# Pimpinelle ernten und lagern: so bleibt das Aroma im Blatt

> Wann du Pimpinelle schneidest, wie du den Horst dabei schonst und warum Einfrieren dem Trocknen meist vorzuziehen ist – mit Sicherheitshinweis für Pesto und Kräuteröl.

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- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 06. September 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Pimpinelle schmeckt im Salat nur dann nach etwas, wenn sie frisch vom Beet kommt – ein paar Stunden welk auf der Arbeitsplatte, und von den feinen Fiederblättern bleibt nur noch die grüne Farbe. Ich schneide sie deshalb erst, wenn das Brett schon liegt, und nehme nur so viele Blätter, wie gleich in die Schüssel gehen. Sobald du mehr willst als die Tagesportion, stellen sich zwei Fragen: Wann sitzt das meiste Aroma im Blatt, und auf welchem Weg kommt es in den Vorrat, ohne dass es dort verschwindet?

## Wann du Pimpinelle erntest

Pimpinelle – der Kleine Wiesenknopf – ist eine mehrjährige, winterharte Staude von etwa 30 bis 60 cm Höhe, die als Dauerkultur jahrelang am Platz bleibt. Beerntet wird sie von Mai bis November. In diesem langen Fenster brauchst du keinen einzelnen Termin, sondern zwei Regeln.

Die erste betrifft die Jahreszeit innerhalb der Pflanze: Für den Vorrat erntest du vor der Blüte, weil dann Kraft und Aromen im Laub stecken. Sobald Knospen erscheinen, konzentriert sich die Pflanze auf Blüten- und Samenbildung – das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz davor. Für die Küche darfst du außerdem jederzeit zupfen, solange die Rosette frisches Laub schiebt.

Die zweite Regel betrifft die Tageszeit: Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern sitzen. Ich gehe mit der Schere erst raus, wenn die Blätter trocken sind, und lasse sie bei Regen im Haus – nasses Laub lässt sich weder sauber einfrieren noch trocknen.

## So schneidest du, ohne den Horst zu schwächen

Für die Tagesportion schneidest du einzelne Blattstiele außen an der Rosette ab, mit sauberem, scharfem Werkzeug. Die Mitte der Pflanze bleibt stehen und treibt weiter. Willst du eine größere Menge für den Vorrat, nimmst du ganze Triebe: Beim Ernten ganzer Kräutertriebe ist eine Handbreit über dem Boden meist die passende Schnitthöhe.

> **Marias Erfahrung:** Ich nehme grundsätzlich nur die äußeren Blattstiele und lasse das Herz der Rosette unangetastet; beim nächsten Gießen schaue ich nach, ob dort neue Fiederblätter nachschieben.

Wer Blätter will, schneidet vor der Knospe. Danach stecken Aroma und Kraft in Blüte und Samen, und die Pflanze ist bis zum nächsten Blattschub weniger interessant für die Küche.

Ob du auch Samen oder Wurzeln der Pimpinelle nutzt und welches Werkzeug sich wofür eignet, gehört zur Anbau- und Nutzungsseite des Krauts; das behandelt der Artikel darüber, [wie du Pimpinelle anbaust, erntest und vielseitig verwendest](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-vielseitiges-kraut-fuer-garten-und-kueche/), ausführlicher als dieser hier.

## Frisch verwenden oder einfrieren

Frisch verwendet entfaltet Pimpinelle ihr volles Aroma, während getrocknete Blätter eher an Geschmack verlieren. Deshalb ist die beste Lagerung die kürzeste: ernten, kühl stellen, am selben Tag verbrauchen. Für alles darüber hinaus ist Einfrieren der geeignete Weg – die Blätter kommen portionsweise in den Froster oder werden zu Pesto verarbeitet.

Einfrieren funktioniert bei frischen Blattkräutern über den Eiswürfelweg: gehackt, portioniert, mit etwas Wasser oder Öl in die Form. Ich streife die Fiederblättchen vom Stiel, hacke sie grob und drücke sie in die Eiswürfelform, bevor das Wasser darüberkommt. Die gefrorenen Würfel lassen sich einzeln entnehmen und wandern direkt in Quark, Dressing oder Suppe.

In der Küche landet Pimpinelle frisch in Salat, Kräuterquark und Kräuterbutter; als Heilkraut hat sie eine lange Tradition, ein Versprechen über Wirkungen ist damit nicht verbunden. Welche Gerichte sie sonst noch aufwertet, zeigt der Artikel darüber, [wie du Pimpinelle in der sommerlichen Küche einsetzt](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-wuerziges-kraut-fuer-die-sommerliche-kueche/).

> **Zahl im Blick:** Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Getrocknete Kräuter verbrauchst du am besten innerhalb von 12 Monaten, weil sie bei längerer Lagerung Geschmack und Aroma verlieren. Schreib den Erntemonat auf jede Dose und jedes Glas – dann musst du beim Öffnen nicht raten.

## Trocknen, Pesto und Öl – wo Vorsicht gilt

Trocknen ist bei Pimpinelle der zweitbeste Weg, weil die Blätter dabei eher an Geschmack verlieren. Wenn du es trotzdem versuchst, gelten die allgemeinen Kräuterregeln: gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne aufhängen, oder im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür. Luftgetrocknete Kräuter sind fertig, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln. Gelagert wird luftdicht, lichtgeschützt und trocken; verschlossene Gefäße prüfst du regelmäßig auf Schimmel. Ich rieche beim Öffnen jedes Glases kurz hinein und sehe mir den Deckelrand an, bevor ich etwas herausnehme. Die einzelnen Trocknungsschritte samt Nachkontrolle findest du in der Anleitung, [wie du Pimpinelle Schritt für Schritt trocknest](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-trocknen/).

Pesto und Kräuteröl sind die Vorratswege, bei denen Sorgfalt vor Kreativität geht. Bei selbst hergestellten Kräutern in Öl kann der Sauerstoffabschluss die Vermehrung von Clostridium botulinum und damit die Bildung von Botulismus auslösenden Nervengiften ermöglichen; nichtgesäuerte Pesto-Zubereitungen gelten ebenfalls als mögliche Risikoprodukte.

> **Achtung:** Setze Pimpinellen-Öl und Pesto nicht auf Vorrat an. Selbst hergestellte Kräuteröle gehören in den Kühlschrank und werden spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht; nicht erhitztes, nicht chemisch konserviertes Pesto darf nur bei bis zu 6 °C gelagert werden.

## Was der Horst nach der Ernte braucht

Pimpinelle ist schwachzehrend und steht sonnig bis halbschattig; Kompost zum Start und Wasser an den Fuß der Pflanze statt über das Blatt genügen ihr meist für die Saison. Üppige Stickstoff- und Wassergaben nach dem Schnitt würden das Kraut zwar schneller nachtreiben lassen, aber flacher im Geschmack und weicher. Wie viel Gießen und Düngen bei Kräutern angemessen ist und warum die Ausnahmen unter den Starkzehrern stehen, erklärt der Kräuter-Grundlagenartikel im Abschnitt über [Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß](/kraeuter/).

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