Organischer oder mineralischer Blühpflanzendünger: Was in Beet, Topf und Kübel passt
- Pflanzen nehmen Nährstoffe in mineralisch gelöster Form auf, organische Dünger müssen dafür erst von Bodenorganismen umgesetzt werden.
- Bei Frost, Trockenheit und Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen in Schüben.
- Leicht lösliche Mineraldünger decken kurzfristigen Bedarf rasch, zu hohe Gaben können aber Salzschäden an den Wurzeln verursachen.
- Ein phosphatbetonter Blühdünger ist kein pauschaler Weg zu mehr Blüten, zu viel Stickstoff kann die Blütenbildung beeinträchtigen.
- Kombinierst du beide Arten, rechnest du Kompost, vorgedüngte Erde und Depotdünger an, bevor du nachdüngst.

Vor dem Regal mit Blühpflanzendünger bleibt meist eine Frage übrig: organisch oder mineralisch? Ich entscheide das nicht nach dem Etikett. Ich schaue auf den Standort, auf das Wetter und auf den Vorrat, der schon im Boden liegt. Wer daneben greift, düngt im Balkonkasten zu langsam nach oder im Beet einen Nährstoff, der gar nicht fehlt. Und zu viel Stickstoff kann Laub auf Kosten der Blüten treiben.
Was unterscheidet organischen und mineralischen Dünger?
Organische Dünger bestehen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material. Darin können tierische Rohstoffe wie Horn und Schafwolle stecken oder pflanzliche wie Klee. Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche Alternativen zu tierischen Ausgangsstoffen. Organisch heißt deshalb nicht automatisch vegan. Mineraldünger liefern ihre Nährstoffe meist als Salze, manche bestehen aus wenig veränderten Bergbauprodukten wie Kalisalzen.
Für die Wurzel läuft am Ende alles auf dieselbe Form hinaus. Pflanzen nehmen die Nährstoffe aus organischen wie mineralischen Düngern in mineralisch gelöster Form auf. Organisch gebundene Nährstoffe müssen dafür zuerst mineralisiert werden. In welcher Form Pflanzen Nährstoffe aus organischem und chemischem Dünger aufnehmen, erklärt ein eigener Ratgeber.
Mineralisieren heißt, dass Bodenmikroorganismen organische Stoffe abbauen und dabei mineralische Nährstoffe freisetzen. Erst danach kann die Wurzel sie aufnehmen. Deshalb hängt die Wirkung organischer Dünger an Wärme und Feuchte im Boden.
Für Blühpflanzen in Beet, Topf und Kübel sieht der Vergleich so aus:
| Merkmal | Organischer Dünger | Mineralischer Dünger |
|---|---|---|
| Herkunft | überwiegend pflanzliches oder tierisches Material wie Horn, Schafwolle, Rapskuchen oder Vinasse | Nährstoffe meist als Salze, teils wenig veränderte Bergbauprodukte wie Kalisalze |
| Wirkung | erst nach der MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden. durch Bodenorganismen | leicht lösliche Nährstoffe decken kurzfristigen Bedarf rasch |
| Ausnahme | organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen schnell versorgen | umhüllte Depotdünger setzen ihre Nährstoffe verzögert frei |
| Wetter | bei Frost, Trockenheit und Staunässe kaum Freisetzung, bei feuchtwarmem Wetter starke Schübe | bei Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchte ab |
| Topf und Kasten | feste Dünger wie Hornspäne wirken in kleinen Gefäßen verzögert | können einen festgestellten Mangel rasch ausgleichen |
| Boden | Kompost und Mist können Bodenstruktur und Bodenleben verbessern | bei überwiegend mineralischer Düngung organische Substanz zusätzlich zuführen |
| Überdosierung | möglich, belastet Pflanzen und Umwelt | zu hohe Gaben können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen |
Was ein Blühpflanzendünger für die Blüte leisten kann
Manche Produkte, die als Blütendünger angeboten werden, sind phosphatbetont. Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist aber kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Ist die Pflanze ausreichend versorgt, fördert weiteres Phosphat die Blüte nicht automatisch. Es kommt auf eine Versorgung nach Bedarf an und darauf, Stickstoffüberschüsse zu vermeiden, denn sie können die Blütenbildung beeinträchtigen.
Chrysanthemen, Primeln und Topfrosen wachsen während der Blüte oft weniger. Angezeigt ist dann weniger Stickstoff, nicht absolut mehr Phosphat und Kalium. Bei blauen Hortensien kann Phosphat sogar Aluminium im Substrat festlegen und so die Blaufärbung beeinträchtigen.
Kalium kann gezielt sinnvoll sein, wenn es zur Pflanze passt. Fuchsienhochstämmchen können ab den ersten Knospen einen kaliumbetonten Dünger bekommen. Bei Lavendel gilt Kalium als blühfördernd, während stark stickstoffhaltige Dünger und Mist zu weichem, instabilem Wuchs führen können. Eine zurückhaltende Düngung unterstützt beim Lavendel einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs.
Der Name auf der Packung ist deshalb zweitrangig. Ein Blumen-, Rasen- oder Tomatendünger kann auch für andere Pflanzen passen, wenn sein Nährstoffverhältnis zum Bedarf passt. Moorbeetdünger senken dagegen den pH-Wert und lassen sich nicht ohne Prüfung austauschen.
Im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C gelten höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen dann. Ein phosphatbetonter Blühdünger brächte in so einem Beet also genau den Nährstoff, der nicht fehlt.
Ob die Nährstoffe ankommen, entscheidet auch der Boden. Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Wie Blühpflanzendünger mit Bodenstruktur, pH-Wert und Kationenaustausch zusammenwirken, liest du im Ratgeber dazu.
NPK und Spurenelemente auf dem Etikett
Die NPK-Angabe nennt die Prozentgehalte an Stickstoff sowie an den Bezugsgrößen Phosphat als P₂O₅ und KaliumoxidKaliumoxid (K2O) ist die chemische Form, in der der Kaliumgehalt von Düngern und Bodenproben angegeben wird. Die Angabe bezieht sich auf die Verbindung aus Kalium und Sauerstoff, nicht auf reines Kalium. als K₂O. Magnesium gehört zu den Hauptnährstoffen, während Eisen, Mangan und Bor Spurennährstoffe sind, die gesondert auf dem Etikett stehen. Wie NPK, Spurenelemente und Pflanzenbedarf zusammenhängen, erklärt der Grundlagen-Ratgeber zum Düngen.
Organischer Blühpflanzendünger: Wann er passt
Organischer Dünger passt zu Gaben, die Zeit haben dürfen, etwa zum Start in die Saison. Prachtstauden bekommen im Frühjahr Kompost, etablierte Gartenrosen einen langsam wirkenden organischen Dünger. Kompost und Mist liefern dabei nicht nur Nährstoffe, sie können auch Bodenstruktur und Bodenleben verbessern.
Was in Horn und Kompost steckt
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist., der nicht vollständig sofort verfügbar ist. Hornprodukte liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel, Phosphor und Kalium dagegen nur in geringen Mengen. Eine vollständige Nährstoffversorgung ersetzen sie deshalb nicht. Je feiner das Horn zerkleinert ist, desto schneller wird sein Stickstoff verfügbar. Für Hornmehl rechnest du mit etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung im Boden, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate.
Kompost bringt Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe mit. Diese Gesamtgehalte stehen der Pflanze aber nicht sofort zur Verfügung. Weil Kompost nur wenig Stickstoff freisetzt, kann trotz Kompostgabe zusätzlicher Stickstoffbedarf bestehen.
Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei. Ich streue sie deshalb mit Handschuhen.
Warum organischer Dünger vom Wetter abhängt
Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Ist der Boden zugleich warm und feucht, arbeiten die Mikroorganismen stärker. Dann können kräftige Freisetzungsschübe entstehen, die auch das Risiko der Auswaschung erhöhen. Legst du in einer Trockenphase organisch nach, weil die Blüte nachlässt, behebt das den Engpass nicht zuverlässig. Die zweite Gabe vergrößert dann den Vorrat, der beim nächsten feuchtwarmen Wetter in einem Schub frei werden kann. Ich gieße in solchen Phasen zuerst und gebe Dünger nur auf feuchten Boden.
„Organischen Dünger kann man nicht überdosieren.“ Das stimmt nicht. Auch organische Dünger können in einer pflanzenbaulich oder ökologisch zu hohen Menge ausgebracht werden, Pflanzen schädigen und Boden wie Grundwasser belasten. Nährstoffe aus Kompost und Mist rechnest du deshalb mit, bevor du weiter düngst.
Organisch im Topf und Balkonkasten
Im kleinen Gefäß haben feste organische Dünger einen Nachteil. Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden, deshalb kann ihre Wirkung in kleinen Pflanzgefäßen verzögert und unzureichend einsetzen. In einem Pelargonienversuch gab Schafwolle ihren Stickstoff für die kurze KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. zu langsam frei. Pelargonien zählen zugleich zu den Starkzehrern. Ein fester organischer Dünger allein kann im Balkonkasten deshalb hinter ihrem Bedarf zurückbleiben.
Willst du torffreie Erde organisch aufdüngen, mischst du Hornspäne oder Hornmehl schon vor dem Pflanzen unter. Ein Beispiel für die organische Grunddüngung von Pelargonien beim Umtopfen sind 4 g Hornspäne je Liter Substrat. Organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen dagegen schnell versorgen. Bei Pelargonien brauchst du angesetztes Gießwasser mit organischem Flüssigdünger im selben Gießdurchgang auf, weil es sonst gären kann. In Wohnräumen verwendest du organische Flüssigdünger nur für Pflanzen in Erde und nicht in Hydrokulturen, um Geruchsprobleme zu vermeiden.
Organische Dünger mit nicht ausreichend erhitztem Rizinusschrot können bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Besteht der Verdacht, dass ein Tier Dünger gefressen hat, kontaktierst du sofort eine Tierarztpraxis und nimmst die Verpackung mit, ohne Hausmittel zu geben oder Erbrechen auszulösen. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Blumendünger aufgenommen, wendest du dich an ein Giftinformationszentrum oder an die Kinderarztpraxis.
Mineralischer Blühpflanzendünger: Wann er passt
Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe. Damit können sie einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Auch kristalline feste Dünger wirken schnell, sobald sie im Gießwasser gelöst sind.
Das passt zu Situationen, in denen die Pflanze jetzt Nährstoffe braucht. Nach anhaltendem Regen lassen sich ausgewaschene Nährstoffe bei Balkonblumen mit einem schnell wirkenden Flüssigdünger nachliefern. Vorgedüngte torffreie Erde kann Stickstoff zeitweise unzureichend bereitstellen. Ist ein Mangel bestätigt, können mineralische oder flüssige Dünger ihn rasch ausgleichen.
Die Kehrseite: Salz und pH-Wert
Die schnelle Verfügbarkeit hat eine Kehrseite. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden verursachen, bis hin zum Absterben von Wurzeln. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann außerdem die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. Flüssigdünger gibst du deshalb nur auf bereits feuchte Erde.
Wie ein mineralischer Dünger auf den pH-Wert wirkt, hängt von seiner Zusammensetzung ab. Ammoniumsulfat wirkt versauernd, Kalksalpeter kann den pH-Wert erhöhen. Überhöhte Gaben versauernder Dünger können den Boden-pH senken und die Lebensbedingungen der Bodenmikroorganismen verändern. Wer überwiegend mineralisch düngt, führt zusätzlich organische Substanz zu, damit die Bodenstruktur langfristig erhalten bleibt.
Depotdünger: mineralisch, aber verzögert
Bei ummantelten mineralischen Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung der Nährstoffe. Wie schnell sie frei werden, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab, und niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung zusätzlich. Die Wirkungsdauer steht auf der Verpackung, für Kübelrosen eignen sich ummantelte Langzeitdünger mit einer Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate. Wann Langzeitdünger und wann schnell wirkender Kurzzeitdünger für Blühpflanzen besser passt, vergleicht ein eigener Ratgeber.
So düngst du Blühpflanzen im Beet
Im Beet fange ich bei dem an, was schon im Boden ist. Eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium zeigt Unter- oder Überversorgung und erlaubt eine gezielte Düngerwahl. Bei Versorgungsstufe D genügt es, 50 % des erwarteten Entzugs eines Nährstoffs zu ersetzen. In Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz entfallen. Ist reichlich Phosphat vorhanden und fehlt Kalium oder Magnesium, sind gezielte EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. sinnvoller als ein weiterer NPK-DüngerEin NPK-Dünger ist ein Dünger, der die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) gemeinsam enthält; die Buchstaben im Namen stehen für genau diese Nährstoffe. Die Zahlen auf der Packung nennen ihre Anteile in Prozent..
Die Menge auf der Packung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus. Gibst du zusätzlich Kompost oder andere Dünger, passt du sie an. Gedüngt wird möglichst im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger ausgewaschen wird. Streudünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf nasses Laub, denn dort kann er Ätzschäden verursachen. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte 10 g N/m² nicht überschreiten, wobei der tatsächliche Bedarf niedriger sein kann.
Den Düngebedarf ermittelst du aus dem Bedarf der Kultur abzüglich Bodenvorrat und NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab.. Bei 15 g N/m² Bedarf, 5 g N/m² Bodenvorrat und 7 g N/m² geschätzter Nachlieferung bleiben 3 g N/m² zu düngen. Die Produktmenge in g/m² errechnest du aus dem Düngebedarf mal 100, geteilt durch den Prozentgehalt des Nährstoffs im Dünger. Ein Beispiel: 5 g N/m² bei einem Dünger mit 20 % N ergeben rechnerisch 25 g Produkt je m².
So düngst du Blühpflanzen in Topf und Kübel
Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen meist 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Diese Grunddüngung rechnest du an, bevor du mit Flüssig- oder Depotdünger nachlegst. Für Kübelpflanzen mit Winterruhe liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August, in der Ruhephase entfällt sie. Wie viel du gibst, richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts.
Der Bedarf unterscheidet sich je nach Pflanze. Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch haben einen hohen Nährstoffbedarf, Bougainvillea einen mittleren. Pelargonien gehören zu den Starkzehrern und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen. Ohne Langzeitdünger bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.
Bei torffreier Erde prüfe ich die Feuchte unter der Oberfläche, bevor ich gieße oder dünge. Oben kann das Substrat schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Für torffreie Substrate kann es außerdem sinnvoll sein, die Nährstoffgabe pro Pflanze unabhängig vom Gießrhythmus zu bemessen.
Bei großer Hitze und Trockenheit gibst du eine nötige Flüssigdüngung niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchtete Erde, ohne das Laub zu benetzen. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.
Weiße Krusten am Topfrand gelten schnell als Beweis für Überdüngung. Solche Beläge können aber auch aus Salzen des Gießwassers stammen. Ist eine Überdüngung bestätigt, spülst du den Wurzelballen langsam bei freiem Wasserabfluss durch. In schweren Fällen topfst du um und entfernst dabei möglichst viel der belasteten alten Erde.
Ich wiege jeden neuen Dünger einmal ab und markiere die passende Füllhöhe am Messbecher. Organische und mineralische Dünger haben unterschiedliche Schüttgewichte, deshalb gilt meine Markierung nur für genau dieses Produkt.
Wie dünge ich Rosen, Stauden und Balkonblumen?
Die Übersicht zeigt, wie sich Grundversorgung und Nachdüngung bei typischen Blühpflanzen verteilen.
| Blühpflanze | Grundversorgung | Nachdüngen | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Etablierte Gartenrosen | 3 l Kompost je m² im März oder April, zur Forsythienblüte ein langsam wirkender organischer Dünger | bei erneut blühenden Rosen während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni schnell wirkend, vorzugsweise in Wasser gelöst | nach Mitte Juli kein stickstoffhaltiger Dünger; als Jahresbedarf gelten 10 g N/m² bei Bodendeckerrosen und 18 g N/m² bei Edel-, Strauch- und Kletterrosen, Bodenvorrat abziehen |
| Neu gepflanzte Rosen | fachgerecht vorbereitete Pflanzung | frühestens im Folgejahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen | eine Bodenuntersuchung vor der Pflanzung hilft, Überversorgung zu vermeiden |
| Prachtstauden | im Frühjahr 3 l Kompost je m², leicht eingearbeitet | Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² | nicht bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräten; zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Gefährdung im Winter erhöhen |
| Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten | kein Kompost | nur bei erkennbaren Mängeln | zu viel Dünger führt zu untypisch starkem Wuchs und schlechterer Winterhärte |
| Frühlingsblühende Zwiebelblumen im Staudenbeet | über die Frühjahrsdüngung des Staudenbeets mitversorgt | über das Beet | Beetdüngung im zeitigen Frühjahr vor der Blüte |
| Pelargonien im Kasten | beim Umtopfen zum Beispiel 4 g Hornspäne je Liter Substrat, alternativ Langzeitdünger im Substrat | ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssiger Volldünger | kühl und frostfrei überwintert kein Dünger; weiches Regenwasser wird häufig besser vertragen als hartes Leitungswasser |
| Fuchsienhochstämmchen | Langzeitdünger aufstreuen und 1 bis 2 cm tief einarbeiten | ab den ersten Knospen ist ein kaliumbetonter Dünger möglich | von Mitte September bis Ende Februar kein Dünger |
| Kübelrosen | ummantelter Langzeitdünger mit Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate | bei ausreichender Depotdüngung im Sommer in der Regel keine Zusatzgabe | Wurzelbereich gegen abruptes Durchfrieren schützen |
| Phalaenopsis | sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat | ab sichtbaren Blütenstielen zusätzliche Gaben im Abstand von 2 Wochen möglich | zählt zu den besonders salzempfindlichen Kulturen; Staunässe kann Wurzelfäulnis verursachen |
Wie du Blumen in Beet und Topf organisch oder mineralisch versorgst, zeigt ein Ratgeber mit weiteren Beispielen.
Organisch und mineralisch kombinieren
Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen. Die Rollen lassen sich aber auch selbst verteilen: organisch für die Grundversorgung, schnell löslich für den Bedarf in der Blütezeit.
Bei Rosen teilt sich die Arbeit über das Jahr auf. Den Frühjahrstermin lese ich an der Forsythie ab: Sobald sie blüht, bekommen meine etablierten Rosen ihre organische Gabe. Öfterblühende Rosen erhalten während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni eine schnell wirkende Gabe, vorzugsweise in Wasser gelöst. Das kann den zweiten Flor unterstützen. Nach Mitte Juli bekommen sie keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
Im Topf gilt dasselbe Muster: Grunddüngung in der Erde, Flüssigdünger nach Bedarf. Ist ein Teil schon bevorratet, bemisst du den Flüssigdünger nach dem Entzug der Pflanze und der vorhandenen Depotmenge. Mit ausreichend bemessenem Langzeitdünger brauchen Kübelpflanzen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe.
Im Beet übernimmt Kompost die Grundversorgung. Mit jährlich 3 l je m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf. Einen weiteren Dünger gibst du dann nicht in voller Packungsdosierung obendrauf, weil diese eine passende Bodenversorgung ohne Zusatzgaben voraussetzt. Ausnahmen sind Rhododendren und Azaleen, die wegen ihres Anspruchs an sauren Boden keinen gewöhnlichen Gartenkompost erhalten sollen.
Vor der nächsten Gabe prüfst du:
- Ist der Boden oder der Wurzelballen feucht?
- Hast du Kompost, Mist und vorgedüngte Erde angerechnet?
- Steckt schon Depotdünger im Topf?
- Fehlt wirklich ein Nährstoff, oder fehlen eher Wasser und Licht?
- Bleiben Blätter und Blüten beim Streuen trocken?
Wenn die Blüte trotz Dünger ausbleibt
Bleiben Blüten aus, liegt das nicht automatisch an zu wenig Dünger. Ein StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. kann Laub auf Kosten der Blüten fördern. Zimmerpflanzen können bei Lichtmangel weniger blühen und lange, dünne Triebe bilden. Pelargonien legen bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C keine neuen Blüten an. Beim Lavendel erhöht ein regelmäßiger kräftiger Frühjahrsschnitt die Blühfreudigkeit und die Blütengröße.
Auch Mangelsymptome können täuschen. Weil Wurzeln Nährsalze nur in Wasser gelöst aufnehmen, kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ebenfalls Symptome wie bei einem Nährstoffmangel hervorrufen. Mehr Dünger behebt solche Ursachen nicht, und zu viel kann der Blüte schaden: Bei Phalaenopsis können sehr hohe Düngergaben Zahl und Haltbarkeit der Blüten verringern. Bevor ich nachdünge, prüfe ich deshalb Feuchte, Standort und den letzten Düngetermin.
Und die Umwelt?
Die Herstellung synthetischer Mineraldünger ist energieaufwendig, doch auch organische Düngung verhindert Auswaschung nicht automatisch. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann als Nitrat mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen, und Phosphoreinträge fördern Algenwachstum in Gewässern. Wie du Überdüngung erkennst und ihre Ursache klärst, steht im Grundlagen-Ratgeber im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung.
