Sterngladiolen vermehren: Brutknollen, Knollen und Samen bis zur Blüte
- Sortenecht vermehrst du Sterngladiolen über Brutknollen, denn sie tragen das Erbgut der Mutterpflanze.
- Blühfähige Knollen kommen 10 cm tief und mit 10 cm Abstand in lockeren, humusreichen Boden ohne Staunässe.
- Kleine Brutknollen blühen als grober Richtwert nach etwa zwei bis drei Jahren.
- Samen säst du bei 10 °C aus; die Sämlinge können von der Mutterpflanze abweichen.
- Knollen und Brutknollen überwintern frostfrei, luftig gelagert und regelmäßig kontrolliert.

Wenn ich im Herbst meine Sterngladiolen ausgrabe, sammle ich neben den großen Knollen auch die kleinen Brutknollen ein. Aus ihnen ziehst du ohne Zukauf neue Pflanzen heran, die das Erbgut der Mutterknolle tragen. Dafür brauchst du Geduld, denn bis zur ersten Blüte vergehen als grober Richtwert etwa zwei bis drei Jahre. Hier zeige ich dir, wie du Brutknollen gewinnst, lagerst und heranziehst, welche Pflanzangaben für große Knollen gelten und was die Aussaat bringt.
Die Sterngladiole heißt botanisch Gladiolus murielae, im Handel findest du sie auch als Acidanthera callianthus oder Gladiolus callianthus murielae. Ein weiterer Name ist Abessinische Gladiole. Die Pflanze trägt duftende, weiße Sternblüten mit dunkelrotem Auge und leicht rosa angehauchten Spitzen. Welche Sorten es gibt und welche zu deinem Garten passt, erfährst du im Ratgeber darüber, welche Sterngladiolen-Sorten es gibt.
Drei Wege zu neuen Sterngladiolen
Sterngladiolen lassen sich auf drei Wegen vermehren: über Brutknollen, über große Knollen und über Samen. Brutknollen sammelst du beim Ausgraben und ziehst sie heran, bis sie groß genug zum Blühen sind. Die großen Knollen setzt du jedes Frühjahr wieder, damit dein Bestand erhalten bleibt und sich an ihnen neue Brutknollen bilden können. Die Aussaat ist der Weg für alle, die etwas Neues ausprobieren möchten.
Welcher Weg zu dir passt, hängt von deinem Ziel ab. Vegetativ vermehrte Pflanzen besitzen das Erbgut der Mutterpflanze, SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. vereinen dagegen die Erbanlagen beider Eltern. Wer seine Sterngladiole genau so behalten will, wie sie ist, setzt deshalb auf Brutknollen und nimmt die Wartezeit bis zur Blüte in Kauf. Wer neugierig auf Abweichungen ist, sät aus und sucht sich später die schönsten Pflanzen heraus.
Über das Jahr wiederholen sich die Arbeiten, bis deine Brutknollen groß genug zum Blühen sind:
| Zeit | Was du tust |
|---|---|
| März bis Mai | große Knollen und Brutknollen setzen, frühe Knollen im Topf vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. |
| Sommer | bei Trockenheit gießen, Laub stehen lassen |
| August bis Oktober | die großen Knollen blühen |
| Herbst vor dem ersten Frost | ausgraben, Brutknollen ablösen, kranke Knollen aussortieren |
| Winter | frostfrei und luftig lagern, auf Schimmel und Fäulnis prüfen |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Bei 10 °C aussäen.
Pflege
- Düngung
Bei starkem Blattwuchs und ausbleibender Blüte den Stickstoffanteil des Düngers prüfen: Ein hoher Anteil kann bei der Sterngladiole viel Laub und fehlende Blüten begünstigen.
Brutknollen (Brutzwiebeln): so ziehst du neue Sterngladiolen heran
Statt von Brutzwiebeln spricht man bei der Sterngladiole besser von Brutknollen, denn sie bildet Knollen. Mit ihnen vergrößerst du deinen Bestand sortenecht und ohne Zukauf.
Brutknollen im Herbst gewinnen
Die Brutknollen sammelst du, wenn du die Sterngladiolen im Herbst ohnehin ausgräbst. Ich hebe jede Pflanze mit der Grabegabel großzügig aus, damit keine kleinen Knollen in der Erde zurückbleiben. Dann schüttle ich die Erde ab und löse die Brutknollen vorsichtig von der Mutterknolle. Jede Knolle nehme ich einmal in die Hand und prüfe sie. Fest und ohne weiche, kranke oder angefressene Stellen darf sie ins Lager, alles andere sortiere ich aus.
Brutknollen schwacher oder kranker Pflanzen landen mit im Lager. Geschwächte oder kranke Pflanzen taugen aber nicht als Ausgangsmaterial für neue Pflanzungen. Ich stecke schon im Sommer einen Stab neben auffällige Pflanzen und nehme ihre Brutknollen beim Ausgraben nicht mit.
Brutknollen über den Winter bringen
Die Brutknollen gehen zusammen mit den großen Knollen ins frostfreie Winterlager. Ich bewahre die kleinen Knollen getrennt von den großen in beschrifteten Papiertüten auf, damit ich im Frühjahr nicht suchen muss. Luftdichte Beutel nehme ich nicht, weil sich darin Schwitzwasser bildet und Fäulnis begünstigt. Über den Winter schaue ich regelmäßig nach Schimmel oder Fäulnis und sortiere betroffene Knollen aus. Wie du Knollen ausgräbst und lagerst, beschreibt der Abschnitt Ausgraben und Überwintern von Blumenzwiebeln und Knollen.
Für meine Brutknollen führe ich eine kleine Liste mit Sorte, Jahr und Anzahl. Jedes Frühjahr sehe ich daran, wie lange die Knollen aus einer Tüte schon heranwachsen.
Brutknollen im Frühjahr setzen und heranziehen
Im Frühjahr kommen die Brutknollen in ein eigenes kleines Anzuchtbeet oder in einen Topf mit Abzugsloch. Zwischen die blühenden Sterngladiolen setze ich sie nicht, weil ich sie dort im Herbst schlecht wiederfinde. Der Boden soll locker und humusreich sein und keine StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. bilden. Auch die jungen Pflanzen stehen bei mir in voller Sonne. Die Stelle markiere ich mit einem Etikett, auf dem Sorte und Jahr stehen. Bei Trockenheit gieße ich regelmäßig, und das Laub bleibt bis zum Herbst stehen, weil es die Knolle versorgt.
Im Topf behältst du die kleinen Knollen besonders gut im Blick. Wie die Kultur im Gefäß gelingt, zeigt der Ratgeber, wie Sterngladiolen im Topf auf Balkon und Terrasse wachsen.
Aus kleinen Brutknollen vermehrte Sterngladiolen können als grober Richtwert nach etwa zwei bis drei Jahren erstmals blühen.
Weil Sterngladiolen frostfrei überwintert werden, gräbst du die jungen Pflanzen bis zur ersten Blüte jeden Herbst wieder aus und setzt sie jedes Frühjahr neu. Bei Blumenzwiebeln gilt die Größe als Hinweis auf eine kräftigere Blüte. Danach richte ich mich auch bei den Brutknollen: Ich sortiere sie jedes Frühjahr nach Größe, und die größten wandern zuerst ins Beet zu den blühenden Pflanzen.
Große Knollen: die Pflanzangaben für Sterngladiolen
Die großen, blühfähigen Knollen sind dein Grundstock für jedes Vermehrungsjahr. Du setzt sie jedes Frühjahr neu, und an ihnen können sich die Brutknollen für die nächste Runde bilden.
| Angabe | Sterngladiole |
|---|---|
| Pflanzzeit | März bis April, teils bis Mai |
| Pflanztiefe | 10 cm |
| Abstand | 10 cm von Knolle zu Knolle, gepflanzt als Gruppe |
| Stütze | an sehr windigen Plätzen ein Stab |
| Standort | volle Sonne |
| Boden | locker, humusreich, feucht, ohne Staunässe |
| Wuchshöhe | 50 bis 100 cm |
| Blütezeit | August bis Oktober |
Ich setze die Knollen als Gruppe, weil Knollenpflanzen in Gruppen stärker wirken als einzeln verteilt. Die Pflanzzeit reicht von März bis in den Mai. Weil Sterngladiolen nur bedingt winterhart sind, lege ich frühe Knollen zuerst in Töpfe und pflanze sie nach den letzten Frösten ins Beet. Für deine Jahresplanung hilft dir der Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken.
An sehr windigen Plätzen werden Gartengladiolen zusätzlich gestützt, und bei Sterngladiolen stecke ich dort ebenfalls einen Stab dazu. Wie du Standort und Boden vorbereitest und Gladiolen in der Wachstumsphase pflegst, zeigt der Ratgeber, wie du Gladiolen richtig pflanzt.
Sterngladiolen eignen sich auch als Schnittblumen. Beim Schneiden lasse ich die Blätter an der Pflanze, damit die Knolle weiter Reserven aufbauen kann. Wann und wie du die Stiele schneidest, steht im Ratgeber, wie du Sterngladiolen für die Vase schneidest.
Sterngladiolen aus Samen ziehen
Die Aussaat ist etwas für dich, wenn du Neues ausprobieren oder selbst kreuzen willst. Gesät wird bei 10 °C in nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Ich halte die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser in der Schale steht. Bevor die jungen Pflanzen ins Freie kommen, härte ich sie ab, indem ich die Temperatur senke und gut lüfte. Für die Zeit bis zur ersten Blüte gibt es bei Sämlingen der Sterngladiole keinen verlässlichen Richtwert. Ich schreibe deshalb das Aussaatjahr auf jedes Etikett.
Aus den Samen einer schönen Sterngladiole wächst wieder genau diese Pflanze? Nein. Bei der Aussaat mischen sich mütterliche und väterliche Erbteile, unveränderte Sortenmerkmale sind deshalb nicht garantiert. Wer eine bestimmte Pflanze vermehren will, nimmt ihre Brutknollen.
Wer selbst kreuzen möchte, wählt Eltern mit den gewünschten Eigenschaften aus. Beide bestäubst du kontrolliert mit dem Pollen der jeweils anderen Pflanze, damit keine unerwünschte Fremdbestäubung dazwischenkommt. Unter den Nachkommen suchst du danach die Pflanzen aus, die deinen Wünschen entsprechen. Eine ausgewählte Pflanze erhältst du anschließend über ihre Brutknollen, denn vegetative Vermehrung erzeugt Nachkommen mit identischem Erbgut.
Pflege, Gesundheit und Winterlager in Kürze
Gießen und Düngen
Sterngladiolen mögen feuchten Boden ohne Staunässe, bei Trockenheit gieße ich regelmäßig. Treibt eine große Knolle viel Laub, aber keine Blüte, kann ein hoher Stickstoffanteil im Dünger dahinterstecken. Dann prüfe ich zuerst, wie viel StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). mein Dünger enthält.
Krankheiten und Schädlinge
Silbrige Sprenkelungen und Verformungen an Blättern und Blüten können auf Gladiolenthripse hindeuten. Bei Befall schneide ich das Laub im Herbst rechtzeitig zurück, damit die Thripse nicht in ihre Winterquartiere an den Knollen abwandern. Wie du Pflanzen kontrollierst und Knollen vor dem Pflanzen prüfst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des oben verlinkten Ratgebers zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Überwinterung
Sterngladiolen sind nur bedingt winterhart und werden frostfrei überwintert. Nicht winterfeste Sommerknollen kommen je nach Frostempfindlichkeit vor dem ersten Frost oder spätestens direkt danach ins Winterquartier. Wie du das Lager einrichtest, beschreibt der oben verlinkte Abschnitt Ausgraben und Überwintern.
Gilt das auch für Gartengladiolen?
Die Sterngladiole gehört botanisch zu den Gladiolen, das zeigt ihr Name Gladiolus murielae. Der Grundsatz ist bei allen Gladiolen gleich: Vegetativ vermehrte Pflanzen behalten das Erbgut der Mutterpflanze, Sämlinge mischen die Erbanlagen beider Eltern. Bei den Pflanzangaben gibt es Unterschiede, denn für Gartengladiolen werden 10 bis 12 cm Pflanztiefe empfohlen. Gepflanzt werden Gartengladiolen im Frühjahr nach dem letzten Frost, und auch sie werden frostfrei überwintert.
Ob deine Gladiolen auch Insekten etwas bieten, erfährst du im Ratgeber darüber, welchen Wert Gladiolen für Bienen und Hummeln haben.

