Winterharte Zierpflanzen: Auswahl und Winterschutz für Stauden, Gehölze und Zwiebeln
- Winterhärte hängt an Art und Sorte: Im Pillnitzer Freilandversuch starben bei −16,5 °C die meisten 'Chabaud'-Nelken, während 'Grenadin' und 'Floristan' gut überwinterten.
- Abgestorbene Stängel und Samenstände bleiben über den Winter stehen, geschnitten wird im Spätwinter 3 bis 10 cm über dem Boden.
- Winter- und immergrüne Stauden wie die Immergrüne Schleifenblume putzt du nur aus, statt sie bodennah zu schneiden.
- Ab dem Spätsommer gibst du keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit Stauden und Gehölze ausreifen.
- Auch winterharte Pflanzen können im Kübel erfrieren: Gefäß isolieren, Untersetzer entfernen und an frostfreien Tagen bei Bedarf gießen.

Eine Staude mit dem Etikett „winterhart“ kann trotzdem eingehen. Im Kübel kann ihr Wurzelballen durchfrieren, in nassem Boden können die Wurzeln faulen, und manche Sorte ist empfindlicher als ihre Verwandten. Ich schaue deshalb bei jeder neuen Pflanze zuerst nach, was zur Winterhärte der Sorte angegeben ist und welchen Boden sie braucht. Erst dann suche ich ihr einen Platz.
Passen Auswahl und Winterpflege zusammen, wirkt der Garten das ganze Jahr. Polster und Samenstände geben dem Beet im Winter Struktur, Zaubernuss und Winterjasmin blühen in der kalten Jahreszeit. Zwiebelpflanzen füllen nach dem Rückschnitt die Lücke bis zum Austrieb der Stauden.
Was „winterhart“ bei Zierpflanzen heißt
Als winterhart gelten Zierpflanzen, die den Winter draußen überstehen. Wie viel Frost sie vertragen, hängt an Art und Sorte. Bei den Duftnesseln gilt Agastache rugosa als relativ winterhart, Agastache foeniculum und Agastache urticifolia nur als bedingt winterhart. Agastache mexicana und Agastache aurantiaca überwintern höchstens in Weinbaugebieten draußen.
Auch Sorten derselben Art gehen auseinander. Im Pillnitzer Freilandversuch starben bei einer Standort-Tiefsttemperatur von −16,5 °C die meisten ‘Chabaud’-Nelken ab. Die zweijährigen Landnelken-Typen ‘Grenadin’ und ‘Floristan’ überwinterten dort gut. Winterhärtezonen ordnen eine Pflanze einem Temperaturbereich zu. Gleiche diese Angabe mit den Wintern in deinem Garten ab und denk zusätzlich an Nässe und Gefäß.
| Pflanze | Angabe zur Winterhärte |
|---|---|
| Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens) | Winterhärtezone 6a, Klimabereich −23,3 bis −20,5 °C |
| Federnelken-Mischung (Dianthus plumarius) | Winterhärtezonen Z3 bis Z8 |
| Limonium latifolium | ausdauernde Staude, im Herstellerprofil Winterhärtezonen 4 bis 8 |
| Empfindlichere Gartensorten der Garten-Nelke (Dianthus caryophyllus) | vertragen nur kurzzeitig etwa −10 °C, im Topf kühl und frostfrei überwintern |
| Sommerrittersporn ‘Imperial Mischung’ (Delphinium ajacis) | einjährig, im Spätsommer gesät kann er überwintern, ist aber nur bedingt winterhart |
| Tagetes patula ‘SPERLI’s Sparky Mischung’ | einjährig und nicht winterhart |
ZweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. Bartnelken brauchen den Winter sogar. Für die Blütenbildung benötigen sie einen KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. von mindestens 8 Wochen bei 5 °C. Einjährige Bartnelkensorten blühen dagegen ohne Kältereiz schon im Aussaatjahr, und die einjährig kultivierte Mischung ‘Maccarenia’ ist nicht winterhart.
Standort und Boden: was im Winter zählt
Passen Boden, Licht oder Feuchte nicht zu den Ansprüchen einer Staude oder eines Gehölzes, ist die Überwinterung gefährdet. Hält Staunässe länger an, fehlt den Wurzeln Sauerstoff, und Wurzel- und Stammgrundfäule werden begünstigt. Was Licht, Feuchte und pH-Wert für deine Pflanzung bedeuten, steht im Abschnitt zu Standort und Boden im Stauden-Ratgeber.
Winterharte Stauden für jede Jahreszeit
Stauden bringen Blüten vom Frühjahr bis in den November und geben dem Beet im Winter Struktur.
Polster und Wintergrüne für Steingarten und Beetkante
Blaukissen der Mischung ‘Superbissima’ sind mehrjährige, winterharte PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet.. Die Polster werden etwa 10 bis 20 cm hoch und blühen im April und Mai in Blau-, Violett- und Rosatönen. Ein sonniger Platz im Steingarten, an einer Trockenmauer oder als Beet- und Wegeinfassung passt zu ihnen. Ab dem zweiten Jahr schneidest du Blaukissen nach der Blüte leicht zurück. Ältere Polster verjüngst du im Frühjahr durch Teilung.
Die Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens) wächst als polsterförmiger HalbstrauchEin Halbstrauch ist eine ausdauernde Pflanze, die unten verholzt, während die Triebe des laufenden Jahres krautig und grün bleiben. Er steht zwischen Staude und Gehölz; Beispiele sind Lavendel, Salbei und Thymian. mit verholzender Basis. Auch diese Art blüht im April und Mai, und zwar weiß. Trockenmauern, Kiesflächen, Pflanztröge und sonnige Beeteinfassungen sind ihre Plätze. Polsterphlox und Silberwurz ergänzen eine Steingartenpflanzung mit Blaukissen und Schleifenblume. Federnelken wachsen in durchlässigem, mineralischem Boden mit wenig Nährstoffen, Kalk ist ihnen recht, aber kein Muss.
Die Schleifenblume ist wintergrün, und winter- sowie immergrüne Stauden sind vom pauschalen bodennahen Schnitt ausgenommen. Im Spätwinter schneidest du sie deshalb nicht mit dem übrigen Beet herunter, sondern entfernst nur braune oder kranke Blätter.
Hohe Stauden mit Samenständen fürs Winterbild
Hohe Stauden blühen im Sommer, und ihre standfesten Stängel können im Winter stehen bleiben. Beim Sonnenhut lohnt der Blick aufs Etikett, denn der Gartenname steht für Echinacea und für Rudbeckia. Der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) ist eine mehrjährige Staude für sonnige Plätze mit frischem, nährstoffreichem Boden. Bei der Sorte ‘Roter Leuchtstern’ bleiben die Samenstände als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen, geschnitten wird erst im Frühjahr. Rudbeckia fulgida ‘Goldsturm’ wird etwa 60 bis 100 cm hoch und blüht goldgelb vom Hochsommer bis in den Frühherbst.
Vom hohen Staudenphlox (Phlox paniculata) lässt du die Stängel über Winter stehen und schneidest sie im Frühjahr zurück. Beim Rittersporn kommen die stehen gelassenen Stängel im Frühjahr zum beginnenden Austrieb weg. Die Staudenlupine ‘Russel Mischung’ (Lupinus polyphyllus) ist mehrjährig und winterhart und wird etwa 80 bis 100 cm hoch. Sedum telephium und Phlomis russeliana geben dem winterlichen Garten mit stabilen Blütenständen Struktur.
Gartenrittersporn ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Besteht der Verdacht, dass jemand davon gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.
Späte Blüher bis in den November
Herbstastern der Gattung Symphyotrichum, darunter Raublatt- und Glattblatt-Astern, sind ausdauernde Herbstblüher. Die Myrten-Aster ‘Schneetanne’ blüht von September bis November. Winterastern sind Herbst-Chrysanthemen der Gattung Chrysanthemum. Bei der Sorte ‘Hebe’ öffnen sich die ungefüllten, zartrosa Blüten von Anfang Oktober bis Mitte November.
Wie gut Garten-Chrysanthemen überwintern, hängt von der Sorte ab. In der Staudensichtung verbesserte eine 5 cm starke Rindenmulchschicht ihr Überleben. Im Chrysanthemensortiment stehen außerdem winterharte Gartenstauden neben nicht frostharten Kübelpflanzen. Ob eine Chrysantheme ins Beet darf, entscheidet also die Sortenangabe und nicht der Name auf dem Etikett.
Herbst-Anemonen wachsen auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen Standorten und gelten nach dem Einwachsen überwiegend als winterhart. Die Hohe Fetthenne ‘Herbstfreude’ blüht ab dem Spätsommer braunrosa und wird je nach Standort etwa 30 bis 60 cm hoch.
Laub und Blüten in der kalten Jahreszeit
Christrosen beleben den Garten in der kalten Jahreszeit mit Blüten. Helleborus und Heuchera schmücken ihn mit Laub, das den Winter über bleibt. Das Duftveilchen ‘Königin Charlotte’ blüht im Frühling und ein zweites Mal im Spätherbst. Ich setze solche Pflanzen an Wege, an denen ich auch im Winter vorbeikomme.
Winterharte Gehölze mit Blüten und Laub im Winter
Gehölze bleiben stehen, wenn die Stauden geschnitten sind. Zaubernuss und Winterjasmin bringen in der kalten Jahreszeit Blüten. Immergrüne Laub- und Nadelgehölze behalten ihr Laub und brauchen vor dem Winter Wasser im Boden. Besonders in einem trockenen Herbst versorgst du sie um Mitte Oktober durchdringend mit etwa 30 bis 40 Litern je m² Pflanzfläche.
Bevor ich im Herbst die immergrünen Gehölze gieße, steche ich mit dem Spaten eine Scholle aus dem Wurzelraum. An Farbe und Gefühl prüfe ich, ob dort noch Feuchtigkeit ist. Nach dem Gießen schaue ich auf dieselbe Weise nach, ob das Wasser die tieferen Schichten erreicht hat.
Sommerflieder und Hibiskus bekommen in ungünstigen Lagen bei besonders hartem Frost Fichtenreisig und zusätzlich etwa 20 cm trockenes Laub im Wurzelbereich. Strauchpfingstrosen behalten ihr verholztes Triebgerüst. Anders als Staudenpfingstrosen schneidest du sie im Winter deshalb nicht bodennah ab.
Lavendel braucht einen sonnigen, warmen Platz mit gutem Wasserabzug. Bleibt sein Standort im Winter trocken, verbessert das seine Frostfestigkeit. Weil er einen trockenen, mageren und luftigen Standort will, passt er von den Bodenansprüchen her nur bedingt zu Rosen. Nach der Blüte schneidest du ihn leicht zurück und entfernst dabei vor allem die abgeblühten Stängel. Bei veredelten Gartenrosen setzt du die Veredelungsstelle 3 bis 5 cm unter die Erdoberfläche.
Zwiebel- und Knollenpflanzen vom Spätwinter an
In Staudenpflanzungen schließen frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen die Lücke zwischen dem Winterrückschnitt und dem neuen Austrieb. Winterling und Schneeglöckchen blühen schon in der kalten Jahreszeit, Krokusse folgen im Frühjahr. Tulpen und Narzissen können sich über Tochterzwiebeln vermehren, aus denen eigenständige Pflanzen heranwachsen. Für den Schatten ist die Mischung „Veitshöchheimer Schattensilber“ ein Beispiel, in der Schneeglöckchen und die Narzisse ‘Thalia’ stehen. Das Duftveilchen ‘Wismar’ ist dort als Austauschpartner vorgesehen.
| Pflanze | Blüte | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Winterling, Schneeglöckchen | kalte Jahreszeit | frühe Blüten im Insektengarten |
| Krokusse | Frühjahr | ergänzen mit Lungenkraut das frühe Nahrungsangebot für Bienen |
| Tulpen, Narzissen | Frühjahr | vermehren sich über Tochterzwiebeln |
| Schwertlilien-Hybriden (Iris) | Februar bis März | etwa 15 cm hoch, winterhart, Pflanzung September bis Dezember in 8 cm Tiefe |
| Prachtscharte (Liatris spicata) | Juli bis September | bildet Knollen, winterhart, Pflanzung März bis April, Boden über Winter nicht nass, junge Triebe vor Schnecken schützen |
| Zierlauch, Lilien | ab Frühsommer | ergänzen in Steingartenpflanzungen die Frühjahrsstauden |
| Herbstkrokusse | Herbst | späte Ergänzung der Blütenfolge |
Setze Frühjahrszwiebeln zwischen die Stauden, die du im Spätwinter zurückschneidest. So blüht es an den Stellen, die bis zum Austrieb sonst kahl blieben.
Ziergräser im Winter
Ziergräser wie Chinaschilf, Waldschmiele und Lampenputzergras können mit ihren Samenständen überwintern und werden bei Bedarf erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Pampasgras bindest du für den Winter zu einem Schopf zusammen und deckst die Wurzelscheibe mit Falllaub ab. Wie du Ziergräser schneidest und gut über den Winter bringst, zeigt der Pflegeratgeber für Gräser, die Grundlagen fasst der Überblick zu Stauden und Ziergräsern zusammen.
Wann du winterharte Pflanzen setzt
Was im Herbst in die Erde kommt, muss vor dem Frost noch einwurzeln, und das gelingt nicht jeder Pflanze gleich gut. Die Pflanzzeiten unterscheiden sich deshalb je nach Gruppe.
| Pflanze | Pflanzzeit | Hinweis |
|---|---|---|
| Wurzelnackte Gehölze | witterungsabhängig Ende September bis Anfang Dezember oder Anfang März bis Ende April | an frostfreien Tagen, Boden aufgetaut und abgetrocknet |
| Wurzelnackte Staudenpfingstrosen | September bis November | Triebknospen etwa 3 bis 5 cm mit Erde bedecken, danach gründlich angießen |
| Garten-Chrysanthemen | Frühjahr | blühen spät und bilden im Herbst nur wenig Wurzeln |
| Herbst-Anemonen | vorzugsweise Frühjahr | frische bis feuchte, nährstoffreiche Standorte |
| Lavendel | in milden Gebieten ab Ende März | wurzelt so bis zum Herbst gut ein |
Neu gepflanzte Stauden brauchen in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringende Wassergaben. Als Richtwert gelten dabei etwa 25 l/m² je Gießgang. Wann du Stauden und Ziergräser säst, zeigt dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.
So kommen winterharte Pflanzen durch den Winter
Winterschutz beginnt im Beet mit dem, was du stehen lässt, und mit dem, was du rechtzeitig unterlässt.
„Winterhart heißt, die Pflanze braucht im Winter nichts.“ Das stimmt so nicht. Was im Beet winterhart ist, kann im Kübel erfrieren, sobald der Wurzelballen durchfriert. Bei der Kokardenblume der Großblumigen Prachtmischung gilt ein Winterschutz trotz Winterhärte als günstig.
Stängel stehen lassen, im Spätwinter schneiden
Abgestorbene Stängel und Blätter schützen die Staude im Winter, deshalb bleiben sie im Herbst stehen. In sommergrünen Pflanzungen schneidest du standfeste Stängel und Fruchtstände erst im Spätwinter zurück. Gesundes altes Staudenlaub darf sogar bis April oder Mai bleiben. Winter- und immergrüne Stauden und Halbsträucher schneidest du individuell, oft genügt es, braune oder kranke Blätter zu entfernen.
Abgestorbene Staudentriebe schneidest du im Spätwinter 3 bis 10 cm über dem Boden ab. Im Hausgarten reichen 3 bis 5 cm, beim flächigen Rückschnitt sind es 5 bis 10 cm. Winter- und immergrüne Arten sowie Halbsträucher sind davon ausgenommen.
Kranke Pflanzenteile kommen dagegen schon im Herbst weg. Pilzbefallene Blätter entfernst du zu dieser Zeit, bei rostgefährdeten Stauden wie der Pfirsichblättrigen Glockenblume auch alte Stängel und Blätter. Stark mit Echtem Mehltau befallene Reste der Indianernessel räumst du nach dem natürlichen Absterben im Herbst aus dem Garten und vernichtest sie. Staudenpfingstrosen schneidest du in der herbstlichen Ruhephase bodennah ab, ohne die Pflanzenkrone zu verletzen.
Einige Stauden bekommen gezielt einen Herbstschnitt. Mehrjährige Kokardenblumen schneidest du Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurück, das soll Erneuerungsknospen und ihre weitere Lebensdauer fördern. Bei Indianernesseln wird ein sehr früher Rückschnitt nach der Blüte als mögliche Ursache für eine geschwächte Überwinterung diskutiert, bewiesen ist das nicht. Ich schneide im Spätwinter mit einer scharfen Gartenschere und lasse einen Teil der dürren Stängel auch über den Sommer stehen.
Laub und Mulch als Winterdecke
Im naturnahen Staudenbeet dient Herbstlaub als Winterdecke. Insgesamt liegt es dort etwa 3 bis 5 cm dick. Höhere Stauden mulchst du mit gut 3 cm Laub. Zwischen den Pflanzen bleibt etwa 5 cm Laub liegen.
Rindenmulch passt nicht überall. Roher Rindenmulch bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Im trockenen Kiesbeet, etwa mit der Immergrünen Schleifenblume, ist Rindenmulch wegen des feucht-sauren Milieus fehl am Platz. Kompostierten RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. kannst du dagegen zur Bodenverbesserung einarbeiten.
Leichter Winterschutz für Grenzfälle
Einige winterharte Arten bekommen im Herbst zusätzlich einen leichten Schutz. Die Übersicht zeigt, welche das sind und wann der Schutz fällig ist.
| Pflanze | Schutz im Herbst und Winter |
|---|---|
| Kokardenblume, Großblumige Prachtmischung (Gaillardia aristata) | winterhart, ein Winterschutz gilt als günstig |
| Schleierkraut ‘Alba’ (Gypsophila paniculata) | Rückschnitt im Herbst, danach leichter Winterschutz |
| Stockrose ‘Nigra’ (Alcea rosea) | nach dem Verpflanzen ab Spätsommer leichter Winterschutz im Herbst |
| Bartnelken der Mischung ‘Duplika’ | leichter Winterschutz im Spätherbst |
| Verbena bonariensis | leichter Winterschutz im Herbst, Rückschnitt im Frühjahr |
| Fingerhut-Bartfaden ‘Mystica’ (Penstemon digitalis) | in der professionellen Kultur im Freien unter Vliesabdeckung überwintert |
Nässe im Winter: Arten, die empfindlich reagieren
Einige winterharte Arten reagieren empfindlich auf Nässe im Winter. Die Tauben-Skabiose ‘Butterfly Blue’ verträgt eingewachsen gelegentliche Trockenheit, übermäßige Nässe macht ihr aber besonders im Winter zu schaffen. Blauschwingel der Festuca-cinerea-Gruppe reagieren ebenfalls empfindlich auf WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten.. Beim Pampasgras können die Überwinterungssprosse unter winterlicher Nässe verfaulen.
Die Prachtscharte braucht einen Boden, der über Winter nicht nass ist, und beim Schleierkraut vermeidest du Winternässe. Delosperma cooperi reagiert empfindlich auf Winternässe, Verbena rigida verträgt keine nassen, schlecht drainierten Winterböden. Für diese Arten wählst du einen Platz, an dem Wasser gut abziehen kann.
Düngen: rechtzeitig vor dem Winter aufhören
Damit Stauden und Gehölze vor dem Frost ausreifen, endet die Stickstoffgabe lange vor dem Winter. Stickstoff gibst du nur während der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer nicht mehr. Für überwinternde Ziergehölze liegt die Grenze früher: Nach Mitte Juli bringst du keine stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr aus. Bambus im Kübel düngst du ab Ende August nicht mehr.
Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden und Gehölzen die Gefährdung im Winter. Beim Wald-Vergissmeinnicht können zu dichter Stand und zu viel Stickstoff Winterschäden fördern. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern, und für Polster- und Wildstauden ist Kompost nicht sinnvoll. Wer Steingarten und Polster vor dem Winter noch versorgt, kann also gerade die Arten schwächen, die er wegen ihrer Genügsamkeit gepflanzt hat. Solche Stauden düngst du erst, wenn Mängel erkennbar sind.
Kompost im Herbst verteilen. Zur Verminderung der Nitratauswaschung gehört er in den Spätwinter oder ins Frühjahr.
Gießen im Winter
Auch im Winter kann Wasser fehlen. Bambus braucht bei frostfreiem Boden bedarfsgerechtes Wässern. Draußen überwinternde Kübelpflanzen gießt du bei Bedarf an frostfreien Tagen. Ob Bedarf besteht, prüfst du unter der Oberfläche, statt allein nach einer trockenen Oberfläche zu entscheiden.
Winterharte Pflanzen im Kübel überwintern
Auch eine im Garten winterharte Staude kann im Kübel erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Schaden richtet zudem der Wechsel aus Durchfrieren und Auftauen an. Deshalb isolierst du Gefäßwand, Oberfläche und Boden, wobei Gießen und Wasserabzug möglich bleiben müssen. Wickle das Gefäß in Wollvlies, auch Luftpolsterfolie oder dickes Jutegewebe eignen sich. Den Untersetzer nimmst du weg, damit sich kein Wasser staut und beim Gefrieren Schäden verursacht.
Überwinterungsfähige Mädchenaugen im Kübel werden zum Beispiel in Vlies gewickelt und an eine schützende Hauswand gestellt. Immergrüne Kübelpflanzen schützt du mit einer luftdurchlässigen Beschattung vor Frosttrocknis in der Wintersonne. Gedüngt wird im Winter grundsätzlich nicht. Gegossen wird bei Bedarf an frostfreien Tagen, überwinternde Mädchenaugen etwa bekommen dann mäßig Wasser, damit die Erde nicht vollständig austrocknet. Bei torffreier Erde prüfst du vorher die Feuchte im unteren Bereich oder hebst das Gefäß an, weil eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken kann.
Für dauerhaft bepflanzte Kübel helfen Abzugslöcher und strukturstabiles Substrat, Staunässe und den damit verbundenen Sauerstoffmangel im Wurzelraum zu vermeiden. Wie viel das Gefäß ausmacht, zeigt die Blaue Passionsblume. Im Botanischen Garten Bochum trieben ausgepflanzte Exemplare nach vollständigem oberirdischem Zurückfrieren wieder aus, im Kübel droht dagegen das schnelle Durchfrieren des Wurzelballens. Meine Topfstauden stehen im Winter dicht an der Hauswand, die Untersetzer räume ich bis zum Frühjahr weg.
Kübel vor dem Frost
- Gefäßwand, Oberfläche und Boden isolieren
- Untersetzer entfernen, Abzugsloch frei halten
- Gießen muss weiter möglich sein
- Immergrüne luftdurchlässig beschatten
- im Winter nicht düngen
- an frostfreien Tagen die Feuchte prüfen und bei Bedarf gießen
Im Frühjahr: Kübel ausräumen, schneiden, teilen
Überwinterte Kübelpflanzen stellst du bei frostfreiem Wetter zunächst schattig und windgeschützt auf. Danach gewöhnst du sie Schritt für Schritt an die Sonne. Im Beet richtet sich der Schnitt mancher Arten nach dem Austrieb. Bei der Duftnessel ‘Black Adder’ schneidest du möglichst kurz vor dem Neuaustrieb, damit Nahrungs- und Lebensraumstrukturen über den Winter erhalten bleiben. Die Akelei ‘Biedermeier’ (Aquilegia caerulea) schneidest du zum Winterende kräftig zurück.
Was im Frühjahr braun aussieht, grabe ich nicht sofort aus, sondern warte den Austrieb ab. Bei Stauden, die sich zum Verjüngen eignen und weniger blühen, kann nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen fällig werden. Garten-Chrysanthemen mit nachlassender Vitalität teilst du im zeitigen Frühjahr, sobald der neue Austrieb beginnt. Jedes Teilstück braucht dabei mehrere Triebe und einen Anteil des Wurzelsystems, und du pflanzt es gleich wieder ein.
Den Garten fürs Winterbild planen
Kombinierst du Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher, verteilt sich die Blüte über das Jahr. Für den Winter sorgen Gehölze, wintergrünes Laub und stabile Blütenstände. Stipa calamagrostis ‘Algäu’, Euphorbia seguieriana var. niciciana und Sedum telephium in Sorten bilden eine dokumentierte Kombination mit langer gestalterischer Wirkung. Das Reitgras ‘Karl Foerster’ bleibt durch seine aufrechte Gestalt bis in Herbst und Winter wirksam.
Bei einseitig betrachteten Beeten stehen höhere LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. hinten und niedrige BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. vorne. Mittelhohe bis hohe Stauden wie Lupinen, Phlox, Iris und Astern wirken in Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen. Haben die Partner ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht, wird die Pflanzung stabiler und pflegeleichter. Ich zeichne ein neues Beet zuerst als Winterbild: Wo stehen nach dem Rückschnitt noch Halme und Samenstände, und wo füllen Zwiebeln die Lücke?
Deine Pflanzung kannst du vorab im Beetplaner skizzieren.
Winterwert für Insekten und Vögel
Stehen gelassene Pflanzenreste sind im Winter Lebensraum. Gesunde Reste dienen kleinen Insekten als Versteck und Überwinterungsquartier. Schmetterlinge können in abgestorbenen Pflanzenteilen als Ei oder Puppe überwintern, deshalb lässt du im Herbst einen Teil davon stehen. Geeignete verblühte Staudenstängel, die länger als ein Jahr stehen bleiben, können manchen Wildbienenarten als Nistplatz dienen. Ein Teil der dürren Stängel darf darum ganzjährig bleiben.
Pilzbefallene Blätter gehören schon im Herbst aus dem Beet, gesunde Reste dagegen dienen als Quartier. Wer beim Herbstputz nur das Kranke entfernt, verbindet also Pflanzenhygiene und Winterquartier.
Für Vögel zählen die Samenstände. Beim Roten Sonnenhut ‘Roter Leuchtstern’ bleiben sie als Vogelnahrung stehen. Fruchtstände der Karde, die stehen bleiben, geben körnerfressenden Vögeln wie dem Distelfink Futter und Halt. Die Samenstände der Rutenhirse können Vögeln im Winter Nahrung bieten, und zwischen den Halmen von Gräsern finden Nützlinge ein Winterquartier.
Am Anfang und am Ende des Gartenjahres helfen frühe und späte Blüher. Winterling und Schneeglöckchen gehören zu den frühen, die Immergrüne Schleifenblume ‘Appen-Etz’ bietet Wildbienen durch ihre frühe Blüte Nahrung. Ungefüllt blühende Chrysanthemen können das Nahrungsangebot für Insekten bis in den Spätherbst verlängern. Wähle dabei ungefüllte Blüten, denn stark gefüllte bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung. Wildbienen brauchen außerdem Nistplätze, je nach Art offene Bodenstellen oder Totholz.
Wer heimische Arten fördern will, achtet auf die Herkunft: Gebietseigenes Wildpflanzensaatgut unterstützt den Erhalt regionaler genetischer Vielfalt, Zuchtsaatgut gilt fachlich nicht als gebietseigen. Auch trockenheitstolerante Arten wie die Witwenblume ‘Red Knight’ brauchen in der Anwachsphase bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringende Wassergaben. Wie du Ziergräser naturnah auswählst, heimische Arten erhältst und Ausbreitung begrenzt, zeigt der Ratgeber zum naturnahen Garten, die Grundlagen stehen im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.




