Marienkäfer-Mohn: was er Bienen bietet und wie du ihn im Garten erhältst
- Marienkäfer-Mohn heißt botanisch Papaver commutatum, Klatschmohn heißt Papaver rhoeas.
- Mohn gilt als nektarlose Pollenpflanze, für Honigbienen zählt der Pollen.
- Die Blüte liegt je nach Aussaatzeit zwischen Juni und September.
- Ungefüllte Blüten wählen und Nektarpflanzen wie ungefüllte Tagetes dazusetzen.
- Für eigene Samen einzelne welke Blüten bis zur Samenreife stehen lassen.
- Gartensorten bleiben im Garten, in der freien Natur ist heimisches Saatgut regionaler Herkunft vorgesehen.

Wer Marienkäfer-Mohn für Bienen sät, sollte wissen, was die Blüten tatsächlich hergeben. Mohn gilt als nektarlose Pollenpflanze, sein Nutzen für Honigbienen liegt also im Pollen. Ich säe ihn deshalb nie als einzige Bienenblume, sondern immer neben Arten, die auch Nektar liefern. Dazu kommt eine zweite Frage: Wie hältst du den Mohn im Garten, ohne Gartensaat in die Landschaft zu tragen?
Marienkäfer-Mohn oder Klatschmohn?
Der Marienkäfer-Mohn heißt botanisch Papaver commutatum, der Klatschmohn dagegen Papaver rhoeas. Es sind zwei Arten, und Angaben zur einen lassen sich nicht ungeprüft auf die andere übertragen. Wie lange Sommerblumen leben und woher sie stammen, fasst das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber zusammen.
Was bietet der Marienkäfer-Mohn Bienen?
Mohn gilt als Pollenpflanze ohne Nektar. Für Honigbienen zählt bei ihm also der Pollen, nicht ein Nektarangebot. Für einen bienenfreundlichen Garten sind ungefüllte Blüten die geeignete Wahl, weil ihr Pollen zugänglich bleibt. Viele ungefüllte und halbgefüllte Blüten eignen sich als Pollen- und Nektarquellen, stark gefüllte Blüten solltest du dagegen meiden.
Auch unter den Mohnen gibt es gefüllte Formen, zum Beispiel eine gefüllte Seidenmohnmischung aus Papaver rhoeas. Beim Saatgutkauf lese ich deshalb zuerst den botanischen Namen und prüfe dann, ob die Sorte gefüllt oder ungefüllt blüht.
Weil der Mohn keinen Nektar liefert und ungefüllte Tagetes-Sorten Insekten frei zugänglichen Nektar bieten, ergänzen sich beide im Beet: Der Mohn steuert den Pollen bei, die Tagetes den Nektar. Ich säe ungefüllte Tagetes deshalb gleich neben die Mohnfläche.
Schlafmohn (Papaver somniferum) darfst du in Deutschland nur mit einer Erlaubnis nach § 3 Betäubungsmittelgesetz anbauen. Das gilt auch für private Gärten und unabhängig von der Zahl der Pflanzen. Prüfe bei gefülltem Mohn-Saatgut deshalb immer den botanischen Namen auf der Tüte.
Wann blüht der Marienkäfer-Mohn?
Der Marienkäfer-Mohn blüht je nach Aussaatzeit zwischen Juni und September. Den Blühbeginn beeinflusst du also mit dem Saattermin. Insekten brauchen ungefüllte Blüten aber vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Der Mohn allein füllt damit nur den Sommer, für Frühjahr und Spätherbst brauchst du weitere Arten.
Für den Herbst bieten sich Raublatt- und Glattblatt-Astern an. Diese Stauden blühen bis zum ersten Frost und werden von Honigbienen, Wildbienen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Tagfaltern besucht. Unter den Sommerblumen halten Ringelblumen, Kosmeen, Tagetes und Zinnien ihre Blüte bis in den Spätherbst. Im Naturgarten kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten über die ganze Saison. Ich notiere beim Säen, welche Art wann blüht, und trage alle Blühzeiten in eine Liste für das ganze Gartenjahr ein.
Wie hilfst du Wildbienen und Nützlingen über die Blüte hinaus?
Blüten allein reichen Wildbienen nicht, sie brauchen auch Nistplätze. Solche Plätze bieten unter anderem offene Bodenstellen und Totholz. Lass deshalb rund um die Mohnfläche einige Erdstellen unbewachsen und leg einen Haufen Totholz an.
Findest du Blattläuse an deinen Sommerblumen, schau zuerst, ob schon NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. an der Kolonie sitzen. Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen und können Blätter und Triebe kräuseln. Bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl, mit dem du die Läuse abspritzt. Ich prüfe dabei zuerst die Blattunterseiten und spritze Kolonien, an denen schon Nützlinge fressen, nicht ab.
Lockt der Marienkäfer-Mohn Marienkäfer an? Aus dem Namen folgt das nicht. Nützlinge, die Blattläuse dezimieren, siedeln sich dort an, wo sie Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten finden.
Wie erhältst du den Marienkäfer-Mohn im Garten?
Im eigenen Garten erhältst du den Marienkäfer-Mohn, indem du Samen erntest und im nächsten Jahr wieder säst. Dabei stehen zwei Ziele gegeneinander. Das Entfernen welker Blüten kann weitere Blüten fördern und begrenzt zugleich die Samenbildung. Wer eigene Samen möchte, lässt deshalb ausgewählte welke Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen und putzt nur die übrigen aus.
Ich binde an die Stängel, die Samen tragen sollen, einen farbigen Faden. Damit erkenne ich sie beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. sofort und lasse sie stehen.
Geerntet wird bei trockenem, sonnigem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind. Dunkle und trockene Körner zeigen die Erntereife häufig an. Danach trocknest du die Samen auf Papier nach und trennst sie von Pflanzenresten. Stammt dein Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Ob ältere Samen noch keimen, prüfst du mit einer Probeaussaat aus genau abgezählten Körnern.
Einzelne welke Blüten bis zur Samenreife stehen lassen. Bei trockenem, sonnigem Wetter ernten. Samen auf Papier nachtrocknen und von Pflanzenresten trennen. Mit Sortenname und Erntedatum beschriften. Kühl, dunkel und trocken lagern.
Standort, Aussaat und Gestaltung
Die Sorte ‘Ladybird’ säst du direkt ins Beet und verziehst die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. nach der Keimung rechtzeitig auf Abstand. Nach dem Andrücken der Samen hältst du die Erde an der Aussaatstelle feucht. Welchen Standort und welche Bodenvorbereitung der Mohn braucht, erklärt der Ratgeber zu Licht, Boden und Klima für den Marienkäfer-Mohn. Die Saattermine vieler Sommerblumen stehen im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Wie du den Mohn in Beeten, Steingärten und an Trockenmauern als Blickfang einsetzt, zeigt ein eigener Beitrag. Was er als Gartenblume sonst mitbringt, beschreibt der Ratgeber zur Blütenpracht des Marienkäfer-Mohns im Garten.
Gartensorte oder Wildsaat: Wo gehört der Mohn hin?
Zum Schutz gehört auch, was du außerhalb des Gartens säst. Für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen, nichtheimische Arten kannst du im privaten Garten verwenden. Eine Gartensorte wie ‘Ladybird’ ist kein Saatgut regionaler Herkunft. Sie gehört deshalb ins Beet und nicht an Weg- oder Feldrand. Für Blühstreifen wird regionales, artenreiches Wildpflanzensaatgut mit zertifizierter Herkunft empfohlen. Bei geförderten Flächen gelten zusätzlich die jeweiligen Fördervorgaben.
Wie du den Marienkäfer-Mohn im eigenen Garten in eine Wildblumenwiese oder eine naturnahe Ecke einbindest, beschreibt ein eigener Ratgeber. Welche Chancen und Hürden der Anbau auf dem Acker mit sich bringt, behandelt der Beitrag zum Marienkäfer-Mohn im ökologischen Landbau.




