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Natürliche Feinde von Ratten: welche Tiere helfen und wie du sie förderst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zu den Fressfeinden der Wanderratte gehören Hunde und Katzen, im ländlichen Umfeld unter anderem Marder, Wiesel, Iltisse, Bussarde und Eulen.
  • Hunde und Katzen können einen Ratten- oder Mäusebefall, der schon im Gebäude sitzt, nicht beseitigen.
  • Greifvögel förderst du im Grünland mit stabil verankerten Sitzstangen von 3 m Höhe.
  • Rattengift kann auch Tiere vergiften, die vergiftete Nager fressen, also genau die Jäger, die du fördern willst.
  • Ultraschallgeräte haben sich gegen Ratten nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen.

Ratten am Kompost, Spuren im Schuppen, und schon kommt der Wunsch nach einer Eule im Baum oder einer Katze, die das für dich erledigt. Fressfeinde können Ratten jagen, und du kannst ihnen das Leben leichter machen. Einen Befall, der schon im Haus sitzt, können Hund und Katze aber nicht beseitigen. Wenn mich jemand nach natürlichen Feinden von Ratten fragt, frage ich deshalb zuerst zurück: Sind die Tiere im Gebäude oder draußen im Garten?

Welche natürlichen Feinde haben Ratten?

Zu den Fressfeinden der Wanderratte gehören Hunde und Katzen. Im ländlichen Umfeld kommen unter anderem Marder, Wiesel, Iltisse, Bussarde und Eulen dazu. Auch Füchse fressen Ratten, auf dem Land wie am Stadtrand. Unter den Eulen jagen etwa Schleiereule und Waldkauz Ratten, unter den Greifvögeln neben dem Bussard auch Habicht und Falken.

Fressfeind Wann und wo er jagt Was du für ihn tun kannst
Eulen, etwa Schleiereule und Waldkauz nachts, im ländlichen Umfeld alte Höhlenbäume erhalten, Nistkasten an hohen Gebäuden
Bussard und andere Greifvögel tagsüber über offenem Gelände Sitzstangen im Grünland aufstellen
Marder, Wiesel, Iltis im ländlichen Umfeld Hecken, Stein- und Totholzhaufen am Grundstücksrand
Fuchs auf dem Land und am Stadtrand Bau in Ruhe lassen
Katze Garten und Hof artgerecht halten, nicht verwildern lassen
Hund Hof und Stall nur mit Training und unter Aufsicht

Was können natürliche Feinde gegen Ratten ausrichten?

Fressfeinde können den Jagddruck auf Ratten in deiner Umgebung erhöhen. Einen rattenfreien Garten garantieren sie nicht. Wie viel sie ausrichten, hängt davon ab, ob sie in der Nähe Brutplätze, Verstecke und offene Jagdflächen finden. Auf Wildtiere setzt du deshalb als Teil der Vorbeugung draußen, nicht als Lösung für das akute Problem im Keller.

Mythos-Check

„Eine Katze hält das Haus rattenfrei.“ Hunde und Katzen gehören zwar zu den Fressfeinden der Wanderratte. Einen Ratten- oder Mäusebefall, der schon im Gebäude sitzt, können sie aber nicht beseitigen.

Dazu kommt, dass Wanderratten schon durch Öffnungen von 2 cm Durchmesser ins Haus gelangen. Wenn die Katze den Befall drinnen nicht beseitigt und Ratten durch so kleine Lücken passen, entscheidet im Gebäude das Abdichten. Ich sehe Fressfeinde deshalb als Unterstützung draußen, die Lücken am Haus schließe ich trotzdem.

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Katzen und Hunde: Wie viel bringen sie gegen Ratten?

Katzen

Katzen jagen aus Instinkt, doch nicht jede Katze nimmt es mit einer Ratte auf. Manche meiden Ratten ganz. Ihre Jagd trifft außerdem Vögel und andere Kleintiere im Garten. Schaff dir deshalb keine Katze als Schädlingsbekämpfer an: Sie braucht artgerechte Haltung und darf nicht verwildern. Legt dir deine Katze eine tote Ratte hin, fasst du den Kadaver nur mit Einmalhandschuhen an, denn auch tote Nager sind ein Infektionsrisiko.

Hunde

Manche Hunde, etwa Terrier, wurden für die Jagd auf Ratten gezüchtet. Setz einen Hund dafür nur mit Training und unter Aufsicht ein, zum Beispiel in Stall oder Scheune. Auch für ihn gilt: Ein Befall, der schon im Gebäude sitzt, verschwindet durch den Hund nicht.

Wie förderst du Eulen, Greifvögel und Marder auf dem Land?

Wildtiere fängst du nicht ein und setzt sie auch nicht um. Du schaffst Plätze, an denen sie von selbst brüten, sitzen und sich verstecken.

Greifvögel: Sitzwarten im Grünland

Bussarde und andere Greifvögel jagen tagsüber und brauchen einen erhöhten Ausguck über offenem Gelände. Auf Wiese und Weide kannst du dafür eine Sitzstange aufstellen. Verankere sie stabil im Boden. Die Empfehlung bezieht sich auf Grünland, nicht auf den kleinen Hausgarten.

Zahl im Blick

Sitzstangen für Greifvögel im Grünland sind 3 m hoch, stabil verankert und stehen mindestens 20 m von der nächsten Straße entfernt.

Eulen und Falken: Brutplätze erhalten

Eulen jagen nachts und ergänzen so die Greifvögel am Tag. Sie brauchen geeignete Brutplätze. Alte Bäume mit Höhlen lässt du als natürliche Brutplätze stehen. An hohen Gebäuden können Nistkästen für Schleiereulen oder Turmfalken hängen. Größe und Standort des Kastens stimmst du mit dem örtlichen Naturschutzverband ab, an fremden Gebäuden auch mit dem Eigentümer.

Marder, Wiesel und Iltis: Verstecke am Rand

Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen und unaufgeräumte Gartenecken bieten zahlreichen Tieren Nahrung und Rückzugsraum. Marder, Wiesel und Iltis finden dort und in Hecken oder Feldgehölzen Deckung. Ratten siedeln sich allerdings ebenfalls dort an, wo sie Schutz und Nahrung finden. Solche Haufen gehören also an den Grundstücksrand, weit weg von Haus, Schuppen und Kompost. Einen Fuchsbau in der Nähe lässt du in Ruhe. Wie du im Garten weitere Lebensräume für Nützlinge schaffst, von der Wiese bis zum Durchlass im Zaun, erkläre ich im Überblick zu Nützlingen und Schädlingen.

Marias Erfahrung

Meine Stein- und Totholzhaufen liegen am hinteren Zaun, weit weg von Kompost und Schuppen. Beim Rundgang schaue ich auf die Spuren im Matsch davor, damit ich weiß, wer dort ein- und ausgeht.

Was kannst du in der Stadt tun?

In der Stadt ist der Spielraum kleiner als auf dem Land. Was du beitragen kannst, betrifft vor allem Strukturen: dichte Hecken, begrünte Höfe, Dächer und Fassaden sowie alte Bäume mit Höhlen. An hohen Gebäuden können Nistkästen für Turmfalken oder Schleiereulen hängen, wenn Eigentümer oder Hausverwaltung zustimmen. Füchse leben auch am Stadtrand, ihren Bau lässt du ungestört.

Mini-Checkliste

So förderst du Rattenjäger

  • Alte Bäume mit Höhlen stehen lassen
  • Im Grünland eine Sitzstange für Greifvögel stabil verankern
  • Hecken, Stein- und Totholzhaufen am Grundstücksrand anlegen
  • Nistkästen nur nach Absprache mit Naturschutzverband und Eigentümer anbringen
  • Fuchsbau in Ruhe lassen
  • Kein Rattengift auslegen

Warum Rattengift deine Rattenjäger gefährden kann

Rattengift kann auch Tiere vergiften, die Giftköder oder bereits vergiftete Nager fressen. Eulen, Bussarde, Marder und Katzen fressen Ratten. Wer Gift auslegt, kann also genau die Tiere vergiften, die er eigentlich ansiedeln will. Ich lege in meinem Garten deshalb kein Gift aus. Lässt sich chemische Bekämpfung nicht vermeiden, ist sie das letzte Mittel: Dann holst du dir einen Schädlingsbekämpfer, der Kinder, Haustiere und Wildtiere mitbedenkt. Wo Gift im Spiel war, sammelst du tote Ratten umgehend mit Einmalhandschuhen ein, damit sie kein Fressfeind frisst.

Was gehört neben den Fressfeinden dazu?

Diese Themen reiße ich hier nur an, ausführlich stehen sie in eigenen Ratgebern.

Rattenbefall erkennen. Kot, Nagespuren, Laufwege entlang von Wänden und nächtliche Geräusche verraten Ratten meist früher als die Tiere selbst. Wie du Ratten von Mäusen unterscheidest und wann ein Schädlingsbekämpfer hilft, steht im Ratgeber dazu, woran du einen Rattenbefall erkennst und was dann zu tun ist.

Vorbeugen. Lebensmittel, Tierfutter, Saatgut und Hausmüll bewahrst du so auf, dass Ratten nicht herankommen. Kelleröffnungen sicherst du mit engmaschigen Stahlgittern, und Schäden an Regenfallrohren, Bodenabläufen und Hausanschlüssen lässt du beheben.

Gesundheit. Kot und Urin von Wanderratten können Lebensmittel und Tierfutter mit Krankheitserregern verunreinigen. Vor dem Saubermachen in Innenräumen lüftest du mindestens 30 Minuten. Dann arbeitest du mit Einmalhandschuhen und FFP2-Maske, feuchtest die Flächen an und verzichtest auf den Staubsauger. Welche Risiken von Ratten ausgehen und welche Pflichten Eigentümer und Mieter haben, liest du im Ratgeber zu Gesundheitsrisiken durch Ratten und ihrer Vorbeugung.

Fallen und Geräte. Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich zur Vertreibung und Bekämpfung von Ratten nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen. Schlagfallen gegen Ratten kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden. Mehr zu Barrieren und Fallen steht im Überblick zu Nützlingen und Schädlingen.

Häufige Fragen

Welche Tiere gehören zu den natürlichen Feinden von Ratten?
Zu den Fressfeinden der Wanderratte gehören Hunde und Katzen. Im ländlichen Umfeld kommen unter anderem Marder, Wiesel, Iltisse, Bussarde und Eulen dazu, auch Füchse fressen Ratten. Wie viel diese Jäger ausrichten, hängt davon ab, ob sie in der Umgebung Brutplätze, Verstecke und offene Jagdflächen finden.
Was unterscheidet Greifvögel von Eulen als Rattenjäger?
Greifvögel wie der Bussard jagen tagsüber, Eulen wie Schleiereule und Waldkauz nachts. Greifvögel brauchen einen erhöhten Ausguck, im Grünland werden dafür stabil verankerte Sitzstangen von 3 m Höhe empfohlen. Diese Stangen stehen mindestens 20 m von der nächsten Straße entfernt. Eulen förderst du vor allem über Brutplätze, etwa alte Bäume mit Höhlen oder Nistkästen an hohen Gebäuden.
Was bedeutet Sekundärvergiftung bei der Rattenbekämpfung?
Rattengift trifft nicht nur die Ratte: Es kann auch Tiere vergiften, die Giftköder oder bereits vergiftete Nager fressen. Gefährdet sind damit gerade die Fressfeinde der Ratte, etwa Eulen, Bussarde, Marder sowie Hunde und Katzen. Wer auf natürliche Feinde setzt, sollte deshalb auf Gift verzichten.
Helfen Ultraschallgeräte als Ergänzung zur natürlichen Rattenabwehr?
Nach bisherigem Kenntnisstand nicht. Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich zur Vertreibung und Bekämpfung von Ratten als wirkungslos erwiesen. Sinnvoller ist es, Futterquellen zu sichern, Öffnungen am Gebäude zu verschließen und natürliche Feinde wie Eulen und Greifvögel zu fördern.
Welche baulichen Maßnahmen ergänzen die natürliche Rattenbekämpfung?
Wanderratten gelangen schon durch Öffnungen von 2 cm Durchmesser in Gebäude, deshalb zählt jede Lücke. Kelleröffnungen sicherst du mit engmaschigen Stahlgittern, Schäden an Regenfallrohren, Bodenabläufen und Hausanschlüssen lässt du beheben. Lebensmittel, Tierfutter, Saatgut und Hausmüll lagerst du so, dass Ratten nicht herankommen.
Welche ethischen Aspekte sind bei der Nutzung von Haustieren als Rattenjäger zu beachten?
Eine Katze oder ein Hund sollte nie nur als Schädlingsbekämpfer angeschafft werden: Beide brauchen artgerechte Haltung, und Katzen dürfen nicht verwildern. Einen vorhandenen Ratten- oder Mäusebefall in Gebäuden können Hunde und Katzen ohnehin nicht beseitigen. Liegt in der Umgebung Rattengift aus, können sie sich an vergifteten Nagern selbst vergiften.
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