Adonisröschen vermehren: Stecklinge schneiden, pflegen und wann Saat besser ist
- Für Adonisröschen gibt es keine festen Stecklingsmaße, denn Länge und Blattzahl eines Kopfstecklings hängen von der Art ab.
- Gesunde, kräftige Triebe schneiden und Blüten, Knospen sowie einen Teil der Blätter entfernen.
- In nährstoffarme, durchlässige Erde mit Sand oder Perlit stecken, hell ohne direkte Sonne unter Folie stellen und täglich kurz lüften.
- Frühlings-Adonisröschen bald nach der Samenernte säen, Sommer-Adonisröschen als Einjährige säen, Amur-Adonisröschen im Sommer teilen.
- Das Frühlings-Adonisröschen ist besonders geschützt und giftig, vermehrt wird nur aus Gartenpflanzen.

Ein Adonisröschen, das im Frühjahr gelb leuchtet, hättest du gern öfter im Garten. Wer dafür sofort zur Schere greift, erlebt aber leicht eine Enttäuschung, denn StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. sind nicht bei jeder Art der passende Weg. Ich kläre deshalb zuerst, welches Adonisröschen vor mir steht, und entscheide erst dann, ob ich schneide, teile oder säe.
Zwei Dinge gelten bei jeder Art. Das Frühlings-Adonisröschen ist in Deutschland besonders geschützt und wird in der Roten Liste als gefährdet geführt. Triebe, Rhizomstücke und Samen nimmst du deshalb nur von Gartenpflanzen, nie aus der Natur. Außerdem sind Frühlings- und Sommer-Adonisröschen giftig, darauf achtest du bei jedem Schnitt.
Welches Adonisröschen steht bei dir im Beet?
Das Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) ist ausdauernd, blüht im April und Mai gelb und bildet ein kräftiges, tiefwurzelndes Rhizom. Das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) ist dagegen einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und wird 30 bis 40 cm hoch. Das Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis) kann an offenen, hellen Plätzen schon im Februar blühen.
Vermehrung: Jede Art hat ihre Eigenheiten
Für die Vermehrung zählt vor allem, wie lange eine Art lebt und was sie unter der Erde bildet. Die Tabelle zeigt dir, welcher Weg sich je Art planen lässt.
| Art | Lebensform | Verlässlicher Weg | Zeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) | ausdauernd, mit tiefwurzelndem Rhizom | Aussaat | möglichst bald nach der Samenernte |
| Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) | einjährig | Aussaat | März bis Mai oder August bis September |
| Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis) | Laub zieht im Sommer ein | Teilung | im Sommer |
Frühlings-Adonisröschen: Saat statt Schere
Ob sich Triebe oder Rhizomstücke des Frühlings-Adonisröschens als Stecklinge bewurzeln, dafür gibt es keine verlässlichen Angaben. Planbar ist die Aussaat. Du säst möglichst bald nach der Samenernte, auch wenn die Keimung erst nach der Winterkälte kommen kann. Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in die Erde.
Die Aussaat des Frühlings-Adonisröschens hältst du zuerst 2 bis 4 Wochen bei 18 bis 22 °C feucht. Danach folgen 4 bis 6 Wochen bei −4 bis +4 °C. Anschließend geht es bei 5 bis 12 °C weiter.
Den ganzen Weg von der Saat bis zur kräftigen Pflanze findest du im Ratgeber dazu, wie du Adonisröschen aussäst und über Selbstaussaat vermehrst.
Sommer-Adonisröschen: einjährig, darum säen
Das Sommer-Adonisröschen ist einjährig. Ein Steckling trägt dieselben Anlagen wie seine Mutterpflanze, aus ihm wird also keine ausdauernde Pflanze. Für Nachwuchs im nächsten Jahr säst du darum. Gesät wird von März bis Mai oder im August und September. Die Samen legst du 0,5 bis 1 cm tief. Gekeimt wird bei 12 bis 18 °C. Die Art bevorzugt sonnige Lagen mit kalkhaltigem Boden und verträgt keine StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Deine Saattermine im Staudenbeet hältst du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken fest.
Amur-Adonisröschen: im Sommer teilen
Das Amur-Adonisröschen lässt sich im Sommer durch Teilung vermehren. Seine Blätter beginnen im Juni zu welken und sind ab August vollständig eingezogen. Weil du im Sommer teilst und das Laub dann verschwindet, markierst du den Platz, solange die Blätter noch zu sehen sind. Für die Teilung von Stauden gilt allgemein: Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
„Adonisröschen lassen sich kaum vermehren.“ Das hängt an der Art. Das Sommer-Adonisröschen keimt nach 7 bis 14 Tagen. Beim Frühlings-Adonisröschen brauchst du mehr Geduld, hier liegt die Keimdauer bei 70 bis 84 Tagen.
Was Stecklinge bei Adonisröschen leisten und wo die Grenzen liegen
Bei der vegetativen Vermehrung ziehst du eine neue Pflanze aus einem Pflanzenteil statt aus einem Samen. Die neue Pflanze besitzt dieselben genetischen Anlagen wie ihre Mutterpflanze.
Das ist der eigentliche Vorteil. Nachkommen aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Willst du eine besondere Pflanze genau so erhalten, führt der Weg also über einen vegetativen Teil wie Steckling oder Teilstück.
Die Grenze liegt bei den Maßen. Länge und Blattzahl eines Kopfstecklings hängen von der Pflanzenart ab. Für Adonisröschen gibt es dazu keine verlässlichen Richtwerte, ebenso wenig für die Dauer bis zur Bewurzelung. Ich behandle Adonis-Stecklinge deshalb als Versuch und säe parallel, wo die Art es erlaubt. Die artübergreifenden Grundlagen stehen im Grundlagen-Kapitel zu Teilen, Stecklingen und Selbstaussaat bei Stauden.
Schritt für Schritt: Stecklinge schneiden und stecken
Den passenden Trieb auswählen
Nimm nur gesunde, kräftige Triebe, die weder zu weich noch zu hart sind. Die Mutterpflanze selbst muss ebenfalls gesund sein, denn auch beim eigenen Nachbau verwendest du ausschließlich gesundes Pflanzgut. Beim Frühlings-Adonisröschen stammt sie aus deinem Garten oder aus gärtnerischer Vermehrung, nie aus einem Wildbestand.
Frühlings- und Sommer-Adonisröschen enthalten herzwirksame Steroidglykoside, beim Frühlings-Adonisröschen sind alle Pflanzenteile giftig. Ich trage beim Schneiden Handschuhe und räume jeden Schnittrest sofort weg. Heu mit Sommer-Adonisröschen kann bei Pferden tödliche Vergiftungen verursachen, deshalb gehören Reste nie ins Tierfutter. Verwende Adonisröschen nicht zur Selbstmedikation. Bei Verdacht, dass jemand Pflanzenteile aufgenommen hat, rufst du ein Giftinformationszentrum an oder holst ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus.
Schneiden und vorbereiten
Schneide mit einer scharfen, sauberen Schere. War das Werkzeug zuvor in krankheitsbelasteter Erde, reinigst du es, damit du keine Erreger verschleppst. Am Steckling entfernst du Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter. So verdunstet er weniger Wasser, solange ihm Wurzeln fehlen.
Weil eine feste Länge fehlt, schneide ich mehrere Stecklinge unterschiedlich lang. Danach notiere ich, welche Triebe frisch bleiben.
Erde und Topf vorbereiten
Stecklingserde soll nährstoffarm und durchlässig sein. Ich mische dafür Sand oder Perlit unter die Erde. Der Topf braucht ein Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Stich mit einem Holzstab ein Loch vor, setze den Steckling ein und drücke die Erde rundum leicht an. Danach gießt du vorsichtig an.
Prüfe vor jedem Gießen auch die Feuchte im unteren Teil der Erde oder hebe den Topf an. Gerade bei torffreier Erde kann eine trockene Oberfläche verdecken, dass es darunter noch nass ist.
Hell, warm und ohne direkte Sonne
Beblätterte, krautige Stecklinge stellst du warm und hell auf, aber nicht in die direkte Sonne. Eine Folienabdeckung schützt sie vor zu starker Verdunstung. Unter der Folie kontrollierst du täglich, ob sich Schwitzwasser oder Schadstellen zeigen, und lüftest dabei kurz. Ich hebe die Folie dafür an und wische die Tropfen an der Innenseite ab.
Ich beschrifte jeden Topf mit Art, Mutterpflanze und Steckdatum. So kann ich später vergleichen, welche Triebe frisch geblieben sind und welche nicht.
Art bestimmt und eine Gartenpflanze als Quelle gewählt. Handschuhe an, Werkzeug sauber. Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter entfernt. Nährstoffarme, durchlässige Erde mit Sand oder Perlit im Topf mit Abzugsloch. Heller Platz ohne direkte Sonne, Folie darüber, täglich kurz lüften.
Wenn Stecklinge faulen oder welken
Die Folie hält die Verdunstung klein, gleichzeitig verursacht anhaltende Staunässe Sauerstoffmangel an den Wurzeln und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Unter der Abdeckung brauchst du darum beides: feuchte Luft und eine Erde, die nie im Wasser steht.
Welkt ein Steckling, obwohl die Erde feucht ist, gießt du nicht sofort nach. Welke kann auch von Hitze kommen oder von Wurzeln, die bei Dauernässe gelitten haben. Prüfe zuerst die Feuchte und sieh dir die Schnittstelle an. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln können auf eine Wurzelkrankheit hindeuten.
Kranke Stecklinge entsorgst du über den Haus- oder Biomüll. Auf dem Gartenkompost entstehen möglicherweise keine Temperaturen, die Erreger abtöten.
Die Folie bleibt tagelang geschlossen. Dann sammelt sich Schwitzwasser, und Schadstellen fallen erst spät auf. Lüfte täglich kurz und schau dabei jeden Steckling an.
Nach der Bewurzelung: umtopfen, abhärten, auspflanzen
Umtopfen nach Wurzelstärke
Wann du umtopfst, richtet sich nach der Stärke der Bewurzelung und nicht nach dem Kalender. Ich hebe den Topf an und schaue, ob Wurzeln am Abzugsloch erscheinen und der Ballen zusammenhält. Im Garten brauchen Frühlings- und Sommer-Adonisröschen später keine zusätzliche Düngung.
Abhärten
Im Zimmer bewurzelte Jungpflanzen gewöhnst du etwa eine Woche lang an draußen. Die Pflanzen stehen dabei an einem windgeschützten, schattigen und trotzdem hellen Platz. Den ersten Wechsel ins Freie legst du auf einen bedeckten Tag mit wenig Wind, damit die Blätter nicht verbrennen.
Auspflanzen
Das Frühlings-Adonisröschen braucht volle Sonne. Es reagiert empfindlich auf Beschattung, und wachsen Bäume oder Sträucher darüber, kann die Blüte ausbleiben. Im Garten passt es als Begleitstaude in eine vollsonnige Pflanzung nach dem Vorbild heimischer Steppenheiden. Der Boden soll gut bis sehr gut durchlässig sein. Plane 30 cm Abstand von Pflanze zu Pflanze ein.
Ausführlich zum Platz liest du im Ratgeber, welcher Standort im Garten zu Adonisröschen passt. Planst du eine Steinpartie, zeigt dir ein eigener Ratgeber, wie sich Adonisröschen in einen Steingarten einfügen. Vorab kannst du im Beetplaner den Platz für deine Jungpflanzen einzeichnen.
Vor dem Pflanzen tauchst du den Topfballen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die oberen Wurzeln bedeckst du mit 1 cm Erde. Bei anhaltender Trockenheit gießt du neu gepflanzte Stauden in den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. wiederholt durchdringend. Wie es danach weitergeht, steht im Ratgeber dazu, wie du Adonisröschen übers Jahr gießt, düngst und überwinterst.




