Gladiolen überwintern: vom Ausgraben bis zum Auspflanzen
- Die üblichen Gartengladiolen sind nicht winterhart: Grabe die Knollen nach dem Verblühen und vor den ersten Nachtfrösten aus.
- Schneide das Laub im Herbst rechtzeitig zurück, damit Thripse möglichst nicht an die Knollen abwandern.
- Lass die Knollen vollständig abtrocknen, entferne dann die alte Mutterknolle und beschrifte jede Sorte.
- Lagere gesunde Knollen luftig und frostfrei bei etwa 8 bis 12 °C und kontrolliere sie regelmäßig.
- Im Frühjahr kommen nur feste, gesunde Knollen nach dem letzten Frost wieder in die Erde.

Sind deine Gladiolen verblüht, hast du bis zu den ersten Nachtfrösten Zeit, die Knollen aus der Erde zu holen. Die üblichen Gartengladiolen sind nicht winterhart und müssen frostfrei überwintern, im Beet bleiben sie deshalb nicht. Ich gehe dafür jeden Herbst mit Grabegabel und Etiketten durchs Beet und arbeite die Schritte bis zum Winterlager der Reihe nach ab. Hier findest du diese Schritte vom Ausgraben bis zum Auspflanzen im Frühjahr, jeweils mit Zeitpunkt und Handgriff.
Gladiolen überwintern: die Schritte im Überblick
Gladiolen überwintern heißt: Laub zurückschneiden, Knollen ausgraben, abtrocknen lassen, säubern und luftig lagern. Die Tabelle ordnet die Schritte nach ihrem Zeitpunkt, die Einzelheiten folgen in den Abschnitten danach.
| Zeitpunkt | Handgriff | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| im Herbst, rechtzeitig | Laub zurückschneiden | Thripse sollen nicht zur Überwinterung an die Knollen abwandern |
| nach dem Verblühen, vor den ersten Nachtfrösten | Knollen vorsichtig mit der Grabegabel ausgraben | spätestens, bevor der Boden durchfriert |
| nach dem Ausgraben | Erde vorsichtig abschütteln, Knollen abtrocknen lassen | kranke und beschädigte Knollen aussortieren |
| nach dem vollständigen Abtrocknen | alte Mutterknolle entfernen, Brutknollen abtrennen, beschriften | jede Sorte trägt ihr Etikett |
| Winter | luftig und frostfrei bei etwa 8 bis 12 °C lagern | regelmäßig auf faulende, weiche oder vollständig vertrocknete Knollen prüfen |
| Frühjahr | Knollen prüfen, nach dem letzten Frost pflanzen | nur feste, gesunde Knollen setzen |
Warum Gladiolen nicht im Beet bleiben
Die üblichen Gartengladiolen müssen frostfrei überwintert werden, deshalb gehört das Ausgraben im Herbst fest zu ihrer Kultur. Im Sommer brauchen sie volle Sonne und einen gut wasserdurchlässigen Boden. Wie du Standort, Boden und Pflanztiefe wählst, steht im Ratgeber dazu, wie du Gladiolen richtig pflanzt und pflegst.
Wann gräbst du Gladiolenknollen aus?
Für den Zeitpunkt achtest du auf zwei Dinge: das Ende der Blüte und den ersten Nachtfrost. Grabe Gartengladiolen nach dem Verblühen aus, und zwar vor den ersten Nachtfrösten. Kommt der Frost früher als erwartet, gilt eine letzte Grenze: Die Knollen müssen aus der Erde, bevor der Boden durchfriert. Verfolge deshalb ab dem Verblühen die Wettervorhersage für die Nächte. Ich lege mir Grabegabel und Etiketten bereit, sobald die letzte Blüte welk ist, damit ich bei der ersten Frostmeldung gleich loslegen kann.
„In einem milden Winter können Gladiolen auch im Beet bleiben.“ Für die üblichen Gartengladiolen stimmt das nicht, sie brauchen ein frostfreies Winterquartier. Ich mache deshalb nicht das Ausgraben vom Wetter abhängig, sondern nur den Tag dafür.
Das Laub rechtzeitig zurückschneiden
Gladiolenthripse können an Blättern und Blüten silbrige Sprenkelungen und Verformungen verursachen. Schneide das Laub im Herbst rechtzeitig zurück, denn der RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. soll verhindern, dass die Thripse zur Überwinterung an die Knollen abwandern. Hast du im Sommer solche Sprenkel bemerkt, können sie auf Thripse hindeuten: Schieb den Rückschnitt dann nicht auf, sonst können die Tiere mit den Knollen ins Winterquartier gelangen. Ich schaue mir die Blätter deshalb schon im Sommer genau an und notiere, an welchen Pflanzen Sprenkel auftauchen.
So gräbst du die Knollen aus
Nimm für das Ausgraben eine Grabegabel und arbeite vorsichtig. Ich setze die Gabel so an, dass die Zinken die Knolle nicht treffen, und lockere die Erde rundherum. Dann hebe ich die Pflanze mitsamt Erde an, statt an den Stängeln zu ziehen. Die anhaftende Erde schüttelst du anschließend vorsichtig von den Knollen ab. Behutsam zu arbeiten hat einen handfesten Grund: Beschädigte Knollen gehören nicht ins Lager, also kostet dich jeder Gabelstich in eine Knolle ihren Platz im Winterquartier.
An der Basis der neuen Gladiolenknolle sitzt die alte Mutterknolle. Diese alte, vertrocknete Knolle entfernst du nach dem vollständigen Abtrocknen. An derselben Stelle können kleine Brutknollen hängen, die sich abtrennen und zur Vermehrung aufbewahren lassen.
Leg dir vor dem Ausgraben Etiketten mit den Sortennamen zurecht. Ich gebe jeder Sorte gleich nach dem Herausheben ihr Etikett und eine eigene Kiste.
Abtrocknen, Mutterknolle entfernen, beschriften
Nach dem Ausgraben lässt du die Knollen abtrocknen. Ich breite sie dafür einzeln aus, sodass von allen Seiten Luft herankommt, und wähle einen frostfreien Platz. Erst wenn die Knollen vollständig abgetrocknet sind, löst du die alte Mutterknolle an der Basis der neuen Knolle ab. Die kleinen Brutknollen an derselben Stelle kannst du abtrennen und getrennt zur Vermehrung aufbewahren.
Danach wird aussortiert. Kranke oder beschädigte Knollen lagerst du nicht mit ein, damit sie die übrigen nicht mit Pilzen oder Schädlingen infizieren. Vor dem Einlagern bekommt jede Sorte ihr Etikett, damit du die Knollen im Frühjahr zuordnen kannst. Das gilt auch für die Brutknollen: Als vegetativ vermehrte Tochterpflanzen tragen sie dieselben Erbanlagen wie die Mutterpflanze, das Etikett verrät dir also, welche Sorte aus ihnen wächst.
Vor dem Einlagern ist jede Knolle vollständig abgetrocknet, die alte Mutterknolle ist entfernt, die Brutknollen liegen getrennt, kranke und beschädigte Knollen sind aussortiert, und jede Sorte trägt ihr Etikett.
Wie lagerst du Gladiolenknollen im Winter?
Gladiolenknollen überwintern luftig bei etwa 8 bis 12 °C. Frostfrei muss der Platz in jedem Fall sein, weil die üblichen Gartengladiolen nicht winterhart sind. Luftig heißt, dass die Knollen nicht dicht verschlossen liegen, sondern Luft an sie herankommt. Neben die Knollen stelle ich ein Thermometer, damit ich beim Nachsehen gleich die Temperatur ablesen kann.
Etwa 8 bis 12 °C gelten für Gladiolenknollen im Winterlager. Dahlien, Canna und andere Knollen haben eigene Werte, übertrage diesen Bereich also nicht auf sie.
Liegen frostempfindliche Knollen in Lagermaterial und wird es zu trocken, befeuchtest du es leicht, ohne es zu durchnässen. Welche Räume, Behälter und Lagermaterialien sich für Knollen allgemein eignen, findest du im Abschnitt Ausgraben und Überwintern im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Regelmäßig nachsehen
Während des Winters kontrollierst du die Knollen regelmäßig. Faulende, weiche oder vollständig vertrocknete Knollen nimmst du heraus, die übrigen bleiben liegen. Ich drücke dabei jede Knolle kurz zwischen Daumen und Zeigefinger, um weiche Stellen zu finden.
Wenn eine Knolle krank ist
Aussortierte kranke Knollen gehören nicht auf den Hauskompost, weil Krankheitserreger bei unzureichender RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du die Werkzeuge, bevor du an gesunden weiterarbeitest. Welche Krankheiten und Schädlinge an Zwiebeln und Knollen vorkommen, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge desselben Ratgebers zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Gladiolen im Kübel überwintern
Stehen deine Gladiolen im Kübel, musst du die Knollen nicht ausgraben: Nicht winterharte Knollenpflanzen können im vorhandenen Kübel an einem frostfreien Ort überwintern. Nach spätestens zwei Jahren topfst du sie in frische Erde um. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit sich kein Wasser staut. Ich notiere das Jahr des letzten Umtopfens auf einem Etikett am Kübel.
Im Frühjahr: Knollen prüfen und wieder pflanzen
Vor dem Pflanzen nimmst du jede Knolle noch einmal in die Hand. Pflanzgut soll fest und gesund sein und keine weichen Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren zeigen. Geschwächte oder kranke Knollen verwendest du nicht für die neue Pflanzung.
Gartengladiolen kommen im Frühjahr nach dem letzten Frost in die Erde. Vorgezogene Gladiolen setzt du nach den letzten Frösten ins Freie, üblicherweise ab Mitte Mai. Bis Ende Juni kannst du in mehreren Sätzen nachpflanzen. Zwischen zwei Sätzen liegen dabei jeweils 2 Wochen. Empfohlen werden für Gartengladiolen 10 bis 12 cm Pflanztiefe, Standort und Bodenvorbereitung findest du im Ratgeber zum Pflanzen von Gladiolen.
Die Termine kannst du dir in den Aussaat- und Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken eintragen. Weil Gartengladiolen volle Sonne brauchen, zeichnest du ihren Platz am besten schon im Winter im Beetplaner in deinen Gartenplan ein.
Im Frühjahr lege ich die Knollen nach Sorten sortiert auf den Tisch und gleiche die Etiketten mit meinen Notizen vom Sommer ab, bevor die erste Knolle in die Erde kommt.

