Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Wissen

Mehrjährige vs. einjährige Blumen: Unterschied erklärt, Beet klug kombiniert

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Einjährige Pflanzen keimen, blühen, bilden Samen und sterben in einer Vegetationsperiode ab; die ungünstige Zeit überdauern sie als Samen.
  • Stauden sind im botanischen Sinn ausdauernde krautige Pflanzen und bleiben über Jahre am selben Platz.
  • Zweijährige blühen erst nach einer Ruheperiode und sterben nach der Samenreife ab, etwa das Wald-Vergissmeinnicht.
  • Manche Sommerblume ist botanisch ausdauernd und wird nur einjährig kultiviert, weil sie den örtlichen Winter nicht übersteht.
  • Einjährige Sommerblumenmischungen beginnen nach einer Aussaat ab Mitte April nach etwa 6 bis 8 Wochen zu blühen.
  • Stauden pflanzt du von Ende März bis Mitte Mai sowie von Mitte September bis Ende Oktober.
  • Im Staudenbeet füllen Sommerblumen Lücken und folgen auf frühblühende Zwiebelgewächse.
Dicht bepflanztes Sommerblumenbeet mit Zinnien und Tagetes in voller Blüte
Foto: hai pham tuan · Pexels License · Quelle ↗

Auf dem Etikett steht „einjährig“, und im nächsten Frühjahr bleibt die Stelle im Beet leer. Oder du räumst im Herbst eine Staude mit den verblühten Sommerblumen ab, obwohl sie im Frühjahr wieder ausgetrieben hätte. Ich schaue deshalb bei jeder neuen Pflanze zuerst auf ihre Lebensdauer und erst danach auf Farbe und Höhe. Davon hängt ab, welche Pflanzen dein Beet über Jahre prägen und welche du jede Saison neu planst.

Was bedeutet einjährig?

Eine einjährige Pflanze durchläuft ihr ganzes Leben in einer einzigen Vegetationsperiode. Sie keimt, blüht, bildet Samen und stirbt danach ab. Die ungünstige Jahreszeit überdauert sie nur als Samen. Für dein Beet heißt das: Eine Fläche aus einjährigen Sommerblumen legst du für die nächste Gartensaison neu an.

Ganz verschwinden müssen Einjährige deshalb nicht. Die Jungfer im Grünen kann sich im Garten selbst aussäen. Willst du gezielt nachziehen, lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest die Samen bei trockenem Wetter. Bei Hybridsorten können die Nachkommen allerdings anders aussehen als die Mutterpflanze.

Einjährig heißt auch nicht zwingend Frühjahr bis Herbst. Im Herbst gekeimte Kornblumen überwintern als Rosette und entwickeln sich im Frühjahr rasch weiter. Beim Marienkäfermohn entscheidet der Saattermin über das Blütejahr. Nach einer Aussaat von März bis Juni blüht er im selben Jahr, nach einer Septemberaussaat erst im Folgejahr.

Mehrjährig und zweijährig: die anderen Lebensformen

Stauden sind im botanischen Sinn ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bleiben über Jahre am selben Platz. Manche überdauern mit unterirdischen Organen, so wie das Gewöhnliche Leinkraut. Der Türkische Mohn zieht sogar im Sommer sein Laub ein und bildet es im Herbst neu. Raublatt-Astern sind mehrjährige Herbststauden, deren Sorten du durch Teilung oder Stecklinge vermehrst.

Zweijährige stehen dazwischen. Echte zweijährige Pflanzen blühen erst nach einer Ruheperiode und sterben nach der Samenreife ab. Das Wald-Vergissmeinnicht säst du im Juni oder Juli. Es wächst zuerst zur Jungpflanze heran und blüht nach dem Winter im folgenden Frühjahr. Die Tausendschön Mischung wird ebenfalls zweijährig kultiviert und blüht im zweiten Jahr von März bis Juli. Ähnlich planst du Stiefmütterchen: Für eine Blüte ab dem folgenden Frühjahr säst du sie Ende Juli bis Anfang August.

Ganz scharf sind die Grenzen nicht. Die Nachtviole blüht ab dem zweiten Jahr, und ein Rückschnitt nach der Blüte kann ihre Lebensdauer verlängern. Die Moschusmalve lebt zwei bis mehrere Jahre und kann sich zusätzlich selbst aussäen.

Lebensform Was passiert Beispiele
Einjährig Keimung, Blüte, Samenbildung und Absterben in einer Vegetationsperiode; Überdauern als Samen Sommeraster, Jungfer im Grünen, Klatschmohn ‘Chorus Mischung’
Zweijährig Blüte erst nach einer Ruheperiode, Absterben nach der Samenreife Wald-Vergissmeinnicht, Tausendschön Mischung (beide zweijährig kultiviert)
Mehrjährig (Staude) ausdauernde krautige Pflanze, bleibt über Jahre am Platz Raublatt-Aster, Glattblatt-Aster, Wiesenmargerite
Einjährig kultiviert botanisch ausdauernd, übersteht aber den örtlichen Winter nicht Lobelie, Mittagsgold, Löwenmäulchen
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Einjährig kultiviert: wenn die Sommerblume eigentlich mehrjährig ist

Einjährig im Garten bedeutet nicht immer einjährig in der Botanik. Eine einjährige Gartenkultur kann auch eine ausdauernde Pflanze betreffen, die den örtlichen Winter nicht übersteht. Die Lobelie ist so ein Fall: botanisch mehrjährig, im Garten einjährig kultiviert und nicht winterhart. Mittagsgold wächst botanisch ausdauernd oder halbstrauchig und wird ebenfalls einjährig gezogen. Beim Löwenmäulchen, einer kurzlebigen mehrjährigen Pflanze, lassen die Pflanzen im zweiten Jahr oft nach. Deshalb kultiviert man es häufig einjährig.

Einige dieser Arten bringst du mit einem passenden Quartier über den Winter. Geranien überwinterst du kühl und hell und gießt sie dabei wenig, ohne die Erde ganz austrocknen zu lassen. Fleißige Lieschen können in einem hellen Raum bei Zimmertemperatur überwintern. Die Mimose ist botanisch keine einjährige Pflanze und lässt sich ebenfalls überwintern. Von der Wunderblume lagerst du die Knollen frostfrei, und gut überwinterte Pflanzen werden mit den Jahren größer.

Kurz erklärt

Einjährig beschreibt den Lebenszyklus, winterhart die Frage, ob eine Pflanze den Winter im Freien übersteht. Eine Lobelie ist botanisch mehrjährig, aber nicht winterhart. Deshalb behandelst du sie im Beet wie eine Einjährige.

Gleicher Name, andere Lebensdauer

Bei manchen Pflanzengruppen stecken einjährige und mehrjährige Arten hinter demselben deutschen Namen. Das betrifft gerade Pflanzen, die du für ein gemischtes Beet in Betracht ziehst. Auch beim Mohn gibt es je nach Art einjährige und mehrjährige Pflanzen.

Name einjährig mehrjährig
Aster Sommeraster (Callistephus chinensis) Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae), Glattblatt-Aster
Schleierkraut Gypsophila elegans ‘Schneekönigin’ Gypsophila paniculata ‘Alba’
Wucherblume Saat-Wucherblume (Glebionis segetum) Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare), angeboten als Wilde Wucherblume
Leinkraut Marokkanisches Leinkraut ‘Licilia Red’ (einjährig kultiviert) Gewöhnliches Leinkraut
Mittagsblume Dorotheanthus bellidiformis Delosperma cooperi (Staudensortiment)
Kokardenblume einjährige Arten und Sorten mehrjährige Arten und Sorten, im Frühjahr teilbar
Häufiger Fehler

Pflanzen nur nach dem deutschen Namen auswählen. Hinter „Aster“ steckt die einjährige Sommeraster ebenso wie die mehrjährige Raublatt-Aster. Schau auf den botanischen Namen, bevor du einer Pflanze einen festen Platz gibst.

Stauden und Sommerblumen im Vergleich

Welcher Typ besser passt, hängt davon ab, was dein Beet leisten soll. Die Unterschiede zeigen sich bei Blüte, Arbeit, Boden, Vermehrung und Insektennahrung.

Wie schnell und wie lange sie blühen

Schon in der ersten Saison bringen Einjährige Farbe ins Beet. Einjährige Sommerblumenmischungen beginnen nach einer Aussaat ab Mitte April nach etwa 6 bis 8 Wochen zu blühen. Ringelblumen, Kosmeen, Tagetes und Zinnien gehören zu den Sommerblumen, deren Blüte bis in den Spätherbst anhält.

Bei Stauden bestimmt die Art, wann sie blüht. Raublatt- und Glattblatt-Astern setzen ihre Farbe im Herbst und blühen bis zum ersten Frost. Die Moschusmalve blüht dagegen von Juni bis September. Begleitstauden können vor, während oder nach den Leitstauden blühen und damit die Blütenfolge im Beet erweitern.

Wann die Arbeit anfällt

Bei Einjährigen beginnt jede Saison mit Aussaat oder Pflanzung. Soll eine Ansaat früh blühen, wässerst du sie in der Auflaufphase bei Trockenheit täglich. Am Saisonende bleibt eine Fläche, die du für das nächste Jahr neu anlegst.

Stauden ersparen dir den Neuanfang, verlangen aber feste Handgriffe im Jahreslauf. Bei Staudenastern entfernst du im Frühjahr die dürren Stängel vom Vorjahr, damit der neue Austrieb Platz bekommt. Danach kannst du auf dem abgetrockneten Beet Kompost als Grunddünger streuen und leicht einarbeiten. Mehrjährige Kokardenblumen teilst du im Frühjahr und pflanzt die Teile neu.

Mythos-Check

Einjährige machen immer mehr Arbeit als Stauden? Pauschal stimmt das nicht. Schmuckkörbchen brauchen im Beet keine zusätzliche Düngung, und für Portulakröschen der Einfachen Mischung auf trockenen, mageren Standorten ist gar keine vorgesehen. Petunien haben dagegen einen hohen Nährstoffbedarf. Wie viel Arbeit anfällt, hängt an der Art und nicht allein an der Lebensdauer.

Was mit dem Boden passiert

Einjährige und Stauden stellen verschiedene Ansprüche an den Boden. Für eine neue einjährige Sommerblumenfläche entfernst du die bestehende Grasnarbe vollständig. Ackerwildblumen wie die Kornrade brauchen offene Keimstellen und werden ohne wiederkehrende Bodenbearbeitung von ausdauernden Pflanzen verdrängt. Auch in einer dauerhaften Blumenwiese können einjährige Sommerblumen nach und nach verdrängt werden.

Im Staudenbeet legst du den Boden dagegen nicht jedes Jahr neu an. Bestehende Zierbeete lockerst du mit einem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Die Beetflächen betrittst du möglichst nicht, damit Poren und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Für ein gemischtes Beet folgt daraus: Einjährige brauchen offene Keimstellen, und eine Staudenpflanzung ohne Bodenwenden bietet sie nicht von selbst. Diese Flächen musst du also bewusst einplanen.

Sind die Einjährigen im Herbst abgeräumt, liegt der Boden offen. Eine Grüneinsaat über Winter schützt geräumte Beete vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung und hält den Boden mit ihren Wurzeln locker. Auch beim Mulch unterscheiden sich die Beete. Roher, nicht kompostierter Rindenmulch ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet, während in geeigneten Staudenbereichen mineralischer Mulch aus Ziegelsplitt oder Kies infrage kommt.

Saatgut, Teilung und laufende Kosten

Bei Einjährigen brauchst du jedes Jahr Saatgut, sofern du es nicht selbst erntest. Selbst gewonnene Samen trocknest du auf Papier nach, beschriftest sie und lagerst sie kühl, dunkel und trocken. Stauden vermehrst du dagegen aus dem eigenen Bestand. Raublatt-Astern lassen sich teilen oder über Stecklinge vermehren, und über Stecklinge bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten. Bei Einjährigen fallen die Ausgaben also jedes Jahr beim Saatgut an, eine Staude kaufst du einmal und vermehrst sie danach selbst.

Insekten über die ganze Saison

Für Insekten zählt ein Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Krokus und Lungenkraut können das Frühjahr abdecken, Schmuckkörbchen und Kornblume den Sommer, ungefüllte Herbstastern den Herbst. Raublatt- und Glattblatt-Astern werden von Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfaltern besucht. Schmuckkörbchen und Kornblume sind Sommerblumen, Herbstastern dagegen Stauden, sodass in dieser Reihe beide Typen ihren Teil zum durchgehenden Angebot beitragen.

Achte auf ungefüllte oder halbgefüllte Blüten, denn stark gefüllte Zuchtformen sind häufig steril. Den Bienenwert bestimmt die Füllung allein allerdings nicht sicher.

Stauden bieten Insekten auch im Winter etwas. Stehen gelassene Stängel dienen als Quartier, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Ich schneide die vorjährigen Stängel in meinem Staudenbeet deshalb erst im Frühjahr ab.

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Stauden und Sommerblumen sinnvoll kombinieren

In einem gemischten Beet übernehmen beide Typen verschiedene Aufgaben. Stauden geben dem Beet über Jahre seine feste Struktur. Sommerblumen bringen schnelle Farbe und lassen sich jedes Jahr neu verteilen.

Stauden bilden den Bestand, Sommerblumen füllen die Lücken

Plane zuerst die Stauden. Hohe Leitstauden setzt du eher in den Hintergrund und ergänzt sie durch kleinere Begleitpflanzen. Sommerblumen eignen sich dann als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Frühjahrszwiebeln können in der zweiten Beetreihe stehen, wo später austreibende Stauden ihr vergilbendes Laub verdecken.

Besonders nützlich ist das bei Stauden, die im Sommer einziehen. Der Türkische Mohn zieht nach der Blüte sein Laub ein und bildet es erst im Herbst neu. Weil Sommerblumen sich als Lückenfüller eignen, planst du sie für diese Lücke gleich mit ein. Spät austreibende Prärieastern können das einziehende Laub ebenfalls überdecken; welche Pflanzpartner zu Astern passen, zeigt ein eigener Ratgeber.

Marias Erfahrung

Ich stecke im Herbst einen Stab an jede Stelle im Staudenbeet, die im nächsten Jahr frei bleiben soll, und einen weiteren neben den Türkischen Mohn. Im Frühjahr hacke ich nur diese Flecken flach auf, bevor ich dort Sommerblumen säe. Die Stäbe bleiben bis zur Aussaat stecken.

Höhen staffeln

Hohe Stauden gehören nach hinten, niedrige Einjährige an den Rand. Kompakte Sorten wie das Schmuckkörbchen ‘Cosimo’ eignen sich für den Rabattenrand. Die Tabelle zeigt dir, welche Höhen du einplanen kannst.

Pflanze Gruppe Wuchshöhe
Raublatt-Astern Staude 60–150 cm je nach Sorte
Hoher Staudenphlox Staude etwa 60–140 cm je nach Sorte und Standort
Glattblattaster ‘Zauberspiel’ Staude 80–100 cm
Schmuckkörbchen ‘Sensation Mischung’ Sommerblume etwa 100–150 cm
Veitshöchheimer Mischungen Sommertöne, Gelbtöne und Pastelltöne einjährig maximal unter 1 m
Mandelröschen einjährig 40–60 cm
Schmuckkörbchen ‘Cosimo’ Sommerblume etwa 40–60 cm
Zinnie ‘Profusion’ einjährig kultiviert etwa 20–30 cm
Lobelie einjährig kultiviert bis 20 cm

Plane den Platz nach der Endgröße und nicht nach der Größe beim Pflanzen. Ausreichender Abstand verbessert die Luftzirkulation, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt.

Blütezeiten verzahnen

Mit einer Blütenübersicht siehst du, welche Monate deine Stauden schon abdecken und wo Sommerblumen oder Zweijährige einspringen. Die Zweijährigen übernehmen das Frühjahr, die Einjährigen den Sommer und die Herbstastern den Herbst.

Blütezeit Pflanze Lebensform
März bis Mai Wald-Vergissmeinnicht zweijährig kultiviert
März bis Juli, im zweiten Jahr Tausendschön Mischung zweijährig kultiviert
Juni bis September Lobelie einjährig kultiviert
Juni bis September, teils bis Oktober Moschusmalve lebt zwei bis mehrere Jahre
Juni bis Oktober Zinnie ‘Profusion’ einjährig kultiviert
Juli bis September Mandelröschen einjährig
Juli bis September Spinnenblume ‘Wasserspiel’ einjährig kultiviert
Herbst bis zum ersten Frost Raublatt- und Glattblatt-Astern Staude

Ansprüche zusammenbringen

Gruppiere Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen. Die Mittagsblume Dorotheanthus braucht volle Sonne und trockenen, sandigen, mageren Boden ohne Staunässe. Raublatt-Astern wollen dagegen einen sonnigen Platz mit frischem bis feuchtem Boden. Diese beiden setzt du also nicht an dieselbe Stelle. An trockenen Plätzen können hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen den Gießbedarf senken.

Auch beim Nährstoffangebot lohnt der Abgleich. Raublatt-Astern können auf zu nährstoffreichem Boden an Standfestigkeit verlieren. Beim Mandelröschen fördern zu reiche Böden Blätter und Triebe auf Kosten der Blüten. Schmuckkörbchen brauchen im Beet keine zusätzliche Düngung. Für ein gemischtes Beet heißt das: Du richtest die Düngung nach der Bodenuntersuchung aus und gibst den genügsamen Sommerblumen nichts extra.

Rechne außerdem mit Konkurrenz. In Prüfungen gemischter Balkonpflanzungen wurden schwache Partner im Sommer häufig weiter zurückgedrängt. Kletternde Kapuzinerkresse kann mit ihren langen Trieben andere Pflanzen unterdrücken.

Willst du zwischen die Stauden eine Saatmischung bringen, findest du Kriterien im Ratgeber, wie du Samenmischungen für ein üppiges Blumenbeet auswählst. Sollen Astern deine Leitpflanzen sein, hilft dir der Beitrag, wie du ein Staudenbeet mit Astern nach Farbe und Höhe aufbaust. Deinen Plan mit Stauden und freien Flächen zeichnest du im Beetplaner vor.

Mini-Checkliste

Bevor du ein gemischtes Beet anlegst:

  • Leitstauden nach hinten, kleinere Begleiter nach vorn setzen
  • offene Flächen für Sommerblumen einplanen
  • einziehende Stauden wie Türkischen Mohn markieren
  • Pflanzen mit ähnlichem Wasser- und Nährstoffbedarf zusammensetzen
  • Abstände nach der Endgröße wählen

Welcher Typ passt zu deinem Garten?

Willst du schon in der ersten Saison ein buntes Beet, greifst du zu Einjährigen. Am einfachsten kommt Farbe als Ansaat einer einjährigen Sommerblumenmischung ins Beet. Soll ein Beet dagegen über Jahre bestehen, setzt du auf Stauden. Sie bringen auch im Winter etwas mit: Stehen gelassene Samenstände von Chinaschilf und Waldschmiele können das Beet dann schmücken.

Magst du jedes Jahr ein neues Bild, spielen Einjährige ihre Stärke aus, weil du die Fläche jede Saison neu anlegst. Bei manchen Arten ist der Wechsel sogar geboten. Sommerastern sollen nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf demselben Beet stehen.

Überleg auch, wann du Zeit hast. Einjährige binden dich im Frühjahr mit Aussaat oder Pflanzung und bei Trockenheit während der Auflaufphase. Stauden fordern dich vor allem beim Frühjahrsschnitt und beim Teilen.

Auf Balkon und Terrasse ersparen dir Einjährige das Überwintern, weil sie nach der Saison absterben. Mehrjährige Pflanzen im Kübel brauchen dagegen einen Winterplan. In frei stehenden Gefäßen friert der Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden. Für Wilde Malve, Moschusmalve und Stockrose im Kübel empfiehlt sich ein kühles, frostfreies Winterquartier. Als Substrat eignet sich möglichst torffreie Kübelpflanzenerde mit strukturstabilen mineralischen Anteilen.

Wenn du dich nicht festlegen willst, verbindest du beides. Stauden tragen das Beet über die Jahre, Einjährige füllen die Lücken und bringen jedes Jahr ein neues Bild.

Praktische Tipps für Pflanzung und Pflege

Boden vorbereiten. Vor einer Neuanlage zeigt eine Bodenuntersuchung, wie es um Nährstoffe und Kalkbedarf steht. Danach ist sie alle 3 bis 5 Jahre vorgesehen, und vor der Probenahme düngst du nicht. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.

Pflanzzeit. Für Stauden eignen sich Ende März bis Mitte Mai sowie Mitte September bis Ende Oktober. Das Wetter sollte frostfrei und nicht heiß sein, der Boden nicht nass. Ausgetrocknete Topfballen wässerst du vorher, dicht verfilzte Wurzelballen reißt du auf. Wann deine Sommerblumen an der Reihe sind, hältst du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken fest.

Aussaat und Pflege einjähriger Blumen. Manche Sommerblumen säst du direkt ins Beet, andere ziehst du vor und pflanzt sie nach dem Abhärten aus. Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern. Wie du Sommerblumen direkt säst, vorziehst und ausputzt, erklärt der Überblick zu den Sommerblumen.

Gießen. Auch trockenheitsverträgliche Pflanzen dürfen in der Anwachsphase nicht austrocknen. Brauchen Beete Zusatzwasser, gießt du durchdringend und in größeren Abständen. Am besten gießt du morgens direkt auf die Erde.

Überwintern. Staudenstängel lässt du bis zum Frühjahr stehen. Überwinternde Kokardenblumen schützt du mit Reisig, denn unter Laub oder Torfmull droht Fäulnis.

Jetzt dran

Geh beim nächsten Beetrundgang mit einem Zettel durch den Garten. Notiere zu jeder Pflanze, ob sie einjährig, zweijährig oder mehrjährig ist. Markiere die Stellen, die im nächsten Jahr frei werden, und trag sie in deinen Beetplan ein.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen mehrjährigen und einjährigen Blumen?
Einjährige Blumen keimen, blühen, bilden Samen und sterben innerhalb einer Vegetationsperiode ab; die ungünstige Jahreszeit überdauern sie nur als Samen. Mehrjährige Blumen, die Stauden, sind ausdauernde krautige Pflanzen und bleiben über Jahre am selben Platz. Dazwischen stehen Zweijährige wie das Wald-Vergissmeinnicht, die erst nach einer Ruheperiode blühen und nach der Samenreife absterben.
Wie funktioniert der Lebenszyklus von einjährigen Blumen?
Keimung, Blüte und Samenbildung laufen in einer einzigen Vegetationsperiode ab, danach stirbt die Pflanze. Weiter geht es nur über die Samen, die du selbst erntest oder die im Beet ausfallen; die Jungfer im Grünen etwa kann sich selbst aussäen. Manche Einjährige lassen sich schon im Herbst säen, so überwintern im Herbst gekeimte Kornblumen als Rosette und entwickeln sich im Frühjahr rasch weiter.
Stimmt es, dass einjährige Blumen immer mehr Pflege brauchen als Stauden?
Pauschal stimmt das nicht, denn die Arbeit fällt vor allem zu anderen Zeiten an. Bei Einjährigen kommen jedes Jahr Aussaat oder Pflanzung dazu, bei Stauden der Rückschnitt im Frühjahr und das Teilen. Beim Düngen entscheidet die Art: Schmuckkörbchen brauchen im Beet keine zusätzliche Düngung, Petunien haben dagegen einen hohen Nährstoffbedarf.
Welche Vorteile bieten Stauden gegenüber Sommerblumen?
Stauden bleiben über Jahre am Platz, sodass die jährliche Neuaussaat entfällt. Mehrjährige Kokardenblumen teilst du im Frühjahr, Raublatt-Astern vermehrst du durch Teilung oder Stecklinge. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Herbstastern verlängern die Blüte zudem bis zum ersten Frost.
Welche Rolle spielen mehrjährige und einjährige Blumen für die Biodiversität?
Beide ergänzen sich, weil Insekten vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst Nahrung brauchen. Sommerblumen wie Schmuckkörbchen und Kornblume können den Sommer abdecken, ungefüllte Herbstastern den Herbst bis zum Frost. Wähle ungefüllte oder halbgefüllte Blüten, denn stark gefüllte Zuchtformen sind häufig steril. Stehen gelassene Staudenstängel dienen Insekten zusätzlich als Winterquartier.
Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen Wildblumen und einjährigen Blumen?
Ackerwildblumen wie Kornblume und Kornrade brauchen ebenso wie einjährige Sommerblumen offenen, bearbeiteten Boden. Ohne wiederkehrende Bodenbearbeitung werden sie von ausdauernden Pflanzen verdrängt, und auch in einer dauerhaften Blumenwiese können Einjährige zunehmend verdrängt werden. Nicht jede Wildblume ist allerdings einjährig: Die Wiesenmargerite wächst mehrjährig.
Wie bereitet man den Boden optimal für die Blumenpflanzung vor?
Vor einer Neuanlage klärt eine Bodenuntersuchung Nährstoffversorgung und Kalkbedarf; danach ist sie alle 3 bis 5 Jahre vorgesehen, und vor der Probenahme düngst du nicht. Für eine Direktsaat bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett vor. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Zuletzt geprüft:
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