Pflanztisch: richtige Arbeitshöhe finden und rückenschonend arbeiten
- Die Arbeitshöhe misst du am Werkstück, nicht an der Tischplatte.
- Für Montagearbeiten mit mittlerem Kraft- und Sehaufwand wird die Arbeitshöhe am Objekt auf Ellenbogenhöhe empfohlen, daran orientiere ich mich beim Umtopfen.
- Höhenverstellbare Pflanztische helfen, ungünstige Körperhaltungen bei der Arbeit zu vermeiden.
- Richte den Platz so ein, dass du den Oberkörper beim Arbeiten nicht verdrehen musst.
- An gemeinsam genutzten Tischen sollte die hinterste Greifposition für kleine Personen höchstens 40 cm von der Tischkante entfernt liegen.
- Eiche, Douglasie und Lärche sind gegenüber holzzerstörenden Pilzen dauerhafter als Fichte, Tanne und Buche.
Im Frühjahr stehe ich oft lange am Pflanztisch, topfe Tomaten um und fülle Anzuchtschalen. Steht der Tisch zu niedrig, beugst du dich über jeden Topf, steht er zu hoch, arbeitest du mit angehobenen Armen. Ein Pflanztisch erleichtert dir die Arbeit nur, wenn seine Höhe zu dir und zu dem Gefäß passt, das gerade vor dir steht.
Die Arbeitshöhe misst du am Topf, nicht an der Platte
Die ergonomische Arbeitshöhe beschreibt die Position des Objekts, das du bearbeitest. Mit der Höhe der Tischplatte ist sie deshalb nicht automatisch identisch. Für Montagearbeiten mit mittlerem Kraft- und Sehaufwand wird eine Arbeitshöhe am Objekt auf Ellenbogenhöhe empfohlen. Diesen Wert nehme ich als Orientierung fürs Umtopfen, weil ich dabei Erde andrücke und genau hinschaue.
Weil die Höhe am Objekt zählt, verschiebt jedes Gefäß deine Arbeitshöhe. Ein hoher Kübel hebt die Stelle, an der deine Hände arbeiten, eine flache Saatschale kaum. Bei gleicher Platte ändert sich deine Arbeitshöhe also mit jedem Gefäß, das du daraufstellst.
Du stellst die Tischplatte auf Ellenbogenhöhe und setzt dann einen hohen Topf darauf. Deine Hände arbeiten so über den Ellenbogen, und du hältst die Arme die ganze Zeit angehoben. Prüf die Höhe deshalb dort, wo deine Hände in der Erde sind.
So prüfst du die Höhe an deinem Tisch
- Stell dich aufrecht und nah an die Tischkante.
- Stell das Gefäß auf die Platte, mit dem du gleich arbeitest.
- Lass die Arme locker hängen und winkle die Unterarme an.
- Vergleiche die Höhe deiner Ellenbogen mit der Stelle, an der deine Hände in der Erde arbeiten.
- Verstell den Tisch, bis beides zusammenpasst, und prüf neu, sobald du zu einer anderen Gefäßhöhe wechselst.
Ich mache diese Probe mit dem Topf, den ich als Nächstes bearbeite, und nicht mit einem beliebigen leeren Gefäß.
Höhenverstellbar oder feste Höhe?
Höhenverstellbare Pflanztische helfen, ungünstige Körperhaltungen bei der Arbeit zu vermeiden. Die Verstellung nützt dir vor allem, wenn mehrere Leute am Tisch arbeiten oder du zwischen großen Töpfen und flachen Schalen wechselst.
Hat dein Tisch eine feste Höhe, richte sie nach der Arbeit, die du dort am häufigsten erledigst. Für flache Schalen stelle ich dann eine umgedrehte, standfeste Kiste auf die Platte, damit die Schale höher liegt.
Beim Ausprobieren stütze ich mich mit beiden Händen auf die Platte, so wie beim Andrücken der Erde. Gibt die Verstellung dabei nach oder wackelt der Tisch, lasse ich ihn stehen.
Das prüfe ich vor dem Kauf:
- Kommen Topf und Schale bei allen, die am Tisch arbeiten, auf die passende Höhe?
- Hält die Verstellung, wenn ich mich auf die Platte stütze?
- Erreiche ich die hintere Ablage, ohne den Oberkörper zu verdrehen?
- Lassen sich vorhandene Rollen feststellen?
- Kann Wasser von Platte und Wanne ablaufen?
Hast du wenig Platz, zeigt ein eigener Ratgeber, welcher platzsparende Pflanztisch auf den Balkon oder in den kleinen Garten passt und wie du ihn selbst baust.
Greifraum: alles erreichen, ohne dich zu verdrehen
Richte den Arbeitsbereich so ein, dass du den Oberkörper beim Arbeiten nicht verdrehen musst. Was du bei jedem Topf brauchst, gehört direkt vor dich, Seltenes nach hinten. Teilst du den Tisch mit anderen, richte die Greiftiefe nach den kleineren Personen.
An gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen sollte die hinterste Greifposition für kleine Personen höchstens 40 cm von der Tischkante entfernt liegen. Was dahinter liegt, nutze ich nur als Ablage für Dinge, die ich selten brauche.
Werkzeug legst du so ab, dass es nicht herunterfallen kann. Schneiden und Spitzen sicherst du gegen unbeabsichtigtes Berühren, damit du beim Griff in die Erde nicht hineinfasst.
Vor dem Umtopfen richte ich den Tisch immer gleich ein. Die Erde steht in einer Kiste vor mir, links die leeren Töpfe, rechts die fertigen. Schere und Pflanzholz hängen an Haken an der Tischseite und liegen nicht auf der Platte.
Schwere Töpfe, Pausen und Haltungswechsel
Schwere Töpfe und Erdsäcke hebst du langsam und körpernah auf den Tisch: nah herantreten, Knie und Hüfte beugen, Rücken gerade halten. Kleinere Gebinde und rollende Transporthilfen können das Heben und Tragen verringern. Auch am gut eingestellten Tisch stehst du lange in derselben Haltung, und regelmäßige Pausen und wechselnde Tätigkeiten unterbrechen einseitige Belastungen.
Wechsel zwischen knienden und stehenden Tätigkeiten vermeiden eine dauerhaft gleichbleibende Haltung. Am Pflanztisch stehe ich, deshalb lege ich das Umtopfen zwischen die Arbeit am Beet und erledige nicht beides am Stück.
Welche Hilfsmittel und Arbeitstechniken den Rücken bei der Gartenarbeit entlasten, zeigt ein eigener Ratgeber. Gießt du frisch getopfte Pflanzen gleich am Tisch an, lies nach, wie du Gartenbrausen und Spritzen rückenschonend trägst und hältst.
Welches Material draußen hält
Holz an einem Pflanztisch braucht anderen Schutz als Metall oder Kunststoff. Bei Holz kommt es auf die Art an: Eiche, Douglasie und Lärche sind gegenüber holzzerstörenden Pilzen dauerhafter als Fichte, Tanne und Buche. Holzbauteile im Freien sollten möglichst keinen direkten Erdkontakt haben. Meinen Holztisch stelle ich deshalb auf Platten und nicht in die Wiese.
Trocken gehaltenes Holz ist gegen Pilzbefall geschützt. Achte deshalb auf Abläufe und abgeschrägte Flächen, an denen keine Nässe stehen bleibt. Siegel wie FSC und Naturland geben dir Hinweise auf nachhaltige Waldwirtschaft.
Aluminium hat eine geringe Dichte und eine hohe Korrosionsbeständigkeit, ein Gestell daraus lässt sich deshalb leicht umstellen. Nichtrostender Stahl wird durch eine Passivschicht geschützt, kann an Schwachstellen dieser Schicht aber korrodieren. Bei Kunststoff bedenke, dass beim Zerfall größerer Teile sekundäres Mikroplastik entstehen kann.
Mehr Ergonomie im Garten: Werkzeug, Hochbeet und Transport
Am Pflanztisch holst du nur einen Teil der Gartenarbeit ins Stehen, für den Rest kommen HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche., Transportwagen und gut passende Geräte infrage. Welche ergonomischen Werkzeuge und Hilfsmittel den Rücken schonen und wie du sie auswählst, zeigt ein eigener Ratgeber. Was beim Werkzeugkauf zu Qualität, Material und Ergonomie gehört, von der Stiellänge bis zum Griff, fasst der Überblick zur Garten-Technik zusammen.
Pflanztisch sauber und trocken halten
Der Pflanztisch gehört zu den Arbeitsmitteln, die du bei der Gartenpflege mit reinigst. Ich bürste nach dem Umtopfen die Erde von der Platte, leere die Wanne und lasse den Tisch unter dem Vordach abtrocknen. Wie du Holz, Metall und Werkzeug pflegst, reparierst und lagerst, beschreibt derselbe Überblick im Abschnitt zur Werkzeugpflege.
