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Klimaresilienter Garten: klimaresistente Pflanzen, Regenwasser und Boden naturnah planen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für sonnige, trockene Plätze eignen sich etwa Königskerzen, Fetthennen und Mauerpfeffer.
  • Auch trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen brauchen in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit durchdringend Wasser.
  • Eine klassische Versickerungsmulde bepflanzt du überwiegend mit Arten trockener bis frischer Standorte.
  • Mulch oder eine dauerhafte Pflanzendecke schützt die Bodenoberfläche vor Verschlämmung durch Starkregen.
  • Eine Beetskizze mit gleichbleibender Beet- und Wegeeinteilung erleichtert dir die Planung von Jahr zu Jahr; trag darin ein, wo Wasser steht und was zuerst austrocknet.
Bluehender Lavendel und blaugraue Schwingel-Horste wachsen in einem Kiesbeet in voller Sonne. Dahinter verlaeuft ein heller gepflasterter Gartenweg.
Foto: MrGajowy3 Teodor · Pexels License · Quelle ↗

Wenn dein Beet im Hochsommer austrocknet und der nächste Wolkenbruch die Erde vom Weg spült, reicht mehr Gießen allein nicht aus. Ich plane meinen Garten deshalb von drei Seiten: mit Pflanzen, die zum Standort passen, mit Flächen, auf denen Regen versickern kann, und mit einem Boden, der selten nackt liegt. Bei jeder Maßnahme frage ich mich außerdem, ob Insekten, Vögel oder Igel etwas davon haben.

Für sonnige, trockene Plätze eignen sich zum Beispiel Königskerzen, Fetthennen und Mauerpfeffer. Die Pflanzenwahl ist aber nur ein Teil der Anpassung. Genauso wichtig sind der Umgang mit Regenwasser, der Schutz des Bodens und ein genauer Blick darauf, was in deinem Garten tatsächlich passiert.

Was einen Garten klimaresilient macht

Klimaresilient nennt man einen Garten, der auf Hitze, Trockenphasen und Starkregen vorbereitet ist. Dafür arbeiten drei Bereiche zusammen: die Pflanzenauswahl, der Umgang mit Regenwasser und der Schutz der Bodenoberfläche. Viele dieser Maßnahmen helfen zugleich der Natur. Mulch schützt den Boden, stehen gelassene Samenstände ernähren Tiere über den Winter, und eine frei wachsende Hecke bietet Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum.

Kurz erklärt

Klimaresistent, hitzebeständig und trockenheitstolerant meinen nicht dasselbe. Der Kopfsalat ‚Analena‘ gilt als hitzebeständig und schossfest, ist aber nicht als trockenheitstolerant eingestuft. Die Sonnenblume blüht am besten in einem langen, heißen Sommer und braucht trotzdem humusreichen, feuchten und gut durchlässigen Boden. Prüf deshalb bei jeder Pflanze, ob sie Hitze verträgt, mit wenig Wasser auskommt oder beides kann.

Klimaresistente Pflanzen für Hitze und Trockenheit

Ich wähle trockenheitsverträgliche Pflanzen nach dem Platz aus, an dem sie wachsen sollen. Die folgenden Beispiele passen zu drei typischen Standorten im Garten.

Standort Beispiele Gut zu wissen
sonnig und trocken Königskerze, Fetthenne, Mauerpfeffer Die trockenen Blütenstände der Fetthenne bleiben im Winter standfest.
durchlässig und nährstoffarm Hauswurz, Fettblatt, Polsterphlox Nach dem Einwachsen brauchen sie wenig Pflege.
sonnig und mager, nahe Sitzplatz oder Weg Lavendel, Thymian Duftkräuter; beim Lavendel entfernst du nach der Blüte vor allem die verblühten Stängel, der kräftige Schnitt gehört ins Frühjahr.

Die Tabelle ist ein Anfang, keine vollständige Auswahl. Vergleiche beim Kauf die Standortangabe auf dem Etikett mit deinem Platz.

So pflanzt du ein Trockenbeet

Vor dem Pflanzen entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen. Disteln und Quecke ziehst du möglichst mit der Wurzel heraus, weil zurückgebliebene Wurzelstücke erneut austreiben können. Für Staudenmischpflanzungen genügen in der Regel 7 bis 9 Pflanzen je m². Standort und Pflanzthema können eine andere Dichte begründen.

Ich plane die Pflanzung nach Rollen. Leitstauden bilden das Gerüst, niedrigere Begleitstauden ergänzen ihre Blüte, und Füllstauden schließen die Lücken. Ein Blütezeitkalender hilft mir, die Blüte über die Saison zu staffeln.

Auf trockenen Freiflächen hat sich eine Mulchschicht aus Kies oder Splitt bewährt. Frostempfindliche Stauden pflanzt du bevorzugt im Frühjahr und achtest danach besonders auf ihre Wasserversorgung.

Zahl im Blick

Für Staudenmischungen trockener Freiflächen, Felssteppen und Steppenheiden liegt Kies- oder Splittmulch mindestens 5 cm dick. Besser sind 7 cm.

Mythos-Check

„Trockenheitstolerante Stauden muss man nie gießen.“ Das stimmt so nicht. Staudenmischpflanzungen brauchen in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt eine durchdringende Wassergabe. Pflanzen wie Hauswurz oder Polsterphlox kommen erst nach dem Einwachsen mit wenig Pflege aus.

Blüten und Samenstände, von denen Tiere leben

Eine trockene Pflanzung kann auch Insekten versorgen, wenn sie an Pollen und Nektar herankommen. Ich wähle deshalb ungefüllte Blüten und plane Früh- und Spätblüher ein, denn beides verlängert das nutzbare Nahrungsangebot. Spezialisierte Wildbienen brauchen bestimmte heimische Pflanzen. Geeignete früh- und spätblühende Arten anderer Herkunft können deren Blütenangebot ergänzen.

Im Herbst lasse ich gesunde Stängel und Samenstände stehen. Sie dienen Tieren bis zum Frühjahr als Nahrung und Überwinterungsplatz. Kranke Pflanzenteile und alles, was störend in Wege ragt, schneide ich dagegen ab.

Hast du Platz für eine Blumenwiese, mähst du größere Flächen abschnittsweise und zeitversetzt, damit ungemähte Rückzugsbereiche für Insekten bleiben. Wie oft gemäht wird und wie du Blumenwiese und Rückzugsräume naturnah planst, erklärt der Ratgeber zur Gartenplanung.

Gemüse: Wasserbedarf zeitlich verlagern

Im Gemüsebeet hilft der Blick darauf, wann eine Kultur am meisten Wasser braucht. Frühe Erbsen und Puffbohnen verlagern ihren größten Wasserbedarf in Mai und Juni und können so der Sommertrockenheit teilweise ausweichen. Hitze, Trockenheit und zu enge Pflanzung können Gartensalat dagegen vorzeitig zum Schossen bringen. Welche Sorten und Anbauzeiten sich eignen, erfährst du im Ratgeber dazu, wie du den Gemüseanbau an den Klimawandel anpasst.

Kälte bleibt trotzdem Teil der Planung: Tomaten, Kürbisse und Zucchini lassen sich in herbstlichen Frostnächten mit Vlies meist nicht zuverlässig schützen. Welche Kältegrenzen du für Gemüse einplanst, steht im Ratgeber zur Gartenplanung unter „Klima und Wetter: Kältegrenzen einplanen“.

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Schatten und Struktur: Bäume, Hecken, Kletterpflanzen

Bäume kühlen ihre Umgebung auf zwei Wegen: durch Schatten und durch Wasser, das über die Blätter verdunstet. Ein passend ausgewählter Hausbaum kann einen Sitzplatz beschatten und vor starker Hitze und UV-Strahlung schützen. Für kleine Gärten eignen sich Apfelbäume auf schwachwachsenden Unterlagen. Als Jungbäume brauchen sie einen Stützpfahl und bei Trockenheit ausreichend Wasser.

Schatten verändert aber auch die Beete daneben. Ein halbschattiger Platz bekommt als Orientierung bis zu etwa 4 Stunden direkte Sonne, ein fester Grenzwert ist das nicht. Tomaten sind dort wegen ihres hohen Lichtbedarfs ungeeignet. Pflanzt du einen Schattenbaum, planst du die Fläche in seinem späteren Schatten also nicht für lichthungriges Gemüse ein.

Frei wachsende Hecke

Eine frei wachsende Hecke aus mehreren blühenden und fruchttragenden Straucharten bietet Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum. Dafür bleiben die Früchte am Strauch, und Schnitte richtest du nach den Brutzeiten. Starke Heckenschnitte sind von März bis September grundsätzlich ausgeschlossen. Auch beim schonenden Pflegeschnitt achtest du auf besetzte Nester. Plane genug Platz ein, denn locker wachsende, höhere Mischhecken können 2 bis 3 m breit werden.

Kletterpflanzen an Pergola und Wand

Die Kletterhilfe richtest du nach der Wuchsform. Schlinger brauchen vor allem senkrechte Stützen, rankende Waldreben feine Gitter und Kletterrosen quer gegliederte Hilfen mit gegebenenfalls angebundenen Trieben. Die Verankerung muss Pflanzengewicht, Wind und Dickenwachstum tragen, dazu Nässe-, Schnee- und Eislasten.

Achtung

Selbstklimmer gehören nur an geeignete massive, rissfreie Wände. Wärmedämmverbundsysteme und hinterlüftete Fassaden bleiben von ihnen frei.

Regenwasser im Garten halten

Bei Starkregen fällt viel Wasser in kurzer Zeit. Mein Ziel ist, so viel davon wie möglich im Garten versickern zu lassen, statt es abzuleiten.

Wege und Terrasse zum Beet hin entwässern

Kleine befestigte Flächen und schmale Gartenwege können mit 1 bis 2 % Gefälle zu seitlichen Beetflächen entwässern. Bevor ich einen Weg anlege, beobachte ich bei Regen, wohin das Wasser von selbst läuft. Das Beet, das dieses Wasser aufnimmt, bekommt eine Mulchdecke oder eine dauerhafte Bepflanzung, weil beides die Oberfläche vor Verschlämmung schützt.

Versickerungsmulde bepflanzen und warten

In einer Versickerungsmulde sammelt sich Regenwasser und sickert in den Boden. An ihren Böschungen vermindert eine schnell geschlossene Pflanzendecke die Erosion. Dafür eignen sich Bodendecker oder Arten, die Ausläufer treiben. Versickerungsanlagen müssen sorgfältig ausgeführt und gewartet werden, damit es nicht zu Störungen oder zu vernässten Gebäuden kommt. Nach einem Starkregen schaue ich nach, ob sich am Muldenrand Erde gelöst hat.

Häufiger Fehler

Sumpfpflanzen in die Versickerungsmulde setzen. Eine klassische Mulde entwässert rasch, deshalb brauchst du dort überwiegend Pflanzen trockener bis frischer Standorte. Flächen, auf denen Wasser gezielt eingestaut wird, planst du gesondert.

Teich und Wasserstelle für Tiere

Ein amphibienfreundlicher Gartenteich hat flache Uferbereiche und bleibt ohne Fischbesatz. Gegen übermäßiges Algenwachstum helfen nährstoffarmes, sandreiches Pflanzsubstrat und ein geringer Eintrag von organischem Material. Herbstlaub holst du deshalb aus dem Teich, statt es dort liegen zu lassen.

Achtung

Eine Regentonne steht kippsicher und hat einen Deckel, damit kein Kind hineinfallen kann. Auch an flachen Wasserstellen brauchen Kleinkinder ständig die Aufsicht Erwachsener.

Regentonne und Gießen

Regenwasser von der Dachrinne fange ich in Regentonnen auf und gieße damit. Welche Speicher, Technik, Vorgaben und Förderungen für einen größeren Ausbau infrage kommen, zeigt der Ratgeber dazu, welche Infrastruktur ein Garten im Klimawandel braucht.

Gegossen wird direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter trocken bleiben, und lieber durchdringend als oberflächlich. Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet rechnest du mit etwa 20 bis 25 l/m², solange der Unterboden noch leicht feucht ist. Mehr dazu steht im Ratgeber zur Gartenplanung unter „Gießen: durchdringend statt oberflächlich“.

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Boden schützen vor Starkregen und Austrocknung

Nackter Boden verschlämmt bei Starkregen leicht. Eine Mulchdecke oder eine dauerhafte Pflanzendecke schützt die Oberfläche davor. In meinem Garten bleibt deshalb kein Beet länger nackt als nötig, und an Böschungen pflanze ich Bodendecker so, dass sich die Pflanzendecke schnell schließt.

Mulchen mit Grasschnitt und Laub

Angewelkten Grasschnitt bringe ich so aus, dass der Boden noch leicht durchscheint, und erneuere ihn bei Bedarf. Dicke Schichten können zusammenkleben. Herbstlaub darf in dünnen Lagen auf abgeräumten Beeten oder zwischen Stauden liegen bleiben, von Rasen und Wegen rechst du es ab. Größere Laub- und Reisighaufen nutzen Igel unter anderem für den Winterschlaf. Wo du nicht mulchst, hilft flaches Hacken: Es entfernt junge Unkräuter und vermindert Wasserverluste.

Gründüngung: Beete über den Winter bedecken

Wird ein Beet im Herbst frei, kannst du Winterroggen als Gründüngung noch bis Mitte oder Ende Oktober säen. Im Oktober kommen außerdem Wintererbse und Winterackerbohne infrage, die als Leguminosen mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff binden können. Das Beet geht so mit einer Pflanzendecke in den Winter, die seine Oberfläche vor Verschlämmung schützt.

Sonnenblumen können als tiefwurzelnde Gründüngung helfen, untere Bodenschichten zu lockern. Bau sie aber nicht unmittelbar vor oder nach Salat an. Umgraben zur Frostgare lohnt sich nur auf schweren Böden, die erwartbar durchfrieren. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabgabel.

Humusaufbau

Für den Humusaufbau arbeite ich mit Mulch, Gründüngung und reifem Kompost. Ob dein Boden Kalk, Dünger oder nur Kompost braucht, klärt eine Bodenuntersuchung. Wie du die Probe nimmst und den pH-Wert nach Bodenart einordnest, erklärt der Ratgeber zur Gartenplanung unter „Boden: erst prüfen, dann verbessern“.

Kompost, Mist, eingearbeitete Gründüngung und Erntereste zählen als Nährstoffquellen mit, wenn du weitere Düngergaben berechnest. Gemüsebeete können im Frühjahr bei passendem Bodenbefund 3 l Kompost je m² erhalten. Die Grundlagen stehen im selben Ratgeber unter „Düngen: nach Bedarf statt nach Gewohnheit“.

Ressourcenschonende Praktiken für Boden, Wasser, Rasen und Nutzgarten sammelt der Ratgeber für einen umweltfreundlich bewirtschafteten Garten.

Beobachten und nachsteuern

Was Hitze und Starkregen in deinem Garten bewirken, siehst du nur, wenn du hinschaust und es festhältst. Ich passe meinen Garten deshalb in Schritten an und nicht auf einen Schlag.

Bestandsplan und Beetskizze

Bevor ich etwas umbaue, zeichne ich einen Bestandsplan. Darin stehen Wege, Terrassen, Beete, erhaltenswerte Pflanzen und Bauteile sowie Hauszugänge und Sichtbeziehungen. Bei einer Umstellung zum Naturgarten erfasst du zuerst erhaltenswerte Pflanzen und gewünschte Nutzungen und gestaltest dann ausgewählte Teilbereiche um. Wie du von der Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung vorgehst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du deinen Garten Schritt für Schritt planst.

Zahl im Blick

Für den Gartengrundriss eignet sich etwa der Maßstab 1:100, dann entspricht 1 m in Wirklichkeit 1 cm auf dem Papier. Für Beetpläne passt 1:50, dort wird aus 1 m auf dem Papier 2 cm.

Für die Beete führe ich zusätzlich eine Beetskizze mit gleichbleibender Beet- und Wegeeinteilung, weil das die Anbau- und Fruchtfolgeplanung von Jahr zu Jahr erleichtert. Du kannst deine Beetskizze auch digital anlegen. Gärtnerst du in einem Gemeinschaftsgarten, gehören dauerhaft geklärte Zuständigkeiten für Bewässerung und Pflege in den Plan, auch für die Ferienzeiten.

Marias Erfahrung

In meine Beetskizze trage ich nach einem Starkregen ein, wo Wasser stehen bleibt und wo Erde abgeschwemmt ist. In Hitzephasen markiere ich, welche Ecken zuerst austrocknen, und ich beobachte, wie die Sonne über den Tag durch den Garten wandert. Mulden, Mulch und neue Pflanzen plane ich dann an genau diesen Stellen.

Stress an Pflanzen richtig deuten

Welke kann durch Trockenheit entstehen, aber ebenso durch Staunässe. Prüf deshalb zuerst die Bodenfeuchte, bevor du weiter gießt. Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Im Kübel mit torffreier Erde fühlst du also unter der Oberfläche nach, bevor du eine Welke als Durst deutest.

Mangelähnliche Blattverfärbungen sind ebenfalls ein Hinweis und keine Diagnose. Sie können durch eingeschränkte Nährstoffverfügbarkeit bei Kälte, ungünstigem pH-Wert, Trockenheit oder Vernässung entstehen. Nach einer Hitze- oder Nässephase schaue ich deshalb zuerst auf Boden und Wetter, bevor ich dünge.

Tiere beobachten, Schädlingen vorbeugen

Beobachten lohnt sich auch bei Tieren. Beim Tagfalter-Monitoring zählen Freiwillige regelmäßig entlang festgelegter Strecken und dokumentieren so die Bestandsentwicklung über mehrere Jahre. In meiner Beetskizze notiere ich, welche Falter und Wildbienen ich an den Trockenstauden sehe.

Pflanzenschutz beginnt schon beim Planen: vorbeugen über Standort, Abstand und Fruchtfolge, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Ungefüllte Korb- und Doldenblüten versorgen dabei erwachsene Schwebfliegen, deren Larven Blattläuse fressen. Den Ablauf vertieft der Ratgeber zur Gartenplanung unter „Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen statt behandeln“.

Jetzt dran

Nimm dir für den Anfang einen Teilbereich vor. Zeichne ihn in deinen Bestandsplan und trag nach dem nächsten kräftigen Regen ein, wo Wasser steht. Für die sonnigste, trockenste Ecke wählst du Pflanzen wie Fetthenne, Mauerpfeffer oder Königskerze. Ein Beet, das im Herbst frei wird, bekommt Mulch oder eine Gründüngung.

Häufige Fragen

Was versteht man unter einem klimaresilienten Garten und welche Vorteile bietet er?
Ein klimaresilienter Garten ist auf Hitze, Trockenphasen und Starkregen vorbereitet: Die Pflanzen passen zum Standort, Regen kann auf eigenen Flächen versickern, und der Boden liegt selten nackt. Eine Mulchdecke oder dauerhafte Pflanzendecke schützt die Bodenoberfläche zum Beispiel vor Verschlämmung durch Starkregen. Viele dieser Maßnahmen schaffen zugleich Lebensraum, etwa frei wachsende Hecken aus blühenden und fruchttragenden Sträuchern für Insekten und Vögel.
Welche Anpassungsstrategien sind bei der Gartenplanung im Kontext des Klimawandels besonders wichtig?
Drei Bereiche gehören zusammen: Pflanzen nach dem Standort wählen, Regenwasser im Garten versickern lassen und den Boden bedeckt halten. Für sonnige, trockene Plätze passen zum Beispiel Königskerzen, Fetthennen und Mauerpfeffer, und kleine befestigte Flächen können zu seitlichen Beeten hin entwässern. Dazu kommt das Beobachten mit einer Beetskizze, in der du einträgst, wo Wasser steht und welche Ecken zuerst austrocknen.
Wie lässt sich ein effektives Wassermanagement im Garten umsetzen?
Lass Regen möglichst im Garten versickern: Kleine befestigte Flächen und schmale Wege können mit 1 bis 2 % Gefälle zu seitlichen Beetflächen entwässern, und eine Versickerungsmulde nimmt weiteres Wasser auf. Gieß direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter trocken bleiben, und prüf vorher die Bodenfeuchte, weil Welke auch von Staunässe kommen kann. Flaches Hacken vermindert Wasserverluste, und eine Mulchdecke schützt die Oberfläche vor Verschlämmung.
Welche praktischen Schritte sind beim Anlegen von Versickerungsmulden zu beachten?
Eine klassische, rasch entwässernde Mulde bepflanzt du überwiegend mit Arten trockener bis frischer Standorte und nicht mit Sumpfpflanzen; Flächen mit gezieltem Einstau sind ein eigener Fall. An den Böschungen vermindert eine schnell geschlossene Pflanzendecke aus Bodendeckern oder ausläufertreibenden Arten die Erosion. Die Anlage muss sorgfältig ausgeführt und gewartet werden, damit es nicht zu Störungen oder zur Vernässung von Gebäuden kommt.
Welche Bedeutung haben Mikrohabitate im Garten?
Mikrohabitate sind kleine Strukturen, in denen Tiere Brutplätze, Unterschlupf oder ein Winterquartier finden. Totholz bietet Käfern und nachnutzenden Wildbienen Brutgänge, unvermörtelte Steinhaufen und Trockenmauern halten zugängliche Hohlräume als Unterschlupf bereit. Igel nutzen für den Winterschlaf unter anderem große Laub- und Reisighaufen oder dichtes Gebüsch, und stehen gelassene Samenstände dienen Tieren bis zum Frühjahr als Nahrung.
Wie legt man ein Gartentagebuch zur Dokumentation von Wetterveränderungen an?
Eine gute Grundlage ist eine Beetskizze mit gleichbleibender Beet- und Wegeeinteilung, weil sie die Planung von Jahr zu Jahr erleichtert. Trag darin Wetterextreme wie Hitze, Frost oder Starkregen ein und dazu, was du beobachtest: wo Wasser steht, welche Ecken zuerst austrocknen, wann Pflanzen welken oder Blätter sich verfärben. Für Tiere hilft ein festes Vorgehen wie beim Tagfalter-Monitoring, bei dem Freiwillige regelmäßig entlang festgelegter Strecken zählen und so die Entwicklung über mehrere Jahre dokumentieren.
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