Holzarten für Axtstiele: Welches Holz passt und woran du gutes Stielholz erkennst
- Für Axtstiele kommen neben Hickory auch Esche, Rotbuche, Hainbuche und Robinie infrage.
- Esche bringt hohe Elastizität und hohe Zähigkeit mit und passt damit zu mechanisch beanspruchten Werkzeugstielen.
- Bei Esche gelten Jahrringe breiter als 1,5 mm als Kennzeichen günstiger Festigkeits- und Härteeigenschaften.
- Die Jahrringe sollen möglichst senkrecht im Stiel stehen, und das Holz soll gut abgelagert sein.
- Die Abmessungen eines Ersatzstiels hängen von der Axtart ab, seine Breite muss zum Axthaus passen.
- Bei händischen Schlägen mit der Schneide zeigte ein Vergleich untersuchter Spaltwerkzeuge keinen Unterschied der Vibrationsbelastung zwischen Holz- und Kunststoffstielen.
Wenn dein Axtstiel gebrochen ist oder der Kopf wackelt, brauchst du einen neuen Stiel und musst dich für ein Holz entscheiden. Die Holzart ist dabei nur ein Teil der Antwort, denn auch Jahrringe, Lagerung und Passung entscheiden über einen guten Stiel. Ich drehe einen Ersatzstiel im Laden deshalb zuerst um und schaue auf das Stielende, bevor ich das Etikett lese.
Hier geht es um das Holz im Stiel, nicht um das Brennholz, das du damit spaltest. Wenn du wissen willst, welche Axt zu welcher Holzart und Aufgabe passt, hilft dir der Ratgeber zu den Axttypen weiter.
Welches Holz eignet sich für einen Axtstiel?
Für Axtstiele kommen neben Hickory auch Esche, Rotbuche, Hainbuche und Robinie infrage. Hickory wächst in Nordamerika, Esche und Rotbuche findest du auch in heimischen Wäldern. Bei jeder dieser Holzarten zählt zusätzlich das einzelne Stück: wie die Jahrringe verlaufen und wie gut das Holz abgelagert ist.
Esche: elastisch und zäh
Bei Eschenholz kommen hohe Elastizität und hohe Zähigkeit zusammen. Damit eignet es sich für Werkzeugstiele, die mechanisch beansprucht werden. Ein Axtstiel gehört dazu, weil er bei jedem Schlag die Kraft vom Griff in den Kopf leitet. Suchst du einen Stiel aus heimischem Holz, ist Esche deshalb ein guter Ausgangspunkt.
Sind die Jahrringe eines Eschenstiels breiter als 1,5 mm, gilt das als Kennzeichen günstiger Festigkeits- und Härteeigenschaften. Ein besonders eng gewachsenes Stück Esche ist also nicht automatisch das bessere. Leg am Stielende ein Lineal an und schau dir an, wie breit die einzelnen Ringe sind.
Woran erkennst du gutes Stielholz?
Ich schaue mir bei jedem Stiel zuerst das Hirnholz an, also die Schnittfläche am Stielende. Dort zeichnen sich die Jahrringe als Linien ab.
Stehen die Jahrringe senkrecht?
Die Jahrringe sollen möglichst senkrecht im Stiel stehen. Am leichtesten prüfst du das an der fertigen Axt: Halte sie waagerecht mit der Schneide nach unten und schau auf das Stielende. Laufen die Linien dort von oben nach unten, stimmt die Ausrichtung. Liegen sie flach, greifst du besser zum nächsten Stiel.
Ist das Holz gut abgelagert?
Für einen Axtstiel gehört gut abgelagertes Holz in die Hand. Steht dazu nichts auf dem Etikett, frag beim Kauf nach. Stellst du einen Stiel selbst her, gilt dieselbe Regel für dein Rohholz.
Im Laden lege ich mehrere Stiele nebeneinander, drehe die Enden zu mir und vergleiche die Jahrringe, bevor ich einen davon in die Hand nehme.
Passt der neue Stiel zu deiner Axt?
Die Abmessungen eines Ersatzstiels richten sich nach der Axtart. Seine Breite muss zum Axthaus passen, also zur Öffnung im Axtkopf, in der der Stiel sitzt. Weil beides von deiner Axt abhängt, passt ein Stiel aus dem Regal nicht automatisch auf jeden Kopf. Ich nehme deshalb den alten Axtkopf mit, wenn ich einen Ersatzstiel kaufe.
Wie lang soll der Stiel sein?
Für die Länge gibt es eine einfache Probe. Fass die Axt direkt hinter dem Kopf und streck den Arm aus. Der Stiel sollte dann bis zu deinem Schultergelenk reichen.
Wie soll der Griff in der Hand liegen?
Der Griff soll zu deiner Handgröße und zu deiner Händigkeit passen. Er muss sich sicher greifen lassen und eine gerade Stellung des Handgelenks erlauben. Ob das bei dir klappt, zeigt erst das Probearbeiten. Prüf an der fertigen Axt außerdem, ob Kopf und Stiel auch unter Belastung fest verbunden bleiben.
Das prüfe ich, bevor ich einen Ersatzstiel kaufe.
- Die Jahrringe am Stielende stehen möglichst senkrecht.
- Das Holz ist gut abgelagert.
- Die Abmessungen passen zur Axtart, die Breite zum Axthaus.
- Hinter dem Kopf gehalten, reicht der Stiel bei ausgestrecktem Arm bis zum Schultergelenk.
- Der Griff passt zu Hand und Händigkeit.
Holz oder Kunststoff?
Neben Holzstielen gibt es Axtstiele aus Kunststoff. Oft wird angenommen, Holz nehme die Schläge besser auf.
„Mit einem Holzstiel ist die Vibrationsbelastung immer geringer als mit einem Kunststoffstiel.“ So pauschal lässt sich das nicht halten. Ein Vergleich untersuchter Spaltwerkzeuge zeigte bei händisch ausgeführten Schlägen mit der Schneide keinen Unterschied der Vibrationsbelastung zwischen Holz- und Kunststoffstielen. Das Ergebnis gilt für diese Werkzeuge und diese Schlagart, nicht für jede Axt.
Der Vergleich fand keinen Unterschied bei der Vibration, und die Passform zeigt sich ohnehin erst beim Probearbeiten. Deshalb entscheidest du zwischen Holz und Kunststoff mit dem Werkzeug in der Hand. Prüf vor dem Kauf außerdem Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen. Bei einer Axt mit Holzstiel heißt das vor allem: Bekommst du später einen passenden Ersatzstiel?
Bei Forsttechnik helfen dir KWF-Prüfzeichen bei der Einordnung. KWF-Profi kennzeichnet die Eignung für dauerhaften umfassenden Einsatz. KWF-Standard erfüllt die Sicherheitsanforderungen bei geringeren Einsatzansprüchen, während KWF-Test einzelne Eigenschaften prüft.
Wann muss der Stiel raus?
Vor dem ersten Schlag fasse ich den Axtkopf und prüfe, ob er auf dem Stiel wackelt. Schau dir vor jedem Einsatz auch den Stiel auf sichtbare Schäden an. Ist der Stiel beschädigt oder sitzt der Kopf locker, arbeitest du mit dieser Axt nicht weiter. Behebe den Mangel vor dem nächsten Einsatz, notfalls mit einem neuen Stiel.
Setz die Axt nur für das ein, wofür sie gedacht ist. Stahlkeile schlägst du nicht mit der Axt ein, weil dabei Metall absplittern kann. Nach der Arbeit legst du die Axt so ab, dass sie nicht herunterfallen kann, und sicherst die Schneide gegen unbeabsichtigtes Berühren. Trag beim Arbeiten geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle.
Bei schweren Verletzungen durch die Axt wählst du sofort den Notruf 112.
Ölen und trocken lagern
Wird die Oberfläche spröde, schleifst du den Stiel glatt, ölst ihn mit einem Holzpflegemittel ein und lagerst die Axt trocken. Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden, deshalb kommen sie bis zur Weiterverwendung in einen nichtbrennbaren, luftdicht verschließbaren Behälter. Mehr dazu, wie du Werkzeug pflegst, reparierst und lagerst, findest du im Überblick zur Gartentechnik.

