Harke oder Rechen? Ein Gerät, viele Typen und welcher wofür taugt
- Harke und Rechen sind regional verschiedene Namen für dasselbe Gerät zum Lockern und Einebnen.
- Die Hacke ist ein eigenes Werkzeug, mit dem du Unkraut jätest und den Oberboden auflockerst.
- Der Eisenrechen mit kräftigen Zinken verteilt Erde, Kies und Schotter und ebnet Beete ein.
- Fächerbesen aus Federstahl kehren Laub und Zweige, Fächerbesen aus Kunststoff schonen Kiesflächen.
- Geharkt wird erst, wenn keine Erde mehr an den Zinken haften bleibt.
Du fragst im Gartencenter nach einer Harke und stehst vor einer Wand voller Rechen. Du bist trotzdem richtig, denn Harke und Rechen sind dasselbe Gerät mit zwei Namen. Wichtig ist der Typ: Ein Fächerbesen ist für Laub gebaut, ein Eisenrechen für Erde, Kies und Schotter. Bei mir hängen beide nebeneinander am Schuppen, und ich greife je nach Arbeit zum einen oder zum anderen.
Harke oder Rechen: Gibt es einen Unterschied?
Nein. Harke und Rechen sind regional unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe Gartengerät, mit dem du Boden lockerst und einebnest. Grob gilt: Im Norden sagt man eher Harke, im Süden eher Rechen. Unterschiede gibt es trotzdem, nur liegen sie zwischen den Bauformen. Ein Eisenrechen mit kräftigen Zinken arbeitet im Beet, ein Fächerbesen mit gebogenen Federstahlzinken kehrt Laub zusammen.
„Der Rechen hat einen breiten Kopf, die Harke einen schmalen.“ Diese Regel trennt keine zwei Geräte. Kopfbreite und Zinken hängen von der Bauform ab, nicht von dem Namen, den man in deiner Gegend benutzt.
Leicht zu verwechseln ist die Harke mit der Hacke, weil die beiden Wörter fast gleich klingen. Die Hacke ist aber ein eigenes Werkzeug: Mit ihr jätest du Unkraut und lockerst den Oberboden auf. Die Pendelhacke etwa unterschneidet Unkraut mit einer beweglich gelagerten Klinge, die du parallel zum Boden vorwärts und rückwärts führst. Die Harke dagegen zieht mit ihren Zinken lockere Erde glatt und bereitet das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. vor.
Welche Rechentypen gibt es?
Die gängigen Bauformen unterscheiden sich in Zinken, Material und Aufgabe. Die Übersicht zeigt, welcher Typ welche Arbeit übernimmt.
| Typ | Zinken und Bauweise | Wofür du ihn nimmst |
|---|---|---|
| Eisenrechen (Gartenrechen, Harke) | kräftige Metallzinken | Erde, Kies und Schotter verteilen, Beete einebnen, Saatbett vorbereiten |
| Fächerbesen aus Federstahl | gebogene Federstahlzinken in Fächerform | Laub, Früchte und kleine Zweige zusammenkehren |
| Fächerbesen aus Kunststoff | Kunststoffzinken in Fächerform | Laub aus Kiesflächen holen, ohne die Kiesel stark aufzuwühlen |
| Verstellbesen | Arbeitsbreite stufenlos veränderbar | Kehren auf Flächen mit wechselnder Breite |
| Rasenrechen | eng stehende, längere Zinken und Bügel am Rechenjoch | geschnittenes Gras einsammeln |
| Vertikutierrechen | Rechen für die Rasenpflege | Rasenfilz ab 1 cm Schichtstärke entfernen |
Den Eisenrechen nimmst du immer dann, wenn Material bewegt oder eine Fläche eben werden soll. Die Fächerbesen arbeiten an der Oberfläche und sammeln, was lose aufliegt. Welcher Rechen sich für welche Gartenaufgabe eignet und worauf du bei der Auswahl achtest, vertieft ein eigener Ratgeber.
Spezialrechen für Rosenbeet, Teich und Steingarten
Für Rosenbeet, Teichrand, Steingarten oder Kiesweg gibt es eigene Bauformen. Der Rosenrechen etwa ist seitlich abgeflacht, erleichtert so die Arbeit zwischen Gehölzen und Stauden und schont empfindliche Veredelungsstellen. Welcher Spezialrechen zu welchem Gartentyp passt, zeigt der Ratgeber dazu.
Welches Material taugt wofür?
Das Material entscheidet, was du einem Rechen zumuten kannst. Bei den Zinken zählt die Belastbarkeit, beim Stiel zählen Elastizität und Gewicht.
| Material (Bauteil) | Wofür es taugt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Stahl, gehärtet (Zinken) | kräftige Zinken am Eisenrechen; empfohlen für Werkzeug, das wiederkehrenden Belastungen standhalten soll | typische Dichte 7,85 g/cm³; rostender Stahl braucht einen Öl- oder Fettfilm |
| Edelstahl (Zinken) | Erde haftet weniger, das Gerät lässt sich leichter reinigen | eine Passivschicht schützt, an Schwachstellen kann er trotzdem korrodieren |
| Federstahl (Zinken) | gebogene Zinken am Fächerbesen für Laub, Früchte und kleine Zweige | gemacht für lose aufliegendes Material |
| Kunststoff (Zinken) | Fächerbesen für Laub auf Kies | zerfallende Kunststoffteile können sekundäres Mikroplastik bilden |
| Holz (Zinken) | Arbeiten ohne großen Kraftaufwand | Holzzinken können bei großer Krafteinwirkung leicht brechen |
| Esche (Stiel) | elastisch und zäh, geeignet für stark beanspruchte Stiele | Jahrringbreiten über 1,5 mm gelten als Zeichen günstiger Festigkeit und Härte |
| Aluminium (Stiel) | geringe Dichte, typisch 2,7 g/cm³, hohe Korrosionsbeständigkeit durch eine dünne Oxidschicht | ein gewöhnlicher Haftmagnet findet an Aluminium keinen Halt |
Holzzinken können bei großer Krafteinwirkung leicht brechen, und für Schotter, Kies und Erde ist der Eisenrechen mit kräftigen Zinken gemacht. Im Beet und auf dem Weg arbeite ich deshalb mit Metall, ein Holzrechen bekommt bei mir nur leichte Arbeit. Kunststoffbesen, die spröde werden, sortiere ich aus, bevor Bruchstücke im Garten landen. Beim Holzstiel geben Siegel wie FSC und Naturland Hinweise auf nachhaltige Waldwirtschaft.
Allgemeine Kriterien zu Qualität, Material und Ergonomie beim Werkzeugkauf fasst unser Überblick zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht-Technik zusammen.
Worauf achtest du beim Kauf?
Nimm den Rechen im Laden in die Hand, bevor du ihn kaufst. An der Verbindung zwischen Kopf und Stiel zeigt sich, ob er lange hält.
So prüfst du einen Rechen vor dem Kauf.
- Kopf und Stieltülle sind einteilig gefertigt oder so verbunden, dass auch bei großer Beanspruchung nichts bricht. Bei Holzstiel und Metallkopf hilft eine lange, vernietete Stahlhülse.
- Die Verbindungen bleiben fest, wenn du den Rechen gegen den Boden drückst.
- Der Griff sitzt fest und hat eine rutschhemmende Oberfläche.
- Lösbare Verbindungen, austauschbare Teile und Angaben zur Ersatzteilversorgung zeigen, ob sich das Gerät reparieren lässt.
- Ein Teleskopstiel lässt sich leicht feststellen und löst sich beim Arbeiten nicht von selbst.
Für den Anfang reicht eine kleine Auswahl guter Werkzeuge, die du mit dem tatsächlichen Bedarf erweiterst. Ich habe mit einem Eisenrechen und einem Fächerbesen angefangen und erst dazugekauft, wenn eine Aufgabe es verlangt hat. Systeme mit auswechselbaren Aufsätzen und Stielen können Anschaffungskosten und Platz im Schuppen sparen. Wie du deine Werkzeugausstattung mit Budget, Leihangeboten und geordneter Aufbewahrung zusammenstellst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wofür setzt du Rechen und Harke ein?
Saatbett vorbereiten und Beete einebnen
Im Gemüsegarten dient die Harke vor allem dazu, Erde einzuebnen und das Saatbett vorzubereiten. Bereit ist ein Beet, wenn keine Erde mehr an den Gartengeräten haften bleibt. Zu nassen Boden solltest du weder betreten noch bearbeiten, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können. Klebt die Erde also noch an den Zinken, erzeugst du beim Harken genau die Verdichtung, die du eigentlich lockern willst.
Nimm aus etwa 10 cm Tiefe einen erbsengroßen Krümel und zerdrück ihn zwischen den Fingern. Zerfällt er, kannst du loslegen. Schmiert er, ist der Boden noch zu nass.
So gehe ich vor:
- Wurzelunkräuter grabe ich vollständig aus, weil zerteilte Wurzelstücke erneut austreiben können. Samenunkräuter entferne ich, bevor sie Samen bilden.
- Im Frühjahr lockere ich den abgetrockneten Boden mit Grabgabel oder Krail, statt ihn erneut umzugraben.
- Kompost streue ich auf und arbeite ihn nur oberflächlich ein, dafür eignen sich Handgrubber oder Kultivator.
- Zum Schluss ziehe ich die Erde mit dem Eisenrechen eben. Für Gemüseaussaaten soll der Boden mäßig feucht und locker sein, damit die Keimlinge Wasser aufnehmen und atmen können.
- Nach der Aussaat gieße ich mit weichem Strahl an, damit die Oberfläche nicht verschlämmt oder verkrustet.
Welche Kultur auf das frisch geharkte Beet kommt, legst du am besten vorher mit dem Beetplaner für Flächen und Anbaupausen fest. Welche Pflanzen als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Laub von Rasen, Wegen und Kies holen
Im Herbst rechst du Laub vom Rasen, damit die Gräser wieder Licht und Luft bekommen. Von Gehwegen kommt es wegen der Rutschgefahr weg. Für beides nehme ich den Fächerbesen mit Federstahlzinken, der auch Fallobst und kleine Zweige zusammenkehrt. Auf losem Kies holt ein Fächerbesen aus Kunststoff oder ein Federbesen die Blätter heraus, gewöhnliche Besen und Hochdruckreiniger sind dort ungeeignet.
In kleinen bis mittelgroßen Gärten sind Rechen und Besen eine Alternative zu Laubsauger und Laubbläser, die ohne Strom und Kraftstoff auskommt. Gesundes Laub darf in dünnen Lagen auf geeignete Beete und unter Hecken, auch als Abdeckung fürs Gemüsebeet taugt es. Laub von kranken oder befallenen Pflanzen gebe ich über die kommunale Entsorgung ab, weil der eigene Kompost es meist nicht vollständig hygienisiert.
Lass in einer ruhigen Ecke einen Laubhaufen liegen. Er dient Insekten und Igeln als Rückzugsort.
Rasen: Schnittgut sammeln und Filz entfernen
Nach dem Mähen sammelt der Rasenrechen das Schnittgut ein. Seine eng stehenden, längeren Zinken und die Bügel am Rechenjoch halten das Gras fest. Angetrockneten Rasenschnitt kannst du als MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. nutzen, dann aber nur dünn bodendeckend und dafür häufiger, damit er nicht zu einer dichten Masse verklebt. Auf dem Kompost schichte ich ihn im Wechsel mit trockenem Material wie kleinen oder geschredderten Ästen.
Für Rasenfilz gibt es den Vertikutierrechen. Entfernt wird Filz ab einer Schichtstärke von 1 cm, eine dünnere Filzschicht kann sogar nützlich sein. Beim VertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. sollen die Messer nur bis zur Bodenoberfläche reichen, nicht tiefer.
Kies, Sand, Erde und Mulch verteilen
Mit dem Eisenrechen verteilst du Schotter, Kies und Erde und ziehst lockeren Sand glatt. Größere Mengen lagere ich vorher mit der Holsteiner Schaufel um, deren fast flaches Blatt mit gerader Vorderkante für Sand, Kies, Erde und RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. gedacht ist. Mulch ziehe ich mit dem Rechen gleichmäßig auseinander und lasse Saatrillen und Jungpflanzen frei.
Organischen Mulch trägst du im Gemüsebeet normalerweise etwa 2 bis 3 cm dick auf, feinen Rasenschnitt nur dünn. Gemulcht wird gewöhnlich erst ab etwa 10 cm Pflanzenhöhe.
Zinken und Spitzen sicherst du gegen unbeabsichtigtes Berühren, deshalb liegt ein Rechen nie mit den Zinken nach oben im Gras. Lege Werkzeug so ab, dass es nicht herunterfallen kann, oder häng es auf. Ich trage Rechen senkrecht mit den Zinken nach unten und arbeite in geschlossenen Schuhen mit rutschfester Sohle.
Welche Geräte ergänzen die Harke?
Die Harke ebnet ein und lockert oberflächlich. Für Unkraut, tiefere Lockerung und das Graben nimmst du andere Geräte.
| Gerät | Wofür es gemacht ist |
|---|---|
| Ziehhacke | leichte, unverkrustete Böden |
| Schlaghacke | auch schwere, steinige oder trockene Böden |
| Pendelhacke | Unkraut unterschneiden, besonders auf sandigem oder kiesigem Untergrund |
| Handgrubber, Kultivator | feine Bodenbearbeitung, Saatbettvorbereitung, Kompost einmischen |
| Sauzahn | schonende Tiefenlockerung ohne Wenden der Bodenschichten, auch zwischen Gemüsereihen |
| Grabgabel | Boden schonend lockern, Stauden teilen, Kartoffeln ernten |
| Spaten | graben, Pflanzlöcher ausheben, Rasenkanten abstechen, Stauden teilen |
Zum Hacken sollte die Bodenoberfläche nach Regen wieder leicht abgetrocknet sein. In Staudenpflanzungen ziehe ich Unkraut gezielt oder steche es aus, weil flächiges Hacken die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stört.
Passt der Stiel zu dir?
Für Harken und Hacken gelten etwa 150 cm Stiellänge als Ausgangspunkt, damit du aufrecht arbeiten kannst. Aufgestellt sollte das Gerät mindestens bis zum Kinn reichen, besser bis zur Stirn; für Laubbesen und Vertikutierrechen wird eine Länge bis 30 cm über Stirnhöhe empfohlen. Wie du Laub, Gras und Kies rückenschonend rechst und welche Haltung dabei hilft, zeigt ein eigener Ratgeber.
Nach der Arbeit: sauber machen und prüfen
Trockene Erde bürste ich nach der Arbeit von den Zinken, fest haftenden Schmutz entferne ich mit Wasser und Bürste und reibe den Rechen danach trocken. Dabei prüfe ich gleich, ob der Stiel locker sitzt, denn beschädigtes Werkzeug wird vor dem nächsten Einsatz instand gesetzt oder ersetzt. Wie du Rost vorbeugst, Holzstiele auffrischst und Geräte lagerst, beschreibt derselbe Technik-Überblick im Kapitel Werkzeug pflegen, reparieren und lagern.

