Blumen · Wildblumen · Anbau

Insektenfreundliche Blumenmischungen: Auswahl, Aussaat und Pflege übers Jahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Insektenfreundlich heißt: ungefüllte Blüten und ein gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst.
  • Für eine dauerhafte heimische Wiese prüfst du Artenliste, Ursprungsgebiet und die Angaben heimisch und mehrjährig.
  • Feines Kräutersaatgut für eine Blumenwiese: meist 1–3 g/m², die Empfehlung der Mischung geht vor.
  • Oberflächlich säen, andrücken und die Wiese nach der Aussaat etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht halten.
  • Je nach Wüchsigkeit 1–3 Mähgänge im Jahr, Mähgut abtragen, Teilflächen stehen lassen, magere Wiesen nicht düngen.

Bevor ich eine Blumenmischung kaufe, drehe ich die Packung um und lese zuerst die Artenliste. Die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert nämlich keine heimischen Arten. Ob Insekten über Jahre etwas von deiner Fläche haben, entscheidet sich an drei Stellen: bei der Wahl der Mischung, bei der Aussaat und bei der Pflege durchs Jahr. Diese drei Schritte gehe ich hier mit dir der Reihe nach durch.

Was macht eine Blumenmischung insektenfreundlich?

Zwei Merkmale stehen am Anfang. Die Blüten sind ungefüllt, und das Blütenangebot ist zeitlich gestaffelt, vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Eine Mischung, deren Arten alle zur selben Zeit blühen, erfüllt den zweiten Punkt nicht.

Auch die Gräser gehören dazu. In artenreichen Wiesen bieten Gräser ebenso wie Kräuter den Tieren Nahrung und Deckung. Ein Grasanteil in einer Wiesenmischung ist deshalb Teil des Lebensraums und kein Mangel.

Vielfalt zählt außerdem, weil manche Insekten auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen und brauchen diese deshalb im Blütenangebot.

Mit denselben zwei Fragen prüfst du Einzelpflanzen wie Zierlauch, die du zusätzlich in den Garten setzt: Ist die Blüte ungefüllt, und schließt sie eine Lücke in deiner Blütenfolge? Welche einzelnen Blumenarten besonders insektenfreundlich sind und wie du daraus eine Blütenfolge zusammenstellst, liest du in einem eigenen Ratgeber.

Warum solche Flächen für Insekten zählen, beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Nutzen für Insekten. Welchen ökologischen Mehrwert Blumenmischungen im Garten bringen, von Bestäubern bis zum Erosionsschutz, steht in einem weiteren Beitrag.

Einjährig oder mehrjährig: Welche Fläche soll es werden?

Bevor du kaufst, entscheide, was die Fläche leisten soll. Einjährige Sommerblumenmischungen und mehrjährige Garten-Blühmischungen unterscheiden sich in Tempo, Dauer und Arbeit.

Einjährige Sommerblumenmischung Mehrjährige Garten-Blühmischung
Blühbeginn etwa 6–8 Wochen nach einer Aussaat ab Mitte April Zweijahresblumen erst im zweiten Jahr nach der Aussaat
Bestand jedes Jahr neue Einsaat kann 10 Jahre und länger bestehen
Pflegezeit je m² und Jahr etwa 5–8 Minuten etwa 1–2 Minuten
Saisonende im Spätherbst abmähen, im Frühjahr neu anlegen ab dem zweiten Standjahr Sommerrückschnitt, je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli

Einjährige Mischungen blühen schnell, brauchen aber jedes Jahr eine neue Einsaat und deutlich mehr Pflegezeit je Quadratmeter. Wer einmal säen und lange etwas davon haben will, wählt deshalb besser eine mehrjährige Mischung, die über viele Jahre stehen bleiben kann.

Enthält deine Mischung Zweijahresblumen wie die Gewöhnliche Nachtkerze, siehst du von ihnen im ersten Jahr nur eine Blattrosette. Die Blüte folgt im zweiten Jahr nach der Aussaat, danach sterben die Pflanzen nach der Samenbildung meist ab.

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Worauf du beim Kauf der Mischung achtest

Artenliste und klare Angaben

Für eine dauerhafte heimische Blumenwiese braucht die Mischung eine einsehbare Artenliste. Dazu kommen ausdrückliche Angaben, dass die Pflanzen heimisch und für mehrjährige Nutzung gedacht sind. Fehlt eine dieser Angaben, lasse ich die Packung liegen.

Mythos-Check

Steht „Wildblumen“ auf der Packung, sind heimische Arten drin? Nicht unbedingt. Die Bezeichnung allein garantiert das nicht, erst die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig geben dir Auskunft.

Herkunft aus deiner Region

Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Erkundige dich beim Kauf, aus welchem Ursprungsgebiet die Mischung stammt, und vergleiche es mit deiner Region. Die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert dienen als Herkunftsnachweis für gebietseigenes Wildpflanzensaatgut.

Passend zu Boden und Licht

Die Mischung muss zu deinem Standort passen. Für nährstoffreichen Gartenboden gibt es entsprechend angepasste Blumenwiesenmischungen. Unter dem Einfluss dichter Gehölze eignen sich spezielle Gehölzsaum-Mischungen. Stark beschattete Flächen taugen nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese, dort passen schattenverträgliche Stauden oder Saummischungen.

Auf lehmigem Wiesenboden kommen zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Mit der Wiesenglockenblume bringt eine solche Mischung genau die Pflanzengruppe mit, an der einzelne Scherenbienenarten ausschließlich Pollen sammeln.

Daneben gibt es Mischungen für besondere Zwecke, etwa für trockene Standorte oder für Nachtfalter. Welche Mischungen sich je nach Standort und Region für Wildbienen, Honigbienen und Schmetterlinge eignen, vergleicht ein eigener Ratgeber.

Achtung

Aus einer Blühmischung isst du nicht einfach Blüten. Blüten kommen nur dann in Speisen, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Kornrade wird als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere geführt. Natternkopf gehört wie Jakobskreuzkraut und Gemeines Greiskraut zu den heimischen Wildpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden; bestimmte dieser Stoffe können die Leber schädigen.

Standort und Boden: das Wichtigste vorab

Wildblumen brauchen einen hellen Platz und einen mageren, durchlässigen Boden. Vor der Ansaat entfernst du konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln. Das umgegrabene Saatbett lässt du danach etwa 2 bis 4 Wochen setzen und bearbeitest es vor der Saat nur noch flach. Wie du Standort und Boden für Wildblumen wählst und vorbereitest, auch beim Abmagern, steht ausführlich im Wildblumen-Ratgeber.

Wann säst du deine Blumenmischung?

Den Termin gibt deine Mischung vor, und ihre Angabe geht jeder Faustregel vor. Die Aussaatfenster liegen im Frühjahr und im Spätsommer, unterscheiden sich aber im Detail:

Mischung Aussaatfenster
Mehrjährige Wildblumen-Wildgräser-Mischungen Februar bis Mai und August bis Oktober
Wildblumenwiese, bevorzugte Termine Anfang März bis Ende April oder Mitte August bis Ende September
Blumenwiese Schwäbische Alb Ende März bis Ende Mai oder Ende August bis Ende September
Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte Ende März bis Ende Mai oder Ende August bis Mitte Oktober
Einjährige Sommerblumenmischungen ab Mitte April
Schattsaum vorzugsweise im Spätsommer

Säe möglichst vor einer feuchten Wetterphase, denn die Samen brauchen zum Quellen und Keimen durchgehend Feuchtigkeit. Ich säe deshalb, wenn Regen angekündigt ist.

Wie viel Saatgut brauchst du, und wie säst du?

Die Menge je Quadratmeter

Für feines Kräutersaatgut zur Anlage einer Blumenwiese rechnest du meist mit 1 bis 3 g/m². Maßgeblich bleibt die Empfehlung deiner Mischung, und die Werte gehen auseinander:

Mischung oder Verfahren Saatgut je m²
Feines Kräutersaatgut für eine Blumenwiese meist 1–3 g, Empfehlung der Mischung maßgeblich
Einjährige Sommerblumenmischungen 1–3 g
LUX-Blumenwiese ohne Füllstoff 3–4 g
Blumenwiese Schwäbische Alb, 50 % Gräser und 50 % Blumen 4 g
Kräuternachsaat in stark vertikutierte Fläche, 100 % Kräuter 1–2 g

Feines Wildwiesensaatgut lässt sich mit trockenem Trägermaterial auf insgesamt 10 g/m² ausbringbare Mischung strecken. Ich mische Saatgut und Trägermaterial vor dem Säen gründlich in einem Eimer.

Häufiger Fehler

Reine Saatmenge und Ausbringungsmenge verwechseln. Eine Beispielausschreibung für eine Blumenwiese unterscheidet 4 g/m² reine Samen von einer bei Bedarf auf 10 g/m² aufgefüllten Ausbringungsmenge. Bei der Mischung Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte beziehen sich 20 g/m² auf das mit Weizenkleie gestreckte Saatgut. Prüf auf der Packung, welche der beiden Mengen gemeint ist.

So bringst du die Samen aus

Teile die Saatmenge in zwei Hälften. Die erste Hälfte streust du längs über die Fläche, die zweite quer dazu. Danach arbeitest du nichts ein, sondern drückst die Samen mit Walze, Brett oder Schaufelrücken an. Feines Kräutersaatgut bleibt so auf der Bodenoberfläche liegen.

Margerite, Klatsch-Mohn und Gänseblümchen zum Beispiel sind Lichtkeimer. Die Margerite säst du oberflächennah, höchstens etwa 0,5 cm tief. Größere Flächen stecke ich vorher mit Schnur in Bahnen ab und streue Bahn für Bahn.

Einjährige Sommerblumen kannst du auch auf eine flächige Mulchauflage säen. Als Saatbett dient dann eine 3 cm starke Schicht unkrautfreier Anzucht- oder Kulturerde über abbaubarem Mulchmaterial.

Bestehenden Rasen mit Kräutern anreichern

Nicht jede Blühfläche braucht eine Neuanlage. Eine vorhandene Rasenfläche kannst du stellenweise öffnen und standortgerechte Wildblumen in die Lücken säen. Die Berliner Anleitung sieht zum Anreichern einer bestehenden Wiese vor, etwa 50 % der Vegetationsdecke zu öffnen. Das geht durch Vertikutieren oder durch streifenweises Abschälen.

Auf die stark vertikutierte Fläche kommen 1 bis 2 g/m² reines Kräutersaatgut, oberflächlich ausgebracht und angewalzt. Die Methode setzt einen Bestand ohne Obergräser voraus, für Sportrasen ist sie ausgeschlossen. Danach hältst du das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben.

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Die ersten Wochen nach der Aussaat

Feucht halten, bis der Bestand geschlossen ist

Die Samen brauchen mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um zu quellen und zu keimen. Für die frisch gesäte Blumenwiese wird empfohlen, die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht zu halten. Ich gieße die frische Saat mit einer feinen Brause. Sollen einjährige Sommerblumen früh blühen, gießt du sie in der Auflaufphase bei trockenem Wetter jeden Tag.

Geduld brauchst du trotzdem. Bei der LUX-Blumenwiese erscheinen die ersten Keimlinge unter feuchter Witterung nach etwa 2 bis 3 Wochen. Wenn sich die ersten Keimlinge zeigen, ist die empfohlene Feuchtephase also noch nicht vorbei. Bei neu angelegten Blühmischungen gehört die Wasserversorgung bis zum Bestandsschluss zur Etablierungspflege.

Ist die Wiese etabliert, braucht sie im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser. Wie du in Trockenphasen vorgehst, steht im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Gießen und zur Witterung.

Schröpfschnitt gegen schnelles Beikraut

Läuft aus dem Samenvorrat des Bodens rasch Beikraut auf, setzt du einen Schröpfschnitt. Dieser Pflegeschnitt nimmt den konkurrierenden Aufwuchs zurück.

Den ersten Schröpfschnitt machst du etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Stehen bleiben dabei 5 bis 6 cm. Wächst das Beikraut nach, kannst du im Ansaatjahr noch ein- bis zweimal nachschneiden, bevor es Samen bildet. Die erwünschten Jungpflanzen schonst du dabei.

Die Höhe des Aufwuchses ist ein zweiter Anhaltspunkt. Überwächst unerwünschter Aufwuchs die junge Wiese, empfiehlt sich der Schröpfschnitt bei 20 bis 30 cm Aufwuchshöhe. Mindestens 5 cm bleiben dann stehen.

In einjährigen Sommerblumenansaaten kann bei Samenunkraut ein einmaliger, hoher Schnitt helfen. Du schneidest dabei auf etwa 10 bis 15 cm Höhe.

Pflege übers Jahr

Jäten

In mehrjährigen Garten-Blühmischungen sind zwischen Mai und September 2 bis 3 Jätgänge gegen Problemunkräuter vorgesehen. Ich ziehe dabei konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mit der Wurzel. Alles, was ich nicht sicher erkenne, lasse ich stehen.

Mähen

Wie oft du mähst, hängt an Standort und Wüchsigkeit:

Fläche Mahd
Garten-Blumenwiese 1–3 Mähgänge im Jahr, je nach Wüchsigkeit und Standort
Nährstoffarme, durchlässige, trockene Blumenwiese eine einzige Mahd im Herbst kann reichen, etwa Mitte bis Ende September
Mehrjährige Garten-Blühmischung ab dem zweiten Standjahr Sommerrückschnitt, je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli; Schnitthöhe beim Mähen etwa 10 cm
Einjährige Sommerblumenansaat im Spätherbst abmähen, im folgenden Frühjahr neu anlegen
Etablierter Schattsaum möglichst abschnittsweise im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr

Ich mähe nie die ganze Fläche auf einmal und lasse bei jedem Gang eine Teilfläche stehen. Auf größeren Blumenwiesen erhält eine zeitlich versetzte Mahd Rückzugsräume für Insekten. Das Mähgut lässt du trocknen und trägst es dann ab, denn das entzieht der Wiese Nährstoffe.

Auf wüchsigen Wiesenstandorten kann regelmäßiges Abräumen des Mähguts bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken. Verlass dich aber nicht allein darauf; weitere Wege zum Abmagern beschreibt der Wildblumen-Ratgeber unter Standort und Boden.

Düngen

Auf einer mageren, artenreichen Blumenwiese verzichtest du auf Dünger. Er würde konkurrenzstarke Gräser zusätzlich fördern. Auf etablierten trockenen und nährstoffarmen Standorten unterstützt der Verzicht auf Düngung und zusätzliches Gießen konkurrenzfähige Wildblumen. Der BUND weist für die Wiesenpflege zudem darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann.

Dünger brächte genau die Nährstoffe zurück, die du mit dem abgetragenen Mähgut aus der Fläche holst. Auch einzelne Arten wie Kornblume und Gewöhnliche Nachtkerze brauchen im Garten keine zusätzliche Düngung.

Über den Winter und ins Frühjahr

Bei geeigneten Blühmischungen bleiben die Stängel über den Winter stehen und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Ich räume meine mehrjährige Fläche im Herbst deshalb nicht ab, sondern schneide erst im Frühjahr. Bei der Saatmischung Fledermaus & Nachtfalter sollen die Pflanzen nach der Blüte ausdrücklich Fruchtstände ausbilden dürfen.

Einjährige Sommerblumenflächen mähst du dagegen im Spätherbst ab und legst sie im folgenden Frühjahr neu an. Willst du von Sommerblumen wie dem Schmuckkörbchen eigene Samen nehmen, sammelst du sie erst, wenn sie braun und vollständig ausgereift sind. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald sich die Samen leicht aus ihren Hüllen lösen. Danach trocknest du sie vollständig nach und lagerst sie in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel.

Eine mehrjährige Wiese sieht nicht das ganze Jahr gleich aus. Auf kurzen Frühjahrsbewuchs folgen der Blühaspekt im Sommer, die gemähte Fläche und ein neuer Herbstaufwuchs. Auch von Jahr zu Jahr verändert sich ihr Bild.

Insekten beobachten und zusätzlich fördern

Zur Blühfläche gehören Strukturen. Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie Trockenmauern ergänzen das Blütenangebot um Brutplätze für verschiedene Insekten. Ich lege solche Haufen am Rand der Fläche an, wo ich beim Mähen nicht hinkomme.

Zahl im Blick

Für hohlraumnistende Wildbienen bohrst du ins Längsholz von Hartholz, splitterfrei, mit 2–9 mm Durchmesser und 8–10 cm Tiefe.

Bei einer Wasserstelle achtest du auf raue, flach benetzte Ränder, an denen Insekten Halt finden. Tiefere Bereiche bekommen eine Ausstiegshilfe.

Auf meiner Blühfläche spritze ich nichts, denn Pflanzenschutzmittel können auch Nützlinge treffen. Blattläuse an jungen Triebspitzen streife ich als erste Maßnahme vorsichtig mit Handschuhen ab.

Wenn du beobachten willst, was auf deiner Fläche fliegt, hilft ein festes Vorgehen. Beim Tagfalter-Monitoring werden feste Zählstrecken von April bis September mindestens zehnmal begangen, besser wöchentlich. Ich gehe meine Fläche ähnlich auf einer festen Runde ab und notiere, welche Falter ich sehe.

Wie du eine Blumenwiese auch für Vögel zum Nahrungs- und Brutraum machst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Mini-Checkliste

Totholz oder Laubhaufen am Rand · Steinhaufen oder Trockenmauer · Nisthilfe mit splitterfreien Bohrungen · Wasserstelle mit flachem Rand und Ausstiegshilfe · ungemähte Teilfläche bei jedem Mähgang · Stängel über Winter stehen lassen.

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Rechtliches und Planung rund um die Blühfläche

Wo du säen darfst

Rechtlich kommt es auf die Lage der Fläche an. Gärten, die einem Gebäude zugeordnet sind, gehören grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall. Freie Natur kann unter Umständen auch innerhalb einer Ortschaft liegen. Willst du außerhalb deines Hausgartens säen, klärst du deshalb vorher, wie die Fläche eingeordnet ist.

Fremder Grund gehört nicht ungefragt in deine Planung. Ein Eigentümer darf andere grundsätzlich von Einwirkungen auf sein Grundstück ausschließen, soweit Gesetze oder Rechte Dritter nichts anderes bestimmen. Vor einer Aussaat auf fremdem Grund, auch mit Samenbomben, fragst du deshalb den Eigentümer. Einen geregelten Weg zeigt die Stadt Köln, die abgestimmte Patenschaften für Baumbeete und öffentliche Grünflächen anbietet.

Wie die Wiese ins Umfeld passt

Eine Wiese muss nicht den ganzen Garten füllen. Wege, Spiel- und Sitzbereiche hältst du innerhalb der Wiese durch regelmäßiges Kurzmähen frei. Blumeninseln lassen sich in bestehenden Rasen integrieren und mit regelmäßig gemähten Rändern einfassen. Entlang von Wegen und Beeten empfiehlt sich neben hochwachsenden Wiesen ein Rasenstreifen von mindestens 50 cm Breite, der umfallende Halme auffängt.

Wo keine hohe Wiese passt, kann ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen blühen und bleibt dabei betretbar. Im Straßenraum zählt die Höhe aus einem anderen Grund. Die Veitshöchheimer Sommerblumenmischungen Sommertöne, Gelbtöne und Pastelltöne bleiben unter 1 m Wuchshöhe. So beeinträchtigen sie Sichtachsen im innerstädtischen Straßenraum weniger.

Für Balkon, Kübel und kleine Gärten findest du in einem eigenen Ratgeber, wie du auf kleiner Fläche eine Blumenwiese anlegst.

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Häufige Fragen

Was macht eine Blumenmischung insektenfreundlich?
Entscheidend sind ungefüllte Blüten und ein Blütenangebot, das zeitlich gestaffelt vom Frühjahr bis in den Spätherbst reicht. In artenreichen Wiesen bieten neben den Kräutern auch die Gräser Tieren Nahrung und Deckung. Vielfalt zählt, weil manche Insekten spezialisiert sind: Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen.
Woran erkenne ich eine Mischung für eine dauerhafte heimische Blumenwiese?
Die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten. Achte auf eine einsehbare Artenliste und auf ausdrückliche Angaben, dass die Pflanzen heimisch und für mehrjährige Nutzung gedacht sind. Auf Dauer angelegte mehrjährige Garten-Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen, einjährige Sommerblumenflächen werden dagegen jedes Jahr neu eingesät.
Was bedeuten Ursprungsgebiete beim Kauf von Wildblumensaatgut?
Für regionales, gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Erkundige dich beim Kauf, aus welchem Ursprungsgebiet eine Mischung stammt, und vergleiche es mit deiner Region. Als Herkunftsnachweis für gebietseigenes Wildpflanzensaatgut dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.
Wann ist die beste Zeit, eine Blumenwiese zu säen?
Für Wildblumenwiesen eignen sich bevorzugt Anfang März bis Ende April oder Mitte August bis Ende September, möglichst vor einer feuchten Wetterphase. Einjährige Sommerblumenmischungen säst du ab Mitte April. Den genauen Zeitraum gibt die jeweilige Mischung vor, bei manchen reicht das Aussaatfenster bis in den Oktober.
Wie viel Saatgut brauche ich pro Quadratmeter für eine Blumenwiese?
Für feines Kräutersaatgut zur Anlage einer Blumenwiese werden meist 1 bis 3 g/m² verwendet, maßgeblich bleibt aber die Empfehlung der jeweiligen Mischung. Manche Mischungen liegen höher, die Blumenwiese Schwäbische Alb etwa bei 4 g/m² aus Gräsern und Blumen. Mit trockenem Trägermaterial lässt sich feines Wildwiesensaatgut auf insgesamt 10 g/m² ausbringbare Mischung strecken. Gesät wird je zur Hälfte längs und quer, danach drückst du die Samen an, ohne sie einzuarbeiten.
Muss ich eine Blumenwiese düngen?
Für eine magere, artenreiche Blumenwiese nicht: Dort wird auf Dünger verzichtet, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Auf etablierten trockenen und nährstoffarmen Standorten unterstützt der Verzicht auf Düngung und zusätzliche Bewässerung konkurrenzfähige Wildblumenbestände. Das Abtragen des getrockneten Mähguts entzieht der Fläche außerdem Nährstoffe.
Wie oft mäht man eine Blumenwiese im Garten?
Je nach Wüchsigkeit und Standort rechnet man bei Garten-Blumenwiesen mit 1 bis 3 Mähgängen im Jahr. Auf nährstoffarmen, durchlässigen und trockenen Flächen kann eine einzige Mahd im Herbst reichen, etwa Mitte bis Ende September. Das getrocknete Mähgut trägst du ab, und auf größeren Wiesen erhält eine zeitlich versetzte Mahd von Teilflächen Rückzugsräume für Insekten.
Welche Blumenmischung passt in den Schatten?
Stark beschattete Flächen eignen sich nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese, dort passen schattenverträgliche Stauden oder Saummischungen. Eine Schattsaum-Mischung ist zum Beispiel für wenig betretene, voll- bis teilschattige Gehölzränder mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden gedacht. Gesät wird sie vorzugsweise im Spätsommer, und manche ihrer Arten werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif.
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