Blumen · Wildblumen · Schneiden

Wildblumenwiese mähen: wann, wie hoch und womit, ohne Tiere zu gefährden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Garten-Blumenwiesen brauchen je nach Wüchsigkeit 1 bis 3 Schnitte im Jahr, sehr magere, trockene Flächen kommen mit einem aus.
  • Den ersten Schnitt richtest du nach der Samenbildung der Arten, die sich wieder aussäen sollen, nicht allein nach dem Kalender.
  • Ein Frühjahrsschnitt passt zu sehr wüchsigen Wiesen, zu Säumen mit Winterständen und zum Rückschnitt stehen gelassener Stängel.
  • Mindestens 10 cm Schnitthöhe schonen Kleintiere, für Amphibien und Reptilien reichen die Empfehlungen bis 14 cm.
  • Sense oder Balkenmäher statt rotierender Geräte, gemäht wird in Streifen oder von innen nach außen.
  • Mähgut kurz antrocknen und aussamen lassen, dann vollständig abräumen; bei jeder Mahd 10 bis 20 Prozent stehen lassen.

Wer eine Wildblumenwiese mäht, entscheidet mit wenigen Schnitten im Jahr, welche Pflanzen sich halten und wie gut die Tiere den Mähtag überstehen. Mähst du zu früh, können die Samen für das nächste Jahr fehlen. Bleibt das Mähgut dauerhaft liegen, bildet es eine Filzschicht. Und rotierende Geräte schonen Insekten schlechter als schneidende. Ich plane meine Mahd deshalb nach drei Fragen: Wie wüchsig ist die Fläche, welche Arten tragen schon reife Samen, und welches Stück bleibt diesmal stehen?

Wie oft mähst du eine Wildblumenwiese?

Wie oft du mähst, hängt an der Wüchsigkeit deiner Fläche. Für Garten-Blumenwiesen sind je nach Wüchsigkeit und Standort 1 bis 3 Mähgänge im Jahr beschrieben. Je magerer und trockener der Boden ist, desto weniger Schnitte braucht die Wiese. Die Tabelle zeigt in den ersten drei Zeilen einen regionalen Pflegeplan für etablierte Wiesen, darunter die Termine für andere Blühflächen.

Fläche Schnitte Termine
Sehr magere, trockene Wiese 1; bei sehr schwachem Wuchs mitunter nur alle 2 bis 3 Jahre August im regionalen Pflegeplan; auf nährstoffarmen, durchlässigen, trockenen Wiesen kann auch eine einzige Herbstmahd reichen, zum Beispiel Mitte bis Ende September
Mäßig nährstoffreiche Wiese 2 Mitte Juni und Mitte September
Sehr nährstoffreiche Wiese mit starkem Wachstum 3 Mitte Mai, Mitte Juli, Ende September bis Anfang Oktober
Mehrjährige Garten-Blühmischung Sommerrückschnitt ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli
Etablierte Saum- und Blühmischung 1 im Spätherbst; sollen die Winterstände bleiben, erst vor dem Neuaustrieb zwischen April und Anfang Mai
Etablierter Schattsaum möglichst abschnittsweise im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr
Feuchtwiesenmischung (Herstellerempfehlung) 2 bis 3 je nach Befahrbarkeit und Wüchsigkeit, Mahdgut jeweils abräumen
Blumenrasen mit Gänseblümchen etwa 3 bis 6 je nach Aufwuchs
Einjährige Sommerblumenfläche 1 im Spätherbst abmähen, im folgenden Frühjahr neu anlegen

Seltener ist nicht automatisch besser. Wird eine etablierte Wiese auf Dauer zu selten gemäht, kann das die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern. Welche Wildblumen und Mischungen zu Trockenrasen, Feuchtwiese oder Schattenplatz passen, liest du im Ratgeber dazu, welche Wildblumenmischung zu welchem Standort passt.

Woran du erkennst, wie wüchsig deine Wiese ist

Ich schaue dafür nicht auf eine einzelne Pflanze, sondern auf den ganzen Bestand. Mehrere unterschiedliche Zeigerpflanzen am selben Standort erlauben eine genauere Einschätzung als eine einzelne Art. Gut gedeihender Löwenzahn kann zum Beispiel auf einen stickstoffreichen Boden hinweisen. Lässt du den Boden im Labor untersuchen, musst du die Analyse auf Stickstoff bei der üblichen Gartenbodenuntersuchung zusätzlich beauftragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Mähen?

Der Kalender gibt nur den Rahmen vor. Der passende Mähtermin hängt davon ab, wie weit die Pflanzen entwickelt sind und wie die Witterung verläuft. Soll sich deine Wiese durch Selbstaussaat erneuern, richtest du den Schnitt nach der Samenbildung der Arten, die bleiben sollen.

Der erste Schnitt im Sommer

Die Hauptblüte einer heimischen Blumenwiese liegt häufig im Mai und Juni. Auf stärker wachsenden Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten als Signal für den ersten Schnitt dienen. Vor dem Mähtag gehe ich langsam durch die Wiese und streife mit der Hand über die Samenstände. Reife Samen lösen sich dabei leicht aus ihren Hüllen.

Bei zweijährigen Arten hängt der Bestand an jedem Samenjahrgang. Die Wilde Möhre bildet im ersten Jahr nur eine Blattrosette und blüht erst im zweiten, und Zweijahresblumen sterben nach der Samenbildung meist ab. Mähst du Jahr für Jahr vor ihrer Samenreife, kann ihnen der Nachwuchs fehlen.

Der zweite Schnitt im Spätsommer

Auf stärker wüchsigen Naturblumenwiesen liegt der zweite Schnitt je nach Lage zwischen Ende August und September. Danach wechselt die Wiese noch einmal ihr Bild: Auf die gemähte Fläche folgt ein erneuter Herbstaufwuchs. Das Erscheinungsbild einer Blumenwiese ändert sich im Jahresverlauf und auch von Jahr zu Jahr.

Anzeigen

Blumenwiese im Frühjahr mähen: wann es passt

Mythos-Check

„Eine Blumenwiese wird im Frühjahr nie gemäht.“ So pauschal stimmt das nicht. Richtig ist: Mähst du die ganze Wiese vor der Hauptblüte ab, mähst du vor der Samenbildung der Frühsommerblüher. Für einige Flächen und Aufgaben gehört ein Schnitt im Frühjahr aber fest dazu.

Drei Fälle stehen schon im Mähplan: sehr nährstoffreiche Wiesen, Säume mit Winterständen und Schattsäume. Dazu kommen diese Anlässe:

  • Stängel vom Winter: Wiesenstängel, die du für überwinternde Insekten stehen gelassen hast, schneidest du idealerweise erst Mitte April zurück.
  • Zu viel Klappertopf: Klappertopf entzieht als Halbschmarotzer seinen Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe und kann so Gräser schwächen. Nimmt er überhand, kann eine gezielte Frühmahd mit geringer Samenproduktion den Bestand schon innerhalb eines Jahres schwächen.
  • Wege und Sitzplätze: Wege, Spiel- und Sitzbereiche innerhalb der Wiese hältst du durch regelmäßiges Kurzmähen frei, also auch im Frühjahr.
  • Lückige Magerwiese ergänzen: Säst du im Frühjahr ohne Umbruch nach, mähst du den Altbewuchs kurz und raust den Boden kräftig auf. Danach streust du das Saatgut auf und drückst es an.
  • Kräuter in den Rasen säen: Nach einer Kräuternachsaat hältst du das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben.

Im Frühjahr mähe ich auf meiner Wiese die Wege frei und schneide im April die Winterstängel, die nicht länger stehen sollen. Der Rest wartet auf die Samenreife.

Im Ansaatjahr: Schröpfschnitt statt Mahd

Im ersten Jahr nach der Aussaat geht es beim Schneiden um etwas anderes als später. Keimt in der jungen Ansaat schnell Beikraut aus dem Boden, ist ein Schröpfschnitt dran.

Kurz erklärt

Der Schröpfschnitt ist ein Pflegeschnitt in der jungen Ansaat. Er nimmt schnell wachsendes Beikraut zurück, das die jungen Wildblumen überwächst. Die erwünschten Jungpflanzen sollen dabei geschont werden.

Anlass Zeitpunkt Resthöhe
Beikraut überwächst die junge Wiesenansaat bei 20 bis 30 cm Aufwuchshöhe mindestens 5 cm
Rasch auflaufende Samenunkräuter erster Schnitt etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat 5 bis 6 cm
Regio-Wiese nach Frühjahrsaussaat bei Bedarf nach 6 bis 8 Wochen 5 bis 15 cm
Beikraut wächst nach im Ansaatjahr noch 1- bis 2-mal, vor seiner Samenreife erwünschte Jungpflanzen schonen
Samenunkraut in einjähriger Sommerblumenansaat einmalig etwa 10 bis 15 cm

Das Schnittgut nimmst du auch beim Schröpfschnitt von der Fläche. Einzelne Problemkräuter wie Stumpfblättriger Ampfer ziehst du in jungen Ansaaten möglichst früh von Hand. Dabei entfernst du gezielt einzelne problematische Arten, statt alles zu beseitigen, was spontan aufläuft. Rechne mit Geduld: Eine mehrjährige Kräuterwiese kann bis zu 3 Jahre brauchen, um sich zu entwickeln. Einzelne Arten blühen erst im zweiten Lebensjahr.

Wie hoch mähst du eine Wildblumenwiese?

Die Schnitthöhe bestimmt mit, wie viele Kleintiere die Mahd überstehen. Für eine kleintierschonende Pflege wird eine Schnitthöhe von mindestens 10 cm empfohlen. Diese Höhe hilft, Lurche und andere Tiere zu schonen. Sollen zusätzlich Amphibien und Reptilien geschützt werden, reichen die Empfehlungen bis zu 14 cm.

Marias Erfahrung

Eine Sense hat keine Höhenverstellung. Ich halte deshalb nach den ersten Metern einen Zollstock an die Stoppeln und prüfe, ob die 10 cm stehen. Liegt der Schnitt tiefer, führe ich das Blatt etwas höher.

Womit mähst du am schonendsten?

Entscheidend ist, ob ein Gerät schneidet oder rotiert. Sense und Balkenmäher schneiden den Aufwuchs und schonen dabei Insekten gegenüber rotierenden Mähwerkzeugen. Ein Balkenmäher mit Messerschneidwerk gefährdet bei der Wiesenmahd weniger Tiere als ein Rotationsmäher.

Gerät Arbeitsweise Einsatz auf der Wiese
Sense schneidet kleine Flächen und Ränder; Inseln lassen sich gezielt aussparen
Balkenmäher mit Messerschneidwerk schneidet größere Wiesenflächen
Rasenmäher, Fadenmäher, Mulcher rotieren für Insekten und Kleintiere weniger schonend; der Mulcher lässt das Gut zerkleinert liegen

Ich mähe meine Wiese mit der Sense. Damit kann ich um die Inseln herumschneiden, die diesmal stehen bleiben sollen. Zum Wenden und Abräumen brauchst du außerdem Rechen und Heugabel.

Häufiger Fehler

Die ganze Wiese in einem Durchgang mit dem Rasenmäher abmähen. Rotierende Geräte schonen Insekten schlechter als schneidende, und ohne stehen gelassene Teilflächen bleibt den Tieren kein Rückzugsraum.

Anzeigen

So schonst du Tiere beim Mähen

Artenreiche Wiesen bieten Insekten Nahrung und Raum für Fortpflanzung, Rückzug und Überwinterung. Auf der gemähten Fläche fällt das alles auf einmal weg. Wie Blühflächen Insekten insgesamt nützen, liest du im Wildblumen-Ratgeber unter was Blühflächen Insekten bringen.

In Streifen oder von innen nach außen

Mähe die Fläche in Streifen oder von innen nach außen. So können flüchtende Tiere in den ungemähten Bestand ausweichen. Ich beginne in der Mitte und arbeite mich in Bahnen zu dem Rand vor, an dem der Rückzugsstreifen stehen bleibt.

Abschnittsweise mähen und Teilflächen stehen lassen

Mähst du Teilflächen zeitlich versetzt, bleiben Ausweichmöglichkeiten für Insekten erhalten, und Blüte und Samenentwicklung laufen fortlaufend weiter. Die nächste Teilfläche ist erst dran, wenn die zuvor gemähte ausreichend nachgewachsen ist. Die Angaben unterscheiden sich je nach Region und Fläche:

Was Wert Bezug
Abschnittsweise Mahd verteilt über 2 bis 4 Wochen allgemeine Empfehlung für Blumenwiesen
Zeitversatz zwischen den Teilflächen 2 bis 4 Wochen Berliner Magerrasen und Frischwiesen
Zeitversatz zwischen den Teilflächen 1 bis 2 Wochen Empfehlung im Berchtesgadener Land
Bis die gemähte Teilfläche nachgewachsen ist etwa 4 bis 6 Wochen je nach Witterung und Tierwelt
Ungemähter Rückzugsraum 10 bis 20 Prozent der Fläche bei jeder Mahd, an jährlich wechselnder Stelle
Zeit zwischen zwei Schnitten mindestens 8 Wochen extensives Grünland

Ich lege vor dem ersten Schnitt fest, welche Streifen diesmal stehen bleiben, und wähle im nächsten Jahr andere.

Was über den Winter stehen bleibt

Über Winter stehen gelassene Altgrasstreifen dienen Tieren als Überwinterungsquartier und Vögeln als Sitzwarte. Abgestorbene Karden- und Distelstängel können in Randbereichen 2 Jahre stehen bleiben. Auch Königskerzen- und Distelstängel lässt du mehrjährig stehen, weil markstängelnistende Wildbienen frühestens im Folgejahr einziehen und ihre Brut erst im übernächsten Jahr schlüpft. Ausgereifte Fruchtstände, die stehen bleiben, unterstützen außerdem den Stieglitz, der Sämereien frisst. Wächst Wegwarte auf deiner Fläche, lässt du Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht, damit Pflanzen und überwinternde Insekten ihren Zyklus abschließen können.

Am Rand meiner Wiese markiere ich die Karden mit einem Stab, damit sie beim Mähen nicht mitfallen.

Wenn besondere Arten auf der Fläche leben

Leben auf deiner Wiese Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, bleibt die Fläche im Juli und August ungemäht. Die Falter brauchen den Großen Wiesenknopf für die Eiablage und die jungen Raupen; die genaue Pflege passt du zusätzlich an Region und Vegetation an. Bestände von Raupenfutterpflanzen des Nachtkerzenschwärmers mähst du frühestens ab September oder im Winter und möglichst abschnittsweise. Seine Raupen fressen auch an Nachtkerzen, überwiegend aber an verschiedenen Weidenröschen.

Mähgut: erst antrocknen lassen, dann abräumen

Breite das Mähgut nach dem Schnitt locker aus und lass es kurz antrocknen. So können Samen ausfallen, bevor du es von der Fläche holst. Danach räumst du es vollständig ab, denn dauerhaft liegen gelassenes Material bildet eine Filzschicht, die sich nachteilig auswirkt. Ich wende das Gut einmal mit dem Rechen und prüfe es mit der Hand: Ist es angetrocknet und rieseln beim Aufschütteln Samen heraus, kommt es weg.

Wohin mit dem Mähgut?

Das Mähgut kann auf den Kompost oder als Mulchdecke auf andere Beete, wo es die Verdunstung aus dem Boden verringert. Kompost ist allerdings selbst ein Dünger und kann bei zu hohen Gaben zur Nährstoffanreicherung beitragen. Verteilst du den Kompost aus deinem Mähgut wieder auf der Wiese, bringst du genau die Nährstoffe zurück, die das Abräumen ihr entzogen hat.

Achtung

Wächst Jakobskreuzkraut in deiner Wiese, darf ihr Aufwuchs nicht an Tiere verfüttert werden. Die Pflanze bleibt auch nach der Heubereitung giftig.

Wie die Mahd deine Wiese magerer machen kann

Regelmäßige Mahd mit vollständigem Abräumen entzieht einer Wiese allmählich Nährstoffe. Auf wüchsigen Wiesenstandorten kann das bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken. Verlass dich aber nicht darauf, dass es auf deiner Fläche so kommt.

Auf einer wüchsigen Fläche passt deshalb der einzelne Herbstschnitt schlecht, der auf Magerwiesen genügen kann. Die Abmagerung braucht einen nicht zu späten Schnitt, und zu seltenes Mähen kann auf Dauer die Gräser fördern.

Ein nährstoffreicher Boden schließt eine Blumenwiese aber nicht aus. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene Wiesengesellschaften, und für sie lässt sich eine angepasste Mischung wählen. Bei der Auswahl zählen Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung des Standorts.

Wege, Ränder und Alternativen zum Mähen

Neben hochwachsenden Blumenwiesen wird entlang von Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen empfohlen. Er fängt umfallende Halme auf. Regelmäßig gemähte Ränder können außerdem verhindern, dass überhängende Pflanzen die Wege einengen.

Blumenwiesen eignen sich vor allem für selten betretene Flächen. Wo du gehen, spielen oder sitzen willst, passt ein Blumenrasen, der eine stärkere Nutzung verträgt. Bei einem etablierten Blumenrasen mit Gänseblümchen unterbleiben Düngung und Vertikutieren. Auch ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen kann eine blütenreiche und betretbare Alternative zum kurzen Zierrasen sein.

Auf Trockenrasen hält extensive Beweidung die Fläche offen und begrenzt das Aufkommen von Gehölzen. Der Tritt der Weidetiere kann dabei kleine Rohbodenstellen schaffen. In meinem Garten ist das keine Option, ich bleibe bei Sense und Rechen.

Gar nicht zu mähen ist keine Alternative. Die Wegwarte zum Beispiel verträgt es auf Dauer schlecht, von Gräsern oder Gebüschen überwachsen zu werden.

Anzeigen

Typische Fehler beim Mähen und was du stattdessen tust

  • Problemkräuter mit Gift bekämpfen. Totalherbizide schädigen auch die erwünschten Pflanzen einer Blumenwiese. Ausdauernde Wurzelunkräuter gräbst du möglichst vollständig aus, weil aus zerteilten unterirdischen Pflanzenteilen neue Pflanzen entstehen können. Bei Samenunkräutern entfernst du die Samenstände rechtzeitig vor dem Aussamen. Kleine Bestände der Riesen-Goldrute ziehst du über mehrere Jahre wiederholt von Hand und verletzt dabei den Boden möglichst wenig, weil offene Stellen Keimlinge fördern.
  • Mohn und Kornblume über den Mähtermin halten wollen. Kornblume und Klatschmohn können einer dauerhaften Wildblumenmischung für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt werden. Viele Ackerwildblumen werden aber ohne regelmäßige Bodenstörung von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Gehen sie nach dem ersten Jahr zurück, kann das am fehlenden offenen Boden liegen und muss kein Mähfehler sein.
  • Mulchen statt abräumen. Beim Mulchen bleibt das zerkleinerte Schnittgut auf der Fläche. Eine artenreiche Blumenwiese wird aber weder gedüngt noch dauerhaft mit ihrem Schnittgut gemulcht, denn das Mähgut soll nicht als düngende Mulchschicht liegen bleiben.
  • Die Wiese düngen. Bei einer mageren, artenreichen Blumenwiese verzichtest du auf Dünger, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Zu hohe Gaben schnell verfügbaren Stickstoffs fördern Gräser und hochwüchsige Kräuter und verdrängen niedrigwüchsige Wiesenkräuter. Auch Wiesen-Margeriten kann Düngung aus dem Bestand drängen.
Mini-Checkliste

Diese Punkte gehe ich vor jedem Mähtag durch.

  • Tragen die Arten, die bleiben sollen, reife Samen?
  • Welche Teilfläche bleibt diesmal als Rückzugsraum stehen?
  • Stehen mindestens 10 cm Schnitthöhe, mit dem Zollstock geprüft?
  • Wo stehen Karden-, Distel- oder Königskerzenstängel, die bleiben sollen?
  • Wächst Jakobskreuzkraut auf der Fläche, sodass das Heu nicht ins Tierfutter darf?
  • Liegen Rechen und Heugabel bereit, um das angetrocknete Gut abzuräumen?
Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Regio Blütenzauber Ost 275 g
ReNatura Regio Blütenzauber Ost 275 g
Zum Shop
ReNatura Regio Blütenzauber West 275 g
ReNatura Regio Blütenzauber West 275 g
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Wildblumenwiese im Jahr gemäht werden?
Garten-Blumenwiesen werden je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr gemäht. Sehr magere, trockene Flächen brauchen einen Schnitt, mäßig nährstoffreiche zwei und sehr wüchsige drei. Sehr schwach wachsende Magerwiesen kommen mitunter mit einem Schnitt alle zwei bis drei Jahre aus. Mähst du eine etablierte Wiese auf Dauer zu selten, kann das die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die erste Mahd einer Wildblumenwiese?
Den ersten Schnitt richtest du nach der Samenbildung der Pflanzen, die sich wieder aussäen sollen, und nach der Witterung. Die Hauptblüte heimischer Blumenwiesen liegt häufig im Mai und Juni; auf stärker wachsenden Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten als Signal dienen. Ein regionaler Pflegeplan nennt für mäßig wüchsige Wiesen Mitte Juni und für sehr wüchsige schon Mitte Mai. Mehrjährige Garten-Blühmischungen erhalten ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli ihren Sommerrückschnitt.
Welche Schnitthöhe ist optimal für Wildblumenwiesen?
Für eine kleintierschonende Mahd wird eine Schnitthöhe von mindestens 10 cm empfohlen. Diese Höhe hilft, Lurche und andere Tiere zu schonen. Sollen zusätzlich Amphibien und Reptilien geschützt werden, reichen die Empfehlungen bis zu 14 cm. Für den Schröpfschnitt in einer jungen Ansaat gelten eigene Werte.
Welche Mähtechniken schonen Insekten und Kleintiere am besten?
Sense und Balkenmäher schneiden den Aufwuchs und schonen Insekten gegenüber rotierenden Mähwerkzeugen. Mähe in Streifen oder von innen nach außen, damit flüchtende Tiere in ungemähte Bereiche ausweichen können. Teile die Fläche in Abschnitte, die du zeitversetzt mähst, und lass bei jeder Mahd 10 bis 20 Prozent an jährlich wechselnder Stelle stehen. Eine Schnitthöhe von mindestens 10 cm schont zusätzlich Kleintiere.
Warum muss das Mähgut von Wildblumenwiesen entfernt werden?
Dauerhaft liegen gelassenes Mähgut bildet eine Filzschicht, die sich nachteilig auf die Wiese auswirkt, und bleibt als düngende Schicht auf der Fläche. Räumst du es nach jeder Mahd vollständig ab, entziehst du dem Boden allmählich Nährstoffe und unterstützt einen magereren Standort. Lass das Gut vorher locker ausgebreitet kurz antrocknen, damit Samen ausfallen können. Auf wüchsigen Flächen kann regelmäßiges Abräumen bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken, garantiert ist das aber nicht.
Worin unterscheidet sich das Mähen von Wildblumenwiesen von normalem Rasenmähen?
Eine Wildblumenwiese mähst du je nach Wüchsigkeit nur ein- bis dreimal im Jahr und erst dann, wenn die gewünschten Pflanzen Samen gebildet haben. Die Schnitthöhe liegt bei mindestens 10 cm, und das Schnittgut wird nach kurzem Antrocknen vollständig abgeräumt statt gemulcht. Statt rotierender Geräte nimmst du Sense oder Balkenmäher und lässt bei jeder Mahd Teilflächen als Rückzugsraum für Tiere stehen.
Wachsen Wildblumen automatisch nach, wenn man den Rasen seltener mäht?
Darauf kannst du dich nicht verlassen. Prüf zuerst, ob sich deine Fläche durch angepasste extensive Pflege oder Selbstbegrünung aufwerten lässt. Bleibt der Rasen grasreich, kannst du ihn stellenweise öffnen und standortgerechte Wildblumen in die Lücken säen. Danach hältst du das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben.
Zuletzt geprüft:
↑