Besenarten im Garten: Welcher Besen zu deinem Untergrund und Kehrgut passt
- Harte Borsten passen zu grobem Schmutz auf rauem Pflaster, weiche Borsten zu feinem Schmutz auf glatten Flächen.
- Auf losen Kieswegen sind gewöhnliche Besen ungeeignet; größere Blätter nimmst du dort mit einem Federbesen auf.
- Für Unkraut in Pflasterfugen gibt es Fugenkratzer und Fugenbürsten, in passender Ausführung auch für die Arbeit im Stehen.
- Beim Kauf zählen ein fest sitzender Stiel, eine sichere Teleskoparretierung und Ersatzteile für Kopf und Stiel.
Bevor ich einen Besen kaufe, gehe ich meine Flächen ab und schaue, was dort liegt. Am Schuppen ist es grober Dreck auf rauem Pflaster, im Gartenhaus feiner Staub auf glattem Boden, auf dem Kiesweg Herbstlaub. Für jede dieser Stellen taugt ein anderer Besen, und auf losem Kies ist ein gewöhnlicher Besen sogar ungeeignet. Die Frage nach den Besenarten ist deshalb vor allem eine Frage nach deinem Untergrund und deinem Kehrgut.
Welche Besenarten gibt es für den Garten?
Gartenbesen unterscheiden sich in der Härte der Borsten, in der Form des Kopfes und im Material. Aus diesen Merkmalen ergeben sich die Bauarten, die du im Handel findest.
Straßenbesen und Hofbesen
Straßen- und Hofbesen tragen harte Borsten. Gebaut sind sie für groben Schmutz auf rauen Pflasterflächen, also für Erde, Splitt und angetrocknete Reste auf Hof, Einfahrt und Gehweg. Regelmäßiges Fegen mit einem harten Straßenbesen hilft außerdem, kleine befestigte Flächen unkrautfrei zu halten.
Besen mit weichen Borsten
Feinen Schmutz auf glatten Böden nimmst du mit weichen Borsten auf. Gemeint sind etwa glatte Terrassenplatten oder der Boden im Gartenhaus. Für diesen feinen Staub ist ein harter Straßenbesen zu grob.
Allwetterbesen
Der Allwetterbesen hat mittelharte Kunststoffborsten, die Nässe vertragen. Er kommt auf wechselnden Flächen zurecht und liegt in der Härte zwischen den beiden Extremen. Für feinen Staub auf glatten Platten passen weiche Borsten besser, für groben Schmutz auf rauem Pflaster harte.
Laubbesen, Fächerbesen und Federbesen
Laubbesen haben einen breiten Kopf mit flexiblen Zinken, viele nennen sie auch Fächerbesen. Mit ihnen holst du Herbstlaub vom Rasen, sodass das Gras wieder Licht und Luft bekommt. Der Federbesen ist ein Fächerbesen mit federnden Zinken. Auf losen Kieswegen nimmt er größere Blätter auf, wo gewöhnliche Besen ungeeignet sind. Zum Rechen ist die Grenze bei diesen Bauarten fließend: Welche Rechen und Harken zu welcher Gartenaufgabe passen, klärt ein eigener Ratgeber.
Reisigbesen
Der Reisigbesen besteht aus gebundenem Birkenreisig und ist die traditionelle Form des Gartenbesens. Seine Zweige geben nach und passen sich Unebenheiten an. Ich nehme ihn deshalb auf dem Rasen und auf unbefestigten Wegen. Als Naturmaterial hält Reisig meist nicht so lange wie Kunststoffborsten.
Handfeger und Kehrschaufel
Für kleine Kehrarbeiten zwischendurch reichen Handfeger und Kehrschaufel. Ich halte beide am Pflanztisch bereit, weil ich den Tisch nach dem Umtopfen abkehre. Auch verschüttete Erde auf der Treppe nimmst du damit auf, ohne den großen Besen zu holen.
Welcher Besen passt zu deinem Untergrund?
Am schnellsten findest du deinen Besen über die Fläche, die du am häufigsten kehrst. Die Tabelle ordnet Untergrund, typisches Kehrgut und Besenart einander zu.
| Untergrund | Typisches Kehrgut | Passender Besen |
|---|---|---|
| Raues Pflaster, Hof, Einfahrt | grober Schmutz, Erde, Splitt | Straßenbesen mit harten Borsten |
| Glatte Platten, Boden im Gartenhaus | feiner Schmutz, Staub | Besen mit weichen Borsten |
| Loser Kiesweg | größere Blätter | Federbesen |
| Rasen | Herbstlaub | Laubbesen, Fächerbesen |
| Pflasterfugen, Mauerkanten | Unkraut, Moos | Fugenkratzer, Fugenbürste |
| Pflanztisch, Treppe, kleine Ecken | Erde, kleine Reste | Handfeger und Kehrschaufel |
| Wechselnde Flächen | gemischtes Kehrgut | Allwetterbesen als Kompromiss |
Bei holprigen Flächen helfen längere, flexible Borsten, weil sie sich den Konturen anpassen.
„Für Kies brauchst du einfach einen besonders harten Besen.“ Auf losen Kieswegen sind gewöhnliche Besen ungeeignet, und das gilt auch für den Hochdruckreiniger. Größere Blätter nimmst du dort mit einem Federbesen auf.
Laub vom Rasen und vom Weg: welcher Besen, und wohin damit?
Herbstlaub kehrst du aus zwei Gründen weg. Vom Rasen holst du es, damit das Gras Licht und Luft bekommt, vom Gehweg wegen der Rutschgefahr. Auf dem Rasen arbeitest du mit dem Laubbesen, auf losem Kies mit dem Federbesen. In kleinen bis mittelgroßen Privatgärten sind Besen, Laubrechen und Harke eine strom- und kraftstofffreie Alternative zu Laubsauger und Laubbläser. Wann du zum Gartenbesen und wann zum Laubrechen greifst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Das gekehrte Laub muss dabei nicht in die Tonne. Gesundes Herbstlaub kann in dünnen Lagen auf geeigneten Beeten und unter Hecken bleiben oder als Rückzugshaufen für Insekten und Igel dienen. Was du für Licht und Luft vom Rasen kehrst, darf also oft gleich unter der Hecke liegen bleiben, solange es gesund ist.
Unkraut in Pflasterfugen: Fugenkratzer und Fugenbürste
Fugenkratzer holen Unkraut und Moos von Hand aus Pflasterfugen und an Mauerkanten. Auch Fugenbürsten eignen sich für die mechanische Unkrautentfernung zwischen Pflastersteinen. In passender Ausführung mit Stiel arbeitest du mit beiden im Stehen. Rotierende Wildkrautbürsten aus Stahlzöpfen sind dagegen nichts für kratzempfindliche Untergründe.
Ausgerissene Fugenunkräuter kehrst du auf und nimmst sie mit, weil sie noch Samen verbreiten können. Auf größeren gepflasterten Wegen, Einfahrten und Hofflächen sollen die Fugen wasserdurchlässig bleiben, damit Regen versickern kann. Nach dem Hochdruckreinigen füllst du herausgespülten Fugensand wieder auf.
Auf einer kleinen Terrasse kann der harte Besen einen Teil dieser Arbeit übernehmen. Regelmäßiges Fegen mit dem Straßenbesen hilft, kleine befestigte Flächen unkrautfrei zu halten, und was trotzdem in den Fugen wächst, holst du mit dem Kratzer heraus.
Kratz die Fugen nach einem Regen aus. Dann ist die Fugenerde aufgeweicht, und das Kratzen fällt leichter.
Salz darf auf Wegen, Terrassen und anderen Nichtkulturlandflächen nicht zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. In den Fugen bleibst du bei Kratzer und Bürste.
Reicht ein einziger Besen?
Ein Allwetterbesen deckt viele Flächen ab, aber nicht alle. Harte Borsten passen zum groben Schmutz auf rauem Pflaster, auf losem Kies sind gewöhnliche Besen ungeeignet. Wer Pflaster und Kiesweg im Garten hat, braucht deshalb zwei Besen: einen harten für das Pflaster und einen Federbesen für den Kies. Dazu kommen Handfeger und Kehrschaufel für Kleinigkeiten und bei Fugenunkraut ein Fugenkratzer.
An meiner Schuppenwand hängen der harte Hofbesen fürs Pflaster und der Federbesen für den Kiesweg nebeneinander, der Handfeger liegt am Pflanztisch. Ich greife jeweils den Besen, der zur Fläche passt, auf der ich gerade stehe.
Borsten und Stiele: welches Material passt?
Borsten
Kunststoffborsten vertragen Nässe und behalten ihre Form, deshalb haben Allwetterbesen meist Borsten aus Kunststoff. Naturfasern wie Kokos und Piassava sind nachwachsende Rohstoffe, ebenso das Birkenreisig. Im Gebrauch halten diese Naturmaterialien meist nicht so lange wie Kunststoff.
Im Laden drücke ich die Borsten mit der flachen Hand an und schaue, wie stark sie nachgeben. Daran sehe ich, ob ein Besen eher zu feinem Staub oder zu grobem Pflasterschmutz passt.
Bei Kunststoff kommt ein Punkt hinzu: Zerfallen größere Kunststoffteile, kann daraus sekundäres Mikroplastik entstehen. Einen ausgedienten Kunststoffbesen lasse ich deshalb nicht im Freien liegen, sondern entsorge ihn.
Stiele
Holzstiele, oft aus heimischer Buche oder Esche, liegen gut in der Hand. Aluminium hat eine geringe Dichte und eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Ein Alustiel ist deshalb leicht und verträgt Feuchtigkeit. Kunststoffstiele sind ebenfalls leicht und witterungsbeständig.
Worauf achtest du beim Kauf?
Der Kopf sollte zu deinen Wegen passen. Ein breiter Kopf deckt offene Flächen ab, ein schmaler kommt zwischen Beeten und auf engen Pfaden durch.
Prüf vor dem Kauf, ob der Stiel fest im Kopf sitzt und nichts wackelt. Ein lockerer Stiel ist ein Mangel, den du vor dem ersten Einsatz behebst. Teleskopstiele sollen sich leicht feststellen lassen und dürfen sich während der Arbeit nicht von selbst lösen.
Auswechselbare oder verstellbare Stiele erweitern den Einsatzbereich und sparen Platz bei der Aufbewahrung. Mit einem Stielsystem wechselst du zwischen Besenkopf, Fächerbesen und Fugenbürste, ohne drei Stiele in den Schuppen zu stellen. Auch Ersatzteilversorgung und Instandsetzbarkeit gehören bei der Werkzeugwahl zu den Prüfkriterien. Beim Besen heißt das: Gibt es den Kopf einzeln, und passt ein neuer Stiel?
Eine Kratzleiste am Besenkopf hilft, festgetretenes Laub und hartnäckigen Schmutz zu lösen. Den Stiel nimmst du dafür nicht als Hebel, denn ein Handwerkzeug ist nur für seinen vorgesehenen Zweck und den passenden Kraftaufwand gedacht. Kombigeräte wie ein Besen mit klappbarer Kehrschaufel sparen Stauraum, lohnen sich aber nur, wenn du die Zusatzfunktion regelmäßig nutzt.
Das prüfst du am Besen, bevor du ihn mitnimmst.
- Die Borstenhärte passt zu der Fläche, die du am häufigsten kehrst.
- Der Stiel sitzt fest im Kopf und wackelt nicht.
- Ein Teleskopstiel rastet leicht ein und löst sich nicht von selbst.
- Kopf und Stiel gibt es einzeln als Ersatzteil.
- Die Kopfbreite passt zu deinen Wegen.
Wie lang sollte der Besenstiel sein?
Die Stiellänge stimmst du auf deine Körpergröße ab, damit du aufrecht kehren kannst. Ob Stiel und Griff zu deiner Größe und deiner Hand passen, zeigt dir das Probearbeiten im Laden. Grundlagen zu Stiel, Griff und Haltung findest du im Überblick, wie du Gartenwerkzeug nach Qualität, Material und Ergonomie auswählst.
Wie kehrst du richtig?
Die Technik hängt an Fläche, Kehrgut und Jahreszeit: Auf dem Rasen führst du den Besen anders als auf Pflaster, im Herbst anders als im Frühjahr. Wie du dabei effizient und schonend vorgehst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du mit dem Gartenbesen je nach Oberfläche, Kehrgut und Jahreszeit kehrst.
Wie pflegst du deinen Gartenbesen?
Nach dem Kehren klopfe ich den Besen aus und hänge ihn an einem trockenen Platz so auf, dass die Borsten frei hängen und er nicht herunterfallen kann. Wird ein Holzstiel spröde, schleifst du ihn glatt und behandelst ihn mit einem Holzpflegemittel. Wie du Werkzeug reinigst, reparierst und lagerst, steht im oben verlinkten Überblick zur Gartentechnik im Abschnitt zu Pflege, Reparatur und Lagerung.

