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Flüssigdünger oder Granulat für Blühpflanzen: nach Gefäß, Beet und Blühphase wählen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Flüssigdünger passt, wo Nährstoffe schnell an die Wurzel sollen; langsam wirkende feste Dünger passen ins Staudenbeet und als Depot beim Bepflanzen.
  • Im Beet ist eine Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.
  • Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde reicht der Vorrat häufig für 4 bis 6 Wochen.
  • Flüssigdünger kommt nur auf feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
  • Mehr Phosphat ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten; bei blauen Hortensien kann es die Blaufärbung beeinträchtigen.
  • Eine artenreiche Blumenwiese pflegst du ohne regelmäßige Rasendüngung und magerst sie aus, indem du das Mähgut abräumst.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Im Regal stehen eine Flasche Flüssigdünger und ein Beutel Granulat, auf dem Balkon warten Pelargonien, im Beet Rosen und Rittersporn. Welche Form du nimmst, hängt weniger an der Packung als am Standort der Pflanze und an der Phase, in der sie gerade steckt. Ich gehe deshalb jede Blühpflanze mit drei Fragen durch: Topf oder Beet, Austrieb oder Blüte, und wie viel Vorrat steckt schon in der Erde?

Die kurze Antwort: Flüssigdünger passt dorthin, wo Nährstoffe schnell an die Wurzel sollen. Das sind Kübel und Kasten ohne Depot, die Sommergabe für öfter blühende Rosen und ein festgestellter Mangel. Langsam wirkende feste Dünger passen im Frühjahr ins Staudenbeet und als Depot beim Bepflanzen von Kübel, Kasten und Ampel. Manche Blühpflanzen kommen ohne Dünger aus, und eine Blumenwiese soll sogar magerer werden.

Welche Düngerform zu welcher Blühpflanze passt

Die Übersicht ist mein Merkzettel für die Saison. Die Gründe stehen in den folgenden Abschnitten.

Pflanze und Standort Düngerform Darauf achte ich
Prachtstauden im Beet Kompost im Frühjahr, bei starkwachsenden Stauden zusätzlich Hornmehl Frühjahr statt Herbst, damit weniger ausgewaschen wird
Öfter blühende Gartenrosen zur Forsythienblüte langsam wirkender organischer Dünger, ab Mitte bis Ende Juni ein in Wasser gelöster Dünger frisch gepflanzte Rosen frühestens im Folgejahr düngen
Pelargonien im Kasten Langzeitdünger beim Pflanzen, ohne Depot flüssiger Volldünger alle 10 bis 14 Tage flüssig erst nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum
Zauberglöckchen Feenstaub in der Ampel Langzeitdünger bei der Pflanzung, alternativ wöchentlich flüssig die Erde nicht austrocknen lassen
Kübelpflanzen mit Winterruhe Düngezeit von Ende April bis August nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde häufig 4 bis 6 Wochen ohne Dünger
Lavendel kein stark stickstoffhaltiger Dünger, kein Mist Kalium wird als blühfördernd beschrieben
Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden kein Kompost gilt für karge Standorte
Artenreiche Blumenwiese keine regelmäßige Rasendüngung Mähgut abräumen

Flüssig, Granulat, Depot: der Unterschied in Kürze

Nicht jedes Granulat wirkt langsam: Leicht lösliche Mineraldünger decken einen kurzfristigen Bedarf rasch, umhüllte Depotdünger geben ihre Nährstoffe dagegen je nach Temperatur und Feuchte verzögert ab. Organische Dünger müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können. Wie sich beide Formen in Wirkung, Aufwand und Risiken unterscheiden, vergleicht ein eigener Ratgeber; alle Formen bis zum Düngestäbchen stellt der Überblick über Düngerarten und Düngerformen vor.

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Nach der Blühphase düngen

Austrieb im Frühjahr: die feste Gabe ins Beet

Im Staudenbeet lege ich die Hauptgabe in den Frühling. Eine Frühjahrsdüngung ist der Herbstdüngung vorzuziehen, weil dabei weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Prachtstauden können im Frühjahr 3 l/m² Kompost erhalten. Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g/m² Hornmehl bekommen.

Hornmehl braucht für die vollständige Umsetzung im Boden etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Ich streue es deshalb zu Beginn des Austriebs und nicht erst, wenn die Knospen schon stehen. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen starke Schübe liefern.

Frühlingsblühende Zwiebelblumen im Staudenbeet versorgst du gleich mit, wenn du das Beet im zeitigen Frühjahr vor ihrer Blüte düngst. Den Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, und er soll nicht auf feuchten Pflanzenteilen liegen bleiben.

Hauptblüte: gelöst nachlegen, wo ein zweiter Flor folgt

Bei öfter blühenden Gartenrosen setze ich beide Formen im selben Jahr ein. Zur Forsythienblüte bekommen etablierte Rosen einen langsam wirkenden organischen Dünger. Während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni kann ein schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger die Folgeblüte unterstützen. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.

Für die übrigen Stauden plane ich keine feste Sommergabe ein. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig schon genügend Nährstoffe nach.

Bei Fuchsienhochstämmchen kann ab den ersten Knospen ein kaliumbetonter Dünger gewählt werden. Lässt bei Chrysanthemen, Primeln und Topfrosen das Wachstum während der Blüte nach, ist weniger Stickstoff angezeigt und keine absolute Erhöhung von Phosphat und Kalium.

Mythos-Check

„Phosphatbetonter Dünger bringt mehr Blüten.“ Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Bei blauen Hortensien hängt die Farbe geeigneter Sorten von saurem Boden und verfügbarem Aluminium ab, und Phosphat kann dieses Aluminium im Substrat festlegen. Ein phosphatbetonter Blühdünger kann bei blauen Hortensien also die Blaufärbung beeinträchtigen, ohne dass mehr Phosphat allgemein mehr Blüten bringt.

Ab Spätsommer: Stickstoff zurückfahren

Stickstoffdünger gibst du während der Vegetationsperiode. Bei mehrjährigen Gartenpflanzen, deren Triebe ausreifen sollen, setzt du ihn ab dem Spätsommer aus. Blühsträucher und andere Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Termine je Gehölzart findest du im Ratgeber, wie du Bäume und Sträucher flüssig oder fest düngst.

Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du von Ende April bis August. Kühl und frostfrei überwinterte Pelargonien brauchen in dieser Ruhephase keinen Dünger. Überwinterst du Fuchsienhochstämmchen, legst du von Mitte September bis Ende Februar eine Düngepause ein.

Kübel und Balkonkasten: wann Flüssigdünger, wann Depot

Im Kübel rechne ich zuerst mit dem Vorrat, der schon in der Erde steckt. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde reicht er häufig für 4 bis 6 Wochen. In dieser Zeit gieße ich nur Wasser, und für die Zeit danach entscheide ich schon beim Pflanzen zwischen zwei Wegen.

Depot beim Pflanzen. Beim Bepflanzen mische ich einen für Kübelpflanzen geeigneten Langzeitdünger ins Substrat und gieße von oben an. In bestehende Kübel streue ich ihn gleichmäßig auf, bedecke ihn leicht mit Erde und gieße ebenfalls an. Ist er bedarfsgerecht bemessen, braucht die Pflanze im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung. Wie lange dein Produkt wirkt, steht auf der Verpackung. Für Kübelrosen werden ummantelte Langzeitdünger mit einer angegebenen Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate beschrieben.

Flüssig ohne Depot. Pelargonien gehören zu den Starkzehrern unter den Balkonpflanzen. Ohne Langzeitdünger bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Düngers. Kombinierst du Depot und Flüssigdünger, bemisst du die flüssige Gabe nach dem, was die Pflanze verbraucht, und nach dem Depot, das schon in der Erde liegt.

Rein organisch zu düngen, hat auf dem Balkon eine Grenze. Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, und Schafwollgranulat setzte seinen Stickstoff in einem Pelargonienversuch für die kurze Kulturzeit zu langsam frei. Für eine Balkonsaison verlasse ich mich deshalb nicht allein auf ein langsames organisches Granulat.

In torffreier Erde kann trotz Vordüngung vorübergehend zu wenig Stickstoff verfügbar sein, weil organische Bestandteile ihn binden. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein am Gießwasser hing. Angesetztes Gießwasser mit organischem Flüssigdünger brauche ich bei meinen Pelargonien im selben Gießgang auf, weil es sonst gären kann.

Ist bei langer Hitze und Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, gießt du sie niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich. Über die Blätter gibst du sie dann nicht.

Mini-Checkliste

Bevor ich Flüssigdünger in die Kanne gebe, prüfe ich vier Dinge.

  • Ist die Erde feucht? Flüssigdünger kommt nur auf feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
  • Ist der Vorrat der frischen Erde aufgebraucht?
  • Ist die Pflanze gesund? Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit Dünger zum Wachstum an, vernässte Pflanzen mit noch nicht verfaulten Wurzeln bekommen bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger.
  • Stimmt die Menge? Maßgeblich ist die Dosierungsanweisung auf der Packung.
Tipp

Feste Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht. Ich wiege die passende Menge einmal mit der Waage ab und markiere die Füllhöhe außen an einem Messbecher, den ich nur für diesen Dünger nutze.

Achtung

Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Blumendünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an. Ich lagere Flüssigdünger und Granulat außer Reichweite von Kindern, feste Dünger zusätzlich trocken und verpackt.

Blühende Zimmerpflanzen

Für Zimmerpflanzen eignen sich flüssige Volldünger im Gießwasser ebenso wie Düngestäbchen und der Erde beigemischte Langzeitdünger. Im Winter schränkst du die Düngung stark ein, winterblühende Pflanzen behandelst du dabei gesondert. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Zimmerpflanzen im Topf flüssig oder fest düngst.

Ampeln und Hanging Baskets: zuerst das Wasser

Eine Ampel fasst wenig Erde und hängt frei, und gedüngte Gefäßpflanzen sollen nicht austrocknen. Beim Zauberglöckchen der Sorte Feenstaub sind zwei Wege beschrieben: wöchentliche Flüssigdüngung oder ein Langzeitdünger bei der Pflanzung. Ich setze in Ampeln den Langzeitdünger beim Pflanzen ein, weil ich an der hängenden Ampel dann vor allem das Gießen im Blick behalten muss.

Auch mineralische Langzeitdünger werden im Gefäß nur in Verbindung mit Wasser wirksam, und Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Trocknet die Ampel aus, kann die Pflanze deshalb Mangelsymptome zeigen, obwohl noch Nährstoffe im Depot stecken. Wie jedes direkt bepflanzte Gefäß braucht die Ampel außerdem einen Ablauf, durch den überschüssiges Wasser entweichen kann.

Marias Erfahrung

Bevor ich eine Ampel gieße, drücke ich den Finger tief in die Erde und nicht nur auf die Oberfläche. Torffreie Erde kann oben trocken sein, während sie weiter unten noch nass ist. Flüssigdünger gebe ich erst, wenn ich weiß, dass die Erde feucht ist.

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Wo Blühpflanzen wenig oder keinen Dünger brauchen

Eine artenreiche Blumenwiese pflegst du extensiv, ohne die regelmäßige Rasendüngung. Ausgemagert wird sie, indem du das Mähgut entfernst.

Häufiger Fehler

Das Mähgut auf der Blumenwiese liegen lassen, damit es düngt. Auf der Wiese rechst du den Schnitt ab und bringst ihn weg, denn sie soll magerer werden.

Für Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten ist eine Kompostgabe nicht sinnvoll. Bei Lavendel ist Kalium blühfördernd. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können bei ihm dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen.

Für Gartenhortensien gibt es keine allgemeine Düngepflicht. Für etablierte Bauernhortensien sind mehrere leichte Düngergaben während der Wachstumszeit empfehlenswert. Mophead-Hortensien können dagegen auch ohne Dünger gedeihen.

Wenn die Blüte ausbleibt: erst die Ursache, dann der Dünger

Bleiben Blüten aus oder vergilben Blätter, greife ich nicht sofort zur Düngerflasche. Bei Pelargonien kann Kälte dahinterstecken: Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C bilden sie keine neuen Blütenanlagen. Ob ein Kaktus blüht, hängt wesentlich von seinem Alter und einer passenden kühlen Überwinterung ab. Vergilbende Blätter mit Blattfall können außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Im Topf kann hartes Gießwasser den pH-Wert des Substrats erhöhen und so Eisenchlorosen begünstigen.

Ist ein Mangel festgestellt, kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung über die Wurzeln. Ich sprühe Blattdünger abends oder bei bedecktem Himmel und mache bei empfindlichen Pflanzen vorher eine Probespritzung.

Auch zu viel Dünger schadet. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Vermutest du Salzschäden im Topf, stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst. Im Beet zeigt eine Bodenuntersuchung, ob ein Nährstoff schon reichlich vorhanden ist: Bei Versorgungsstufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduziert werden.

Nährstoff-Etikett und Umwelt in Kürze

Die Zahlenfolge auf dem Etikett nennt die Gehalte an Stickstoff, Phosphat und Kaliumoxid in Prozent, Spurennährstoffe stehen gesondert darauf. Magnesium zählt zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan zu den Spurennährstoffen. Wie du eine Deklaration liest, erklärt der Abschnitt Nährstoffe im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden; das gilt auch für Nährsalze, die ein Depotdünger bereits freigesetzt hat. Übermäßige Phosphoreinträge fördern in Gewässern Algen, deren Abbau Sauerstoff verbraucht, und auch organische Dünger lassen sich zu hoch dosieren. Wie du Überdüngung vermeidest, behandelt der Abschnitt Mangel und Überdüngung im selben Überblick.

Passt dazu

Dieselbe Frage für Tomaten, Gurken und anderes Gemüse beantwortet der Ratgeber, wie du Gemüse mit Flüssigdünger oder Granulat versorgst.

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