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Bonsaierde und Gießen: So stimmst du Wasser und Erde aufeinander ab

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bonsais brauchen ein wasserdurchlässiges Substrat, das Wasser speichert, Überschuss ableitet und den Wurzeln Luft lässt.
  • Gieß nach Bedarf: Ballen antrocknen lassen, dann durchdringend gießen, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft.
  • Heb den Topf vor und nach dem Gießen an, das Gewicht zeigt dir den Feuchtezustand, auch wenn die Oberfläche schon trocken wirkt.
  • Welke Blätter bei nasser Erde können auf Staunässe hindeuten, also erst prüfen, dann gießen.
  • Bei wenig Licht im Winter braucht ein Zimmerbonsai weniger Wasser, auch im warmen Raum.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Ein Bonsai wurzelt in einer kleinen Schale mit wenig Erde. Gießt du dort nach Kalender statt nach dem Zustand der Erde, steht der Ballen schnell zu lange nass oder trocknet aus. Ich hebe meine Bonsaischalen an, bevor ich zur Kanne greife, und prüfe mit einem Holzstab die Feuchte weiter unten. Den Rhythmus gibt dabei die Erde vor: Sie bestimmt, wie lange der Ballen Wasser hält und wann wieder Luft an die Wurzeln kommt.

Was muss Bonsaierde fürs Gießen leisten?

Ein Topfsubstrat muss auf Dauer Wasser speichern, überschüssiges Wasser ableiten und den Wurzeln genug Luft lassen. Bonsais brauchen dafür ein wasserdurchlässiges Substrat. Lehmige Gartenerde ist deshalb keine gute Wahl: Verklumpt und verhärtet sie stark, kann sie bei Bonsais die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen behindern. Fürs Gießen heißt das: Wann die nächste Wassergabe fällig ist, entscheidet die Erde und nicht der Wochentag.

Aus welchen Bestandteilen Bonsaierde besteht und wie du daraus eine eigene Mischung herstellst, ist ein eigenes Thema. Eigene Ratgeber erklären auch, welche Mischung zu welchem Baum passt und wie du die Erde im Topf pflegst und wie die Erde Wurzelwerk, Wuchs und Blattgröße deines Bonsais beeinflusst. Die Grundlagen zu Substrat, pH-Wert, Umtopfen und Gefäßwahl bei Zimmerpflanzen bündelt der Zimmerpflanzen-Ratgeber.

Woran erkennst du, dass dein Bonsai Wasser braucht?

Gieß nach Bedarf, nicht nach Plan. Der Wasserbedarf eines Zimmerbonsais hängt unter anderem vom Lichtangebot und von der Zimmertemperatur ab. Ein anderer Platz oder eine trübe Phase verändert ihn also.

Die Gewichtsprobe

Heb den Topf vor dem Gießen an und gleich danach noch einmal. So lernst du das Gewicht des nassen und des angetrockneten Ballens kennen und schätzt den Feuchtezustand später ohne Hilfsmittel ein. Liegt die Schale deutlich leichter in der Hand als direkt nach dem Gießen, ist die Erde angetrocknet.

Marias Erfahrung

Ich merke mir die beiden Gewichte für jede Schale einzeln, weil Erde und Gefäß sich unterscheiden. Bei sehr kleinen Schalen nehme ich eine Küchenwaage dazu, weil ich den Unterschied in der Hand dort schlecht spüre.

Auch unten prüfen

Die Oberfläche allein führt leicht in die Irre. Bei torffreien oder torfreduzierten Erden kann sie trocken aussehen, obwohl das Substrat weiter unten noch nass ist. Schieb deshalb einen Holzstab am Topfrand bis in den unteren Bereich und zieh ihn wieder heraus. Ist er dunkel und feucht, wartest du mit dem Gießen. Ein Feuchtemesser zum Einstechen ist eine Alternative, ich selbst arbeite lieber mit Gewicht und Holzstab.

Wenig oder viel Wasserbedarf

Nicht jede Art will gleich viel Wasser. Zimmerpflanzen mit geringem Wasserbedarf vertragen Trockenphasen, bei hohem Wasserbedarf soll nicht einmal die Erdoberfläche austrocknen. Kläre deshalb für deinen Baum, in welche Gruppe er gehört, und richte danach aus, wie weit du den Ballen antrocknen lässt.

Mini-Checkliste

Vor dem Gießen

  • Topf anheben und mit dem Gewicht nach dem letzten Gießen vergleichen
  • Holzstab bis in den unteren Bereich schieben
  • Licht und Zimmertemperatur am Platz mitdenken
  • erst gießen, wenn der Ballen so weit angetrocknet ist, wie deine Art es verträgt
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Wie gießt du Bonsaierde richtig?

Lass den Ballen bedarfsgerecht antrocknen und gieß dann durchdringend. Wer nur die Oberfläche benetzt, erreicht die unteren Wurzeln womöglich nicht.

Von oben gießen, bis es unten herausläuft

Gieß langsam mit einer feinen Brause über die ganze Oberfläche, damit das Wasser einsickert und die Erde nicht wegspült. Hör erst auf, wenn Wasser aus den Abzugslöchern läuft. Kipp anschließend den Untersetzer aus, sobald nichts mehr nachtropft. So steht der Topf nicht in seinem eigenen Ablaufwasser.

Tauchen bei ausgetrocknetem Ballen

Ist die Erde so trocken, dass das Gießwasser seitlich vorbeiläuft oder obenauf stehen bleibt, tauch den ganzen Topf in eine Schüssel mit zimmerwarmem Wasser. Lass ihn darin, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Heb ihn dann heraus und lass ihn vollständig abtropfen, bevor er an seinen Platz zurückkommt.

Welches Wasser?

Für Zimmerpflanzen eignet sich zimmerwarmes Regenwasser. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Ich fülle die Kanne nach dem Gießen gleich wieder auf und lasse sie im Zimmer stehen, damit das nächste Wasser Raumtemperatur hat.

Bewässerung, wenn du verreist

Tropfsysteme und andere automatische Lösungen können helfen, wenn du verreist oder viele Bäume pflegst. Stell sie ein, solange du noch zu Hause bist. Kontrolliere dann mit der Gewichtsprobe, ob der Ballen zwischen zwei Wassergaben antrocknet.

Wie stimmst du das Gießen auf Erde und Topf ab?

Je durchlässiger die Mischung, desto schneller trocknet sie in der Regel an. Lockere, grobe Erde verlangt deshalb häufiger Wasser, während dichtere Erde die Feuchte länger hält. Lass beide zwischen zwei Wassergaben antrocknen, damit wieder Luft an die Wurzeln kommt.

Situation Was du beim Gießen beachtest
lockere, gut durchlässige Bonsaierde trocknet schneller an, Gewicht öfter prüfen
torffreie oder torfreduzierte Erde Oberfläche kann trocken wirken, obwohl es unten nass ist, also unten prüfen
unglasierter Tontopf verliert zusätzlich Wasser über die poröse Wand
Kunststofftopf kein Wasserverlust über die Wand
übergroßer Topf höheres Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen
stark verklumpte, lehmige Erde kann die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen behindern

Tontopf oder Kunststoff?

Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser durch ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe nicht. Der Ballen im Ton trocknet deshalb schneller an, was du beim Anheben merkst. Ton bringt dafür mehr Eigengewicht mit und kann so die Standfestigkeit verbessern.

Passt die Topfgröße?

Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und dadurch die Wurzeln zu schädigen. Gefäße für die Erdkultur brauchen außerdem funktionsfähige Abzugslöcher, denn ohne sie kann überschüssiges Wasser nicht ablaufen. Prüf sie beim Gießen: Läuft unten nichts heraus, obwohl die Erde nass ist, sind sie womöglich verstopft.

Substratabstufung: Schichten im Topf

Manche Bonsaigärtner bauen das Substrat in Schichten auf. Unten liegt grobes Material wie grobe Lava oder Blähton, darüber die eigentliche Bonsaierde. Obenauf kann feineres Material folgen, das die Feuchtigkeit besser halten soll. Die grobe Lage am Boden soll das Wasser zügig zu den Abzugslöchern führen.

Fürs Gießen bleibt die Regel gleich: antrocknen lassen, dann durchdringend gießen, bis es unten herausläuft. Prüf in geschichteten Töpfen die Feuchte in der Hauptmischung und nicht nur in der Deckschicht, weil die feinere Lage obenauf anders abtrocknen kann. Ob der Aufbau bei deinem Baum funktioniert, siehst du am Abfluss. Läuft das Wasser zügig unten heraus und wird der Topf danach wieder leichter, passt er.

Mythos-Check

Eine grobe Schicht am Topfboden macht aus dichter Erde noch kein Bonsaisubstrat. Bonsais brauchen eine wasserdurchlässige Erde im ganzen Ballen. Bleibt die Hauptmischung dicht und nass, können die Wurzeln dort unter Sauerstoffmangel leiden, auch wenn darunter grobes Material liegt.

Wie ändert sich der Wasserbedarf im Jahreslauf?

Für gängige Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit. In dieser Phase trocknet der Ballen eines Zimmerbonsais oft schneller an, und du hebst den Topf entsprechend öfter an.

Im Winter sinkt das Lichtangebot, und Zimmerpflanzen brauchen dann weniger Wasser und Nährstoffe, selbst wenn der Raum warm bleibt. Der Wasserbedarf eines Zimmerbonsais hängt eben nicht nur an der Temperatur, sondern auch am Licht. Ein Ficus auf der warmen Fensterbank braucht im Winter also nicht zwingend so viel Wasser wie im Sommer. Verlass dich in der dunklen Jahreszeit besonders auf die Gewichtsprobe und nicht auf die Heizungswärme.

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Zu viel oder zu wenig Wasser: Wie deutest du die Anzeichen?

Hängende Blätter verleiten zum Gießen, doch das kann der falsche Griff sein. Anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod verursachen, sodass eine Pflanze trotz feuchter Erde wie vertrocknet wirkt. Auch gelbe Blätter mit Blattfall sind kein eindeutiges Zeichen. Sie können außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Weil Nässe wie Trockenheit aussehen kann und gelbe Blätter mehrere Ursachen haben können, schaust du bei Blattsymptomen zuerst auf Topfgewicht und Erdfeuchte.

Ist der Ballen schwer und nass, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter. Kipp den Untersetzer aus und lass den Topf schräg gestellt abtropfen. Ist der Ballen dagegen leicht und trocken, tauchst du ihn wie beim Tauchen beschrieben.

Häufiger Fehler

Die Blätter hängen, also wird nachgegossen. Steht die Erde aber noch nass, können die Wurzeln weiter unter Sauerstoffmangel leiden und faulen. Heb zuerst den Topf an und entscheide dann.

Bleibt der Ballen schwer, obwohl du nicht nachgegossen hast, und sickert Gießwasser nur zäh ein, kann die Erde verdichtet sein. Wie du verdichtete Bonsaierde und andere typische Fehler mit der Erde korrigierst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Wie passt das Düngen zum Gießen?

Düngerlösung kommt auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Da du den Ballen vor dem Gießen antrocknen lässt, gießt du an Düngetagen zuerst mit klarem Wasser und gibst die Lösung danach.

Für viele Zimmerpflanzen wird in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer alle 2 bis 4 Wochen flüssig gedüngt. Die Menge richtet sich nach der Verpackungsanweisung deines Düngers. Enthält das Substrat schon eine Grunddüngung, rechnest du sie beim Nachdüngen mit ein. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Im lichtarmen Winter braucht ein Zimmerbonsai weniger Nährstoffe, deshalb fährst du das Düngen dann zurück.

Hast du überdüngt und zeigt der Baum Salzschäden, stellst du das Düngen ein. Gegebenenfalls topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus.

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Ficus-Bonsai umtopfen: Was ändert sich danach beim Gießen?

Für Bonsais allgemein, und damit als Orientierung auch für den Ficus, liegt der übliche Zeitpunkt für den Wurzelschnitt im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Der Schnitt regt die Verzweigung der Versorgungswurzeln an. Wie oft dein Bonsai frische Erde braucht und woran du das erkennst, klärt ein eigener Ratgeber, die Grundlagen zu Umtopfen und Gefäßwahl stehen im Zimmerpflanzen-Ratgeber.

Nach dem Umtopfen beginnt die Gewichtsprobe von vorn, denn frische Erde kann Wasser anders halten und abgeben als die alte. Ich gieße den frisch getopften Baum durchdringend, bis es unten herausläuft, und hebe ihn danach an, damit ich das neue Nassgewicht kenne. Ab dann gilt wieder derselbe Ablauf: antrocknen lassen, prüfen, durchdringend gießen.

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Häufige Fragen

Was macht Bonsaierde so speziell im Vergleich zu normaler Gartenerde?
Bonsais brauchen ein wasserdurchlässiges Substrat, das trotzdem Wasser speichert, überschüssiges Wasser ableitet und den Wurzeln genug Luft lässt. Stark verklumpende und verhärtende Lehmerde kann bei Bonsais die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen behindern. Lehmige Gartenerde ist für die Bonsaischale deshalb keine gute Wahl.
Warum ist eine gute Drainage für Bonsais so wichtig?
Bleibt der Wurzelballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Anhaltende Nässe kann sogar dazu führen, dass ein Bonsai trotz feuchter Erde wie vertrocknet aussieht. Ein wasserdurchlässiges Substrat und funktionsfähige Abzugslöcher im Topf lassen überschüssiges Wasser abfließen.
Welche Anzeichen deuten auf Probleme mit der Drainage im Bonsai-Topf hin?
Ein Hinweis kann sein, dass der Topf lange schwer bleibt und Gießwasser nur zäh einsickert oder obenauf stehen bleibt. Welken die Blätter, obwohl die Erde nass ist, kann Staunässe dahinterstecken. Gelbe Blätter mit Blattfall sind dagegen mehrdeutig, denn sie können auch auf Nährstoffmangel, Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Prüf deshalb zuerst Topfgewicht, Erdfeuchte und Abzugslöcher.
Welche Bewässerungstechnik passt zu gut durchlässigem Bonsaisubstrat?
Lass den Ballen bedarfsgerecht antrocknen und gieß dann durchdringend, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft. Mit einer feinen Brause sickert das Wasser ein, statt die Oberfläche wegzuspülen. Ist der Ballen stark ausgetrocknet, tauchst du den ganzen Topf in zimmerwarmes Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und lässt ihn danach vollständig abtropfen. Ob die Erde wieder Wasser braucht, zeigt dir das Gewicht des Topfes beim Anheben.
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