Glockenblumen vermehren: Teilen, Stecklinge oder Aussaat passend zur Art
- Glockenblumen vermehrst du je nach Art durch Teilung, Stecklinge oder Aussaat.
- Die Pfirsichblättrige Glockenblume lässt sich bei Austriebsbeginn leicht teilen.
- Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens ein austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
- Die Hängepolster-Glockenblume vermehrst du im zeitigen Frühjahr über grundständige Stecklinge.
- Stecklinge stehen warm und hell ohne direkte Sonne unter Folie, die du täglich kontrollierst und kurz lüftest.
- Aus Samen von Hybridsorten können Nachkommen wachsen, die deutlich von der Mutterpflanze abweichen.

Bevor ich eine Glockenblume vermehre, schaue ich nach, welche Art vor mir steht. Davon hängt die Methode ab: Die Pfirsichblättrige Glockenblume lässt sich bei Austriebsbeginn leicht teilen, die Hängepolster-Glockenblume ziehst du über grundständige StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.. Die Karpaten-Glockenblume vermehrst du aus Samen. Passt die Methode zur Art, ersparst du dir unnötiges Ausgraben und die Enttäuschung, wenn Samen einer Hybridsorte anders aussehende Nachkommen bringen.
Teilen, Stecklinge oder Aussaat: die drei Wege im Vergleich
Glockenblumen lassen sich auf allen drei Wegen vermehren, aber nicht jede Art auf jedem. Ein zentraler Unterschied liegt im Erbgut der Nachkommen.
Teilung und Stecklinge sind vegetative Vermehrung. Die neuen Pflanzen besitzen dieselben genetischen Anlagen wie ihre Mutterpflanze. Bei der Aussaat wächst eine neue Generation heran, und aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen entstehen, die anders aussehen als die Mutterpflanze.
| Methode | Nachkommen | Passt zum Beispiel zu | Zeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Teilung | gleiche Erbanlagen wie die Mutterpflanze | Pfirsichblättrige Glockenblume, Dalmatiner-Glockenblume | Frühjahr, bei der Pfirsichblättrigen zum Austriebsbeginn |
| Stecklinge | gleiche Erbanlagen wie die Mutterpflanze | Hängepolster-Glockenblume, Dalmatiner-Glockenblume | zeitiges Frühjahr beziehungsweise Frühjahr |
| Aussaat | bei Hybridsorten können sie abweichen | Karpaten-Glockenblume, Marien-Glockenblume, Pfirsichblättrige Glockenblume, Wildart der Dalmatiner-Glockenblume | je nach Art |
Die Teilung ist der direkte Weg, wenn du einen kräftigen Horst im Beet hast. Du gräbst dafür die Mutterpflanze aus, und jedes Teilstück braucht ein eigenes austriebsfähiges Auge. Wie viele neue Pflanzen du bekommst, hängt also davon ab, wie viele Augen der Horst trägt.
Stecklinge verlangen mehr Aufmerksamkeit, weil sie unter Folie stehen und täglich kontrolliert werden. Dafür bleibt die Mutterpflanze stehen, und Sorten der Hängepolster-Glockenblume erhältst du auf diesem Weg.
Die Aussaat liefert dir auf einmal viele Jungpflanzen und ist bei zweijährig kultivierten Glockenblumen der Weg zum Nachwuchs. Ihr Haken: Aus eigenen Samen von Hybridsorten wächst womöglich etwas anderes heran als die Mutterpflanze. Bei zweijährig kultivierten Arten wie der Marien-Glockenblume brauchst du außerdem Geduld, denn sie blühen erst im zweiten Kulturjahr.
Absenker und weitere Wege, die über Glockenblumen hinausgehen, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Zierpflanzen vermehrst.
Welche Glockenblume du wie vermehrst
Für fünf Glockenblumen aus dem Garten siehst du hier, welche Methode passt. „Nicht gesichert“ heißt: Für diese Methode gibt es bei der Art keine verlässliche Empfehlung. Das bedeutet nicht, dass sie unmöglich ist.
| Glockenblume | Teilen | Stecklinge | Aussaat | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia) | leicht, bei Austriebsbeginn | nicht gesichert | ja, auch SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. | eher kurzlebig, etwa 50 bis 150 cm hoch |
| Hängepolster-Glockenblume (Campanula poscharskyana) | nicht gesichert | grundständige Stecklinge im zeitigen Frühjahr | nicht gesichert | Sorten werden vegetativ erhalten, kann sich stark ausbreiten |
| Dalmatiner-Glockenblume (Campanula portenschlagiana) | im Frühjahr | im Frühjahr | für die Wildart | etwa 10 bis 20 cm hohe Polster mit kurzen AusläufernAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. |
| Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica) | nicht gesichert | nicht gesichert | im Haus März und April, im Freiland Mitte April bis Mitte Juli | Samen nicht mit Erde bedecken, neigt nicht zum Wuchern |
| Marien-Glockenblume (Campanula medium) | nicht gesichert | nicht gesichert | Vorkultur, ‘Glockenspiel’ vor dem Auspflanzen abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. | wird zweijährig kultiviert |
Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)
Die Pfirsichblättrige lässt sich bei Austriebsbeginn leicht teilen. Ich steche sie im Frühjahr aus, sobald sich die ersten neuen Triebe zeigen. Außerdem vermehrt sie sich über Aussaat und sät sich im Garten auch selbst aus. Weil sie eher kurzlebig ist, lässt du am besten einzelne Blütenstände stehen: Schneidest du alle nach der Blüte ab, verhinderst du die Selbstaussaat und damit Sämlinge, die ältere Pflanzen ersetzen können.
Hängepolster-Glockenblume (Campanula poscharskyana)
Diese Art vermehrst du im zeitigen Frühjahr über grundständige Stecklinge. Das sind junge Triebe, die unten aus der Basis der Pflanze wachsen. Ihre Sorten werden vegetativ erhalten. Willst du also genau die Sorte aus deinem Beet behalten, nimmst du Stecklinge und keine Samen. Die Polster werden etwa 15 bis 20 cm hoch und können sich stark ausbreiten.
Dalmatiner-Glockenblume (Campanula portenschlagiana)
Bei Campanula portenschlagiana hast du die Wahl zwischen drei Wegen. Im Frühjahr kannst du die Polster teilen oder Stecklinge schneiden. Die Wildart lässt sich außerdem aussäen. Die Polster dehnen sich über kurze Ausläufer langsam aus.
Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica)
Die Karpaten-Glockenblume ziehst du aus Samen. Im Haus säst du sie im März und April, im Freiland von Mitte April bis Mitte Juli. Die Samen drückst du nur leicht an, bedeckst sie nicht mit Erde und hältst sie bis zum Auflaufen feucht. Die Saat keimt bei 18 bis 20 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage.
Marien-Glockenblume (Campanula medium)
Die Marien-Glockenblume wird zweijährig kultiviert, zum Beispiel die Mischung ‘Gefüllte Gemischt’. Nachwuchs ziehst du deshalb aus Samen vor. Vorgezogene Pflanzen der Sorte ‘Glockenspiel’ härtest du vor dem Auspflanzen ab und setzt sie von Juni bis September ins Beet.
Glockenblumen teilen: Schritt für Schritt
Wann du Glockenblumen teilst
Teile Staudenglockenblumen im Frühjahr. Bei der Pfirsichblättrigen passt der Austriebsbeginn, bei der Dalmatiner-Glockenblume ebenfalls das Frühjahr. Teilen dient bei Stauden zugleich der Verjüngung. Lässt die Blühleistung nach, kann bei dafür geeigneten Stauden nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden.
So teilst du den Horst
- Grab den ganzen Horst mit dem Spaten aus und schüttle lose Erde ab.
- Such die Stellen, an denen sich Triebgruppen voneinander trennen lassen.
- Zerteile den Ballen dort mit dem Spaten oder einem scharfen Messer in etwa faustgroße Stücke.
- Prüfe jedes Stück: Es braucht Wurzeln und mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
- Setz die Teilstücke gleich wieder ein, sodass die oberen Wurzeln eine Bodenabdeckung von 1 cm bekommen.
- Gieß jedes Teilstück gründlich an.
Teile nur gesunde Mutterpflanzen, denn auch beim eigenen Nachbau gehört nur gesundes Pflanzgut ins Beet. Bei der Pfirsichblättrigen ist das besonders wichtig, weil sie stark von Rost befallen werden kann. Gelbliche bis orangefarbene Pusteln auf den Blattunterseiten können auf Rost hindeuten, und solch einen Horst nehme ich nicht als Spender. Hat der Spaten in krankheitsbelasteter Erde gesteckt, reinigst du ihn, bevor du die nächste Pflanze teilst.
Teilstücke ohne Auge. Ein Stück ohne austriebsfähiges Auge oder vitale Triebspitze hat keinen Punkt, aus dem es neu austreiben kann. Ich zähle deshalb an jedem Teil nach, bevor es in die Erde kommt.
Pflege nach der Teilung
Frisch gepflanzte Stauden brauchen während des Einwachsens zusätzliches Wasser. Gieße morgens direkt in den Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Prüfe vorher die Feuchte unter der Oberfläche, statt dich nach einer trockenen Oberfläche zu richten. Legst du mit den Teilstücken ein neues Beet an, wässerst du bei anhaltender Trockenheit in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. wiederholt durchdringend. Je Gießgang gelten dabei etwa 25 l/m². Länger anhaltende Staunässe vermeidest du trotzdem, weil sie Sauerstoffmangel im Wurzelbereich verursacht und Wurzelfäule begünstigt.
Ich stecke neben jedes frisch gesetzte Teilstück einen Stab, damit ich es beim Gießen nicht übersehe. Wo die neuen Pflanzen Platz finden, zeichnest du vorher im Beetplaner für dein Staudenbeet ein.
Glockenblumen aus Stecklingen ziehen
Welche Triebe sich eignen
Für Stecklinge nimmst du gesunde, kräftige Triebe, die weder zu weich noch zu hart sind. Bei der Hängepolster-Glockenblume sind das grundständige Triebe im zeitigen Frühjahr. Bei der Dalmatiner-Glockenblume schneidest du ebenfalls im Frühjahr. Länge und Blattzahl eines Kopfstecklings hängen von der Pflanzenart ab, deshalb richte ich mich nach dem Trieb selbst und nicht nach einem festen Maß.
Stecklinge schneiden und stecken
- Schneide den Trieb mit einem sauberen, scharfen Messer ab.
- Entferne Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter, damit der Steckling weniger Wasser verdunstet.
- Fülle kleine Töpfe mit nährstoffarmer, durchlässiger Stecklingserde.
- Steck den Steckling hinein und drück die Erde rundherum leicht an.
- Zieh eine Folienabdeckung darüber und stell den Topf warm und hell auf, aber ohne direkte Sonne.
Die Folie schützt den Steckling vor übermäßiger Verdunstung, solange er noch keine Wurzeln hat. Ohne direkte Sonne heizt sich die Luft darunter nicht unnötig auf.
Ich mische die Stecklingserde mit Sand oder Perlit, bis sie locker und durchlässig ist.
Bewurzelung und Pflege der Stecklinge
Kontrolliere die Abdeckung täglich auf Schwitzwasser und Schadstellen und lüfte dabei kurz. Ich hebe die Folie dafür jeden Morgen an und wische die Tropfen an der Innenseite ab. Krautige Sommerstecklinge geeigneter Beet- und Balkonpflanzen können unter Folie an einem hellen Platz ohne grelle Sonne nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln bilden. Glockenblumen schneidest du aber im Frühjahr, verlass dich deshalb nicht auf den Kalender, sondern auf die Wurzeln. Wann du umtopfst, richtet sich nach der Stärke der Bewurzelung: Sitzt der Steckling fest und sind am Topfboden Wurzeln zu sehen, ist er so weit.
Im Zimmer gezogene Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab. Für den Umzug ins Freie wählst du einen bedeckten, wenig windigen Tag, um Blattverbrennungen zu vermeiden.
gesunder, kräftiger Trieb, weder zu weich noch zu hart · Blüten, Knospen und ein Teil der Blätter entfernt · nährstoffarme, durchlässige Stecklingserde · warm und hell, aber ohne direkte Sonne · Folie täglich kontrollieren und kurz lüften · umtopfen erst bei kräftiger Bewurzelung
Samen gewinnen oder kaufen
Eigene Samen lohnen sich vor allem bei Wildarten, etwa bei der Wildform der Dalmatiner-Glockenblume. Bei Hybridsorten können die Nachkommen aus selbst geernteten samen.liveutlich von der Mutterpflanze abweichen. Gekauftes Saatgut bringt die Sorte mit, die auf der Tüte steht, und dazu die Aussaatangaben für genau diese Sorte. Für naturnahe Flächen greifst du zu gebietseigenem Wildpflanzensaatgut, weil es den Erhalt regionaler genetischer Vielfalt unterstützt.
Samen selbst ernten
Lass ausgewählte verblühte Blüten bis zur Samenreife an der Pflanze. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Breite die Samen anschließend auf Papier aus und lass sie nachtrocknen, bevor du sie verpackst. Ernte dabei nur von gesunden Pflanzen.
Ich lasse an meinen Pfirsichblättrigen einzelne Blütenstände stehen und schneide die übrigen nach der Blüte ab. Die Samen fülle ich erst nach dem Nachtrocknen in Tüten und beschrifte jede mit Art und Erntejahr.
Samen richtig lagern
Getrocknete Samen bewahrst du kühl, dunkel und trocken in dicht schließenden Gefäßen auf. Bevor du überlagertes Saatgut säst, prüfst du seine KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut..
Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung, keine Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt..
Aussaat, Keimung und Pikieren
Wann du säst, ob direkt ins Beet oder in Schalen, wie du pikierst und was bei schlechter Keimung hilft, hängt an der jeweiligen Art. Die einzelnen Schritte bis an den endgültigen Platz beschreibt der Ratgeber, wann und wie du Glockenblumen aussäst. Die Saattermine deiner Stauden hast du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser auf einen Blick.
Wenn die Vermehrung stockt
Stecklinge bilden keine Wurzeln
Bleiben Stecklinge ohne Wurzeln, kann das mehrere Ursachen haben. Prüfe zuerst das Ausgangsmaterial: Sehr weiche oder schon harte Triebe sind ungünstig, ebenso Triebe, an denen noch Blüten oder Knospen sitzen. Dann schaust du auf die Erde, denn Stecklingserde soll nährstoffarm und durchlässig sein. Steht sie lange nass, kann die Staunässe Sauerstoffmangel im Wurzelbereich verursachen und Fäulnis begünstigen. Auch der Platz zählt: warm und hell, aber ohne direkte Sonne. Zeigen sich unter der Folie Schadstellen, sortierst du die betroffenen Stecklinge aus. Ich schneide in solchen Fällen lieber frisch nach, als alte Stecklinge lange stehen zu lassen.
Jungpflanzen bleiben schwach oder kränkeln
Kümmernde Jungpflanzen zeigen Hinweise, keine fertige Diagnose. Prüfe zuerst die Feuchte im Topf, denn welkende Topfpflanzen können auch durch Hitze schlapp werden oder durch Wurzeln, die bei Dauernässe geschädigt sind. Erst nach dieser Prüfung gießt du nach. Lässt sich der Ballen vorsichtig aus dem Topf ziehen, schau dir die Wurzeln an: Braune, faule oder vermorschte Wurzeln sind ein Hinweis auf Wurzelkrankheiten. Hell- bis gelbgrüne ältere Blätter bei gebremstem Wachstum können auf Stickstoffmangel hindeuten.
Danach schaust du auf die Blätter. Ich drehe kümmernde Jungpflanzen dafür vorsichtig zur Seite und sehe zuerst unter die Blätter, bevor ich am Gießen etwas ändere. Glockenblumen können an Falschem Mehltau erkranken. Ein nicht abwischbarer, weißlicher bis grauvioletter Belag auf der Blattunterseite und gelbe bis braune Flecken oben können darauf hinweisen. Sitzen Blattläuse in Kolonien an Triebspitzen oder Blattunterseiten, reicht bei schwachem Befall meist ein Wasserstrahl. Befallene Blätter entfernst du. Mit Krankheitserregern befallene Pflanzen entsorgst du über Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise nicht die Temperaturen entstehen, die Erreger abtöten.
Die Karpaten-Glockenblume kann besonders stark unter Schneckenfraß leiden. Sammle Schnecken in der Dämmerung, am frühen Morgen oder bei feuchtem Wetter ab. Ein Schneckenzaun schützt nur zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiterhin absammelst. Weinbergschnecken stehen unter Schutz und dürfen nicht gezielt bekämpft werden.
Pflege der neuen Glockenblumen im Jahreslauf
Sind Teilstücke, Stecklinge und Sämlinge eingewachsen, pflegst du sie wie jede etablierte Glockenblume. Der Ratgeber zeigt dir, wie du Glockenblumen gießt, mulchst, zurückschneidest und über den Winter bringst. Die artübergreifende Pflege von Stauden im Jahreslauf mit Rückschnitt, Winter und Mulch findest du im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.
Wohin mit den neuen Glockenblumen?
Wohin die Jungpflanzen passen, hängt an der Art: Die Hängepolster-Glockenblume eignet sich für Beetkanten, die Pfirsichblättrige ist ein Partner für Akeleien. In einer Blumenwiese können Glockenblumen gezielt als Nahrungspflanzen für Scherenbienen dienen. Der Ratgeber zeigt dir, welche Glockenblumenarten es gibt und wie du sie vom Steingarten bis zum Balkon einsetzt.




