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Gartenmesser: Welches Messer zum Veredeln, Ernten, Schneiden und Jäten passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 4 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das beste Gärtnermesser ist das, das zu deiner häufigsten Arbeit passt.
  • Zum Veredeln nimmst du ein scharfes Veredelungsmesser, zum Okulieren ein Okuliermesser mit Rindenheber.
  • Die Hippe kann bei der Geißfußveredelung den keilförmigen Einschnitt im Pfropfkopf herstellen.
  • Salat erntest du mit einem kurzen Erntemesser, Kohl mit einem längeren.
  • Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser gehören als Orientierung zur Gartenschere, dickeres Holz zu Astschere oder Säge.
  • Wurzelunkräuter wie Löwenzahn stichst du möglichst vollständig aus, statt sie nur abzuschneiden.
  • Ein Messer mit losen Teilen benutzt du nicht, unterwegs steckt die Klinge im Klingenschutz.

Ein Gartenmesser für alles gibt es nicht. Zum Veredeln brauchst du eine scharfe Schneide, für den Kohlkopf ein längeres Messer, und an dicke Äste gehören Astschere oder Säge. Ich lege mir deshalb vor jeder Arbeit das Messer zurecht, das zu ihr passt, und lasse die anderen im Schuppen. Das beste Gärtnermesser ist darum das, das zu deiner häufigsten Arbeit passt. Welcher Typ das ist, hängt davon ab, ob du veredelst, erntest, schneidest oder jätest.

Welche Gartenmesser gibt es?

Gartenmesser unterscheiden sich vor allem nach der Arbeit, für die sie gedacht sind. Diese Übersicht ordnet die gängigen Typen ihren Aufgaben zu:

Messer Aufgabe Worauf es ankommt
Veredelungsmesser Veredelungsschnitt, Glattschneiden der Pfropfköpfe scharfe Schneide
Okuliermesser Okulation Rindenheber öffnet die eingeschnittene Rinde
Hippe keilförmiger Einschnitt im Pfropfkopf bei der Geißfußveredelung gebogene Klinge
kurzes Erntemesser Salaternte kurze Klinge
langes Erntemesser Kohlernte längere Klinge
Gärtnermesser allgemeine Schnittarbeiten, Wildtriebe entfernen Griff passt zur Hand und hält auch verschmutzt
Fugenkratzer Unkraut und Moos aus Pflasterfugen und an Mauerkanten in geeigneter Ausführung auch im Stehen nutzbar

Veredeln: Veredelungsmesser, Okuliermesser oder Hippe?

Zum Veredeln brauchst du ein scharfes Messer. Das Veredelungsmesser führt den Veredelungsschnitt aus und schneidet die Pfropfköpfe glatt. Für die Okulation nimmst du ein Okuliermesser: Sein Rindenheber öffnet die eingeschnittene Rinde, damit du das Edelauge einsetzen kannst. Bei der Geißfußveredelung kann die Hippe den keilförmigen Einschnitt im Pfropfkopf herstellen.

Wo es geht, führst du das Messer vom Körper weg. Bei Veredelungsschnitten achtest du zusätzlich besonders auf die richtige Messerhaltung.

Kurz erklärt

Bei der Okulation setzt du ein einzelnes Edelauge unter die eingeschnittene Rinde der Unterlage. Pfropfkopf heißt das abgeschnittene Ende der Unterlage, auf das beim Pfropfen das Edelreis gesetzt wird.

Marias Erfahrung

Mein Veredelungsmesser nehme ich für keine andere Arbeit. Vor dem Veredeln prüfe ich es auf lose Teile und schaue mir die Schneide an. Danach wische ich es trocken und stecke es in den Klingenschutz.

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Ernten: kurzes Messer für Salat, längeres für Kohl

Für die Salaternte reicht ein kurzes Erntemesser, für die Kohlernte nimmst du ein längeres. Grünspargel schneidest du mit einem scharfen Messer unmittelbar über dem Boden ab. Geerntet werden dabei Stangen von 20 bis 30 cm Länge.

Der Griff eines Erntemessers muss zu deiner Handgröße passen und auch bei Verschmutzung sicheren Halt bieten. Ich trage das Erntemesser mit Klingenschutz im Korb und lege es nie lose zwischen die Salatköpfe.

Schneiden: Messer, Schere oder Säge?

Das Gärtnermesser nehme ich für allgemeine Schnittarbeiten, etwa um Wildtriebe zu entfernen oder Stecklinge zu schneiden. Für viele Zimmer- und Kübelpflanzen nimmst du dabei Triebspitzen von etwa 10 cm Länge. Sie tragen zwei bis vier Blattpaare und keine Blütenknospen. Lass den Stiel so lang, dass beim Einstecken kein Blatt die Erde berührt, denn dort würde es faulen.

Für den Gehölzschnitt bilden eine geeignete Gartenschere und eine leichtgängige Säge die Grundausstattung. Weil die Schere schon die Zweige übernimmt, ist das Messer im Gehölzschnitt eine Ergänzung: Es bleibt für Veredelung, Ernte und feine Schnitte zuständig, nicht für Äste.

Zahl im Blick

Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser sind als Orientierung ein Fall für die Gartenschere. Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser schneidest du mit der Astschere, die mit zwei Händen und längeren Griffen mehr Hebel bringt. Was für die Schere zu dick ist oder was du mit ihr nicht erreichst, sägst du ab. Angegebene Schnittgrenzen reizt du bei hartem, trockenem Holz nicht aus.

Jäten: Fugenkratzer und Unkrautstecher

In Pflasterfugen und an Mauerkanten kratzt du Unkraut und Moos mit einem Fugenkratzer heraus. Nach Regen geht das leichter, weil die Fugenerde aufweicht. In geeigneter Ausführung kannst du den Fugenkratzer auch im Stehen führen. Die ausgekratzten Pflanzen sammelst du auf, da sie noch Samen verbreiten können.

Im Beet zählt bei Wurzelunkräutern die ganze Wurzel. Löwenzahn stichst du möglichst vollständig aus, weil zurückbleibende Wurzelstücke wieder austreiben können. Ein geeigneter Unkrautstecher schafft das auch im Stehen. Ich steche Löwenzahn bevorzugt aus, wenn der Boden nach einem Regen feucht ist.

Häufiger Fehler

Löwenzahn mit dem Messer knapp über dem Boden abschneiden. Die Wurzel bleibt dabei im Boden, und aus zurückbleibenden Wurzelstücken kann er wieder austreiben.

Welches ist das beste Gärtnermesser?

Das beste Gärtnermesser bestimmst du über deine Arbeit, nicht über ein bestimmtes Modell. Wer Obstbäume veredelt, braucht ein Veredelungs- oder Okuliermesser. Wer Gemüse erntet, braucht ein kurzes Messer für Salat und ein längeres für Kohl. Für den Einstieg genügt eine kleine Auswahl guter Werkzeuge, die du mit dem tatsächlichen Bedarf erweiterst.

Vor dem Kauf prüfst du, ob der Griff zu deiner Hand passt, auch verschmutzt sicher hält und kein Teil locker sitzt. Frag außerdem nach Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilen und Garantiebedingungen. Was bei Gartenwerkzeug allgemein zu Qualität, Material und Ergonomie gehört, erklärt der Ratgeber zur Gartentechnik.

Ob es eine Profi-Ausführung sein muss, zeigt der Vergleich, worin sich Gartenwerkzeuge für Hobbygärtner und Profis unterscheiden.

Jetzt dran

Notier dir, welche Messerarbeit in deinem Garten am häufigsten anfällt. Kauf zuerst das Messer für genau diese Arbeit und ergänze weitere erst, wenn du sie wirklich brauchst.

Pflege und sicherer Umgang

Pflege

Die meisten Handmesser reinigst du unter fließendem Wasser, trocknest sie mit einem Tuch und schützt eine rostanfällige Klinge mit Öl oder Fett. Beim Veredelungsmesser prüfst du vor dem Einsatz, ob die Schneide noch scharf ist. Mehr zum Pflegen, Reparieren und Lagern von Werkzeug steht im Ratgeber zur Gartentechnik, und wie du Bypass- und Amboss-Scheren pflegst, erklärt eine eigene Anleitung.

Sicherheit

Ein Messer mit losen Teilen oder defekter Sicherheitsmechanik benutzt du nicht, und beim Transport wie in der Aufbewahrung steckt die Klinge im Klingenschutz. Wie du Gartenmesser sicher handhabst, lagerst und transportierst und was bei Verletzungen zu tun ist, beschreibt ein eigener Ratgeber. Bei schweren Verletzungen wählst du sofort den Notruf 112.

Häufige Fragen

Welche Arten von Gartenmessern gibt es und wofür sind sie gedacht?
Zum Veredeln dient das Veredelungsmesser: Es führt den Veredelungsschnitt aus und schneidet Pfropfköpfe glatt. Für die Okulation gibt es das Okuliermesser, dessen Rindenheber die eingeschnittene Rinde für das Edelauge öffnet. Bei der Geißfußveredelung kann die Hippe den keilförmigen Einschnitt im Pfropfkopf herstellen. Salat erntest du mit einem kurzen, Kohl mit einem längeren Erntemesser, und für allgemeine Schnittarbeiten nimmst du ein Gärtnermesser.
Wie funktioniert die Veredelung mit einem Okuliermesser?
Bei der Okulation schneidest du die Rinde der Unterlage ein. Der Rindenheber des Okuliermessers öffnet diese Rinde, damit du das Edelauge einsetzen kannst. Die Klinge muss dafür scharf sein und fest sitzen, denn ein Messer mit losen Teilen darf nicht benutzt werden. Du arbeitest nach Möglichkeit vom Körper weg und achtest bei Veredelungsschnitten besonders auf die richtige Messerhaltung.
Wann solltest du eine Gärtnerhippe statt eines normalen Gartenmessers verwenden?
Die Hippe kann bei der Geißfußveredelung den keilförmigen Einschnitt im Pfropfkopf herstellen. Für den eigentlichen Veredelungsschnitt und das Glattschneiden der Pfropfköpfe nimmst du ein scharfes Veredelungsmesser. Äste, die für die Gartenschere zu dick sind, schneidest du mit einer geeigneten Säge.
Worin unterscheiden sich Gartenmesser von Gartenscheren?
Gartenmesser nimmst du für Veredelungsschnitte, zum Glattschneiden von Pfropfköpfen und für die Ernte von Salat, Kohl oder Grünspargel. Die Gartenschere eignet sich als Orientierung für Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Die Astschere bringt mit zwei Händen und längeren Griffen mehr Hebelwirkung und eignet sich für Äste bis etwa 4,5 cm. Für den Gehölzschnitt bilden Gartenschere und leichtgängige Säge die Grundausstattung, das Messer ergänzt sie.
Stimmt es, dass teure Gartenmesser automatisch besser sind als günstige?
Nein, entscheidend sind prüfbare Merkmale und nicht der Preis allein. Nimm das Messer vor dem Kauf in die Hand: Der Griff muss zu deiner Hand passen, auch bei Verschmutzung sicher halten, und kein Teil darf locker sein. Frag außerdem nach Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilen und Garantiebedingungen. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Anbieters und ersetzt deine gesetzlichen Mängelrechte gegenüber dem Verkäufer nicht.
Welche Rolle spielt das Klingenmaterial bei Gartenmessern?
Werkzeuge aus Edelstahl lassen sich leichter reinigen, weil Erde weniger daran haftet. Nichtrostender Stahl wird durch eine Passivschicht geschützt, kann an Schwachstellen dieser Schicht aber trotzdem korrodieren. Für Werkzeuge, die wiederkehrenden Belastungen standhalten sollen, wird gehärtetes Metall empfohlen. Rostanfällige Klingen schützt du mit einem Öl- oder Fettfilm.
Wie pflegst du Gartenmesser richtig?
Die meisten Handmesser kannst du unter fließendem Wasser reinigen und danach mit einem Tuch trocknen. Eine rostanfällige Klinge schützt du anschließend mit einem Öl- oder Fettfilm gegen Korrosion. Vor dem nächsten Einsatz prüfst du das Messer auf Schäden und lose Teile, und aufbewahrt wird es mit Klingenschutz in einem sicheren Behältnis.
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