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Vogelschutznetz anbringen: straff, dicht und vogelsicher über Obst, Beeren und Beet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Netze um Obstgehölze spannst du straff und schließt sie vollständig dicht ab, damit sich Vögel möglichst nicht darin verfangen.
  • Hängt ein Netz an einem kleinen Obstbaum oder Beerenstrauch, siehst du mindestens einmal täglich nach verfangenen Vögeln.
  • Einen verfangenen Vogel schneidest du mit Handschuhen aus dem Netz, statt an ihm zu zerren, und bringst ihn zu einer Wildvogelhilfe, Auffangstation oder zum Tierarzt.
  • Ein leuchtend blaues Vogelschutznetz ist gut erkennbar.
  • Maschenweite und Fadenstärke aus dem Weinbau gelten nur dort, im Hausgarten zählen straffes Spannen und dichter Abschluss.
  • Gegen Insekten im Gemüsebeet legst du Netze mit weniger als 1 mm Maschenweite unmittelbar nach Saat oder Pflanzung dicht auf.
  • Statt das ganze Gehölz einzunetzen, kannst du einzelne Kirschen- oder Traubenfruchtstände in Organzabeutel packen.

Ein Vogelschutznetz soll Kirschen, Beeren und Gemüse vor Vogelfraß bewahren. Hängt es locker oder bleibt unten offen, können sich Vögel darin verfangen. Darum spanne ich jedes Netz straff und schließe es unten vollständig dicht ab. Erst dann ist es für mich fertig, und ab diesem Tag gehört der Kontrollgang zu meiner Gartenroutine.

Kurz erklärt

Ein Vogelschutznetz umschließt Obstbaum oder Beerenstrauch und soll Vögel von den Früchten fernhalten. Ein Insektenschutznetz ist dagegen sehr feinmaschig: Für den Gemüseschutz hat es weniger als 1 mm Maschenweite.

Welches Vogelschutznetz passt zu deinem Garten?

Beim Kauf lese ich auf dem Etikett drei Angaben ab: Farbe, Fadenstärke und Maschenweite. Bei der Farbe greife ich zu Blau, weil ein leuchtend blaues Vogelschutznetz gut erkennbar ist. Für Fadenstärke und Maschenweite stammen feste Zahlen aus dem Weinbau, und sie gelten nur dort.

Merkmal Wert für blaue Vogelschutznetze im Weinbau
Maschenweite, vorgegeben höchstens 30 × 30 mm
Maschenweite beim Neukauf, empfohlen höchstens 25 × 25 mm
Fadenstärke mindestens 1 mm
Bodenabstand bei Ganzflächenbespannung etwa 40 cm, straff und windsicher gespannt, ohne lose Enden auf dem Boden

Am Obstbaum und am Beerenstrauch zählen zwei Dinge: Das Netz sitzt straff, und es schließt vollständig dicht ab.

Die Größe bemesse ich am Gehölz selbst. Vor dem Kauf messe ich über die Krone und um sie herum. So umschließt das Netz alles und lässt unten genug Rand, um es dicht zu schließen.

Mythos-Check

„Die Netzwerte aus dem Weinbau gelten auch für meinen Obstbaum.“ Das stimmt nicht, denn Maschenweite und Fadenstärke aus dem Weinbau gelten nur dort. Auch der Bodenabstand einer Ganzflächenbespannung lässt sich nicht auf einzelne Obstgehölze im Garten übertragen.

Vogelschutznetz anbringen: Schritt für Schritt

So spanne ich ein Netz über einen kleinen Obstbaum oder einen Beerenstrauch.

  1. Nester prüfen. Bevor ich einnetze, schaue ich in die Zweige. Besetzte Nester besonders geschützter Wildvögel sind grundsätzlich tabu: Auch bei zulässigen Gartenarbeiten darfst du sie nicht beschädigen oder zerstören.
  2. Gestell setzen. Über Beerensträucher spanne ich das Netz auf ein einfaches Gestell aus Stäben. So liegt es nicht lose in den Zweigen und lässt sich straff ziehen.
  3. Netz auflegen und straff ziehen. Ich lege das Netz von oben auf und ziehe es nach allen Seiten glatt. Wo es durchhängt oder Falten wirft, ziehe ich nach, bis es straff sitzt.
  4. Unten dicht abschließen. Am Baum raffe ich das Netz unter der Krone am Stamm zusammen und binde es mit einem weichen Band, das die Rinde schont. Am Strauch führe ich das Netz bis zum Boden und stecke den Rand rundum fest. Danach gehe ich ganz herum und suche nach offenen Spalten.
  5. Lose Enden versorgen. Überstehende Netzzipfel binde ich ein, damit nichts lose herunterhängt. Die Enden von Kabelbindern schneide ich ab.
  6. Kontrolle einplanen. Vom ersten Tag an sehe ich mindestens einmal täglich nach, ob sich ein Vogel verfangen hat.
Tipp

Spann das Netz an einem windstillen Tag. Dann lässt es sich ruhig ausrichten und straff ziehen, ohne dass es dir aus der Hand weht.

Häufiger Fehler

Das Netz wird locker über den Strauch geworfen und bleibt unten offen. So können Vögel unter das Netz geraten und sich darin verfangen. Ich ziehe es deshalb straff und schließe es vollständig dicht ab, bevor ich weggehe.

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Wie oft du das Netz kontrollieren musst

Hängt ein Netz an einem kleinen Obstbaum oder Beerenstrauch, sehe ich mindestens einmal täglich nach, ob sich ein Vogel darin verfangen hat. Dabei gehe ich ganz um das Gehölz herum und schaue besonders unten am Rand nach. Hat sich das Netz gelockert, ziehe ich es gleich wieder straff. Eine aufgegangene Stelle am Boden stecke ich neu fest.

Marias Erfahrung

Ich lege den Kontrollgang auf meinen ersten Weg in den Garten. Band und Stäbe nehme ich gleich mit, falls ich etwas nachspannen muss.

Hängt doch ein Vogel im Netz, ziehe ich zuerst Handschuhe an und lege ihm ein Tuch über Kopf und Körper, das beruhigt ihn. Dann schneide ich das Netz mit einer kleinen Schere rund um den Vogel auf, statt an ihm zu zerren. Fäden, die eng um Beine, Flügel oder Hals liegen, lasse ich dran. Den Vogel setze ich mit dem Netzrest in einen Karton mit Luftlöchern und bringe ihn zu einer Wildvogelhilfe, einer Auffangstation oder zum Tierarzt. Fliegen lasse ich ihn nicht gleich, auch wenn er unverletzt wirkt, denn eingeschnürte Stellen zeigen sich oft erst später.

Achtung

Mit Wildvögeln gehst du möglichst nicht in direkten Kontakt, auch nicht mit einem Vogel im Netz: Fass ihn nur mit Handschuhen und durch das Tuch an. Bei toten Tieren gilt das besonders, ebenso wenn in deiner Gegend das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen wurde.

Klebefallen wie Gelbtafeln hänge ich im Freien nicht auf, auch nicht neben ein eingenetztes Gehölz. Vögel und Fledermäuse können daran festkleben und sterben.

Welches Netz kommt aufs Gemüsebeet?

Im Gemüsebeet arbeite ich mit feinen Gemüseschutznetzen statt mit blauen Vogelschutznetzen. Gegen Insekten lege ich dort Netze mit weniger als 1 mm Maschenweite auf, und zwar dicht und unmittelbar nach Saat oder Pflanzung. Den Rand befestige ich rundum, damit keine Lücke bleibt. Weil das Gemüsenetz so fein ist, darf es auch weiß oder grün sein: Bei sehr feinmaschigen Insektenschutznetzen bleibt das Verfangrisiko in der Regel gering.

Damit das Netz am Saattag bereitliegt, plane ich meine Reihen vorher. Wenn du deine Beete im Beetplaner anlegst, siehst du schon vor der Saat, welche Fläche du abdecken musst.

Ein feines Netz kommt auch gegen die Kirschessigfliege zum Einsatz. Kleinere Obstpflanzen im Hausgarten lassen sich dafür mit Netzen von 0,8 mm Maschenweite dicht einhüllen, und zwar deutlich vor der Fruchtreife. Dazu gehört, reifes Beerenobst alle 2 bis 3 Tage zu ernten; mehr zur Vorbeugung ohne Spritzmittel steht im Abschnitt zum Pestizidverzicht im vogelfreundlichen Garten.

Kirschen und Trauben einzeln schützen

Nicht jedes Gehölz muss ganz unter ein Netz. Statt das gesamte Gehölz einzunetzen, kannst du einzelne Kirschen- oder Traubenfruchtstände in Organzabeutel packen. Ich nehme die Beutel, wenn nur wenige Fruchtstände hängen, die ich gut erreiche. Den Beutel ziehe ich über den Fruchtstand und binde ihn oben zu.

Nach der Ernte: abnehmen, flicken, lagern

Ein Loch ist eine Lücke im Netz. Meine Gemüseschutznetze prüfe ich regelmäßig auf Löcher, und findet sich eines, klebe oder nähe ich es zu. Nach der Ernte kommen sie gleich herunter, danach lagere ich sie sauber, trocken und dunkel. Auch die Netze an Obst und Beeren nehme ich nach der letzten Ernte ab, weil sie kontrolliert werden müssen, solange sie hängen.

Jetzt dran

Miss deinen Baum oder Strauch aus, bevor du ein Netz kaufst, und schau beim Messen gleich nach besetzten Nestern.

Häufige Fragen

Wie installiert man Vogelschutznetze richtig im Garten?
Spann das Netz straff über Obstbaum oder Beerenstrauch und schließ es unten vollständig dicht ab, damit sich Vögel möglichst nicht darin verfangen. Schau vorher in die Zweige: Besetzte Nester besonders geschützter Wildvögel darfst du grundsätzlich auch bei zulässigen Gartenarbeiten nicht beschädigen oder zerstören. Danach siehst du an kleinen Obstbäumen und Beerensträuchern mindestens einmal täglich nach, ob sich ein Vogel verfangen hat.
Welche Maschenweite sollte ein Vogelschutznetz haben?
Feste Zahlen stammen aus dem Weinbau und gelten nur dort: Für blaue Vogelschutznetze sind höchstens 30 × 30 mm Maschenweite vorgegeben. Beim Neukauf empfiehlt der Weinbau höchstens 25 × 25 mm. Die Fadenstärke soll dort mindestens 1 mm betragen. Für Netze an Obstbäumen und Beerensträuchern im Hausgarten zählen straffes Spannen und ein vollständig dichter Abschluss.
Sind Vogelschutznetze schädlich für Vögel?
Vögel können sich in Netzen verfangen, deshalb hängt viel von der Ausführung ab. Ein Netz um Obstgehölze spannst du straff und schließt es vollständig dicht ab, damit sich Vögel möglichst nicht darin verfangen. An kleinen Obstbäumen und Beerensträuchern kontrollierst du es mindestens einmal täglich auf verfangene Vögel. Hängt doch ein Vogel darin, schneidest du das Netz mit Handschuhen rund um ihn auf, statt an ihm zu zerren, und bringst ihn in einem Karton zu einer Wildvogelhilfe, Auffangstation oder zum Tierarzt. Ein leuchtend blaues Netz ist außerdem gut erkennbar.
Wie unterscheiden sich Vogelschutznetze von anderen Schutznetzen?
Insektenschutznetze sind deutlich feiner: Im Gemüsebeet liegen sie mit weniger als 1 mm Maschenweite dicht auf, unmittelbar nach Saat oder Pflanzung. Gegen die Kirschessigfliege lassen sich kleinere Obstpflanzen im Hausgarten deutlich vor der Fruchtreife dicht mit Netzen von 0,8 mm Maschenweite einhüllen. Für blaue Vogelschutznetze im Weinbau sind dagegen höchstens 30 × 30 mm vorgegeben. Bei sehr feinmaschigen Insektenschutznetzen bleibt das Verfangrisiko auch in Weiß oder Grün in der Regel gering, Vogelschutznetze sind in leuchtendem Blau gut erkennbar.
Wie pflegt und wartet man Vogelschutznetze richtig?
Solange ein Netz an einem kleinen Obstbaum oder Beerenstrauch hängt, kontrollierst du es mindestens einmal täglich auf verfangene Vögel und ziehst lockere Stellen wieder straff. Einen verfangenen Vogel befreist du nicht durch Ziehen: Mit Handschuhen schneidest du das Netz rund um ihn auf und bringst ihn zu einer Wildvogelhilfe, Auffangstation oder zum Tierarzt. Gemüseschutznetze prüfst du regelmäßig auf Löcher, die du durch Kleben oder Nähen schließen kannst. Nach der Ernte nimmst du Gemüseschutznetze gleich ab und lagerst sie sauber, trocken und dunkel.
Wie befestigt man Vogelschutznetze an verschiedenen Pflanzenarten?
An Obstbäumen und Beerensträuchern spannst du das Netz straff und schließt es unten vollständig dicht ab. Für den Insektenschutz im Gemüsebeet legst du Netze mit weniger als 1 mm Maschenweite unmittelbar nach Saat oder Pflanzung dicht auf. Statt ein ganzes Gehölz einzunetzen, kannst du einzelne Kirschen- oder Traubenfruchtstände in Organzabeutel packen.
Zuletzt geprüft:
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