Bienen- und Schmetterlingswiese: Welche Mischung zu Standort und Region passt
- Für Wildbienen sollte die Mischung Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten.
- Manche Wildbienen sind auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler, gelbe Schmetterlingsblütler oder Knautien und Skabiosen angewiesen.
- Honigbienen brauchen besonders im Spätsommer Nahrung, die Hauptblüte einer heimischen Wiese liegt aber häufig im Mai und Juni.
- Schmetterlinge brauchen Raupenfutter: Gräser für das Große Ochsenauge, Wilde Möhre für den Schwalbenschwanz, Brennnesseln für das Tagpfauenauge.
- Die Mischung muss zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen passen, für Gehölzränder gibt es Saummischungen.
- Regionales Saatgut stammt aus einem der 22 Ursprungsgebiete, VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die Herkunft nach.
Auf vielen Samentüten flattert ein Schmetterling. Ob die Mischung Wildbienen, Honigbienen und Falter samt ihren Raupen tatsächlich versorgt, steht aber in der Artenliste. Ich lese bei jeder Mischung zuerst diese Liste, dann die Standortangabe und erst zum Schluss das Bild auf der Vorderseite. Denn die Bezeichnung Wildblumen auf einer Saatmischung belegt weder einen heimischen Artenbestand noch die Eignung als dauerhafte Wiese.
Welche Mischung zu deiner Fläche passt, hängt an drei Dingen: an den Insekten, die du versorgen willst, an deinem Standort und an deiner Region.
Was eine Bienen- und Schmetterlingswiese leisten soll
Artenreiche Wiesen bieten Insekten neben Nahrung auch Raum für Fortpflanzung, Rückzug und Überwinterung. Langlebige Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen. Im Wildblumen-Ratgeber steht ausführlich, was Blühflächen Insekten bringen, und ein eigener Beitrag erklärt, warum Blumenwiesen für Artenvielfalt, Naturschutz und Klima zählen.
Wildbienen: Pflanzenfamilien und Spezialisten
Viele Wildbienen nutzen verschiedene Pflanzengruppen, andere sind beim Pollensammeln eng spezialisiert. Eine auf Wildbienen ausgerichtete Blühfläche sollte sechs Pflanzenfamilien enthalten: KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen., KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., LippenblütlerLippenblütler sind eine Pflanzenfamilie, deren verwachsene Blütenblätter eine Ober- und eine Unterlippe bilden. Typisch sind ein vierkantiger Stängel und paarweise gegenüberstehende Blätter, die beim Zerreiben oft auffallend riechen; dazu gehören Küchenkräuter wie Salbei, Thymian und Majoran., Schmetterlingsblütler, DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. und Glockenblumengewächse.
Die Spezialisten brauchen ihre Pflanzen im Blütenangebot. Es gibt Wildbienen, die auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler, gelbe Schmetterlingsblütler oder auf Knautien und Skabiosen angewiesen sind. Einzelne Scherenbienen sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen, und auch die Glockenblumen-Sägehornbiene ist beim Pollensammeln auf diese Pflanzen spezialisiert.
Das Etikett Wildblumen garantiert keine heimischen Arten, und Spezialisten brauchen ihre Pflanzen im Angebot. Über den Wert einer Mischung für Wildbienen entscheidet deshalb die Artenliste. Ich suche darin gezielt nach Glockenblumen und nach Witwenblumen oder Skabiosen. Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung, und früh oder spät blühende Arten anderer Herkunft können solche heimischen Stauden im Garten ergänzen.
| Art | Blüte (ungefähr) | Für wen |
|---|---|---|
| Rundblättrige Glockenblume | Juni bis Oktober | Glockenblumen-Spezialisten wie Scherenbienen |
| Acker-Witwenblume | Juli und August (Saatgutkultur) | Wildbienen, die auf Knautien und Skabiosen spezialisiert sind |
| Tauben-Skabiose | Juli bis November (Wildart) | Wildbienen, die auf Knautien und Skabiosen spezialisiert sind |
| Wiesen-Margerite | Mai bis Oktober | Masken-, Furchen- und Schmalbienen, dazu Käfer und Schwebfliegen |
| Gewöhnliches Leinkraut | Mai oder Juni bis Oktober | Hummeln und andere große Wildbienen, die die geschlossenen Blüten öffnen |
| Wegwarte | Juli bis Oktober | Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen, die dort Pollen finden |
Achte außerdem auf ungefüllte Blüten. Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, und vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.
Auch im Beet neben der Wiese lässt sich etwas für Wildbienen tun. Die Gartenresede wird von der Reseden-Maskenbiene besucht, und ungefüllte Schleierkrautsorten werden als Blütenangebot für kleine Bienenarten empfohlen.
Ich lege beim Lesen der Artenliste einen Zettel mit den sechs Pflanzenfamilien daneben und hake ab, was vorkommt. Fehlen Glockenblumen oder eine ganze Familie, notiere ich das und plane die Lücke als Staude am Wiesenrand ein.
Honigbienen: die Lücke nach der Wiesenblüte schließen
Honigbienen brauchen auch nach der reichen Frühjahrsblüte Nahrung, den ganzen Sommer über und besonders im Spätsommer. Die Hauptblüte einer heimischen Blumenwiese liegt dagegen häufig im Mai und Juni. Setzt du nur auf die Wiese, kann also gerade dann das Angebot fehlen, wenn Honigbienen es weiter brauchen.
Für die Zeit danach planst du Ergänzungen ein. Ungefüllte Astern, Wasserdost, Besenheide und Efeu ergänzen das Blütenangebot für Bienen im Spätsommer und Herbst. Herbstastern können in einem eigenen Staudenbereich ungefähr im September und Oktober blühen.
Auf einem Beet neben der Wiese kann eine einjährige Sommerblumenmischung die Lücke füllen. Nach einer Aussaat ab Mitte April beginnt sie unter passenden Bedingungen etwa 6 bis 8 Wochen später zu blühen. Einzelne Arten blühen bis zum ersten Frost.
Kornblumen liefern Nektar für Honigbienen sowie für Erd- und Steinhummeln. Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar. Eine dokumentierte einjährige Bienenweide- und Zwischenfruchtmischung kombiniert Phacelia unter anderem mit Kornblume, Ringelblume, Buchweizen, Borretsch und Dill. Phacelia gehört zu einer ursprünglich amerikanischen Gattung und ist damit keine heimische Wildblume. Ich säe sie deshalb auf ein Beet neben der Wiese und nicht in die Dauerfläche. Klatschmohn bietet bestäubenden Insekten viel Pollen, aber keinen Nektar.
Am Anfang der Saison helfen Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Lungenkraut. Krokusse blühen als gesondert gepflanzte Ergänzung ungefähr im Februar und März. Frühjahrsblühende Blumenzwiebeln pflanzt du dafür im Herbst von September bis November.
| Zeitraum (ungefähr) | Was blüht | Wo es steht |
|---|---|---|
| Januar, Februar | Winterlinge, Schneeglöckchen | gesondert gepflanzt |
| Februar, März | Krokusse | gesondert gepflanzt |
| Mai, Juni | Hauptblüte der heimischen Blumenwiese | Wiese |
| Juni bis September | Kornblume, Ringelblume | je nach Aussaat und Sorte |
| Spätsommer, Herbst | ungefüllte Astern, Wasserdost, Besenheide, Efeu | Ergänzung im Garten |
| September, Oktober | Herbstastern | eigener Staudenbereich |
Schmetterlinge: Nektar für Falter, Futter für Raupen
Für Schmetterlinge reichen Blüten allein nicht. Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien, dazu Nistplätze und Überwinterungsräume. Bei Faltern heißt das: Nektar für die erwachsenen Tiere und Futter für die Raupen.
Nektar für Tagfalter und Nachtfalter
Die Kornrade ist mit ihren Stieltellerblüten vor allem an die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. durch Tagfalter angepasst und bietet ihnen Nektar. Allerdings braucht die Kornrade regelmäßig bearbeitete Standorte mit offenen Stellen, an denen ihre Samen keimen können. Im Boden bleiben ihre Samen nur wenige Monate keimfähig. Ohne offene Keimstellen und ohne langlebigen Samenvorrat kann sie sich in einer geschlossenen Dauerwiese kaum halten. Für die Kornrade lege ich deshalb einen eigenen Streifen an, den ich regelmäßig bearbeite. Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn eignen sich für solche gemeinsamen Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen.
Für Nachtfalter zählen Pflanzen, die abends blühen oder duften. Die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihre Blüten am Abend und bietet Nachtfaltern Nektar. Langrüsselige Schwärmer erreichen ihn am Ende der langen Blütenröhren. Die Nachtviole verströmt vor allem gegen Abend einen kräftigen Veilchenduft und wird vor allem von Nachtfaltern bestäubt, Wildbienen holen sich an ihr Pollen. In Deutschland wird die Gewöhnliche Nachtviole als etablierter Neophyt geführt, also als eingebürgerte Art.
Die dokumentierte Saatmischung Fledermaus & Nachtfalter enthält 5 Prozent Gemeine Nachtkerze. Kombiniert wird sie dort unter anderem mit Gewöhnlicher Nachtviole und Weißer Lichtnelke. Nach der Blüte sollen die Pflanzen Fruchtstände ausbilden dürfen.
Für Nachtfalter zählt auch das Licht im Garten. Reduziere künstliche Beleuchtung, und wo du Licht brauchst, nimm schwaches, warmweißes, nach unten gerichtetes Licht mit Bewegungsmelder.
Raupenfutter: was in die Mischung und an den Rand gehört
| Pflanze | Futter für die Raupen von | Hinweis |
|---|---|---|
| Wilde Möhre | Schwalbenschwanz (Blätter und Stängel) | bildet im ersten Jahr eine Blattrosette, blüht im zweiten Jahr |
| Gräser | Großes Ochsenauge | gehören in die Wiesenmischung |
| Große Brennnessel | Tagpfauenauge, Landkärtchen | als Randstreifen stehen lassen |
| Gewöhnliches Leinkraut | Möndcheneule, Goldbraune Hauhecheleule, Roter Scheckenfalter | mehrjährig, breitet sich durch AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus |
| Großer Wiesenknopf | Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Eiablage, junge Raupen) | die Falter brauchen zusätzlich geeignete Knotenameisen |
| Nachtkerze | Nachtkerzenschwärmer | die Raupen fressen überwiegend an Weidenröschen |
Gräser gehören in eine Wiesenmischung, und die Raupen des Großen Ochsenauges fressen an ihnen. Eine Blühmischung ohne zugesetzte Gräser, wie sie für blütenreiche Gartenflächen infrage kommt, lässt diese Raupennahrung also weg.
Stehen gelassene Pflanzenstängel dienen Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz, über Winter stehende Altgrasstreifen ebenfalls als Quartier. Am Rand lasse ich deshalb einen Streifen Brennnesseln und etwas Altgras bis zum Frühjahr stehen. Bestände der Raupenfutterpflanzen des Nachtkerzenschwärmers mähst du frühestens ab September oder im Winter, möglichst abschnittsweise. Wo Wiesenknopf-Ameisenbläulinge leben, wird im Juli und August nicht gemäht, und die örtliche Pflege richtet sich zusätzlich nach Region und Vegetation.
Welche Mischung zu deinem Standort passt
Die Mischung richtet sich nach Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung deiner Fläche. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene passende Wiesengesellschaften, und für sie gibt es angepasste Mischungen. Eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz. Stark beschattete Flächen eignen sich für schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischungen, aber nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese.
Ich schaue mir die Fläche zu verschiedenen Tageszeiten an und notiere, wann Sonne darauf fällt und ob der Boden nach Regen lange nass bleibt.
| Standort | Passender Mischungstyp | Beispiel und Kennzeichen |
|---|---|---|
| sonnig bis halbschattig, frisch | Frischwiese mit Gräsern | Blumenwiese Schwäbische Alb: 50 % Blumen, 50 % Gräser |
| durchlässig, nicht zu nährstoffreich | reine Wildblumenmischung | Blühendes Biosphärengebiet für Wildbienen und Schmetterlinge: 100 % Wildblumen aus den Ursprungsgebieten 11 und 13 |
| sehr mager, schnell abtrocknend | Mager- und Sandrasen | 50 % Blumen, 50 % Gräser, 60 bis 100 cm hoch |
| sonnig, eher trocken, etwa im Steingarten | Trockenmischung | Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte |
| lehmig | Wiesenmischung | mit Arten wie Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume |
| nährstoffreich | angepasste Blumenwiesenmischung | für nährstoffreichen Gartenboden ausgelegt |
| feucht | Feuchtwiese | im Nordostdeutschen Tiefland etwa mit Wiesen-Schaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke und Echtem Mädesüß |
| voll- bis teilschattiger Gehölzrand, trocken, nährstoffärmer bis mäßig nährstoffreich | Schattsaum | 60 bis 120 cm hoch, manche Arten erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif |
| Dach | Dachbegrünungsmischung | 50 % Blumen, 50 % Gräser, Vegetationstragschicht ab 12 cm |
Für trockene, sonnige Standorte eignen sich Arten wie Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Acker-Witwenblume und Wilde Möhre. Regio-Mischungen unterscheiden bei trockenen bis mäßig trockenen Standorten zwischen mager-sauren und mager-basischen Varianten. Bei feuchten Flächen trennen sie wechselnd feuchte Standorte von staunassen Ufern.
Schattsaum-Mischungen werden vorzugsweise im Spätsommer gesät. Die Schattsaum-Mischung für Ursprungsgebiet 11 enthält unter anderem Frühlings-Platterbse, Nesselblättrige Glockenblume und Rote Lichtnelke. Weil Glockenblumen-Spezialisten genau solche Pflanzen brauchen, kann auch ein schattiger Gehölzrand mit dem passenden Saum Pollen für sie bieten.
Gedüngt wird eine artenreiche Wiese nicht routinemäßig. Zu hohe Gaben schnell verfügbaren Stickstoffs fördern Gräser und hochwüchsige Kräuter und verdrängen niedrigwüchsige Wiesenkräuter.
Ist dein Boden sehr wüchsig, nimmst du eine dafür ausgelegte Mischung oder magerst die Fläche ab. Regelmäßiges Abräumen des Mähguts kann auf wüchsigen Standorten bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken, fest einplanen solltest du das aber nicht. Den Bodenumbau mit Sand oder Kies beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt „Standort und Boden“.
Wenig Platz oder viel Betrieb
Nicht jede Fläche muss eine hohe Wiese werden. Ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen bleibt blütenreich und betretbar. Blumenwiesen passen vor allem auf selten betretene Flächen, während ein Blumenrasen mehr Nutzung verträgt. Neben hochwachsenden Wiesen fängt ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen an Wegen und Beeten umfallende Halme auf.
Regional kaufen: Ursprungsgebiet, Zertifikat, Saattermin
Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Gebietseigenes Material stammt aus einheimischen Populationen, die sich über viele Generationen im jeweiligen Naturraum vermehrt haben. Die Herkunft weisen die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert nach. Ich frage beim Kauf nach dem Ursprungsgebiet der Mischung und gleiche es mit meiner Region ab.
Regionale Herkünfte derselben Wildpflanzenart können sich im Blühzeitpunkt und in der Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden.
„Unter veränderten Klimabedingungen sind Herkünfte aus wärmeren Regionen die bessere Wahl.“ Für einen generellen Eignungsvorteil gebietsfremder Pflanzen aus wärmeren oder trockeneren Regionen fehlen wissenschaftliche Belege. Hitzetoleranz und Trockenheitstoleranz sind außerdem verschiedene Eigenschaften und treten nicht zwangsläufig gemeinsam auf.
Auch der Saattermin kann von der Region abhängen. Bei der Mischung Blühende Landschaft ist die Frühjahrsvariante für ausreichenden Frühjahrsregen und wenige Spätfröste vorgesehen. Die Spätsommervariante nutzt bei heißem Klima Herbstregen und gemäßigtere Temperaturen. Gesät wird sie in mittleren bis höheren Lagen von Mitte August bis Mitte September, in milden Weinbaulagen bis Ende September.
Rechtlich zählt die Lage der Fläche. Gebäuden zugeordnete Gärten gehören grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung im Einzelfall, denn auch extensiv genutzte Flächen innerhalb von Siedlungen können zur freien Natur gehören.
So liest du eine Mischung
Mit Standort und Region im Kopf gehst du die Packung Punkt für Punkt durch.
- Artenliste einsehbar, botanische Zusammensetzung nachvollziehbar
- ausdrückliche Angaben zu heimischen Arten und mehrjähriger Nutzung
- Ursprungsgebiet genannt, Zertifikat VWW-Regiosaaten oder RegioZert
- Standortangaben zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen passen zu deiner Fläche
- Gräser enthalten, aber kein Weidelgras und keine Wiesenrispe
- Glockenblumen, Witwenblumen oder Skabiosen für spezialisierte Wildbienen
- ungefüllte Blüten
- kein hoher Anteil einjähriger Kulturblumen, wenn eine Dauerwiese entstehen soll
Kornblume und Klatschmohn in einer Dauermischung sind kein schlechtes Zeichen, denn beide können für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt werden. Blühmischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen eignen sich dagegen nicht als dauerhafte Blumenwiese.
Einjährige Sommerblumenflächen werden jedes Jahr neu eingesät, mehrjährige Garten-Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen. Wie sich beide Typen in Aufwand und Lebenslauf unterscheiden, steht im Wildblumen-Ratgeber unter „Mischungen und Saatgut wählen“.
Aussaat und Pflege in Kürze
Vor der Ansaat holst du konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mitsamt den Wurzeln heraus. Läuft danach rasch BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. auf, kappt ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. den Aufwuchs, beschrieben im Wildblumen-Ratgeber unter „Die ersten Wochen“. Den Weg vom Saatbett bis zum Anwalzen zeigt die Anleitung, wie du eine Blumenwiese Schritt für Schritt anlegst.
Das feine Kräutersaatgut kommt auf die Bodenoberfläche und wird angewalzt. Bei der Menge zählt die Angabe der Mischung, und Füllstoff erhöht nur die Ausbringmenge, nicht den Saatgutbedarf. Zeitfenster und Technik findest du im Beitrag, wann und wie du Blumenwiesensamen aussäst.
Nach der Aussaat wird empfohlen, die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht zu halten. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du deine Blumenwiese bewässerst, wenn der Regen in der Startphase ausbleibt. Etablierte Blumenwiesen brauchen im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser.
Etablierte Gartenwiesen werden je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr gemäht, das Mähgut räumst du ab. Ich mähe meine Fläche in Abschnitten zu verschiedenen Zeiten, weil eine zeitlich versetzte Mahd Rückzugsräume für Insekten erhält. Den Jahreslauf beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt „Mähen und Pflege im Jahreslauf“.
Offene Bodenstellen, Totholz und Stängel, die länger als ein Jahr stehen bleiben, ergänzen die Wiese um Nistplätze für Wildbienen. Solche Niststrukturen brauchen ein vielfältiges Blütenangebot in unmittelbarer Nähe. Was eine Mischung grundsätzlich insektenfreundlich macht, liest du im Beitrag über insektenfreundliche Blumenmischungen und ihre Pflege übers Jahr.
Notiere für deine Fläche Sonne, Bodenfeuchte und Wüchsigkeit und such dir dazu den passenden Mischungstyp aus der Standorttabelle. Frag beim Kauf nach dem Ursprungsgebiet. Prüf die Artenliste dann auf die sechs Pflanzenfamilien, auf Glockenblumen und auf Raupenfutter wie Gräser und Wilde Möhre.






