# Kräutermischungen selbst machen: welche Kräuter zusammenpassen und wie du sie lagerst

> So stellst du Kräutermischungen selbst her: welche Kräuter du trocknen kannst, wie du frische Mischungen nach dem Vorbild der Grünen Soße kombinierst und wofür du sie in der Küche nutzt.

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- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 06. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Ein Glas gemischter Kräuter spart dir beim Kochen den Griff zu fünf einzelnen Dosen – aber nur, wenn die Kräuter darin getrocknet überhaupt gut schmecken und das Glas nicht im Licht neben dem Herd steht. Genau daran scheitern viele selbst gemachte Mischungen: Basilikum landet im Trockenmix, Dill verliert sein Aroma, und nach ein paar Monaten riecht der Inhalt nach nichts mehr. Ich mische meine Trockenkräuter erst im Herbst zusammen, wenn die Einzelgläser aus der Ernte voll sind, und schreibe auf jedes Glas, was drin ist und wann es gemischt wurde. Hier geht es darum, wie du Kräutermischungen selbst zusammenstellst – getrocknet und frisch – und wofür du sie in der Küche nutzt.

## Was eine Kräutermischung ist – und was nicht

Eine Kräutermischung besteht aus Blättern, zarten Trieben und Blüten von Kräutern: Thymian, Oregano, Petersilie, Schnittlauch, Lavendelblüten. Eine Gewürzmischung dagegen enthält Samen, Rinden, Wurzeln und Früchte – Pfeffer, Zimt, Kreuzkümmel oder Koriandersamen. Die Grenze läuft manchmal mitten durch eine Pflanze: Korianderblätter kommen frisch in Salate und lassen sich portionsweise einfrieren, die Samen haben ein herb-süßes, an Orangenschalen erinnerndes Aroma und würzen Backwaren, Saucen und Lebkuchengewürz. Curry-Pulver oder Ras el-Hanout sind deshalb Gewürzmischungen, auch wenn Kräuter darin vorkommen können.

Für die Küche unterscheidest du außerdem zwei Formen. Trockenmischungen aus robusten Aromatikern stehen monatelang im Schrank und kommen früh ins Gericht. Frische Mischungen aus Blattkräutern werden am Tag der Ernte geschnitten oder eingefroren und erst zum Schluss zugegeben. Beide Wege funktionieren mit Kräutern aus dem eigenen Beet, und um beide geht es hier. Welche klassischen Mischungen aus Italien, der Provence oder Nordafrika es im Detail gibt und wie du die Kräuter dafür anbaust, liest du im Beitrag über [Kräutermischungen aus aller Welt und ihren Anbau im eigenen Garten](/kraeuter/kraeutermischungen-weltkueche-anbauen/).

## Welche Kräuter in den Trockenmix gehören – und welche nicht

Zum Trocknen eignen sich die aromareichen mediterranen Kräuter: Bohnenkraut, Thymian, Currykraut, Salbei und Majoran, außerdem Oregano, Rosmarin, Lavendel, Lorbeer, Minze und Ringelblumen. Bohnenkraut behält beim Trocknen sein Aroma, Oregano eignet sich ebenfalls gut, und Minze wie Koreanische Minze lassen sich getrocknet als Teekraut nutzen. Das sind die Kandidaten für deine Trockenmischungen.

Auf der anderen Seite stehen die frischen Blattkräuter. Dill, Petersilie, Estragon und Bärlauch verlieren beim Trocknen ihr Aroma, Zitronengras behält eingefroren mehr davon als getrocknet, und Pimpinelle entfaltet frisch ihr volles Aroma, während getrocknete Blätter eher an Geschmack verlieren. Diese Kräuter gehören in frische Mischungen oder in den Froster – dazu weiter unten mehr.

> **Häufiger Fehler:** Basilikum in die italienische Trockenmischung zu geben. Wegen seiner Schleimstoffe lässt sich Basilikum nur schwer mit gutem Ergebnis trocknen; das gilt auch für rotblättrige Sorten, und Griechisches Basilikum büßt beim Trocknen ebenfalls deutlich Aroma ein. Friere frisch geerntete, kleingeschnittene Blätter lieber in Eiswürfeln ein und gib sie separat zum Gericht.

Der Erntezeitpunkt entscheidet mit über das Aroma der Mischung. Für den Vorrat schneidest du Kräuter vor der Blüte, weil Kraft und Aromen dann im Laub sitzen; sobald Knospen erscheinen, konzentriert sich die Pflanze auf Blüten- und Samenbildung. Am besten erntest du am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Zwei Ausnahmen: Oregano für den Trockenvorrat wird erst zur Blüte geerntet, dann ist sein Aroma am intensivsten, und Lavendel schneidest du fürs Trocknen, wenn die Blüten in der Rispenmitte geöffnet sind und die an der Spitze noch knospig. Minze für den Vorrat kommt etwa im Juni und Juli kurz vor der Blüte ab. Ich gehe dafür am Vormittag mit der Schere durchs Beet und lasse jeden Trieb stehen, an dem schon Knospen sitzen.

Das Trocknen selbst ist schnell umrissen: Gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne aufgehängt sind die Kräuter fertig, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln; im Backofen geht es bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür. Wie du die einzelnen Kräuter trocknest, einfrierst und aufbewahrst, steht ausführlich im Beitrag darüber, [wie du frische Kräuter in der Küche nutzt und haltbar machst](/kraeuter/frische-kraeuter-wuerzige-vielfalt-in-der-kueche/).

## So stellst du deine Trockenmischung zusammen

Eine Mischung braucht eine Basis und Akzente. Als Basis nimmst du Kräuter, die du in Menge ernten kannst und die sich im Geschmack nicht gegenseitig verdrängen: Thymian, Oregano, Majoran, Bohnenkraut. Als Akzent kommen die kräftigen dazu, die eine Mischung schnell dominieren: Rosmarin, Salbei, Lavendelblüten. Lavendelblüten und -blätter sind essbar und passen zu Salaten, Braten sowie Lamm- und Fischgerichten – in einer Mischung reicht der Akzent, nicht die Hauptrolle.

Drei Richtungen, die sich aus dem eigenen Beet bestücken lassen:

- **Mediterrane Mischung:** Basis Thymian und Oregano, Akzent Rosmarin und Salbei – für Tomatengerichte, Ofengemüse, Fleisch und Marinaden.
- **Provence-Art:** Basis Thymian, Majoran und Bohnenkraut, Akzent Rosmarin und Lavendelblüten – für gegrilltes Gemüse und Fisch.
- **Tee-Mischung:** Minze, Zitronenmelisse und Koreanische Minze, alle drei getrocknet als Teekraut brauchbar.

Die Verhältnisse legst du selbst fest, indem du mischst, an einer Probe riechst und nachlegst, was fehlt. Ich streife die getrockneten Blätter erst unmittelbar vor dem Mischen von den Stielen und zerreibe sie nur grob zwischen den Fingern; die Stiele wandern auf den Kompost. Dann kommt alles in eine Schüssel, wird durchgemischt und in Gläser gefüllt.

Bei der Lagerung entscheidet sich, wie lange die Mischung nach Kräutern und nicht nach Papier schmeckt. Getrocknete Kräuter werden luftdicht, lichtgeschützt und trocken gelagert, verschlossene Gefäße prüfst du regelmäßig auf Schimmel. Der Platz direkt am Herd oder auf der sonnigen Fensterbank scheidet damit aus.

> **Mini-Checkliste:** Glas luftdicht verschlossen · lichtgeschützt und trocken gelagert · Inhalt und Mischdatum auf dem Etikett · beim Öffnen auf Schimmel geprüft · innerhalb von 12 Monaten aufgebraucht, weil getrocknete Kräuter bei längerer Lagerung Geschmack und Aroma verlieren.

## Frische Mischungen: die Grüne Soße als Vorbild

Frische Kräutermischungen sind kein Schrankvorrat. Du schneidest sie und verwendest sie gleich oder frierst sie ein. Das bekannteste Beispiel ist die Frankfurter Grüne Soße, seit 2016 EU-weit als geschützte geografische Angabe unter besonderem Schutz. Ihre sieben Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch – alle wachsen im Beet oder im Kasten, keines davon lässt sich sinnvoll trocknen.

> **Zahl im Blick:** In der geschützten Frankfurter Grünen Soße darf keine Kräuterart mehr als 30 % Gewichtsanteil stellen; Borretsch soll mindestens acht Prozent, Pimpinelle mindestens drei Prozent der Kräuterkomposition ausmachen. Für deine eigenen frischen Mischungen ist das ein brauchbares Prinzip: kein Kraut dominiert, und die leisen Kräuter bekommen einen festen Platz.

Bei drei der sieben Kräuter lohnt ein Blick auf die Pflanzenteile. Von Kerbel nutzt du Blätter und Blüten; die Wurzeln gelten als giftig. Ampfer-Blätter enthalten Oxalsäure ähnlich wie Spinat – junge Blätter kommen in Maßen roh in den Salat oder werden gedünstet, größere Mengen roher Blätter werden nicht empfohlen. Borretsch enthält in allen Pflanzenteilen leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide in wechselnden Mengen, auch in den Blüten; iss Blätter und Blüten deshalb nur selten und in kleinen Mengen. Beim Borretsch nehme ich nur junge Blätter und die Blüten und pflücke sie als Letztes, wenn der Rest der Mischung schon geschnitten auf dem Brett liegt.

Frische Mischungen, die du nicht am selben Tag verbrauchst, gehören in den Froster. Besonders gut eignen sich Schnittlauch, Schnittknoblauch, Petersilie, Rucola und Dill, fein geschnitten oder als Eiswürfel mit wenig Wasser; Kerbelblätter frierst du portioniert in Eiswürfelformen ein und gibst sie erst kurz vor dem Servieren zu. Dillblätter erntest du jung und verarbeitest sie sofort. Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr – auch das gehört auf das Etikett der Dose.

## Wofür du Kräutermischungen nutzt

**Beim Kochen.** Trockenmischungen aus robusten Kräutern gibst du früh in Schmorgerichte, Suppen, Marinaden und aufs Ofengemüse, damit sie mitgaren. Frische Mischungen streust du erst kurz vor dem Servieren über Salat, Kartoffeln, Quark oder Eierspeisen. Welche Kombination zu welchem Gerichtstyp passt und wie du je Saison wechselst, steht im Beitrag darüber, [wie du Kräuter je nach Gericht und Jahreszeit kombinierst](/kraeuter/kraeuter-speisen-kombinieren/).

**Kräuterbutter und Aufstriche.** Weiche Butter verknetest du mit der getrockneten oder frischen Mischung, formst eine Rolle und stellst sie kalt; sie passt zu Gegrilltem und Brot. Frischkäse oder Quark mit einer frischen Mischung ergibt einen Aufstrich oder Dip für Gemüsesticks. Ich knete Kräuterbutter immer mit der frischen Mischung aus dem Froster an und lasse den Rest der Rolle im Kühlschrank.

**Öl, Essig und Pesto.** Hier geht Sorgfalt vor Kreativität: In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden. Setze deshalb kein Kräuteröl auf Vorrat an, bewahre es im Kühlschrank auf und verbrauche es spätestens am Tag nach der Herstellung. Dasselbe gilt für frisches Pesto aus deiner Mischung: Nicht gesäuerte Pesto-Zubereitungen zählen zu den möglichen Risikoprodukten und dürfen nur bei bis zu 6 °C gelagert werden. Angebrochene Gläser mit in Essig Eingelegtem gehören in den Kühlschrank und werden innerhalb weniger Tage verbraucht. Die Schritte für Kräuteröl und Kräuteressig im Einzelnen findest du im oben verlinkten Beitrag über frische Kräuter in der Küche.

**Tee und Getränke.** Deine Tee-Mischung aus Minze, Zitronenmelisse und Koreanischer Minze gießt du mit sprudelnd kochendem Wasser auf und lässt sie mindestens fünf Minuten ziehen, damit in seltenen Fällen vorhandene Keime sicher abgetötet werden – besonders wichtig für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke. Lass den aufgegossenen Tee nicht über mehrere Stunden stehen, weil hitzeresistente Sporen das Aufbrühen überstehen können. Frische Zweige von Minze oder Rosmarin passen außerdem in sommerliche Getränke.

## Würze ja, Medizin nein

Ein Thymian-Salbei-Tee hat eine lange Tradition, und Kräutermischungen bringen Geschmack in dein Essen – Küchenkräuter sind aber Lebensmittel, keine Medizin. Was einzelne Kräuter traditionell begleitet hat und warum du bei Beschwerden trotzdem zur Arztpraxis gehst, liest du im Grundlagenabschnitt über [Kräuter und Gesundheit – Würze ja, Wundermittel nein](/kraeuter/).

## Häufige Fragen

### Was sind Kräutermischungen und welche Vorteile bieten sie beim Kochen?

Eine Kräutermischung kombiniert Blätter, zarte Triebe oder Blüten mehrerer Kräuter, getrocknet im Glas oder frisch geschnitten. Beim Kochen greifst du zu einem Glas statt zu fünf Dosen und hast die passende Kombination für Tomatengerichte, Ofengemüse oder Kräuterquark gleich zur Hand. Selbst gemischt bestimmst du, welche Kräuter aus deinem Beet drin sind und in welchem Verhältnis.

### Was ist der Unterschied zwischen Gewürzmischungen und Kräutermischungen?

Kräutermischungen bestehen aus den grünen Pflanzenteilen und Blüten von Kräutern wie Thymian, Oregano, Petersilie oder Schnittlauch. Gewürzmischungen enthalten Samen, Rinden, Wurzeln oder Früchte, etwa Pfeffer, Zimt, Kreuzkümmel oder Koriandersamen. Curry-Pulver und Ras el-Hanout zählen deshalb zu den Gewürzmischungen, auch wenn Kräuter darin vorkommen können.

### Worin unterscheiden sich getrocknete und frische Kräuter in ihrer Anwendung?

Getrocknete Mischungen aus robusten Kräutern wie Thymian, Rosmarin oder Oregano gibst du früh ins Gericht, damit sie in Schmorgerichten, Suppen und Marinaden mitgaren können. Frische Blattkräuter wie Basilikum, Petersilie oder Dill kommen erst kurz vor dem Servieren dazu. Getrocknete Kräuter verbrauchst du am besten innerhalb von 12 Monaten, eingefrorene halten sich bis zu einem Jahr, frisch geschnittene Kräuter verarbeitest du gleich.

### Wie kann man eigene Kräutermischungen herstellen und richtig aufbewahren?

Du wählst Basis-Kräuter, die du in Menge ernten kannst, und ergänzt kräftige Akzente wie Rosmarin oder Salbei. Die getrockneten Blätter streifst du von den Stielen, zerreibst sie grob und füllst sie in ein luftdichtes, lichtgeschützt und trocken gelagertes Glas mit Etikett. Prüfe verschlossene Gefäße regelmäßig auf Schimmel und brauche die Mischung innerhalb von 12 Monaten auf.

### Welche besonderen Verwendungsmöglichkeiten gibt es für Kräuteröl und Kräuterbutter?

Für Kräuterbutter verknetest du weiche Butter mit deiner Mischung, formst eine Rolle und stellst sie kalt; sie passt zu Gegrilltem und Brot. Kräuteröl setzt du nicht auf Vorrat an, weil sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden können. Es gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.

### Stimmt es, dass Kräutermischungen ihre Wirkung nach einem Jahr verlieren?

Es geht um Aroma, nicht um Wirkung: Getrocknete Kräuter verlieren bei längerer Lagerung Geschmack und Aroma, deshalb verbrauchst du sie am besten innerhalb von 12 Monaten. Licht, Feuchtigkeit und ein undichtes Glas beschleunigen den Verlust. Zerreibe eine Probe zwischen den Fingern: Duftet sie kaum noch, kommt die Mischung auf den Kompost.

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