet, liest du im Grundlagenartikel zu [den zwei Kräuter-Welten und den drei Lebensläufen](/kraeuter/). Alles, was speziell zu dieser Art gehört, sammelt der [Art-Hub zur Koreanischen Minze](/kraeuter/koreanische-minze/).

## Welche Methode passt zu deinem Ziel?

- **Aussaat:** viele Pflanzen aus einer Tüte, aber jede Pflanze ist genetisch ein Stück anders als die Mutter. Frühjahrsaussaat blüht im ersten Jahr, Sommeraussaat liefert Jungpflanzen, die du über den Winter bringst.
- **Stecklinge:** genetisch identische Kopien einer Pflanze, die dir gefällt. Der Weg der Wahl, wenn Aroma und Wuchs genau so bleiben sollen.
- **Teilung:** wenige, aber sofort kräftige Pflanzen – und zugleich die Verjüngung eines älteren Horsts.

> **Achtung:** Aus selbst gesammelten Samen von Hybridsorten können Nachkommen entstehen, die deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze. Wenn du eine bestimmte Sorte erhalten willst, nimm Stecklinge oder Teilstücke.

## Aussaat: Lichtkeimer brauchen Geduld und Licht

Die samen.liver Koreanischen Minze sind Lichtkeimer. Das heißt: Sie kommen auf die Oberfläche, werden angedrückt und höchstens 0–0,5 cm dünn bedeckt. Ich säe in frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde, drücke die Samen mit dem Handballen an und gieße mit feiner Brause an, damit nichts abgeschwemmt wird.

> **Zahl im Blick:** Bei 15–20 °C keimt Koreanische Minze in 14–21 Tagen. Kulturstart ist von März bis Juni möglich; von der Aussaat bis zur Kultur-Ende rechnen die Kulturdaten mit 126–140 Tagen.

Während der Keimung darf das Saatgut nicht austrocknen. Ich kontrolliere jeden Morgen die Oberfläche und sprühe nach, statt zu gießen – so bleibt die Erde mäßig feucht und locker, ohne dass Wasser steht.

### Zwei Aussaatfenster, zwei Ziele

Säst du im Frühjahr, blühen die Pflanzen noch im ersten Jahr. Eine Sommeraussaat ist dagegen dafür gedacht, Jungpflanzen zu gewinnen, die du überwinterst und im nächsten Jahr auspflanzt. Für die Jungpflanzenanzucht gilt: Sämlinge einzeln pikieren und im ersten Jahr geschützt, etwa im Gewächshaus, weiterkultivieren. Die passenden Monate trägst du dir aus dem [Aussaatkalender für Koreanische Minze zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/koreanische-minze/) in den Gartenplan ein.

### Vom Sämling zur Jungpflanze

Sobald die Sämlinge stehen, stelle ich sie etwas kühler – das hält sie gedrungen. Etwa 4–6 Wochen nach der Keimung werden sie einzeln pikiert. Ins Beet oder ins Hochbeet kommen sie mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand; im Topf richtet sich die Gefäßgröße nach der ausgewachsenen Pflanze, und das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, rechnet dir der [Beetplaner mit den Abständen für Kräuter](/tools/beetplaner/) aus.

> **Häufiger Fehler:** Die Samen wie Gemüsesaat eingraben. Eine dickere Erdschicht nimmt den Lichtkeimern das Licht – dann wartest du vergeblich und gibst dem Saatgut die Schuld.

### Eigenes Saatgut gewinnen

Dafür lasse ich ausgewählte Mutterpflanzen bis zur Samenreife stehen. Die Samenstände nehme ich bei trockenem Wetter mit der Schere ab, breite sie auf Papier aus und lasse sie nachtrocknen. Feine Samen trenne ich mit einem Sieb von den trockenen Samenhäuten. Beschriftet, kühl, dunkel und trocken gelagert, bleibt das Saatgut brauchbar; bei älteren Beständen zeigt eine Probeaussaat mit abgezählten Samen, wie viel Keimkraft noch da ist.

## Stecklinge: die Mutterpflanze kopieren

Stecklinge erhalten die Eigenschaften der Mutterpflanze – wer eine besonders aromatische oder standfeste Koreanische Minze hat, vervielfältigt genau diese. Geschnitten wird im Sommer. Ich suche feste, noch nicht verholzte Triebe ohne Knospen oder Blüten mit drei bis vier Blattpaaren und schneide sie unterhalb eines Blattpaares ab. Weil die Pflanze von Juni bis Oktober blüht, greife ich gezielt zu Seitentrieben, die noch keinen Blütenansatz zeigen.

> **Mini-Checkliste:** gesunde Mutterpflanze · Triebe fest, nicht verholzt, blüten- und knospenfrei · drei bis vier Blattpaare · Schnitt unterhalb eines Blattpaares · saubere, scharfe Klinge

Die unteren Blattpaare streife ich ab und stecke die Triebe in nährstoffarmes, durchlässiges Substrat, das ich mit Sand oder Perlit auflockere. Dann stehen die Stecklinge hell, aber ohne grelle Sonne, unter einer Folienabdeckung. Die Abdeckung kontrolliere ich auf Feuchte und Schadstellen und lüfte sie kurz, damit nichts fault.

Wie lange die Bewurzelung dauert, hängt von Wärme und Trieb ab – ich verlasse mich auf zwei Zeichen: Die Spitze schiebt neue Blätter, und beim vorsichtigen Zupfen am Trieb spüre ich Widerstand. Dann wird eingetopft und die Jungpflanze schrittweise an Freiluft gewöhnt, ehe sie mit 30 × 30 cm ins Beet oder in ihr endgültiges Gefäß kommt.

> **Marias Erfahrung:** Ich stecke immer mehr Triebe, als ich Pflanzen brauche, und beschrifte jede Schale mit Datum und Mutterpflanze. Beim Lüften sortiere ich schlaffe oder fleckige Stecklinge sofort aus, statt zu hoffen.

## Teilung: den Horst verjüngen

Weil Koreanische Minze horstig wächst, lässt sie sich teilen. Für mehrjährige Kräuterstauden gilt eine Teilung nach 3–5 Jahren als allgemeine Empfehlung zur Verjüngung. Den Zeitpunkt lege ich am Wurzelstock fest: Teile, wenn du am Stock die neuen Triebspitzen oder austriebsfähigen Augen klar erkennst – so bekommt jedes Teilstück, was es zum Weiterwachsen braucht. Ein Rückschnitt auf 30 cm über dem Boden ist bei Bedarf im März möglich und macht den Horst übersichtlich.

So gehe ich vor:

1. Den Horst großzügig ausgraben und die Erde abschütteln, bis die Wurzelstruktur sichtbar ist.
2. Den Stock mit Spaten oder Messer in Teilstücke zerlegen – jedes mit mindestens einem austriebsfähigen Auge oder einer vitalen Triebspitze.
3. Die Teilstücke sofort wieder einpflanzen und gut wässern.

Für den neuen Platz entferne ich vorher Wurzelunkräuter und lockere Verdichtungen. Wo bereits Koreanische Minze stand, gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, also lieber eine frische Stelle wählen. Auch geteilt bleibt der Abstand bei 30 cm in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen, denn der Platzbedarf richtet sich nach der Endgröße mit 30–40 cm Wuchsbreite. Schwierige Nachbarn sind andere Aromatiker wie Ysop, Lavendel, Zitronenmelisse, Minze, Basilikum, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Knollenziest und Thymian – prüfe die Kombination im [Mischkultur-Planer für dein Beet](/tools/mischkultur/). Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts.

> **Kurz erklärt:** Vegetativ vermehrte Pflanzen – Stecklinge und Teilstücke – sind genetisch mit der Mutterpflanze identisch. Nachkommen aus Samen sind genetisch verschieden. Deshalb sichert Teilung die Sorte, Aussaat bringt Vielfalt.

## Nach der Vermehrung: Standort, Pflege und Ernte im Überblick

Deine neuen Pflanzen wollen einen sonnigen bis halbschattigen, möglichst geschützten Platz auf durchlässigem, frischem bis mäßig trockenem Boden; als Schwachzehrer kommen sie mit einer bescheidenen Versorgung aus. Was das für Gießen und Düngen heißt, steht im Hub-Abschnitt Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß, die Details zu Beet und Pflege liest du in [Anbau und Pflege der Koreanischen Minze im Kräutergarten](/kraeuter/koreanische-minze/koreanische-minze-anbauen/). Für die Kultur im Gefäß gibt es einen eigenen Ratgeber, [wie Koreanische Minze im Topf gedeiht](/kraeuter/koreanische-minze/koreanische-minze-erfolgreich-im-topf-kultivieren/).

Geerntet wird von Juli bis Oktober; die Blätter lassen sich frisch oder getrocknet für Getränke, Süßspeisen und Tee verwenden. Wie du den Erntezeitpunkt triffst und die Blätter trocknest, zeigt dir der Artikel zu [Ernte und Konservierung der Koreanischen Minze](/kraeuter/koreanische-minze/koreanische-minze-ernten-konservieren/); die Grundregeln – Vormittag, kurz vor der Blüte, Ernte als Pflege – trägt der Hub-Abschnitt Ernten und Konservieren. Die Pflanze hat Tradition als Teekraut; bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

> **Passt dazu:** Wenn deine Jungpflanzen stehen und kräftig wachsen sollen, findest du weiterführende Hinweise in den [Tipps für üppiges Wachstum der Koreanischen Minze](/kraeuter/koreanische-minze/koreanische-minze-pflegen/).

## Häufige Fragen

### Was ist Koreanische Minze und wie unterscheidet sie sich von gewöhnlicher Minze?

Koreanische Minze ist Agastache rugosa und gehört zur Gattung Agastache, nicht zur Gattung Mentha wie Pfefferminze oder Grüne Minze. Sie wächst horstig oder schaftförmig statt über wuchernde Ausläufer und wird etwa 60–120 cm hoch, häufig um 90–100 cm. Sie gilt als robuste, winterharte Staude und wird als Anisminze auch unter anderem Namen geführt.

### Welche Vermehrungsmethoden gibt es für Agastache rugosa?

Du kannst Koreanische Minze aussäen, im Sommer Stecklinge von festen, noch nicht verholzten Trieben schneiden oder einen etablierten Horst teilen. Aussaat bringt viele Pflanzen, die sich genetisch unterscheiden; Stecklinge und Teilstücke übernehmen die Eigenschaften der Mutterpflanze. Die Teilung verjüngt zugleich ältere Bestände.

### Wie erfolgt die Aussaat von Koreanischer Minze richtig?

Die Samen sind Lichtkeimer: Du streust sie auf frische Aussaaterde, drückst sie an und bedeckst sie höchstens 0–0,5 cm. Bei 15–20 °C keimen sie in 14–21 Tagen; danach stellst du die Sämlinge etwas kühler und pikierst sie etwa 4–6 Wochen nach der Keimung einzeln. Ins Beet kommen sie mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand.

### Welche Temperatur ist für die Keimung der Koreanischen Minze optimal?

Für die Keimung gelten 15–20 °C als Richtwert, die Keimdauer liegt bei 14–21 Tagen. Halte das Substrat in dieser Zeit gleichmäßig feucht, ohne dass es nass steht. Sobald die Sämlinge stehen, dürfen sie etwas kühler weiterwachsen.

### Wie kann man Kräutertee aus Koreanischer Minze optimal zubereiten?

Frische oder getrocknete Blätter werden mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und ziehen mindestens fünf Minuten, damit in seltenen Fällen vorhandene Keime sicher abgetötet werden – das ist besonders für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke wichtig. Lass den fertigen Tee nicht über mehrere Stunden stehen, weil hitzeresistente Sporen das Aufbrühen überstehen können.

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