# Gartendünger im Test: Wie weit Kompost & Co. den Universaldünger ersetzen

> Universaldünger oder Kompost, Mulch, Gründüngung und Hornspäne? So prüfst du, was dein Boden schon liefert und wo ein gekaufter Dünger noch sinnvoll ist.

- **URL:** https://samen.live/praxis/duengen-boden/gartenduenger-im-test-universalduenger-oder-natuerliche-alternativen/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 12. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Wer im Frühjahr Kompost aufs Beet bringt und danach die volle Packungsmenge Universaldünger streut, versorgt Phosphor und Kalium womöglich doppelt. Das kostet Geld und kann den Boden überversorgen. Ich schaue deshalb zuerst in meinen Bodenbefund und in mein Gartenheft, bevor ich einen Düngersack öffne.

Universaldünger ist ein Mehrnährstoffdünger: Er liefert Stickstoff, Phosphat und Kalium in einem Produkt und ist nicht auf eine bestimmte Pflanzengruppe zugeschnitten. Es gibt ihn mineralisch, organisch und organisch-mineralisch, wobei die Mischform schnell wirkende mit langsamer wirkenden Bestandteilen verbindet. Wofür er sich eignet und wo er gegenüber Spezialdüngern an Grenzen stößt, erklärt der Ratgeber [wie Universaldünger deine Pflanzen mit Nährstoffen versorgt](/praxis/duengen-boden/universalduenger-pflanzen-optimal-mit-naehrstoffen-versorgen/). Hier geht es um die Frage dahinter: Wie viel davon übernehmen Kompost, Mulch, Gründüngung und Hornspäne?

## Wie weit ersetzen Kompost, Mulch und Gründüngung den Universaldünger?

Für die meisten Gartenpflanzen weitgehend, mit einer Lücke beim Stickstoff. Eine jährliche Kompostgabe von 3 l je m² deckt die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen ab. Der Stickstoff im Kompost ist aber überwiegend organisch gebunden und wird nur in geringem Umfang frei. Deshalb ergänzt du ihn nach Bedarf, etwa mit Horndünger, angewelktem Rasenschnitt als Mulch oder einer Gründüngung mit Leguminosen.

Kompost liefert also die Grundnährstoffe, Horndünger vor allem Stickstoff. Zusammen können sie für die meisten Gartenpflanzen abdecken, wofür du sonst einen Universaldünger kaufst. Gekaufter Dünger behält seinen Platz dort, wo organisches Material zu langsam wirkt: in kleinen Gefäßen, bei kurzen Kulturen im kühlen Frühjahr und bei einem bestätigten akuten Mangel.

| Weg | Liefert vor allem | Grenze |
|---|---|---|
| Kompost | Phosphor, Kalium, Spurenelemente, organische Substanz | wenig verfügbarer Stickstoff; nicht für Moorbeetpflanzen und magere Staudenstandorte |
| Mulch | Verdunstungsschutz, Futter für Bodenorganismen; Rasenschnitt liefert Stickstoff nach | Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden |
| Gründüngung | hält vorhandene Nährstoffe im Beet; Leguminosen binden Luftstickstoff | ersetzt eine bedarfsgerechte Düngung nicht automatisch |
| Hornspäne, Hornmehl | Stickstoff, dazu Schwefel | geringe Phosphor- und Kaliumgehalte; wirken in kleinen Gefäßen verzögert |
| Universaldünger | Stickstoff, Phosphat und Kalium gemeinsam, mineralisch meist rasch verfügbar | bringt Phosphor und Kalium auch dorthin, wo sie schon reichen |

## Welcher Universaldünger ist Testsieger?

Einen allgemeinen Testsieger gibt es nicht, denn ob ein Dünger passt, hängt an seinem Nährstoffverhältnis. Die Dosierung auf der Packung setzt zudem einen optimal versorgten Boden voraus. Welcher Dünger zu deinem Beet passt, entscheidet deshalb der Bodenbefund und nicht die Packung. Ich lese bei jedem Sack zuerst die Deklaration auf der Rückseite.

### Was auf dem Etikett steht und was dein Boden schon hat

Ein Etikett mit 15-8-20 nennt der Reihe nach die Prozentgehalte an Stickstoff, Phosphat als P₂O₅ und Kaliumoxid als K₂O. Spurennährstoffe stehen gesondert auf dem Etikett. Was davon dein Beet braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung: Die gängige Standardanalyse erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert, für pflanzenverfügbaren Stickstoff braucht es eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Im Hausgarten wird die Analyse etwa alle 3 bis 5 Jahre empfohlen. Wie du die Mischprobe ziehst und Nährstoffangaben einordnest, steht im Überblick zu [Nährstoffen, Humus, Bodenleben und Bodenanalyse](/praxis/duengen-boden/).

> **Mini-Checkliste:** So prüfst du einen Universaldünger vor dem Kauf.
> - Passt das Nährstoffverhältnis zum Befund? Bei hohen Phosphat- und Kalivorräten der Versorgungsstufen D oder E kann ein reiner Stickstoffdünger die zusätzliche NPK-Düngung ersetzen.
> - Wie wirkt er auf den pH-Wert? Moorbeet- und Zitrusdünger wirken versauernd und passen deshalb nicht ohne Prüfung zu anderen Kulturen.
> - Wie schnell wird er frei? Leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, umhüllte Depotdünger geben Nährstoffe nach und nach ab. Ihre Wirkungsdauer steht auf der Verpackung; bei harzumhüllten Produkten kann sich die Laufzeitangabe auf 21 °C beziehen und wird bei mehr Wärme kürzer.
> - Ist er phosphatbetont? Mehr Phosphat ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten.
> - Was sagt das Siegel? Biotaugliche Dünger dürfen kein EU-Bio-Logo tragen, und eine Listung für den Ökolandbau bestätigt die Verwendbarkeit, keine geprüfte Düngewirksamkeit.

> **Achtung:** Nicht ausreichend erhitzter Rizinusschrot in organischen Düngern kann bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Bei Verdacht rufst du sofort eine Tierarztpraxis an und bringst die Verpackung mit, ohne Hausmittel zu geben oder Erbrechen auszulösen. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, kontaktierst du zur Beurteilung ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.

## Was leistet Kompost als Dünger?

Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, deren Gesamtgehalte aber nicht sofort pflanzenverfügbar sind. Seine organische Substanz lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr 3 l reifen Kompost je m² flach ein. Über Abweichungen entscheidet der Bodenbefund. Tief vergraben solltest du ihn nicht, weil dort bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können.

Weil Kompost Phosphat mitbringt, ist die Menge nach oben begrenzt. Im Ziergarten gilt bei Phosphat-Gehaltsklasse C bis E eine jährliche Obergrenze von 3 l Gartenkompost je m². Im Gemüsebeet dient im Frühjahr ebenfalls höchstens diese Menge als Grundversorgung, den Stickstoff ergänzt du bedarfsgerecht. Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² jährlich können im Hausgarten außerdem genug Kalzium nachliefern, sodass eine zusätzliche Kalkung vom Bodenbefund abhängt.

Nicht jedes Beet bekommt Kompost:

- Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren brauchen sauren Boden, und Gartenkompost hebt den pH-Wert an.
- Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden brauchen magere Böden.
- Liegt der Boden-pH schon über dem Zielbereich für Boden und Kultur, verzichtest du auf Kompost und kalkhaltige Dünger.
- Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann.

Reif ist Gartenkompost je nach Material und Rotteführung nach etwa 4 bis 12 Monaten. Ich säe vor dem Ausbringen Kresse in eine Schale mit Kompost und zum Vergleich in eine Schale mit Gartenerde. Ist der Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit. Holzasche gehört weder auf den Kompost noch als Dünger ins Beet, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.

## Wie viel Dünger ersetzt Mulch?

Mulch schützt vor allem den Boden und liefert Nährstoffe eher nebenbei. Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und gibt Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Beim Abbau setzen sie Nährstoffe frei, und ihre Tätigkeit fördert die Krümelstruktur.

Wie viel Stickstoff dabei ankommt, hängt am Material. Angewelkter Rasenschnitt liefert Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben anrechnest. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau dagegen vorübergehend Stickstoff binden. Ob Mulch deinem Beet Stickstoff bringt oder ihn festlegt, entscheidest du also mit der Materialwahl. Vor dem Mulchen mit Holz oder Stroh stellst du die Stickstoffversorgung deshalb mit einer ergänzenden Düngung sicher.

Im Gemüsebeet ist eine etwa 2 bis 3 cm dicke organische Mulchschicht üblich. Die Pflanzen sollten vorher ungefähr 10 cm hoch sein, Saatrillen bleiben frei. Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann. Stroh passt zu Tomaten, Zucchini und Zuckermais, Rindenmulch gehört wegen wachstumshemmender Gerbstoffe nicht ins Gemüsebeet. Ich lasse Rasenschnitt erst anwelken und lege ihn in dünnen Schichten aus, die ich bei Bedarf ergänze.

Beim Rasen spart das Mulchmähen Dünger: Bleibt fein zerkleinertes Schnittgut regelmäßig auf der Fläche liegen, kann das den Düngebedarf um 30 bis 50 % senken.

## Was bringt Gründüngung für die Nährstoffversorgung?

Gründüngung bindet vorhandene Nährstoffe in Zeiten ohne Bewuchs und vermindert ihre Auswaschung. Eine bedarfsgerechte Düngung ersetzt sie aber nicht automatisch. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen können mithilfe von Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff binden, andere Gründüngungspflanzen nehmen vor allem auf, was schon im Boden ist.

Der beim Verrotten frei werdende Stickstoff zählt bei der Düngung der Folgekultur mit. Pflanzt du nach Klee oder Wicken, rechnest du diesen Stickstoff also an, statt die volle Menge nachzustreuen.

Nach dem flachen Einarbeiten frischer Gründüngung wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung. Phacelia und Gelbsenf lassen sich von April bis September säen, Winterroggen kann als späte Gründüngung von Ende September bis Anfang Oktober folgen. Gründüngungspflanzen sollten einer anderen Pflanzenfamilie angehören als die Gemüsekultur davor und danach. Gelbsenf und Ölrettich zählen wie Kohl zu den Kreuzblütlern, im Gemüsebeet gilt für sie eine Anbaupause von 3 bis 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern. Anbaupausen und Zehrer-Einstufung behältst du mit dem [Beetplaner für deine Beete](/tools/beetplaner/) im Blick.

> **Marias Erfahrung:** Ich führe zu jedem Beet eine Zeile im Gartenheft: wann es Kompost bekam, welche Gründüngung davor stand und wann ich Horn gegeben habe. Vor jeder Düngung lese ich diese Zeile und ziehe ab, was schon geliefert wurde.

## Hornspäne und Hornmehl: Wie ergänzt du Stickstoff?

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Daneben liefern sie Schwefel, bei geringen Phosphor- und Kaliumgehalten. Allein ersetzen sie deshalb keine vollständige Nährstoffversorgung, neben Kompost können sie die Stickstofflücke schließen.

Wie schnell der Stickstoff frei wird, hängt an der Körnung. Hornmehl wird im Boden in etwa 6 Wochen umgesetzt, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat eignet sich deshalb nur Hornmehl, und auch dessen Stickstoff wird in dieser Zeit nur teilweise frei. Im Gemüsegarten bringst du Horndünger auch für Herbstkulturen nicht später als Ende August aus.

Die Menge richtet sich nach dem Zehrer und nach dem Boden. Die Werte in der Tabelle sind Obergrenzen bei zusätzlichem Stickstoffbedarf auf phosphat- und kalireichen Gemüsebeeten.

| Kulturgruppe | Beispiele | Horndünger bis zu | Ausbringen |
|---|---|---|---|
| Schwachzehrer | Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln | 50 g je m² | zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| Mittelzehrer | Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken | 100 g je m² | zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| Starkzehrer | Tomaten | 150 g je m² | zur Hälfte bei der Pflanzung, zur Hälfte etwa 3 bis 4 Wochen danach |

Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, kannst du die Gabe verringern oder ganz aussetzen. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen. Ich wiege jeden Dünger einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, weil sich die Schüttgewichte unterscheiden.

Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, denn bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen. Ich streue sie deshalb mit Handschuhen und lagere den Sack trocken und verschlossen. Horn stammt aus Rinderhörnern und Rinderhufen und ist damit nicht vegan. Pflanzliche organische Dünger wie Rapskuchen und Vinasse können eine Alternative zu tierischen Ausgangsstoffen sein.

> **Zahl im Blick:** Vergleiche gekaufte Dünger über den Preis je Kilogramm Nährstoff statt je Sack. In einer Versuchskalkulation für den Erwerbsgartenbau ergeben 12 % Stickstoff im Hornmehl und 80 € je 100 kg Dünger Kosten von 6,67 € je kg Gesamtstickstoff. Mit Preis und Stickstoffgehalt jedes anderen Düngers rechnest du genauso.

## Mist und Pflanzenjauche: Taugen sie als Ersatz?

Stallmist ist eine Alternative zum Kompost und keine Ergänzung: Weil beide organische Substanz und Nährstoffe zuführen, erhält eine Fläche das eine oder das andere. Rindermist enthält als durchschnittlichen Tabellenwert etwa 0,5 % Gesamtstickstoff, einzelne Chargen weichen ab. Wegen der Phosphatzufuhr sollte die Aufwandmenge von Rinder- oder Pferdemist im Garten 3 kg je m² nicht überschreiten. Für die Gartendüngung sollte Mist mindestens 1 Jahr gelagert sein, einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerdauer aber nicht. Beim Umgang mit Mist trägst du Handschuhe und wäschst die Ernte gründlich. Pferdemist holst du möglichst aus bekannten Haltungen, weil er Tierarzneimittelrückstände enthalten kann.

Pflanzenjauche wird für die Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Ihr Nährstoffgehalt schwankt aber mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit, deshalb gibt es keine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit. Anders als ein Dünger mit Deklaration lässt sie sich also nicht genau bemessen.

## Wann ist Universaldünger die bessere Wahl?

Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung kann es dagegen zu starken Schüben kommen. Eine weitere organische Gabe behebt ein akutes Problem dann nicht zuverlässig. Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch.

**Töpfe und Kübel.** Feste organische Dünger wie Hornspäne wirken in kleinen Pflanzgefäßen verzögert und können unzureichend bleiben. Für viele Kübelpflanzen eignen sich Langzeit- oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen, kalkempfindliche Pflanzen berücksichtigst du gesondert. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde braucht eine Kübelpflanze üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann Stickstoff zeitweise zu knapp bereitstellen. Einen bestätigten Mangel gleicht ein mineralischer oder flüssiger Dünger dann rasch aus. Willst du Horn im torffreien Topf verwenden, mischst du es schon vor dem Pflanzen unter die Erde.

**Starkzehrer im Kasten und Schnittkräuter.** Pelargonien ohne Langzeitdünger erhalten nach dem Einwurzeln während des Wachstums alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie kannst du nach jedem Schnitt mit Hornmehl oder flüssigem Universaldünger nachdüngen.

**Kurze Kulturen im kühlen Frühjahr.** Für Spinat und Kopfsalat sind Hornspäne und mineralische Depotdünger dann ungeeignet, weil sie zu langsam wirken.

Schnell heißt dabei nicht automatisch mineralisch: Auch organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen schnell mit Nährstoffen versorgen. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Wie Fruchtfolge und Bodenpflege den Dünger im Gemüsebeet ergänzen, liest du im Ratgeber dazu, [ob Universaldünger im Gemüsegarten ausreicht](/praxis/duengen-boden/universalduenger-chancen-und-herausforderungen-im-gemuesegarten/).

## Wie kombinierst du beides, ohne doppelt zu düngen?

Die volle Packungsempfehlung setzt eine passende Bodenversorgung voraus. Neben Kompost oder anderen Düngern verwendest du sie deshalb nicht unverändert. Bei Obstgehölzen kann zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.

Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten, und der tatsächliche Bedarf kann niedriger liegen.

> **Zahl im Blick:** Die Produktmenge in g/m² ist der Nährstoffbedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Prozentgehalt im Dünger. 5 g Stickstoff je m² entsprechen bei einem Dünger mit 20 % Stickstoff rechnerisch 25 g Produkt je m². Bemisst du einen NPK-Dünger nur nach dem Stickstoff, kann er Phosphat über den Bedarf hinaus liefern, wie ein Rechenbeispiel zeigt: Rund 167 g/m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 decken einen Bedarf von 20 g N/m², bringen aber rund 13 g P₂O₅/m² bei nur 5 g P₂O₅/m² Bedarf.

> **Mythos-Check:** Natürlicher Dünger kann nicht überdüngen? Doch. Auch organische Dünger können bei zu hohen Gaben Pflanzen schädigen und Boden sowie Grundwasser belasten. Pflanzen nehmen die Nährstoffe aus organischen wie mineralischen Düngern in mineralisch gelöster Form über die Wurzeln auf, die Herkunft schützt also nicht vor einem Überschuss.

Für den Alltag gelten wenige Grundregeln: Eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung ist der Herbstdüngung vorzuziehen, und Dünger kommt auf feuchten Boden, nicht auf nasse Blätter. Obst- und Ziergehölze erhalten nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff, damit ihre Triebe ausreifen. Weitere Praxistipps stehen im eingangs genannten Ratgeber zum Universaldünger, und wie du ihn [umweltschonend und wirksam einsetzt](/praxis/duengen-boden/universalduenger-umweltfreundlich-und-effektiv-einsetzen/), vertieft ein eigener Beitrag.

## Wie viel Arbeit machen die natürlichen Alternativen?

Natürliche Düngung verlangt mehr Planung, weil Material reifen, wachsen oder verrotten muss. Dafür kann das Recycling vorhandener Gartennährstoffe den Zukauf von Dünger verringern.

| Weg | Was du tust | Zeitbedarf und Haken |
|---|---|---|
| Kompost | aufsetzen, gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass halten, Reife prüfen, im Frühjahr flach einarbeiten | Reife nach etwa 4 bis 12 Monaten; für die vollständige Eigenverwertung gelten ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Fläche je Haushaltsmitglied als Faustregel |
| Mulch | Wildkräuter entfernen, Boden lockern, Schicht auflegen, kontrollieren und ergänzen | verrottet und muss nachgefüllt werden; eine feuchte Decke kann Nacktschnecken begünstigen |
| Gründüngung | säen, zerkleinern, als Mulch liegen lassen oder flach einarbeiten | vor der nächsten Kultur meist 2 bis 3 Wochen Pause; Pflanzenfamilie in der Fruchtfolge beachten |
| Horndünger | abwiegen, zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten | Hornmehl etwa 6 Wochen, Hornspäne mehrere Monate bis zur Umsetzung |
| Universaldünger | abwiegen, auf feuchten Boden streuen, Lösungen auf feuchte Erde gießen | Packungsmenge an Bodenvorrat und Kompost anpassen; trocken und verpackt lagern |

Eigenkompostierung ist besonders sinnvoll, wenn du den Kompost im eigenen Garten brauchst. Überschüssige Gartenreste kannst du über die Biotonne oder die kommunale Grüngutsammlung verwerten.

## Wirkung, Boden, Umwelt, Kosten: Wie schneiden beide ab?

**Nährstoffwirkung.** Leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, umhüllte Depotdünger verzögert und organische Dünger erst nach dem Abbau durch Bodenorganismen. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell und langsamer wirkende Bestandteile.

**Bodengesundheit.** Kompost und Mist können neben der Nährstoffzufuhr Bodenstruktur und Bodenleben verbessern. Wer überwiegend mineralisch düngt, muss zusätzlich organische Substanz zuführen, um die Bodenstruktur langfristig zu erhalten.

**Umwelt.** Die Herstellung synthetischer Düngemittel ist energieaufwendig und mit Treibhausgasemissionen verbunden. Mineralische Phosphordünger aus sedimentären Rohphosphaten können von Natur aus erhöhte Cadmium- und Urangehalte aufweisen. Nitrat kann mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen und übermäßiger Phosphor Algenwachstum in Gewässern fördern, auch bei organischer Überdüngung.

**Kosten.** Eigener Kompost kann Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Zugekauften Dünger vergleichst du am Preis je Kilogramm Nährstoff.

Den ausführlichen Vergleich mit allen Vor- und Nachteilen liest du unter [organischer oder mineralischer Universaldünger im Vergleich](/praxis/duengen-boden/organischer-oder-mineralischer-universalduenger-welcher-eignet-sich/).

## Häufige Fragen

### Stimmt es, dass natürliche Dünger immer besser sind als Universaldünger?

Nein. Kompost, Mulch und Gründüngung können Bodenstruktur und Bodenleben verbessern, doch auch organische Dünger können bei zu hohen Gaben Pflanzen schädigen und Boden sowie Grundwasser belasten. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum Nährstoffe frei, während leicht lösliche Mineraldünger einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. In kleinen Gefäßen oder bei einem bestätigten akuten Mangel kann ein schnell verfügbarer Dünger deshalb die passendere Wahl sein.

### Wie kann Kompost als natürlicher Dünger im Garten eingesetzt werden?

Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach in den Boden ein, über Abweichungen entscheidet der Bodenbefund. Diese Gabe deckt die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen, zusätzlichen Stickstoff ergänzt du nach Bedarf. Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren sowie Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden erhalten keinen Gartenkompost.

### Was ist der Unterschied zwischen Mulch und Gründüngung als natürliche Düngemethoden?

Mulch ist eine Auflage aus organischem Material, die die Verdunstung vermindert und Bodenorganismen füttert, die beim Abbau Nährstoffe freisetzen. Gründüngung besteht aus lebenden Pflanzen, die freie Beete bedecken, vorhandene Nährstoffe binden und ihre Auswaschung vermindern. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen können zusätzlich Luftstickstoff binden. Eine bedarfsgerechte Düngung ersetzen beide Methoden nicht automatisch.

### Welche Risiken bestehen bei der Überdüngung mit Universaldüngern?

Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann außerdem die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. Ein Stickstoffüberschuss kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern. Nicht aufgenommenes Nitrat kann mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen, und übermäßige Phosphoreinträge fördern Algenwachstum in Gewässern.

### Welche Dosierung ist bei verschiedenen Universaldüngern zu beachten?

Maßgeblich ist zunächst die Dosierungsangabe auf der Packung. Sie setzt aber einen optimal versorgten Boden voraus und gilt nicht unverändert, wenn du zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, wiegst du die Menge ab, statt sie nach Augenmaß zu schütten.

### Was ist der Unterschied zwischen Volldünger und Einzelnährstoffdüngern?

Ein Volldünger liefert mehrere Hauptnährstoffe zugleich, meist Stickstoff, Phosphat und Kalium. Ein Einzelnährstoffdünger ergänzt gezielt einen Nährstoff, so liefern Horndünger vor allem Stickstoff und Kaliumsulfat Kalium. Ist der Boden laut Befund reich an Phosphat und fehlt Kalium oder Magnesium, sind gezielte Einzelnährstoffgaben sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger.

### Welche Rolle spielen Mikroorganismen bei der natürlichen Düngung?

Bodenmikroorganismen setzen bei der Mineralisierung organischer Stoffe mineralische Nährstoffe frei, die Pflanzen dann über die Wurzeln aufnehmen. Knöllchenbakterien an Leguminosen können Luftstickstoff binden, während Mykorrhizapilze vorhandene Bodennährstoffe erschließen, aber selbst keine zusätzlichen Nährstoffe einbringen. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität.

### Wie unterscheiden sich Biodünger von herkömmlichen organischen Düngern?

Biotaugliche Düngemittel dürfen nicht mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden. Ihre Aufnahme in die Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau bestätigt die geprüfte Verwendbarkeit, aber keine geprüfte Düngewirksamkeit. Auch im ökologischen Gemüsebau eingesetzte Horndünger können Rohstoffe aus konventioneller Tierhaltung enthalten. Wer tierische Rohstoffe meiden will, findet in pflanzlichen organischen Düngern wie Rapskuchen und Vinasse eine Alternative.

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