# Kräuter richtig pflegen im Jahreslauf: Gießen, Düngen und Schneiden von Frühjahr bis Winter

> Wann du deine Kräuter gießt, düngst und schneidest: Marias Pflegekalender für Beet und Topf – vom Frühjahrsschnitt der Halbsträucher bis zum Winterschutz für den Kübel.

- **URL:** https://samen.live/kraeuter/kraeuter-pflegekalender/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 21. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Kräuter gehen selten ein, weil man sie vergisst. Häufiger gehen sie ein, weil man alle gleich behandelt: Rosmarin und Basilikum am selben Tag gegossen, im Herbst dieselbe Schere an Thymian und Minze, im Frühjahr Kompost für alle. Dabei richtet sich die Pflege nach zwei Dingen – nach der Herkunft der Art und nach der Jahreszeit. Ich gehe deshalb nicht nach Gießplan durch mein Kräuterbeet, sondern nach Kalender: Im Frühjahr ist die Schere dran, im Sommer die Ernte, im Herbst der Winterschutz. Gießen und Düngen sind dabei die kleineren Posten, als viele denken.

## Boden, Gießen, Düngen: die Grundsätze in Kürze

> **Kurz erklärt:** Kräuter teilen sich in zwei Welten. Die mediterran-trockene mit Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei und Lavendel will volle Sonne, durchlässigen, mageren Boden und wenig Wasser. Die frisch-feuchte mit Petersilie, Minze, Zitronenmelisse, Schnittlauch, Kerbel und Basilikum braucht mehr Feuchtigkeit und einen lebendigen Boden. Fast jede Pflegefrage beantwortet sich, wenn du weißt, in welche Welt dein Kraut gehört.

**Boden.** Mediterrane Kräuter stehen auf durchlässigem, magerem Boden und vertragen keine Staunässe; die frisch-feuchten Blattkräuter wollen humosen Boden, der die Feuchte hält. Die Bodenansprüche je Welt trägt der Kräuter-Hub im Abschnitt „Die zwei Kräuter-Welten“; was einzelne Einsteiger-Kräuter konkret brauchen, liest du unter [Anbau und Bodenansprüche der Anfänger-Kräuter](/kraeuter/kraeuter-bodenansprueche-vergleichen/).

**Gießen.** Gegossen wird nach Welten: mediterrane Kräuter selten und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, frisch-feuchte Blattkräuter gleichmäßig, bevor sie schlappen – am besten morgens und an den Fuß der Pflanze, nicht über das Blatt. Ein allgemeines Gießintervall gibt es nicht, weil Bodenart und Witterung den Bedarf bestimmen. Die Grundlagen stehen im Kräuter-Hub unter [Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß](/kraeuter/), die Feinheiten nach Art und Jahreszeit im Artikel zum [Wasserbedarf von Kräutern](/kraeuter/kraeuter-giessen/).

**Düngen.** Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend; als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, für genügsame Gartenkräuter sogar eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l je m², und trockenheitsliebende mediterrane Stauden bekommen gar keine pauschale Kompostgabe. Basilikum, Borretsch und Liebstöckel gelten als starkzehrend. Wie viel welche Art braucht, ordnet der [Nährstoffbedarf verschiedener Kräuter](/kraeuter/kraeuter-naehrstoffbedarf-vergleichen/) nach Herkunft ein.

> **Häufiger Fehler:** Nach festem Wochenplan gießen und düngen. Übermäßige Düngung kann bei Kräutern zu mastigem Wachstum und schwächerem Aroma führen, und eine hohe Stickstoffversorgung kann bei Basilikum das Wachstum verstärken und den Gehalt an ätherischem Öl senken. Weniger ist hier meist die bessere Pflege.

## Schneiden: Ernteschnitt, Pflegeschnitt und Verjüngung

Beim Schnitt unterscheide ich drei Anlässe. Der **Ernteschnitt** läuft die ganze Saison: Krautige Kräuter wie Minze, Petersilie, Melisse und Schnittlauch werden bis auf wenige Zentimeter über der Erde abgeschnitten, verholzende Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei dagegen bis auf ein Drittel der Pflanzenhöhe zurückgeschnitten; bei ganzen Trieben ist eine Handbreit über dem Boden meist die passende Schnitthöhe. Der **Pflegeschnitt** im Frühjahr gilt den Halbsträuchern und hat eine Grenze: Schneide in den belaubten Bereich, nicht tief ins alte, kahle Holz – dort treiben Salbei, Thymian und Lavendel nur zögerlich wieder aus. Die **Verjüngung** ist bei mehrjährigen Kräuterstauden eine Teilung nach 3 bis 5 Jahren; Schnittlauch-Horste werden alle 2 bis 3 Jahre geteilt.

Wie du die Schere bei den einzelnen Arten genau führst, steht im Artikel zum [richtigen Schneiden von Kräutern](/kraeuter/kraeuter-schneiden/). Hier geht es darum, wann im Jahr welcher Schnitt dran ist.

## Der Pflegekalender: Was wann dran ist

### Frühjahr: Schere, Kompost, Teilung

Der Frühjahrsschnitt ist der wichtigste Termin für die verholzenden Kräuter. Rosmarin, Thymian und Salbei werden vor dem Neuaustrieb im grünen Triebbereich zurückgeschnitten. Beim Salbei kürze ich die belaubten neuen Triebe um zwei Drittel bis kurz vor die verholzte Basis. Junger Lavendel kann um etwa zwei Drittel gekürzt werden, bei alten Pflanzen bleibt etwa ein Drittel des letztjährigen Austriebs stehen – tiefe Schnitte ins alte Holz vermeide ich. Koreanische Minze kann bei Bedarf im März auf 30 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden.

> **Marias Erfahrung:** Ich schneide meine Halbsträucher nicht nach Datum, sondern schaue erst, wo unten am Trieb neue grüne Blättchen sitzen. Erst dann setze ich die Schere oberhalb dieser Stelle an – so bleibt der Schnitt sicher im belaubten Bereich.

Jetzt fällt auch die Kompostgabe für die frisch-feuchten Kräuter: Kompost kommt zur Verringerung der Nitratauswaschung erst im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet, möglichst auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei – dann warte ich.

Das Frühjahr ist außerdem Teilungszeit. Schnittlauch-Horste werden alle 2 bis 3 Jahre geteilt und brauchen danach etwa einen Monat, bis sie wieder kräftig durchtreiben. Der Estragon-Wurzelstock wird zur Verjüngung im Spätherbst oder Frühjahr geteilt. Bärlauch braucht in seiner Hauptwachstumszeit von März bis Mai einen ständig leicht feuchten Boden und wird bei Bedarf gewässert.

Bei der Aussaat gilt Geduld: Die Blütenbildung der Petersilie wird durch niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C ausgelöst, blühende Pflanzen sind nicht mehr nutzbar – das Risiko ist beim sehr frühen Anbau am größten. Basilikum kommt erst in der Pflanzzeit Mai bis Juni nach draußen, vorgezogener Thai-Basilikum nicht vor Mitte Mai. Die Termine für alle Arten findest du im [Aussaatkalender für Kräuter](/tools/druck/aussaatkalender/kraeuter/).

### Sommer: Gießen nach Welten, Ernten als Pflege

Im Sommer entscheidet sich, ob dein Kraut aromatisch bleibt. Mediterrane Kräuter gieße ich erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist. Bei Basilikum halte ich die Erde leicht feucht, vermeide Staunässe und gieße möglichst, ohne die Blätter zu benetzen. Bei den Doldenblütlern lohnt der Blick aufs Wasser besonders: Trockenheit beschleunigt bei Koriander die Blütenbildung und verringert das Blattkraut, und bei Kerbel gießt du bei Trockenheit, um vorzeitiger Blüte entgegenzuwirken. Kresse bekommt im Sommer etwas Schatten, damit sie nicht so schnell schosst.

Die eigentliche Sommerpflege ist der Ernteschnitt:

- **Basilikum** schneidest du etwa handbreit über dem Boden und lässt einige Blätter an der Pflanze, damit sie wieder austreibt. Das Ausknipsen der Blüten fördert die Blattentwicklung, das Ausknipsen der Triebspitzen kann die Blatternte verlängern.
- **Schnittlauch** wird etwa 2 cm über dem Boden geschnitten und kann etwa alle 3 bis 4 Wochen wieder beerntet werden, sobald die Röhrchen nachgewachsen sind. Ich kontrolliere beim Gießen, ob frische Röhrchen nachschieben.
- **Bohnenkraut**-Triebe werden möglichst regelmäßig abgeknipst, damit die Pflanzen nicht auswachsen.
- **Estragon**: junge Blätter und Triebspitzen nach Bedarf abknipsen; das Abzwicken der Blütentriebe fördert den Blattwuchs.
- **Minze und Melisse** vertragen einen kräftigen Rückschnitt und treiben wieder aus; für den Vorrat wird Minze etwa im Juni und Juli kurz vor der Blüte geschnitten.
- **Lavendel** kann nach der Blüte von oben um etwa ein Drittel gekürzt werden, damit der Wuchs buschig bleibt.

Zum Düngen im Sommer nur so viel: Für Basilikum, Schnittlauch und Petersilie wird nach jedem Schnitt eine Düngegabe empfohlen, für die mediterranen Kräuter nicht. Bei Kübelpflanzen, die auf die Winterruhe vorbereitet werden, wird ab Ende August nicht mehr gedüngt, damit das Gewebe ausreifen kann.

> **Tipp:** Wenn du in den Urlaub fährst, prüfe eine Tropfbewässerung für größere Kübel vorher in einem Testlauf auf Einstellung und sichere Schlauchverbindungen. Ich lasse sie dafür einen Gießgang lang unter Beobachtung laufen, bevor ich sie allein lasse.

Blattläuse oder Spinnmilben an Basilikum lassen sich mechanisch abduschen; Zikadenschäden an Küchenkräutern kannst du in der Regel tolerieren. Was sonst im Kräutergarten auftreten kann, erklärt der Artikel zu [Krankheiten und Schädlingen bei Kräutern](/kraeuter/kraeuter-krankheiten-schaedlinge/).

### Herbst: Rückschnitt, Laub, Umzug ins Winterquartier

Beim ersten Frost sortiert sich das Beet in drei Gruppen. Die Einjährigen wie Sommer-Bohnenkraut, Dill oder Kerbel haben ihren Lebenszyklus beendet und werden abgeräumt. Basilikum gehört dazu: Bei wenig Winterlicht leidet es am Fensterbrett unter Aromaverlust und erhöhter Anfälligkeit, deshalb wird eine jährliche Neuaussaat empfohlen. Ich schneide im Spätsommer trotzdem gern etwa 10 bis 15 cm lange Triebe, entferne die unteren Blätter und stelle sie ins Wasser; das Wasser wechsle ich alle 3 bis 4 Tage, um Fäulnis vorzubeugen.

Die winterharten Mehrjährigen werden vorbereitet: Anfang Herbst schneide ich die Estragon-Spitzen zurück und decke die Pflanzen mit trockenem Farn, Stroh, Reisig oder Nadelzweigen ab. Petersilien-Triebe werden für die Überwinterung auf 3 bis 4 cm gekürzt. Schnittknoblauch kann für die Winterernte zurückgeschnitten, in Töpfe verpflanzt und auf der Fensterbank weiterkultiviert werden. Falllaub darf auf den Beeten als Mulch liegen bleiben und hält den Boden feucht, locker und humusreich.

Die dritte Gruppe muss rein. Zitronengras verträgt kein Absinken unter etwa 10 °C und kommt spätestens ab 5 bis 7 °C ins Winterquartier, wo etwa 10 bis 15 °C als Richtwert gelten. Mediterrane Kübelkräuter wie Rosmarin oder Lorbeer überwintern kühl bei rund 5 bis 10 °C und hell.

> **Mini-Checkliste:** Herbst im Kräuterbeet
> - Einjährige abräumen, Beet nicht umgraben, Laub liegen lassen
> - Estragon kürzen und abdecken, Petersilie auf 3 bis 4 cm zurückschneiden
> - Frostempfindliche Kübel rein, bevor die Temperaturen unter 5 bis 7 °C fallen
> - Nicht düngen: Im Hausgarten wird das Frühjahr gegenüber dem Herbst bevorzugt, um Auswaschungsverluste zu vermindern
> - Bodenprobe nehmen, wenn sie fällig ist: zwischen Herbst und Frühjahr vor der Düngung, im allgemeinen Hausgarten etwa alle 2 bis 3 Jahre

### Winter: Ruhe draußen, Kontrolle drinnen

Draußen ist wenig zu tun, aber das Wenige zählt. Schnittlauch ist als etablierter Horst freiland-winterhart und zieht komplett ein, Bärlauch übersteht den Winter als etablierte Gartenpflanze, und Echter Lavendel kommt im Freiland in milden Wintern meist zuverlässig durch – ein durchlässiger Boden ohne Winternässe ist dabei die halbe Winterhärte. Salbei kann in milden Lagen im Freiland überwintern und braucht bei rauen Winterbedingungen Schutz; bei Thymian ist in rauen Lagen eine schützende Abdeckung sinnvoll. Mehrjährige Kräuter kannst du mit Fichtenzweigen oder Vlies schützen, Lavendel mit luftdurchlässigem Reisig oder Vlies gegen Kälte, Wind und direkte Mittagssonne.

> **Achtung:** Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als im Gartenboden. Grab den Topf ein oder pack ihn ein – Gefäßseiten, Oberfläche und Boden isolieren, wobei der Wasserabzug frei und das Gießen möglich bleiben muss.

Im Winterquartier kontrolliere ich die Erde mit dem Finger, bevor ich gieße, und gieße erst, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Die stille Zeit nutze ich fürs Planen: Schnittlauch, Estragon, Zitronenmelisse, Thymian und Salbei bleiben als Dauerkulturen am Platz, und im [Beetplaner](/tools/beetplaner/) kannst du sie fest einzeichnen, damit die Einjährigen im Frühjahr drumherum Platz finden.

## Topf und Balkonkasten: Was sich ändert

Im Topf gelten dieselben Welten, aber der Wurzelraum ist begrenzt. Flach wurzelnde Küchenkräuter wie Schnittlauch, Basilikum oder Petersilie kommen mit 15 bis 20 cm Erdtiefe aus, Tiefwurzler wie Rosmarin, Salbei oder Liebstöckel brauchen mindestens 25 bis 30 cm; Dill benötigt wegen seiner tief reichenden Pfahlwurzel ein ausreichend hohes Gefäß.

> **Zahl im Blick:** Ein Abzugsloch ist Pflicht, als Drainagebeispiel gilt eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht. Pflanzkübel dürfen nicht im Wasser stehen, weil das Wurzelfäule begünstigt – nach starkem Regen wird der Untersetzer zügig entleert.

Beim Gießen durchfeuchte ich das Substrat bis zum Topfboden. Bei torffreier oder torfreduzierter Erde prüfe ich die Feuchte auch unterhalb der Oberfläche, weil tiefere Bereiche noch nass sein können. Für mediterrane Topfkräuter kann torffreie Erde mit grobem Sand im Verhältnis 1:1 gemischt werden; Details zum Substrat trägt der Kräuter-Hub im Abschnitt „Kräuterbeet, Kräuterspirale, Hochbeet und Topf“. Bestandteile torffreier Substrate können Stickstoff binden, deshalb richte ich die Nachdüngung am Pflanzenzustand aus und nicht am Kalender. Ist der Topf durchwurzelt, kommt das Kraut in ein größeres Gefäß, und auf dem Balkon stelle ich Kübel so standsicher auf, dass kräftiger Wind sie nicht umwirft.

## Wenn etwas nicht stimmt

Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen. Schlaffe oder welke Blätter können sowohl auf Trockenstress als auch auf beginnende Wurzelfäule hindeuten – ich stecke deshalb erst den Finger in die Erde, bevor ich zur Kanne greife. Ein grauvioletter Belag auf der Blattunterseite kann beim Salbei zum Falschen Mehltau passen; hier hilft es, Blattnässezeiten zu verkürzen und befallene Pflanzenteile zeitnah zu entsorgen. Trockenheit, ein ungeeigneter pH-Wert und Bodenverdichtungen können die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen, sodass Mangelbilder auch ohne echten Mangel im Boden auftreten können. Eine Bodenuntersuchung kann pH-Wert, Phosphor, Kalium, Magnesium und löslichen Stickstoff erfassen und ist die bessere Grundlage als Raten.

## Ernte und Vorrat in Kürze

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist; das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte, Oregano fürs Trocknen abweichend erst zur Blüte. Trocknen eignet sich für die robusten Aromatiker wie Thymian, Oregano, Salbei und Lavendel, Einfrieren für Dill, Schnittlauch, Petersilie und Basilikum. Kräuteröl und Pesto setzt du nicht auf Vorrat an: Unter Luftabschluss können sich in selbst angesetzten Öl-Zubereitungen Botulinumtoxine bilden, deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, selbst hergestellte Kräuteröle im Kühlschrank aufzubewahren und spätestens am Tag nach der Herstellung zu verbrauchen. Wie du Aussaat und Ernte übers Jahr verteilst, steht im Artikel zu [Aussaat und Ernte von Kräutermischungen im Jahresverlauf](/kraeuter/kraeutermischungen-aussaat-erntekalender/).

## Häufige Fragen

### Was sind die wichtigsten Grundlagen der Kräuterpflege im Garten?

Die Pflege richtet sich zuerst nach der Herkunft: Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei wollen volle Sonne, durchlässigen, mageren Boden und wenig Wasser, frisch-feuchte Blattkräuter wie Petersilie, Minze, Zitronenmelisse und Schnittlauch brauchen mehr Feuchtigkeit und Kompost zum Start. Dazu kommt der Jahreslauf: Im Frühjahr schneidest du die Halbsträucher und gibst Kompost, im Sommer pflegst du über den Ernteschnitt, im Herbst räumst du Einjährige ab und packst frostempfindliche Kübel ein. Ein fester Gieß- oder Düngeplan ersetzt die Beobachtung der Pflanze nicht.

### Wie oft sollte ich Kräuter gießen?

Ein allgemeines Gießintervall gibt es nicht, weil Bodenart und Witterung den Wasserbedarf bestimmen. Mediterrane Kräuter gießt du selten und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, frisch-feuchte Blattkräuter gleichmäßig, bevor sie schlappen – am besten morgens und an den Fuß der Pflanze statt über das Blatt. Bei torffreier Topferde prüfst du die Feuchte auch unterhalb der Oberfläche, weil tiefere Bereiche noch nass sein können.

### Wie viel und wie oft muss ich Kräuter düngen?

Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend und kommt mit Kompost zum Start aus; als Faustzahl gelten 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, für genügsame Gartenkräuter reicht eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l je m². Trockenheitsliebende mediterrane Stauden bekommen keine pauschale Kompostgabe, weil sie auf kargem Boden stehen sollen. Basilikum, Borretsch und Liebstöckel gelten als starkzehrend; für Basilikum, Schnittlauch und Petersilie wird eine Düngegabe nach jedem Schnitt empfohlen. Zu viel Dünger kann mastiges Wachstum und schwächeres Aroma zur Folge haben.

### Was brauchen mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Thymian in der Pflege besonders?

Sie stehen in voller Sonne auf durchlässigem, magerem Boden und werden erst gegossen, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist – Staunässe vertragen sie schlecht. Der Frühjahrsschnitt bleibt im grünen Triebbereich, tiefe Schnitte ins alte, kahle Holz vermeidest du, weil die Halbsträucher dort nur zögerlich austreiben. Frostempfindliche Arten wie Rosmarin hältst du am besten im Kübel und überwinterst sie kühl bei rund 5 bis 10 °C und hell; Thymian kann draußen bleiben, in rauen Lagen mit einer schützenden Abdeckung.

### Wie unterscheidet sich die Pflege von einjährigen und mehrjährigen Kräutern im Jahresverlauf?

Einjährige wie Sommer-Bohnenkraut, Dill oder Kerbel laufen in einer Saison von der Aussaat bis zur Samenreife, werden jedes Jahr neu gesät und im Herbst abgeräumt. Mehrjährige wie Schnittlauch, Estragon, Zitronenmelisse, Thymian oder Salbei bleiben jahrelang am Platz; sie brauchen den Frühjahrsschnitt, bei Bedarf eine Teilung zur Verjüngung und in rauen Lagen Winterschutz. Basilikum und Majoran können in ihrer Heimat mehrjährig leben, werden hierzulande aber wegen der Frostempfindlichkeit einjährig kultiviert.

### Worin unterscheidet sich die Pflege von Topfkräutern und Freilandkräutern?

Im Topf ist der Wurzelraum begrenzt: Flach wurzelnde Kräuter wie Schnittlauch, Basilikum oder Petersilie kommen mit 15 bis 20 cm Erdtiefe aus, Tiefwurzler wie Rosmarin, Salbei oder Liebstöckel brauchen mindestens 25 bis 30 cm. Das Gefäß braucht ein freies Abzugsloch, beim Gießen wird das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet, und im Untersetzer bleibt kein Wasser stehen. Kübelkräuter sind im Winter frostempfindlicher als Pflanzen im Gartenboden, deshalb werden die Töpfe eingegraben oder eingepackt, und ab Ende August wird nicht mehr gedüngt.

### Stimmt es, dass häufiges Gießen für Kräuter immer gut ist?

Nein. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei vertragen Staunässe schlecht, und üppige Wasser- und Stickstoffgaben gelten als Aromakiller, weil das Kraut schneller wächst, aber flacher schmeckt und weicher wird. Schlaffe Blätter können auf Trockenstress oder auf beginnende Wurzelfäule hindeuten und sind allein noch kein Grund zum Gießen. Gleichmäßige Feuchte brauchen nur die frisch-feuchten Blattkräuter wie Basilikum, Kerbel, Petersilie oder Schnittlauch.

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