Hortensie überdüngt: Anzeichen erkennen, Pflanze retten, Rückfall vermeiden
- Braune Blattränder und Welke trotz feuchter Erde können auf zu viele Nährsalze hindeuten.
- Dunkelgrünes, weiches Laub bei wenig Blüten passt zu einem Stickstoffüberschuss.
- Erste Hilfe heißt: Düngung sofort einstellen und im Kübel den Ballen bei freiem Abfluss langsam durchspülen.
- In schweren Fällen kommt die Kübelhortensie in frische Erde, die alte versalzte Erde wird nicht wiederverwendet.
- Vorbeugen heißt messen, abwiegen und Kompost, Mulch und Depotdünger mitrechnen.
- Ausgepflanzte Hortensien bekommen als Ziergehölze nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr.

Hortensie überdüngt: Was jetzt hilft und was schadet
Wenn deine Hortensie braune Blattränder bekommt und trotz feuchter Erde schlapp hängt, ist eine weitere Düngergabe die riskanteste Reaktion. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann die Wasseraufnahme der Wurzeln beeinträchtigen, und jede zusätzliche Gabe kann ihn weiter erhöhen. Ich schlage in so einem Fall zuerst mein Gartenheft auf und lese nach, was die Pflanze in den letzten Monaten bekommen hat.
Entscheidend ist, was im Wurzelraum passiert. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Deshalb grenzt du zuerst ein, ob wirklich Überdüngung dahintersteckt, und handelst dann im Kübel anders als im Beet.
Was brauchen Hortensien überhaupt?
Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen Boden, der Wasser gut speichert. Rispenhortensien vertragen auch durchlässige Gartenböden, Schneeballhortensien bevorzugen leicht sauren Boden.
Für etablierte Bauernhortensien werden mehrere leichte Düngergaben während der Wachstumszeit empfohlen, Ballhortensien (Hydrangea macrophylla var. macrophylla) können auch ohne Dünger gedeihen. Eine allgemeine Düngepflicht folgt daraus nicht, und den Nährstoffbedarf beschreibt der Ratgeber, wie du Nährstoffmangel bei Hortensien erkennst und behebst. Wie NPK, Spurenelemente und Pflanzenbedarf zusammenhängen, erklärt der Überblick zu Düngen und Boden.
Woran erkennst du eine überdüngte Hortensie?
Ein einzelnes Zeichen beweist noch keine Überdüngung. Achte auf das Zusammenspiel von Blättern, Wuchs und Blüte, und lies jedes Symptom als Hinweis.
Blätter: braune Ränder und Welke trotz feuchter Erde
Ein überhöhtes Salzangebot durch Dünger kann Wurzeln schädigen und braune Blattränder verursachen. Das gilt besonders für Hortensien im Kübel. Gleichzeitig können die Blätter schlaff hängen, obwohl die Erde feucht ist.
Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Ist der Salzgehalt im Boden durch Überdüngung erhöht, kann das die Wasseraufnahme der Pflanze beeinträchtigen. Deshalb kann eine überdüngte Hortensie welken, obwohl die Erde feucht ist.
Wuchs: viel weiches Laub, wenig Blüten
Übermäßige Stickstoffversorgung kann auffallend dunkelgrünes, weiches Wachstum hervorrufen. Ein StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. kann außerdem starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern. Sehr hohe Stickstoffgaben können Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten. Wirkt deine Hortensie kräftig grün, aber blühfaul, und tauchen dazu Blattläuse auf, prüfst du zuerst, wie viel Stickstoff sie bekommen hat.
Blütenfarbe: aus Blau wird Rosa
Bei blauen Hortensien kann Phosphat das Aluminium im Substrat festlegen. Weil die Blaufärbung geeigneter Sorten von saurem Boden und verfügbarem Aluminium abhängt, kann ein Phosphatüberschuss das Blau beeinträchtigen. Bei umfärbbaren Hortensien wird ab etwa pH 6,0 eine rosa statt einer blauen Blütenfarbe beschrieben.
Bleibt eine Sorte rosa, die nie blau war, sagt das nichts über deinen Dünger: Nicht jede Hortensiensorte lässt sich blau färben. Wie du die Blütenfarbe über pH-Wert und Aluminium steuerst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Die Symptome im Überblick
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Zur Einordnung |
|---|---|---|
| Braune, trockene Blattränder | Salzschaden durch zu viel Dünger | Trockenheit sieht ähnlich aus; braune Ränder beweisen keinen Kaliummangel |
| Schlaffe Blätter trotz feuchter Erde | gestörte Wasseraufnahme durch hohen Salzgehalt | auch Staunässe, Wurzelkrankheiten oder Wurzelfraß möglich |
| Dunkelgrünes, weiches Laub, wenig Blüten | Stickstoffüberschuss | Blattläuse finden bei sehr viel Stickstoff günstigere Bedingungen |
| Blau kippt nach Rosa | hohe Phosphatgehalte, steigender pH-Wert | nicht jede Sorte lässt sich blau färben |
| Junge Blätter gelb, Adern grün | eingeschränkte Eisenaufnahme, etwa durch hohen pH-Wert, VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. oder Phosphatüberschuss | lässt sich nicht immer sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden |
| Weiße Krusten am Topfrand | Salze im Substrat | können auch aus dem Gießwasser stammen |
Überdüngung oder etwas anderes?
Schlaffe, randtrockene oder schlecht entwickelte Kübelpflanzen können unter Trockenheit, Staunässe, Wurzelkrankheiten, Wurzelfraß oder Salzschäden leiden. Das Blatt allein trennt diese Ursachen nicht. Darum prüfst du nacheinander Feuchte, Düngehistorie und Bodenbefund.
Wie feucht ist der Ballen wirklich?
Bei welkenden Topfpflanzen prüfst du vor dem nächsten Gießen die Substratfeuchte, denn auch vernässte und geschädigte Wurzeln können Welke verursachen. In torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es unten im Topf noch nass ist. Ich stecke deshalb den Finger tief in den Ballen oder hebe den Kübel an und schätze sein Gewicht. Im Beet hilft eine Spatendiagnose, denn sie zeigt unter anderem BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben., Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild.
Was hat die Hortensie bekommen?
Diese Fragen kläre ich, bevor ich irgendetwas unternehme.
- Welche Dünger hat die Hortensie seit dem Frühjahr bekommen, und wie viel jeweils?
- Steckt noch Langzeitdünger in der Erde, oder liegen Depotkörner obenauf?
- Wurde in vorgedüngte Erde umgetopft und trotzdem nachgedüngt?
- Kamen Kompost, Mist, Rasenschnitt als Mulch, Kaffeesatz oder Pflanzenjauche dazu?
- Ging Dünger auf trockene Erde oder bei großer Hitze an die Pflanze?
Kommen bei diesen Fragen mehrere Ja zusammen, ist Überdüngung eine naheliegende Erklärung.
Ich führe für jede Kübelpflanze eine Zeile im Gartenheft: Datum, Produkt und die abgewogene Menge. Kompost und Mulch trage ich dort genauso ein wie Dünger aus der Flasche. Bevor ich nachdünge, lese ich die letzten Einträge.
Was sagt der Bodenbefund?
Eine gängige Standardanalyse für Gartenboden erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert. Bei Verdacht auf Überdüngung beauftragst du ausdrücklich zusätzlich eine Untersuchung des Salzgehalts. Pflanzenverfügbarer Stickstoff braucht eine gesonderte Nmin-Untersuchung, und auch die liefert nur eine Momentaufnahme. Die Fläche mit deinen Hortensien beprobst du getrennt von Rasen und Gemüsebeet, weil Gehölzflächen eine eigene Mischprobe bekommen.
So nimmst du die Bodenprobe für eine Strauchfläche.
- 10 bis 20 gleichmäßig verteilte Einzelproben
- aus der Schicht von 0 bis etwa 30 cm
- davon 300 bis 500 g gut vermischt in einen sauberen, beschrifteten Kunststoffbeutel
- entnommen im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung
- wiederholt nach 2 bis 3 Jahren, solange du eine Überversorgung korrigierst, sonst alle 3 bis 5 Jahre
Das Labor ordnet jeden Nährstoff einer VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). zu. Stufe C steht für die anzustrebende mittlere Versorgung. Bei Stufe D braucht nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung ersetzt zu werden. Bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduziert werden, und auch bei Stufe F verzichtest du auf weitere Gaben.
Im Kübel sind direkte Salzmessungen schwierig, weil ihr Signal stark von der Feuchte des Substrats abhängt. Dort zählen Düngehistorie und Pflanzenbild umso mehr.
Wenn Überdüngung wie Mangel aussieht
Ein Phosphatüberschuss kann die Verfügbarkeit von Eisen und Zink durch Festlegung vermindern. Überhöhte Kaliumdüngung kann über die Konkurrenz bei der Aufnahme Magnesium- oder Calciummangel begünstigen. Bei Hortensien beeinträchtigen zudem ein zu hoher Boden-pH und vernässte, sauerstoffarme Wurzelbereiche die Eisenaufnahme.
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten. Hat die Hortensie reichlich Phosphat bekommen, kann genau dieser Überschuss das Eisen festgelegt haben, und dann ist der Bodenbefund der nächste Schritt, nicht die nächste Gabe. Eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse kann zusätzlich zeigen, was die Pflanze tatsächlich aufgenommen hat. Wie echte Mangelsymptome bei Hortensien aussehen, beschreibt der Ratgeber zum Nährstoffmangel ausführlich.
Weiße Krusten am Topfrand beweisen eine Überdüngung? Nein. Weiße kristalline Beläge an Topfrand oder Substrat können auch durch Salze aus dem Gießwasser entstehen. Sie sind ein Anlass, die Düngehistorie zu prüfen, aber kein Befund.
Erste Hilfe: Wie rettest du eine überdüngte Hortensie?
Sofort: jede Düngung stoppen
Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du die Düngung als Erstes ein. Das betrifft Flüssigdünger im Gießwasser genauso wie Kompost, Jauche und Kaffeesatz. Liegen noch Körner eines umhüllten Depotdüngers auf der Erde, sammle sie ab. Die Hülle gibt die Nährstoffe nach und nach frei, und eine hohe Bevorratung kann den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht durch zusätzliche Düngergaben zum Wachstum an, auch wenn sie schwach aussehen.
Im Kübel: Salze langsam ausspülen
Ist der Ballen bereits nass, spülst du nicht. Vernässte Kübelpflanzen mit noch nicht verfaulten Wurzeln sollen bis zum Abtrocknen und zur Erholung weder gegossen noch gedüngt werden.
Bei bestätigter Überdüngung lassen sich überschüssige Nährsalze durch langsames Durchspülen des Wurzelballens entfernen. Voraussetzung ist ein freier Wasserabfluss. Das Gefäß braucht einen funktionierenden Ablauf, damit überschüssiges Wasser abfließt und keine Staunässe entsteht.
So spülst du einen Hortensienkübel durch.
- Prüfe, ob das Abzugsloch frei ist, und stell den Kübel auf kleine Holzkeile, damit unter dem Gefäßboden Platz für den Wasserablauf bleibt.
- Gieß langsam, bis unten Wasser abläuft.
- Leere den Untersetzer, damit der Ballen nicht im abgelaufenen Wasser steht.
- Lass den Ballen danach abtrocknen und prüfe die Feuchte tief im Topf, bevor du wieder gießt.
Für blau blühende Hortensien nimmst du zum Spülen möglichst Regenwasser, damit der niedrige pH-Wert des Substrats erhalten bleibt. Hartes Leitungswasser kann den Substrat-pH erhöhen. Regenwasser von Kupfer- oder Zinkdächern ist für die Gartenbewässerung allerdings ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet.
Mit dem Wasser werden auch bereits freigesetzte Nährstoffe ausgewaschen, die die Pflanze später wieder braucht. Ob ein weiterer Durchgang nötig ist, entscheidest du an Ballen und Pflanze: Prüfe vorher die Feuchte tief im Topf und beobachte, ob neue Blätter ohne braune Ränder nachwachsen.
Schwere Fälle: frische Erde für den Kübel
Bei schwerer Überdüngung einer Kübelpflanze kann Umtopfen nötig werden. Dabei entfernst du möglichst große Anteile der belasteten alten Erde. Ich lockere die alte Erde mit den Fingern vom Ballen und arbeite mich von außen nach innen vor.
Umtopfen nach Überdüngung
- Alte Erde so weit wie möglich vom Ballen lösen.
- Einen trockenen Ballen vor dem Einsetzen in torffreie Erde wässern, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Ein Gefäß mit funktionierenden Abzugslöchern wählen. Braucht die Hortensie mehr Platz, sollte der obere Durchmesser mindestens 2 cm größer sein als der alte, ohne unnötig viel unbewurzeltes Substrat.
- Strukturstabile Kübelpflanzenerde verwenden. Liegt zusätzlich ein Problem mit zu hohem pH-Wert vor, kann Rhododendronerde eine geeignete Erde für Hortensien sein.
- Die Hortensie so tief setzen wie zuvor und einen Gießrand von 1 bis 2 cm frei lassen.
- Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger geben.
- Die alte, versalzte Erde nicht unverändert wiederverwenden, Substrat von Pflanzen mit Wurzelfäule überhaupt nicht.
Im Gartenbeet: aussetzen und messen statt spülen
Eine ausgepflanzte Hortensie spülst du nicht wie einen Kübel durch. Nitrat wird von Bodenpartikeln kaum festgehalten und kann mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen. Wer das Beet durchschwemmt, verlagert also einen Teil des Überschusses Richtung Grundwasser.
Stattdessen setzt du alle Gaben aus, auch Kompost und Mist, und lässt den Boden untersuchen. Zeigt der Befund für einen Nährstoff Stufe E, kann dessen Düngung vorübergehend ganz entfallen. Liegt der pH-Wert über dem für Boden und Pflanze passenden Bereich, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger oder Kompost. Ist eine pH-Absenkung nötig, kann der langfristige Verzicht auf Kalk- und Kompostgaben dazu beitragen. Gedeiht die Hortensie dagegen zufriedenstellend, muss ein etwas zu hoher pH-Wert nicht korrigiert werden.
Wie kommt es überhaupt zur Überdüngung?
Überdüngung entsteht nicht nur durch eine zu große Einzelgabe. Sie entsteht auch, wenn sich mehrere Gaben addieren, die jede für sich vernünftig wirken.
Doppelt versorgt
Die übliche Packungsempfehlung eines Gartendüngers setzt eine optimale Bodenversorgung voraus. Gibst du zusätzlich Kompost oder andere Dünger, gilt sie nicht mehr unverändert. Im Beet bekommt eine Fläche deshalb entweder Kompost oder StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe., weil beide organische Substanz und Nährstoffe liefern. Im Kübel reicht der Vorrat ausreichend vorgedüngter Blumenerde nach dem Umtopfen häufig für 4 bis 6 Wochen.
Im Frühjahr Langzeitdünger einmischen und im Sommer zusätzlich Flüssigdünger ins Gießwasser geben. Bei ausreichend bemessener Depotdüngung brauchen Kübelpflanzen im Sommer in der Regel keine weitere Gabe. Wer trotzdem flüssig nachdüngt, muss die vorhandene Depotdüngung anrechnen.
Versteckte Nährstoffquellen
Nicht jeder Nährstoff kommt aus der Düngerpackung. Diese Quellen gehören mit in die Rechnung:
| Quelle | Was du wissen solltest |
|---|---|
| Kompost | liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe; die Gesamtgehalte sind nicht sofort pflanzenverfügbar |
| Stallmist | die Nährstoffgehalte schwanken mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil |
| Angewelkter Rasenschnitt als Mulch | liefert Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben berücksichtigst |
| Kaffeesatz | enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium und zählt als ergänzende Düngegabe mit |
| Pflanzenjauche | der Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit; eine allgemeingültige Ausbringmenge gibt es nicht |
| Hornspäne und Hornmehl | Hornspäne brauchen im Boden mehrere Monate für die Umsetzung, Hornmehl etwa 6 Wochen |
Kompost liefert Phosphat, und hohe Phosphatgehalte können bei Hortensien die Aluminiumaufnahme beeinträchtigen. Eine blaue Hortensie, die Jahr für Jahr reichlich Kompost bekommt, kann dadurch ihr Blau verlieren, zumal Kompost den pH-Wert anheben kann.
Nachdüngen, weil nichts passiert
Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und Staunässe kaum Nährstoffe frei. Eine weitere Gabe behebt das akute Problem in dieser Lage nicht zuverlässig. Bei feuchtwarmer Witterung können dieselben Dünger dagegen starke Nährstoffschübe verursachen. Wer in der Trockenheit nachlegt, weil die erste Gabe nicht wirkt, sammelt also Nährstoffe an, die beim nächsten feuchtwarmen Wetter auf einmal frei werden können.
Mit organischem Dünger kann man nicht überdüngen? Doch. Auch organische Dünger können in einer pflanzenbaulich oder ökologisch zu hohen Menge ausgebracht werden. Ihre Nährstoffe werden langsamer verfügbar, zählen bei der Berechnung zusätzlicher Düngung aber genauso mit.
Falsch ausgebracht
Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, um Wurzelschäden durch hohe Salzkonzentrationen zu vermeiden. Bei großer Hitze und längerer Trockenheit kommt eine notwendige Flüssigdüngung nur niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen. Fester Dünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf nasse Blätter, weil dort Ätzschäden entstehen können.
Blühdünger in der Hoffnung auf mehr Blüten
Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung keine sinnvolle pauschale Wahl. Für die Blüte entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und das Vermeiden von Stickstoffüberschüssen, nicht eine erhöhte Phosphorgabe. Bei blauen Hortensien kommt das Risiko für die Blaufärbung hinzu.
Wie beugst du einer neuen Überdüngung vor?
Erst messen, dann düngen
Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Vorräte und bildet die Grundlage für Auswahl und Menge einer notwendigen Düngung. Zeigt sie für einzelne Nährstoffe einen Überschuss und für andere einen Mangel, ergänzt du gezielt nur die fehlenden. Die Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung ziehst du vom ermittelten zusätzlichen Düngebedarf ab.
Abwiegen statt schätzen
Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiegst du die Menge ab, statt nach Augenmaß zu streuen. Ich kalibriere für jedes neue Produkt einen Messbecher mit der Waage und markiere die Füllhöhe außen am Becher. Bei Kübelpflanzen richtest du dich nach der Dosierungsanweisung des konkreten Produkts und rechnest die vorhandene Grunddüngung der Erde an.
Zeitfenster und Obergrenzen
Im Garten ist eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung einer Herbstdüngung vorzuziehen, weil sie Auswaschungsverluste vermindert. Hortensien sind Ziergehölze, und ausgepflanzte Ziergehölze erhalten nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Gefährdung von Gehölzen im Winter erhöhen.
Hornspäne brauchen im Boden mehrere Monate für ihre Umsetzung, und späte Stickstofffreisetzung kann die Triebausreife von Gehölzen beeinträchtigen. Im Hochsommer gestreut, liefern sie ihren Stickstoff also in die Zeit, in der die Triebe ausreifen sollen.
| Situation | Orientierung |
|---|---|
| Kübel nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde | häufig 4 bis 6 Wochen ohne zusätzlichen Dünger |
| Kübelpflanzen in der winterlichen Ruhephase | keine Düngung |
| Ausgepflanzte Ziergehölze | nach Mitte Juli kein stickstoffhaltiger Dünger |
| Einzelne Stickstoffgabe im Garten | höchstens 10 g N/m², der tatsächliche Bedarf kann niedriger sein |
| Kompost im Ziergarten bei Phosphat-Gehaltsklasse C bis E | höchstens 3 l je m² und Jahr |
| Harzumhüllte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. | die Laufzeitangabe gilt für 21 °C und verkürzt sich bei höheren Temperaturen |
Den passenden Dünger wählen
Ein Dünger, der für eine bestimmte Pflanzengruppe benannt ist, kann auch andere Kulturen versorgen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf passen. Ob ein Universaldünger reicht, klärt der Ratgeber dazu, wann für Zierpflanzen ein Universaldünger genügt und wann eine Pflanzengruppe einen Spezialdünger braucht. Welche Nährstoffe ein Hortensiendünger liefern sollte und wie du ihn im Beet und im Kübel anwendest, steht im Ratgeber zum Hortensiendünger.
Bodenpflege im Hortensienbeet
Eine Mulchauflage vermindert die Verdunstung aus dem Boden, und organischer Mulch liefert BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. Nahrung für den Abbau und die Humusbildung. Wie du Mulch, Gründüngung und andere natürliche Düngemethoden einsetzt, behandelt der Überblick zu Düngen und Boden im Abschnitt Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden.
