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Rhizome: was sie sind und wie du sie pflanzt, teilst und begrenzt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ein Rhizom ist eine unterirdische Sprossachse mit Knoten und Blattansätzen, die Reservestoffe speichert und der vegetativen Vermehrung dient.
  • Eine Einheitstiefe gibt es nicht: Stauden-Iris sind nur zur Hälfte mit Erde bedeckt, sommerblühende Callas kommen 10 cm tief.
  • Stauden-Iris pflanzt du gewöhnlich zwischen Juli und Oktober, Canna erst nach Ende der Frostgefahr, gewöhnlich ab Mitte Mai.
  • Bart-Iris teilst du nach der Blüte im Spätsommer an den Einschnürungen, jedes Stück mit Blattfächer und ausreichend Wurzeln.
  • Gegen aggressive Bambusrhizome erwiesen sich 2 mm starke HDPE-Bahnen mit geprüfter Nahtverbindung als rhizomfest.
  • Im Kübel brauchen Rhizompflanzen Abzugslöcher und strukturstabile Erde; kleine Canna-Sorten wachsen ab etwa 30 cm Durchmesser.

Wer ein Rhizom pflanzen will, stößt schnell auf Faustregeln, die für alle Arten gelten sollen. Für Rhizome taugen solche Regeln wenig, weil Tiefe, Termin und Platzbedarf von der Art abhängen. Bei einer geteilten Bart-Iris bleibt die Oberseite des Rhizoms über dem Boden sichtbar. Eine sommerblühende Calla kommt dagegen 10 cm tief in die Erde. Ich kläre deshalb vor jedem Pflanzen zuerst, welche Art ich in der Hand habe, und danach, ob sie sich ausbreiten darf.

Was ist ein Rhizom?

Ein Rhizom ist eine unterirdische Sprossachse. Botanisch ist es also ein Spross und keine Wurzel, auch wenn es in der Erde liegt. Du erkennst das an den Knoten und Blattansätzen entlang des Rhizoms. In diesem Organ speichert die Pflanze Reservestoffe. Zugleich dient es der vegetativen Vermehrung.

Vegetative Vermehrung erzeugt Nachkommen, die genetisch mit der Ausgangspflanze identisch sind. Teilst du ein Rhizom, wachsen aus den Stücken also Pflanzen, die der Mutterpflanze genetisch gleichen. Damit eignet sich das Teilen, um eine ausgewählte Pflanze zu erhalten.

Kurz erklärt

Im Alltag heißt ein Rhizom oft Wurzelstock oder Erdstamm. Das Wort Wurzelstock fällt allerdings auch bei Dahlien, und die speichern ihre Reserven in verdickten Wurzeln. Der Name allein zeigt dir also nicht, ob ein Rhizom vor dir liegt. Das zeigen erst die Knoten mit ihren Blattansätzen.

Rhizom, Zwiebel, Knolle: wo die Reserven sitzen

Zwiebeln, Knollen und Rhizome speichern Reserven, aber in verschiedenen Pflanzenteilen. Die Tabelle stellt die drei Formen nebeneinander.

Speicherorgan Welcher Pflanzenteil speichert Beispiel
Rhizom unterirdische Sprossachse mit Knoten und Blattansätzen Stauden-Iris, Canna, Calla
Zwiebel verdickte Blattteile Tulpe
Dahlienknolle verdickte Wurzeln Dahlie

Bei der Iris liegen beide Formen nah beieinander. Stauden-Iris besitzen Rhizome, daneben gibt es zwiebelbildende Iris. Schau dir beim Kauf deshalb das Pflanzgut an: Rhizome von Stauden-Iris bedeckst du nur zur Hälfte mit Erde.

Welche Gartenpflanzen bilden Rhizome?

Im Ziergarten triffst du Rhizome zum Beispiel bei Stauden-Iris wie der Bart-Iris. Bart-Iris vertragen trockene, warme Plätze mit lehmigem, gut durchlässigem Boden; Staunässe solltest du vermeiden. Auch Canna wächst aus Rhizomen, ebenso die Garten- und Zimmerkallas der Gattung Zantedeschia. Die Sumpfpflanze Calla palustris gehört trotz des Namens botanisch zu einer anderen Gattung.

Das Buschwindröschen breitet sich mit waagerecht im Boden liegenden, sich verzweigenden Rhizomen aus. Es gedeiht unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden. Auch die Schmucklilie Agapanthus africanus bildet Rhizome. Ingwer vermehrst du ebenfalls über Rhizomstücke. Mit aggressiven Bambusrhizomen schließlich wurden Rhizomsperren geprüft.

Achtung

Alle Teile des Buschwindröschens sind giftig, und sein Saft kann Hautverätzungen verursachen. Auch bei der Zimmerkalla sind alle Teile giftig; der Verzehr kann starke Schleimhautreizungen auslösen, Hautkontakt Blasenbildung. Ich ziehe beim Umgang mit diesen Arten Handschuhe an. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wendest du dich sofort an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe.

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Rhizome pflanzen: Zeitpunkt und Tiefe je nach Art

Einen gemeinsamen Termin und eine gemeinsame Pflanztiefe gibt es für Rhizome nicht. Die Tabelle zeigt, worauf du bei Iris, Canna, Calla, Schmucklilie und Ingwer achtest.

Pflanze Pflanzzeit Worauf du achtest
Stauden-Iris gewöhnlich Juli bis Oktober Rhizom zur Hälfte mit Erde bedeckt
Canna nach Ende der Frostgefahr, gewöhnlich ab Mitte Mai Bodentemperatur bei frisch gepflanzten, nicht vorgetriebenen Rhizomen nicht unter 15 °C
Calla, sommerblühend ab Mitte Mai ins Freiland Pflanztiefe 10 cm
Schmucklilie (Agapanthus africanus) beim Teilen im Frühjahr Rhizome nur knapp unter die Bodenoberfläche
Ingwer Teilstücke im Frühjahr wasserdurchlässiger Behälter, dünn mit Erde bedeckt

Die Pflanzzeiten weiterer Zwiebel- und Knollenarten hast du mit dem Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken griffbereit.

Stauden-Iris: flach statt tief

Lockere zuerst den Boden. Setze das Iris-Rhizom dann so ein, dass es zur Hälfte mit Erde bedeckt ist. Geteilte Bart-Iris pflanzt du so flach, dass die Oberseite des Rhizoms leicht über dem Boden sichtbar bleibt. Zwischen benachbarten Rhizomen lässt du einen Pflanzabstand von 25 bis 40 cm. Zum Schluss gießt du die frisch gepflanzten Rhizome an. Ich drücke die Erde dabei nur seitlich an, damit die Oberseite frei bleibt.

Häufiger Fehler

Ein Iris-Rhizom wird wie eine Tulpenzwiebel ganz eingegraben. Bei Stauden-Iris gehört das Rhizom nur zur Hälfte unter die Erde.

Canna und Calla: erst in warme Erde

Canna setzt du erst ins Freie, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, gewöhnlich ab Mitte Mai. Bei frisch gepflanzten, nicht vorgetriebenen Rhizomen sollte die Bodentemperatur nicht unter 15 °C sinken. Sonst kann sich der Austrieb stark verzögern. Das Ende der Frostgefahr allein reicht also nicht als Signal, entscheidend ist zusätzlich die Bodentemperatur. Ich messe sie deshalb vor dem Pflanzen nach. Hat die Canna beim Antreiben gut Wurzeln gebildet, bekommt sie als Starkzehrer Dünger.

Tipp

Zum Vortreiben hältst du Canna-Rhizome hell bei etwa 18 °C. Innerhalb von 10 bis 12 Wochen entwickeln sie sich dabei zu Pflanzen, die ab Mitte Mai ins Freiland kommen.

Nicht winterharte, sommerblühende Callas kommen ab Mitte Mai ins Freiland. Ihre Pflanztiefe liegt bei 10 cm. Callas stehen gern hell und vertragen volle Mittagssonne nur, wenn der Boden ausreichend feucht ist.

Schmucklilie und Ingwer: knapp unter die Oberfläche

Die Rhizome der Schmucklilie Agapanthus africanus setzt du nur knapp unter die Bodenoberfläche. Eine Mulchschicht aus Kies kann den Pflanzenansatz vor übermäßiger Feuchtigkeit schützen. Für eine reichliche Blüte braucht diese Art einen sehr sonnigen Platz. Ingwer-Stücke pflanzt du in einen wasserdurchlässigen Behälter und bedeckst sie dünn mit Erde.

Rhizome teilen: wann und wie

Beim Teilen machst du aus einem Horst mehrere Pflanzen. Wann du schneidest, hängt wieder von der Art ab.

Bart-Iris teilst du nach der Blüte im Spätsommer. Auch großblumige Stauden-Iris, deren Blüte nachlässt, verjüngst du im Spätsommer durch Teilung. Grabe den Horst aus und schneide die Rhizome an den Einschnürungen durch. Jedes Teilstück braucht einen gesunden Blattfächer und ausreichend Wurzeln.

Ich setze das Messer genau an den Einschnürungen an. Danach lege ich die Stücke nebeneinander und schaue bei jedem nach Blattfächer und Wurzeln. Faulige oder kranke Abschnitte schneide ich ab. Kranke Pflanzenteile kommen nicht auf den Hauskompost, weil Erreger bei unzureichender Rottetemperatur überdauern können.

Zahl im Blick

Ingwer teilst du im Frühjahr in Rhizomstücke von 30 bis 40 g, jedes mit zwei Austriebsknospen. Die Schnittstellen lässt du trocknen, danach kommen die Stücke in die Erde.

Canna und Schmucklilie teilst du im Frühjahr, wenn ihre Horste zu groß geworden sind. Bei der Canna passt das zum Umtopfen. Bei der Schmucklilie ist ein zu klein gewordener Kübel ein Anlass zum Teilen. Die Teilstücke setzt du in frische, strukturstabile Kübelpflanzenerde.

Marias Erfahrung

Ich beschrifte jedes Teilstück direkt nach dem Schneiden mit einem Stecketikett. So weiß ich beim Pflanzen noch, welche Sorte ich in der Hand habe.

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Rhizome begrenzen: Sperre und Kübel

Wie weit sich eine Rhizompflanze ausbreitet, hängt von der Art ab. Soll eine Art an ihrem Platz bleiben, planst du die Grenze schon beim Pflanzen ein. Eine Rhizomsperre ist eine stabile, biegsame Bahn, die du hochkant als Rahmen um die Pflanzfläche in den Boden gräbst. Bevor ich grabe, stecke ich den Verlauf mit Stäben ab. Die Fläche selbst kannst du vorher mit dem Beetplaner einteilen.

Ob eine Sperre dicht hält, hängt vom Material und von der Verbindung ab. In Prüfungen mit aggressiven Bambusrhizomen erwiesen sich 2 mm starke Bahnen aus HDPE als rhizomfest. Das Ergebnis gilt für die Bahn zusammen mit der geprüften Nahtverbindung. Eine andere Naht ist damit nicht mitgeprüft.

Beim Buschwindröschen hilft eine Sperre nur zum Teil. Es breitet sich mit verzweigten Rhizomen aus, und Ameisen verbreiten zusätzlich seine Früchte, weil diese ein fettreiches Anhängsel tragen. Eine Grenze im Boden kann also die Rhizome bremsen, die Ausbreitung über die Früchte aber nicht.

Auch ein Kübel setzt eine Grenze. Die Gefäßwand wirkt im Kleinen wie eine Sperre im Beet.

Mythos-Check

„Rhizompflanzen überwuchern immer den ganzen Garten.“ Das Wort Rhizom beschreibt, wie eine Pflanze speichert und sich vegetativ vermehrt, nicht wie schnell sie wandert. Mit aggressiven Bambusrhizomen wurden Sperrbahnen geprüft, Stauden-Iris dagegen verjüngst du durch Teilen, wenn ihre Blüte nachlässt.

Rhizompflanzen im Kübel

Canna, Calla, Schmucklilie und Ingwer lassen sich in Gefäßen ziehen. Kleine Canna-Sorten wie ‘Königin Charlotte’ und ‘Orchid’ wachsen in Kübeln ab etwa 30 cm Durchmesser. Als Erde eignet sich frische, möglichst torffreie Kübelpflanzenerde mit strukturstabilen mineralischen Anteilen. Das Gefäß braucht freie Ablauflöcher, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet.

Frisch eingetopfte Canna-Rhizome gießt du bis zum sichtbaren Austrieb zurückhaltend. Im Sommer brauchen Canna und andere sommerblühende Knollenpflanzen im Kübel dann regelmäßig Wasser und Dünger, weil ihr Wurzelraum begrenzt ist. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte unten im Topf. Eine trockene Oberfläche kann dort einen noch nassen Wurzelraum verdecken.

Calla stellst du im Kübel hell und windgeschützt in den Halbschatten, ohne pralle Mittagssonne. Bei der Schmucklilie verbessert ausreichender Wurzelraum die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Weil die Kübelwand den Horst begrenzt, teilst du eine zu eng gewordene Schmucklilie im Frühjahr. Für den Winter gilt: Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als im Gartenboden, weil das Substrat schneller durchfriert.

Mini-Checkliste

Ablauflöcher frei, strukturstabile Kübelpflanzenerde eingefüllt, Feuchte auch unten im Topf geprüft, frisch eingetopfte Canna bis zum Austrieb zurückhaltend gegossen.

Nicht winterharte Rhizome überwintern

Canna-Rhizome überwintern in einem Lager bei etwa 8 bis 15 °C, und der anhaftende Erdballen darf dabei nicht vollständig austrocknen. Im Garten kultivierte Callas holst du im Herbst ins Haus und überwinterst sie frostfrei und trocken. Wann du ausgräbst und wie du lagerst, steht im Abschnitt Ausgraben und Überwintern im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen.

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Häufige Fragen

Was sind Rhizome und wie unterscheiden sie sich von normalen Wurzeln?
Rhizome sind unterirdische Sprossachsen, botanisch also Sprosse und keine Wurzeln. Du erkennst sie an ihren Knoten und Blattansätzen. Rhizome speichern Reservestoffe und dienen der vegetativen Vermehrung, sodass aus einem abgetrennten Stück eine neue Pflanze wachsen kann.
Worin unterscheiden sich Rhizome von Zwiebeln und Knollen?
Der Unterschied liegt im Pflanzenteil, der die Reserven speichert. Ein Rhizom ist eine unterirdische Sprossachse mit Knoten und Blattansätzen, etwa bei Stauden-Iris oder Canna. Tulpen speichern ihre Reserven dagegen in verdickten Blattteilen der Zwiebel, Dahlien in verdickten Wurzeln.
Welche Vorteile bietet die vegetative Vermehrung über Rhizome gegenüber der Aussaat?
Ein Rhizomstück liefert Nachkommen, die genetisch mit der Ausgangspflanze identisch sind. So erhältst du eine ausgewählte Pflanze unverändert. Bei Samen aus Kreuzungen werden die Erbanlagen der Eltern dagegen neu kombiniert, sodass Nachkommen mit den gewünschten Eigenschaften erst ausgelesen werden müssen.
Wie wird eine Rhizomteilung durchgeführt?
Bart-Iris teilst du nach der Blüte im Spätsommer an den Einschnürungen der Rhizome. Jedes Teilstück braucht einen gesunden Blattfächer und ausreichend Wurzeln. Ingwer schneidest du im Frühjahr in Stücke von 30 bis 40 g. Jedes Stück trägt zwei Austriebsknospen, und die Schnittstellen lässt du vor dem Pflanzen trocknen.
Stimmt es, dass Rhizompflanzen immer invasiv werden und den ganzen Garten überwuchern?
Nein, das gilt nicht pauschal, denn das Wort Rhizom beschreibt Speicherung und vegetative Vermehrung, nicht die Ausbreitungsgeschwindigkeit. Manche Arten wie das Buschwindröschen breiten sich mit verzweigten Rhizomen aus. Für aggressive Bambusrhizome erwiesen sich in Prüfungen 2 mm starke HDPE-Bahnen mit geprüfter Nahtverbindung als rhizomfest. Ausbreitungsfreudige Arten begrenzt du deshalb schon beim Pflanzen mit einer Sperre oder im Kübel.
Welche Pflanzzeiten gelten für Rhizome?
Eine gemeinsame Pflanzzeit für alle Rhizome gibt es nicht. Stauden-Iris pflanzt du gewöhnlich zwischen Juli und Oktober. Canna setzt du nach Ende der Frostgefahr ins Freie, gewöhnlich ab Mitte Mai, und auch sommerblühende Callas kommen ab Mitte Mai ins Freiland.
Welchen Standort brauchen Rhizompflanzen?
Das hängt von der Art ab. Bart-Iris vertragen trockene, warme Plätze mit lehmigem, gut durchlässigem Boden ohne Staunässe. Buschwindröschen gedeihen dagegen unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden.
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