Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Wissen

Zierfrüchte harmonisch kombinieren: Partner für Zierquitte, Zierapfel und Co.

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erst die Ansprüche, dann die Farbe: Die Zierquitte wächst auf Böden von sauer bis neutral und neigt auf zu kalkhaltigem Boden zu Chlorose.
  • Zur Quittenblüte von März bis April passen Wald-Vergissmeinnicht und Tausendschön, die zur selben Zeit zu blühen beginnen.
  • Orange und Blau sind Komplementärfarben: Ab August stehen die orangeroten Kelche der Lampionblume neben blau blühenden Kornblumen.
  • Zierapfelfrüchte färben sich im September und können bis in den späten Winter am Baum bleiben.
  • Beim Pfaffenhütchen sind alle Pflanzenteile giftig, Zierkürbisse sind wegen ihrer Bitterstoffe nicht essbar.
Dicht bepflanztes Sommerblumenbeet mit Zinnien und Tagetes in voller Blüte
Foto: hai pham tuan · Pexels License · Quelle ↗

Du hast eine Zierquitte, einen Zierapfel oder ein paar Lampionblumen und suchst Partner dafür? Passt ein Partner nicht zu Boden, Licht oder Kalender, blüht er neben einer längst verblühten Zierfrucht, oder er kümmert auf einem Boden, der nur seinem Nachbarn gefällt. Ich plane solche Kombinationen deshalb mit vier Fragen: Passen die Ansprüche, passt die Höhe, passt die Farbe, und fallen die Schmuckzeiten zusammen?

Mit Zierfrüchten meine ich Pflanzen, die du vor allem wegen ihres Fruchtschmucks setzt. Dazu gehören Gehölze wie Zierquitte, Zierapfel und Pfaffenhütchen, die Staude Lampionblume und einjährige Arten wie Zierkürbis und Ziermais. Auch manche Sommerblumen zählen im weiteren Sinn dazu, weil ihre Samenkapseln selbst schmücken.

Was zuerst zusammenpassen muss: Licht und Boden

Farbe und Form kommen erst an zweiter Stelle. Zuerst müssen die Ansprüche der Partner zueinander passen, sonst kommt einer von beiden zu kurz. Die Zierquitte steht sonnig bis halbschattig und verträgt auch trockene Standorte. Sie wächst auf den meisten Böden von sauer bis neutral, neigt auf zu kalkhaltigen Böden aber zu Chlorose. Der Zierapfel bevorzugt sonnige Plätze, die Lampionblume kommt mit Sonne bis Halbschatten zurecht.

Daraus ergibt sich eine klare Grenze bei der Partnerwahl. Die Bergaster bevorzugt kalkhaltigen Boden, während die Zierquitte auf zu kalkhaltigen Böden zu Chlorose neigt. An derselben Pflanzstelle wird der Boden deshalb kaum beiden gerecht.

Wie du Licht, Platz und pH-Wert deines Beets einschätzt, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im Sommerblumen-Ratgeber. Ob dein Boden eher sauer oder kalkreich ist, klärt eine pH-Wert-Analyse im Labor genauer als der Blick auf Zeigerpflanzen.

Zierfrüchte und ihre Partner im Überblick

Die Tabelle fasst zusammen, wie hoch die Arten werden, wann sie schmücken und welche Partner ich daneben setze. Wo eine Angabe fehlt, prüfst du sie an deiner Sorte.

Zierfrucht Wuchs Blüte und Fruchtschmuck Licht und Boden Partner-Idee
Zierquitte (Chaenomeles speciosa) Strauch bis 3 m, im Alter ebenso breit Blüte März–April; Früchte gelblichgrün, oft mit Rötung, 4–6 cm lang sonnig bis halbschattig, verträgt Trockenheit, Boden sauer bis neutral Wald-Vergissmeinnicht, Tausendschön, Frühjahrszwiebeln; an trockenen Plätzen Lavendel
Zierapfel Großstrauch oder kleiner Baum, 3–12 m Blüte Anfang Mai–Anfang Juni; Früchte färben sich im September und bleiben bis Oktober oder bis in den späten Winter sonnig Raublatt-Astern, hohe Ziergräser, Fetthenne
Pfaffenhütchen Strauch, alle Pflanzenteile giftig September–Oktober: rote Fruchtkapseln mit orangen Samen Angaben deiner Sorte prüfen reinweiße Astern, Ziergräser; nicht in Kinderreichweite
Lampionblume winterharte Staude, je nach Form 30–100 cm, bildet Ausläufer Blüte Juni–August, Fruchtreife ab August in orangeroten Kelchen sonnig bis halbschattig blau blühende Kornblumen, orange Schwefelkosmee
Zierkürbis einjährig, rankt mit Rankhilfe 3–5 m hoch oder wächst bodendeckend Ernte erst zu den ersten Frösten sonnig, lockerer und durchlässiger Boden Ziermais, Bohnen
Ziermais einjährig, ‘Glass Gem’ etwa 150–200 cm Kolben: ‘Glass Gem’ August–September, ‘Stars’n Stripes’ September–Oktober volle Sonne Zierkürbis, Bohnen
Zierpaprika nicht winterhart Früchte wechseln je nach Sorte die Farbe, etwa von Cremeweiß über Orange zu Rot im Winter hell und kühl, mindestens 12 °C im Kübel nur wenige Partner

Weitere Arten findest du in diesem Überblick über gängige Zierfrüchte für den Garten.

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Zierquitte kombinieren: Partner für Blüte und Früchte

Die Zierquitte wird bis zu 3 m hoch und im Alter ebenso breit. Plane diesen Raum von Anfang an ein, damit Stauden und Zwiebeln davor nicht mit der Zeit unter ihren Zweigen verschwinden.

Im Frühjahr: Blühpartner zur selben Zeit

Die Zierquitte blüht von März bis April. Wald-Vergissmeinnicht, als Frühjahrsblüher gezogen, blüht von März bis Mai. Tausendschön blüht bei zweijähriger Kultur im zweiten Jahr von März bis Juli. Beide setzen also mit der Quitte ein und tragen das Bild weiter, wenn ihre Blüte vorbei ist.

Vergissmeinnicht säst du im Juni oder Juli, damit es im folgenden Frühjahr blüht. Danach sät es sich sehr gut selbst aus. Frühjahrszwiebeln wie Krokus und Traubenhyazinthe setze ich in die zweite Reihe vor den Strauch. So verdecken später austreibende Stauden davor ihr vergilbendes Laub.

Am trockenen Platz und zur Fruchtzeit

Steht deine Zierquitte sonnig und trocken, wähle Partner, die mit Trockenheit gut zurechtkommen. Lavendel, Thymian und Rosmarin gehören dazu.

Die Früchte der Zierquitte sind gelblichgrün, oft mit einer Rötung, und 4 bis 6 cm lang. Gelb und Violett sind Komplementärfarben, deshalb suche ich für die Früchte violette Nachbarn. Wann die Früchte deiner Sorte färben, notierst du im ersten Jahr selbst und legst die Partner danach fest. Raublatt-Astern wie die dunkellila ‘Violetta’ blühen im Herbst bis zum Frost. Sie brauchen aber frischen bis feuchten Boden und passen deshalb nicht an einen trockenen Quittenplatz.

Mini-Checkliste

Keine Kalkliebhaber wie die Bergaster direkt neben die Zierquitte. Platz für einen Strauch, der im Alter so breit wie hoch wird. Wald-Vergissmeinnicht und Tausendschön für die Quittenblüte von März bis April. Zwiebeln in die zweite Reihe, später austreibende Stauden davor. Violette Partner zu den gelbgrünen Früchten, passend zur Bodenfeuchte des Platzes.

Zierapfel und Pfaffenhütchen: Gehölze mit Herbstschmuck

Der Zierapfel wächst als Großstrauch oder kleiner Baum und wird 3 bis 12 m hoch. Für ihn gilt dasselbe Prinzip wie für hohe Leitstauden im Staudenbeet: Er steht im Hintergrund, kleinere Begleiter kommen davor. Er blüht von Anfang Mai bis Anfang Juni und bevorzugt sonnige Standorte. Seine Früchte färben sich im September und bleiben bis Oktober oder sogar bis in den späten Winter am Baum.

Bevor ich Partnerfarben festlege, schaue ich mir die Früchte der gewählten Sorte an. Für die Fruchtzeit passen Herbstastern, die bis zum Frost Blütenakzente setzen. Raublatt-Astern werden je nach Sorte 60 bis 150 cm hoch und brauchen Sonne sowie frischen bis feuchten Boden. ‘Herbstschnee’ blüht reinweiß, ‘Violetta’ dunkellila und ‘Rudelsburg’ hell magentarot.

Verkahlen die Astern von unten, verdecken hohe Fetthennen die kahlen Stängel. Die Große Fetthenne ‘Indian Chief’ blüht im August und September purpurrosa. Hohe Ziergräser passen ebenfalls als Begleiter für Herbstastern.

Achtung

Die Glattblatt-Aster (Symphyotrichum novi-belgii) ist in Deutschland als neophytische Art etabliert und steht als invasive Art auf der Managementliste. Für Herbstpartner greife ich deshalb zu Raublatt-Astern. Sie überstehen kurzfristige Trockenheit außerdem weit besser als Glattblatt-Astern.

Das Pfaffenhütchen trägt im September und Oktober rote Fruchtkapseln mit orangen Samen. Ich stelle ihm ruhige Partner wie die reinweiße Aster ‘Herbstschnee’ zur Seite, damit Rot und Orange der Früchte den Ton angeben. Alle Pflanzenteile des Pfaffenhütchens sind giftig, besonders die Samen. In Gärten mit kleinen Kindern gehört es deshalb nicht an Wege oder Spielbereiche.

Unter und neben großen Gehölzen

Am halbschattigen Rand eines Gehölzes brauchst du schattenverträgliche Partner. Die Weiße Wald-Aster eignet sich für halbschattige Gartenbereiche. Blauer Waldmeister passt als Begleitpflanze zu Sträuchern. Robuste Schattenstauden-Mischungen lassen sich unter Gehölzen mit Tiefwurzelsystem einsetzen, solange der Platz nicht zu dunkel ist. Ganzjährig dunkle Stellen unter dichten Nadelgehölzen und stark durchwurzelte Böden unter alten Laubbäumen mit Herz- oder Flachwurzelsystem eignen sich dafür nicht.

Lampionblume und Sommerblumen: Farbe gezielt einsetzen

Für die Farbe nutze ich den Farbkreis nach Itten. Orange und Blau sowie Gelb und Violett liegen sich darin gegenüber und bilden kontrastreiche Komplementärpaare. Ohne harten Kontrast kommt eine Ton-in-Ton-Pflanzung aus, die hellere und dunklere Nuancen derselben Farbe verwendet.

Die Lampionblume ist eine winterharte Staude und wird je nach Form 30 bis 100 cm hoch. Sie blüht von Juni bis August, ab August reifen ihre Beeren in aufgeblasenen, orangeroten Kelchen. Die Wildform der Kornblume blüht von Juni bis Oktober blau. Ihr Blau steht also noch im Beet, wenn die Lampionfrüchte reifen, und du bekommst das Paar Orange und Blau zur selben Zeit.

Weil die Lampionblume Ausläufer bildet, gebe ich ihr einen Platz, an dem sie sich ausbreiten darf. Zarte Sommerblumen setze ich nicht direkt daneben.

Ton in Ton mit dem Orange der Kelche geht die orangefarbene Schwefelkosmee. Sie wird etwa 100 cm hoch und blüht von Juli bis zum ersten Frost. Davor passt das niedrige Schmuckkörbchen Cosmos sulphureus ‘Mandarin’ in dunklem Orange mit 20 bis 30 cm Höhe. Als blauer Bodendecker zwischen höheren Sommerblumen und Stauden eignet sich die Liebeshainblume ‘Blaue Nemophila’ mit himmelblauen Blüten und weißer Mitte. Bei heißem und feuchtem Wetter geht sie allerdings zurück.

Sommerblumen eignen sich als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Wann du welche Art säst, zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen.

Pflanzen, deren Samenstände selbst schmücken

Die Jungfer im Grünen bildet etwa 3 cm lange Samenkapseln. Sie sind anfangs grün mit violetten Längsstreifen und werden während der Reife papierartig hellbraun. Im Beet setzt die filigrane Pflanze einen Kontrast zu Sonnenhut und Dahlien. Die Sorte ‘Albion Black Pod’ trägt weiße Blüten mit grüner Mitte und dekorative Samenkapseln. Willst du die Kapseln im Beet behalten, entfernst du verwelkte Blüten nicht, denn mit ihnen verschwinden auch die Kapseln. Für Trockensträuße schneidest du die Kapseln vor der Samenreife.

Der Marienkäfermohn ‘Ladybird’ trägt blutrote Blüten mit schwarzen Punkten. Seine Fruchtstände eignen sich für floristische Arrangements.

Die getrockneten, graubraunen Samenstände der Wilden Möhre sehen bis weit in den Winter dekorativ aus. Gleichzeitig kann sie durch üppige Selbstaussaat andere Pflanzen verdrängen. In kleineren Gärten stellst du sie deshalb möglichst isoliert. Soll sie sich nicht ausbreiten, entfernst du die Samenstände rechtzeitig und verzichtest auf den Winterschmuck.

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Einjährige Zierfrüchte: Kürbis, Mais und Paprika kombinieren

Zierkürbis und Ziermais sind einjährig, ihre Kombination kannst du also jedes Jahr neu planen. Welche Zierfruchtarten es gibt und wie du sie in Beet und Kübel einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber. Auch wie du Zierfrüchte aussäst und bis zum Auspflanzen bringst, ist dort ausführlich beschrieben, wo es um die Anzucht geht.

Ziermais säst du für eine gute Befruchtung im Block statt in einer einzelnen Reihe. ‘Glass Gem’ wird etwa 150 bis 200 cm hoch und bildet bunt schimmernde Körner. Lichtbedürftige Nachbarn setzt du deshalb nicht auf die Nordseite des Maises. Eine Fremdbestäubung mit Feldmais solltest du bei ‘Glass Gem’ vermeiden. Die Sorte ‘Stars’n Stripes’ wird 150 bis 180 cm hoch und eignet sich als Wind- oder Sichtschutz.

Zahl im Blick

Ziermais setzt du in mehreren versetzten Reihen, als Block oder als Kreis, mit mindestens 4 m² Blockfläche. ‘Stars’n Stripes’ steht dabei etwa 30 × 40 cm auseinander. Für die Zierkürbis-Kronenmischung gilt ein Raster von etwa 100 × 100 cm.

In seiner Heimat Lateinamerika hat Mais Bohnen und Kürbisse als klassische Mischkulturpartner. Für ein Herbstbeet mit Ziermais und Zierkürbis ist das ein naheliegendes Vorbild. Die kleinfrüchtige Zierkürbismischung wächst bodendeckend oder klettert an einer Rankhilfe, deshalb plane ich sie an den Rand des Maisblocks, wo ihre Ranken Platz haben. Ob sich solche Nachbarn gegenseitig fördern, ist schwer belegbar: Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer.

Wächst Zierkürbis in der Nähe deines Gemüsebeets, verwende keine selbst geernteten Samen von Speisekürbissen wie Zucchini. Durch Einkreuzung können die Nachkommen bittere Cucurbitacine enthalten. Hokkaido- und Butternutkürbisse gelten als sicherer vor solchen Rückkreuzungen.

Zierpaprika wechselt je nach Sorte die Fruchtfarbe, etwa von Cremeweiß über Orange zu Rot oder von Grün über Violett und Gelb zu Rot. Sie ist nicht winterhart und braucht im Winter einen kühlen, hellen Platz mit mindestens 12 °C. Besser sind 15 °C. Im Kübel kombiniere ich sie nur mit wenigen Partnern, weil in gemischten Balkonpflanzungen schwache Partner im Sommer häufig zurückgedrängt werden.

Zierfrüchte im Jahreskreis: Kombinationen nach Saison planen

Ein stimmiges Bild entsteht, wenn sich Blüte, Fruchtschmuck und Struktur über das Jahr ablösen. Die Übersicht zeigt die Zeitfenster, die ich beim Planen nebeneinanderlege.

Pflanze Schmuck Zeitfenster
Zierquitte Blüte März–April
Wald-Vergissmeinnicht, als Frühjahrsblüher gezogen Blüte März–Mai
Tausendschön, zweijährig gezogen Blüte im zweiten Jahr März–Juli
Zierapfel Blüte Anfang Mai–Anfang Juni
Lampionblume Blüte Juni–August
Kornblume, Wildform blaue Blüte Juni–Oktober
Lampionblume Früchte in orangeroten Kelchen ab August
Große Fetthenne ‘Indian Chief’ purpurrosa Blüte August–September
Zierapfel Fruchtfärbung ab September, Früchte bis Oktober oder bis in den späten Winter
Pfaffenhütchen rote Fruchtkapseln, orange Samen September–Oktober
Kissenaster ‘Rosenwichtel’ lilarosa Blüte Ende September–Ende Oktober
Herbstastern Blüte im Herbst bis zum Frost
Chinaschilf, Waldschmiele stehen gelassene Samenstände Winter
Marias Erfahrung

Ich schreibe mir für jede geplante Kombination drei Angaben auf: Höhe, Blütezeit und Fruchtzeit. Auf den Plan kommen nur Partner, deren Zeitfenster sich mit der Zierfrucht überschneiden oder direkt an sie anschließen.

Frühling: Blüte an Strauch und Baum

Im Frühjahr tragen die Gehölze die Blüte. Die Zierquitte beginnt im März, der Zierapfel folgt Anfang Mai. Zu Füßen der Zierquitte passt eine Frühlingsschale aus gelben Stiefmütterchen, gelben Narzissen ‘Tête à Tête’, blauen Vergissmeinnicht und weißem Tausendschön. Rote oder weiße Tulpen ergänzen blaue Stiefmütterchen. Spät austreibende Prärieastern kombinierst du mit Blumenzwiebeln, Türkenmohn und Tränendem Herz, denn die Astern überdecken später deren einziehendes Laub.

Sommer: Stauden und Sommerblumen übernehmen

Im Sommer verlagert sich die Farbe in die Beete vor den Gehölzen. Die Lampionblume blüht von Juni bis August, die Kornblume ab Juni. Wo die Zwiebeln eingezogen sind, füllst du die Lücken mit Sommerblumen. Ringelblumen, Kosmeen, Tagetes und Zinnien blühen bis in den Spätherbst. Sie stehen damit noch in Farbe, wenn Zierapfel und Pfaffenhütchen im September ihren Fruchtschmuck zeigen.

Herbst: Früchte und späte Blüten

Ab August reifen die Früchte der Lampionblume in ihren orangeroten Kelchen, ab September färben sich die Zieräpfel. Das Pfaffenhütchen trägt im September und Oktober seine Fruchtkapseln. Herbstastern setzen bis zum Frost Blütenakzente. Die Kissenaster ‘Rosenwichtel’ blüht von Ende September bis Ende Oktober lilarosa und bleibt mit 20 bis 30 cm niedrig genug für den Beetrand. Kolben von ‘Stars’n Stripes’ mit dunkelrotem Korn erntest du ab September für die Herbstdekoration.

Winter: Struktur und letzte Früchte

Im Winter zählt die Struktur. Zierapfelfrüchte können bis in den späten Winter am Baum bleiben. Stehen gelassene Samenstände von Chinaschilf und Waldschmiele schmücken das Beet in dieser Zeit, ebenso die graubraunen Samenstände der Wilden Möhre. In einem insektenfreundlichen Staudenbeet schneidest du die vorjährigen Stängel erst im Frühjahr ab. So bekommst du neben den Zierapfelfrüchten ein zweites Winterbild aus Gräsern und Samenständen.

Passt dazu

Höhen, Abstände und Blühzeiten deiner Kombination legst du mit dem Beetplaner nebeneinander.

Was ist mit Insekten, Pflege und Ernte?

Für Bienen zählt die Zierquitte zum Wildobst, das Nahrung bietet, neben Felsenbirne, Kornelkirsche, Schlehe und Mispel. Den insektenfreundlichen Einsatz beschreibt der Ratgeber, wie Zierfrüchte Bienen und andere Insekten unterstützen. Von einzelnen Tagetes neben einem Gehölz erwartest du besser keinen Schädlingsschutz, denn ihre Wirkung gegen Pratylenchus-Nematoden setzt einen flächigen Anbau voraus, in dem sie mindestens 3 Monate wächst.

Pflanzung, Gießen, Mulchen und Pflanzenschutz von Zierfrüchten beschreibt der Ratgeber, wie du Zierfrüchte in der Wachstumsphase pflegst. Ausputzen, Unkraut und Rankhilfe bei Sommerblumen behandelt der Pflege-Abschnitt im Sommerblumen-Ratgeber. Plane außerdem genug Pflanzabstand ein, denn er verbessert die Luftzirkulation und senkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten.

Zierkürbisse der Kronenmischung lässt du bis zu den ersten Frösten ausreifen, weil zu früh geerntete Früchte schnell schimmeln und nicht ihr volles Farbspiel zeigen. Lampionblumen schneidest du im frühen Herbst, entfernst das Laub und hängst die Stiele kopfüber an einem luftigen Ort zum Trocknen auf. Ziermais ‘Glass Gem’ reift möglichst lange an der Pflanze und trocknet danach an einem schattigen, luftigen Ort nach.

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Giftige Zierfrüchte: worauf du im Familiengarten achtest

Auffällig gefärbte Früchte sind vor allem für Kinder eine Gefahr. Deshalb solltest du jede Zierfrucht in deinem Garten sicher bestimmen können, bevor du sie pflanzt. Beim Pfaffenhütchen sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Samen. Es zählt zu den stark giftigen Arten, bei denen schon geringe Pflanzenmengen tödlich sein können. Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig.

Zierkürbisse enthalten oft giftige Bitterstoffe, die Cucurbitacine. Weder Kochen noch Einmachen oder Einfrieren zerstört sie, deshalb kommen nur ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnete Kürbisse in die Küche. Zierpaprika gilt als nicht zum Verzehr bestimmt, viele Sorten sind sehr scharf. Die Früchte der Zierquitte Chaenomeles speciosa sind dagegen essbar. Auch hier isst du nur, was du sicher bestimmt hast.

In frei zugänglichen Bereichen, in denen kleine Kinder spielen, pflanze ich keine Arten mit giftigen Bestandteilen. Kleine Kinder beaufsichtigst du im Garten und erklärst ihnen früh, welche Gefahren es gibt.

Achtung

Hat ein Kind möglicherweise giftige Pflanzenteile verschluckt, entferne Reste aus dem Mund, ruf ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löse kein Erbrechen aus. Für die Beratung sind Pflanzenart, gegessene Pflanzenteile, Menge und Zeitpunkt wichtig, bei Kindern auch Alter und Gewicht. Bei Atemnot oder Bewusstlosigkeit rufst du sofort den Rettungsdienst unter 112. Bei Hund oder Katze kontaktierst du sofort den Tierarzt, nimmst Pflanzenreste mit und gibst weder Hausmittel noch löst du Erbrechen aus.

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Häufige Fragen

Wie kann man Zierfrüchte erfolgreich mit Stauden und anderen Pflanzen kombinieren?
Prüfe zuerst, ob Licht und Boden zu beiden Partnern passen: Die Zierquitte etwa wächst auf Böden von sauer bis neutral und neigt auf zu kalkhaltigem Boden zu Chlorose. Danach staffelst du nach Höhe, mit großen Gehölzen wie dem Zierapfel im Hintergrund und kleineren Stauden und Sommerblumen davor. Für die Farbe helfen Komplementärpaare wie Orange und Blau, etwa die orangeroten Kelche der Lampionblume neben blauen Kornblumen. Wichtig ist außerdem, dass sich die Blüte- oder Fruchtzeiten der Partner überschneiden.
Worin unterscheiden sich Zierquitte und Zierapfel in Wuchs und Verwendung?
Die Zierquitte wächst als Strauch bis zu 3 m hoch und wird im Alter ebenso breit; sie blüht von März bis April und verträgt Sonne bis Halbschatten sowie trockene Standorte. Der Zierapfel ist ein Großstrauch oder kleiner Baum von 3 bis 12 m Höhe, blüht von Anfang Mai bis Anfang Juni und bevorzugt sonnige Plätze. Seine Früchte färben sich im September und können bis in den späten Winter am Baum bleiben. Im Gartenbild steht der Zierapfel deshalb eher im Hintergrund, die Zierquitte als Strauch davor oder in einer Gruppe.
Wie entwickeln sich Zierfrüchte im Verlauf der verschiedenen Jahreszeiten?
Im Frühjahr blüht zuerst die Zierquitte von März bis April, der Zierapfel folgt von Anfang Mai bis Anfang Juni. Die Lampionblume blüht im Sommer und trägt ab August ihre orangeroten Fruchtkelche. Im Herbst färben sich ab September die Zierapfelfrüchte, und das Pfaffenhütchen zeigt im September und Oktober rote Fruchtkapseln mit orangen Samen. Zierapfelfrüchte können bis in den späten Winter hängen bleiben, zusammen mit stehen gelassenen Samenständen von Gräsern wie Chinaschilf.
Welche Sicherheitsaspekte sind bei der Auswahl von Zierfrüchten zu beachten?
Bestimme jede Art sicher, bevor du sie pflanzt, denn auffällig gefärbte Früchte sind besonders für Kinder eine Gefahr. Beim Pfaffenhütchen sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Samen, bei der Lampionblume die grüne Pflanze, besonders unreife Beeren, und der Wurzelstock. Zierkürbisse enthalten oft giftige Bitterstoffe, die auch Kochen nicht zerstört, und Zierpaprika ist nicht zum Verzehr bestimmt. Wurden möglicherweise giftige Pflanzenteile verschluckt, entferne Reste aus dem Mund, ruf ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löse kein Erbrechen aus.
Welche Zierfrüchte eignen sich besonders gut für die Gartengestaltung?
Als Gehölze bringen Zierquitte, Zierapfel und Pfaffenhütchen Struktur und Fruchtschmuck, wobei das Pfaffenhütchen in allen Teilen giftig ist. Die winterharte Lampionblume ist eine Staude mit orangeroten Fruchtkelchen ab August. Einjährig ergänzen Zierkürbis und Ziermais das Bild, dazu Sommerblumen mit dekorativen Samenkapseln wie die Jungfer im Grünen. Welche Art zu dir passt, hängt von Platz, Licht und Boden deines Gartens ab.
Zuletzt geprüft:
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