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Blumenwiese regional anpassen: von Norddeutschland bis zum Alpenvorland

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wiesensaatgut kaufst du nach Herkunft: Deutschland ist für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten in 22 Ursprungsgebiete aufgeteilt.
  • Regionale Herkünfte derselben Art können sich im Blühzeitpunkt und in der Widerstandskraft gegen Frost oder Hitze unterscheiden.
  • Die Mischung Blühende Landschaft gibt es als Frühjahrsvariante für ausreichenden Frühjahrsregen und wenige Spätfröste und als Spätsommervariante für heißes Klima mit Herbstregen.
  • Nach der Aussaat hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht, eine etablierte Wiese kommt im Sommer normalerweise ohne Gießen aus.
  • Die Zahl der Schnitte richtet sich nach der Wüchsigkeit, den Mähtermin bestimmen Pflanzenentwicklung und Witterung.
Dicht blühende Blumenwiese mit Klatschmohn, Kornblumen, Cosmeen und Ringelblumen zwischen grünen Gräsern. Die bunten Blüten füllen das gesamte Bild bis in die Tiefe.
Foto: Anna Lupa · Pexels License · Quelle ↗

Du willst eine Blumenwiese an der Küste, im Osten oder im Alpenvorland anlegen und fragst dich, ob die Mischung aus dem Katalog zu deinem Wetter passt. Diese Frage stelle ich mir bei jeder neuen Fläche. Ich kaufe Wiesensaatgut nach seiner Herkunft. Saat und Mahd lege ich nach dem Wetter vor Ort fest, nicht nach einem fremden Kalender.

Der Grund: Dieselbe Wildpflanzenart verhält sich nicht in jeder Region gleich. Pflanzen verschiedener Herkunft können zu anderen Zeiten blühen und Frost oder Hitze unterschiedlich gut vertragen. Im Folgenden zeige ich dir, was sich zwischen Küste und Alpenvorland ändert: beim Saatgut, beim Boden, beim Gießen und beim Mähen. Die Grundlagen, die überall gleich bleiben, fasse ich am Ende kurz zusammen.

Deutschlands Klimaregionen: was sich zwischen Küste und Alpenvorland ändert

Mitteleuropa liegt klimatisch zwischen zwei Einflüssen. Der maritime bringt mildere Winter, der kontinentale heiße Sommer und kalte Winter. Wo dein Garten zwischen diesen Polen steht, liest du am besten an deinem eigenen Wetter ab.

Für die Wiese übersetze ich das in drei Fragen:

  • Regnet es bei dir im Frühjahr ausreichend, und bleiben Spätfröste selten?
  • Werden deine Sommer heiß und trocken?
  • Liegt dein Garten in mittlerer bis höherer Lage oder in einer milden Weinbaulage?

Aus den Antworten ergeben sich später Mischungsvariante, Saatzeit und Mähtermin.

Das Wetter wirkt direkt auf die Pflanzen. Witterung und Klima beeinflussen ihre Entwicklung und damit die Blühtermine. Die Entwicklungsphasen von Wildpflanzen reagieren auf längerfristige Witterungsverläufe, sodass sich auch das zeitliche Zusammenspiel mit Bestäubern verändern kann. Hitze und Trockenheit können Blüten außerdem schneller verblühen lassen und das Angebot an Pollen und Nektar vermindern.

Ich führe deshalb ein einfaches Wiesentagebuch. Darin notiere ich, was auch phänologische Beobachtungen erfassen: Austrieb, Blüte und Fruchtreife. Mit diesen Notizen plane ich im Folgejahr Saat und Mahd.

Gärtnerst du außerhalb Deutschlands, etwa im Mittelmeerklima mit heißen, trockenen Sommern und winterlicher Regenzeit, gelten andere Voraussetzungen. Dann lies nach, wie du eine Blumenwiese an mediterranes oder kontinentales Klima anpasst.

Saatgut: erst die Herkunft, dann die Arten

Beim Saatgut beginnt die regionale Anpassung. Deutschland ist für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten in 22 Ursprungsgebiete aufgeteilt. Beim Kauf frage ich zuerst, aus welchem Ursprungsgebiet eine Mischung stammt, und gleiche es mit meiner Region ab. Erst danach lese ich die Artenliste.

Kurz erklärt

Gebietseigenes Saatgut stammt aus einheimischen Populationen, die sich über viele Generationen im jeweiligen Naturraum vermehrt haben. Als Herkunftsnachweis für solches Wildpflanzensaatgut dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.

Regionale Herkünfte derselben Art können sich im Blühzeitpunkt und in ihrer Widerstandskraft gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Zusammen mit der langen Vermehrung im eigenen Naturraum heißt das: Derselbe Artname auf zwei Tüten verrät dir noch nicht, welche Pflanze zu deinem Winter passt.

Mythos-Check

Wildblumenmischung heißt nicht automatisch heimische Wiese. Die Bezeichnung garantiert keine heimischen Wiesenarten. Prüf deshalb Artenliste, Lebensdauer und Standortangaben. Für eine dauerhafte heimische Wiese sollten heimisch und mehrjährig ausdrücklich angegeben sein.

Gräser gehören in eine Wiesenmischung. Die konkurrenzstarken Arten Weidelgras und Wiesenrispe sollten darin aber fehlen. Eine Blumenwiesenmischung für das Ursprungsgebiet 9 enthält zum Beispiel Ruchgras, Zittergras, Weide-Kammgras und Horst-Rotschwingel.

Rechtlich kommt es auf die Lage der Fläche an. Gärten, die Gebäuden zugeordnet sind, zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur nach § 40 BNatSchG; maßgeblich bleibt die tatsächliche Zuordnung im Einzelfall. Weil auch extensiv genutzte Flächen innerhalb von Siedlungen zur freien Natur gehören können, prüfst du bei Flächen außerhalb des Hausgartens die Anforderungen an gebietseigene Herkünfte; mehr dazu steht im Wildblumen-Ratgeber unter Mischungen und Saatgut.

Frühjahrs- oder Spätsommervariante: nach deinem Wetter wählen

Die Mischung Blühende Landschaft zum Beispiel gibt es in zwei Varianten für unterschiedliches Wetter:

Was dein Standort bietet Passende Variante
ausreichend Frühjahrsregen und wenige Spätfröste Frühjahrsvariante
heißes Klima, dafür Herbstregen und gemäßigtere Temperaturen Spätsommervariante

Die Spätsommervariante dieser Mischung wird in mittleren bis höheren Lagen von Mitte August bis Mitte September gesät. In milden Weinbaulagen reicht das Fenster bis Ende September. Für andere Mischungen gelten die Termine auf ihrer Packung.

Läuft nach der Saat nicht alles gleichzeitig auf, kann das an der Mischung selbst liegen. In Wildblumenmischungen keimen die Arten unterschiedlich schnell, und manche erscheinen erst nach einem Kältereiz.

Zeigerwerte: wo Wiesenarten zwischen ozeanisch und kontinental stehen

Wer Arten nach dem Klima einordnen will, kann ihre Zeigerwerte nach Ellenberg lesen. Für vier Wiesenarten sehen sie so aus:

Art Kontinentalität (1 ozeanisch bis 9 kontinental) Temperatur (1 kühl/alpin bis 9 warm/mediterran) Feuchte (1 Trockenheitszeiger bis 9 Nässezeiger) Stickstoff (1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich)
Margerite 3 keine Angabe 4 3
Wegwarte 5 6 4 5
Wilde Karde 3 6 6 7
Klatsch-Mohn 3 6 5 6

Die Werte ordnen eine Art auf der jeweiligen Skala ein, eine Anbaugrenze für deinen Garten ziehen sie nicht. Willst du umgekehrt aus wild wachsenden Pflanzen auf deinen Standort schließen, sind größere Bestände und mehrere Arten aussagekräftiger als eine einzelne Pflanze.

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Boden: prüfen statt ans Klima anpassen

Vom Klima schließe ich nicht auf den Boden, ich prüfe ihn. Die Fingerprobe an feuchtem, nicht nassem Feinboden gibt mir eine grobe Einschätzung der Bodenart. Wie du Licht, Feuchte und Nährstoffe deiner Fläche einschätzt und einen zu nährstoffreichen Boden abmagerst, steht im Ratgeber zu Standort und Boden für Wildblumen.

Regional bedeutsam wird der Boden dort, wo die Sommer heiß und trocken ausfallen. Dann zählt, wie viel Wasser er den Pflanzen bereithält; diese Menge heißt nutzbare Feldkapazität. Sandige Böden halten wenig pflanzenverfügbares Wasser, und auch die Bodentiefe bestimmt das Speichervolumen. Böden mit hohem Tonanteil lassen Regenwasser dagegen nur eingeschränkt versickern, weil sich Wasser stauen kann.

Ich passe deshalb nicht den Boden ans Klima an, sondern wähle die Mischung passend zum Boden. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene Wiesengesellschaften, und für nährstoffreichen Gartenboden gibt es angepasste Blumenwiesenmischungen. Auf lehmigem Wiesenboden kommen zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage.

Auf Sand liegt der Gedanke nahe, mit Kompost mehr Wasser zu halten. Kompost ist aber ebenfalls Dünger und kann bei zu hohen Gaben Nährstoffe anreichern. Eine artenreiche magere Wiese bleibt dagegen ungedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Vor der Aussaat einer dauerhaften Wiese kommt deshalb kein Kompost in den Boden, auch nicht als Mittel gegen Trockenheit. Bei der Wiesenpflege kann Düngung zudem Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.

Bewässerung: Frühjahrsregen, Sommerhitze und Startfeuchte

Wie viel du gießen musst, entscheidet sich vor allem in der Startphase. Nach der Aussaat hältst du eine Blumenwiese etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Die Anleitungen einzelner Mischungen nennen teils kürzere, teils längere Feuchtephasen; maßgeblich ist die Angabe auf deiner Packung.

Ich säe möglichst vor angekündigtem Regen und richte den Termin nach der Vorhersage. Herrscht längere Trockenheit, verschiebe ich die Saat, bis Niederschläge absehbar sind. Bleibt der Regen in der Auflaufphase trotzdem aus, gieße ich.

Zahl im Blick

Gefährdete Neuansaaten kann eine lockere Abdeckung vor Sonne, Erosion und Kahlfrost schützen. Gemeint sind 500 g Heu oder 2 kg langhalmiger frischer Grasschnitt je m².

Später sieht es anders aus. Eine etablierte Blumenwiese und andere kräuterreiche, extensiv gepflegte Gartenflächen kommen im Sommer normalerweise ohne zusätzliches Wasser aus. Eine standortgerecht zusammengesetzte Wiese verlangt höchstens bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung.

Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen, und trotzdem kommt eine etablierte Wiese normalerweise ohne Gießwasser aus. Eine im heißen Sommer früh verblühte Wiese ist deshalb allein noch kein Grund zum Gießen.

Marias Erfahrung

Vor jeder Notbewässerung mache ich die Spatenprobe und prüfe, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist. Gieße ich doch, nehme ich gesammeltes Regenwasser. Für die Menge rechne ich so: 1 mm Niederschlag entspricht 1 l Wasser je m². Beginnt die Oberfläche zu verschlämmen, unterbreche ich an dieser Stelle.

Mähregime: Wüchsigkeit und Witterung geben den Takt vor

Wie oft du mähst, richtet sich nach der Wüchsigkeit deiner Fläche. Garten-Blumenwiesen werden je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr gemäht. Ein regionaler Pflegeplan für etablierte Wiesen verteilt die Schnitte so:

Etablierte Wiese Schnitte im Jahr Termine im regionalen Pflegeplan
sehr mager und trocken 1 August
mäßig nährstoffreich, mäßige Wüchsigkeit 2 Mitte Juni und Mitte September
sehr nährstoffreich, sehr starkes Wachstum 3 Mitte Mai, Mitte Juli, Ende September bis Anfang Oktober

Für nährstoffarme, durchlässige und trockene Wiesen gibt es eine zweite Empfehlung. Dort kann eine einzige Mahd im Herbst ausreichen, beispielsweise Mitte bis Ende September.

Den genauen Termin liest du an den Pflanzen ab. Auf stärker wachsenden Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten den ersten Schnitt anzeigen. Der passende Mähtermin hängt von Pflanzenentwicklung und Witterung ab, und Witterung und Klima beeinflussen die Blühtermine. Ein Mähdatum aus einer anderen Gegend übernehme ich deshalb nicht, ich richte mich nach dem, was auf meiner Fläche blüht und verblüht.

Ich mähe in Abschnitten und lasse jedes Mal einen Streifen stehen. Die nächste Teilfläche kommt erst dran, wenn die zuvor gemähte ausreichend nachgewachsen ist. Je nach Witterung und Tierwelt kann das etwa vier bis sechs Wochen dauern.

Seltener zu mähen, weil der Sommer trocken war, wirkt verlockend. Auf Dauer kann zu seltenes Mähen jedoch die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern. Schnitthöhe, Mähtechnik und den Umgang mit dem Mähgut findest du im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt über Mähen und Pflege im Jahreslauf.

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Extreme Standorte: trocken, nass, schattig, steil

Trocken und sonnig

Für sonnige, eher trockene Flächen gibt es eigene regionale Mischungen. Die Mischung Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte ist zum Beispiel für Siedlungsflächen wie Steingärten gedacht. Heimische Arten trockener, sonniger Standorte sind etwa Wiesen-Witwenblume, Taubenkropf-Leimkraut und Wilde Möhre. Auf etablierten trockenen, nährstoffarmen Flächen hilft der Verzicht auf zusätzliches Wasser und Dünger den Wildblumen, konkurrenzfähig zu bleiben.

Feucht bis nass

Nasse Stellen brauchen andere Arten als trockene. Der heimische Blutweiderich wächst an feuchten bis nassen und zeitweise überfluteten Standorten. Die Wiesen-Flockenblume dagegen verträgt keine Staunässe. Ob eine Stelle dauerhaft oder nur zeitweise nass ist, beobachte ich vor der Artenwahl über das Jahr.

Schatten und Gehölzrand

Liegt eine Fläche im starken Schatten, wird daraus keine übliche mehrjährige Blumenwiese. Dort passen schattenverträgliche Stauden oder Saummischungen für Gehölzränder. Eine Schattsaum-Mischung ist zum Beispiel für wenig betretene, voll- bis teilschattige Gehölzränder mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden gedacht. Gesät wird sie vorzugsweise im Spätsommer. Der Saum wird 60 bis 120 cm hoch. Manche seiner Arten werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif.

Einen etablierten Schattsaum mähst du möglichst abschnittsweise im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr. Eine Schattsaum-Mischung für das Ursprungsgebiet 11 enthält unter anderem Hain-Rispengras, Waldzwenke und Wald-Segge, dazu Frühlings-Platterbse, Nesselblättrige Glockenblume und Rote Lichtnelke. Für stark durchwurzelte Baumscheiben und unter flach wurzelnden Bäumen eignen sich die Veitshöchheimer Schattenmischungen nicht.

Steile Hänge

An erosionsgefährdeten Steilhängen öffnest du die vorhandene Grasnarbe für eine Wildblumenansaat nur streifenweise oder punktuell. Eine Bodenbedeckung ab etwa 30 % wirkt Wassererosion entgegen. Eine feste Schutzleistung für eine bestimmte Blumenmischung folgt daraus allerdings nicht. Gefährdete Neuansaaten kannst du zusätzlich locker mit Heu abdecken.

Praxisbeispiele aus den Regionen

Drei Beispiele zeigen, wie regionale Anpassung praktisch aussieht.

Blumenwiese in Norddeutschland: Beispiel Schleswig-Holstein

Wer in Norddeutschland eine Blumenwiese plant, beginnt beim Ursprungsgebiet. An der maritimen Küste fallen die Winter milder aus als unter kontinentalem Einfluss. Frühjahrsregen und Spätfröste prüfst du trotzdem für deinen eigenen Garten, denn danach richtet sich die Variante.

Mini-Checkliste

So gehe ich eine Blumenwiese in Schleswig-Holstein an.

  • Ursprungsgebiet klären: Schleswig-Holstein umfasst die Ursprungsgebiete 1 und 3, im äußersten Südosten auch einen kleinen Anteil von Gebiet 4.
  • Herkunftsnachweis ansehen, etwa VWW Regiosaaten oder Regiozert.
  • Artenliste lesen: heimisch und mehrjährig sollten ausdrücklich angegeben sein.
  • Frühjahrsregen und Spätfröste einschätzen und danach die Variante wählen.
  • Fingerprobe machen und die Mischung passend zum Boden auswählen.
  • Vor angekündigtem Regen säen und die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht halten.

Regionale Mischungen als Vorbild

Wie regionale Mischungen aufgebaut sind, zeigen zwei Beispiele. Die Zahlen gelten nur für die jeweilige Mischung.

Mischung Saatmenge Aussaat Einsatz
Blumenwiese Schwäbische Alb 4 g/m², davon 50 % Gräser und 50 % Blumen Ende März bis Ende Mai oder Ende August bis Ende September mehrjährige Blumenwiese
Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte 20 g/m², bezogen auf das mit Weizenkleie gestreckte Saatgut Ende März bis Ende Mai oder Ende August bis Mitte Oktober sonnige, eher trockene Siedlungsflächen wie Steingärten

Auf der Schwäbischen Alb gibt es außerdem eine regionale Stauden- und Gräsermischung für trockene Standorte. Lässt du ihre Samenstände stehen, können sie Insekten als Winterunterschlupf dienen.

Berlin: Saatbett setzen lassen, Bestand öffnen

Nach dem Umgraben lässt man das Saatbett einer Wildwiese etwa 2 bis 4 Wochen setzen. Danach wird es nur noch flach bearbeitet, nach der Berliner Anleitung bis etwa 3 cm tief. Zum Anreichern einer bestehenden Wiese sieht die Berliner Anleitung vor, etwa 50 % der Vegetationsdecke zu öffnen, durch Vertikutieren oder streifenweises Abschälen.

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Was in jeder Region gleich bleibt

Einige Grundlagen hängen nicht an der Region, deshalb fasse ich sie hier nur kurz zusammen.

Langlebige, artenreiche Wiesen sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen. Heimische Wiesenpflanzen ernähren dabei auch spezialisierte Insekten. Was Blumenwiesen darüber hinaus für Naturschutz und Stadtökologie leisten, erklärt der Ratgeber, warum Blumenwiesen für die Biodiversität so wertvoll sind.

Vor der Saat entfernst du Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln. Feines Wiesensaatgut kommt auf die Bodenoberfläche und wird angewalzt, nicht eingearbeitet. Den ganzen Ablauf vom Saatbett bis zur Nachsaat in lückigen Beständen beschreibt die Anleitung, wie du eine Blumenwiese Schritt für Schritt anlegst.

Läuft im ersten Jahr rasch Beikraut aus dem Bodenvorrat auf, kappt ein Schröpfschnitt den konkurrierenden Aufwuchs. Einzelne Problemkräuter wie Stumpfblättriger Ampfer ziehst du in jungen Ansaaten möglichst früh von Hand. Zeitpunkt und Schnitthöhe stehen im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt über die ersten Wochen.

Kleine Bestände der Riesen-Goldrute entfernst du über mehrere Jahre wiederholt von Hand. Verletze den Boden dabei möglichst wenig, denn offene Stellen fördern Keimlinge.

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Häufige Fragen

Welche regionalen Unterschiede gibt es bei der Aussaat in deutschen Klimazonen?
Die Unterschiede hängen am Wetter vor Ort, vor allem an Frühjahrsregen, Spätfrösten und Sommerhitze. Die Mischung Blühende Landschaft etwa gibt es als Frühjahrsvariante für ausreichenden Frühjahrsregen und wenige Spätfröste und als Spätsommervariante für heißes Klima mit Herbstregen. Ihre Spätsommervariante wird in mittleren bis höheren Lagen von Mitte August bis Mitte September gesät, in milden Weinbaulagen bis Ende September. Überall gilt: möglichst vor angekündigtem Regen säen und bei längerer Trockenheit warten, bis Niederschläge absehbar sind.
Warum unterscheiden sich regionale Anpassungsstrategien für Blühwiesen?
Weil sich Pflanzenherkünfte und Wetter von Region zu Region unterscheiden. Regionale Herkünfte derselben Wildpflanzenart können zu anderen Zeiten blühen und Frost oder Hitze unterschiedlich gut vertragen. Witterung und Klima beeinflussen zudem die Blühtermine und damit den passenden Mähtermin. Für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete aufgeteilt, frag beim Kauf also nach dem Gebiet, aus dem eine Mischung stammt.
Wie beeinflusst das Saatgut die Entwicklung von Wildblumenwiesen?
Das Saatgut bestimmt, welche Arten auflaufen und aus welcher Region sie stammen. Die Bezeichnung Wildblumen garantiert keine heimischen Arten, deshalb prüfst du Artenliste, Lebensdauer und Standortangaben. Für eine dauerhafte heimische Wiese sollten die Angaben heimisch und mehrjährig ausdrücklich auf der Packung stehen. Rechne außerdem damit, dass die Arten unterschiedlich schnell keimen und manche erst nach einem Kältereiz erscheinen.
Wie legt man eine Blumenwiese auf sandigen Böden richtig an?
Sandige Böden halten wenig pflanzenverfügbares Wasser, trotzdem arbeitest du vor der Aussaat keinen Kompost ein. Kompost ist ebenfalls Dünger, und eine magere Wiese bleibt ungedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Liegt die Fläche sonnig, passen heimische Arten trockener Standorte wie Wiesen-Witwenblume, Taubenkropf-Leimkraut und Wilde Möhre. Gesät wird möglichst vor angekündigtem Regen, danach hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht.
Welche Bedeutung hat die Wasserspeicherfähigkeit für verschiedene Bodentypen?
Wie viel Wasser ein Boden für Pflanzen verfügbar speichern kann, beschreibt die nutzbare Feldkapazität. Sandige Böden halten wenig davon, und auch die Bodentiefe bestimmt das Speichervolumen. Böden mit hohem Tonanteil lassen Regenwasser dagegen nur eingeschränkt versickern, weil sich Wasser stauen kann. Vor größeren Wassergaben prüfst du mit einer Spatenprobe, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist.
Ist es ein Mythos, dass Blumenwiesen keine Pflege benötigen?
Ja, ganz ohne Pflege geht es nicht. Garten-Blumenwiesen werden je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr gemäht, und das Mähgut wird nach kurzem Antrocknen abgeräumt. Der Aufwand bleibt überschaubar: Für mehrjährige Garten-Blühmischungen werden etwa 1 bis 2 Minuten je Quadratmeter und Jahr angegeben. Gießen musst du eine etablierte Wiese im Sommer normalerweise nicht.
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