# Spezialerden für anspruchsvolle Pflanzen: Sorten, Bestandteile und Mischrezepte

> Anzucht-, Kakteen-, Orchideen- oder Moorbeeterde: woraus Spezialerden bestehen, welche pH- und Salzwerte zählen und wie du sie richtig einsetzt oder selbst mischst.

- **URL:** https://samen.live/praxis/duengen-boden/spezialerden-optimale-naehrstoffe-fuer-anspruchsvolle-pflanzen/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 12. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.live (total10 GmbH), Redaktion

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Ein Sack mit der Aufschrift Kakteenerde verrät dir noch nicht, was wirklich drin ist. Ich drehe jeden Erdsack vor dem Kauf um und lese zuerst die Rückseite: Ausgangsstoffe, pH-Wert, Salzgehalt. Passt einer dieser Werte nicht zur Pflanze, kann ein zu hoher Salzgehalt empfindliche Keimlinge schädigen. Bei Orchideen kann Staunässe zu Wurzelfäulnis führen, bei Rhododendren ein zu hoher pH-Wert das Eisen im Boden festlegen.

Spezialsubstrate sind vor allem bei Pflanzen sinnvoll, die besondere Ansprüche an pH-Wert oder Substratstruktur stellen. Was eine solche Erde auszeichnet, lässt sich an wenigen Angaben ablesen.

## Was macht eine Spezialerde aus?

Jedes Kultursubstrat muss Wurzeln Halt geben, Luft und Wasser bereitstellen, Nährstoffe speichern und abgeben und den pH-Wert puffern. Bei Topfpflanzen müssen Wasser- und Luftkapazität, Strukturstabilität, pH-Wert sowie Salz- und Nährstoffgehalt zur Kultur passen. Für die meisten Zimmerpflanzen genügt normale Topfpflanzenerde. Kakteen brauchen dagegen einen Sandanteil, Orchideen ein besonders luftiges Substrat und Azaleen einen niedrigen pH-Wert. Genau an diesen Stellen setzen Spezialerden an.

Ob für eine Pflanze Universalerde reicht oder sich der Aufpreis für Spezialerde lohnt, hängt an ihren Ansprüchen an pH-Wert und Struktur. Kriterien, Preis und Nachteile dieser Entscheidung findest du im Ratgeber dazu, [wann Universalerde genügt und wann sich Spezialerde lohnt](/praxis/duengen-boden/universalerde-oder-spezialerde-die-beste-wahl-treffen/).

### Der Name auf dem Sack ist kein Qualitätsnachweis

Der Name einer Erde sagt wenig darüber, ob sie zu deiner Pflanze passt. Rosen in Pflanzgefäßen können auch in geeigneter Balkonblumen-, Kübelpflanzen- oder Pflanzerde gedeihen. Die Qualität der Mischung zählt dabei mehr als die Bezeichnung Rosenerde. Auch der Begriff Kultursubstrat, zu dem Friedhofserde gehört, garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt.

Aussagekräftiger ist die Deklaration. Die Verpackung nennt die Ausgangsstoffe in absteigenden Volumenanteilen und dazu pH-Wert, Salzgehalt und pflanzenverfügbare Nährstoffe. Das RAL-Gütezeichen steht für regelmäßige unabhängige Kontrollen, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung und Struktur.

> **Mini-Checkliste:** Vor dem Kauf suche ich auf der Verpackung vier Angaben: die Ausgangsstoffe in ihrer Reihenfolge, den pH-Wert, den Salzgehalt und die pflanzenverfügbaren Nährstoffe. Erst wenn alle vier zur Pflanze passen, kaufe ich die Erde.

## Salz, Nährstoffe und pH-Wert: die Werte hinter jeder Spezialerde

### Salzgehalt und Nährstoffvorrat

Erden unterscheiden sich deutlich in ihrem Salzgehalt, also in der Menge gelöster Nährsalze. Spezielle Anzuchterde ist nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde. Die Richtwerte steigen von der Aussaat über das Pikieren bis zur Kübelerde:

| Erde | Salzgehalt |
|---|---|
| Aussaaterde | unter 0,5 g/l |
| Pikiererde | bis 1,5 g/l |
| Topferde für Kübel und Blumenkästen | 2,5 bis 3 g/l |

Kübelerde liegt im Salzgehalt also klar über dem Richtwert für Aussaaterde. Wer Samen in Kübelerde sät, setzt die Keimlinge damit genau dem Salzniveau aus, das Aussaaterde vermeiden soll.

Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen. Allgemein muss die Grunddüngung von Topfpflanzen zu ihrer Salzverträglichkeit passen. Wie gut eine Topfpflanze versorgt ist, hängt zudem von Substrat-pH, Austauschkapazität und Gießwasserqualität ab, nicht nur vom Nährstoffgehalt.

### Der pH-Wert steuert die Verfügbarkeit

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Liegt er zu hoch, kann ein Mangel an Spurennährstoffen entstehen, obwohl sie im Substrat vorhanden sind. Viele Pflanzen bevorzugen in Blumenerden einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5. Besondere Kulturansprüche weichen davon ab:

| Pflanze oder Substrat | pH-Bereich |
|---|---|
| viele Pflanzen in Blumenerde | 5,5 bis 6,5 |
| Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen | 5,0 bis 6,5, rindenhumushaltige Mischungen eher im oberen Bereich |
| Rhododendren | überwiegend 4,5 bis 5,5, obere Toleranz bis etwa 6,0 |
| Kulturheidelbeeren im Kübel | etwa 4,0 bis 5,0 |
| Zitruspflanzen im Kübel | Spezialsubstrat mit 5,0 bis 5,5 |

Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten, wie er bei zu hohem pH-Wert auftreten kann. Von Manganmangel lässt sich dieses Bild allerdings nicht immer eindeutig unterscheiden. Auch ein gut gepuffertes Substrat kontrollierst du regelmäßig, denn ist der Puffer erschöpft, kann sich der pH-Wert schnell verändern.

## Welche Spezialerden gibt es?

Die Tabelle ordnet die Spezialerden ihren Pflanzengruppen zu. Darunter findest du jede Erde im Porträt.

| Spezialerde | Für | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Aussaat- und Anzuchterde | Samen, Stecklinge, salzempfindliche Jungpflanzen | locker, nährstoffarm, Salz unter 0,5 g/l |
| Pikiererde | Pikieren, salzempfindliche Topfpflanzen | leicht, gut durchlüftet, nährstoffarm, Salz bis 1,5 g/l |
| Kakteenerde | Topfkakteen und Sukkulenten | rasch abtrocknend, mineralisch mit organischem Anteil |
| Orchideensubstrat | Phalaenopsis | Rindensubstrat, sehr luft- und wasserdurchlässig, ohne Kompost |
| Rhododendron- und Moorbeeterde | Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren | sauer, ohne gewöhnlichen Gartenkompost |
| Kübelpflanzenerde | mehrjährige Gefäßpflanzen | strukturstabil, mit mineralischen Zuschlägen |
| Zitruserde | Zitruspflanzen im Kübel | pH 5,0 bis 5,5 |
| Kräutererde | Kräuter in Topf und Balkonkasten | je nach Art karg oder nährstoffreicher |
| Teichsubstrat | naturnahe Gartenteiche | mineralisch, nährstoffarm, ohne organische Anteile |

### Aussaat-, Anzucht- und Pikiererde

Anzuchtsubstrat soll locker und nährstoffarm sein. Nährstoffarme Vermehrungserde ist für Aussaaten, Stecklinge und salzempfindliche Jungpflanzen vorgesehen. Für Aussaaterde gilt ein Salzgehalt unter 0,5 g/l als Richtwert. Pikiererde soll leicht, gut durchlüftet, feucht und nährstoffarm sein und frei von Schädlingen und Krankheitskeimen. Der Salzgehalt von Pikiererde darf bis 1,5 g/l reichen. Schwach aufgedüngte Pikiererde eignet sich außerdem zum Topfen salzempfindlicher Pflanzen.

Für Stecklinge von Balkon- und Kübelpflanzen kannst du Aussaaterde nehmen, bei Bedarf mit Sand gemischt, und füllst sie in saubere Gefäße. Kompost hat in dieser Erde eine klare Obergrenze. Bei Aussaat und Stecklingsvermehrung sollte sein Anteil wegen der Salz- und Nährstoffgehalte meist höchstens 20 Volumen-% betragen. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration Wasser entziehen.

### Kakteen- und Sukkulentenerde

Topfkakteen aus Trockengebieten brauchen ein Substrat, das rasch abtrocknet. Es besteht aus mineralischen Bestandteilen wie Blähton, Lava und Bims, ergänzt um organische Komponenten. Ein Mischbeispiel ist das Verhältnis 1:2 von organischen zu mineralischen Bestandteilen.

Sand allein macht eine Mischung dabei nicht automatisch luftiger. Er kann leichte Substratbestandteile zusammendrücken und so Feinporen und Wasserkapazität erhöhen. Für ein Substrat, das rasch abtrocknen soll, tragen deshalb mineralische Bestandteile wie Bims, Lava oder Blähton die Struktur.

Zimmerkakteen und andere Sukkulenten topfst du um, wenn das Substrat zerfällt oder die Pflanze keinen Halt mehr findet. Das neue Gefäß nimmt das Wurzelsystem auf und hat ein Abzugsloch. Kakteendünger gibst du während der Wachstumszeit mit dem Gießwasser.

### Orchideensubstrat

Phalaenopsis braucht ein sehr luft- und wasserdurchlässiges Substrat. Dafür eignet sich spezielles Rindensubstrat. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen und sollen keinen Kompost erhalten. Staunässe kann bei ihnen Wurzelfäulnis verursachen.

Schäden an Orchideen gehen nicht immer auf Nährstoffprobleme zurück. Auch Staunässe, zu hoher Salzgehalt, ungeeignete Kulturbedingungen oder Krankheitserreger kommen infrage. Sehr hohe Düngergaben können bei Phalaenopsis die Zahl und Haltbarkeit der Blüten verringern. Konzentration und Häufigkeit der Düngung passt du an Größe, Wachstum und Jahreszeit der Pflanze an.

### Rhododendron- und Moorbeeterde

Rhododendren, Azaleen und Kulturheidelbeeren brauchen ein saures Substrat. Für Rhododendren liegt der bevorzugte Bereich überwiegend bei pH 4,5 bis 5,5. Toleriert wird nach oben bis etwa pH 6,0. Kulturheidelbeeren im Kübel benötigen etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser. Auch torffreie oder selbst gemischte Erden für diese Pflanzen müssen einen niedrigen pH-Wert aufweisen. Als saure organische Bestandteile kommen kompostierte Rinde, verrottetes Laub und Nadelerde infrage.

Gewöhnlicher Gartenkompost hat typischerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 und enthält Kalk. Mischst du ihn in Moorbeeterde, schiebst du sie aus genau dem sauren Bereich, für den du sie gekauft hast. Auch Rindenhumus und gütegesicherter Kompost sind keine Garantie für eine saure Mischung, weil sie hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen können.

Für kalkempfindliche Kübelpflanzen eignet sich ein Azaleen- oder Moorbeetpflanzensubstrat. Auch für Hortensien, bei denen ein zu hoher pH-Wert die Eisenaufnahme stört, kann Rhododendronerde geeignet sein. Kalkempfindliche Rhododendren gießt du bevorzugt mit Regenwasser.

### Kübelpflanzen- und Zitruserde

Für mehrjährige Gefäßpflanzungen eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde. Diese Erde beugt Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich vor. Mineralische Zuschläge wie Splitt, Bims oder Blähton unterstützen die Struktur. Als strukturstabilisierende Beimischung für langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate eignen sich 30 bis 40 Volumen-% Blähton. Für Oliven im Kübel passt hochwertige, gut durchlässige Kübelpflanzenerde mit Lava oder Blähtonsplitt.

Für Zitruspflanzen im Kübel werden Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen. Selbst gemischte komposthaltige Substrate sind wegen ihres häufig hohen pH-Werts für Zitrusgewächse oft ungeeignet. Neben den Hauptnährstoffen ist bei Zitrus eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen besonders wichtig. Zitruspflanzen reagieren empfindlich auf Staunässe, deshalb brauchen ihre Kübel Abzugslöcher und ein strukturstabiles Substrat. Als Pflegeorientierung topfst du sie alle 2 bis 3 Jahre in frische Erde um.

Bei Rosen im Kübel zählt neben der Erde der Platz. Substrattiefe und Kübeldurchmesser sollten jeweils mindestens etwa 40 bis 50 cm betragen.

### Erde für Gemüse im Kübel

Für Gemüse in Gefäßen eignen sich strukturstabile Blumen- oder Kübelpflanzenerden. Für Fruchtgemüse wie Tomaten gilt ein Gefäß mit mindestens 10 l Volumen und Wasserablauf als Untergrenze. Sein Durchmesser sollte dabei ungefähr 30 cm erreichen. Pflanzt du Kübeltomaten in torffreies Substrat, ist eine Grundgabe von etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter Substrat ein Beispielwert. Hornprodukte mischst du dabei schon vor dem Pflanzen unter die Erde. Während des Fruchtwachstums kann zusätzlich eine Flüssigdüngung nötig werden.

### Kräuter- und Balkonkastenerde

Für Kräuter in Töpfen und Balkonkästen eignet sich spezielle Kräutererde. Die Ansprüche der Arten gehen dabei weit auseinander. Thymian, Salbei und Lavendel wachsen auf kargen, trockenen Böden. Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie brauchen dagegen eine regelmäßigere Nährstoffversorgung. Für mediterrane Kräuter im Gefäß passt eine Mischung mit einem Drittel Kompost und sonst mineralischen Bestandteilen wie Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch. Eine zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches, übermäßiges Wachstum und weniger Aroma verursachen.

Balkonkastenerde lässt sich torffrei mit bis zu 30 % vollständig verrottetem Kompost mischen. Den Rest bilden Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit zu gleichen Teilen. Pelargonien zählen zu den Starkzehrern. Stehen sie im Regen, eignet sich für sie ein leichtes Substrat mit höchstens 30 % Kompost.

### Teichsubstrat

Ein naturnaher Gartenteich braucht keine nährstoffreiche Erde, sondern ein mineralisches Substrat. Auf der Abdichtung genügt eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen. Hohe Nitrat- und Phosphatgehalte im Teichwasser fördern starkes Algenwachstum. Für Seerosen eignet sich steinfreier Untergrundlehm mit Kiesabdeckung. Pflanzkörbe oder beschwerte Pflanzinseln ermöglichen eine Bepflanzung ohne flächige Substratauflage. Nur für ein reines Sumpfbeet kann lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein.

### Bonsaierde

Bonsai sind keine eigene Pflanzenart, sondern eine Kulturform unterschiedlicher Arten, bei der du Freiland- und Zimmerbonsai unterscheiden musst. Erde und Dünger wählst du deshalb nach den Ansprüchen der jeweiligen Pflanzenart. Verdichtete, ungeeignete Bonsaierde kann die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen behindern.

## Woraus bestehen Spezialerden?

Substratmischungen kombinieren unterschiedliche Ausgangsstoffe, um Wasserhaushalt, Luftversorgung, pH-Stabilität und Nährstoffgehalt aufeinander abzustimmen. Jeder Bestandteil bringt dabei eigene Stärken und Grenzen mit.

| Bestandteil | Was er beiträgt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Rindenhumus | gute Nährstoff- und pH-Pufferung | speichert weniger Wasser als Torf; pH 4,0 bis 7,0; kann erhöhte Kalium-, Phosphor- und Mangangehalte haben |
| Kokosmark | hält Wasser und Luft ähnlich wie Torf | pH 4,0 bis 6,0 |
| Kokosfasern | verbessern vor allem die Luftversorgung | speichern weniger Wasser als Torf; pH 4,5 bis 6,5 bei geringer Pufferkapazität |
| Holzfasern | viel Luft | wenig Wasserspeicher; können zusammensacken und Stickstoff festlegen; pH 4,0 bis 6,0 |
| Grüngutkompost | speichert viel Wasser, liefert Nährstoffe | pH 6,6 bis 8,3; Luftkapazität schwankt stark; kann viel Phosphor, Kalium und Salz einbringen |
| Sand | mineralischer Anteil vieler Rezepte | drückt leichte Bestandteile zusammen und erhöht Feinporen und Wasserkapazität |
| Blähton | strukturstabil | nimmt höchstens 25 Volumen-% Wasser auf; nahezu keine Kationenaustauschkapazität |
| Perlit | strukturstabil | puffert pH-Wert und Nährstoffe nur schwach |
| Vermiculit | hohe Pufferkapazität für Kalium, Ammonium und Magnesium | Blähvermiculit ist mechanisch wenig stabil und fühlt sich selbst wassergesättigt noch trocken an |
| Bims, Splitt, Lava | Strukturstabilität in Kübelerde | Grundlage rasch abtrocknender Mischungen wie Kakteenerde |

Rindenhumus speichert weniger Wasser als Torf, deshalb kann bei rindenhumusreichen Substraten häufigeres Gießen nötig sein. Er hat ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf und macht Mischungen schwerer. Bei hohen Rindenhumusanteilen meidest du pH-Werte unter 6, weil eine erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen kann. Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet bei weiterer Umsetzung nur noch wenig Stickstoff.

> **Kurz erklärt:** Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde. Bei der Kompostierung werden wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe abgebaut. Rindenmulch ist dagegen nicht entsprechend kompostiert und als Abdeckmaterial gedacht, nicht als gleichwertiger Substratbestandteil.

Organische Bestandteile torffreier Substrate können beim Abbau Stickstoff binden. Ein kompostreiches torffreies Substrat kann reichlich Phosphor und Kalium mitbringen und trotzdem zu wenig verfügbaren Stickstoff haben, wenn Holzfasern darin stecken. Holzreiche Blumenerden brauchen deshalb eher eine stickstoffbetonte Düngung. Bei kompostreichen Erden rechnest du den bereits enthaltenen Phosphor an.

Auf dem Etikett kommt es beim Torf auf die genaue Angabe an, denn torfreduzierte oder torfarme Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Ein Bio-Siegel allein belegt keine Torffreiheit. Warum Torfabbau Moore zerstört und wie Torfanteil und Torfersatz bei der Erdwahl zusammenspielen, erklärt der [Abschnitt Erden und Substrate in unseren Grundlagen zu Düngen, Boden und Kompost](/praxis/duengen-boden/).

## Wie mischst du Spezialerde selbst?

Wer selbst mischt, kennt jede Zutat und trägt dafür selbst die Verantwortung für pH-Wert und Salzgehalt. Ich mische in einer sauberen Wanne, siebe den Kompost vorher und beschrifte jeden Eimer mit Rezept und Datum. Diese Mischungen kannst du als Ausgangspunkt nehmen:

| Erde | Mischung |
|---|---|
| Anzuchterde | 2 Teile Quarzsand, 1 Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, 1 Teil Gartenerde |
| Kräuter und anspruchslose Stauden | je 1 Teil Quarzsand, Gartenerde und reifer Kompost |
| mediterrane Kräuter im Gefäß | ein Drittel Kompost, zwei Drittel mineralische Bestandteile wie Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch |
| Kakteen und Sukkulenten | 1 Teil Blumenerde und 1 Teil grober Sand, alternativ 1 Teil organische und 2 Teile mineralische Bestandteile |
| Balkonkasten, torffrei | 30 % vollständig verrotteter Kompost, 70 % zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit |
| Pflanzsubstrat fürs Freiland | je ein Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus |
| einfache torffreie Basiserde | 70 % Gartenerde, der Rest zu gleichen Teilen Kompost und Rindenhumus |

Eine erprobte torffreie Substratmischung besteht aus jeweils ungefähr 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost. Für Rhododendron- oder Aussaaterde taugt diese Beispielmischung nicht als Rezept.

> **Häufiger Fehler:** Reinen Gartenboden in Töpfe füllen. Er eignet sich schlecht als Gefäßfüllung, weil er beim Wässern verschlämmen und verdichten kann. In den Rezepten oben ist Gartenerde deshalb immer nur ein Anteil neben Sand, Kompost oder Rindenhumus.

### Kompost als Zutat: wie viel und welcher

Kompost bringt Nährstoffe und Wasserspeicher in die Mischung, kann aber auch hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen. Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Bei Zimmerpflanzen liegt die Grenze bei höchstens etwa 20 Volumen-% der Erde. Orchideen und Farne erhalten gar keinen Kompost, Moorbeetpflanzen keinen gewöhnlichen Gartenkompost.

Für Kompost als Bestandteil von Blumenerde empfiehlt sich eine Siebung auf etwa 10 bis 15 mm. Verwende nur reifen Kompost und prüfe seine Pflanzenverträglichkeit mit dem Kressetest. Dafür säst du Kresse in den Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst die Kresse im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder verfärbt sie sich gelblich-braun, lässt du den Kompost weiter reifen.

### pH-Wert der Eigenmischung prüfen

Den genauen Kalkbedarf einer Mischung aus mehreren Komponenten bestimmt nur eine Analyse. Für eigene Messungen im Substrat brauchst du eine geeignete, kalibrierte Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Ergebnisse liefern.

> **Zahl im Blick:** Die Elektrode kalibrierst du mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7. Misst du in Wasser statt in Calciumchloridlösung, kann der Wert um bis zu eine pH-Stufe höher liegen.

Hat eine komposthaltige Mischung einen zu hohen pH-Wert, lässt sich die nötige Menge elementaren Schwefels durch einen Laborversuch bestimmen. In schwefelbehandelten Substraten können weiches Gießwasser und ammoniumbetonte Düngung einen weiteren starken pH-Abfall auslösen. Den Verlauf kontrollierst du deshalb mit weiteren Messungen.

## Wie setzt du Spezialerde richtig ein?

### Umtopfen in die neue Erde

Kübelpflanzen topfst du regulär nach der Ruhezeit von März bis Mai um. Für Zimmerpflanzen ist das Frühjahr besonders geeignet. Ein Anlass ist ein Ballen, der so stark durchwurzelt ist, dass kaum noch Erde sichtbar ist. Auch verkrustetes Substrat, das kaum noch Wasser aufnimmt, spricht für frische Erde.

Das neue Gefäß braucht freie Abzugslöcher. Bei Kübelpflanzen sollte sein oberer Durchmesser mindestens 2 cm größer sein als der des alten Topfes. Unnötig viel unbewurzeltes Substrat stellst du dabei nicht bereit. Eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht ist ein Beispiel für eine Drainageschicht im Gefäß mit Wasserablauf. Im Balkonkasten sollte sie mindestens etwa 1 bis 2 cm dick sein, in größeren Gefäßen entsprechend dicker.

Wechselst du in torffreie Erde, wässerst du einen trockenen Ballen zuerst, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach setzt du die Pflanze so tief wie zuvor und drückst das Substrat leicht an. Unter dem Topfrand bleibt ein Gießrand von 1 bis 2 cm frei.

> **Marias Erfahrung:** Ich halte den neuen Topf vor dem Befüllen neben den alten und vergleiche die oberen Ränder. Den trockenen Ballen tauche ich in einen Eimer Wasser und warte, bis keine Blasen mehr hochkommen.

### Gießen nach Feuchte, nicht nach Oberfläche

Bei torffreien Spezialerden kann die Oberfläche trocken sein, während das Substrat im unteren Gefäßbereich noch nass ist. Deine Gießentscheidung stützt du deshalb auf die Feuchte weiter unten oder auf das Gefäßgewicht. Torffreie Substrate brauchen oft häufiger kleinere Wassergaben, besonders wenn die Mischung grob und holzreich ist. Angestautes Wasser im Untersetzer entfernst du nach starken Regenfällen zügig.

> **Tipp:** Hebe den Topf direkt nach einem gründlichen Gießen einmal an und merke dir das Gewicht. Vor dem nächsten Gießen vergleichst du damit, statt dich auf die trockene Oberfläche zu verlassen.

Hartes Gießwasser kann den pH-Wert des Substrats anheben und dadurch die Verfügbarkeit von Eisen und weiteren Spurenelementen vermindern. Kokosfasern puffern den pH-Wert nur gering. In einer kokosfaserreichen Mischung fängt das Substrat einen Anstieg durch hartes Wasser also kaum ab. Für Moorbeetpflanzen und Heidelbeeren nimmst du kalkarmes Wasser wie aufgefangenes Regenwasser.

### Düngen in frischer Spezialerde

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Torffreie Erden können trotz Vordüngung zeitweise zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen. Bei einem hohen Holzfaseranteil kann mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei der bisher verwendeten Erde. In den HOT-Reallaboren wurden Pflanzen besser versorgt, wenn die Nährstoffgabe an Gefäß und Substrat angepasst war, als wenn sie nur am Gießwasser hing.

Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde und dosierst ihn nach der Anweisung des Produkts. Die vorhandene Grund- oder Depotdüngung rechnest du bei jeder weiteren Gabe an. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.

Für Pflanzen im Beet gilt eine andere Pflege. Wie du dort den Boden mit Mulch und Gründüngung pflegst und ab wann du mulchst, erklären dieselben Grundlagen im Abschnitt Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden.

### Lagern und wiederverwenden

Angebrochene Erdsäcke verschließt du gut und lagerst sie möglichst kühl und schattig. Torffreie Erde verwendest du möglichst bald und bewahrst sie bis dahin trocken und lichtgeschützt auf. Bei längerer Lagerung kann der Salzgehalt steigen, der pH-Wert sich verändern und die Strukturstabilität abnehmen. Länger gelagerte Blumenerde mischst du deshalb frischer Erde bei, statt sie allein zu verwenden.

Krankheitsfreie Gefäßerde aus dem Vorjahr lässt sich mit etwa einem Drittel frischem Substrat aufbereiten. Das gilt für Balkonkästen und Kübel bis etwa 30 l Inhalt. Langjährig genutzte, stark versalzte oder zusammengesackte Erde eignet sich nicht für eine unveränderte Wiederverwendung. Substrat aus Gefäßen mit Wurzelfäule verwendest du gar nicht wieder, auch nicht als Anzuchterde.

> **Mythos-Check:** Pilze oder ein kräftiger Geruch heißen nicht, dass die Erde verdorben ist. Sichtbare Pilze zersetzen oft abgestorbene organische Bestandteile und bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanzen erkrankt sind. Ein intensiver Geruch frisch geöffneter Erde kann von mikrobieller Aktivität stammen. Wiederkehrender flaumiger Schimmel weist dagegen häufig auf zu viel Wasser oder schlechte Durchlüftung hin.

## Häufige Fragen

### Welche verschiedenen Arten von Spezialerden gibt es für unterschiedliche Pflanzengruppen?

Zu den Spezialerden zählen Aussaat- und Pikiererde für Jungpflanzen, Kakteenerde, Rindensubstrat für Orchideen sowie Rhododendron- oder Moorbeeterde für säureliebende Pflanzen. Dazu kommen Kübelpflanzen-, Zitrus- und Kräutererde und mineralisches Substrat für naturnahe Gartenteiche. Diese Erden unterscheiden sich vor allem in pH-Wert, Salz- und Nährstoffgehalt und Struktur. Für die meisten Zimmerpflanzen genügt dagegen normale Topfpflanzenerde.

### Warum ist der pH-Wert bei Spezialerden so wichtig für das Pflanzenwachstum?

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, sodass die Pflanze sie trotz Vorrat schlecht aufnehmen kann. Liegt der pH-Wert zu hoch, kann etwa Eisen knapp werden, obwohl es im Substrat vorhanden ist. Viele Pflanzen bevorzugen in Blumenerden pH 5,5 bis 6,5. Rhododendren brauchen es dagegen saurer, überwiegend pH 4,5 bis 5,5.

### Welche besonderen Eigenschaften hat Anzuchterde für Jungpflanzen und Stecklinge?

Anzuchterde ist locker und nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde und für Aussaaten, Stecklinge und salzempfindliche Jungpflanzen gedacht. Für Aussaaterde gilt ein Salzgehalt unter 0,5 g/l als Richtwert. Kompost macht darin wegen seiner Salz- und Nährstoffgehalte meist höchstens 20 Volumen-% aus. Für Stecklinge kannst du Aussaaterde bei Bedarf mit Sand mischen und in saubere Gefäße füllen.

### Wie funktioniert die Wasserspeicherung und Drainage bei verschiedenen Spezialerden?

Ein gutes Substrat verbindet kleine Poren, die Wasser speichern, mit größeren Poren, die überschüssiges Wasser ableiten und Luft an die Wurzeln lassen. Kokosmark und Kompost halten viel Wasser, Holz- und Kokosfasern bringen vor allem Luft. Kakteenerde setzt auf mineralische Bestandteile wie Bims, Lava oder Blähton, damit sie rasch abtrocknet. Ebenso wichtig ist ein Abzugsloch im Gefäß, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann und keine Staunässe entsteht.

### Worin unterscheiden sich Kakteenerde und Orchideenerde in ihrer Zusammensetzung?

Kakteenerde für Topfkakteen aus Trockengebieten besteht aus mineralischen Bestandteilen wie Blähton, Lava und Bims mit organischen Komponenten und trocknet rasch ab. Ein Mischbeispiel ist das Verhältnis 1:2 von organischen zu mineralischen Bestandteilen. Orchideensubstrat für Phalaenopsis besteht dagegen aus Rinde und ist sehr luft- und wasserdurchlässig. Orchideen sollen keinen Kompost erhalten und zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen.

### Wie wirkt sich die Nährstoffzusammensetzung verschiedener Substrate auf die Pflanzenentwicklung aus?

Ein Substrat muss Nährstoffe speichern und abgeben, und sein Nährstoff- und Salzgehalt muss zur Kultur passen. Kompostreiche Erden können viel Phosphor und Kalium enthalten, während Holzfasern Stickstoff festlegen können. Holzreiche Erden brauchen deshalb eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen rechnest du den enthaltenen Phosphor an. Empfindliche Keimlinge brauchen nährstoffarme Aussaaterde mit einem Salzgehalt unter 0,5 g/l.

### Wie topft man Pflanzen richtig in neue Spezialerde um?

Nimm ein Gefäß mit freien Abzugslöchern, dessen oberer Durchmesser bei Kübelpflanzen mindestens 2 cm größer ist als der alte. Beim Wechsel in torffreie Erde wässerst du einen trockenen Ballen zuerst, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann setzt du die Pflanze so tief wie zuvor, drückst das Substrat leicht an und lässt einen Gießrand von 1 bis 2 cm frei. In ausreichend vorgedüngter Erde braucht eine Kübelpflanze danach gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger.

### Welche Mischverhältnisse eignen sich für selbstgemachte Pflanzensubstrate?

Für Anzuchterde eignet sich eine Mischung im Verhältnis 2:1:1 aus Quarzsand, reifem, eher nährstoffarmem Kompost und Gartenerde. Für Kräuter und anspruchslose Stauden ist eine Mischung zu gleichen Teilen aus Quarzsand, Gartenerde und reifem Kompost erprobt. Für Kakteen kannst du organische und mineralische Bestandteile im Verhältnis 1:2 mischen. Für Moorbeet- und Zitruspflanzen ist selbst gemischte komposthaltige Erde dagegen oft ungeeignet, weil Kompost den pH-Wert anheben kann.

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