Elektrische Gartenwerkzeuge: Was sie leisten und wo ihre Grenzen liegen
- Elektrische Gartengeräte stoßen beim Arbeiten keine Abgase aus; für die Umwelt zählen außerdem Lebensdauer, Reparierbarkeit und verfügbare Ersatzakkus.
- Akkugeräte arbeiten unabhängig von der Reichweite eines Stromkabels, dafür ist ihre Laufzeit begrenzt und der Akku altert.
- Für längere Lagerung sollten Lithium-Ionen-Akkus ungefähr 50 % Ladezustand haben.
- Sichtbar beschädigte oder aufgeblähte Lithium-Ionen-Akkus darfst du wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiterverwenden.
- Beim Kauf zählen Ersatzteile, Ersatzakkus und eine reparaturfreundliche Konstruktion.
Ein Akku-Rasenmäher springt auf Knopfdruck an, eine Heckenschere mit Kabel läuft, solange die Steckdose reicht. Das ist bequem, doch im Alltag zeigen sich die Grenzen: am Kabel, an der Laufzeit und an einem Akku, der altert oder beschädigt werden kann. Ich arbeite im Garten mit Kabel- und Akkugeräten und schaue vor jedem Kauf zuerst auf Akku, Ersatzteile und Handhabung.
Dieser Ratgeber bleibt bei den elektrischen Geräten selbst. Was für alle Gartengeräte beim Pflegen, Lagern und sicheren Arbeiten gilt, fasst der Überblick zur Gartentechnik zusammen.
Welche elektrischen Gartenwerkzeuge gibt es?
Für viele Arbeiten im Garten gibt es Geräte mit Elektromotor. Sie holen ihren Strom aus der Steckdose oder aus einem Akku, und bei vielen Gerätearten hast du die Wahl zwischen beiden.
Rasenmäher und Vertikutierer
Elektrische Rasenmäher gibt es mit Kabel und mit Akku. Der Kabelmäher läuft ohne Ladepause, kommt aber nur so weit wie sein Kabel. Der Akkumäher fährt ohne Kabel in jede Ecke, seine Laufzeit hängt am Akku. Für hügeliges Gelände gibt es selbstfahrende Modelle. Ölwechsel, Vergasereinstellung und Tanken entfallen bei allen.
Gebrauchsrasen kann im Sommer auf 5–6 cm Schnitthöhe gehalten werden, bei ausgeprägter Hitze auf 7–8 cm.
Gegen Rasenfilz gibt es elektrische Vertikutierer. Entfernt wird der Filz ab einer Schichtstärke von 1 cm, eine dünnere Filzschicht kann nützlich sein. Bevor ich das Gerät hole, schiebe ich die Halme an einer Stelle auseinander und messe die Filzschicht mit dem Zollstock nach.
Heckenscheren
Heckenscheren mit Elektromotor laufen am Kabel oder mit Akku, manche haben einen Teleskopstiel für höhere Hecken. Viele Modelle bringen Sicherheitseinrichtungen wie eine Zweihandschaltung mit. Funktion und Sicherheitseinrichtungen einer motorbetriebenen Heckenschere prüfst du vor jedem Einsatz. Bei Hitze verschiebst du den Heckenschnitt auf kühlere, bedeckte Tage.
Was die Heckenschere nicht sauber durchtrennt, schneidest du mit der Astschere nach. Als Orientierung eignet sich eine Astschere für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser. Eine zu dicht gewordene freiwachsende Hecke lichtest du aus, indem du dicke Triebe bodennah entfernst, statt alle Äste einzukürzen. Für diesen Schnitt passt die Heckenschere nicht, denn sie kürzt die Hecke flächig ein.
Fadenmäher
Fadenmäher, auch Rasentrimmer genannt, übernehmen die Feinarbeit am Rasenrand und rund um Bäume, Zäune und Beetkanten. Dort kommt der Mäher nicht hin. Elektrische Modelle sind leicht und wendig, einige haben verstellbare Griffe oder einen Teleskopstiel. Ein Teleskopstiel soll sich leicht feststellen lassen und darf sich während der Arbeit nicht von selbst lösen.
Laubsauger und Laubbläser
Viele Geräte verbinden Saug- und Blasfunktion, manche haben einen Häcksler eingebaut. Das zerkleinerte Laub kann als MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. ins Beet oder auf den Kompost. Nicht jedes Blatt muss dabei weg. Vom Rasen räumst du Herbstlaub, damit er Licht und Luft bekommt, und von Gehwegen, weil es dort rutschig wird. Gesundes Laub kann in dünnen Lagen auf geeigneten Beeten und unter Hecken bleiben oder als Haufen Insekten und Igeln Unterschlupf bieten. Wer so sortiert, räumt nur Rasen und Wege frei. In kleinen bis mittelgroßen Privatgärten schaffen das auch Besen, Laubrechen oder Harke, ganz ohne Strom und Kraftstoff.
Kettensägen
Elektrische Kettensägen sind für leichtere Arbeiten im Garten gedacht, etwa um Brennholz zuzuschneiden oder kleinere Äste zu kürzen. Sie starten per Knopfdruck, das Anwerfen am Seilzug entfällt. Akkumodelle arbeiten unabhängig von der Reichweite eines Kabels. Wie du die Säge führst und welche Schutzausrüstung du trägst, steht in der Gebrauchsanweisung des Herstellers.
Gartenhäcksler
Elektrische Gartenhäcksler zerkleinern Schnittgut von Hecke und Strauch, sodass es auf den Kompost oder als Mulch ins Beet kann. Vor dem Reinigen ziehst du den Netzstecker oder nimmst den entnehmbaren Akku heraus. Ich ziehe den Stecker auch, bevor ich einen verklemmten Ast aus dem Einzug hole.
Bodenfräsen
Elektrische Bodenfräsen lockern und mischen mit rotierenden Messern die obere Bodenschicht. Sie helfen bei der Beetvorbereitung und beim Einarbeiten von Kompost, und in kleineren Gärten lassen sie sich leichter lenken als Benzinfräsen. Die Messer zerkleinern dabei auch Wurzeln im Boden. Wurzelunkräuter ziehst du deshalb vorher vollständig heraus oder gräbst sie aus, weil zerteilte Wurzelstücke erneut austreiben können.
Die Fräse auf nassen Boden schicken. Zu nasser Gartenboden wird weder betreten noch bearbeitet, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können. Ausreichend abgetrocknet ist das Beet, wenn keine Erde mehr an den Geräten haften bleibt.
Welche Beete du im Frühjahr vorbereitest, legst du vorher im Beetplaner für Flächen und Anbaupausen fest.
Vernetzte Steuerung
Vernetzte Steuerung findest du im Garten zum Beispiel beim Bewässerungscomputer, der über elektrisch betätigte Magnetventile einzelne Bewässerungskreise öffnen und schließen kann. Netzversorgte Steuerungen fest an ein Erdkabel anzuschließen, ist Sache einer Elektrofachkraft. Wie Steuerung, Einbau und Wartung zusammenhängen, steht im Abschnitt „Automatische und smarte Bewässerung“ des Überblicks zur Gartentechnik.
Was leisten elektrische Gartengeräte?
Ein Elektrogerät ist sofort einsatzbereit. Du steckst das Kabel ein oder setzt den Akku ein, drückst den Schalter und fängst an. Benzin-Öl-Gemisch, Seilzug und Warmlaufen fallen weg.
Keine Abgase am Arbeitsplatz
Elektromotoren stoßen beim Arbeiten keine Abgase aus. Ihre Umweltbilanz hängt trotzdem am Strom, mit dem du lädst oder arbeitest. Für die Umwelt kommt es außerdem darauf an, wie lange ein Gerät hält. Bei umweltfreundlichen Akkugartengeräten zählen neben langer Lebensdauer eine reparaturfreundliche Konstruktion und verfügbare Ersatzakkus.
Leiser arbeiten
Elektromotoren laufen in der Regel leiser als Benzinmotoren, frei in der Zeitwahl bist du damit aber nicht. Motorisierte Gartenhäcksler dürfen in deutschen Wohngebieten im Freien werktags grundsätzlich zwischen 20 und 7 Uhr nicht betrieben werden, sonn- und feiertags ganztägig nicht. Für andere Motorgeräte und örtliche Zusatzregeln fragst du bei deiner Gemeinde nach.
Weniger Wartung
Ölwechsel, Zündkerze und Vergaser gibt es am Elektromotor nicht. Zur Pflege bleiben Reinigung, scharfe Messer und ein gut behandelter Akku.
Leichter in der Hand
Viele Elektrogeräte sind leichter als vergleichbare Benzingeräte und vibrieren weniger. Das macht längere Einsätze angenehmer, gerade bei Arbeiten mit erhobenen Armen wie dem Heckenschnitt.
Wo stoßen elektrische Gartengeräte an Grenzen?
Kabelgeräte: Reichweite und Kabel im Weg
Ein Kabelgerät reicht nur so weit wie Steckdose und Verlängerungskabel. In größeren Gärten steckst du um, und das Kabel liegt dort, wo du gehst und mähst. Du kannst darüber stolpern oder es mit dem Messer erfassen.
Beim Mähen mit Kabel lege ich das Kabel über die Schulter und arbeite mich von der Steckdose weg. So liegt es hinter mir auf der gemähten Fläche.
Akkugeräte: begrenzte Laufzeit, alternder Akku
Ein Akkugerät erlaubt Arbeiten unabhängig von der Reichweite eines Stromkabels. Dafür ist die Laufzeit begrenzt, und mit der Zeit lässt der Akku nach. Ein sichtbar beschädigter oder aufgeblähter Lithium-Ionen-Akku darf nicht weiterverwendet werden. Gibt es dann keinen passenden Ersatzakku mehr, steht das ganze Gerät still. Nach Ersatzakkus fragst du deshalb schon beim Kauf.
Der Anschaffungspreis
In der Anschaffung kosten Elektrogeräte meist mehr als Handwerkzeug, hochwertige Akkugeräte besonders. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie oft und wie lange du ein Gerät brauchst.
Risiken, die mit dem Strom kommen
Elektrogeräte haben eigene Risiken. Ein beschädigtes Kabel kann zu einem Stromschlag führen. Ein beschädigter oder aufgeblähter Akku kann sich selbst entzünden. Der Motor läuft auf Knopfdruck sofort an, das kann überraschen, wenn die Hand noch in der Nähe des Messers ist. Bei Nässe lasse ich Kabelgeräte im Schuppen und achte darauf, dass Stecker und Kupplungen der Verlängerung nicht im Nassen liegen.
Worauf achtest du bei der Auswahl?
Ob für eine Aufgabe ein Elektrogerät, ein Benzingerät oder ein Handwerkzeug passt, hängt von Fläche, Arbeit und deiner Kraft ab. Den Vergleich der Antriebsarten findest du im Ratgeber dazu, welche Antriebsart zu welcher Gartenarbeit passt. Steht fest, dass es ein Elektrogerät wird, helfen dir die folgenden Punkte.
Kabel oder Akku
Für kleine Flächen nahe der Steckdose reicht oft ein leichtes Kabelgerät. In mittelgroßen und verwinkelten Gärten bietet ein Akkugerät mehr Bewegungsfreiheit. Wer ein Gerät nur gelegentlich braucht, kann mit einem einfachen Modell auskommen. Wer es regelmäßig nutzt, achtet stärker auf Qualität und Haltbarkeit.
Akkudaten richtig lesen
Die Nennenergie eines Akkus in Wattstunden (Wh) ergibt sich aus seiner Nennspannung in Volt (V) mal seiner Ladungskapazität in Amperestunden (Ah).
Die Nennenergie zeigt dir, wie viel Energie ein Akku speichert. Spannung oder Amperestunden allein reichen für einen Vergleich nicht, weil erst beide zusammen die Wattstunden ergeben. Ich rechne zwei Akkus deshalb immer auf Wattstunden um, bevor ich sie vergleiche.
Ein Akku für mehrere Geräte
Viele Hersteller bieten Akkusysteme an, in denen ein Akku in mehrere Geräte passt. Wer Mäher, Heckenschere und Trimmer im selben System kauft, braucht weniger Akkus und Ladegeräte im Schuppen.
Langlebig und reparierbar
Ersatzteilversorgung und Instandsetzbarkeit gehören bei der Werkzeugauswahl zu den Prüfkriterien. Für umweltfreundlich beschaffte Gartengeräte gibt es dazu Kriterien mit festen Werten:
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Ersatzteile für Fachreparaturen | mindestens 5 Jahre ab Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit |
| Ersatzakkus bei Akku-Gartengeräten | mindestens 5 Jahre nach Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit |
| Haltbarkeitsnachweis für Hobby-Gartengeräteakkus | normierter Test mit mindestens 500 Vollladezyklen bei mindestens 80 % Restkapazität |
Das Kriterium zu den Ersatzteilen ist ein Beschaffungskriterium des Umweltbundesamts. Solche Kriterien sind keine allgemeine Garantie. Ich frage beim Händler nach, ob ein Gerät sie erfüllt und wie lange es Akkus für das Modell geben soll.
Ergonomie: erst in die Hand nehmen
Ob ein Gerät zu dir passt, prüfst du durch Probearbeiten und die Anpassung an Körpergröße und Handform. Verstellbare Griffe und verschiedene Greifmöglichkeiten erleichtern diese Anpassung. Beim Arbeiten hilft ein regelmäßiger Wechsel von Haltung oder Tätigkeit, einseitige Belastungen zu vermeiden. Wie du ergonomische Gartenwerkzeuge auswählst, nutzt und pflegst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Kaufen, mieten oder leihen
Ob du ein selten gebrauchtes Gerät kaufst oder mietest, hängt vor allem davon ab, wie oft und wie lange du es brauchst. Leihen kannst du zum Beispiel über Nachbarschaftsorganisationen, Kleingartenvereine oder Stadtbibliotheken. Wie du deine Ausstattung mit Budget, Leihoptionen und Aufbewahrung planst, steht im Ratgeber zur sinnvoll zusammengestellten Werkzeugausstattung.
Wie lädst und lagerst du Akkus richtig?
Laden
Lade Gartengeräte-Akkus nur mit einem Ladegerät, das der Gerätehersteller zugelassen hat. Beim Laden liegt der Akku auf einer nicht brennbaren Unterlage, und du bleibst in der Nähe. Ich lade meine Akkus auf einer Steinplatte in der Werkstatt, während ich dort arbeite.
„Akkus erst ganz leer fahren, sonst verlieren sie Kapazität.“ Lithium-Ionen-Akkus von Gartengeräten haben keinen klassischen Memory-Effekt. Du musst sie vor dem Nachladen also nicht vollständig entleeren.
Lagern
Für längere Lagerung sollte ein Lithium-Ionen-Akku ungefähr 50 % Ladezustand haben. Vor dem Einlagern schaue ich auf die Ladeanzeige und bringe jeden Akku auf ungefähr diesen Stand.
Ein sichtbar beschädigter oder aufgeblähter Lithium-Ionen-Akku darf nicht weiterverwendet werden, weil er sich selbst entzünden kann. Lade ihn nicht mehr auf und entsorge ihn sicher.
Regelmäßige Checks vor und nach dem Einsatz
Vor dem Einschalten gehe ich jedes Gerät kurz durch. Zeigt sich dabei ein Schaden, bleibt das Gerät aus.
Vor dem Einschalten prüfe ich:
- Kabel und Stecker ohne Risse, Knicke oder blanke Stellen
- Akku ohne Schäden am Gehäuse und nicht aufgebläht
- Schutzvorrichtungen fest und vollständig
- Messer oder Kette scharf und unbeschädigt
- bewegliche Teile frei laufend
- beim Anlaufen Geräusch und Vibration wie gewohnt
Stillsetzen vor Wartung und Reinigung
Vor Wartung oder Reinigung einer netzbetriebenen Heckenschere schaltest du den Motor aus, wartest den Messerstillstand ab und ziehst den Netzstecker. Bei meinen Akkugeräten nehme ich den Akku heraus, bevor ich an Messer, Kette oder Auswurf greife.
Reinigen, lagern, sicher arbeiten
Nach dem Einsatz entferne ich Gras und Erde vom Gerät, beim Mäher vor allem von der Unterseite, und lasse alles trocknen, bevor es in den Schuppen kommt. Wie du Werkzeug reinigst, schärfst und lagerst, steht im Abschnitt „Werkzeug pflegen, reparieren und lagern“ des Überblicks zur Gartentechnik.
Bei jeder Gartenarbeit gehören feste Schuhe, Handschuhe, sicherer Stand und ein passendes Werkzeug dazu, und Kinder halten Abstand, solange geschnitten wird. Bei schweren Verletzungen durch Gartenwerkzeuge wählst du sofort den Notruf 112. Handhabung, Notfall und Ruhezeiten fasst der Abschnitt „Sicher arbeiten“ desselben Überblicks zusammen.
Reparatur gehört in die Fachwerkstatt
Wartung und Pflege einer motorbetriebenen Heckenschere richten sich nach den Vorgaben des Herstellers, Reparaturen übernimmt Fachpersonal. Zeigt ein Gerät Schäden an Kabel, Gehäuse oder Schutzvorrichtung, lege ich es beiseite, bis eine Fachwerkstatt es geprüft hat. Komplexe Reparaturen in Eigenregie können gefährlich sein.

