Orchideendünger: Flüssigdünger oder Düngestäbchen für deine Orchidee?
- Flüssigdünger und Düngestäbchen eignen sich beide für Zimmerpflanzen, Orchideen zählen dabei zu den besonders salzempfindlichen Kulturen.
- Flüssigdünger gibst du nur auf einen bereits feuchten Wurzelballen und lässt überschüssiges Wasser ablaufen.
- Für Phalaenopsis im Zimmer ist eine schwache Nachdüngung mit 0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser beschrieben. Beispiel dafür ist ein Dünger der Formulierung 15-5-25-2.
- Düngestäbchen steckst du in den Wurzelbereich, die Dosierung richtet sich nach der Packung, und das Substrat darf nicht austrocknen.
- Kombinierst du beide Formen, rechnest du den Vorrat aus dem Stäbchen bei der flüssigen Gabe an.

Bevor ich eine Orchidee gieße, schaue ich nach, ob im Topf noch ein Düngestäbchen steckt. Davon hängt ab, ob zusätzlich Dünger ins Gießwasser kommt. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen, und sehr hohe Düngergaben können bei Phalaenopsis die Zahl und die Haltbarkeit der Blüten verringern. Welche Düngerform zu dir passt, hängt davon ab, wie du gießt und wie genau du abmisst.
Flüssigdünger oder Düngestäbchen: Was unterscheidet die beiden?
Für Zimmerpflanzen eignen sich flüssige VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. im Gießwasser ebenso wie Düngestäbchen. Die Düngerform bestimmt aber mit, wie schnell die Nährstoffe frei werden. Flüssigdünger mischst du ins Gießwasser, die Nährstoffe kommen also bereits gelöst an die Wurzeln. Düngestäbchen sind feste Dünger, die du ins Substrat steckst.
| Flüssigdünger | Düngestäbchen | |
|---|---|---|
| Form | im Gießwasser gelöst | fester Dünger zum Einstecken |
| Weg zur Wurzel | Nährstoffe kommen gelöst mit dem Gießwasser | Nährstoffe erreichen die Wurzel erst, wenn Wasser sie löst |
| Dosierung | du misst jede Gabe selbst ab | Dosierungsanweisung der Packung |
| Anpassen | Konzentration und Häufigkeit bei jeder Gabe neu wählbar | Gabe ist mit dem Stecken festgelegt |
| Darauf achtest du | nur auf einen feuchten Wurzelballen geben | Substrat nicht austrocknen lassen |
| Passt zu dir, wenn | du regelmäßig gießt und gern abmisst | du eine feste Regel nach Packung willst |
Pflanzen nehmen Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form auf. Leicht lösliche Mineraldünger liefern deshalb schnell verfügbare Nährstoffe. Bei festgestelltem Nährstoffmangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Organisch gebundene Nährstoffe müssen dagegen erst mineralisiert werden. Feste organische Dünger wie HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. können in kleinen Pflanzgefäßen deshalb verzögert und unzureichend wirken.
Bei umhüllten mineralischen Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung der Nährstoffe. Wie schnell sie frei werden, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung organischer und mineralischer LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. zusätzlich. Die Wirkungsdauer eines mineralischen Depotdüngers steht auf der Verpackung.
Flüssigdünger für Orchideen: verdünnen, gießen, ablaufen lassen
Flüssigdünger kommt nur auf einen bereits feuchten Wurzelballen, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Weil Orchideen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen zählen, gieße ich zuerst mit klarem Wasser und gebe die Düngerlösung erst danach. Anschließend lasse ich das überschüssige Wasser vollständig ablaufen, bevor die Pflanze in den Übertopf zurückkommt. Staunässe kann bei Orchideen Wurzelfäulnis verursachen. Deshalb braucht jeder Orchideentopf einen Ablauf, durch den überschüssiges Wasser entweicht.
Wie stark verdünnst du?
Grundsätzlich gilt die Dosierung auf der Packung deines Düngers. Für Phalaenopsis im Zimmer ist eine schwache Nachdüngung beschrieben, die Werte stehen im Kasten. Düngersalz wiege ich auf einer feinen Waage ab, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Flüssigdünger können SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. bis zum Absterben von Wurzeln verursachen.
Für Phalaenopsis in Zimmerkultur ist eine schwache Nachdüngung mit 0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser beschrieben. Der Wert bezieht sich auf das Beispiel eines Düngers mit der Formulierung 15-5-25-2.
Wie oft düngst du?
Bei Phalaenopsis richtest du Konzentration und Häufigkeit nach Größe, Wachstum und Jahreszeit. Einen festen Rhythmus für alle Orchideen gibt es deshalb nicht. Sobald bei Phalaenopsis Blütenstiele sichtbar werden, kommen zusätzliche Gaben im Abstand von 2 Wochen infrage. Zimmerpflanzen brauchen im Frühjahr und Sommer ihrem Wachstum entsprechend mehr Nährstoffe als im Winter. Bei geringerem Lichtangebot im Winter verlängerst du die Abstände zwischen den Gaben.
Wie sich der Nährstoffbedarf über das Jahr verändert, erklärt der Ratgeber zur bedarfsgerechten Nährstoffversorgung von Orchideen. Wie du Jungpflanzen und ausgewachsene Orchideen passend düngst, zeigt ein eigener Beitrag.
Wann die Gabe ausfällt
Eine vernässte Orchidee mit noch nicht verfaulten Wurzeln bekommt bis zum Abtrocknen und zur Erholung weder Wasser noch Dünger. Eine kranke Pflanze regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Nach dem Umtopfen in vorgedüngtes Substrat rechnest du die vorhandene GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. an, bevor du zusätzlich düngst.
Düngestäbchen bei Orchideen: so steckst du sie richtig
Düngestäbchen gehören in den Wurzelbereich der Topfpflanze. Bei einer Orchidee in Rindensubstrat schiebe ich das Stäbchen zwischen die Rindenstücke, dorthin, wo die Wurzeln verlaufen. Dabei achte ich darauf, keine Wurzel abzuknicken. Wie viele Stäbchen in deinen Topf gehören, regelt die Dosierungsanweisung der konkreten Packung. Auch für das nächste Stäbchen richtest du dich nach der Packung.
Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit auch bei vorhandenen Nährstoffen Mangelsymptome verursachen. Für das Stäbchen heißt das: Es ersetzt kein Gießen, und eine gedüngte Pflanze im Topf soll nicht austrocknen. Ich notiere das Datum, an dem ich ein Stäbchen stecke, mit Bleistift auf dem Etikett im Topf.
Packungsanweisung lesen. Stäbchen in den Wurzelbereich stecken. Datum notieren. Substrat nicht austrocknen lassen. Keinen Flüssigdünger zusätzlich geben, ohne den Vorrat aus dem Stäbchen anzurechnen.
Lagere Stäbchen und Düngerflaschen verpackt und trocken. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Blumendünger aufgenommen hat, wende dich zur Beurteilung an ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.
Welche Düngerform passt zu dir und deiner Orchidee?
Dein Pflegestil
Frag dich zuerst, wie du gießt. Gießt du in einer festen Routine und misst gern ab, nimm Flüssigdünger. Bei Phalaenopsis passt du Konzentration und Häufigkeit an Größe, Wachstum und Jahreszeit an, beim Stäbchen legt dagegen die Packung die Dosierung fest. Wer die Düngung häufig an die Pflanze anpassen will, wählt deshalb besser Flüssigdünger. Willst du dich nicht ständig um den Dünger kümmern, nimm Stäbchen und halte dich an die Packung. Gießen musst du in beiden Fällen zuverlässig, denn ohne Wasser erreicht der Dünger die Wurzel nicht.
Substrat und Topf
Phalaenopsis brauchen ein sehr luft- und wasserdurchlässiges Substrat, wofür sich spezielles Rindensubstrat eignet. Kompost gehört nicht in den Orchideentopf, denn Orchideen und Farne sollten keinen Kompost erhalten. Wie Substrat und Dosierung zusammenspielen, behandelt der Ratgeber zur bedarfsgerechten Nährstoffversorgung von Orchideen ausführlicher.
Dein Gießwasser
Hartes Gießwasser kann bei Topfpflanzen den Substrat-pH erhöhen und dadurch Eisenchlorosen begünstigen. Weiße kristalline Beläge an Topfrand oder Substrat können auch durch Salze aus dem Gießwasser entstehen und beweisen allein keine ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt.. Wie du den pH-Wert im Orchideensubstrat misst und korrigierst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Flüssigdünger und Stäbchen kombinieren: geht das?
Ja, aber das Stäbchen zählt mit. Eine flüssige Nachdüngung bemisst du nach dem Bedarf der Pflanze und nach der Depotmenge, die schon im Topf steckt. Einen festen Wechsel nach Kalenderwochen übernehme ich nicht, weil er diesen Vorrat nicht mitrechnet.
Ich gebe jeder Orchidee nur eine Düngerform. Steckt ein Stäbchen im Topf, bekommt die Pflanze bei mir klares Wasser, bis die Wirkungsdauer auf der Packung abgelaufen ist.
Was im Orchideendünger steckt
Die Zahlenfolge auf dem Etikett nennt die Gehalte an Stickstoff, Phosphat und Kalium in Prozent, SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. stehen gesondert auf dem Etikett. Wie du eine solche Angabe liest und welche Rolle SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. spielen, erklärt der Überblick zu Nährstoffen, NPK und Spurenelementen. Welche Nährstoffe Orchideen im Einzelnen brauchen, steht im Ratgeber zur Nährstoffversorgung von Orchideen.
Wenn mit deiner Orchidee etwas nicht stimmt
Schäden an Orchideen können neben Nährstoffproblemen auch durch Staunässe, zu hohen Salzgehalt, ungeeignete Kulturbedingungen oder Krankheitserreger entstehen. Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du die Düngung ein und topfst gegebenenfalls unter teilweisem Austausch des alten Substrats um. Wie Dünger die Blütenbildung und Blütenhaltbarkeit von Orchideen beeinflusst, vertieft ein eigener Ratgeber, die Grundlagen stehen im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung.
