# Düngestäbchen richtig einsetzen: wie tief, wie feucht, welcher Boden

> Wie tief das Düngestäbchen in die Erde gehört, warum es nur mit Wasser wirkt und wie du Dosis und Auswahl an Sand, Lehm, Ton und pH-Wert anpasst.

- **URL:** https://samen.live/praxis/duengen-boden/duengestaebchen-richtig-einsetzen-pflanzen-gezielt-ernaehren/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Ein Düngestäbchen in staubtrockener Topferde wirkt nicht, denn auch mineralische Langzeitdünger im Kübel werden nur in Verbindung mit Wasser wirksam. In einem Beet, das schon gut versorgt ist, braucht die Pflanze das Stäbchen womöglich gar nicht. Bevor ich ein Stäbchen setze, prüfe ich deshalb drei Dinge: die Feuchte im Wurzelbereich, den Dünger, der schon in der Erde steckt, und die Bodenart. Danach entscheidest du, wohin das Stäbchen gehört, ob es nötig ist und wie du es an Sand, Lehm, Ton und den pH-Wert anpasst.

## Wie tief gehört ein Düngestäbchen in die Erde?

Steck das Stäbchen in den Wurzelbereich deiner Pflanze, so tief, wie es die Anweisung auf der Packung beschreibt. Eine Zentimeterzahl, die für jedes Produkt gilt, gibt es nicht: Bei Düngestäbchen ist die Dosierungsanweisung der konkreten Packung maßgeblich. Entscheidend ist der Ort. Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf, also muss das Stäbchen dort sitzen, wo Wurzeln sind und die Erde feucht bleibt.

Ich steche bei fester Erde mit einem dünnen Holzstab vor, damit das Stäbchen beim Eindrücken nicht bricht. Bei Clematis gehe ich besonders behutsam vor, weil sie empfindliche, flach liegende und fleischige Feinwurzeln hat. Die schonst du bei jeder Arbeit im Wurzelbereich, also auch beim Stecken eines Stäbchens.

Wie viele Stäbchen ein Gefäß bekommt, hängt von Pflanze und Topfgröße ab. Dafür gibt es eine eigene Anleitung, [wie du die Stückzahl für Pflanze und Topfgröße bemisst](/praxis/duengen-boden/duengestaebchen-richtig-dosieren-optimale-pflanzenversorgung/).

> **Mini-Checkliste:**
> - Erde vorher prüfen: Dünger kommt möglichst auf feuchten Boden, damit er unmittelbar wirken kann.
> - Stäbchen in den Wurzelbereich stecken, Tiefe und Anzahl nach der Packung.
> - Danach die Erde gleichmäßig feucht halten, denn gedüngte Kübelpflanzen sollen nicht austrocknen.
> - Vernässte Töpfe erst abtrocknen lassen, bevor überhaupt gedüngt wird.

> **Marias Erfahrung:** Wenn ich ein Stäbchen setze, schreibe ich das Datum mit Bleistift auf den Pflanzstecker. Bei mineralischen Depotdüngern steht die Wirkungsdauer auf der Verpackung, und mit dem Datum sehe ich auf einen Blick, wann sie abgelaufen ist.

> **Achtung:** Lagere die Packung trocken und verpackt, außer Reichweite von Kindern. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an und lass die Lage dort beurteilen.

## Düngestäbchen kurz eingeordnet

Düngestäbchen sind feste Dünger zum Einstecken in die Erde, und ihre Form bestimmt mit, wie schnell Nährstoffe frei werden. Bei ummantelten mineralischen Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung, organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden. Was NPK und die übrigen Angaben auf dem Etikett bedeuten, steht in unserer Übersicht zu [Nährstoffen, Düngerarten und Düngerformen](/praxis/duengen-boden/).

Was Stäbchen gegenüber Flüssigdünger und Granulat auszeichnet, welche Arten es gibt und wo ihre Grenzen liegen, behandelt [der Ratgeber zu Inhaltsstoffen und Wirkweise der Stäbchen](/praxis/duengen-boden/duengestaebchen-naehrstoffgeheimnis-fuer-gesunde-pflanzen/). Wie lange ein Stäbchen durch die Saison wirkt, liest du im Beitrag darüber, [wie Düngestäbchen als Langzeitdünger über die Saison arbeiten](/praxis/duengen-boden/duengestaebchen-naehrstoffgeheimnis-fuer-gesunde-pflanzen/).

Für die Umwelt gilt: Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, auch Nährsalze, die ein Depotdünger schon freigegeben hat. Bedarfsgerechtes Düngen senkt dieses Risiko, mehr dazu steht im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung derselben Übersicht.

## Welcher Boden? Sand, Lehm, Ton und Topferde

Die Bodenart bestimmt, wie lange Wasser um das Stäbchen bleibt und ob gelöste Nährstoffe gehalten werden. Tonminerale und organische Substanz können Nährstoffionen austauschbar binden und später an die Bodenlösung abgeben. Sandreiche Böden speichern dagegen wenig Wasser und Nährstoffe.

| Bodenart | Wasser und Nährstoffe | anzustrebender pH je nach Humusgehalt | Folge für das Stäbchen |
|---|---|---|---|
| Sand | speichert wenig Wasser und Nährstoffe | 5,0 bis 6,5 | Feuchte im Wurzelbereich prüfen, bevor du nachdüngst |
| Lehm | speichert mehr Wasser als Sand | 5,5 bis 7,0 | Packungsangabe als Rahmen, Kompost und Bodenvorrat anrechnen |
| Ton | lässt Wasser langsamer durch, neigt eher zu Staunässe | 6,0 bis 7,5 | bei Nässe nicht nachstecken, erst abtrocknen lassen |

Die pH-Bereiche gelten nicht für Moorbeetpflanzen mit besonderen Ansprüchen.

### Sandboden: erst Wasser, dann Dünger

Auf Sand prüfst du die Feuchte dort, wo das Stäbchen steckt, bevor du nachdüngst. Gelöste Nährsalze, die die Pflanze nicht aufnimmt, können hier ausgewaschen werden. Organische Dünger setzen bei Trockenheit wenig bis keine Nährstoffe frei. Zeigt eine Pflanze auf trockenem Sand Mangelzeichen, fehlt ihr deshalb womöglich Wasser und nicht Dünger: Trockenheit kann Mangelsymptome auslösen, obwohl Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Ich gieße in so einem Fall zuerst durchdringend und beobachte die Pflanze, bevor ich über ein weiteres Stäbchen entscheide.

### Lehmboden: Packungsangabe und Anrechnung

Lehmige Böden speichern mehr Wasser als sandige, die Erde um das Stäbchen trocknet also nicht so schnell aus. Hier hältst du dich an die Packungsangabe und rechnest an, was schon im Boden ist. Die Düngermenge muss sowohl die gemessenen Vorräte als auch Gaben anderer Dünger und von Kompost berücksichtigen.

### Tonboden: bei Nässe nicht nachstecken

Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen deshalb eher zu Staunässe. Bei stauender Nässe setzen organische Dünger nur wenige Nährstoffe frei. Ein weiteres Stäbchen behebt das akute Problem dann nicht zuverlässig, denn die Nässe hemmt die Freisetzung. Warte, bis der Boden abgetrocknet ist, und schau dir an, warum das Wasser steht.

> **Tipp:** Eine Spatendiagnose zeigt dir Bodengefüge, Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild und hilft, ein Strukturproblem einzuordnen. Um schwere Gartenböden durchlässiger zu machen, kannst du 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² einarbeiten; ob es weitere Gaben braucht, hängt vom Bodenzustand ab.

### Humusreiche Beete und Kompost

Humus ernährt Bodenorganismen, deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig bereits genügend Nährstoffe nach. Eine hohe Stickstoffnachlieferung aus dem Humus kann es erlauben, zusätzlichen Stickstoff zu verringern oder ganz auszusetzen.

Auch Kompost zählt mit. Im Gemüsebeet kann eine jährliche Kompostgrundgabe von 3 l/m² den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf decken. Verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch in ausreichender Menge. Rechne den Kompost deshalb an, bevor du ein Volldünger-Stäbchen dazusteckst.

### Im Topf ist die Erde dein Boden

Im Gefäß übernimmt das Substrat die Rolle des Bodens, und gekaufte Erde bringt oft schon Dünger mit. Der Vorrat üblicher vorgedüngter Kübelpflanzenerde reicht nach dem Umtopfen häufig für 4 bis 6 Wochen. In dieser Zeit kannst du das Stäbchen weglassen, denn die vorhandene Grunddüngung musst du auf zusätzliche Gaben anrechnen.

Torffreie Erden verhalten sich anders, weil ihre organischen Bestandteile Stickstoff binden können. In organisch vorgedüngter torffreier Erde kann deshalb zu Kulturbeginn trotz vorhandenen Düngers zu wenig verfügbarer Stickstoff vorliegen. Schau dir bei torffreier Erde also die Pflanze an, statt dich nur auf den Kalender zu verlassen. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein ans Gießwasser gekoppelt war.

Topfpflanzen vertragen unterschiedlich viel Salz, und die Grunddüngung muss das berücksichtigen. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen.

## Bodencheck: erst wissen, dann stecken

Im Beet zeigt dir eine Bodenuntersuchung, ob ein Stäbchen überhaupt etwas ergänzen muss. Eine Standarduntersuchung erfasst Phosphor, Kalium und den pH-Wert. Einen Nmin-Wert für Stickstoff liefert sie nicht, der muss gesondert bestimmt werden.

Steht ein Nährstoff in Versorgungsstufe D, braucht nur 50 % seines erwarteten Entzugs durch Düngung ersetzt zu werden. In Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduziert werden. Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Ein Volldünger-Stäbchen würde dann auch Phosphat nachlegen, von dem schon reichlich da ist.

Die Einstiche sammle ich in einem sauberen Eimer, mische sie gründlich und beschrifte den Probenbeutel mit dem Namen des Beets.

> **Mini-Checkliste:**
> - 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einstiche auf einer einheitlich genutzten Fläche, Wege, Ränder und Kompostnähe aussparen.
> - Gemüsebeet: Oberboden bis in 25 bis 30 cm Tiefe erfassen; bei Rasen genügen 8 bis 10 cm Einstichtiefe.
> - Aus der gut vermischten Sammelprobe etwa 500 g Erde für die Standarduntersuchung entnehmen.
> - Rhododendron: 500 g Erde aus dem äußeren Wurzelbereich und einer Tiefe von 0 bis 30 cm.
> - Wiederholung: Standarduntersuchung nach 4 bis 5 Jahren, pH-Kontrolle nach 5 bis 6 Jahren.

## pH-Wert: Wenn Nährstoffe da sind, aber nicht ankommen

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ein zu hoher pH kann so Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Steckst du dann ein Stäbchen mit Spurenelementen nach, landet der Nachschub im selben Boden, der sie festlegt, und die Ursache bleibt bestehen.

Welcher pH passt, hängt von Bodenart und Pflanzengruppe ab, ein einheitlicher Zielbereich für alle Blühpflanzen taugt nicht. Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Ihre angegebene obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0. Liegt der pH zu hoch, kann er Eisen festlegen, und gelbe junge Blätter mit noch grünen Adern können darauf hindeuten. Eindeutig ist das Bild nicht, denn Eisenmangel lässt sich nicht immer von Manganmangel unterscheiden. Für eine gezielte Rhododendrondüngung brauchst du deshalb den pH-Wert sowie die Gehalte an Phosphor, Kalium und Magnesium.

Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser.

> **Achtung:** Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken bekommen keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben. Für ihr saures Bodenmilieu sind solche Gaben nicht angezeigt.

Beim Kauf schaust du deshalb nicht nur auf den Pflanzennamen auf der Packung. Ein Dünger, der für eine Pflanzengruppe benannt ist, kann auch zu anderen Kulturen passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zu deren Bedarf passen. Manche Düngerbestandteile wirken bodenversauernd, andere können den pH-Wert erhöhen.

Einen falschen pH-Wert gehst du getrennt vom Düngen an: Kalk gibst du nur, wenn ein Befund ihn verlangt. Das Vorgehen steht im Abschnitt zu pH-Wert und Kalk der Übersicht Düngen, Boden und Kompost.

Im Topf misst du den pH direkt im Substrat, und zwar mit einer geeigneten, kalibrierten Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern.

## Die Dosis je Boden: Packungsangabe und Befund

Die Packungsangabe bleibt dein Rahmen. Mehr als dort angegeben steckst du nicht, und je nach Boden kann weniger genügen. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze, und ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Ein Stäbchen zu viel kann deine Pflanze also trotz feuchter Erde schlechter mit Wasser versorgen.

| Situation | Was du daraus machst |
|---|---|
| Bodenbefund Versorgungsstufe D | nur 50 % des erwarteten Entzugs des Nährstoffs durch Düngung ersetzen |
| Bodenbefund Versorgungsstufe E | Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren |
| Beet mit regelmäßiger Kompostgabe | Kompost als Nährstoffquelle anrechnen |
| warmer, ausreichend feuchter, humusreicher Boden im Sommer | prüfen, ob die Nachlieferung schon reicht |
| frisch umgetopft in vorgedüngte Erde | häufig 4 bis 6 Wochen ohne zusätzlichen Dünger |
| nasser Ton oder vernässter Kübel | nicht nachstecken; vernässte Kübel bis zum Abtrocknen weder gießen noch düngen |
| trockener Sand | erst durchdringend wässern, dann beurteilen |
| kranke Kübelpflanze | nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum anregen |

> **Häufiger Fehler:** Ein Stäbchen extra, nur zur Sicherheit. Auch organische Dünger lassen sich in einer pflanzenbaulich oder ökologisch zu hohen Menge ausbringen. Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du die Düngung ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.

## Wässern und Bodenfeuchte: ohne Wasser keine Wirkung

Ein Stäbchen braucht Wasser, um zu wirken. Auch mineralische Langzeitdünger im Kübel werden nur in Verbindung mit Wasser wirksam. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wenig bis keine Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen verstärken die Freisetzung. Halte gedüngte Kübelpflanzen deshalb gleichmäßig feucht und lass sie nicht austrocknen.

Bei torffreien und torfreduzierten Substraten kann die Oberfläche trocken sein, während es tiefer im Gefäß noch nass ist. Wer nach der Oberfläche gießt, hält das Stäbchen womöglich in Staunässe, und genau dort setzen organische Dünger kaum etwas frei. Ich prüfe die Feuchte deshalb mit dem Finger und stecke ihn bei torffreier Erde tief hinein, nicht nur in die oberste Schicht.

Jedes direkt bepflanzte Gefäß braucht einen Ablauf, durch den überschüssiges Wasser entweichen kann. Ich stelle meine Kübel auf kleine Holzkeile, damit zwischen Gefäßboden und Stellfläche Platz für den Wasserablauf bleibt. Ist ein Kübel vernässt, die Wurzeln aber noch nicht verfault, gießt und düngst du nicht, bis er abgetrocknet ist und sich die Pflanze erholt hat.

Auch geschädigte Wurzeln bremsen die Versorgung. Durch Hitze oder Frost geschädigte Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe schlechter auf. Kübelbuchs schützt du im Winter mit einer isolierenden Unterlage und einer Umhüllung des Topfes.

> **Zahl im Blick:** Für durchdringende Gießgänge bei Trockenheit rechnest du je nach Beet mit 10 bis 25 l/m², davon 10 bis 20 l/m² für eingewachsene Gartenpflanzen und etwa 20 bis 25 l/m² für Gemüse. Wie viel nötig ist, hängt auch von der Bodenart ab.

Neu gepflanzte Stauden und Gehölze gießt du in trockenen Phasen häufiger als eingewachsene Bestände.

> **Mythos-Check:** „Gelbe Blätter? Dann fehlt Dünger.“ Nicht unbedingt. Vergilbung mit Blattfall kann neben Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter, Eisenmangel hellt vor allem junge Blätter mit grün bleibenden Adern auf. Prüf zuerst die Feuchte, bevor du nachsteckst.

## Zeitpunkt und besondere Einsatzorte

Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du von Ende April bis August. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit ihre Triebe ausreifen. [Wie du Stäbchen vom Frühjahrsstart bis zur Winterruhe einplanst](/praxis/duengen-boden/duengestaebchen-gezielt-einsetzen-optimale-anwendung/), zeigt ein eigener Ratgeber; die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber zu Inhaltsstoffen und Wirkweise.

Im Gemüsebeet können mineralische Depotdünger für kurze Spinat- oder Kopfsalatkulturen im kühlen Frühjahr zu langsam wirken; [wo Düngestäbchen im Gemüsegarten passen und wo nicht](/praxis/duengen-boden/duengestaebchen-im-gemuesegarten-einsatz-und-grenzen/), klärt ein eigener Beitrag. Wie viele Stäbchen Balkonkasten und Kübel je nach Pflanze und Topfgröße brauchen, steht im Dosier-Ratgeber.

## Häufige Fragen

### Was sind Düngestäbchen und wie funktionieren sie?

Düngestäbchen sind feste Dünger, die du in den Wurzelbereich der Pflanze steckst. Mineralische Stäbchen liefern ihre Nährstoffe meist als Salze, die erst mit Wasser für die Wurzeln aufnehmbar werden, organische müssen im Boden zunächst mineralisiert werden. Bei ummantelten mineralischen Depotdüngern verzögert zusätzlich eine Hüllschicht die Freisetzung. Wie viele Stäbchen du einsetzt, richtet sich nach der Anweisung auf der konkreten Packung.

### Für welche Bodentypen eignen sich Düngestäbchen?

Du kannst sie auf Sand, Lehm und Ton einsetzen, achtest aber jeweils auf etwas anderes. Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe, deshalb prüfst du dort vor allem die Feuchte im Wurzelbereich. Tonreiche Böden neigen eher zu Staunässe, und bei stauender Nässe setzen organische Dünger nur wenige Nährstoffe frei. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Böden liefern im Sommer häufig schon genug Nährstoffe nach.

### Wie beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Wirkung von Düngestäbchen?

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, sodass die Pflanze sie schlechter erreicht. Ein zu hoher pH kann so Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Welcher pH passt, hängt von Bodenart und Pflanze ab: Für lehmige Gartenböden liegt der anzustrebende Bereich je nach Humusgehalt bei 5,5 bis 7,0. Rhododendren bevorzugen dagegen überwiegend pH 4,5 bis 5,5.

### Wirken Düngestäbchen auch in trockener oder sehr nasser Erde?

In trockener Erde kaum, denn Langzeitdünger werden nur in Verbindung mit Wasser wirksam, und Wurzeln nehmen Nährsalze nur gelöst auf. Organische Dünger setzen bei Trockenheit, Frost oder Staunässe wenig bis keine Nährstoffe frei. Einen vernässten Kübel mit noch nicht verfaulten Wurzeln gießt und düngst du nicht, bis er abgetrocknet ist und sich die Pflanze erholt hat. Ansonsten hältst du die Erde gleichmäßig feucht, weil gedüngte Kübelpflanzen nicht austrocknen sollen.

### Brauche ich vor dem Einsatz von Düngestäbchen eine Bodenanalyse?

Im Gartenbeet zeigt dir eine Standarduntersuchung, wie es um Phosphor, Kalium und den pH-Wert steht. Liegt ein Nährstoff in Versorgungsstufe E, kann die Düngung damit vorübergehend auf 0 reduziert werden. Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Stickstoff erfasst die Standarduntersuchung nicht, dafür muss ein Nmin-Wert gesondert bestimmt werden.

### Wie wende ich Düngestäbchen bei Zimmerpflanzen richtig an?

Steck das Stäbchen in den Wurzelbereich und halte dich bei Anzahl und Einsatz an die Anweisung der Packung. Setz es in bereits feuchte Erde und lass die Pflanze danach nicht austrocknen. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde kannst du zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger verzichten. Im Frühjahr und Sommer brauchen Zimmerpflanzen entsprechend ihrem Wachstum mehr Nährstoffe als im Winter.

### Sind Düngestäbchen immer besser als andere Düngemethoden?

Nein. Mineralische Depotdünger können für kurze Spinat- oder Kopfsalatkulturen im kühlen Frühjahr zu langsam wirken. Bei festgestelltem Nährstoffmangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Kompost und Mist können neben der Nährstoffzufuhr auch Bodenstruktur und Bodenleben verbessern.

### In welchen Jahreszeiten setze ich Düngestäbchen ein?

Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du während ihrer Wachstumszeit von Ende April bis August. Obst- und Ziergehölze sollen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr bekommen, damit ihre Triebe ausreifen. Niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger zusätzlich. Im Garten ist eine Frühjahrsdüngung einer Herbstdüngung möglichst vorzuziehen, um Auswaschungsverluste zu mindern.

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