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Winden zurückschneiden: So gehst du mit Trichterwinde, Ipomoea indica und Ackerwinde um

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Trichterwinde ist Ipomoea purpurea, wird einjährig gezogen und lässt sich nicht überwintern. Statt Winterschnitt säst du im Frühjahr neu.
  • In der Saison schneidest du bei einjährigen Winden Geknicktes, Krankes und Verblühtes heraus und leitest junge Triebe an senkrechte Stützen.
  • Ipomoea indica wird vor dem Frost zurückgeschnitten und kühl sowie frostfrei überwintert.
  • Entspitzen ist artspezifisch und kann bei blühenden Kübelpflanzen die Blüte zunächst verzögern.
  • Die Ackerwinde wurzelt bis 2 m tief und vermehrt sich über abgetrennte Wurzelstücke, deshalb reicht Abschneiden allein nicht.
Violette und hellblaue Prunkwindenblüten zwischen herzförmigen Blättern
Foto: Galina K. · Pexels License · Quelle ↗

Im August hat die Trichterwinde die Rankhilfe überwuchert, einzelne Triebe hängen geknickt herunter, und die Schere liegt bereit. Bevor ich an Winden schneide, kläre ich eine Frage: Welche Art wächst da, und übersteht sie den Winter überhaupt? Davon hängt ab, ob ein Rückschnitt etwas bringt oder ob du die Pflanze im Herbst einfach abräumst.

Trichterwinde zurückschneiden: die kurze Antwort

Die Trichterwinde aus der Samentüte ist Ipomoea purpurea, die auch Purpur-Prunkwinde heißt. Bei uns wird sie als einjährige Kletterpflanze gezogen, und einjährige Prunkwinden lassen sich nicht überwintern. Einen kräftigen Rückschnitt im Herbst, wie ihn überwinternde Pflanzen bekommen, braucht sie deshalb nicht: Du säst im Frühjahr neu. Wie das gelingt, zeigt der Ratgeber, wie du Winden zum richtigen Zeitpunkt aussäst.

Während der Saison hat die Schere trotzdem ihre Aufgaben. Du nimmst geknickte, kranke und verblühte Teile heraus und leitest junge Triebe an die Stütze, an der sie wachsen sollen. Was das im Einzelnen heißt, steht in den folgenden Abschnitten.

Kurz erklärt

Trichterwinde und Purpur-Prunkwinde sind zwei Namen für dieselbe Art, Ipomoea purpurea. Für den Schnitt behandelst du sie wie die Himmelblaue Prunkwinde, die ebenfalls einjährig gezogen wird.

Welche Winde rankt bei dir? Der Schnitt richtet sich nach der Art

Winden klettern, indem sich ihre Triebe um senkrechte Seile, Stäbe oder Pfosten schlingen. Lebensdauer und Herkunft der einzelnen Arten ordnet das Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer und Herkunft ein. Für den Schnitt zählt vor allem, ob deine Winde nur eine Saison lebt, frostfrei überwintert werden kann oder wild aus dem Boden kommt.

Winde So lebt sie bei uns Was du schneidest
Trichterwinde, Purpur-Prunkwinde (Ipomoea purpurea) einjährig gezogen, nicht überwinterbar in der Saison Geknicktes, Krankes und Verblühtes, im Herbst abräumen
Himmelblaue Prunkwinde einjährig gezogen, nicht überwinterbar wie bei der Trichterwinde
Ipomoea indica kühl und frostfrei überwinterbar vor dem Frost zurückschneiden, im Frühjahr bei Bedarf nachschneiden
Zaunwinde (Calystegia sepium) wild an Säumen, Zäunen und in Gärten Triebe von Kulturpflanzen lösen
Ackerwinde wild, Wurzeln bis 2 m tief Abschneiden erreicht die Wurzeln nicht

Die Schwarzäugige Susanne und die Glockenrebe klettern ebenfalls an Rankhilfen, sind aber keine Winden. Die Glockenrebe hält sich mit gegabelten Blattranken fest, deren Enden Haken tragen. Die Triebe der Glockenrebe ‘Glockenklang’ lassen sich auf dem Balkon durch Rückschnitt begrenzen.

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Einjährige Winden in der Saison: was die Schere darf

Junge Triebe leiten, bevor du schneidest

Nach dem Auspflanzen gehe ich regelmäßig an der Rankhilfe entlang und lege lose Triebe an die nächste Schnur. Junge Klettertriebe lassen sich in den ersten Wochen in die gewünschte Richtung lenken und vorsichtig befestigen, und Winden finden ihren Halt an senkrechten Stützen. Daraus ergibt sich die Reihenfolge erst leiten, dann schneiden: Was du im Frühsommer an die richtige Stütze legst, musst du im August nicht aus dem Gewirr holen.

Plane dabei die Höhe der Rankhilfe ein, denn die Prunkwinden-Prachtmischung wird etwa 3 m hoch. Wächst eine Winde über das obere Ende hinaus, lege ich die Spitze zurück an die Schnur. Wie Pflanze und Gerüst zusammen eine dichte Wand bilden, zeigt der Ratgeber, wie du mit Winden einen blühenden Sichtschutz anlegst.

Marias Erfahrung

Ich lege junge Windentriebe locker an die Schnur und binde sie nur dort vorsichtig an, wo sie wieder abrutschen. Beim Hochbinden schaue ich mir gleich die Befestigung der Rankhilfe an.

Geknickte und kranke Triebe gleich herausnehmen

Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können bei Balkonpflanzen zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Ich schneide solche Stellen ab, sobald ich sie sehe. Grauschimmel bildet bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen, und auch diese Teile kommen zur Eindämmung weg.

Ein abwischbarer weißer Belag auf der Blattoberseite kann auf Echten Mehltau hinweisen. Bei beginnendem Befall kannst du erkrankte Blätter entfernen und betroffene Triebe zurückschneiden, um die Ausbreitung einzudämmen. Ein nicht abwischbarer Belag auf der Unterseite mit gelblichen bis braunen Flecken oben spricht eher für Falschen Mehltau. Dieses Material gehört nicht auf den eigenen Kompost.

Blattläuse sitzen häufig an Triebspitzen, doch deshalb muss die Spitze nicht weg. Bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl. Nach der Arbeit an einer kranken Pflanze reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunde Triebe gehe.

Verblühtes entfernen und Samen stehen lassen

Bei Sommerblumen kann das Entfernen welker Blüten die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern. Ich knipse an meinen Winden ab, was ich vom Boden aus bequem erreiche; oben an der Rankhilfe bleibt der Rest stehen. Einjährige Prunkwinden säst du jedes Jahr neu, und für eigenes Saatgut müssen ausgewählte welke Blüten bis zur Samenreife stehen bleiben. Wer Samen ernten will, hört deshalb gegen Ende der Saison an einigen Trieben mit dem Ausputzen auf. Bei Hybridsorten können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.

Vom Wind zerrupft: kräftiger Rückschnitt im Kübel

Prunkwinden wachsen auch in Kübeln und in Blumenampeln, aus denen ihre Ranken über den Topfrand hängen. Sind bei Balkonpflanzen viele Blätter gelb oder vom Wind zerrupft, kannst du sie zurückschneiden, und die meisten treiben wieder aus und bringen neuen Blütenflor. Bei einer Prunkwinde im Kübel ist das einen Versuch wert, sicher ist es nicht.

Mythos-Check

„Je öfter du Winden schneidest, desto mehr blühen sie.“ So pauschal stimmt das nicht. Entspitzen ist eine artspezifische Maßnahme: Bei der Schwarzäugigen Susanne regt das Kürzen junger Triebspitzen die Verzweigung an. Bei vielen blühenden Kübelpflanzen fördert es ebenfalls die Verzweigung, verzögert aber zunächst die Blüte.

Am Ende der Saison: abräumen statt überwintern

Stirbt die einjährige Trichterwinde im Herbst ab, löse ich die Triebe von Schnüren und Stäben und nehme sie aus dem Beet. Das Entfernen toter Pflanzenteile und die Kontrolle der Kletterhilfe gehören dabei zusammen. Prüfe das Gerüst auf sichtbare Schäden und schau, ob die Befestigung noch trägt.

Für das nächste Jahr ziehst du Prunk- und Trichterwinden ab März vor. Nach den Eisheiligen pflanzt du sie nach kurzem Abhärten aus. Den passenden Termin für deine Aussaat findest du auch im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Häufiger Fehler

Die Trichterwinde im Herbst kräftig zurückschneiden und ins Haus holen. Einjährige Prunkwinden lassen sich nicht überwintern. Den Platz im Winterquartier brauchst du für Arten wie Ipomoea indica.

Ipomoea indica im Kübel: Rückschnitt vor dem Winterquartier

Anders als die Trichterwinde lässt sich Ipomoea indica überwintern. Diese Art wird vor dem Frost zurückgeschnitten und kühl sowie frostfrei untergebracht. Wie stark, ist für sie nicht festgelegt. Ziehst du sie im Kübel, hilft der allgemeine Richtwert für Kübelpflanzen: Vor dem Einräumen kürzt du sie um etwa ein Drittel. Der Schnitt kann Kübelpflanzen kompakter machen und ihnen einen schöneren Wuchs geben.

Vor dem Einräumen sehe ich die Pflanze nach Schädlingen durch und stelle befallene Exemplare getrennt auf. Überwintert die Winde zu warm bei zu wenig Licht, schneidest du im Frühjahr noch einmal nach.

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Zaunwinde und Ackerwinde: wilde Winden im Beet

Nicht jede Winde im Garten hast du gesät. Die Zaunwinde (Calystegia sepium) trägt größere, rein weiße Blüten als die Ackerwinde, deren hellrosa bis weiße Blüten fünf rote Außenstreifen haben. Die Zaunwinde wächst an frischen bis feuchten Säumen, an Zäunen und in Gärten und blüht von Juni bis September.

Die Ackerwinde bildet ein weitverzweigtes Wurzelsystem, das bis 2 m tief reicht. Vermehren kann sie sich über Samen und zusätzlich über Wurzelausläufer und abgetrennte Wurzelstücke. Zusammen erklärt das, warum die Schere gegen sie wenig ausrichtet: Die Klinge erreicht nur die Triebe, und jedes Wurzelstück, das beim Jäten abreißt, kann eine neue Pflanze bilden.

Ich wickle Ackerwindentriebe von meinen Prunkwinden ab, sobald ich sie entdecke, und grabe beim Jäten so, dass möglichst viel Wurzel am Stück herauskommt. Vor der Pflanzung ist der Boden offen, und beim Lockern suche ich dann gezielt nach Wurzelsträngen. Wie du den Boden für Winden lockerst und vorbereitest, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Blauregen und Waldrebe: eigener Schnittplan für mehrjährige Kletterer

Blauregen schlingt sich wie eine Winde empor, gehört botanisch aber nicht zu den Winden. Waldreben (Clematis) halten sich mit ihren Blattstielen fest. Beide stehen über Jahre am selben Platz, und für beide gibt es feste Schnitttermine, die du nicht auf die einjährige Trichterwinde überträgst. Der Sommerschnitt beim Blauregen dient dazu, seinen starken Wuchs zu bremsen.

Pflanze Zeitpunkt Schnitt
Blauregen, Sommerschnitt Mitte Juli bis Anfang August lange Peitschentriebe auf 10 bis 30 cm, übrige Seitentriebe auf vier Knospen
Blauregen, Winterschnitt Spätwinter oder zeitiges Frühjahr von den vier Knospen der Seitentriebe bleiben zwei
sommerblühende, großblumige Clematis-Hybriden jährlich im Frühjahr auf 20 bis 40 cm zurückschneiden
frühjahrsblühende, großblumige Clematis der Patens-Gruppe nach der Blüte, wenn überhaupt auf 50 bis 100 cm einkürzen

Nach dem Schnitt: Wasser und Nährstoffe

Nach dem Schnitt gießt du nach Bodenfeuchte, nicht nach Gefühl. Die Trichterwinde braucht durchlässigen Boden, der nicht austrocknet, und bei welkenden Topfpflanzen prüfst du vor dem Gießen die Erde, weil auch Dauernässe Welke verursachen kann. Wie oft und wie viel, steht im Ratgeber, wie du Winden je nach Standort und Wetter bewässerst.

Im Kübel brauchen Prunkwinden als Schlingpflanzen regelmäßig Nährstoffe. Musstest du wegen einer Krankheit schneiden, düngst du die Kübelpflanze erst wieder, wenn sie sich erholt hat. Womit und in welcher Menge, erklärt der Ratgeber, wann und womit du Winden düngst.

Schnittaufgaben im Jahreslauf

Die Schnittarbeit an Winden verteilt sich auf wenige Termine im Jahr. Alle übrigen Arbeiten findest du im Ratgeber zu den Pflegearbeiten an Winden im Jahreslauf.

Zeit Einjährige Winden Ipomoea indica, Blauregen, Waldrebe
Spätwinter und Frühjahr ab März vorziehen, junge Triebe nach dem Auspflanzen leiten Ipomoea indica bei Bedarf nachschneiden, Winterschnitt am Blauregen, sommerblühende Clematis-Hybriden zurückschneiden
Sommer Geknicktes, Krankes und Verblühtes entfernen, gegen Saisonende Samen reifen lassen Sommerschnitt am Blauregen von Mitte Juli bis Anfang August
Herbst abgestorbene Pflanzen abräumen, Rankhilfe prüfen Ipomoea indica vor dem Frost zurückschneiden und einräumen
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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden von Winden?
Das hängt von der Art ab. Einjährige Winden wie die Trichterwinde schneidest du nur während der Saison, sobald Triebe geknickt, krank oder verblüht sind, denn überwintern lassen sie sich nicht. Ipomoea indica wird vor dem Frost zurückgeschnitten und kühl sowie frostfrei überwintert. Beim Blauregen liegt der Sommerschnitt zwischen Mitte Juli und Anfang August, der Winterschnitt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr.
Welche Werkzeuge werden für den Winden-Schnitt benötigt?
Für die Triebe von Winden genügt eine scharfe Rosenschere. Wichtiger als die Ausstattung ist die Sauberkeit: Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du Schere und Handschuhe, bevor du an gesunde Triebe gehst. So verringerst du das Risiko, Erreger von Pflanze zu Pflanze zu tragen.
Wie unterscheidet sich der Schnitt bei einjährigen und mehrjährigen Winden?
Einjährige Prunkwinden wie die Trichterwinde lassen sich nicht überwintern und werden jedes Jahr neu ausgesät. Bei ihnen beschränkt sich der Schnitt auf geknickte, kranke und verblühte Teile, im Herbst räumst du die abgestorbenen Pflanzen ab. Überwinterbare Arten wie Ipomoea indica schneidest du vor dem Frost zurück und bringst sie kühl und frostfrei unter. War das Quartier zu warm und zu dunkel, schneidest du im Frühjahr noch einmal nach.
Was unterscheidet Trichterwinden von Prunkwinden beim Schnitt?
Beim Schnitt nichts, denn die Trichterwinde ist selbst eine Prunkwinde: Ipomoea purpurea, auch Purpur-Prunkwinde genannt. Die Trichterwinde wird wie die Himmelblaue Prunkwinde einjährig gezogen und nicht überwintert. Einen Unterschied macht erst eine überwinterbare Art wie Ipomoea indica, die vor dem Frost zurückgeschnitten wird.
Führt häufiges Schneiden wirklich zu weniger Blüten?
Das kommt darauf an, was du abschneidest. Verwelkte Blüten zu entfernen kann bei Sommerblumen die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern. Triebspitzen zu kappen ist dagegen eine artspezifische Maßnahme, die bei vielen blühenden Kübelpflanzen die Verzweigung fördert, die Blüte aber zunächst verzögert. Bei einjährigen Winden schneidest du deshalb gezielt Geknicktes, Krankes und Verblühtes statt pauschal.
Wie bereitet man Rankhilfen vor dem Windenschnitt vor?
Kontrolliere die Rankhilfe auf sichtbare Schäden und prüfe, ob ihre Befestigung noch trägt. Am einfachsten geht das im Herbst, wenn du die abgestorbenen Triebe einjähriger Winden von Schnüren und Stäben gelöst hast. Für Winden eignen sich senkrechte Seile, Stäbe oder Pfosten, um die sich ihre Triebe winden können.
Welche Gießtechnik ist nach dem Winden-Schnitt optimal?
Gieße möglichst morgens direkt im Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Prüfe vorher die Bodenfeuchte, denn welke Blätter können auch auf Staunässe oder beginnende Wurzelfäule hindeuten. Die Trichterwinde braucht durchlässigen Boden, der nicht austrocknet.
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