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Gartenbesen richtig nutzen: So kehrst du Pflaster, Kies und Laub durchs Jahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für feinen Schmutz auf glatten Böden nimmst du weiche Borsten, für groben Schmutz auf rauem Pflaster harte.
  • Auf losen Kieswegen ist ein gewöhnlicher Besen ungeeignet, größere Blätter holst du dort mit einem Federbesen heraus.
  • Laub rechst du vom Rasen ab, von Gehwegen kehrst du es wegen der Rutschgefahr.
  • Kehre mit dem Wind, fang auf der Seite an, von der er kommt, und setze unterwegs kleine Haufen.
  • Ausgekratztes Fugenunkraut kehrst du zusammen und nimmst es auf, weil es noch Samen streuen kann.

Nasses Laub auf dem Plattenweg wird rutschig, und auf dem losen Kiesweg ist ein gewöhnlicher Besen das falsche Werkzeug. Ich kehre deshalb nicht jede Fläche gleich: Untergrund, Kehrgut und Jahreszeit bestimmen, welchen Besen ich nehme und wie ich ihn führe. Hier liest du, wie du auf Pflaster, Kies und am Rasen vorgehst. Dazu kommen Handgriffe für Wind und kleine Haufen und ein Gang durchs Gartenjahr.

Welcher Besen auf welche Fläche gehört

Für die Kehrtechnik genügt eine Grundregel: Weiche Borsten nehmen feinen Schmutz von glatten Böden auf, harte Borsten holen groben Schmutz von rauem Pflaster. Besentypen, Aufbau von Kopf und Stiel und Kaufkriterien gehören in einen eigenen Ratgeber. Dort liest du, welcher Gartenbesen zu deinem Garten und Untergrund passt.

So führst du den Besen

Ich kehre in kurzen, kontrollierten Zügen und hole nicht weit aus. Weite Schwünge wirbeln leichtes Kehrgut auf, kurze Züge halten es vor dem Besen.

Auf festem Pflaster schiebst du den Besen von dir weg und setzt die Borsten mit der ganzen Breite auf. Nasses oder schweres Kehrgut ziehst du dagegen mit festem Druck in kurzen Zügen zu dir heran. Kehre dabei in eine Richtung und lass die Bahnen überlappen, damit kein Streifen stehen bleibt.

Statt alles auf einen großen Haufen zu schieben, setze ich unterwegs kleine Haufen. Die nehme ich mit der Kehrschaufel auf, bevor ich weiterkehre.

Haltung und Stiel

Die Stiellänge stimmst du auf deine Körpergröße ab, damit du beim Kehren aufrecht stehst. Wechsle zwischendurch Haltung oder Tätigkeit, so vermeidest du einseitige Belastungen. Was bei Griff, Stiel und Material sonst zählt, beschreibt der Abschnitt zu Qualität, Material und Ergonomie beim Werkzeugkauf im Überblick zur Gartentechnik.

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Kehren je nach Untergrund

Pflaster, Platten und Terrasse

Raues Pflaster und Beton kehrst du mit harten Borsten, glatte Platten mit weichen. Kleine befestigte Flächen bleiben eher unkrautfrei, wenn du sie regelmäßig mit einem harten Straßenbesen fegst.

Sitzt schon Grün in den Fugen, kratze ich es zuerst mit dem Fugenkratzer heraus und kehre erst danach. Fugenkratzer und Fugenbürsten gibt es auch in Ausführungen, mit denen du im Stehen arbeitest. Das Ausgekratzte kehrst du zusammen und nimmst es auf, weil die ausgerissenen Pflanzen sonst noch Samen streuen können. Für kratzempfindliche Beläge sind rotierende Wildkrautbürsten mit Stahlzöpfen nicht geeignet.

Staubt trockenes Pflaster schon beim ersten Zug, brause ich die Fläche mit der Gießkanne an. Gekehrt wird, sobald kein Wasser mehr auf den Platten steht.

Mythos-Check

Salz in die Fugen, damit dort nichts mehr wächst? Auf Wegen, Terrassen und anderen Nichtkulturlandflächen darfst du Salz nicht gegen Unkraut einsetzen. Den Bewuchs holst du dort mechanisch mit dem Fugenkratzer heraus.

Lose Kieswege

Häufiger Fehler

Den Kiesweg mit demselben Besen fegen wie die Terrasse. Auf losem Kies sind gewöhnliche Besen ungeeignet, ebenso ein Hochdruckreiniger.

Größere Blätter holst du vom Kies mit einem Federbesen herunter. Ich führe ihn locker über die Oberfläche und ziehe die Blätter mit den Zinken zusammen, ohne sie in den Kies zu drücken. Hat sich der Kies verschoben, ebnest du ihn mit einem Gartenrechen wieder ein. Einen Überblick, welche Rechen und Harken sich für welche Gartenaufgabe eignen, gibt der Ratgeber dazu.

Rasen und Beetränder

Laub auf dem Rasen rechst du ab, damit der Rasen Licht und Luft bekommt. Den Besen nimmst du an der Rasenkante und auf den Platten daneben. Ins Beet trete ich bei nassem Boden nicht, weil beim Betreten neue Verdichtungen entstehen können. Erde und Pflanzenreste, die beim Jäten auf den Weg gefallen sind, kehre ich deshalb vom Weg aus zusammen.

Kehren je nach Kehrgut

Kehrgut Borsten oder Gerät Handgriff
Trockenes Laub, Blüten Besen passend zum Untergrund in eine Richtung kehren, kleine Haufen setzen, mit dem Wind arbeiten
Nasses Laub, Matsch harte Borsten fest aufsetzen, in kurzen Zügen heranziehen
Sand und feiner Staub auf glatten Platten weiche Borsten in überlappenden Bahnen kehren, staubige Flächen vorher anbrausen
Ausgekratztes Fugenunkraut harter Besen zusammenkehren und aufnehmen
Blätter auf losem Kies Federbesen locker über die Oberfläche führen

Nasses Laub haftet am Boden. Ich setze den harten Besen fest auf und ziehe es in kurzen Zügen zu mir heran. Auf Gehwegen lässt du es nicht liegen, weil Laub dort die Rutschgefahr erhöht.

Angetrockneten Rasenschnitt vom Weg kannst du als Mulch verwenden. Leg ihn nur dünn bodendeckend auf und dafür häufiger nach, damit er nicht zu einer dichten Masse verklebt.

Schneller fertig: Wind, Abschnitte und kleine Haufen

Vor dem Kehren schaue ich, woher der Wind kommt. Fang auf der Seite an, von der er weht, und kehre mit ihm. Dann trägt er leichtes Kehrgut von der fertigen Fläche weg statt darauf zurück. An böigen Tagen lasse ich das Laub liegen und kehre es später.

Große Flächen teilst du gedanklich in Abschnitte und arbeitest sie nacheinander ab. So musst du gekehrte Teile nicht mehr betreten. Kleine Haufen in regelmäßigen Abständen lassen sich leichter aufnehmen als ein großer Haufen am Ende. Für kleine Kehrarbeiten zwischendurch und für Ecken nimmst du Handfeger und Kehrschaufel.

Marias Erfahrung

Ich stelle Kehrschaufel und Eimer an den Rand des Abschnitts, bevor ich anfange, und kehre die kleinen Haufen in Richtung Eimer.

Besen und Rechen kombinieren

Bei viel Laub auf Rasen und Weg arbeite ich mit zwei Werkzeugen: Auf dem Rasen nehme ich den Rechen, auf den Wegen den Besen. Wie du beide kombinierst, liest du im Ratgeber dazu, wann der Gartenbesen und wann der Laubrechen die bessere Wahl ist.

Besen statt Laubbläser

In kleinen bis mittelgroßen Privatgärten kommst du mit Besen, Laubrechen und Harke ohne Strom und Kraftstoff aus, anders als mit Laubsauger oder Laubbläser. Wer trotzdem ein Motorgerät einsetzt, fragt vorher bei der Gemeinde nach, welche Regeln dafür gelten.

Der Gartenbesen durchs Jahr

Jahreszeit Typisches Kehrgut Worauf du achtest
Frühjahr Streusplitt, Winterreste, erstes Grün in den Fugen Fugen im zeitigen Frühjahr auskratzen, Ausgekratztes aufnehmen
Sommer Blüten, Rasenschnitt, Staub kleine Pflasterflächen regelmäßig mit dem harten Straßenbesen fegen, staubiges Pflaster vorher anbrausen
Herbst Laub, Altbewuchs in den Fugen Gehwege freikehren, Rasen abrechen, gesundes Laub weiterverwenden
Winter lockerer Schnee kehren, solange er locker liegt; Eis und festgetretenen Schnee nicht mit dem Besen bearbeiten

Frühjahr: Splitt und erstes Grün in den Fugen

Im Frühjahr kehre ich zuerst den Streusplitt und die Winterreste von Wegen und Terrasse. Mit dem Auskratzen der Fugen auf befestigten Wegen fängst du im zeitigen Frühjahr an. Nach Regen geht das Kratzen leichter, weil die Erde in den Fugen dann weich ist. Samenunkräuter entfernst du, bevor sie Samen bilden, und kehrst das Ausgekratzte gleich zusammen.

Sommer: Blüten, Rasenschnitt und Staub

Im Sommer liegen auf Wegen und Terrasse vor allem Blüten, Rasenschnitt und Staub. Kleine Pflasterflächen fege ich in dieser Zeit regelmäßig mit dem harten Straßenbesen durch. Auf dem Kiesweg nehme ich heruntergefallene Blätter mit dem Federbesen auf, staubiges Pflaster brause ich vor dem Kehren an.

Herbst: Laub von Wegen und Rasen

Im Herbst geht es vor allem ums Laub. Von Gehwegen kehrst du es wegen der Rutschgefahr, vom Rasen rechst du es ab, damit er Licht und Luft bekommt. Was dabei zusammenkommt, ist nicht automatisch Abfall: Gesundes Herbstlaub kann in dünnen Lagen auf geeigneten Beeten und unter Hecken liegen bleiben. Den Altbewuchs in den Fugen kratzt du schon jetzt heraus.

Tipp

Kehr einen Teil des gesunden Laubs in eine ruhige Gartenecke. Dort kann es als Rückzugshaufen für Insekten und Igel liegen bleiben.

Winter: Schnee vom Weg

Lockeren Schnee schiebe ich mit dem harten Besen vom Weg, solange er sich kehren lässt. Festgetretenen Schnee und Eis bearbeitest du nicht mit dem Besen, denn ein Handwerkzeug setzt du nur für seinen vorgesehenen Zweck und den dazugehörigen Kraftaufwand ein. Auf glatten Wegen arbeite ich mit festen Schuhen und achte auf sicheren Stand.

Pflege in Kürze

Nach dem Kehren klopfe ich den Besen aus, zupfe Blätter und Zweige aus den Borsten und lasse ihn trocknen, bevor ich ihn aufhänge. Dabei prüfst du, ob der Stiel locker sitzt, und behebst Mängel vor dem nächsten Einsatz. Mehr dazu steht im Abschnitt Werkzeug pflegen, reparieren und lagern im Überblick zur Gartentechnik.

Häufige Fragen

Welche Borstenhärte passt zu welcher Oberfläche?
Für feinen Schmutz auf glatten Böden nimmst du weiche Borsten, für groben Schmutz auf rauem Pflaster harte. Auf losen Kieswegen sind gewöhnliche Besen ungeeignet, ebenso ein Hochdruckreiniger. Größere Blätter holst du dort mit einem Federbesen heraus.
Wie unterscheidet sich die Arbeit mit dem Gartenbesen von der mit dem Rechen?
Mit dem Besen kehrst du loses Material von festen Flächen wie Wegen, Terrassen und Einfahrten zusammen. Mit einem Gartenrechen ebnest du lockere Erde, Kies und Sand ein und bereitest Saatflächen vor. Herbstlaub auf dem Rasen rechst du ab, damit der Rasen Licht und Luft bekommt.
Wofür brauche ich den Gartenbesen in welcher Jahreszeit?
Im zeitigen Frühjahr fängst du auf befestigten Wegen mit dem Auskratzen der Fugen an. Das Ausgekratzte kehrst du zusammen und nimmst es auf, weil die Pflanzen sonst noch Samen streuen können. Kleine befestigte Flächen bleiben während der Saison eher unkrautfrei, wenn du sie regelmäßig mit einem harten Straßenbesen fegst. Im Herbst kehrst du Laub von Gehwegen gegen die Rutschgefahr und entfernst den Altbewuchs aus den Fugen.
Ist ein Gartenbesen eine umweltfreundliche Alternative zum Laubbläser?
In kleinen bis mittelgroßen Privatgärten kannst du Laub mit Besen, Laubrechen und Harke beseitigen und kommst dabei ohne Strom und Kraftstoff aus, anders als mit Laubsauger oder Laubbläser. Gesundes Herbstlaub kann in dünnen Lagen auf geeigneten Beeten und unter Hecken bleiben oder als Rückzugshaufen für Insekten und Igel dienen. Wer dennoch ein Motorgerät nutzt, fragt bei der Gemeinde nach, welche Regeln dafür gelten.
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