Gartenhacken: Welche Art passt zu deinem Boden und deinem Unkraut?
- Ziehhacken passen zu leichten, unverkrusteten Böden, Schlaghacken auch zu schweren, steinigen oder trockenen.
- Die Pendelhacke unterschneidet Unkraut mit beweglicher Klinge vorwärts wie rückwärts parallel zum Boden.
- Wurzelunkräuter gräbst du vollständig aus, weil zerhackte Wurzelstücke neu austreiben können.
- In Staudenpflanzungen ziehst oder stichst du Unkraut aus, statt flächig zu hacken.
- Zu nassen Boden bearbeitest du nicht; abgetrocknet genug ist er, wenn keine Erde mehr am Gerät haften bleibt.
- Für Harken und Hacken gilt etwa 150 cm Stiellänge als Ausgangspunkt für aufrechtes Arbeiten.
Greifst du zur falschen Hacke, zerteilst du im ungünstigen Fall Wurzelunkraut, das aus den Wurzelstücken neu austreiben kann. Bevor ich ins Beet gehe, prüfe ich deshalb zwei Dinge: wie der Boden gerade beschaffen ist und welches Unkraut dort wächst. Danach entscheide ich, ob die Ziehhacke, die Schlaghacke oder die Pendelhacke mitkommt oder ob ich gleich zur Gierschgabel greife.
Welche Arten von Gartenhacken gibt es?
Gartenhacken unterscheiden sich vor allem darin, wie du sie führst. Du ziehst sie, schlägst sie ein, schiebst sie vor und zurück oder fährst sie durch die Reihen. Daraus ergibt sich, für welchen Boden und welche Arbeit ein Typ gedacht ist.
| Hackentyp | So arbeitest du damit | Passt für |
|---|---|---|
| Ziehhacke | Klinge flach ansetzen und zu dir heranziehen | leichte, unverkrustete Böden |
| Schlaghacke | Klinge von oben in den Boden schlagen | auch schwere, steinige oder trockene Böden |
| Doppelhacke | zwei Seiten: breite, flache Klinge und schmale, spitze Seite | Flächen und leichtes Unkraut, Pflanzrillen und enge Reihen |
| Pendelhacke | beweglich gelagerte Klinge vor und zurück schieben, parallel zum Boden | Unkraut flach unterschneiden, etwa zwischen Gemüsereihen |
| Sternhacke | mehrere sternförmig angeordnete Klingen vor und zurück bewegen | Oberfläche lockern in Gemüsebeeten mit Reihenkulturen |
| Radhacke | fahrbaren Werkzeugträger schieben | je nach Modell mit Hack- oder Häufelwerkzeugen, für lange Reihen |
| Handhacke | kurzer Stiel, kleine Klinge, Arbeit am Boden | Unkraut jäten und Oberboden lockern in HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche., Kübel und engen Reihen |
Ziehhacke oder Schlaghacke: Was dein Boden verlangt
Die Ziehhacke setzt du flach an und ziehst sie durch die oberste Erdschicht zu dir heran. Gedacht ist dieser Typ für leichte Böden, die nicht verkrustet sind. Die Schlaghacke schwingst du von oben in den Boden. Mit ihr bearbeitest du auch schwere, steinige oder trockene Böden.
Handwerkzeuge setzt du nur für den Zweck und den Kraftaufwand ein, für den sie vorgesehen sind. Zusammen mit dem Einsatzbereich der Ziehhacke heißt das: Auf verkrustetem oder steinigem Boden zwingst du sie nicht durch, sondern wechselst zur Schlaghacke.
Die Doppelhacke trägt zwei Arbeitsseiten an einem Kopf. Die breite, flache Klinge nimmst du für Flächen und leichtes Unkraut. Mit der schmalen, spitzen Seite ziehst du Pflanzrillen oder lockerst den Boden zwischen eng stehenden Pflanzen. In meinem Gemüsebeet wechsle ich zwischen beiden Seiten, je nachdem, ob ich Saatrillen ziehe oder über die Fläche gehe.
Welche Hacke nimmst du gegen welches Unkraut?
Ob die Hacke überhaupt das richtige Werkzeug ist, entscheidet beim Unkraut die Wurzel. Die Tabelle zeigt dir, womit du welches Unkraut angehst.
| Unkraut oder Ort | Werkzeug | Warum |
|---|---|---|
| Samenunkraut im Gemüsebeet | Pendelhacke oder Ziehhacke | flach unterschneiden, bevor sich Samen bilden |
| Wurzelunkraut | Gierschgabel oder Greif-Unkrautstecher | vollständig ausgraben, weil Wurzelstücke neu austreiben können |
| Staudenpflanzung | Hand oder Unkrautstecher | flächiges Hacken stört Staudenentwicklung und FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. |
| Pflasterfugen | Fugenkratzer und Bürste | Unkraut mechanisch zwischen den Steinen entfernen |
Samenunkraut: flach unterschneiden
Samenunkräuter entfernst du mechanisch, bevor sie Samen bilden. Zwischen den Gemüsereihen nehme ich dafür die Pendelhacke und führe sie flach, mit Abstand zu den Gemüsepflanzen. Die beweglich gelagerte Klinge unterschneidet das Unkraut parallel zum Boden, beim Vorschieben wie beim Zurückziehen.
Wurzelunkraut: ausgraben statt zerhacken
Wurzelunkräuter ziehst du vollständig heraus oder gräbst sie aus, zum Beispiel mit einer Gierschgabel. Zerhackst du sie, können aus den Wurzelstücken neue Pflanzen entstehen. Die Pendelhacke unterschneidet nur flach, und Wurzelstücke können neu austreiben: Bei Wurzelunkraut bleibt mit ihr also genau der Teil im Boden, aus dem die Pflanze wiederkommen kann. Beim Ausheben hilft ein Greif-Unkrautstecher, denn seine Stechdorne ziehen sich beim Aushebeln zusammen und umfassen den Wurzelstock. Welches Spezialwerkzeug zu welcher Unkrautart und welchem Einsatzort passt, stellt der Ratgeber zur Unkraut-Sonderausstattung vor.
Wurzelunkraut mit der Hacke klein zu hacken, um die Wurzel zu erwischen. Aus den Stücken können neue Pflanzen austreiben. Grab die Pflanze vollständig aus und nimm die Wurzelteile aus dem Beet mit.
Staudenbeet und Pflasterfugen: ohne Hacke
In Staudenpflanzungen stört flächiges Hacken die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss. Dort ziehst du Unkraut gezielt oder stichst es aus. Zwischen Pflastersteinen arbeitest du mit Fugenkratzer und Bürste statt mit der Hacke.
Ins Staudenbeet gehe ich ohne Hacke. Ich ziehe Unkraut mit der Hand oder steche es aus, und zwar lieber in vielen kurzen Runden als an einem großen Pflegetag.
Boden lockern: Hacke, Grubber oder Sauzahn?
Beim Hacken lockerst du die oberste Bodenschicht gleich mit. Für die Beetvorbereitung und für tiefere Lockerung gibt es Werkzeuge mit Zinken statt Klinge. Ein Handgrubber dient der feinen Bodenbearbeitung und Beetvorbereitung. Wie tief er greift, hängt von der Zinkenlänge und deinem Druck ab. Der Sauzahn mit seinem sichelförmigen Zinken lockert schonend in die Tiefe und passt zwischen Gemüsereihen. Welches Bodenwerkzeug zu welcher Bodenarbeit passt und wie du damit bodenschonend arbeitest, zeigt der Ratgeber zu den Bodenwerkzeugen.
Im Frühjahr lockerst du abgetrockneten Boden mit Grabgabel oder Krail, statt ihn erneut umzugraben. Für eine Aussaat soll der Boden mäßig feucht und locker sein. Mit dem Rechen ebnest du die Fläche danach ein und bereitest sie für die Saat vor.
Zu nassen Boden betrittst und bearbeitest du nicht, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können. Nach Regen wartest du mit dem Hacken, bis die Bodenoberfläche wieder leicht abgetrocknet ist.
Bevor ich ein Beet bearbeite, setze ich die Hacke am Rand an und schaue danach auf die Klinge. Bleibt keine Erde mehr daran haften, ist das Beet ausreichend abgetrocknet.
Liegt im Beet ein Tropfschlauch, hackst du nur flach und behältst die Leitung im Blick. Tropfbewässerung kann die mechanische Bodenbearbeitung erschweren, und eine Unterflur-Tropfbewässerung schließt tiefe Bodenbearbeitung aus.
Handhacke: für Hochbeet, Kübel und enge Reihen
Die Handhacke hat einen kurzen Stiel und eine kleine Klinge. Mit ihr jätest du Unkraut und lockerst den Oberboden im Hochbeet, im Pflanzkübel und zwischen eng gesetzten Pflanzen. Bei dieser bodennahen Arbeit knie ich auf einem Polster und wechsle regelmäßig die Position. Zum Pflanzen und Umsetzen nimmst du statt der Hacke eine Schaufel; welche Spezialschaufel sich für welche Arbeit eignet, erklärt der Ratgeber zu den Schaufeltypen.
Auch Kindern dient die Handhacke zum Jäten und zum Auflockern des Oberbodens. Bedienung und sicheren Transport übst du vorher mit ihnen ein, und solange jemand hackt, halten die anderen Abstand. Wie du Kinder mit einer kindgerechten Hacke ans Gärtnern heranführst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Worauf du bei Stiel, Material und Pflege achtest
Für Harken und Hacken gilt eine Stiellänge von etwa 150 cm als Ausgangspunkt, damit du aufrecht arbeiten kannst. Passe die Länge an deine Körpergröße an und arbeite vor dem Kauf probeweise mit der Hacke.
Edelstahl ist durch eine Passivschicht geschützt, an Schwachstellen dieser Schicht kann er trotzdem korrodieren. Prüfe beim Kauf außerdem, ob es Ersatzteile gibt und ob sich die Hacke instand setzen lässt. Stellst du deine erste Ausrüstung zusammen, klär vorher, welche Werkzeuge zur Grundausstattung gehören.
Nach dem Hacken bürste ich trockene Erde ab, festen Schmutz löse ich mit Wasser und Bürste und reibe die Klinge trocken. Dabei prüfe ich, ob der Stiel locker sitzt, die Klinge stumpf ist oder das Gelenk der Pendelhacke schwergängig läuft. Mehr zu Qualität, Material und Ergonomie steht auf der Übersichtsseite zur Gartentechnik, ebenso, wie du Werkzeug pflegst, reparierst und lagerst.

