Iris schützen: Irisfliege, Rhizomfäule und Blattflecken erkennen
- Verformte oder ungewohnt verfärbte Knospen und Blüten können auf die Iris-Knospenfliege hindeuten.
- Faule Rhizome können auf eine pilzliche Rhizomfäule durch Botrytis convoluta oder eine bakterielle Weichfäule durch Pectobacterium carotovorum hindeuten.
- Zu viel Stickstoff kann bei Iris die Rhizomfäule und an Zierpflanzen einen stärkeren Blattlausbesatz begünstigen.
- Gegen Iris-Mosaikviren gibt es keine wirksame chemische Bekämpfung, Gewissheit über ein Virus bringt erst das Labor.
- Kranke Iris-Teile gehören in den Hausmüll, nicht auf den Gartenkompost.

Gehen an deiner Bart-Iris die Knospen verkrüppelt auf oder gibt ein Rhizom unter dem Blattfächer weich nach, willst du wissen, was dahintersteckt. Ich gehe meine Iris deshalb ab, sobald sich Knospen zeigen, und schaue mir Knospen, Blätter und Rhizome nacheinander an. Hier erfährst du, woran du Iris-Knospenfliege, Blattläuse, Schnecken, Rhizomfäule, Blattkrankheiten und Iris-Mosaik erkennst. Du liest auch, was du mit Hand und Schere tun kannst und wann erst ein Labor Gewissheit bringt.
Welche Iris du vor dir hast
Stauden-Iris wachsen aus Rhizomen, bei der Bart-Iris liegen sie oberflächennah, während Netzblatt-Iris und Iris histrioides Zwiebeln bilden. Wo hier von Rhizomfäule die Rede ist, geht es deshalb um die rhizombildenden Iris. Welche Arten es gibt und wie du Bart-, Sibirische und Zwerg-Iris im Garten und im Kübel einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Ungebetene Gäste im Iris-Beet: Irisfliege, Läuse und Schleimspuren
Irisfliege an den Knospen: die Iris-Knospenfliege
Die Iris-Knospenfliege setzt dort an, wo du die Blüte erwartest: an den Knospen und an Blüten, die sich gerade öffnen. Sie kann beide in Form und Farbe schädigen. Gehen Knospen verkrüppelt auf oder zeigen sie eine Färbung, die nicht zur Sorte passt, kann das auf diesen Schädling hindeuten. Ein einzelner Befund ist aber noch keine Diagnose, und gezielt handeln kannst du erst, wenn die Schadursache feststeht.
Zwerg-Bartiris blühen als Richtwert von April bis Anfang Mai. Hohe Bartiris öffnen ihre Blüten eher Ende Mai bis Anfang Juni.
Der Schaden zeigt sich an Knospen und sich öffnenden Blüten, und die beiden Gruppen blühen zu verschiedenen Zeiten. Deine Knospenkontrolle beginnt deshalb bei den Zwerg-Bartiris früher als bei den hohen Sorten. Ich notiere mir dabei, welche Horste betroffen sind und ob die Schäden gehäuft oder verstreut auftreten. Solche Angaben zu Umfang und Verteilung helfen einer Pflanzenschutzberatung, wenn du den Schaden klären lassen willst.
Blattläuse an Blattunterseiten und Triebspitzen
An Zierpflanzen sitzen Blattläuse häufig an den Blattunterseiten und an den Triebspitzen. Gekräuselte Blätter können auf sie hindeuten, ebenso klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn., auf dem sich später Rußtau bilden kann. Einen stärkeren Besatz können Wassermangel und eine stark stickstoffbetonte Düngung begünstigen. Bei rhizombildenden Iris kann zu viel Stickstoff außerdem die Rhizomfäule fördern. Eine stickstoffbetonte Düngung kann an derselben Pflanze also zwei Probleme zugleich begünstigen: Läuse an den Blättern und Fäule im Rhizom.
Schnecken: Schleimspuren und Fraß
Schleimspuren auf Blättern und Erde zeigen dir, dass Schnecken im Beet unterwegs sind. Ich suche dann zwischen den Blattfächern und unter Blättern, die auf dem Boden aufliegen. Achte auch auf die Bodendecke: Eine feuchte Mulchschicht kann Nacktschnecken begünstigen. Ihren Nutzen wägst du deshalb gegen die Fraßschäden ab. Wie du Schnecken fernhältst, liest du bei den mechanischen Methoden.
Häufige Krankheiten bei Iris
Die Krankheiten in diesem Abschnitt setzen an drei Stellen an: am Rhizom, an den Blättern und am Wuchs der ganzen Pflanze.
Rhizomfäule: Pilz oder Bakterium
Bei rhizombildenden Iris werden zwei Fäulen unterschieden. Die eine ist eine pilzliche Rhizomfäule durch BotrytisGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. convoluta, die andere eine bakterielle Weichfäule durch Pectobacterium carotovorum. Weiche, faulende Stellen am Rhizom können auf eine der beiden hindeuten. Verlass dich bei der Unterscheidung nicht aufs Auge: Schon bei Blattflecken an Stauden gelingt die sichere Zuordnung zu Pilz oder Bakterium nur im Labor.
Zwei Bedingungen hast du selbst in der Hand. Viele Blumenzwiebeln brauchen durchlässigen Boden, weil anhaltende Staunässe in schweren Böden Fäulnis begünstigt, und auch bei Bart-Iris solltest du Staunässe vermeiden. Dazu kommt die Düngung, denn stickstoffbetontes Düngen kann bei rhizombildenden Iris die Rhizomfäule begünstigen. Was du mit faulen Rhizomteilen machst, steht bei den Maßnahmen für befallene Iris.
Pilzliche Blattkrankheiten und Grauschimmel
An hohen Bart-Iris können pilzliche Blattkrankheiten auftreten. Flecken auf den Blättern sind dabei nur ein Hinweis, denn an Stauden können sie durch Pilze, Bakterien, Schadtiere oder nichtparasitäre Einflüsse entstehen. Vorbeugend nimmst du alte und infizierte Blattreste aus den Horsten, weil das den Druck pilzlicher Blattkrankheiten senken kann. Ausreichender Abstand, Gießen an den Wurzelbereich und der Verzicht auf überhöhte Stickstoffgaben verringern zusätzlich das Risiko nässebegünstigter Blattkrankheiten. Ich gieße morgens direkt am Boden, denn morgens benetzte Blätter trocknen schneller ab.
Grauschimmel zeigt sich an Zierpflanzen typischerweise als grauer Rasen aus Sporenträgern auf faulenden Pflanzenteilen. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht abgetrocknet sind.
Iris-Mosaikviren
Beim Iris-Mosaik unterscheidet man ein mildes und ein schweres Iris-Mosaikvirus. Beide können erhebliche Wuchsstörungen auslösen, und wirksam chemisch bekämpfen lassen sie sich nicht. Ob tatsächlich ein Virus hinter einem kümmernden Horst steckt, zeigt sicher erst eine Laboruntersuchung. Weil sich die Viren nicht wirksam chemisch bekämpfen lassen und erst das Labor Gewissheit bringt, entscheidet der Befund über dein Vorgehen. Bestätigt sich ein Virus, nimmst du die Pflanze aus dem Beet und gibst sie in den Hausmüll, denn Material mit Virusbefall gehört nicht auf den Gartenkompost. Bis der Befund da ist, teile ich einen verdächtigen Horst nicht und gebe auch keine Teilstücke weiter.
Krankheit, Schädling oder Standort? So kontrollierst du
Gezielt eingreifen kannst du erst, wenn du die Ursache kennst, und dafür brauchst du sorgfältige Beobachtung. Ich arbeite mich am Horst von oben nach unten durch und lasse keine Ebene aus.
Diese vier Ebenen gehe ich am Horst durch.
- Knospen und Blüten: verformt oder ungewohnt verfärbt?
- Blätter: Flecken, gekräuselte Partien, klebriger Belag, Läuse auf der Unterseite?
- Rhizom: weiche oder faulende Stellen?
- Boden: Schleimspuren, stehendes Wasser nach Regen?
Nicht jede Schwäche ist eine Krankheit. Kümmert ein Horst, kann das auch an Lichtmangel, Bodenvernässung oder einer Wurzelfäule liegen, und ein NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. ist damit allein nicht bewiesen. Bei Virusverdacht und bei Flecken, deren Ursache du nicht zuordnen kannst, bringt erst eine Laboruntersuchung Sicherheit. Für die Pflanzenschutzberatung notierst du, wie stark und wie verteilt der Befall ist und was du bisher unternommen hast.
Ich fotografiere auffällige Knospen, Blätter und Rhizome, bevor ich etwas abschneide. So kann ich der Beratung zeigen, wie der Schaden vorher aussah.
Hand anlegen: mechanische Methoden
Die folgenden Eingriffe kommen ohne jedes Mittel aus: Du brauchst Hände, eine saubere Schere und den Gartenschlauch. Verformte Knospen und fleckige Blattreste schneide ich ab und sammle sie gleich in einem Beutel, damit nichts im Beet liegen bleibt.
Bei schwachem Blattlausbefall kann ein kräftiger Wasserstrahl als erster Schritt ausreichen. Sitzen die Läuse nur an einzelnen Trieben, entfernst du sie von Hand oder schneidest den befallenen Trieb gezielt heraus.
Schnecken sammelst du ab, wo du sie findest. Frisch gepflanzte Jungpflanzen kannst du mit Schneckenkragen schützen, solange keine überhängenden Blätter eine Brücke über den Kragen bilden. Ein Schneckenzaun um das Beet wirkt nur zuverlässig, wenn du die Schnecken im Inneren absammelst und keine Pflanze über den Zaun hängt.
Bierfallen gelten als einfache Schneckenhilfe. Offene Fallen können aber Schnecken aus Nachbargärten anlocken, von denen nur ein kleiner Teil hineinfällt, und sie töten auch Nützlinge. Ich stelle deshalb keine Bierfallen ins Iris-Beet.
Spezielle Pflegemaßnahmen für befallene Iris
Faule Rhizome beim Teilen aussortieren
Beim Teilen hast du jedes Rhizom in der Hand, und genau dann prüfst du es auf faule Stellen. Du teilst an den Einschnürungen und behältst nur Stücke mit gesundem Blattfächer und einigen Wurzeln. Weiche, faulige Partien kommen nicht zurück ins Beet. Ich drücke jedes Teilstück mit dem Daumen ab, bevor ich es setze, und was nachgibt, kommt in den Hausmüll. Für die gesunden Stücke wähle ich eine Stelle, an der Wasser gut abzieht. Schwere Böden lassen sich für Zwiebel- und Knollenpflanzen mit beigemischtem Sand auflockern, und den neuen Platz kannst du im Beetplaner zusammen mit deinen übrigen Beeten einteilen.
Hausmüll statt Kompost
Krankheitsbefallene Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost, denn wird die Rotte nicht heiß genug, können Erreger dort überdauern. Das gilt ausdrücklich für Material mit Wurzel- oder StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus., Welke oder Virusbefall. Ich gebe abgeschnittene Knospen, kranke Blätter und faule Rhizomteile deshalb in den Hausmüll.
Fleckige Iris-Blätter landen aus Gewohnheit mit dem übrigen Grünschnitt auf dem Kompost. Überdauern Erreger dort, können sie mit dem fertigen Kompost zurück ins Beet gelangen.
Werkzeug, Düngung und neue Rhizome
Anhaftende Erde kann Krankheiten an Werkzeug und Schuhen in andere Beete tragen, deshalb reinigst du beides nach der Arbeit an einem befallenen Horst. Ich wasche die Schere ab und klopfe die Erde von den Schuhen, bevor ich zum nächsten Beet gehe. Nach einer Rhizomfäule prüfst du außerdem deine Düngung, weil zu viel Stickstoff die Fäule begünstigen kann. Neue Rhizome prüfe ich beim Kauf so wie Blumenzwiebeln: fest, ohne weiche Stellen, ohne Krankheitszeichen und ohne Fraßspuren.
Standort und Pflege, die Krankheiten vorbeugt
Bart-Iris bevorzugen sonnige, warme Plätze mit lehmigem, gut durchlässigem und eher kalkhaltigem Boden, der nicht übermäßig stickstoffreich ist. Staunässe vermeidest du, und das Rhizom setzt du so flach, dass seine Oberseite leicht aus dem Boden schaut. Die Sibirische Iris gedeiht dagegen auf feuchten bis nassen, leicht sauren Böden, moderne HybridenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. vertragen oft auch frischen Gartenboden.
Bei der Pflege beugst du vor allem über Wasser und Dünger vor: Gieß an den Wurzelbereich statt über die Blätter, am besten morgens. Großblumige Iris erhalten im Frühjahr eine stickstoffarme Düngung, andere Sorten brauchen wenig bis keinen Dünger. Wie du Iris-Rhizome Schritt für Schritt pflanzt, pflegst und teilst, zeigt der Ratgeber zur Pflanzung.
Nützlinge, Jauchen und Chemie: die Kurzfassung
Den Überblick für alle Zwiebel- und Knollenpflanzen, vom Vorbeugen über das Kontrollieren bis zum mechanischen Eingreifen, findest du im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Blumenzwiebel-Ratgeber. Für deine Iris reichen hier die wichtigsten Punkte.
Bevor du an deinen Iris gegen Blattläuse vorgehst, such nach Marienkäfern sowie Florfliegen- und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben.; sind die Gegenspieler schon da, kann sich ein Eingriff erübrigen. Gekaufte Nützlinge auszusetzen, ist im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen bieten Gartentieren dagegen Unterschlupf.
Brennnessel- und Knoblauchjauche oder SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. wird nachgesagt, Schädlinge abzuschrecken oder Pilzen vorzubeugen. Eine pflanzliche Herkunft allein macht aus einem Auszug noch keinen zulässigen Pflanzenschutz-Grundstoff.
Chemische Mittel kommen nur als letzter Schritt infrage. Zulässig sind dann nur Präparate für den Haus- und Kleingarten, die für die Kombination aus Iris und festgestelltem SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. zugelassen sind. Gebrauchsanleitung, Schutzkleidung, Wartezeiten und Entsorgungshinweise gelten ohne Abstriche, und ein Mittel kann auch Nützlinge treffen.
Saisonale Kontrollen: Iris-Gesundheit übers Gartenjahr
Die folgenden Zeitpunkte betreffen nur Kontrollen auf Krankheiten und Schädlinge, die übrige Pflege steht im Ratgeber zur Pflanzung.
Austrieb im Frühjahr
Wenn die Fächer austreiben, nehme ich alte und kranke Blattreste aus den Bart-Iris-Horsten. Dabei schaue ich an den jungen Blättern nach Läusen, gekräuselten Stellen und Schleimspuren.
Knospen- und Blütezeit
Solange die Knospen schieben, prüfst du sie auf Verformungen und ungewohnte Farben, bei Zwerg-Bartiris früher als bei hohen Sorten. Nach nassen Phasen schaust du zusätzlich auf Blattflecken und auf graue Beläge an faulenden Teilen.
Spätsommer und Herbst
Lässt die Blüte großblumiger Stauden-Iris nach, kannst du sie im Spätsommer teilen und dabei jedes Rhizom auf faule Stellen prüfen. Neue Rhizome kommen gewöhnlich zwischen Juli und Oktober in die Erde, und vorher prüfst du sie auf weiche Stellen und Fraßspuren. Nach der Arbeit an verdächtigen Horsten reinigst du Werkzeug und Schuhe, und kranke Reste kommen in den Hausmüll.

