Zierpflanzen vermehren: Teilung, Stecklinge, Absenker und Samen im Vergleich
- Teilung, Stecklinge, Absenker, Kindel und Tochterzwiebeln liefern Pflanzen mit denselben genetischen Anlagen wie die Mutterpflanze.
- Nachkommen aus selbst geernteten Samen von Hybridsorten können deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
- Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
- Krautige Sommerstecklinge sind nicht verholzt, tragen weder Blüten noch Knospen und haben 3 bis 4 Blattpaare.
- Unter Folie, hell und ohne grelle Sonne können sie nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln bilden.

Du möchtest mehr von einer Staude, die bei dir gut wächst, oder ein altes Blaukissenpolster wird in der Mitte kahl. Ob die neuen Pflanzen später aussehen wie die alte, entscheidest du mit der Wahl der Methode. Bevor ich zu Spaten oder Messer greife, kläre ich deshalb eine Frage: Will ich genau diese Pflanze noch einmal haben, oder ist mir eine Überraschung recht?
Hinter dieser Frage steckt ein einfacher Unterschied. Vegetativ vermehrte Pflanzen besitzen dieselben genetischen Anlagen wie ihre Mutterpflanze. Bei Samen ist das anders, denn Nachkommen aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Welche Vermehrungsmethoden gibt es für Zierpflanzen?
Zur vegetativen Vermehrung zählen Teilung, Stecklinge, Absenker, Kindel und Tochterzwiebeln. Die generative Vermehrung läuft über Samen, die du selbst erntest oder die die Pflanze von allein ausstreut. Welche Methode infrage kommt, hängt an der Pflanze: Eine Staude mit Wurzelstock lässt sich teilen, eine Tulpe bildet Tochterzwiebeln.
| Methode | Was du dafür nimmst | Nachkommen | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Teilung | Stück vom Wurzelstock mit Auge oder Triebspitze | dieselben Anlagen wie die Mutterpflanze | Bart-Iris, Phlox, Garten-Chrysanthemen, Ziergräser |
| Stecklinge | Triebstücke, grundständige Triebe oder Blätter | dieselben Anlagen wie die Mutterpflanze | Phlox-Paniculata-Hybriden, Garten-Blaukissen, Rosenkelch, Elatior-Begonien |
| Absenker | Trieb, der bis zur Bewurzelung an der Mutterpflanze bleibt | dieselben Anlagen wie die Mutterpflanze | je nach Art |
| Kindel und Tochterzwiebeln | Jungpflanzen, die die Pflanze selbst bildet | dieselben Anlagen wie die Mutterpflanze | Grünlilie, Tulpen, Narzissen |
| Samen | reife Samen aus eigener Ernte oder Selbstaussaat | bei Hybridsorten und Kreuzungen abweichend | Akelei, Stockrose, Cosmea, Islandmohn |
Für Sorten folgt daraus eine klare Linie. Teilung erhält Hybridsorten des Staudenrittersporns sortenecht, aus ihren Samen können dagegen abweichende Nachkommen entstehen. Willst du eine Hybridsorte behalten, führt der Weg also über Teilung oder Stecklinge und nicht über ihre Samen.
Sortenecht heißt, dass die Nachkommen die Merkmale ihrer Sorte zeigen. Sämlinge von Echinacea purpurea sind nicht sortenecht. Bei Akeleien, die nebeneinander wachsen, ist wegen ihrer leichten Kreuzbarkeit keine dauerhaft sortenechte Selbstaussaat zu erwarten.
Welche Methode passt zu welcher Pflanze?
Bei Stauden dient das Teilen zugleich der Vermehrung und der Verjüngung. Auch Ziergräser, deren Horste innen verkahlen, gräbst du im Frühjahr aus und teilst sie. Stecklinge kommen bei dafür geeigneten Beet- und Balkonpflanzen infrage. Sie passen außerdem zu Arten, deren Sorten vegetativ erhalten werden, etwa zu Campanula poscharskyana.
Bei sterilen Sorten fällt der Weg über Samen weg. Die Duftnesseln ‘Blue Fortune’ und ‘Black Adder’ sind steril und säen sich nicht selbst aus. Umgekehrt gibt es Sorten, die über Samen vermehrt werden. Bei Garten-Blaukissen stehen neben vegetativ zu vermehrenden Sorten auch Samensorten wie ‘Whitewell Gem’, ‘Campbellii’ und die Mischung ‘Cascade’. Auch die Duftnessel Agastache rugosa ‘Golden Jubilee’ ist eine samenvermehrte Sorte.
Bei Glockenblumen hängt die passende Methode stark an der Art. Welche Glockenblume du teilst, über Stecklinge ziehst oder aussäst, erklärt die Anleitung zu Teilung, Stecklingen und Aussaat bei Glockenblumen. Für einige Arten zeigt die Tabelle Methode und Zeitpunkt.
| Pflanze | Methode | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Bart-Iris | Teilung | nach der Blüte im Spätsommer, alle drei bis fünf Jahre |
| Staudenrittersporn | Teilung | zeitiges Frühjahr oder Ende Juni nach dem Rückschnitt |
| Garten-Chrysanthemen | Teilung | zeitiges Frühjahr, sobald der Austrieb beginnt |
| Phlox | Teilung | bei den frühen Frühjahrsarbeiten |
| Phlox-Paniculata-Hybriden | Stecklinge | Frühjahr |
| Coreopsis verticillata | Teilung | Frühjahr oder Herbst |
| Ziergräser mit innen verkahlenden Horsten | Teilung | Frühjahr |
| Mehrjährige Lupinen | Teilung der Wurzelstöcke | Frühjahr |
| Garten-Blaukissen, vegetativ zu vermehrende Sorten | Stecklinge oder Risslinge; Teilung | Spätherbst; Frühjahr |
| Große Schmucklilien im Kübel | Teilung des Wurzelballens in 2 oder 4 Teile | nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr |
| Amur-Adonisröschen | Teilung | Sommer |
Wie teilst du Stauden richtig?
Ich teile erst, wenn die Pflanzlöcher für die Teilstücke schon ausgehoben sind. Garten-Chrysanthemen zum Beispiel pflanzt du unmittelbar nach der Teilung wieder ein. Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze. Manche Arten brauchen mehr: Beim Staudenrittersporn behält jedes Stück mindestens 2 sichtbare Augen oder Triebstücke und ausreichend Wurzeln. Bei Garten-Chrysanthemen enthält jedes Teilstück mehrere Triebe und einen Anteil des Wurzelsystems.
Bart-Iris mit ihren Rhizomen teilst du anders. Ein Teilstück braucht mindestens einen gesunden Blattfächer und einige Wurzeln. Du setzt es so flach, dass die Oberseite des Rhizoms etwas über der Erde sichtbar bleibt. Anschließend gießt du an und hältst die Erde bis zum Anwachsen gleichmäßig feucht. Andere Stauden kommen tiefer in die Erde: Bei der allgemeinen Staudenpflanzung bekommen Wurzelballen oder obere Wurzeln eine Bodenabdeckung von 1 cm.
Große Schmucklilien im Kübel topfst du nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr aus und trennst den Wurzelballen auf. Die frisch geteilten Pflanzen erholen sich im Halbschatten. Gieße sie vorsichtig, bis neue Wurzeln nachwachsen.
Lässt die Blühleistung nach, kann bei dafür geeigneten Stauden nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden. Wann sich das lohnt und wie Teilen, Stecklinge und Selbstaussaat im Jahreslauf zusammenhängen, beschreibt der Abschnitt Teilen, Stecklinge und Selbstaussaat im Stauden-Ratgeber.
Teilstücke oder Stecklinge von einer kranken Mutterpflanze nehmen. Auch beim eigenen Nachbau verwendest du nur gesundes Saat- und Pflanzgut. Befallene Pflanzen entsorgst du über Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise nicht genug Hitze entsteht, um Erreger abzutöten. Spaten, Schuhe und Stützen, an denen krankheitsbelastete Erde haftet, reinigst du, bevor du weiterarbeitest.
Wie ziehst du Stecklinge?
Welche Triebe eignen sich?
Für Stecklinge nimmst du gesunde, kräftige Triebe, die weder zu weich noch zu hart sind. Bei der Sommervermehrung geeigneter Beet- und Balkonpflanzen sind die Triebe noch nicht verholzt und tragen weder Blüten noch Knospen. Sie haben 3 bis 4 Blattpaare. Wie lang ein Kopfsteckling ist und wie viele Blätter er trägt, hängt von der Pflanzenart ab. Halte dich deshalb an die Angaben zu deiner Art statt an ein Einheitsmaß.
Neben dem Kopfsteckling gibt es weitere Formen. Campanula poscharskyana lässt sich im zeitigen Frühjahr über grundständige Stecklinge vermehren. Bei geeigneten Pflanzen wie Elatior-Begonien schneidest du Blätter mit oder ohne Blattstiel und steckst sie als Blattstecklinge. Vegetativ zu vermehrende Garten-Blaukissen ziehst du im Spätherbst über Stecklinge oder Risslinge.
Wie bereitest du Stecklinge vor?
Ich schneide einen Steckling erst, wenn Topf und Erde bereitstehen. Vom Trieb entfernst du Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter, damit er weniger Wasser verdunstet. Die Stecklingserde soll nährstoffarm und durchlässig sein. Dafür kannst du sie mit Sand oder Perlit mischen.
Prüfe vor dem Befüllen, ob das Gefäß Wasserabzugslöcher hat. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule.
Welches Klima brauchen Stecklinge zum Bewurzeln?
Beblätterte krautige Stecklinge stellst du warm und hell auf, aber ohne direkte Sonne. Eine Folienabdeckung schützt sie vor zu starker Verdunstung. Unter der Folie schaust du täglich nach Schwitzwasser und Schadstellen und lüftest dabei kurz. Ich hebe die Folie dafür morgens an und sehe mir jeden Steckling bis zur Spitze an. Unter diesen Bedingungen können krautige Sommerstecklinge geeigneter Beet- und Balkonpflanzen nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln bilden.
Mutterpflanze gesund und kräftig, Blüten, Knospen und ein Teil der Blätter entfernt, Erde nährstoffarm und durchlässig, Gefäß mit Abzugslöchern, Folie darüber, Platz hell ohne direkte Sonne, Abdeckung täglich kontrolliert und kurz gelüftet.
Wann topfst du um, und wann düngst du?
Wann du umtopfst, richtet sich nach der Stärke der Bewurzelung. Ob und wie du danach düngst, hängt an der Art: Die Immergrüne Schleifenblume bekommt bei der Pflanzung keinen Dünger. Stauden nährstoffarmer Standorte können auf übermäßige Düngung mit untypisch starkem Wachstum und schlechterer Winterhärte reagieren. Die Unterschiede zwischen den Staudengruppen behandelt der Abschnitt „Düngen: von Kompost bis gar nicht“ im Stauden-Ratgeber.
Wie die Stecklingstechnik bei einer einzelnen Art aussieht, zeigt das Praxisbeispiel, wie du Landnelken über Stecklinge ziehst.
Wie funktionieren Absenker, Kindel und Tochterzwiebeln?
Beim Absenker bildet ein Trieb Wurzeln, während er noch mit der Mutterpflanze verbunden ist. Du biegst ihn zur Erde und bringst ein Stück davon in den Boden, die Triebspitze bleibt oberhalb der Erde. Abtrennen darfst du ihn erst, wenn er ausreichend Wurzeln gebildet hat.
Manche Pflanzen liefern ihre Jungpflanzen gleich mit. Bei der Grünlilie nimmst du kräftige Kindel von den Blütenständen ab und pflanzt sie direkt ein. Kleinere Kindel kannst du zunächst im Wasserglas vorziehen. Tulpen und Narzissen vermehren sich vegetativ über Tochterzwiebeln, aus denen eigenständige Pflanzen heranwachsen. Echtes Leinkraut breitet sich über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus, und das Duftveilchen bildet ebenfalls Ausläufer.
Wie gewinnst du eigene Samen?
Woran erkennst du reife Samen?
Für eigene Samen lässt du ausgewählte verblühte Blüten bis zur Samenreife an der Pflanze. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Die Reifezeichen unterscheiden sich je nach Art.
| Pflanze | Woran du reife Samen erkennst |
|---|---|
| Lupinen | Hülsen dunkel gefärbt und trocken |
| Stockrosen | Kapsel trocken und leicht zu öffnen |
| Cosmea | Samen braun und ausgereift |
| Sommeraster ‘Pompon Blau-Weiss’ | Blütenköpfe braun und trocken |
| Gewöhnliche Nachtkerze | untere Kapseln reif, während oben noch Blüten offen sind |
| Wiesen-Margerite | Früchte reifen im September und Oktober, Blütenstände bis zum Herbst ausreifen lassen |
| Wegwarte | Samen reifen ungleichmäßig, ein fester Sammeltermin ersetzt den Blick auf die Reife nicht |
Bei der Nachtkerze fallen aus oben offenen Kapseln Samen heraus. Schau dort deshalb schon während der Blüte nach den unteren Kapseln. Lupinensamen sind Saatgut und nicht zum Essen gedacht.
Beim Teilen und Samensammeln hast du auch giftige Arten in der Hand. Gartenrittersporn ist in allen Pflanzenteilen stark giftig, ebenso sind beim Frühlings-Adonisröschen und bei der Gewöhnlichen Akelei alle Pflanzenteile giftig. Bei Arbeiten mit Fingerhut trägst du Handschuhe. Besteht der Verdacht, dass jemand Pflanzenteile gegessen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.
Wie trocknest und lagerst du Samen?
Frisch geerntete Samen breitest du auf Papier aus und lässt sie nachtrocknen. Danach lagerst du sie kühl, dunkel und trocken in dicht schließenden Gefäßen. Ich beschrifte jede Tüte mit Art, Sorte und Erntejahr, bevor sie in die Dose kommt. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei kühler, dunkler und trockener Lagerung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen etwa 3 Jahre keimfähig, als Orientierung und ohne Garantie für jede Art. Bei Resten mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt..
Nicht jede Art gehört in die Vorratsdose. Selbst gewonnene Samen von Gartenrittersporn säst du nach dem Ausreifen unverzüglich aus. Auch das Frühlings-Adonisröschen kommt möglichst bald nach der Samenernte in die Erde, selbst wenn die Keimung erst nach der winterlichen Kälte erfolgen kann.
Bleibt die Sorte aus eigenen Samen erhalten?
Die Echinacea-Artisan-Kollektion ist ein Beispiel für F1-Hybriden, die als Saatgut angeboten werden. Weil Samen von Hybridsorten abweichende Nachkommen bringen können, gilt das auch für Samen, die du später von solchen Pflanzen erntest. Agastachen lassen sich außerdem leicht untereinander kreuzen. Wie viel Abstand reine Samen brauchen, zeigt die Sommeraster ‘Pompon Blau-Weiss’: Für ihre Saatgutvermehrung wird eine Isolationsdistanz von 200 m empfohlen.
„Aus eigenen Samen wächst wieder dieselbe Sorte.“ Das gilt nicht für jede Pflanze. Nachkommen aus Samen von Hybridsorten können anders aussehen als die Mutterpflanze. Die Gartenaster wird von Insekten bestäubt und verkreuzt sich mit anderen Sorten von Callistephus chinensis.
Wie säst du selbst geerntete Samen aus?
Für Aussaaten in Schalen und kleinen Töpfen eignet sich salzarme Aussaaterde, aus der überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für Aussaaterden einen Salzgehalt unter 0,5 g/Liter. Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung bleibt das Substrat ständig ausreichend feucht. Eine Abdeckung nimmst du beim ersten Keimling ab und stellst die jungen Pflanzen hell, aber vor praller Sonne geschützt auf. Stehen die Sämlinge dicht, vereinzelst du sie nach den ersten Laubblättern mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. und ziehst dabei nicht an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen..
Kaltkeimer wie die Akelei brauchen nach einer Warmphase einen KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume.. Den Ablauf beschreibt der Abschnitt „Aussaat, Vorkultur und Pflanzung“ im Stauden-Ratgeber. Wann welche Staude gesät wird, zeigt dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.
Selbstaussaat zulassen oder bremsen?
Manche Arten übernehmen die Aussaat selbst. Die Gewöhnliche Akelei ist eine meist kurzlebige Staude, die sich im Garten bereitwillig selbst aussät. Islandmohn ist ebenfalls kurzlebig und kann sich bei passenden Standortbedingungen gut durch Selbstaussaat vermehren. Beim Vergissmeinnicht müssen blühende Pflanzen dafür bis zur Samenreife stehen bleiben.
Willst du keine Sämlinge, entfernst du verwelkte Blüten rechtzeitig. Das kann bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Bei Chinaschilf wählst du spät blühende oder sterile Sorten, wenn du seine Selbstaussaat begrenzen willst.
Ich lasse an einer Akelei die Fruchtstände stehen und schneide sie an den übrigen nach der Blüte ab.
Wie du Akelei über Selbstaussaat und Teilung vermehrst und beides steuerst, steht in einem eigenen Ratgeber. Für die Nachtviole gibt es eine Anleitung, wie du Nachtviolen über Selbstaussaat, Stecklinge und Samenernte vermehrst.
Wie härtest du Jungpflanzen ab und pflanzt sie aus?
Jungpflanzen von der Fensterbank oder aus dem Gewächshaus brauchen einen Übergang. Pikierte Sämlinge gewöhnst du tagsüber schrittweise an die Außentemperaturen. Im Zimmer gezogene Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab. Für den Umzug nach draußen wählst du bedecktes, wenig windiges Wetter, damit die Blätter nicht verbrennen. Frostempfindliche Arten wie die Bauernorchidee ‘Angel Wings’ pflanzt du erst nach dem Abhärten aus, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Den Topfballen tauchst du vor dem Pflanzen vollständig in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Neu gepflanzte Stauden wässerst du bei anhaltender Trockenheit in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden wiederholt durchdringend. Wo die Jungpflanzen hinkommen, legst du vorher fest, zum Beispiel mit dem Beetplaner für dein Staudenbeet.
Für standortgerecht zusammengestellte Staudenmischpflanzungen liegt die Orientierung bei 7 bis 10 Pflanzen/m², die konkrete Dichte hängt vom Standort und der gewünschten Wirkung ab. Neu angelegte Staudenpflanzungen bekommen in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt etwa 25 l/m² je Gießgang.




