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Hahnenfußgewächse: Merkmale, Giftstoffe, Kriechender Hahnenfuß und Zierpflanzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) haben vielfältige Blütenformen, viele mit zahlreichen Staub- und Fruchtblättern, der Eisenhut mit zweiseitig symmetrischen Blüten.
  • In der Familie kommen Laktone, Alkaloide und herzwirksame Glykoside vor.
  • Bei Hahnenfuß-Arten entsteht nach Verletzung oder Welken aus Ranunculin das haut- und schleimhautreizende Protoanemonin.
  • Blauer Eisenhut gehört nicht in einen kinderfreundlichen Garten und wird nur mit Handschuhen angefasst.
  • Kriechender Hahnenfuß hat dreiteilige Blätter mit länger gestieltem Endblättchen, oberirdische Ausläufer und bevorzugt verdichtungsanfällige Lehm- und Tonböden.
  • Gewöhnliche Akelei mag lichten Halbschatten, das Sommer-Adonisröschen ist einjährig und blüht von Juni bis August.
Eine Nahaufnahme zeigt mehrere leuchtend gelbe Blüten der Persischen Butterblume in einem Topf.
Foto: Magda Ehlers · Pexels License · Quelle ↗

An meiner lehmigen Beetkante ziehe ich beim Jäten immer wieder Ausläufer des Kriechenden Hahnenfußes aus der Erde. Ein paar Schritte weiter lasse ich die Akelei bewusst stehen und sich aussäen. Beide gehören zu den Hahnenfußgewächsen. Die Familie bringt dir schöne Zierpflanzen, ein hartnäckiges Unkraut und einige stark giftige Arten in den Garten. Wenn du sie erkennst, weißt du, wo Handschuhe nötig sind, was raus muss und was ins Blumenbeet darf.

Was sind Hahnenfußgewächse?

Hahnenfußgewächse, botanisch Ranunculaceae, sind eine Pflanzenfamilie, deren Vertreter sehr verschieden aussehen. Zu ihr gehören der Hahnenfuß selbst, die Ranunkel, die Akelei, das Adonisröschen, die Clematis und der Eisenhut.

Ihre Blütenformen sind vielfältig. Viele Arten tragen zahlreiche Staub- und Fruchtblätter in der Blüte, der Eisenhut hat dagegen zweiseitig symmetrische Blüten. Auch die Laubblätter sind vielgestaltig, sie können ganz, gefiedert oder geteilt sein.

Im Garten begegnest du der Familie als Zierpflanze und als Unkraut, Gemüse liefert sie nicht. Suchst du eine Familie für das Gemüsebeet, sieh dir die Gänsefußgewächse mit Mangold, Roter Bete und Spinat an.

Diese Vertreter triffst du im Hausgarten an:

Vertreter Rolle im Garten Gut zu wissen
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) Unkraut breitet sich über oberirdische Ausläufer aus
Ranunkel (Ranunculus asiaticus) Zierpflanze aus Knollen ‘Peony Mix’ kommt mit den Krallen nach unten etwa 5 cm tief in die Erde
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris) kurzlebige Staude lichter Halbschatten als Richtwert
Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) einjährige Sommerblume blüht von Juni bis August
Clematis (Waldrebe) Kletterpflanze die meisten mögen sonnige bis leicht schattige Plätze ohne Staunässe
Blauer Eisenhut Zierpflanze stark giftig, nur mit Handschuhen anfassen

Wie giftig sind Hahnenfußgewächse?

In der Familie kommen unterschiedliche Inhaltsstoffgruppen vor, darunter Laktone, Alkaloide und herzwirksame Glykoside. Bei den Hahnenfuß-Arten entsteht ein Reizstoff erst, wenn die Pflanze verletzt wird oder welkt. Dann bildet sich aus dem Ranunculin das Protoanemonin, das Haut und Schleimhäute reizt.

Beim Jäten reißt du Blätter und Stängel zwangsläufig ab, und genau dann entsteht dieser Reizstoff. Ich ziehe deshalb Handschuhe an, bevor ich Hahnenfuß ausreiße, und trage sie auch bei Arbeiten an Ranunkeln und Clematis.

Achtung

Blauer Eisenhut ist stark giftig. In einen kinderfreundlichen Garten gehört er nicht, und wenn du an ihm arbeiten musst, fasst du ihn nur mit Handschuhen an.

Spielen Kinder im Garten, gilt eine feste Regel: Bevor sie etwas aus dem Garten essen, fragen sie eine erwachsene Person. Nach der Gartenarbeit und vor dem Essen wascht ihr euch gründlich die Hände. Ich trage giftige Stauden in meine Beetskizze ein, bevor ich eine Spielecke plane. Mit dem Beetplaner skizzierst du Beete und Wege auf dieselbe Art.

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Woran erkennst du den Kriechenden Hahnenfuß?

Der Kriechende Hahnenfuß, Ranunculus repens, hat dreiteilige Blätter. Das mittlere Endblättchen sitzt an einem längeren Stiel als die beiden seitlichen Blättchen. Von einer bodennahen Rosette aus schiebt er oberirdische Ausläufer über die Erde, an denen neue Pflanzen entstehen. Seine gelben Blüten kennst du als Butterblumen. Aus ihnen bilden sich einsamige Nüsschen, über die er sich zusätzlich aussät.

Er bevorzugt nährstoffreiche Lehm- und Tonböden, die zur Verdichtung neigen. Breitet er sich in deinem Beet flächig aus, kann das auf schweren, verdichteten Boden hindeuten.

Wie wirst du den Kriechenden Hahnenfuß im Beet los?

Ich setze an drei Stellen an: an der Pflanze selbst, am Boden und an den Samen. Eine Garantie gibt dir keiner dieser Schritte, zusammen können sie die Ausbreitung aber bremsen.

Pflanzen samt Wurzel ausstechen

Stich jede Pflanze mit Handschaufel oder Grabegabel samt Wurzel aus. Reißt du nur die Blätter ab, bleibt die Rosette in der Erde. Verfolge jeden Ausläufer bis zur nächsten Rosette und hebe auch diese heraus.

Marias Erfahrung

Ich sammle ausgestochene Pflanzen samt Ausläufern sofort in einem Eimer. So bleiben keine Stücke auf dem Beet liegen, und welkendes Kraut, in dem sich Protoanemonin bildet, landet nicht zwischen meinen Salaten.

Den Boden lockern

Ausstechen erwischt nur die Pflanzen, die gerade wachsen. Weil der Kriechende Hahnenfuß verdichtungsanfällige Lehm- und Tonböden bevorzugt, setze ich zusätzlich beim Boden an. Umgraben zur Frostgare ist nur bei schweren Böden sinnvoll, die im Winter erwartbar durchfrieren; leichte Böden lockerst du stattdessen im Frühjahr mit der Grabegabel. Wie du deinen Gartenboden untersuchst und verbesserst, erklärt der Ratgeber zur Gartenplanung.

Samenbildung bremsen

Wo der Hahnenfuß im Rasen oder am Wegrand wächst, mähe ich ihn, bevor aus den Blüten Nüsschen werden. Das kann seine Ausbreitung über Samen bremsen.

Säst du ein geräumtes Beet neu ein, kann ein falsches Saatbett helfen. Du bereitest das Beet 2 bis 4 Wochen vor der Aussaat vor, lässt Unkrautsamen keimen und entfernst die Keimlinge oberflächlich. Mehr zur Pflege vor der Aussaat steht im selben Ratgeber zur Gartenplanung.

Jetzt dran

Geh mit Handschuhen an deine Beetkanten und such nach dreiteiligen Blättern mit länger gestieltem Endblättchen. Folge jedem Ausläufer bis zur nächsten Rosette und stich beide samt Wurzel aus.

Welche Hahnenfußgewächse passen in den Ziergarten?

Im Blumenbeet zeigt die Familie ihre schöne Seite. Ranunkel, Akelei, Adonisröschen und Clematis bringen ganz verschiedene Wuchsformen mit, vom Knollenblüher bis zur Kletterpflanze.

Ranunkel: Knollen mit den Krallen nach unten

Die Ranunkel, Ranunculus asiaticus, gehört zur selben Gattung wie der Kriechende Hahnenfuß und stammt ursprünglich aus dem Orient. Die Pflanze wächst aus Knollen, deren krallenartige Fortsätze beim Pflanzen die Richtung vorgeben. Für die Mischung ‘Peony Mix’ setzt du die Knollen mit den Krallen nach unten etwa 5 cm tief. Mit Tulpen teilt die Ranunkel keine Familie, denn Tulpen gehören zu den Liliengewächsen.

Häufiger Fehler

Ranunkelknollen in einer kalten Lage nach dem Einziehen im Beet vergessen. Bei ‘Peony Mix’ gräbst du sie dann aus und überwinterst sie trocken und frostfrei.

Akelei: lichter Halbschatten am Gehölzrand

Die Gewöhnliche Akelei, Aquilegia vulgaris, wächst von Natur aus in lichten Wäldern. Lichter Halbschatten ist deshalb ein Richtwert für ihren Platz im Garten, etwa am Rand von Gehölzen. Auf langen Stängeln trägt sie nickende Blüten mit einem markanten Sporn. Die Pflanze ist mehrjährig, aber kurzlebig. Ich lasse deshalb einige Samenstände stehen, damit sie sich selbst aussät, und meist bleibt sie dabei zurückhaltend. Im Volksglauben heißt es, dass dort, wo Akelei wächst, auch Elfen wohnen.

Gefüllte Sorten wie ‘Winky Double Red-White’ tragen ihre Blüten aufrecht, in Weiß, Rosa und Weinrot. Ungefüllte Blüten verlängern dagegen das nutzbare Nahrungsangebot für Insekten. Wenn dir Insekten im Garten wichtig sind, greifst du deshalb besser zur ungefüllten Wildform.

Sommer-Adonisröschen: einjährig im Sommerbeet

Das Sommer-Adonisröschen, Adonis aestivalis, ist einjährig und blüht von Juni bis August. Früher wuchs es häufig im Getreide. Durch die Unkrautbekämpfung auf den Äckern ist es dort stark zurückgedrängt worden und heute selten. Im Garten fällt es mit fein gefiederten Blättern und kleinen, leuchtend roten Blüten mit dunkler Mitte auf. Es passt in Naturgärten und Präriebeete, und ich säe es dort in Gruppen aus.

Clematis: Kletterpflanze aus derselben Familie

Auch die Clematis, auf Deutsch Waldrebe, gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Die meisten Clematis lassen sich an sonnigen bis leicht schattigen, gut versorgten Plätzen ohne Staunässe mit Kletterrosen kombinieren. Ein Beispiel ist die Kletterrose ‘Santana’ zusammen mit Clematis viticella ‘Alba Luxurians’. Rankende Waldreben brauchen eine Kletterhilfe mit feinem Gitter, an dem sie sich festhalten können.

Häufige Fragen

Was sind Hahnenfußgewächse?
Hahnenfußgewächse, botanisch Ranunculaceae, sind eine Pflanzenfamilie, zu der unter anderem Hahnenfuß, Ranunkel, Akelei, Adonisröschen, Clematis und Eisenhut gehören. Ihre Blütenformen sind vielfältig: Viele Arten haben zahlreiche Staub- und Fruchtblätter, der Eisenhut dagegen zweiseitig symmetrische Blüten. Im Garten begegnen sie dir als Zierpflanzen und als Unkraut, Gemüse liefert die Familie nicht.
Welche giftigen Inhaltsstoffe kommen in Hahnenfußgewächsen vor?
In der Familie kommen unterschiedliche Stoffgruppen vor, darunter Laktone, Alkaloide und herzwirksame Glykoside. Bei Hahnenfuß-Arten entsteht nach Verletzung oder Welken aus Ranunculin das Protoanemonin, das Haut und Schleimhäute reizt. Blauer Eisenhut ist stark giftig, gehört nicht in einen kinderfreundlichen Garten und wird nur mit Handschuhen angefasst.
Woran erkennst du den Kriechenden Hahnenfuß und wie breitet er sich aus?
Der Kriechende Hahnenfuß, Ranunculus repens, hat dreiteilige Blätter, deren Endblättchen länger gestielt ist als die seitlichen. Von einer bodennahen Rosette aus bildet er oberirdische Ausläufer, an denen neue Pflanzen entstehen. Aus seinen gelben Blüten gehen außerdem einsamige Nüsschen hervor. Er bevorzugt nährstoffreiche Lehm- und Tonböden, die zur Verdichtung neigen.
Wie wirst du Kriechenden Hahnenfuß im Garten los?
Stich die Pflanzen mit Handschaufel oder Grabegabel samt Wurzel aus und nimm jeden Ausläufer bis zur nächsten Rosette mit heraus. Trag dabei Handschuhe, denn beim Verletzen der Pflanze entsteht das hautreizende Protoanemonin. Im Rasen kann Mähen vor der Samenbildung die Ausbreitung über Nüsschen bremsen. Auf schweren, verdichteten Böden setzt du zusätzlich beim Lockern des Bodens an.
Worin unterscheiden sich Hahnenfuß und Ranunkeln?
Beide gehören zur Gattung Ranunculus, spielen im Garten aber ganz verschiedene Rollen. Der Kriechende Hahnenfuß, Ranunculus repens, gilt im Beet als Unkraut und breitet sich über oberirdische Ausläufer aus. Die Ranunkel, Ranunculus asiaticus, ist eine Zierpflanze aus Knollen, die bei der Mischung 'Peony Mix' mit den Krallen nach unten etwa 5 cm tief gesetzt werden.
Worin unterscheiden sich Ranunkeln von Tulpen?
Ranunkeln gehören zu den Hahnenfußgewächsen, Tulpen zu den Liliengewächsen. Tulpen pflanzt du von Ende September bis Mitte November in durchlässigen Boden ohne Staunässe. Bei Ranunkeln der Mischung 'Peony Mix' gräbst du die Knollen in kalten Lagen nach dem Einziehen aus und überwinterst sie trocken und frostfrei.
Welchen Standort braucht Akelei im Garten?
Für die Gewöhnliche Akelei ist lichter Halbschatten ein Richtwert, weil sie von Natur aus in lichten Wäldern vorkommt. Ein Platz am Rand von Gehölzen passt deshalb gut. Die Pflanze ist mehrjährig, aber kurzlebig, und sät sich selbst aus, wenn du einige Samenstände stehen lässt.
Warum ist das Sommer-Adonisröschen selten geworden?
Das Sommer-Adonisröschen wuchs früher häufig im Getreide. Durch die Unkrautbekämpfung auf den Äckern wurde es dort stark zurückgedrängt. Im Garten kannst du die einjährige Pflanze aussäen, sie blüht von Juni bis August.
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