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Wildblumen für trockene Standorte: Arten, Standort und Grenzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Echter Dost, Kartäusernelke, Färber-Hundskamille und Gewöhnlicher Natternkopf eignen sich für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte.
  • Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Acker-Witwenblume und Wilde Möhre passen an trockene, sonnige Plätze.
  • Hitze- und Trockenheitstoleranz sind verschiedene Eigenschaften und treten nicht zwangsläufig gemeinsam auf.
  • Auch trockenheitsverträgliche Wildstauden können nach der Pflanzung bei trockener Witterung zusätzliches Wasser brauchen.
  • Ackerwildblumen wie Klatschmohn und Kornrade brauchen offenen, immer wieder gestörten Boden.

Sandiger Boden in voller Sonne hält wenig pflanzenverfügbares Wasser, und an solchen Stellen wird jeder trockene Sommer zur Gießfrage. Mit Wildblumen, die genau zu diesem Standort passen, sieht das anders aus: Eine standortgerecht zusammengesetzte Blumenwiese braucht nach dem Anwachsen kaum Bewässerung, höchstens bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung. Ich schaue mir deshalb zuerst den Platz genau an und wähle erst danach die Arten aus. Hier findest du, welche Arten infrage kommen, was sie vom Standort erwarten und wo ihre Grenzen liegen.

Welche Wildblumen kommen mit Trockenheit zurecht?

Für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte eignen sich Echter Dost, Kartäusernelke, Färber-Hundskamille und Gewöhnlicher Natternkopf. An trockenen, sonnigen Plätzen wachsen außerdem Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Acker-Witwenblume und Wilde Möhre. Dazu kommen Arten mit eigenen Ansprüchen an Boden und Konkurrenz, etwa Wiesen-Salbei, Schafgarbe, Leinkraut, Tauben-Skabiose und Wegwarte.

Art Standort
Echter Dost nährstoffarm, sonnig, trocken
Kartäusernelke nährstoffarm, sonnig, trocken
Färber-Hundskamille nährstoffarm, sonnig, trocken
Gewöhnlicher Natternkopf nährstoffarm, sonnig, trocken
Arznei-Thymian trocken, sonnig
Taubenkropf-Leimkraut trocken, sonnig
Acker-Witwenblume trocken, sonnig
Wilde Möhre trocken, sonnig
Wiesen-Salbei Magerrasen und Magerwiesen
Gewöhnliche Schafgarbe auch trocken, wenn Gräser wenig Konkurrenz machen
Tauben-Skabiose kalkreiche Trocken- und Halbtrockenrasen, mäßig trockene bis wechseltrockene Wiesen
Gewöhnliches Leinkraut sonnig, locker, steinig-sandig, trocken bis frisch, mäßig nährstoffreich
Wegwarte volle Sonne, durchlässig, auch nährstoffarm
Gewöhnliche Nachtkerze sonnig, gut durchlässig, keine stauende Nässe
Klatschmohn volle Sonne, offene und gestörte Bodenstellen
Kornrade volle Sonne, gut durchlässig und frisch, verträgt zeitweilige Trockenheit

Was heißt trockenheitsverträglich?

Trockenheitsverträglich heißt nicht, dass eine Pflanze jede Belastung des Sommers gleich gut verträgt.

Kurz erklärt

Hitzetoleranz und Trockenheitstoleranz sind zwei verschiedene Eigenschaften. Eine Art, die lange ohne Regen auskommt, verträgt nicht zwangsläufig auch große Hitze, und umgekehrt.

Mit Wassermangel gehen die Arten unterschiedlich um. Beim Wiesen-Salbei begrenzen ein Wachsüberzug und dichte Behaarung den Wasserverbrauch. Die Gewöhnliche Schafgarbe wurzelt dagegen tief.

Tiefe Wurzeln haben trotzdem Grenzen. Im Deep-Frontier-Versuch nahm die Wegwarte Wasser sogar aus 2,3 m Tiefe auf. Den Verlust der Wasseraufnahme aus dem trockenen Oberboden glich sie damit aber nicht aus. Hitze und Trockenheit können außerdem Blüten schneller verblühen lassen und das Pollen- und Nektarangebot vermindern.

Muss ich sie trotzdem gießen?

Auch trockenheitsverträgliche Wildstauden können in den ersten Wochen nach der Pflanzung bei trockener Witterung zusätzliches Wasser brauchen. Gepflanzte Staudenmischungen brauchen bei anhaltender Trockenheit in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden durchdringendes Wässern. Etablierte Blumenwiesen und kräuterreiche, extensiv gepflegte Flächen kommen im Sommer dagegen normalerweise ohne zusätzliche Bewässerung aus. Bevor ich gieße, prüfe ich mit einer Spatenprobe, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist. Ist Wasser nötig, gieße ich seltener und dafür durchdringend bis zu den Wurzeln.

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Welchen Standort brauchen Wildblumen für trockene Stellen?

Trockenrasen entstehen an vollsonnigen Standorten auf flachgründigen, trockenen und oft nährstoffarmen Böden. Viele Arten für trockene Gartenplätze stellen ähnliche Ansprüche: viel Licht, einen Boden, aus dem Wasser abläuft, und wenige Nährstoffe. Hinzu kommt die Frage, ob dein Boden eher sauer oder kalkreich ist.

Licht: volle Sonne ohne Gehölzkonkurrenz

Eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz. Stark beschattete Gartenflächen eignen sich für schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischungen, aber nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese. Wie hoch der Lichtanspruch sein kann, zeigt die Wegwarte. In der Zeigerwert-Skala nach Ellenberg hat sie die Lichtzahl 9, das ist der Wert für Volllicht.

Wasser: durchlässig und ohne Staunässe

Sandige Böden halten wenig pflanzenverfügbares Wasser. Wie viel ein Boden insgesamt speichern kann, hängt außerdem von seiner Tiefe ab. Ein flachgründiger Sandboden in voller Sonne kommt damit dem Standort nahe, auf dem Trockenrasen entstehen. Wichtig ist, dass Wasser abläuft. Die Gewöhnliche Nachtkerze etwa verträgt keine stauende Nässe, und auf Böden mit hohem Tonanteil kann sich Wasser stauen.

Nährstoffe: mager statt gedüngt

Dost, Kartäusernelke, Färber-Hundskamille und Natternkopf sind Arten für nährstoffarme Standorte. Ob dein Boden dazu passt, darauf geben dir die Pflanzen, die dort schon wachsen, erste Hinweise. Gut gedeihender Löwenzahn kann etwa auf einen stickstoffreichen Boden hinweisen. Mehrere unterschiedliche Zeigerpflanzen am gleichen Platz erlauben eine genauere Einschätzung als eine einzelne Art.

Marias Erfahrung

Bevor ich eine trockene Fläche bepflanze, gehe ich sie ab und notiere, welche Pflanzen dort in größeren Beständen wachsen. Einzelne Exemplare werte ich nicht als Zeiger, weil sie weniger über den Boden aussagen als ein ganzer Bestand.

Genauer wird es mit einer Bodenuntersuchung. Sie erfasst standardmäßig Phosphat, Kalium und den pH-Wert, eine Analyse auf Stickstoff beauftragst du zusätzlich. Ist der Boden zu nährstoffreich, kannst du ihn bei der Anlage abmagern oder eine Mischung wählen, die zu nährstoffreichem Boden passt.

Bodenreaktion: sauer oder kalkreich

Auch die Bodenreaktion spielt mit. Für trockene bis mäßig trockene Standorte gibt es sowohl mager-saure als auch mager-basische Regio-Mischungen. Die heimische Tauben-Skabiose wächst zum Beispiel in kalkreichen Trocken- und Halbtrockenrasen. Den pH-Wert deines Bodens liefert dir die Bodenuntersuchung gleich mit.

Mini-Checkliste

So prüfst du, ob dein Platz passt.

  • Die Fläche liegt in voller Sonne, ohne dichte Gehölze daneben.
  • Regenwasser läuft ab und bleibt nicht stehen.
  • Nährstoffzeiger wie üppiger Löwenzahn wachsen dort nicht in größeren Beständen.
  • Du weißt aus der Bodenuntersuchung, ob dein Boden eher sauer oder eher kalkreich ist.

Die Arten im Porträt

Jede der folgenden Arten kommt mit trockenen, sonnigen Plätzen zurecht, aber nicht jede stellt dieselben Ansprüche.

Echter Dost, Kartäusernelke und Färber-Hundskamille

Diese drei Arten eignen sich für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte. Der Echte Dost blüht von Juli bis September und wird von Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen genutzt. Kartäusernelke und Färber-Hundskamille brauchen denselben Rahmen. Ich setze sie an die Stellen, an denen der Boden zuerst abtrocknet und nichts Schatten wirft.

Wiesen-Salbei

Der Wiesen-Salbei wächst auf Magerrasen und Magerwiesen und blüht von Mai bis Juli. Er erreicht eine Höhe von 20 bis 60 cm. Seine blauen Blüten sind eine Nektarquelle für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge. In einer heimischen Wiesen- und Saumblumenmischung wird er zusammen mit Acker-Witwenblume und Wiesen-Margerite eingesetzt.

Gewöhnliche Schafgarbe und Arznei-Thymian

Bei geringer Gräserkonkurrenz kann sich die Gewöhnliche Schafgarbe auch unter trockenen Bedingungen ausbreiten. Ich gebe ihr deshalb einen Platz, an dem wenig Gras wächst. Arznei-Thymian eignet sich ebenfalls für trockene, sonnige Standorte.

Gewöhnlicher Natternkopf

Der Gewöhnliche Natternkopf eignet sich für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte. Er gehört zu den heimischen Wildpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden.

Achtung

Bestimmte Pyrrolizidinalkaloide können die Leber schädigen. Zu den heimischen Wildpflanzen, die solche Stoffe bilden, gehören neben dem Natternkopf auch Jakobskreuzkraut und Gemeines Greiskraut. Blüten kommen nur dann in Speisen, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist.

Acker-Witwenblume und Tauben-Skabiose

Die mehrjährige Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) eignet sich für trockene, sonnige Standorte. In Kultur erreicht sie eine Höhe von 30 bis 80 cm. Sie keimt unregelmäßig über mehrere Wochen, deshalb lohnt es sich, eine Aussaat länger zu beobachten. Ich markiere die Saatstelle, damit ich beim Jäten keine späten Keimlinge ausreiße.

Die heimische Tauben-Skabiose wächst in kalkreichen Trocken- und Halbtrockenrasen sowie in mäßig trockenen bis wechseltrockenen Wiesen. Als Wildart hat sie ein botanisches Blühfenster von Juli bis November. Unter den Wildbienen gibt es spezialisierte Arten, die auf Knautien und Skabiosen angewiesen sind.

Häufiger Fehler

Die Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia) wie eine Trockenwiesenpflanze behandeln. Sie kommt in Wäldern, Fettwiesen und Hochstaudenfluren vor und gehört nicht pauschal an einen trockenen Platz. Achte beim Kauf auf den botanischen Namen Knautia arvensis.

Gewöhnliches Leinkraut

Das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) ist in Deutschland heimisch. Es braucht einen sonnigen Platz mit lockerem, steinig-sandigem Boden, der trocken bis frisch und mäßig nährstoffreich sein darf. Je nach Standort und Kultur blüht es etwa von Mai oder Juni bis Oktober. Seine geschlossenen Blüten öffnen kräftige Hummeln und andere große Wildbienen. Das Leinkraut ist mehrjährig und breitet sich durch Ausläufer aus, plane ihm also Raum ein. Bei Trockenheit gießt du es mäßig.

Gesät wird im Freiland vom Spätherbst bis zum Vorfrühling. Die Samen keimen ungleichmäßig, Temperaturen unter 5 °C sind dabei günstig.

Wegwarte

Die wilde Wegwarte ist eine ausdauernde Pflanze und wird als winterharte Staude der Winterhärtezone 3a zugeordnet. Sie eignet sich auch für nährstoffarme, durchlässige Böden und besiedelt Straßenränder, Bahnanlagen sowie Tritt- und übernutzte Weiderasen. Von Gräsern oder Gebüschen überwachsen zu werden, verträgt sie auf Dauer schlecht. Ein einzelnes Blütenköpfchen öffnet sich nur an einem Tag, die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen besuchen die Blüten, zur Samenreife fressen Stieglitze an den Samenständen.

Auf Flächen mit Wegwarte lasse ich Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht. So können Pflanzen und überwinternde Insekten ihren Fortpflanzungszyklus abschließen.

Wilde Möhre

Die heimische Wilde Möhre passt an trockene, sonnige Standorte. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, blühen wird sie erst im zweiten Jahr. Blätter und Stängel dienen den Raupen des Schwalbenschwanzes als Nahrung. Zweijährige Arten sterben meist nach der Samenbildung ab, und soll sich ein Bestand selbst erneuern, richtet sich der Schnitt nach der Samenbildung. Wer die Wilde Möhre halten will, mäht sie im Blühjahr deshalb erst, wenn sie Samen gebildet hat.

Taubenkropf-Leimkraut und Nachtkerze: Blüten für den Abend

Das heimische Taubenkropf-Leimkraut wächst an trockenen, sonnigen Standorten. Bestäubt wird es überwiegend von langrüsseligen Nachtfaltern, die den Nektar tief im Blütenkelch erreichen. Die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihre gelben Blüten am Abend und bietet Nachtfaltern Nektar. Sie hat eine hohe Trockenheitstoleranz und bevorzugt sonnige Lagen mit gut durchlässigem Boden mittlerer Feuchte. Geeignet sind tiefgründige sandige Lehme oder lehmige Sande. Die Nachtkerze wächst ein- bis zweijährig und braucht im Garten keine zusätzliche Düngung.

Weitere schöne Wildblumen für deinen Garten stellt dir ein eigener Ratgeber vor.

Kornblume, Klatschmohn und Kornrade: Ackerwildblumen brauchen offenen Boden

Klatschmohn verträgt Trockenheit und wächst in voller Sonne. Bestäubenden Insekten liefert er reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Bei der Kornrade gilt zeitweilige Trockenheit als verträglich, sie bevorzugt volle Sonne und gut durchlässigen, frischen Boden. Ihre purpurrosa Blüten mit feinen dunklen Adern sind vor allem an Tagfalter als Bestäuber angepasst. Die Kornblume liefert Nektar für Honigbienen, Erd- und Steinhummeln sowie Schlupfwespen.

Alle drei sind Ackerwildblumen, und das bestimmt ihren Platz im Garten. Die Kornblume hat sich als Kulturfolger mit dem Getreideanbau verbreitet. Klatschmohn profitiert von offenen, wiederkehrend gestörten Bodenstellen. Die Kornrade braucht regelmäßig bearbeitete Standorte mit vegetationsfreien Stellen, an denen ihre Samen keimen können. Zusammen mit Kamille passen die drei in eine gemeinsame Ansaat auf offenen, bearbeiteten Flächen.

Mythos-Check

„Kornblume und Mohn säen sich aus und bleiben dann von allein.“ Viele Ackerwildblumen werden ohne regelmäßige Bodenstörung von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Klatschmohn unterliegt in länger bestehenden Brachen konkurrenzstärkeren Pflanzen. In einer dauerhaften Wildblumenmischung können Kornblume und Klatschmohn für einen schnellen ersten Blüheffekt sorgen.

Zahl im Blick

Klatschmohnsamen können im Boden mehr als 10 Jahre keimfähig bleiben, ausgelöst wird die Keimung durch eine Bodenstörung. Für Samen im Saatguttütchen gilt diese Dauer nicht. Kornradensamen bleiben im Boden dagegen nur wenige Monate keimfähig.

Mohn kann deshalb nach einer Bodenbearbeitung aus dem Samenvorrat im Boden wieder auftauchen, die Kornrade nicht. Ihre Samen fallen zudem nicht oder nur vereinzelt von selbst aus den Kapseln. Wenn ich Kornrade im Garten behalten will, säe ich sie jedes Jahr neu.

Die Kornrade steht auf der Roten Liste Deutschlands in Kategorie 2. Sie ist giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere, als Futter- oder Nahrungspflanze kommt sie nicht infrage.

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Wann blühen die Arten?

Die Hauptblüte einer heimischen Blumenwiese liegt häufig im Mai und Juni. Mehrere Arten für trockene Plätze blühen bis in den Herbst.

Art Blütezeit
Wiesen-Salbei Mai bis Juli
Klatschmohn Mai bis September
Gewöhnliches Leinkraut etwa Mai oder Juni bis Oktober
Kornrade Juni bis Juli
Kornblume ungefähr Juni bis September, je nach Aussaat und Sorte
Echter Dost Juli bis September
Acker-Witwenblume Juli und August in der Saatgutkultur
Wegwarte Juli bis Oktober
Tauben-Skabiose Juli bis November, botanisches Blühfenster der Wildart
Wilde Möhre im zweiten Jahr

Dost, Wegwarte und Tauben-Skabiose beginnen erst im Juli zu blühen. Mit ihnen zeigt eine trockene Fläche auch dann noch Blüten, wenn die Hauptblüte der Wiese vorbei ist. Stehen gelassene Samenstände können Insekten im Winter außerdem als Unterschlupf dienen. Warum eine Wiese über den Winter stehen bleiben darf und welche Wildblumen im Frühling, Sommer und Herbst blühen, erklärt ein eigener Ratgeber.

Welche Wildblumen passen nicht an trockene Stellen?

Nicht jede Wiesenblume verträgt einen trockenen Platz. Die Margerite (Leucanthemum vulgare) braucht mäßig nährstoffreichen, feuchten und gut drainierten Boden. Die Kuckucks-Lichtnelke bevorzugt feuchtere Standorte. Der heimische Blutweiderich wächst sogar an feuchten bis nassen und zeitweise überfluteten Stellen. Was an solchen Plätzen gedeiht, zeigt dir der Ratgeber dazu, welche Wildblumen sich für feuchte Standorte eignen.

Gartenarten anderer Herkunft können durchaus trockenheitsverträglich sein. Die Kranz-Lichtnelke etwa verträgt trockene bis sehr trockene Bedingungen auf gut durchlässigem Boden.

Mythos-Check

„Pflanzen aus wärmeren und trockeneren Regionen kommen mit den Sommern bei uns besser zurecht.“ Dass gebietsfremde Pflanzen aus solchen Regionen unter den veränderten Klimabedingungen in Deutschland generell besser geeignet sind, ist wissenschaftlich nicht belegt. Heimische Wiesenpflanzen dienen dagegen auch spezialisierten Insekten als Nahrung.

Woran erkennst du heimisches Saatgut?

Die Bezeichnung Wildblumen auf einer Saatmischung belegt weder heimische Arten noch die Eignung als dauerhafte Wiese. Prüfe deshalb die Artenliste und die Angaben zu heimisch und mehrjährig. Die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft des Saatguts nach. Das lohnt sich auch für trockene Standorte, denn regionale Herkünfte derselben Art können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost oder Hitze unterscheiden.

Wie lege ich die Fläche an und pflege sie?

Vor der Ansaat entfernst du konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln. Feines Saatgut verteilst du auf der Bodenoberfläche und walzt es an, danach hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Wie du einen zu nährstoffreichen Boden mit Sand oder Kies abmagerst und wann du säst, steht in den Abschnitten zu Standort, Boden und Aussaat von Wildblumen. Die passende Mischung je nach Bodenart findest du im Ratgeber dazu, wie du eine Blumenmischung für trockene Standorte zusammenstellst, säst und pflegst.

Gedüngt wird eine magere Blumenwiese nicht, weil Dünger konkurrenzstarke Gräser zusätzlich fördert. Auf nährstoffarmen, durchlässigen und trockenen Flächen kann eine einzige Mahd im Herbst ausreichen, das Mähgut räumst du danach ab. Einzelne Problemkräuter entfernst du gezielt, statt alles spontan Auflaufende zu beseitigen. Wann und wie du mähst, beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt über Mähen und Pflege im Jahreslauf.

Ein gemähter Randstreifen kann zeigen, dass die Fläche gepflegt wird. Entlang von Wegen und Beeten fängt ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen umfallende Halme auf.

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Was haben Insekten davon?

Artenreiche Wiesen bieten Insekten neben Nahrung auch Möglichkeiten zur Fortpflanzung, zum Rückzug und zur Überwinterung. Langlebige Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen. Im Ratgeber dazu, welche Wildblumen bedrohten Wildbienen und Schmetterlingen helfen, geht es um Arten, Mischungen und Studien. Den Überblick gibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Nutzen für Insekten.

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Häufige Fragen

Welche Wildblumen eignen sich für trockene Standorte im Garten?
Für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte eignen sich Echter Dost, Kartäusernelke, Färber-Hundskamille und Gewöhnlicher Natternkopf. Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Acker-Witwenblume und Wilde Möhre passen ebenfalls an trockene, sonnige Plätze. Wiesen-Salbei wächst auf Magerrasen und Magerwiesen, die Wegwarte auch auf nährstoffarmen, durchlässigen Böden.
Wie kommen Wildblumen mit Trockenheit zurecht?
Wildblumen für trockene Standorte nutzen unterschiedliche Anpassungen. Beim Wiesen-Salbei begrenzen ein Wachsüberzug und dichte Behaarung den Wasserverbrauch, die Gewöhnliche Schafgarbe wurzelt tief. Die Wegwarte kann Wasser aus großer Bodentiefe aufnehmen, gleicht damit den Verlust aus trockenem Oberboden aber nicht aus. Hitze- und Trockenheitstoleranz sind zudem verschiedene Eigenschaften, die nicht zwangsläufig gemeinsam auftreten.
Was muss ich beim Natternkopf beachten?
Gewöhnlicher Natternkopf eignet sich für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte. Er gehört zu den heimischen Wildpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden, und bestimmte dieser Stoffe können die Leber schädigen. Für Speisen kommen Blüten nur infrage, wenn ihre Art sicher bestimmt und die Eignung zum Verzehr geklärt ist.
Eignen sich Dost und Thymian für sonnige, trockene Gartenecken?
Ja. Echter Dost eignet sich für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte, Arznei-Thymian für trockene, sonnige Plätze. Der Dost blüht von Juli bis September und wird von Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen genutzt. Nach der Pflanzung können auch diese trockenheitsverträglichen Arten in den ersten Wochen bei trockener Witterung zusätzliches Wasser brauchen.
Worin unterscheiden sich heimische Wildblumen für trockene Standorte von mediterranen Pflanzen?
Mediterrane Pflanzen kommen aus einem Klima mit heißen, trockenen Sommern und winterlicher Regenzeit, Mitteleuropa liegt dagegen zwischen maritimen und kontinentalen Einflüssen. Dass gebietsfremde Pflanzen aus wärmeren oder trockeneren Regionen unter den veränderten Klimabedingungen in Deutschland generell besser geeignet sind, ist wissenschaftlich nicht belegt. Heimische Wiesenpflanzen dienen außerdem spezialisierten Insekten als Nahrung.
Welche Böden passen zu Wildblumen für trockene Standorte?
Echter Dost, Kartäusernelke und Natternkopf wachsen an nährstoffarmen, sonnigen und trockenen Standorten. Gewöhnliches Leinkraut mag lockeren, steinig-sandigen Boden, die Tauben-Skabiose kalkreiche Trocken- und Halbtrockenrasen. Für trockene Standorte gibt es mager-saure und mager-basische Regio-Mischungen, deshalb hilft es, den pH-Wert zu kennen. Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst ihn zusammen mit Phosphat und Kalium.
Spielt die Region bei der Auswahl trockenheitsverträglicher Wildblumen eine Rolle?
Ja. Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Regionale Herkünfte derselben Wildpflanzenart können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost oder Hitze unterscheiden. Die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft von Wildpflanzensaatgut nach.
Wie unterscheiden sich mehrjährige Wildblumen von einjährigen Ackerwildblumen?
Viele Ackerwildblumen wie Klatschmohn und Kornrade brauchen offenen, immer wieder gestörten Boden und werden ohne Bodenstörung von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Mehrjährige Arten wie Acker-Witwenblume oder Wegwarte bleiben dagegen am Standort. In mehrjährigen Wildpflanzenmischungen blühen einzelne Arten allerdings erst im zweiten Lebensjahr. Für einen schnellen ersten Blüheffekt können Kornblume und Klatschmohn einer dauerhaften Mischung beigemischt werden.
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